ARCHIV

 

ARCHIV

 

 

 

 

2019

 

 

 

 

 

2. Okto­ber 2019

WAHL­KRAMPF

Am 20. Okto­ber 2019 sind Natio­nal- und Stän­de­rats­wah­len. Der Wahl­kampf ist in vol­lem Gang. Doch wenn es um das wich­tigste Thema für die Zukunft der Stadt und Region Biel geht, wer­den viele Poli­ti­ke­rIn­nen merk­wür­dig still.

Dies wider­spie­gelt auch die Wahl­um­frage des Komi­tees «West­ast so nicht!», wel­che diese Woche für Schlag­zei­len gesorgt hat. Auf die Frage, ob sie die For­de­rung unter­stüt­zen, dass die bei­den West­ast-Auto­bahn­an­schlüsse mit­ten in der Stadt Biel nicht gebaut wür­den, haben gerade mal 148 der ins­ge­samt 420 ange­schrie­be­nen Kan­di­da­tIn­nen geant­wor­tet. 

Par­teien wie die deutsch­spra­chige CVP oder die Jung­frei­sin­ni­gen des Kan­tons Bern haben sich gar gewei­gert, die Kon­takt­da­ten ihrer kan­di­die­ren­den Mit­glie­der für die Umfrage zur Ver­fü­gung zu stel­len. Mit dem Hin­weis auf den lau­fen­den West­ast-Dia­log.

Eine faule Aus­rede. Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­ker die sich zur Wahl stel­len, müs­sen auch und gerade in Bezug auf umstrit­tene Fra­gen Hal­tung an den Tag legen. Die Bevöl­ke­rung hat ein Recht zu wis­sen, was ein Kan­di­dat, eine Kan­di­da­tin in Bern für Posi­tio­nen ver­tre­ten wird.

Der Dia­log­pro­zess ist kein Ersatz für die Poli­tik im Bun­des­haus! Zumal das Resul­tat des Run­den Tischs in kei­nem Fall recht­lich bin­dend sein wird. Letzt­end­lich sind es die gewähl­ten Volks­ver­tre­te­rIn­nen, die im Bun­des­haus über den Natio­nal­stras­sen­bau und die Ver­kehrs­po­li­tik ent­schei­den.

Wer auf Num­mer sicher gehen will, setzt des­halb auf seine Wahl­liste aus­schliess­lich die Namen von Kan­di­die­ren­den, die es wagen, Farbe zu beken­nen. So etwa die Vize­prä­si­den­tin Grüne Kan­ton Bern, die Bie­ler Stadt­rä­tin Lena Frank, die anläss­lich des BT-Wahl­po­di­ums vom 18. Sep­tem­ber, ihr Enga­ge­ment für eine Ver­kehrs­wende und gegen wei­tere Auto­bah­nen unter­stri­chen hat. Wor­auf der Mode­ra­tor sie mit dem Hin­weis stoppte, der West­ast sei an die­sem Wahl­po­dium kein Thema…

Warum nicht? Auch bei den Stän­de­rats­kan­di­die­ren­den tut sich die Mehr­heit schwer damit, Farbe zu beken­nen. Bei der Komi­tee-Wahl­um­frage wag­ten von vier­zehn Kan­di­die­ren­den gerade mal deren vier eine Ant­wort – sie alle leh­nen die inner­städ­ti­schen Anschlüsse ab. Dazu gehört nebst, Peter Eber­hart (Pira­ten) und Verena Lob­si­ger-Schmid (PUM) auch die Grün­li­be­rale Natio­nal­rä­tin Kath­rin Bert­s­chy. Sie lässt sich im Wahl­in­se­rat des Komi­tees mit den Wor­ten zitie­ren: «Das West­ast-Pro­jekt bring keine Ent­las­tung, son­dern führt im Gegen­teil zu einem Ver­kehrs­wachs­tum des moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehrs durchs Stadt­zen­trum.»

Regula Rytz, Prä­si­den­tin der Grü­nen Schweiz und eben­falls Ber­ner Stän­de­rats­kan­di­da­tin stellt fest: «Das West­ast-Pro­jekt ist wachs­tums­ori­en­tierte Ver­kehrs­pla­nung aus dem letz­ten Jahr­hun­dert.» – Wie eine zukunfts­fä­hige Ver­kehrs­po­li­tik aus­sieht und warum die Region Biel in die­sem Bereich Pio­nier­leis­tun­gen voll­brin­gen könnte, zeigte die erfah­rene Ver­kehrs­po­li­ti­ke­rin bereits Anfang Som­mer in einem aus­führ­li­chen Inter­view auf.

Auf eine Ant­wort bei der Umfrage ver­zich­tet hat hin­ge­gen Alt-Stadt­prä­si­dent und Stän­de­rats-Spit­zen­kan­di­dat Hans Stöckli. Auf Rück­frage des Komi­tees sowie der Medien  ver­wies auch er auf den lau­fen­den Dia­log­pro­zess und stellt in Aus­sicht: «Sollte der von mir begrüsste Stress­test über das Aus­füh­rungs­pro­jekt eine umwelt- und stadt­ver­träg­li­chere Lösung erge­ben, würde ich diese unter­stüt­zen.»

Die IG Häb Sorg zur Stadt konnte vor einer Woche mit Hans Stöckli ein Inter­view zum Thema West­ast füh­ren. Zum umstrit­te­nen Aus­füh­rungs­pro­jekt wollte er dabei keine Stel­lung bezie­hen, da die­ses erst ab 2012 erar­bei­tet wurde und er das Dos­sier nach 2010 an seine Nach­fol­ger wei­ter gereicht habe.

Im Gespräch gibt Stöckli aber span­nende Ein­bli­cke in seine Zeit als Stadt­prä­si­dent, als in Sachen Auto­bahn­um­fah­rung Biel wich­tige Wei­chen gestellt wur­den. Und er sagt, wes­halb damals ein Ver­zicht auf die inner­städ­ti­schen Anschlüsse, nament­lich auf Bienne Centre, keine Option gewe­sen wäre.

Das von Stän­de­rats-Kan­di­dat und Alt-Stadt­prä­si­dent Hans Stöckli stark kor­ri­gierte Inter­view zur Geschichte des West­asts - hier kli­cken

 

 


1. Okto­ber 2019

REGULA RYTZ WIRD GEWÄHLT
SO ODER SO

© Klima-Alli­an­z/­De­lia Frau­en­fel­der

Knapp drei Wochen vor den eid­ge­nös­si­schen Wah­len woll­ten uns gewiefte Polit­stra­te­gen und Tak­tie­re­rIn­nen ein­mal mehr ein­re­den, wie man am klügs­ten wählt. Arith­me­ti­sche Spiele, basie­rend auf Umfra­gen der letz­ten Wochen. Die etwa besa­gen, Regula Rytz habe eine Chance, in den Stän­de­rat gewählt zu wer­den. Aber nur, wenn Hans Stöckli seine Wie­der­wahl im ers­ten Wahl­gang schafft.

Nur: Wie gross ist diese Chance wirk­lich? Im nach wie vor bür­ger­lich domi­nier­ten Kan­ton Bern von einer «ein­ma­li­gen Chance für zwei linke Stän­de­rats­sitze» zu träu­men, ist reich­lich naiv. Ganz abge­se­hen davon, dass SP-Mann Hans Stöckli in der Ver­gan­gen­heit nicht mit einer dezi­diert lin­ken Poli­tik geglänzt hätte, geschweige denn mit zukunfts­wei­sen­dem Enga­ge­ment in der Klima- und Umwelt­po­li­tik.

Wes­halb also eine der bei­den Stän­de­rats­stim­men an Hans Stöckli ver­schwen­den, der in der letz­ten Legis­la­tur vor allem mit einer aus der Zeit gefal­le­nen Olym­pia­kan­di­da­tur für Schlag­zei­len gesorgt hat?

Heute ist es wich­ti­ger denn je, dass wir Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­ker wäh­len, die unser Ver­trauen ver­die­nen. Auch dafür sind in den letz­ten Wochen und Mona­ten Zehn­tau­sende auf die Strasse gegan­gen, dar­un­ter sehr viele Jugend­li­che. Wenn wir die Aus­wahl haben, wäh­len wir des­halb junge Kan­di­die­rende und Frauen.

Beim Stän­de­rat haben wir dafür im Kan­ton Bern zwei val­able Kan­di­da­tin­nen: Regula Rytz, die sich seit Jah­ren mit viel Enga­ge­ment und Wis­sen für die Umwelt, das Klima und die Gleich­stel­lung von Mann und Frau enga­giert, zählt zudem zu den erfah­rends­ten Ver­kehrs­po­li­ti­ke­rin­nen unse­res Lan­des.

Kath­rin Bert­s­chy gehört einer jün­ge­ren Genera­tion von Poli­ti­ke­rIn­nen an – ver­fügt aber eben­falls über lang­jäh­rige Erfah­rung im Polit­be­trieb. Die Schwer­punkte ihres Enga­ge­ments sind öko­lo­gi­sche Refor­men in der Land­wirt­schaft, Kli­ma­schutz und Frau­en­rechte.

Was beide Kan­di­da­tin­nen aus­zeich­net: Sie reden Klar­text und ver­ste­cken sich nicht hin­ter nichts­sa­gen­den Polit­pa­ro­len. Damit haben sie sich im Natio­nal­rat längst einen Namen geschaf­fen, so dass ihre Wie­der­wahl in die grosse Kam­mer unbe­strit­ten sein dürfte.

Sie wer­den also auch künf­tig die natio­nale Poli­tik mit­ge­stal­ten. Das ist gut so. Dabei geht es nicht nur um den A5-West­ast – aber auch: Die Dis­kus­sion um künf­tige Lösun­gen fin­det nicht im luft­lee­ren Raum statt. Ent­schei­dend ist letzt­end­lich, wie die Poli­ti­ke­rIn­nen in Bern die Leit­plan­ken für den Stras­sen­bau und die Mobi­li­täts­ent­wick­lung set­zen wer­den.

Und zu guter Letzt: Regula Rytz wird mit ziem­li­cher Sicher­heit gewählt, wenn nicht in den Stän­de­rat, dann in den Natio­nal­rat. Von dort aus wird sie ihre und unsere Poli­tik wei­ter ver­tre­ten – bis in den Bun­des­rat…  

 


 

Sep­tem­ber 2019

WAH­LEN 2019:

WIRD STÖCKLI WEG­GE­RYTZT?

© http://www.parlament.ch

Regula Rytz, lang­jäh­rige Ber­ner Gemein­de­rä­tin, Natio­nal­rä­tin und Prä­si­den­tin der Grü­nen will für den Kan­ton Bern in den Stän­de­rat! Aktu­ell ver­tre­ten zwei Män­ner den Kan­ton Bern in der klei­nen Kam­mer: Wer­ner Lug­in­bühl  BDP sowie Hans Stöckli SP.

Biels Ex-Stadt­prä­si­dent und West­ast-Pro­mo­ter Hans Stöckli will sei­nen Ses­sel im Stöckli behal­ten. Er hat sich bis dato nicht ein­deu­tig vom stadt­zer­stö­re­ri­schen West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt distan­ziert , so dass er für die grosse West­ast-Geg­ner­schaft keine Wahl­op­tion dar­stellt. 

Mit Regula Rytz steht jetzt eine Poli­ti­ke­rin zur Wahl, die sich – anders als Hans Sion2026 Stöckli – ohne Wenn und Aber für eine kli­ma­scho­nende und zukunfts­fä­hige Ver­kehrs­po­li­tik ein­setzt. In Sachen West­ast haben die Grü­nen des Kan­tons Bern bereits im August 2017 klar und deut­lich den Stopp des Pro­jekts gefor­dert und vom Regie­rungs­rat ver­langt, «sich beim Bund für den Stopp des Pro­jekts ein­zu­set­zen und zusam­men mit den Men­schen in der Region in einem demo­kra­ti­schen Pro­zess die Ver­kehrs­pro­bleme zu lösen, statt sie zu ver­schär­fen.»

Und was sagt Regula Rytz im Inter­view an die Adresse der neuen UVEK-Che­fin Simo­netta Som­ma­ruga?

«Wir brau­chen eine Ver­kehrs­po­li­tik, die das Klima schützt. Der geplante Aus­bau des Auto­bahn­net­zes oder brei­tere Stras­sen für Gelän­de­fahr­zeuge sind total kon­tra­pro­duk­tiv.»

So ist es! Die Kan­di­da­tur von Regula Rytz ist also eine gute Nach­richt, ins­be­son­dere für die Region Biel! 

 


6. Juni 2019

IM SÜDEN UND WES­TEN NICHTS NEUES

 

 

 


 

13. Mai 2019

KLEI­NES BIEL ALS GROS­SES VOR­BILD

Am 13. Mai 2019 lud der VCS Bern zu einer Dis­kus­sion über «Alter­na­ti­ven zum Auto­bahn­aus­bau». Denn im Kan­ton Bern ste­hen wich­tige Wei­chen­stel­lun­gen bevor: Auto­bahn­aus­bau à dis­cré­tion ver­sus intel­li­gente Ver­kehrs­po­li­tik für die Zukunft…

Noch in die­sem Jahr soll der Bun­des­rat das All­ge­meine Pro­jekt für den soge­nann­ten «Bypass Bern-Ost» ver­ab­schie­den. Ein Auto­bahn-Aus­bau­pro­jekt, das eini­ges mit dem Bie­ler A5-West­ast gemein hat: Die Gemein­de­be­hör­den von Bern bie­ten Hand für den geplan­ten mas­si­ven Aus­bau der Auto­bahn­ka­pa­zi­tä­ten am Ber­ner Stadt­rand und arbei­ten eng mit dem ASTRA zusam­men. Dies, weil damit ein Teil der Auto­bahn in Tun­nels ver­legt würde, womit im Osten der Stadt gewisse Stras­sen zurück­ge­baut und Quar­tiere «auf­ge­wer­tet» wer­den könn­ten.

Die Kehr­seite der Medaille: Im Gebiet Wank­dorf wird die Ber­ner All­mend durch neue Stras­sen­schnei­sen zer­schnit­ten. Die neuen Infra­struk­tur­bau­ten ver­schan­deln die Land­schaft noch mas­si­ver als die bereits heute mons­trö­sen Dimen­sio­nen des bestehen­den Wank­dorf­krei­sels. Und: Die Kapa­zi­täts­er­wei­te­rung der Auto­bahn gene­riert mit Sicher­heit zusätz­li­chen Ver­kehr, so wie es jeder Ver­kehrs­pla­ner im ers­ten Semes­ter lernt. Leid­tra­gende sind Bewoh­ne­rIn­nen der umlie­gen­den Gemein­den und des Ber­ner Nord­quar­tiers sowie Natur und Umwelt.

©ASTRA

Damit nicht genug: In der ASTRA-Pipe­line war­ten wei­tere Beton-Über­ra­schun­gen für den Raum Bern: Der 8‑Spurausbau der A1 im Grau­holz mit Halb­an­schluss Zol­li­ko­fen und die Erwei­te­rung auf 6 Spu­ren zwi­schen Schön­bühl und Kirch­berg sowie eine Kapa­zi­täts­er­wei­te­rung beim Fel­sen­au­via­dukt.

«Für den Auto­bahn­bau steht Geld in Mas­sen zur Ver­fü­gung», sagte VCS-Vor­stands­mit­glied und Natio­nal­rä­tin Regula Rytz anläss­lich der Ver­an­stal­tung. Wenn es um Stras­sen­bau­pro­jekte gehe, zeige sich das aktu­elle Par­la­ment äus­serst spen­da­bel. So wird Anfang Juni 2019 ein 8‑Milliarden Kre­dit für den Natio­nal­stras­sen­bau 2020–2023 ver­ab­schie­det. Dies, obschon die Dring­lich­keit einer Ver­kehrs­wende kla­rer sei denn je. «Wir brau­chen eine neue Ver­kehrs­po­li­tik, die zum Ziel hat, dass auf den Stras­sen weni­ger Autos ver­keh­ren. Es braucht einen neuen Ansatz, eine Wur­zel­be­hand­lung», betonte Regula Rytz.

Mög­lich­kei­ten gebe es ver­schie­dene: So könnte man zum Bei­spiel die Stras­sen­fi­nan­zie­rung dahin­ge­hend ver­än­dern, dass die Mine­ral­öl­steuer hal­biert und eine ver­brauchs­ab­hän­gige CO2-Steuer ein­ge­führt würde. Als wei­tere Optio­nen nannte Rytz Road Pri­cing mit dif­fe­ren­zier­ten sozi­al­ver­träg­li­chen Len­kungs­mass­nah­men oder Gra­tis-ÖV für Jugend­li­che. Aller­dings stellte die Poli­ti­ke­rin unmiss­ver­ständ­lich klar: So, wie das Par­la­ment heute zusam­men­ge­setzt ist, geht es in die ent­ge­gen­ge­setzte Rich­tung.

Das könnte sich aller­dings bald ändern – im Herbst sind Natio­nal- und Stän­de­rats­wah­len: «Es ist wich­tig, dass wir diese Chance nut­zen und jene Poli­ti­ke­rInn­nen ins Par­la­ment wäh­len, die sich für eine nach­hal­tige Ent­wick­lung ein­set­zen», legte Regula Rytz den Anwe­sen­den ans Herz.

«Es ist scheps, dass der Auto­bahn­aus­bau heute über­haupt noch ein Thema ist», fasste die Geo­gra­fin Mar­tina Dov­racek die Absur­di­tät der aktu­el­len Ver­kehrs­po­li­tik hier­zu­lande zusam­men. Ihre Bot­schaft: «Wir wer­den 2050 anders unter­wegs sein als heute – des­halb sollte man auf­hö­ren, aus der Ver­gan­gen­heit für die Zukunft zu pla­nen. Wer die Mobi­li­tät der Zukunft nach­hal­tig gestal­ten will, muss jetzt aktiv wer­den und ent­spre­chend han­deln.»

Da dies aktu­ell auf natio­na­ler Ebene schwie­rig  ist, bleibt nur der lokale Wider­stand. «Was die West­ast-Geg­ne­rIn­nen in Biel geschafft haben, ist eine gross­ar­tige Geschichte», wurde an der VCS-Ver­an­stal­tung von ver­schie­de­ner Seite wie­der­holt betont. Es liegt jetzt an der gros­sen Schwes­ter­stadt, der klei­nen nach­zu­ei­fern. Der Ver­ein «Spur­wech­sel Bern» steht in den Start­lö­chern…

 

 


 

 

Ende April 2019

SCHON WIE­DER NIDAU

Die Nidauer Behör­den schei­nen in Sachen West­ast mit aller Macht voll­endete Tat­sa­chen schaf­fen zu wol­len: Sie neh­men die Bau­fäl­lig­keit der Wehr­brü­cke zwi­schen Brügg und Port zum Anlass, den Bau der Kanal­brü­cke sowie des Port­tun­nels vor­zu­zie­hen. 

Quelle: Bie­ler Tag­blatt, 1.5.2019

Dies, nach­dem Bund und Kan­ton zu Recht eine Prio­ri­sie­rung des soge­nann­ten Zubrin­ger rech­tes Bie­ler­see­ufer abge­lehnt hat­ten. Zu Recht, denn die­ses Teil­stück des geplan­ten A5-West­asts muss im Zusam­men­hang mit der gesam­ten Pla­nung beur­teilt wer­den. Dies ist aktu­ell Auf­gabe des Run­den Tischs.

Die Behaup­tung von Sei­ten der Stadt Nidau, dass die­ser Abschnitt der soge­nann­ten West­um­fah­rung «nicht bestrit­ten» sei, ist voll­kom­men aus der Luft gegrif­fen. Wie Didier Bar­det in sei­nem Vor­schlag «West­ast ANDERS» aus­führt, ist im Hin­blick auf die Ver­mei­dung von Mehr­ver­kehr gerade die­ser Stre­cken­ab­schnitt beson­ders kri­tisch unter die Lupe zu neh­men. Er for­dert des­halb den Ver­zicht auf die geplante neue Kanal-Brü­cke und den Port­tun­nel.

Dies ist bereits das zweite Mal seit dem Start des Dia­log­pro­zes­ses, dass Nidau, sel­ber Mit­glied des Run­den Tischs, ver­sucht, in Sachen West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt Faits accom­plis zu schaf­fen…

Zur Erin­ne­rung: Bei der aktu­ell zur Mit­wir­kung auf­lie­gen­den Orts­pla­nungs­re­vi­sion hal­ten die Nidauer Behör­den an der Umzo­nung im Zusam­men­hang mit dem umstrit­te­nen Auto­bahn­an­schluss Bienne Centre fest – obschon gerade die­ser beson­ders umstrit­ten ist.

Des­halb auf kei­nen Fall ver­pas­sen: Noch bis zum 10. Mai kön­nen sich alle Inter­es­sier­ten im Rah­men des Mit­wir­kungs­ver­fah­rens gegen die Auf­zo­nung des Gurn­igel­quar­tiers zur Wehr set­zen!

HIER der ganze Arti­kel mit den Links zur Orts­pla­nungs­re­vi­sion

 

 

 

22. März 2019

NIDAU PRESCHT VOR

Das Städt­chen Nidau fährt einen Extra­zug – Run­der Tisch zum A5-West­ast hin oder her…

Im Rah­men der lau­fen­den Orts­pla­nungs­re­vi­sion ist seit dem 22. März die bau­recht­li­che Teil­grund­ord­nung «Wei­te­res Stadt­ge­biet» zur öffent­li­chen Mit­wir­kung auf­ge­legt.

Was amt­lich-tro­cken tönt, birgt poli­ti­schen Spreng­stoff: Auf dem Bau­zo­nen­plan ste­chen die in kräf­ti­gem orange ein­ge­färb­ten Gebiete der künf­ti­gen Bau­zone 6 ins Auge. Ins­be­son­dere ent­lang der Gurn­igel­strasse. Genau dort, wo laut A5-West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt rund 20 Lie­gen­schaf­ten der geplan­ten Auto­bahn­schneise und dem Tun­nel­por­tal wei­chen müss­ten.

Obschon der Bau des umstrit­te­nen Anschlus­ses Bienne Centre Gegen­stand der Ver­hand­lun­gen am Run­den Tisch ist, will die Stadt­ver­wal­tung Nidau bereits heute fest­le­gen, dass im Gurn­igel­quar­tier künf­tig sechs­stö­ckige Gebäude mit einer Höhe von bis zu 23 Metern gebaut wer­den kön­nen. Zudem wird das Gebiet der Misch­zone B zuge­ord­net — das heisst, in Sachen Lärm­schutz soll hier die Emp­find­lich­keits­stufe III (= Immis­si­ons­grenz­wert bis 65 dB) gel­ten. Dies wohl nicht zuletzt im Hin­blick auf die offene Auto­bahn­schneise des geplan­ten A5 West­asts…

Man folgt dabei den Vor­schlä­gen aus dem «Richt­plan Städ­te­bau West­ast A5» – und tut so, als gäbe es weder einen Run­den Tisch, an dem alter­na­tive Lösun­gen zum West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt gesucht wer­den, noch ein Mit­wir­kungs­ver­fah­ren zur «Städ­te­bau­li­chen Begleit­pla­nung A5 West­ast».

Zur Erin­ne­rung: Im Januar 2017 war die Bevöl­ke­rung von Nidau und Biel ein­ge­la­den, im Rah­men eines Mit­wir­kungs­ver­fah­rens ihre Ideen und Stel­lung­nah­men zur soge­nann­ten «Städ­te­bau­li­chen Begleit­pla­nung A5 West­ast» abzu­ge­ben. Seit über zwei Jah­ren lie­gen die rund 300 Stel­lung­nah­men bei den Stadt­be­hör­den von Nidau und Biel – bis­her ohne mate­ri­elle Ant­wort.

Man liess von Sei­ten der Behör­den ledig­lich ver­lau­ten, man müsse die Vari­an­ten­prü­fung zum Aus­füh­rungs­pro­jekt des A5-West­asts abwar­ten. Eigent­lich eine ver­nünf­tige Hal­tung. Es macht kei­nen Sinn, Ent­scheide und Ver­fah­ren vor­an­zu­trei­ben, die mög­li­cher­weise im Wider­spruch ste­hen mit einem Pro­jekt, das in Zukunft völ­lig anders aus­se­hen könnte.

Umso befremd­li­cher, dass Nidau nun ein­fach vor­prescht. Ange­führt von der auto­bahn­be­geis­ter­ten Stadt­prä­si­den­tin Hess, die in der Öffent­lich­keit so tut, als stün­den die Nidau­erin­nen und Nidauer zu 100% hin­ter den aktu­el­len West­astplä­nen.

Des­halb: Wer in Nidau wohnt und das offi­zi­elle A5-West­astpro­jekt nicht unter­stützt, soll sich unbe­dingt am Mit­wir­kungs­ver­fah­ren betei­li­gen! Bis am 10. Mai kön­nen alle in Nidau woh­nen­den Men­schen der Stadt in weni­gen Sät­zen mit­tei­len, wes­halb sie mit dem vor­lie­gen­den Bau­zo­nen­plan nicht ein­ver­stan­den sind.

Die Stel­lung­nah­men ein­ge­schrie­ben per Post schi­cken an:

Stadt­kanz­lei Nidau
Mit­wir­kung bau­recht­li­che Teil­grund­ord­nung «Wei­te­res Stadt­ge­biet»
Schul­gasse 2
Post­fach 240
2560 Nidau

Die Pläne und Erläu­te­run­gen zur Teil­re­vi­sion kann man HIER run­ter­ge­la­den. Zudem kön­nen sie auf der Stadt­kanz­lei an der Schul­gasse 2 im 2. Stock ein­ge­se­hen wer­den. Öff­nungs­zei­ten:

Mon­tag, Diens­tag, Don­ners­tag 9 bis 12 und 14 bis 17 Uhr / Mitt­woch 14 bis 18 Uhr und Frei­tag 9 bis 14 Uhr

NIDAU­ERIN­NENWEHRT EUCH!

 

 


 

11. März 2019

TAG DER ENT­SCHEI­DUNG

Heute muss der Bie­ler Stadt­rat Farbe beken­nen. Weil er es ges­tern nicht geschafft hat (Stand 23.15 Uhr), zum Trak­tan­dum 9 (von über 50!) vor­zu­stos­sen. Über eine Stunde Pala­ver,  nur weil SVP und Co. die Kul­tur­bot­schaft ver­sen­ken woll­ten.

Inzwi­schen ist klar, dass der Gemein­de­rat eine Kon­sul­ta­tiv­ab­stim­mung fürch­tet und die Motion Ten­nen­baum abschies­sen will. ANT­WORT DER STADT­RE­GIE­RUNG  hier.

 

Eine sol­che Abstim­mung, und zwar lie­ber heute als mor­gen,  ist die Basis für eine erfolg­rei­che Arbeit des Run­den Tisches. Das ewige Ver­trös­ten, Ver­spre­chen und Ver­schie­ben ver­ste­hen die Men­schen in der Stadt nicht mehr. Links/Grün/Grünliberal/Unabhängige haben im Stadt­par­la­ment eigent­lich eine Mehr­heit. Auch wenn es um die Ableh­nung des West­ast-Pro­jekts geht?

Bei der Frage, die zur Dis­kus­sion steht,  geht näm­lich nicht um 66 Vari­an­ten, um so, um anders oder es bit­zeli bes­ser, son­dern um den Kern der Sache.

 

 

 


 

11. März 2019

UVEK SIS­TIERT VER­FAH­REN

Die vom Kan­ton Bern bean­tragte Sis­tie­rung des Bewil­li­gungs­ver­fah­rens für den A5-West­ast ist in Kraft!

Das UVEK hat den Antrag gut­ge­heis­sen, wie es in sei­nem Schrei­ben aus­führt, das heute den Ein­spre­che­rIn­nen zuge­stellt wurde. Die Begrün­dung: « Das UVEK hat den Antrag des Kan­tons auf Sis­tie­rung geprüft und kommt zum Schluss, dass die­sem ent­spro­chen wer­den kann. Es macht kei­nen Sinn das Ver­fah­ren wei­ter­zu­füh­ren, wenn im Rah­men des Dia­log­pro­zes­ses nach einer neuen Lösung für das Natio­nal­stras­sen­pro­jekt gesucht wird.»

Die Sis­tie­rung läuft bis Mitte 2020. Wie es danach wei­ter geht, ist offen. Das UVEK schreibt: «Nach Ablauf der Sis­tie­rungs­frist wer­den Sie über das wei­tere Vor­ge­hen infor­miert. Sollte der Dia­log­pro­zess kein Ergeb­nis lie­fern, wird das Ver­fah­ren wie­der­auf­ge­nom­men. Ihre Ein­spra­che bleibt bestehen und behält ihre Gül­tig­keit.»

thumbnail of 190311_Sistierung_UVEK

kli­cken und lesen

 

 


 

21. Februar 2019

DIE LANG­SA­MEN MÜH­LEN DER POLI­TIK

Die für die Sit­zung des Bie­ler Stadt­rats vom 21. Februar erwar­tete Debatte über eine Kon­sul­ta­tiv­ab­stim­mung zum offi­zi­el­len West­astpro­jekt hat nicht statt­ge­fun­den. Auf­grund der reich­be­frach­te­ten Trak­tan­den­liste und lan­ger Dis­kus­sio­nen um zwei Bau­land­ge­schäfte, hat man es nicht geschafft, in die­ser Sache einen Schritt wei­ter zu kom­men. 

Der nächste Sit­zungs­ter­min des Bie­ler Stadt­rats, an dem die Kon­sul­ta­tiv­ab­stim­mung dann hof­fent­lich zur Spra­che kommt, fin­det erst am 21. März statt. Eine Abstim­mung, die rich­tungs­wei­sende Aus­wir­kun­gen auf den Run­den Tisch haben könnte, wird des­halb immer unwahr­schein­li­cher.

Umso wich­ti­ger ist es, dass Bie­le­rin­nen und Bie­ler auch in den nächs­ten Wochen und Mona­ten immer wie­der zei­gen, was für eine Stadt und wel­che Stadt­ent­wick­lung sie sich wün­schen. 

Einen posi­ti­ven Punkt gibt es von der letz­ten Stadt­rats­sit­zung doch noch zu ver­mer­ken: Der vom Bie­ler Gemein­de­rat bean­tragte Kre­dit in der Höhe von maxi­mal CHF 350’000 Fran­ken als Bei­trag an den Run­den Tisch wurde mit gros­sem Mehr ange­nom­men. Alle Par­tei­spre­che­rIn­nen haben in ihren Voten den Dia­log­pro­zess unter­stützt. 

 

 


 

Februar 2019

KLAR, KOHÄ­RENT UND KON­SE­QUENT

Die West­astop­po­si­tion: Viel­stim­mig, aber mit drei «k» 

Die Breite des Wider­stands gegen das A5-Westastaus­füh­rungs­pro­jekt wider­spie­gelt sich in der Viel­zahl von Grup­pen und Orga­ni­sa­tio­nen, die gemein­sam die bei­den geplan­ten stadt­zer­stö­re­ri­schen Auto­bahn­an­schlüsse bekämp­fen.

Sie tun dies mit unter­schied­li­chen Mit­teln, haben unter­schied­li­che Kom­pe­ten­zen und Stär­ken: Sie stu­die­ren Pläne, orga­ni­sie­ren Stadt­wan­de­rung, Demos, Flashmobs oder Quar­tier­feste. Sie mar­kie­ren Bäume, sam­meln Unter­schrif­ten, recher­chie­ren, lob­by­ie­ren, publi­zie­ren, infor­mie­ren, dis­ku­tie­ren…

Sie ver­tre­ten aber auch eine breite Palette von Über­zeu­gun­gen und Lösungs­an­sät­zen. Damit ein ech­ter Dia­log über­haupt mög­lich wird, muss die Dis­kus­sion des­halb auch breit und öffent­lich geführt wer­den. Statt im stil­len Käm­mer­lein Stra­te­gie und Tak­tik durch Wenige fest­le­gen zu las­sen, ist Trans­pa­renz gefragt, Offen­heit und die Bereit­schaft, sich mit ande­ren Posi­tio­nen aus­ein­an­der­zu­set­zen – dies die kon­se­quente Hal­tung der IG Häb Sorg zur Stadt.

Des­halb publi­zie­ren wir auf unse­rer Web­site www.westast.ch immer wie­der neue Recher­chen und Geschich­ten rund um den West­ast und dar­über hin­aus. Zudem ist www.westast.ch auch eine Platt­form für Ideen, Vor­schläge und Vari­an­ten, die es ver­die­nen, gehört, stu­diert, dis­ku­tiert und nicht vor­schnell ver­wor­fen zu wer­den zu.

Seit ihrer Grün­dung setzt sich die IG Häb Sorg zur Stadt klar für ein STOPP WEST­AST ein. Weil wir über­zeugt sind, dass es bes­sere Wege und Mög­lich­kei­ten gibt, die Ent­wick­lung und den Ver­kehr in der Region – auch über die Stadt­gren­zen hin­aus – zukunfts- und mehr­heits­fä­hig zu gestal­ten: Mit geziel­ten Mass­nah­men für ein attrak­ti­ves Mobi­li­täts­kon­zept, bei gleich­zei­ti­gem Ver­zicht auf einen Aus­bau der bestehen­den Stras­sen­ka­pa­zi­tä­ten.

 

Dies ist unsere Posi­tion, die wir auch am Run­den Tisch ver­tre­ten, kohä­rent und mit Enga­ge­ment. Damit aller­dings die gewünschte kon­struk­tive Dis­kus­sion über­haupt mög­lich ist, braucht es klare Spiel­re­geln. Wir haben uns dar­über bereits im Vor­feld des ers­ten Run­den Tischs vom 8. Februar Gedan­ken gemacht und diese hier publi­ziert.

Weil wir der Über­zeu­gung sind, dass der gesamte Dia­log­pro­zess offen und trans­pa­rent gestal­tet wer­den soll. Wir set­zen uns dafür ein, dass sowohl die Akti­vi­tä­ten des Run­den Tisches zeit­nah und umfas­send von der Lei­tung kom­mu­ni­ziert wer­den.  Ein Run­der Tisch hin­ter ver­schlos­se­nen Türen pro­du­ziert in ers­ter Linie Miss­trauen. Es gibt in Sachen Dis­kus­sion zum A5-West­ast keine Geheim­nisse zu hüten.

Des­halb blei­ben wir bei unse­rer Pra­xis und publi­zie­ren hier unser Schrei­ben vom 1. März 2019 an Hans Wer­der, den Lei­ter des Run­den Tisches.  Es ent­hält die Namen unsere Ver­tre­te­rIn­nen am Run­den Tisch sowie die Begrün­dung, wes­halb wir die Agen­tur Infra­kom AG sowie die bei­den für die Kern­gruppe vor­ge­schla­ge­nen Fach­per­so­nen Fritz Kobi und Han van de Wete­ring als befan­gen ableh­nen – eine Ant­wort ist für nächste Woche ver­spro­chen.

thumbnail of 190301_RunderTISCH_IG

kli­cken und lesen

 

Apro­pos Trans­pa­renz:

Seit Ende Januar 2019 ist die Domain www.westast-dialog.ch reser­viert, inklu­sive Mail­adresse info@westast-dialog.ch

Zwei Wochen vor der ers­ten Sit­zung des Run­den Tisches hat sich die Firma Infra­kom AG die Kon­trolle über die Prä­sen­ta­tion und Kom­mu­ni­ka­tion des Dia­log­pro­zes­ses gesi­chert. Und dies, bevor am Run­den Tisch die Spiel­re­geln und die Ver­ant­wor­tung für die Kom­mu­ni­ka­tion ein­ver­nehm­lich von den Anwe­sen­den zu bestim­men gewe­sen wären. — Run­der Tisch geht anders.  

 


 

 8. Februar 2019:  Auf­takt zum «Run­den Tisch»,

orga­ni­siert von Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus. 

Trak­tan­den und Teil­neh­me­rIn­nen

 

08. Februar 2019

DAS ERGEB­NIS
VOM 8. FEBRUAR:

 

wei­ter­le­sen

 



 

2018

 

 

Ende Dezem­ber 2018

REGIE­RUNGS­RAT NEU­HAUS
LÄDT ZUM RUN­DEN TISCH

Nach der Sit­zung der Behör­den­de­le­ga­tion vom 21. Dezem­ber 2018, hat Regie­rungs­prä­si­dent Neu­haus eine Ein­la­dung ver­schickt: Am 8. Februar 2019 will er – gemein­sam mit Geg­ne­rIn­nen und Befür­wor­te­rIn­nen des A5-Aus­füh­rungs­pro­jekts – das wei­tere Vor­ge­hen dis­ku­tie­ren. Das ist eine gute Nach­richt: End­lich wird der runde Tisch, den etwa der Archi­tekt und Raum­pla­ner Kurt Roh­ner schon vor lan­ger Zeit gefor­dert hat, Wirk­lich­keit! 

Gelei­tet wird die­ser «runde Tisch» von Hans Wer­der, dem ehe­ma­li­gen UVEK-Gene­ral­se­kre­tär und heu­ti­gen Prä­si­den­ten von Ave­nir Mobi­lité, wie auch der Medi­en­mit­tei­lung der Bau‑, Ver­kehrs- und Ener­gie­di­rek­tion des Kan­tons Bern zu ent­neh­men ist:

thumbnail of Bildschirmfoto 2018-12-21 um 22.40.47

Kurz nach dem Kan­ton, mel­dete sich dann  – man hat es schon kaum mehr für mög­lich gehal­ten – end­lich auch die Bie­ler Stadt­re­gie­rung zu Wort. In sei­ner wohl im Vor­feld schon von lan­ger Hand vor­be­rei­te­ten Medi­en­mit­tei­lung begrüsst der Bie­ler Gemein­de­rat den Ent­scheid zum Dia­log. Gleich­zei­tig stellt er aber klar, dass er an einer Auto­bahn­lö­sung fest­hält und man ledig­lich «Ver­än­de­run­gen am bis­her geplan­ten Pro­jekt» ermög­li­chen will.

Zudem for­dert die Bie­ler Stadt­re­gie­rung bereits vor Beginn der in Aus­sicht gestell­ten Gesprä­che, dass «die Dis­kus­sio­nen für eine kon­sens­fä­hige Lösung zeit­lich beschränkt wer­den.» – Sol­che Ein­schrän­kun­gen wider­spre­chen dem vom Kan­ton in Aus­sicht gestell­ten «brei­ten Dia­log». Gefragt sind jetzt Offen­heit und die Bereit­schaft von allen Sei­ten, das Ganze grund­sätz­lich und ganz­heit­lich anzu­ge­hen. Ein run­der Tisch – ohne Zeit­druck und ohne Prä­ju­di­zien.  

 

 

 

 


 

21. Dezem­ber 2018

WAR­TEN AUF DIE
WEIHNACHTSBESCHERUNG

Heute Frei­tag, 21. Dezem­ber – dem letz­ten Arbeits­tag vor Weih­nach­ten –  dis­ku­tie­ren Regie­rungs­prä­si­dent Neu­haus und die «Behör­den­de­le­ga­tion A5-Umfah­rung Biel»  das wei­tere Vor­ge­hen in Sachen West­ast.

Ob uns die Dele­ga­tion, die sich aus Ver­tre­te­rIn­nen von Bund, Kan­ton und den betrof­fe­nen See­län­der Gemein­den zusam­men­setzt, heute Abend mit einem Weih­nachts­ge­schenk über­rascht? 

Er könne sich durch­aus vor­stel­len, nach der nächs­ten Sit­zung der Behör­den­de­le­ga­tion mit den Geg­nern zusam­men­zu­sit­zen, um eine «externe Beur­tei­lung» des Pro­jekts fest­zu­le­gen, erklärte etwa Regie­rungs­rat Neu­haus vor einem Monat gegen­über dem «Bund». Bei den Gesprä­chen sol­len «meh­rere Punkte des Pro­jekts ver­tieft abge­klärt wer­den». Kon­kre­ter wer­den wollte Neu­haus damals nicht.

Die Bie­ler Stadt­re­gie­rung trieb es in Sachen Geheim­nis­krä­me­rei noch wei­ter: Bis heute hat sie es nicht für nötig befun­den, Klar­text zu reden und kon­kret zu sagen, was mit der vom Stadt­prä­si­den­ten man­tra-artig wie­der­hol­ten For­de­rung nach einem Dia­log gemeint ist.

Für heute Abend nun stellt der Kan­ton eine Medi­en­mit­tei­lung mit dem Resul­tat des heu­ti­gen Tref­fens in Aus­sicht. Nimmt die Behör­den­de­le­ga­tion die For­de­run­gen und Wün­sche der Region ernst, beschliesst sie für das nächste Jahr eine Sis­tie­rung des ver­al­te­ten Aus­füh­rungs­pro­jekts und einen Neu­start, der zukunfts­fä­hige, effi­zi­ente Lösun­gen für den Ver­kehr in der Region ver­spricht.

Es ist aller­dings zu befürch­ten, dass dies bloss ein from­mer Vor­weih­nachts­wunsch bleibt. Auf­grund der bis­he­ri­gen Erfah­run­gen mit den Kan­tons- und Gemein­de­be­hör­den sowie dem Astra ist davon aus­zu­ge­hen, dass man sich der aktu­el­len Offen­sive der Wirt­schafts­ver­bände anschliesst, um das Aus­füh­rungs­pro­jekt durch­zu­bo­xen.  Koste es, was es wolle.

  

 


 

14. Dezem­ber 2018

KLEI­NES
A5-WEST­AST-EIN­MAL­EINS

 

Die Bun­des­rä­tin, die neu dem UVEK vor­steht, wird auf ihrem Pult einige Dos­siers vor­fin­den, die ihre Vor­gän­ge­rin hat schlei­fen las­sen. Der Depar­te­ments­wech­sel bie­tet wie immer die Mög­lich­keit, diese Pen­den­zen mit fri­schem Schwung abzu­ar­bei­ten. Mit der neuen Füh­rung bläst auch ein neuer Wind durch die Amts­stu­ben, der ohne zuviel Rück­sicht auf lieb gewor­dene Tra­di­tio­nen und Bequem­lich­kei­ten lang­jäh­rige Amts­chefs schon bald auf ihren Ses­seln durch­schüt­teln könnte. – Zu hof­fen wäre es – ins­be­son­dere beim Bun­des­amt für Stras­sen ASTRA.

Wer zu lange nach der Amts­über­nahme als Depar­te­ments­vor­ste­he­rin war­tet, hat erfah­rungs­ge­mäss spä­ter einen schwie­ri­gen Stand gegen­über der ten­den­zi­ell behä­bi­gen Ver­wal­tung, die gerne nach dem Motto funk­tio­niert «On a tou­jours fait comme ça!»

Für eines der Dos­siers, das Frau alt-Bun­des­rä­tin Doris Leu­thard aus­ge­ses­sen, statt in die Hand genom­men hat, trifft das ganz beson­ders zu: den lei­di­gen, aus der Zeit gefal­le­nen A5-West­ast in Biel, unter den end­lich ein Schluss­strich zu zie­hen ist.

Bun­des­rä­tin Som­ma­ruga wird schon bald Post aus dem Ber­ner Rat­haus bekom­men: Anfang Jahr sol­len end­lich die Stel­lung­nah­men der Ber­ner Kan­tons­re­gie­rung zu den mehr als 650 Ein­spra­chen zum 2017 auf­ge­leg­ten A5-West­ast-Pro­jekt beim UVEK ein­tref­fen.

Natür­lich weiss Bun­des­rä­tin Simo­netta Som­ma­ruga längst um den wach­sen­den Wider­stand in der Region Biel. Beim tie­fe­ren Ein­ar­bei­ten ins Dos­sier wird sie fest­stel­len, dass die Bevöl­ke­rung das Pro­jekt nicht nur mit gros­ser Mehr­heit ablehnt, son­dern sich einen demo­kra­ti­schen Pro­zess mit ech­ter Par­ti­zi­pa­tion wünscht. Alter­na­ti­ven zum ver­al­te­ten, die Umwelt schä­di­gen­den und viel zu teu­ren offi­zi­el­len Pro­jekt gibt es zur Genüge.

Lei­der hat Vor­gän­ge­rin Doris Leu­thard wie­der­holt Ein­la­dun­gen zum Gespräch aus­ge­schla­gen. Lange haben sich auch die Stadt- und Kan­tons­be­hör­den der West­ast-Dis­kus­sion ver­wei­gert. Da hat sich aller­dings in den letz­ten Mona­ten eini­ges bewegt. Aus natio­na­ler Sicht dürfte die neue UVEK-Che­fin die Tat­sa­che berück­sich­ti­gen, dass eine Eins-zu-eins-Umset­zung des Pro­jekts aus natio­na­ler Sicht abso­lut unnö­tig ist, wie dies sei­ner­zeit bereits alt UVEK-Gene­ral­se­kre­tär Hans Wer­der fest­ge­stellt hatte. Zudem wird sie auf ihrer Fahrt im geerb­ten Bun­des­rats-Tesla nie regel­mäs­sige Stau­mel­dun­gen aus dem See­land hören müs­sen und immer pünkt­lich in der Region Biel/Bienne ankom­men.

Die Erwar­tun­gen an Bun­des­rä­tin Som­ma­ruga sind hoch. Doch nicht zu hoch, wenn man bedenkt, dass sie die Kunst der Poli­tik bes­tens beherrscht. Die soge­nannte Unmög­lich­keit ist keine Tat­sa­che, son­dern eine Mei­nung. Doch Unmög­lich­keit hat Poten­zial. Unmög­lich ist vor­läu­fig. Unmög­lich ist nichts. Auch für Depar­te­ments­vor­ste­he­rin­nen.

 

 


 

 

10. Dezem­ber 2018

EINE NEUE CHE­FINUND NICHT GANZ NEUE ERKENNT­NISSE

Bereits seit Wochen wurde gemun­kelt, dass sich Bun­des­rä­tin Simo­netta Som­ma­ruga nach dem Rück­tritt von Doris Leu­thard einen Wech­sel ins UVEK über­lege. Nun wis­sen wir: Ab Januar 2019 ist sie die neue Che­fin des Eid­ge­nös­si­schen Depar­te­ments für Umwelt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­tion. Wir gra­tu­lie­ren und freuen uns!

Wir freuen uns, weil Simo­netta Som­ma­ruga, als ehe­ma­lige Gemein­de­rä­tin von Köniz, mit der Lösung loka­ler Ver­kehrs­pro­bleme bes­tens ver­traut ist. Viel­leicht kann sie dem ihr künf­tig unter­stell­ten ASTRA-Direk­tor Jürg Röth­lis­ber­ger sogar eine Nach­hil­fe­stunde in zeit­ge­mäs­ser Ver­kehrs­po­li­tik ertei­len?

Ein­mal mehr hat die­ser näm­lich in einem Inter­view in der NZZ vom 29. Novem­ber seine vor­gest­ri­gen Rezepte für die Lösung künf­ti­ger Ver­kehrs­pro­bleme auf­ge­wärmt und den Bau von «Ein­fall­sach­sen in die Städte» gefor­dert. 

So, wie man das in Biel 60 Jahre lange geplant und teil­weise ja auch ver­wirk­licht hat. Die Hoff­nung wächst jedoch, dass damit bald Schluss ist. Gegen­über dem Online-Maga­zin Repu­blik, das am 6. Dezem­ber eine Zusam­men­fas­sung der West­ast-Story publi­ziert hat, räumt sogar Regie­rungs­prä­si­dent Neu­haus ein, man wisse aktu­ell nicht, wie sich der Ver­kehr künf­tig ent­wi­ckelt.

«…im Moment gibt es mit Staus prak­tisch kein Pro­blem. Der neu eröff­nete Ost­ast hat mehr zur Ent­las­tung bei­getra­gen als erwar­tet», ant­wor­tete er auf die Frage von Repu­blik-Autor Urs Bru­de­rer, ob Biel eine Auto­bahn brau­che. Und auf die Nach­frage, ob man viel­leicht ganz ver­zich­ten könnte, sagte er: «Die Frage ist doch, wie die Mobi­li­tät sich ent­wi­ckelt, ob der Ver­kehr tat­säch­lich abnimmt und ver­schwin­det, wie die West­astgeg­ner glau­ben. Ich bin über­zeugt, dass die Mobi­li­tät andere For­men annimmt.»

Auch Stadt­prä­si­dent Fehr gibt auf Bru­de­rers Frage, ob Biel ein Stau­pro­blem habe, zu: «Die objek­tive Stau­si­tua­tion ist mit der von Basel, Zürich oder Genf nicht ver­gleich­bar.»

Sogar Pro­jekt­lei­ter Ste­fan Graf äus­sert erst­mals öffent­lich Zwei­fel am von der Arbeits­gruppe Stöckli expli­zit gewünsch­ten Anschluss Bienne Centre: «Es lohnt sich, noch­mals ein­ge­hend zu prü­fen, ob es den umstrit­te­nen Anschluss beim Bahn­hof ver­kehr­lich wirk­lich so braucht», sagte er gegen­über der Repu­blik.

Na also. Nun muss in der Poli­tik nur noch die Erkennt­nis durch­set­zen, dass es völ­lig absurd ist, das teu­erste Auto­bahn­stück der Schweiz à tout prix durch­zu­stie­ren.

Es gibt andere, intel­li­gen­tere Lösun­gen. Es ist an der Zeit, dass nicht mehr wei­ter Geld und Ener­gie für den Bau einer Strasse ver­schwen­det wer­den, die nie­mand braucht. Das heisst nicht, nichts tun – im Gegen­teil! Schnei­det man den alten, alles blo­ckie­ren­den West­ast-Zopf end­lich ab, kön­nen tat­säch­lich exis­tie­rende Ver­kehrs­pro­bleme end­lich ange­gan­gen und beho­ben wer­den. So, wie es die Stif­tung Land­schafts­schutz Schweiz bereits vor Mona­ten ange­regt hat: «Die Lösung besteht dann wohl eher in vie­len klei­nen, über die ganze Region ver­teilte Mass­nah­men als über einen pro­me­t­hei­schen Zwangs­akt à la West­ast, der die Stadt Biel nach­hal­tig schä­di­gen würde.»

Will­kom­men Simo­netta Som­ma­ruga im neuen Depar­te­ment! Wir freuen uns auf neue Ideen und fri­sche Ansätze für eine zukunfts­fä­hige und nach­hal­tige Ver­kehrs­po­li­tik…

 


 

25. Novem­ber 2018

NEUE WEGE WAGEN

Das offi­zi­elle A5-West­astpro­jekt ist so gut wie tot. Auch wenn es noch nicht alle wahr­ha­ben wol­len: Die geplante Auto­bahn mit den inner­städ­ti­schen Anschlüs­sen wird nie gebaut wer­den. Was die Befür­wor­ter, die das offi­zi­elle Pro­jekt trotz wach­sen­dem Wider­stand aus der Bevöl­ke­rung durch­drü­cken wol­len, gerne unter­schla­gen:

Gegen das Pro­jekt sind 650 Ein­spra­chen ein­ge­gan­gen. Fach­leute sagen: Der A5-West­ast ist in der vor­lie­gen­den Form nicht bewil­lig­bar. – Aber auch das West­ast-so-bes­ser-Pro­jekt wird nie umge­setzt wer­den. Dies haben sowohl die Behör­den des UVEK wie der Ber­ner Regie­rungs­rat mehr­fach betont.

Höchste Zeit, diese Aus­gangs­lage zu akzep­tie­ren – und neu zu den­ken!

Wer die Region See­land als Gan­zes betrach­tet und Lösun­gen für die Zukunft sucht, dem bie­tet sich nun eine his­to­risch ein­ma­lige Gele­gen­heit für einen gros­sen Wurf: Am 16. Novem­ber hat die «Lands­ge­meinde Zukunft Drei-Seen-Land» in Mur­ten bekräf­tigt, dass eine 3. Jura­ge­wäs­ser­kor­rek­tion im See­land unum­gäng­lich ist, will man die land­wirt­schaft­li­chen Flä­chen im Gros­sen Moos auch künf­tig nut­zen kön­nen.

Denn für die Land­wirt­schafts­ex­per­ten steht fest: Weil der Torf­bo­den lau­fend absackt, braucht es in den kom­men­den Jah­ren umfas­sende Boden­sa­nie­run­gen, sonst wird das Land über kurz oder lang unfrucht­bar. Geschätzte Kos­ten: Min­des­tens 1 Mil­li­arde CHF.

 

Hier kommt eine Idee ins Spiel, die bis­her leicht­fer­tig als Uto­pie und nicht rea­li­sier­bar abqua­li­fi­ziert wurde: Die kleine See­land-Tan­gente – eine im Tage­bau kos­ten­güns­tig zu bau­ende Tun­nel­stre­cke, deren Aus­hub für die Rena­tu­rie­rung der bedroh­ten Böden ein­ge­setzt wer­den kann. Damit hätte man zwei Flie­gen auf einen Schlag:

  • eine unter­ir­di­sche, unsicht­bare Ver­bin­dung zwi­schen dem A5-Ost­ast Biel/Bienne und der A5 in Thielle NE
  • ein land­wirt­schaft­lich sanier­tes Gros­ses Moos, mit gerings­tem Ver­lust an Kul­tur­land.

Kurt Roh­ner, der «Erfin­der» die­ses inter­dis­zi­pli­nä­ren Ansat­zes, war lange Jahre Kreis­pla­ner für das See­land und kennt die Situa­tion wie kaum ein ande­rer. Er ist über­zeugt:

«Das ergibt eine echte Win-win-Situa­tion, die man den Land­wir­ten auch so kom­mu­ni­zie­ren kann. Meine Erfah­rung: Trag­bare und opti­male Lösun­gen fin­den sich nur, wenn alle Betei­lig­ten einen Nut­zen haben und mit­re­den kön­nen. Ich bin der Mei­nung, dass es solch inter­dis­zi­pli­näre Ansätze braucht, die über den Stras­sen­bau hin­aus­wei­sen und Raum­pla­nung, Land- und Forst­wirt­schaft sowie Öko­lo­gie mit­ein­be­zie­hen.»

Jetzt sind bei den poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­gern helle Köpfe gefragt, die das Poten­tial die­ser Lösung erken­nen und es wagen, aus­ser­halb des her­kömm­li­chen Schub­la­den­den­kens Alli­an­zen zu suchen und krea­tive neue Wege zu wagen.

 


 

 

20. Novem­ber 2018

A5-WEST­AST-KOM­PA­NIE:
HALT!

Am 20.11.2018 stand im Ber­ni­schen Gros­sen Rat ein­mal mehr der geplante A5-West­ast durch Biel zur Debatte. Dis­ku­tiert wurde die Motion «man­gel­haf­ter Fak­ten­check», die bereits Anfang Sep­tem­ber von Poli­ti­ke­rIn­nen meh­re­rer Par­teien ein­ge­reicht wor­den war.

Ver­schie­dene Gross­rä­tin­nen und Gross­räte for­der­ten den Abbruch der aktu­el­len Pla­nung. So sagte etwa Mar­tin Aeschli­mann (EVP), das Aus­füh­rungs­pro­jekt sollte in der vor­lie­gen­den Form nicht rea­li­siert wer­den, weil es den Bedürf­nis­sen der heu­ti­gen Zeit nicht gerecht werde. Es brau­che mehr als bloss eine «Art von Gesprächs­the­ra­pie», wie sie der Regie­rungs­rat den Geg­ne­rIn­nen aktu­ell anbiete. Viel­mehr sollte man jetzt den Mut für einen Marsch­halt auf­brin­gen, das Pro­jekt brau­che drin­gend eine Denk­pause.

Audio­file der Debatte

In die glei­che Stoss­rich­tung ziel­ten die Voten von Andrea Zryd, Luc Men­tha, Chris­toph Grupp und Julien Sto­cker. Der Grün­li­be­rale Bie­ler Stadt- und Gross­rat Stadt­rat Sto­cker reichte zudem anfangs Woche eine wei­tere Motion ein, in der er den Rück­zug des Aus­füh­rungs­pro­jekts for­dert. Dies nicht zuletzt mit dem Hin­weis auf die Umfrage im Bie­ler Tag­blatt, wonach gerade noch 21% der Befrag­ten das offi­zi­elle West­astpro­jekt unter­stüt­zen.

Obschon einige SVP- und FDP-Poli­ti­ke­rIn­nen for­der­ten, es müsse nach 50 Jah­ren Pla­nung nun end­lich vor­wärts gehen, zeigte die Debatte eines klar auf: Es braucht jetzt eine Denk­pause, ins­be­son­dere, weil sich die Situa­tion seit dem Fehl­ent­scheid der Arbeits­gruppe Stöckli aus dem Jahr 2012 stark ver­än­dert hat – und vor allem, weil sich die bis­he­ri­gen Ver­kehrs­pro­gno­sen des Kan­tons als falsch erwie­sen haben.

Regie­rungs­prä­si­dent Chris­toph Neu­haus ver­sprach denn auch, einen Bericht, der neue Ver­kehrs­zah­len berück­sich­tigt, nach­zu­lie­fern. Wann dies der Fall sein wird, liess er aller­dings offen: «Aktu­ell ist das Daten­ma­te­rial zu wenig gefes­tigt, da noch nicht alle flan­kie­ren­den Mass­nah­men fer­tig sind. Des­halb muss ich um Geduld bit­ten.»

Er sel­ber aller­dings scheint keine Geduld zu haben und will das offi­zi­elle Pro­jekt wei­ter vor­an­trei­ben – so ver­kün­dete er: «Ein Marsch­halt nützt nichts, wir haben 300 Mil­lio­nen Rück­stel­lun­gen in den Büchern des Kan­tons Bern. Der Bund hat Geld zurück­ge­stellt – das Par­la­ment könnte beschlies­sen, das Geld ander­orts zu gebrau­chen.»

Man müsse dran blei­ben und eine Lösung fin­den, die man in der Region Biel akzep­tie­ren könne, sagte Neu­haus wei­ter und zeigte sich bereit, mit dem ASTRA um die Dimen­sio­nen der inner­städ­ti­schen Ein- und Aus­fahr­ten zu ver­han­deln und sprach auch von mög­li­chen Ver­bes­se­run­gen beim Ver­re­si­us­krei­sel.

Offen­bar hat man in Bern immer noch nicht begrif­fen, dass Kos­me­tik am Aus­füh­rungs­pro­jekt nicht reicht und nicht ziel­füh­rend ist. Die bei­den inner­städ­ti­schen Anschlüsse sind – laut der BT-Umfrage vom Okto­ber – für fast zwei Drit­tel der Bevöl­ke­rung nicht akzep­ta­bel!

Auch wenn Regie­rungs­rat Neu­haus sich einer ganz­heit­li­che­ren Dis­kus­sion über die Ver­kehrs­ent­wick­lung in der Region Biel ver­wei­gert: So oder so gebie­tet die Ver­nunft, jetzt erst ein­mal die «gefes­tig­ten» Resul­tate der Ver­kehrs­er­he­bun­gen abzu­war­ten. Oder spie­len reale Ver­kehrs­ent­wick­lun­gen für die Befür­wor­ter gar keine Rolle, weil es ihnen ein­zig darum geht, das mil­li­ar­den­schwere Bau­pro­jekt durch­zu­pau­ken?

Nun, ver­schie­dene Gross­rä­tIn­nen haben in den letz­ten Wochen und Tagen eine Reihe wei­te­rer Motio­nen gegen den Bie­ler West­ast ein­ge­reicht. Der Marsch­halt ist somit unum­gäng­lich – die Denk­pause bereits ein­ge­lei­tet. Zumal die «Berei­ni­gung» der hän­gi­gen Ein­spra­chen bis vor Bun­des­ge­richt noch Jahre bean­spru­chen wird.

Warum nicht diese Zeit nut­zen, für eine offene Dis­kus­sion und die Suche nach Lösun­gen, die zukunfts­fä­hig sind? Und dann: Ach­tung kehrt, vor­wärts marsch in eine neue Rich­tung!

 


 

 

20. Novem­ber 2018

 KEIN MÄR­CHEN AUS 1001 NACHT :
DER HARUN AL RASCHID AUS BELP

(Ein Regie­rungs­rat erzählt schöne Geschich­ten)

Es sind Mär­chen, die sich die Men­schen in vie­len Kul­tu­ren immer wie­der erzäh­len: Von Köni­gen und Kali­fen, die sich ver­klei­den und uner­kannt unter ihr Volk mischen, um zu hören, was die Unter­ta­nen über den Regen­ten sagen. Im Ber­ner See­land hat sich eine sol­che Geschichte vor kur­zer Zeit tat­säch­lich ereig­net. Es war ein klei­ner König aus dem Ber­ner Regie­rungs­pa­last.

Anläss­lich der Gross­rats-Debatte vom 20. Novem­ber zum A5-Auto­bahn­west­ast legte die­ser Regent, Chris­toph Neu­haus, ein merk­wür­di­ges «Geständ­nis» ab. Er habe sich, so gab er zu Pro­to­koll, am 3. Novem­ber unter die Demons­trie­ren­den in der Stadt Biel gemischt. «Ich war dort, schlecht rasiert, mit Son­nen­brille und Hut, man hat mich nicht erkannt.» – Er hätte bei die­ser Gele­gen­heit nicht nur mit Bie­le­rin­nen und Bie­lern gespro­chen, son­dern auch mit Leu­ten, die mit ihm im Zug von Bern her nach Biel gereist seien. Was die Leute ihm berich­tet haben, hat er aller­dings für sich behal­ten.

Nun fra­gen sich die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger: Warum nur hat sich Regent Neu­haus unkennt­lich gemacht? Im Wis­sen um das Ver­mum­mungs­ver­bot in Arti­kel 20* der Ber­ni­schen Straf­ver­ord­nung. Gerade Neu­haus, der sich sonst volks­nah gibt und keine Berüh­rungs­ängste kennt, wenn es um Begeg­nun­gen mit West­ast-Geg­ne­rin­nen geht, die ihm aller­dings auch noch nie ein Här­lein gekrümmt haben? Warum also, Herr Neu­haus, plötz­lich inko­gnito an die Demo?

Fest steht: Zwei Tage spä­ter, anläss­lich der von Wirt­schafts­krei­sen orga­ni­sier­ten Lobby-Ver­an­stal­tung für die umstrit­tene Auto­bahn zeigte sich der Regent frisch rasiert im Anzug, wie eh und je, ohne Son­nen­brille. Im Rah­men der geschlos­se­nen Gesell­schaft im Volks­haus nahm er, gänz­lich unver­mummt, auf dem Podium Platz und rührte unter zustim­men­dem Applaus die Wer­be­trom­mel für sein Aus­füh­rungs­pro­jekt.

Sieht so der viel­zi­tierte Dia­log mit der Bevöl­ke­rung aus? – Inter­es­sie­ren würde uns ja schon noch, Herr Neu­haus, was Ihre Erkennt­nisse sind, die Sie an die­sem Sams­tag­nach­mit­tag in den Stras­sen von Biel gesam­melt haben. Haben Sie den Men­schen auch rich­tig zuge­hört? Oder hat­ten Sie, nebst Son­nen­brille und Hut – weil Biel so laut war – auch noch Stöp­sel in den Ohren? 

 

* Art. 20 Gesetz über das kan­to­nale Straf­recht

Ver­mum­mungs­ver­bot

Wer sich bei bewil­li­gungs­pflich­ti­gen Ver­samm­lun­gen oder Kund­ge­bun­gen unkennt­lich macht, wird mit Busse bestraft.

2

Die zustän­dige Gemein­de­be­hörde kann Aus­nah­men vom Ver­mum­mungs­ver­bot bewil­li­gen, wenn ach­tens­werte Gründe für eine Unkennt­lich­ma­chung vor­lie­gen.

 

 


 

 

16. Novem­ber 2018

 

ERGEB­NIS­OF­FE­NER (?)
DIA­LOG

Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus for­dert von den West­ast-Geg­ne­rIn­nen einen «ergeb­nis­of­fe­nen Dia­log» – und schliesst fol­gende Ergeb­nisse zum vorn­her­ein aus, indem er die Rah­men­be­din­gun­gen dik­tiert:

A.  Keine Dis­kus­sion über :  Neu­be­ur­tei­lung der Ver­kehrs­pla­nung im See­land auf­grund aktu­el­ler Zukunfts­sze­na­rien – zurück auf Feld 1
 
B.  Keine Dis­kus­sion über : Das Alter­na­tiv­pro­jekt «Kleine See­landt­an­gente»
 
C.  Keine Dis­kus­sion über : Das Alter­na­tiv­pro­jekt «WEST­AST so bes­ser»
 

D.  Keine Dis­kus­sion über :  Vie­les mehr        (in Eigen­re­gie bestimmt vom Chef­dia­lo­gen Neu­haus)

Ergeb­nis­of­fen heisst dem­nach nichts ande­res als: Den Schäf­chen gut zure­den, immer wie­der, bis sie müde sind. Und dann wird das Aus­füh­rungs­pro­jekt wie geplant umge­setzt.

Das wäre dann im End­ef­fekt ein ergeb­nis­lo­ser Dia­log. Warme Luft. Zeit- und Ener­gie­ver­schwen­dung.

Der­weil fin­den sich im heu­ti­gen Bie­ler Tag­blatt gleich vier Leser­briefe, die  einen ech­ten Dia­log for­dern. Vor­aus­set­zung dafür: Die Bereit­schaft auch auf Sei­ten der Behör­den, für einen ech­ten – sprich ergeb­nis­of­fe­nen – Dia­log. – Die Bevöl­ke­rung ist bereit. 

kli­cken und lesen

thumbnail of 20181116_BT_Leserbriefe

 

 


 

16. Novem­ber 2018

ALTE MÄN­NER,
MACHT END­LICH PLATZ!

EIN WEST­AST-TURBO UND SES­SEL­KLE­BER BLO­CKIERT
DIE VER­HIN­DE­RUNG DER A5-SCHNEI­SEN

 

 

thumbnail of StoeckliStoeckli

 

 

Sozi­al­de­mo­kra­ten und Sozi­al­de­mo­kra­tin­nen, die vor­wärts schauen, set­zen  statt­des­sen auf  Mat­thias Aebi­scher (Natio­nal­rat SP Kan­ton Bern. Ein tat­kräf­ti­ger Mann fürs Neue und Prä­si­dent Pro Velo Schweiz). 

 

Oder noch bes­ser: Kath­rin Bert­s­chy (GLP). Klare Ansage: Die sind gegen den West­ast.

Posi­ti­ons­pa­pier der GLP zum Ver­kehr – Con­tra A5-West­ast

 


 

12. Novem­ber 2018

PANIK AUF DER
KOM­MAN­DO­BRÜ­CKE

Es sieht nicht gut aus, für die Pro­mo­to­ren des A‑5-West­asts. Nur noch 21% der Bevöl­ke­rung ste­hen laut Umfrage hin­ter dem Auto­bahn­teil­stück mit zwei Anschluss­schnei­sen mit­ten in der Stadt Biel. Mit einer der­art gerin­gen Unter­stüt­zung in der Region ist das anti­quierte Auto­bahn­pro­jekt defi­ni­tiv vom Tisch.

Weit gefehlt! Das klare Umfra­ge­re­sul­tat ist für harte Bär­ner Gringe und Ewig­gest­rige genauso wenig ein Grund über die Bücher zu gehen, wie all die Fak­ten und Argu­mente, die klar gegen das A5-West­astpro­jekt spre­chen.

Im Gegen­teil: Mit der Lobby-Ver­an­stal­tung vom letz­ten Mon­tag erfolgte von Sei­ten der regio­na­len Wirt­schafts­ver­bände der Start­schuss zu einem erneu­ten Anlauf, das offi­zi­elle Pro­jekt doch noch durch­zu­bo­xen. Mit einem neuen Komi­tee, einem neuen Web-Auf­tritt, einer neuen FB-Site und – man glaubt es kaum: Mit einer neuen Peti­tion!

Nun, wenn die Ber­ner Wirt­schafts­ver­bände glau­ben, gut zu geschäf­ten, indem sie eine Mil­lio­nen-Kam­pa­gne für ein tot­ge­sag­tes Pro­jekt lan­cie­ren, ist das ihre Sache. Was aber gar nicht geht, ist deren aktive Unter­stüt­zung durch Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus!

Er hat nicht nur, zusam­men mit ASTRA-Direk­tor Jürg Röth­lis­ber­ger, an der Lobby-Ver­an­stal­tung der Wirt­schafts­ver­bände für den offi­zi­el­len West­ast gewor­ben, son­dern pos­tet auch den Auf­ruf zur Peti­tion auf sei­ner Face­book-Site!

Einer­seits lädt der Ber­ner Regie­rungs­prä­si­dent alle Par­teien immer wie­der zu einem «ergeb­nis­of­fe­nen Dia­log ein», stellt aber gleich­zei­tig klar, dass es keine wei­te­ren Vari­an­ten­dis­kus­sio­nen geben werde – und schwingt die Wer­be­trom­mel für die PR-Initia­tive der Wirt­schafts­ver­bände.

Was gilt nun? – Wider­sprüch­li­che Bot­schaf­ten sind nicht för­der­lich für einen Dia­log, sie stif­ten bloss Ver­wir­rung. – Die Bevöl­ke­rung in der Region Biel hat bewie­sen, dass sie sich nicht für dumm ver­kau­fen lässt. Diese Bot­schaft ist offen­bar im Büro Neu­haus immer noch nicht ange­kom­men.

 


12. Novem­ber 2018

NUR MAGERE 21% FÜR GEPLAN­TEN WEST­AST!

Eine über­wäl­ti­gende Mehr­heit von 65 Pro­zent der Bevöl­ke­rung in der Region Biel lehnt das offi­zi­elle Auto­bahn­pro­jekt ab. Dies zeigt eine Umfrage, die im Okto­ber vom Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tut Demo­scope im Auf­trag der Gass­mann Medien durch­ge­führt wor­den ist. Dem­nach befür­wor­ten gerade mal 21 Pro­zent der Befrag­ten den Bau der A5-Westastau­to­bahn mit den inner­städ­ti­schen Anschlüs­sen,  14 Pro­zent gaben keine Ant­wort. 

Lei­der wurde bei der Fra­ge­stel­lung ein­mal mehr nur zwi­schen dem offi­zi­el­len und dem alter­na­ti­ven West­astpro­jekt unter­schie­den. Andere, rea­lis­ti­sche Lösun­gen, wie sie etwa Rai­mund Rode­wald von der Stif­tung Land­schafts­schutz ins Gespräch brachte,  wur­den nicht berück­sich­tigt.

An einem nicht-öffent­li­chen Lobby-Anlass der see­län­di­schen Wirt­schafts­kam­mer mit dem kan­to­na­len Han­dels- und Indus­trie­ver­ein hat man die aktu­el­len und für West­ast-Befür­wor­ter erschre­cken­den Zah­len vor­ge­stellt.  Am 13. Novem­ber prä­sen­tierte das Bie­ler Tag­blatt dazu eine Son­der­bei­lage (zah­lungs­pflich­tig!). 

Diese ent­hält unter ande­rem ein gros­ses Inter­view mit dem Bie­ler Stadt­prä­si­den­ten Erich Fehr, der zur Umfrage sagt: «Es ist ein deut­li­ches Resul­tat, dar­über bin ich froh.» Wei­ter macht er deut­lich: «Das Aus­füh­rungs­pro­jekt kann nicht wie vor­ge­se­hen durch­ge­zo­gen wer­den.» Er erachte es nicht als sinn­voll, die­ses durch­zu­drü­cken.

Genau dies haben sich aber die Wirt­schafts­ver­bände der Region zum Ziel gesetzt: Sie kün­dig­ten eine Gross­of­fen­sive an mit der Bil­dung eines neuen Pro-Komi­tees an, «um dem offi­zi­el­len A5-West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt defi­ni­tiv zum Durch­bruch zu ver­hel­fen.»  

Auch Regie­rungs­prä­si­dent Chris­toph Neu­haus stellte sich ein­mal mehr hin­ter das offi­zi­elle Pro­jekt und will die­sem künf­tig mit «bes­se­rer Kom­mu­ni­ka­tion» zu mehr Akzep­tanz ver­hel­fen. Wie ASTRA-Direk­tor Röth­lis­ber­ger hält auch Neu­haus daran fest, dass es keine wei­te­ren Vari­an­ten-Dis­kus­sio­nen geben werde: Ent­we­der das offi­zi­elle Pro­jekt – oder kei­nen A5-West­ast.

Aller­dings unter­stüt­zen längst nicht alle Unter­neh­me­rIn­nen das anti­quierte Stadt­au­to­bahn­pro­jekt. So sagte etwa Hans-Ulrich Gygax, Grün­der und lang­jäh­ri­ger Chef des Bie­ler Mode­hau­ses «Bijou les Bou­ti­ques», gegen­über dem BT, es sei «den Leu­ten Sand in die Augen gestreut», wenn man behaupte, dass die geplan­ten Anschlüsse zu einer Ver­kehrs­ent­las­tung füh­ren wür­den.

Auch die gros­sen wirt­schaft­li­chen Player der Region stel­len sich offen­bar nicht hin­ter die Promo-Initia­tive für das offi­zi­elle West­astpro­jekt. Auf Anfrage des BT erklärte z.B. die Swatch: «Wir äus­sern uns nicht zu Pro­jek­ten, die den Hori­zont von 30 Jah­ren über­schrei­ten.» Und die UBS, die in Biel künf­tig ein Ser­vice-Cen­ter mit rund 600 Mit­ar­bei­te­rIn­nen betreibt, liess ver­lau­ten, die meis­ten ihrer Mit­ar­bei­te­rIn­nen wür­den mit dem öV anrei­sen.

Wer die genauen Umfrage-Resul­tate erfah­ren und die Stel­lung­nah­men lesen will, muss das Bie­ler Tag­blatt kau­fen – am Kiosk oder für CHF 2.20 online einen Tages­pass erwer­ben…

 

 


 

05. Novem­ber 2018

 STATT VARI­AN­TEN­STREIT:
 ZIELE FOR­MU­LIE­REN

5000 Leute – quer durch die Bevöl­ke­rung. Die ein­drück­li­che Demo vom 3. Novem­ber 2018 in Biel zeigt: Der Wider­stand gegen die A5-Westastau­to­bahn wächst wei­ter. Dies nicht zuletzt, weil immer mehr Men­schen sich über das Mons­ter­pro­jekt und seine Aus­wir­kun­gen infor­mie­ren. Und weil man heute weiss: Es gibt Alter­na­ti­ven!

Einer, der schon vor lan­ger Zeit einen Alter­na­tiv­vor­schlag aus­ge­ar­bei­tet hat, ist der Bie­ler Pro­jekt­ent­wick­ler und Raum­pla­ner Didier Bar­det. Sein Pro­jekt «WestAstAn­ders» hat er vor bald zwei Jah­ren prä­sen­tiert – bei den Behör­den stellte man sich aber taub. – Das hat sich nun geän­dert: Letzte Woche konnte er seine Ideen beim Tief­bau­amt in Bern vor­stel­len. End­lich!

Nach Jah­ren der Gesprächs­ver­wei­ge­rung von Sei­ten der poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen, ist in den letz­ten Mona­ten end­lich Bewe­gung in die West­ast-Geschichte gekom­men. Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus, der das bri­sante West­ast-Dos­sier von sei­ner Vor­gän­ge­rin Bar­bara Egger geerbt hat, ist offe­ner als seine Vor­gän­ge­rin. Auf die 5000 Teil­neh­me­rIn­nen an der Demons­tra­tion ange­spro­chen, sagte er gegen­über dem «Bund», «er könne die Vor­würfe der Geg­ner teil­weise nach­voll­zie­hen».

Mehr noch: Nach­dem es beim Kan­ton bis­her immer geheis­sen hatte, wei­tere Vari­an­ten­prü­fun­gen sei­nen nicht mög­lich, schlägt Neu­haus nun neue Töne an und sagt, «er könne sich durch­aus vor­stel­len, nach der nächs­ten Sit­zung der Behör­den­de­le­ga­tion mit den Geg­nern zusam­men­zu­sit­zen, um eine ’externe Beur­tei­lung’ des Pro­jekts fest­zu­le­gen.»

Das klingt alles immer noch sehr vage. Doch viel­leicht hel­fen ja Didier Bar­dets Ideen? Denn über sei­nen Pro­jekt­vor­schlag hin­aus, hat er sich Gedan­ken gemacht, wie man aus der ver­fah­re­nen Situa­tion her­aus und wei­ter kom­men könnte. In einem Brief, den er Ende Okto­ber an alle invol­vier­ten Inter­es­sen­grup­pen und Behör­den geschickt hat, zeigt er auf, wes­halb es falsch ist, ver­schie­dene Vari­an­ten gegen­ein­an­der aus­zu­spie­len.

Sol­che Ver­glei­che wür­den – wie das Bei­spiel des «Fak­ten­checks» zwi­schen dem offi­zi­el­len und dem WASN-West­astpro­jekt gezeigt habe – auf ein Kräf­te­mes­sen mit einem Gewin­ner und einem Ver­lie­rer hin­aus­lau­fen. Damit ris­kiere man ein voll­stän­di­ges Schei­tern, führt Bar­det wei­ter aus und for­dert, dass man künf­tig nicht mehr Vari­an­ten ver­tei­digt, son­dern Ziele for­mu­liert und diese ins Zen­trum stellt.

Ein ver­nünf­ti­ger Rat­schlag. Viel­leicht würde es unter die­sen Vor­zei­chen auch dem Bie­ler Gemein­de­rat leich­ter fal­len, den längst über­fäl­li­gen Ent­scheid pro oder kon­tra West­ast end­lich zu tref­fen und die ver­kehrs­po­li­ti­schen Ziel­set­zun­gen der Stadt Biel pro­ak­tiv fest­zu­le­gen.

Als ver­nünf­tige Ziel­set­zun­gen nennt Didier Bar­det:

  • die Limi­tie­rung des moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehrs
  • bes­sere Bedin­gun­gen für den Fahr­rad- und Fuss­ver­kehr
  • die Ent­las­tung der Quar­tiere vom moto­ri­sier­ten Ver­kehr.

Wie diese Ziele zu errei­chen sind, dar­über braucht es eine breite Dis­kus­sion. Diese setzt aber vor­aus, dass alle Ziel­set­zun­gen gleich­wer­tig zur Debatte ste­hen – ohne Wenn und Aber.  Die Gewich­tung und die Umset­zung muss im Dia­log mit der Bevöl­ke­rung und nicht im Rat­haus­käm­mer­lein erfol­gen.

 

 


 

03. Novem­ber 2018

BIEL GEWINNT!
A5-WEST­AST AUF DER
VER­LIE­RER­STRASSE

Das Video zur Demo… 

HIER KLI­CKEN

 


 

DER WIDER­STAND WÄCHSTUNAUF­HALT­SAM

Doch einer hat gefehlt…

 

 

«STOP WEST­AST» – «AXE OUEST – C’EST LA PESTE» – «AUTO­BAHN NO PASA­RAN». Die Bot­schaft war deut­lich: Die Men­schen, die am 3. Novem­ber in Biel auf die Strasse gin­gen, wol­len keine Auto­bahn im Zen­trum der Stadt! Und es waren viele – deut­lich mehr noch als im Sep­tem­ber 2017 an der ers­ten Demo «Biel wird laut» – dies­mal sind es laut SRF Tages­schau oder Tele­Bärn gegen 5000 gewe­sen.

Und wich­tig: Es war ein Quer­schnitt der gesam­ten Bevöl­ke­rung ver­tre­ten: Jung und Alt, Fami­lien mit Kin­dern, Grup­pen von Jugend­li­chen aus Biel und der Umge­bung. Sogar ein paar Unter­stüt­ze­rIn­nen, die von St. Gal­len, Zürich, Luzern oder Bern ange­reist waren. Ein Demons­trant trug gar ein Schild mit der Auf­schrift «BERN gegen den West­ast» mit sich…

Auch wenn einige Medien jetzt ver­brei­ten, dass die West­ast-Geg­ne­rIn­nen, die ges­tern auf die Strasse gin­gen, anstelle des Aus­füh­rungs­pro­jekts mit den inner­städ­ti­schen Anschlüs­sen einen durch­ge­hen­den West­ast-Tun­nel woll­ten – an der Demo sel­ber war davon keine Rede! Ein Beob­ach­ter stellte fest: «Nie­mand hat für den ‹WEST­AST so bes­ser› gewor­ben!» In Biel ist man längst einen Schritt wei­ter: West­ast STOPP heisst die Devise, und ALLE Vari­an­ten auf den Tisch – auch eine Null­va­ri­ante.

Es gibt inno­va­ti­vere, kos­ten­güns­ti­gere und vor allem ziel­füh­ren­dere Lösun­gen als den Bau von Auto­bah­nen durch die Stadt oder unter der Stadt hin­durch. «Mehr Beton oder mehr Grün?» stand auf einem Trans­pa­rent. Seine Trä­ge­rin führte einen Strauss Schilf­halme mit – eines von vie­len fei­nen aber kla­ren Voten im lau­ten Spek­ta­kel gegen den West­ast.

Ivo Thal­mann wies als Spre­chers des Komi­tees «West­ast so nicht!» unter lau­tem Applaus der Anwe­sen­den dar­auf hin, dass es sich beim vor­lie­gen­den Auto­bahn­pro­jekt um eine längst über­holte Pla­nung «aus den 1950er Jah­ren» handle. Er for­derte den Abbruch des Mons­ter­pro­jekts, das «von alten Män­nern erar­bei­tet und beschlos­sen wurde. Die Pla­nung der Zukunft, sagte er, gehöre in die Hände der Jun­gen. Und die hät­ten andere Ideen. Erneut ein Rie­sen­ap­plaus.

Wei­tere Ein­drü­cke, hier kli­cken:

LEO’S DEMOGA­LE­RIE

 

 


 

2. Novem­ber 2018

LOB­BY­ING
PRO A5-WEST­AST

Die Kri­tik an der geplan­ten West­ast-Auto­bahn reisst nicht ab – zu Recht. Das Bau­pro­jekt ist weder stadt‑, noch umwelt­ver­träg­lich, zudem ver­al­tet, zu teuer und unnö­tig…

Eigent­lich gebie­tet die Ver­nunft längst, diese mons­tröse Übung abzu­bre­chen, wie dies u.a. die Stif­tung Land­schafts­schutz Schweiz kürz­lich gefor­dert hat. Jüngs­tes Bei­spiel sind die Ende Okto­ber 2018 publik gewor­de­nen Zah­len zur Ver­kehrs­ent­wick­lung seit der Eröff­nung des A5-Ost­asts: Sie zei­gen, dass Bund und Kan­ton mit ihren Ver­kehrs­pro­gno­sen völ­lig dane­ben lagen. Wer heute die Ver­kehrs­si­tua­tion in der Region Biel nüch­tern ana­ly­siert kommt zum Schluss: Der geplante West­ast ist defi­ni­tiv das fal­sche Mit­tel, um reale und behaup­tete Ver­kehrs­pro­bleme der Region zu bekämp­fen.

Doch lei­der sind nüch­terne Betrach­tun­gen, die zukunfts­fä­hige Lösun­gen ins Zen­trum stel­len, nicht jeder­manns Sache. Die Gemein­de­räte von Nidau, Ipsach und Port etwa lies­sen in den letz­ten Wochen ver­lau­ten, sie stün­den hin­ter dem West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt und hoff­ten auf eine rasche Umset­zung.

thumbnail of Einladung_Wirtschaftskammer

Auch die Wirt­schafts­ver­bände sind eif­rig am Lob­by­ie­ren. So lud etwa die Wirt­schafts­kam­mer Biel-Bienne-See­land, zusam­men mit dem Han­dels- und Indus­trie­ver­ein des Kan­tons Bern ihre Mit­glie­der für den 12. Novem­ber ins Bie­ler Volks­haus. Thema der Ver­an­stal­tung: «Der A5-West­ast – wich­tige Vor­aus­set­zung für die Wirt­schaft.»

Als Refe­ren­ten waren ASTRA-Direk­tor Jürg Röth­lis­ber­ger und Bau­di­rek­tor Chris­toph Neu­haus ein­ge­la­den. Ein Input­re­fe­rat mit dem Titel «Der Puls der regio­na­len Wirt­schaft» wurde vom Bie­ler Tagblatt/Le Jour­nal du Jura prä­sen­tiert, die als Medi­en­part­ner der Ver­an­stal­tung fun­gie­ren.

Zwei Wochen spä­ter folgt dann eine zweite Ver­an­stal­tung – auf der Web­seite der Wirt­schafts­kam­mer als «Input Anlass für die Gemein­den» ange­kün­digt. Dem Ver­neh­men nach wird Regie­rungs­rat Neu­haus auch dort mit von der Par­tie sein. Ob er in sei­nen Refe­ra­ten auch die Argu­mente gegen das Aus­füh­rungs­pro­jekt, wie etwa  die aktu­ells­ten Ver­kehrs­zah­len, dar­le­gen  wird?

Wohl kaum. Denn die Stoss­rich­tung der Lob­by­is­ten ist klar: Sie wol­len den West­ast, um jeden Preis und mög­lichst subito. Sie neh­men die stadt­zer­stö­ren­den Anschlüsse mit­ten in der Stadt in Kauf. Haupt­sa­che Auto­bahn… Dies mit Unter­stüt­zung der Exe­ku­ti­ven der Agglo­me­ra­ti­ons­ge­mein­den. Aller­dings: Auch in Port, Nidau, Ipsach oder Aar­berg gibt es Wider­stand gegen den geplan­ten West­ast. Nur wer­den diese Stim­men nicht gehört, wie auch die West­ast-Geg­ne­rIn­nen in Biel von ihren poli­ti­schen Ver­tre­te­rIn­nen lange nicht gehört wor­den sind.

Umso wich­ti­ger, dass auch die West­ast-Geg­ne­rIn­nen in den umlie­gen­den Gemein­den laut wer­den! Eine Gele­gen­heit bie­tet sich nächs­ten Sams­tag, 3. Novem­ber an der gros­sen Demo:  Alle West­ast-Geg­ne­rIn­nen aus dem gan­zen See­land erhe­ben ihre Stim­men und signa­li­sie­ren ihren Behör­den und dem Kan­ton: STOPP WEST­AST!

 

Kom­men­tar von Denis Ros­sel auf FB:

 


 

1. Novem­ber 2018

DAS NEUSTE ZUR
GROS­SEN DEMO

 

Im Bie­ler Tag­blatt sorgt das Gross­ereig­nis vom kom­men­den Sams­tag bereits heute für Schlag­zei­len. Nebst den Demo-Orga­ni­sa­to­rin­nen von «Biel wird laut» kommt auch West­ast-Pro­mo­tor Peter Moser zu Wort, der nach wie vor behaup­tet, ein Ver­zicht auf den West­ast «würde die Wirt­schaft und die Stadt­ent­wick­lung zurück­wer­fen.» Inwie­fern führt er lei­der nicht aus. Span­nend wäre gewe­sen zu lesen, was er zu den vom Ver­ein Seeland.biel/bienne erho­be­nen Ver­kehrs­zah­len meint, die letzte Woche publik wur­den…

Wei­ter berich­tet das BT, wes­halb in den Bus­sen der Bie­ler Ver­kehrs­be­triebe keine Video­clips mit Hin­weis auf die Demo abge­spielt wer­den: Die VB haben drei vom Komi­tee West­ast so nicht! ange­fer­tigte Clips zurück­ge­wie­sen – aus Angst vor poli­ti­scher Wer­bung…

 

thumbnail of 20181030_BT_Artikel

 

Kli­cken und lesen

 

 


 

 

1. Okto­ber 2018

«HÜT SI MIR HAUT SCHLÖIER»

Im  Bie­ler Tag­blatt vom 1.10.2018 wie­der zwei Leser­briefe, die einen Abschied von der West­ast-Sack­gass­pla­nung for­dern. So schreibt etwa Hel­mut Fuh­rer aus Mei­nis­berg: «Manch­mal darf und muss man frü­here Ent­scheide in Frage stel­len, umso mehr, wenn diese nicht mehr zeit­ge­mäss sind. Nach der Rea­li­sie­rung des Ost­asts braucht es den West­ast defi­ni­tiv nicht (auch nicht den «West­ast so bes­ser»)! – Und Françoise Ver­rey Bass aus Biel fragt: «Aber ist eine West­um­fah­rung über­haupt nötig, in Anbe­tracht der wahr­schein­li­chen Zukunft ohne die Ver­kehrs­pro­bleme von heute, weil es den Auto­ver­kehr so wie heute nicht mehr geben wird?»

Diese Leser­briefe zei­gen ein­mal mehr: Die Parole der Stunde heisst: Stop West­ast – es braucht drin­gend eine neue Situa­ti­ons­ana­lyse. Erst danach kann man ernst­haft dar­über dis­ku­tie­ren, wel­che Ver­kehrs­len­kungs­mass­nah­men in der Region Biel nötig und zukunfts­fä­hig sind.

 

thumbnail of 20181001_BT_LBBie­ler Tag­blatt, 1.10.2018

 

 

 

26. Sep­tem­ber 2018

MUT ZUR VER­NUNFT!

In der Aus­gabe der Wochen­zei­tung Biel-Bienne vom 26.9.2018 erhält Gil­bert Hürsch,  Geschäfts­füh­rer der Wirt­schafts­kam­mer Biel-See­land, eine Platt­form. Er nutzt sie, um über die lau­ten West­astgeg­ne­rIn­nen zu schimp­fen, über die sei­ner Mei­nung nach ein­sei­tige Medi­en­be­richt­erstat­tung, und er ver­un­glimpft dabei gleich noch all jene, die sich – zeit­ge­mäss – für eine Reduk­tion des Moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehrs stark machen.

Eine selt­same Hal­tung, für einen Wirt­schafts-Pro­mo­tor, der es eigent­lich bes­ser wis­sen sollte: Die Zukunft gehört nicht den Ewig­gest­ri­gen! Wer die Region Biel-See­land wirk­lich vor­wärts brin­gen will, sollte bes­ser auf die Zei­chen der Zeit ach­ten. Und sich SOFORT von längst über­hol­ten Ansät­zen und ver­al­te­ten Pro­jek­ten ver­ab­schie­den.

Zum Glück wer­den die Stim­men, die Ver­nunft und zukunfts­fä­hige Ver­kehrs­pla­nung ein­füh­ren, immer mehr und lau­ter! Ver­nünf­tig ist, so Fred Rohr­bach im  Bie­ler Tag­blatt vom 26.9.2018, wenn man sich vor einer Inves­ti­tion fragt: «Ist sie nötig, und wenn ja, warum?» – Des­halb habe er sich die West­ast-Pro­ble­ma­tik genauer ange­schaut und ist die West­ast-Stre­cke abge­fah­ren.

Seine Beob­ach­tun­gen: «Über 100 Ampeln, Fuss­gän­ger­strei­fen und Bus­hal­te­stel­len auf der Fahr­bahn sor­gen für Stress, Ärger und gewoll­ten Stau min­des­tens am Abend, damit auch  jedem klar wird: Es braucht den West­ast und die 2,2 Mil­li­ar­den Fran­ken! Tags­über kaum Ver­kehr!

Wenn man also sämt­li­che Ampeln abmon­tie­ren und Krei­sel bauen würde, eine Unter­füh­rung bei der BTI-Bahn auf die Bern­strasse, beim Gym­na­sium und bei der Schnei­der­strasse eine Unter­füh­rung für Fuss­gän­ger sowie die Bad­haus­strase unter die Länd­te­strasse füh­ren würde, dann wären da kaum mehr Staus zu sehen.» 

Sein Fazit: «Es braucht kei­nen West­ast! Es braucht nur Mut zur Ver­nunft!»

Eine Lek­türe, die Herrn Hürsch sehr zu emp­feh­len ist! – Hier der voll­stän­dige Leser­brief:

thumbnail of 20180926_BT_Rohrbach

kli­cken und lesen

 

 


 

24. Sep­tem­ber 2018

DAS LANGE WAR­TEN AUF DEN BIE­LER GEMEIN­DE­RAT

Zwei wei­tere Leser­briefe im Bie­ler Tag­blatt vom 24. Sep­tem­ber wei­sen erneut in die rich­tige Rich­tung: Es ist höchste Zeit, unter die aktu­elle West­ast-Pla­nung einen Schluss­strich zu zie­hen. – Gefragt ist nun end­lich ein muti­ger Schritt der Bie­ler Stadt­re­gie­rung, die Abstand nimmt von der Fehl­pla­nung ihrer Vor­gän­ger. – Unglaub­lich aber wahr: Mehr als zwei Wochen sind ver­gan­gen, seit dem Gespräch der Bie­ler Gemein­de­rats­de­le­ga­tion mit dem Ber­ner Regie­rungs­prä­si­den­ten Chris­toph Neu­haus. Und noch immer schweigt sie.

 

 

thumbnail of 20180924_BT_LB

 

 

 


 

21. Sep­tem­ber 2018

VON DER AUTO-
ZUR VELO­STADT

Ist Biel nun eine Auto- oder eine Velo­stadt? – Gestützt auf Sta­tis­ti­ken, die besa­gen, dass die Auto­di­chte in Biel über­durch­schnitt­lich hoch sei, stellte Regie­rungs­rat Neu­haus in den letz­ten Wochen wie­der­holt fest: «Biel ist eine Auto­stadt».

«Nein», sagte am 17. Sep­tem­ber 2018 ein Besu­cher der West­ast-Info­ver­an­stal­tung in Nidau. Biel sei eine Velo­stadt. Denn die Zei­ten, als in Biel Autos mon­tiert wur­den seien längst vor­bei. Velos hin­ge­gen wür­den auch heute noch gebaut. Zudem – dar­über herrscht weit­herum Einig­keit – ist die Region Biel eigent­lich prä­de­sti­niert, fürs Velo­fah­ren. Was es jedoch drin­gend bräuchte, auch dar­über sind sich zumin­dest Velo­fah­rende einig, sind sichere Velo­wege, die die­sen Namen auch ver­die­nen.

Im Bie­ler Tag­blatt vom 21. Sep­tem­ber befas­sen sich gleich zwei Leser­briefe mit Fra­gen zur Mobi­li­tät in der Region Biel.

Theo Hofer erwähnt in sei­nem Leser­brief über das Velo-Poten­zial in und um Biel eine schöne Geschichte – die hof­fent­lich Schule macht: «Ein Bekann­ter von mir wohnt in Alfer­mée und arbei­tet in Brügg. Er brachte sein Auto für den Ser­vice in eine Garage in Brügg. lei­der stand kein Ersatz­fahr­zeug zur Ver­fü­gung. Der Gara­gist bot ihm ein E‑Bike an. Zu sei­nem Erstau­nen kam er 20 Minu­ten frü­her zu Hause an und war erst noch guter Dinge. Der Arbeits­weg wurde ent­las­ten­der. Er ent­schied sich zum Kauf eines E‑Bikes.»

Auch Eva Schnei­ter-Krat­ti­ger, alt Gemein­de­prä­si­den­tin von Bell­mund, hat in die Tas­ten gegrif­fen. Sie weist in ihrem Leser­brief auf die Kli­ma­er­wär­mung hin, und dar­auf, dass sich auch die Schweiz zur CO2-Reduk­tion ver­pflich­tet habe. In Bezug auf den West­ast stellt sie des­halb die Frage: «Ist es unter die­sen Umstän­den rich­tig, die­ses Pro­jekt zu rea­li­sie­ren, wel­ches in aller­ers­ter Linie die Bedürf­nisse des moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehrs befrie­digt? Ein Pro­jekt, wel­ches ins­be­son­dere mit dem Anschluss Bienne Centre gera­dezu eine Ein­la­dung schafft, um mit dem Auto bis mit­ten in die Stadt hin­ein zu fah­ren?»

thumbnail of 20180921_BT

 

 


 

 

19. Sep­tem­ber 2018

ENGA­GIERTE BÜR­GE­RIN­NEN
SCHWEI­GEN­DER GEMEIN­DE­RAT

Auch am 19. Sep­tem­ber 2018 wie­der vier Leser­briefe im Bie­ler Tag­blatt von enga­gier­ten Bie­le­rin­nen und Bie­lern gegen die A5-Westastau­to­bahn . Immer drän­gen­der wer­den die Stim­men, die for­dern, dass Biel vor die­ser dro­hen­den Bau­stelle, vor den stadt­zer­stö­ren­den Auto­bahn­lö­chern und dem aus der Zeit gefal­le­nen Pro­jekt ver­schont bleibt. Doch der Bie­ler Gemein­de­rat schweigt wei­ter­hin beharr­lich…

Wie lange noch? – Die Bie­ler Bür­ge­rin­nen und Bür­ger war­ten schon viel zu lange auf eine klare Stel­lung­nahme ihrer Regie­rung zuguns­ten ihrer Stadt!

 

 


17. Sep­tem­ber 2018

HEUTE IN NIDAU:

NOCH EIN­MAL DIE
GLEI­CHE SHOW?

Das Tief­bau­amt des Kan­tons Bern lädt für heute Abend, 17. Sep­tem­ber ab 18 Uhr die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger der Region noch ein­mal zu einem «offe­nen Gespräch» in die Aula des Weid­teile-Schul­hau­ses an der Lyss-Strasse 34 ein.

Zu erwar­ten ist eine erneute Pro­pa­ganda-Ver­an­stal­tung für das West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt, wie wir es bereits letz­ten Don­ners­tag in Biel erlebt haben: Die Bau­her­ren vom Kan­ton und die von ihnen enga­gier­ten Exper­ten beschränk­ten sich an die­sem Anlass dar­auf, jeg­li­che noch so fun­dier­ten Gegen­ar­gu­mente klein­zu­re­den oder ins Lächer­li­che zu zie­hen.

Hat man beim Kan­ton immer noch nicht gemerkt, dass sich die See­län­de­rIn­nen nicht für dumm ver­kau­fen las­sen? Und dass die West­astgeg­ne­rIn­nen keine Kra­wall­brü­der und
‑schwes­tern sind, son­dern Men­schen, die mit viel Enga­ge­ment und Know-how argu­men­tie­ren und sich für ihre Stadt und Region ein­set­zen?

Des­halb: Heute kann die Poli­zei getrost zuhause blei­ben. Regie­rungs­rat Neu­haus und seine Man­nen haben noch ein­mal eine Chance, sich auf eine echte Dis­kus­sion ein­zu­las­sen. Seine Regie­rungs­rats­kol­le­gin Evi Alle­mann etwa sagt dazu im BT-Sams­tags-Inter­view: «Wir dür­fen bei so gros­sen Bau­vor­ha­ben nicht allzu schnell eine Ent­schei­dung tref­fen, ohne die ver­schie­de­nen Mög­lich­kei­ten aus­ge­lo­tet zu haben. Heute weiss man: Ver­kehrs­ent­wick­lung kann man nicht los­ge­löst von der Sied­lungs­ent­wick­lung betrach­ten. Und die West­astpla­nung ist ja bereits sehr alt. Wenn die aktu­elle Polit­ge­nera­tion in Biel fin­det, es gibt zusätz­li­che Mög­lich­kei­ten, die man damit ver­knüp­fen kann, darf man da nicht die Augen ver­schlies­sen, nur weil ursprüng­lich etwas ande­res vor­ge­se­hen war.»

Zwei Fak­to­ren müs­sen dabei berück­sich­tigt wer­den: Ers­tens haben sich die Vor­aus­set­zun­gen und Ziel­set­zun­gen betref­fend Raum­pla­nung und Mobi­li­täts­ent­wick­lun­gen in den letz­ten Jah­ren stark ver­än­dert. Diese neuen wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nisse müs­sen in die Pla­nung ein­flies­sen. Und zwei­tens hat sich die Situa­tion in der Region ver­än­dert. 

Fort­schritt heisst nicht, ein­fach  fort­fah­ren und «den Weg zu Ende gehen». Fort­schritt heisst den­ken beim Len­ken. Des­halb braucht es aktu­ell vor allem: MEHR MOBI­LI­TÄT IM KOPF!  Und Herr Neu­haus: Neh­men Sie sich bitte ein paar Minu­ten Zeit und lesen Sie das Bie­ler Tag­blatt, als Vor­be­rei­tung auf den heu­ti­gen Abend! Es kom­men Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die über Alter­na­ti­ven zur aktu­el­len Pla­nung dis­ku­tie­ren möch­ten!

 

thumbnail of 10 PUNKTE

PDF zum Aus­dru­cken

 

 


 

12. Sep­tem­ber 2018

KLAR­GE­STELLT:


KAN­TON BERN UND BIEL
WOLL­TEN DEN A5-WEST­ASTGILT DAS HEUTE NOCH?

«Schon damals kein Freund der Anschlüsse» zitiert das heu­tige Bie­ler Tag­blatt alt Bun­des­rat Moritz Leu­en­ber­ger, der sich gegen­über dem BT erst­mals öffent­lich gegen das aktu­el­len Aus­füh­rungs­pro­jekts aus­spricht. Hier der voll­stän­dige Arti­kel:

thumbnail of 20180912_BT_Leuenberger

Zur Erin­ne­rung: 1997 hatte der Bun­des­rat das dama­lige Aus­füh­rungs­pro­jekt für den A5-West­ast zurück. «Zu teuer, zu mas­sive Ein­griffe in die städ­ti­sche Grün­zone und Zusatz­kos­ten von rund einer Mil­li­arde Fran­ken infolge wei­te­rer Tun­nel­be­geh­ren am Nord­ufer des Bie­ler­sees,» lau­tete die Begrün­dung. Der dama­lige Ver­kehrs­mi­nis­ter Moritz Leu­en­ber­ger ord­nete des­halb eine Mach­bar­keits­stu­die für Alter­na­ti­ven zum West­ast-Pro­jekt an. Ins­be­son­dere auch, weil er die «Stras­sen­füh­rung ent­lang dem Ufer von Lig­erz» als Feh­ler taxierte.

WEI­TER­LE­SEN:

Wes­halb der Schrift­stel­ler Jörg Stei­ner Bun­des­rat Moritz Leu­en­ber­ger anno 1997 einen Brief schrieb, der bis heute Gül­tig­keit hat…

 

 


 

 

Herbst 2018

DER WEST­AST
VON STRAS­BOURG

 

Idyl­li­sche Ver­hält­nisse für Fuss­gän­ge­rIn­nen und Velo­fah­rende in der Innen­stadt von Stras­bourg – dank klu­ger Len­kung. Die Belie­fe­rung von Geschäf­ten erfolgt mit Trans­port-Fahr­rä­dern, Fuss­gän­ge­rIn­nen haben Vor­tritt, Autos ver­ir­ren sich sel­ten ins Zen­trum…

Doch auch in der Region Stras­bourg droht ein West­ast: Wer auf dem Rad­weg dem idyl­lisch gele­ge­nen Kanal de la Bru­che ent­lang nach Stras­bourg fährt, trifft unver­mit­telt auf Trans­pa­rente und Pla­kate mit der Auf­schrift «Non au GCO». – Seit Jah­ren weh­ren sich die Men­schen hier gegen die Zer­stö­rung ihrer Dör­fer und Fel­der durch eine Auto­bahn, gegen die sich bereits 2006 über 80 Pro­zent der Bevöl­ke­rung aus­ge­spro­chen haben…

GCO steht für Grand Con­tour­ne­ment Ouest – gemeint ist die geplante Auto­bahn-West­um­fah­rung von Stras­bourg. Sozu­sa­gen ein West­ast à la française. In der Tat weist das Pro­jekt zahl­rei­che Par­al­le­len zum Bie­ler West­ast-Pro­jekt auf…

WEI­TER­LE­SEN

 

 


 

17.September 2018

«Ohne Auto­bahn-Anschlüsse
mit­ten in der Stadt:  
Zurück auf Feld 1!»

 

Die vom Tief­bau­amt des Kan­tons Bern orga­ni­sierte Infor­ma­ti­ons-Ver­an­stal­tung vom 17. Sep­tem­ber war ein span­nen­des Exem­pel in Demo­kra­tie: In der gut besetz­ten Aula des Weid­tei­le­schul­hau­ses in Nidau refe­rierte Regie­rungs­prä­si­dent und Bau­di­rek­tor Neu­haus, unter­stützt von sei­nen Exper­ten, ein letz­tes Mal über den amts­in­ter­nen Ver­gleich zwi­schen dem von der Ver­wal­tung favo­ri­sier­ten A5-West­astpro­jekt und der Alter­na­tive «West­ast so bes­ser».

Die Stim­mung im Saal war klar gegen das Aus­füh­rungs­pro­jekt mit den 2 offe­nen Schnei­sen mit­ten in der Stadt.

Aller­dings stellte der Bau­di­rek­tor unmiss­ver­ständ­lich klar: weder die Ber­ner Finanz­di­rek­to­rin noch das Astra seien bereit, Finan­zen für wei­ter­ge­hende Alter­na­ti­ven­prü­fun­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len. Bei die­ser Gele­gen­heit wurde auch publik, dass der vor­lie­gende «Ver­gleich» den Kan­ton CHF 370’000 Fran­ken gekos­tet habe.

Kri­tik am Ergeb­nis die­ses «Ver­gleichs» nimmt Bau­di­rek­tor Neu­haus ent­ge­gen, seine Mei­nung ist aber gemacht: Der Kan­ton hält daran fest, dass sein Aus­füh­rungs­pro­jekt bes­ser abschnei­det als die Alter­na­tive. Trotz­dem wurde aus dem Publi­kum fast ein­hel­lig der Ver­zicht auf die bei­den inner­städ­ti­schen Anschlüsse gefor­dert. Wor­auf der Bau­di­rek­tor erneut Klar­text redete: «Ohne Anschlüsse braucht es ein neues Gene­rel­les Pro­jekt – das heisst: Zurück auf Feld 1.» Er stellte aber genauso klar fest: «Gegen den Wil­len der Bevöl­ke­rung wird nicht gebaut». Um der Bie­ler Bevöl­ke­rung gleich noch einen Tipp zu geben, wie der Wille der Bevöl­ke­rung fest­ge­stellt wer­den kann, fügte er an: «Ver­lan­gen Sie doch eine Kon­sul­ta­tiv­ab­stim­mung». Damit hat Stadt­prä­si­dent Erich Fehr einen Steil­pass erhal­ten, den er nur noch in einen erfolg­rei­chen Tor­schuss umwan­deln muss.

Eine gute Nach­richt! Denn mit einem kla­ren NEIN zum West­ast könnte man unter eine jahr­zehn­te­alte Fehl­pla­nung eind­lich einen sau­be­ren Schluss­strich zie­hen. Der Bie­ler Archi­tekt Ste­phan Buch­ho­fer brachte es an der Ver­an­stal­tung wun­der­bar auf den Punkt: «Es ist absurd, 2,2 Mil­li­ar­den aus­zu­ge­ben für so wenige Auto­bahn­ki­lo­me­ter – die­ser Film lief vor 50 Jah­ren! Heute sind wir an einem Punkt, wo dies der fal­sche Film ist – gerade wenn man sieht, was sich auf dem Gebiet der Mobi­li­tät aktu­ell ent­wi­ckelt…»

Chris­toph Neu­haus wie­der­holte dar­auf eines sei­ner wie­der­keh­ren­den Argu­mente – näm­lich, dass die heute kri­ti­sier­ten Anschlüsse sei­ner­zeit nicht vom Kan­ton, son­dern von Biel gewünscht wor­den seien. Was nur bedingt stimmt: Es gab von Anfang an viele kri­ti­sche Stim­men gegen die Auto­bahn­an­schlüsse in der Stadt. Tat­sa­che ist aber, dass diese keine Chance hat­ten auf Gehör: Der dama­lige Bie­ler Stadt­prä­si­dent Hans Stöckli («Bienne c’est moi»), ein vehe­men­ter Ver­fech­ter der Westastau­to­bahn mit den inner­städ­ti­schen Anschlüs­sen, nahm die «Behör­den­de­le­ga­tion» ins Schwitz­kästli und setzte sich 2010 auf der gan­zen Linie durch.

Heute poli­ti­siert Hans Stöckli im Stän­de­rat und will sich nicht mehr äus­sern, zum West­ast-Erbe, das er sei­ner Stadt hin­ter­las­sen hat. – Und die aktu­elle Bie­ler Stadt­re­gie­rung? Lange hat sie Stöck­lis Hin­ter­las­sen­schaft die Stange gehal­ten und ver­tei­digt. In die­sem Früh­jahr hat sie sich aller­dings bereit erklärt, einen unab­hän­gi­gen Fak­ten­check in Sachen West­ast zu unter­stüt­zen. Seit­her herrscht Funk­stille.

Letzte Woche führte Stadt­prä­si­dent Fehr zusam­men mit Bau­di­rek­to­rin Bar­bara Schwi­ckert eben­falls Gesprä­che mit Regie­rungs­rat Neu­haus – genauso wie andere Inter­es­sens­grup­pen. Bis heute weiss die Bevöl­ke­rung aller­dings nicht, wie sich ihr Stadt­prä­si­dent und der Bie­ler Bemein­de­rat aktu­ell zur West­astfrage stellt. Eine sol­che Geheim­nis­krä­me­rei ist nicht akzep­ta­bel.

Die Stimme Biels ist in Sachen West­ast von ent­schei­den­der Bedeu­tung: In einer nächs­ten Runde wird Regie­rungs­rat Neu­haus die «Behör­den­de­le­ga­tion» begrüs­sen. Und da ver­tritt Stadt­prä­si­dent Fehr nicht nur die grösste betrof­fene Gemeinde – son­dern vor allem auch jene Stadt, die durch die mons­trö­sen Anschlüsse unheil­bar beschä­digt würde. Sagt Fehr ein­deu­tig nein zu den Auto­bahn­schnei­sen, wird Regie­rungs­prä­si­dent im Ber­ner Rat­haus – wenn er Wort hält – ebenso ein­deu­tig Bericht erstat­ten müs­sen: «Zurück auf Feld 1. Wir suchen und fin­den eine bes­sere Lösung.»

 


 

17. Sep­tem­ber 2018

«DIE SECHSTE GENERA­TION WIRD ZUFRIE­DEN SEIN»

 

Im Bie­ler Tag­blatt vom 17. Sep­tem­ber for­dern gleich zwei Leser­briefe einen Stopp des aktu­el­len West­ast-Pro­jekts. Mit unter­schied­li­chen, über­zeu­gen­den Argu­men­ten.

Hans Peter Walt­her erin­nert daran, dass die SVP immer wie­der Spar­übun­gen for­dert – aus­ser beim Ver­kehr. Die Mil­li­ar­den, die in Biel ver­locht wer­den sol­len, wür­den die Stadt kaputt machen, fährt er fort: «Dem Moloch Ver­kehr opfert Biel einen gan­zen Stadt­teil. Der spe­zi­elle Charme der Stadt wird für ewig ver­lo­ren gehen. Mit Geld wird man die Zer­stö­rung nicht rück­gän­gig machen kön­nen. Biel wird eine ampu­tierte, ver­wun­dete Stadt mit Beton­ban­da­gen blei­ben» – schreibt er und bringt weist dar­auf hin, der West­ast könne «das Ver­kehrs­pro­blem der Stadt nicht lösen. Es wird nur um die Ecke an einen ande­ren Ort ver­la­gert.»   ZUM LESER­BRIEF

André Meier weist  in sei­nem Leser­brief dar­auf hin, dass wir es beim West­ast mit einem «Genera­tio­nen­pro­blem­pro­jekt» zu tun haben. Ein ers­ter Fehl­ent­scheid erfolgte bereits vor Jahr­zehn­ten, mit dem Ent­scheid, die «Auto­strasse am engen nörd­li­chen See­ufer zu bauen.» Die zweite Genera­tion habe sich für den Ost­ast ent­schie­den – ein guter Ent­scheid, wie er schreibt. Im Gegen­satz zum West­astpro­jekt, das die dritte Genera­tion nun durch­drü­cken wolle.Sein Vor­schlag: Aktu­ell sollte ganz und gar aufs Bauen ver­zich­tet wer­den, «so dass die vierte Genera­tion alle diese Fehl­ent­scheide sel­ber noch kor­ri­gie­ren », und die nächste Genera­tion in in 15 bis 20 Jah­ren ent­schei­den kann, was für eine Lösung sie bevor­zugt. Ein wei­ser Rat, den man nur unter­stüt­zen kann!  ZUM LESER­BRIEF

 


 

14. Sep­tem­ber 2018

ES REICHT!

KEINE ALI­BI­ÜBUN­GEN MEHR,
HERR NEU­HAUS

 

 

Er freue sich auf die Gesprä­che, hatte Regie­rungs­rat Neu­haus ges­tern Vor­mit­tag noch auf der FB-Site der IG Häb› Sorg zur Stadt gepos­tet. Die Bau­di­rek­tion des Kan­tons Bern hatte die «Bevöl­ke­rung für ein offe­nes Gespräch» über die West­um­fah­rung Biel ins Kon­gress­haus ein­ge­la­den.

Was die rund 250 Anwe­sen­den dann aller­dings vor­ge­setzt beka­men, war eine Ali­bi­übung son­der­glei­chen: Weit über die Hälfte der ange­setz­ten Ver­an­stal­tungs­zeit mono­lo­gi­sier­ten der Bau­di­rek­tor sowie vom Kan­ton enga­gierte Exper­ten buch­stäb­lich «von oben herab» über das West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt, wie auch über die Alter­na­tive «West­ast so bes­ser».

Dass auf dem Podium bloss Ver­fech­ter des Aus­füh­rungs­pro­jekts sas­sen und die Initi­an­ten des Alter­na­tiv­vor­schlags ihr Pro­jekt nicht ein­mal sel­ber vor­stel­len durf­ten, zeugt von der her­ab­las­sen­den und  unein­sich­ti­gen Hal­tung beim Kan­ton gegen­über dem Enga­ge­ment und Know-how der West­astgeg­ner­schaft. Das enga­gierte Publi­kum liess die seit zehn Tagen vor­lie­gen­den par­tei­ischen Bewer­tun­gen der bei­den Pro­jekte gedul­dig über sich erge­hen. 

In der anschlies­sen­den «Dis­kus­sion» kamen aus dem Saal durch­ge­hend ernst­hafte Voten, wäh­rend sich Regie­rungs­rat Neu­haus damit begnügte, kon­kre­ten Fra­gen aus­zu­wei­chen und Argu­mente abzu­wim­meln – nicht sel­ten mit dif­fa­mie­ren­den Bemer­kun­gen. Sei­nem ein­gangs geäus­ser­ter Wunsch, man möge auf per­sön­li­che Angriffe ver­zich­ten und sach­lich dis­ku­tie­ren, mochte er sel­ber als Ein­zi­ger offen­bar nicht Folge leis­ten. Sou­ve­rä­ni­tät geht anders.

 


 

 

11. Sep­tem­ber 2018

«ICH KANN GAR NICHTS VER­SPRE­CHEN»

Die IG Häb› Sorg zur Stadt hat am 11. Sep­tem­ber 2018 im Gespräch mit Regie­rungs­rat Neu­haus  Klar­text gere­det und Lösungs­vor­schläge prä­sen­tiert, um aus der Blo­ckade rund um die A5-Westastau­to­bahn her­aus­zu­kom­men. Gemein­sam mit der eben­falls ein­ge­la­de­nen Gruppe S sowie einer Ver­tre­te­rin von «Biel wird laut» dis­ku­tier­ten wir über zwei Stun­den ange­regt und inten­siv mit den drei Ver­tre­tern des Kan­tons.

.

Unser Vor­schlag ange­sichts der aktu­el­len Situa­tion tönt sim­pel, ist kos­ten­güns­tig und lau­tet: STOPP WEST­AST. – Dazu haben wir auch ein Posi­ti­ons­pa­pier ver­fasst, das am Anfang des Tref­fens abge­ge­ben wurde.

Darin hal­ten wir u.a. fest: «Es ist an der Zeit, einen Schluss­strich zu zie­hen unter eine Pla­nung, die auch nach bald 40 Jah­ren zu kei­ner befrie­di­gen­den Lösung geführt hat. Wir wol­len keine wei­tere Ver­schwen­dung von Zeit und Geld an ein Pro­jekt, das extrem teuer und risi­ko­reich ist und des­sen Nut­zen höchst frag­lich und umstrit­ten ist: Neue Stras­sen­ka­pa­zi­tä­ten gene­rie­ren Mehr­ver­kehr.»

Im Gespräch zeig­ten sich Regie­rungs­rat Neu­haus, wie auch Kan­tons­obe­r­inge­nieur Ste­fan Stu­der und A5-Pro­jekt­lei­ter Ste­fan Graf offen und inter­es­siert. Wir dis­ku­tier­ten über Fra­gen künf­ti­ger Regio­nal- und Ver­kehrs­ent­wick­lun­gen, die nicht nur aus der Per­spek­tive des moto­ri­sier­ten Ver­kehrs betrach­tet wer­den dür­fen. 

Die Bau­her­ren haben gut zuge­hört und sich mit uns aus­ge­tauscht. Aller­dings ent­stand der Ein­druck, dass ernst zu neh­mende Pro­gno­sen von nam­haf­ten Ver­kehrs­fach­leu­ten aus der Schweiz  und Europa, die in erstaun­li­cher Einig­keit die Ver­kehrs­po­li­tik der Zukunft skiz­zie­ren, in den Rat­häu­sern von Bern und Biel als Wol­ken­ku­ckucks­heim belä­chelt wer­den, wäh­rend andere Städte in Europa wacker vor­wärts machen und den Auto­ver­kehr mit Len­kungs­mass­nah­men und ohne Erwei­te­rung von Stras­sen­ka­pa­zi­tä­ten aus den Innen­städ­ten ver­ban­nen. 

Wie es nun wei­ter geht, ist offen. Regie­rungs­rat Neu­haus erklärte wie­der­holt: «Ich kann gar nichts ver­spre­chen» – und wies dar­auf hin, dass es unzäh­lige diver­gie­rende Inter­es­sen in Bezug auf den A5-West­ast gebe – in Biel und im See­land.

Des­halb: Wir blei­ben dran! Unsere Argu­mente haben Gewicht und sind fun­diert. Damit es nicht bei schö­nen Wor­ten bleibt, brau­chen wir jetzt einen Pro­zess, der die Blo­cka­den auf­bricht und zu Lösun­gen führt, die auch vor dem Urteil künf­ti­ger Genera­tio­nen Bestand haben und in 20 Jah­ren als klug vor­aus­schau­end taxiert wer­den. 

 


 

im Sep­tem­ber 2018

MEHR MOBI­LI­TÄT
GEFOR­DERTIM HIRN

Pflicht­lek­türe für Bie­ler Stadt­rat und Ber­ner Regie­rungs­rat

thumbnail of 20180911_NZZKolumne

 


 

6. Sep­tem­ber 2018

WO IST DER STAU

Eine Moment­auf­nahme vom Don­ners­tag, 6. Sep­tem­ber 2018 – die Bil­der auf der Länd­te­strasse wur­den um 17.06 geschos­sen – wenige Minu­ten spä­ter dann jenes in der Bahn­hof­un­ter­füh­rung. – Eine Moment­auf­nahme, ja. Ein Zufall?

In den letz­ten Wochen haben wir ver­mehrt sol­che Ver­kehrs­be­ob­ach­tun­gen gesam­melt. Fazit: Sto­cken­der Ver­kehr ist immer wie­der mal zu beob­ach­ten. Aber Stau? – Ein Beob­ach­ter, der im Alpen­strass-Quar­tier wohnt, sagt: «Von mei­ner Woh­nung aus habe ich den Über­blick über die See­vor­stadt, die Länd­te­strasse und bis zur Bern­strasse. Seit der Eröff­nung des Ost­asts gibt es defi­ni­tiv keine Staus mehr. Höchs­tens sto­cken­den Ver­kehr, wäh­rend den Stoss­zei­ten – ver­ur­sacht durch die Licht­si­gnal­an­la­gen.» 

 

EURE VER­KEHRS­BE­OB­ACH­TUN­GEN?

Gerne wei­ter­lei­ten an

office@westast.ch

 


 

06. Sep­tem­ber 2018

OPPO­SI­TION
WÄCHST WEI­TER

Der West­ast sorgt wei­ter­hin für Schlag­zei­len. Knapp eine Woche nach der Publi­ka­tion der Resul­tate des soge­nann­ten Ver­gleichs zwi­schen dem Aus­füh­rungs­pro­jekt und der Alter­na­tive titelt das Bie­ler Tag­blatt heute auf der Front: «Die Oppo­si­tion ist gestärkt wor­den»:

 

thumbnail of BT_ganz

Bie­ler Tag­blatt, 6.9.2018

Gut so! Denn jetzt gilt es, den Poli­ti­ke­rIn­nen und Behör­den ein für alle Mal klar zu machen, dass die Bevöl­ke­rung der Stadt Biel, aber auch der umlie­gen­den Gemein­den, die­ses über­holte und stadt­zer­stö­re­ri­sche Auto­bahn­pro­jekt ablehnt. Ohne Wenn und Aber.

Eine ein­ma­lige Gele­gen­heit bie­tet sich dafür anläss­lich der bei­den öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen, an wel­chen die Kan­tons­ver­tre­ter über den Ver­gleichs-Bericht infor­mie­ren:

Don­ners­tag, 13. Sep­tem­ber 2018 in Biel:  18 bis 20 Uhr im Kon­gress­haus, Zen­tral­strasse 60 (Ver­eins­raum im Erd­ge­schoss)

Mon­tag, 17. Sep­tem­ber 2018 in Nidau: 18 bis 20 Uhr, Schule Weid­teile, Lyss­strasse 34 (Aula)

KOMMT IN SCHA­REN!

 

 

Wir müs­sen den Poli­ti­ke­rIn­nen und Behör­den klar zei­gen und erklä­ren, dass eine Mehr­heit der Bevöl­ke­rung in der Region sich gegen den Bau die­ses teu­ren und zer­stö­re­ri­schen Auto­bahn­mons­ters wehrt, weil sie es nicht will!

 

Zeigt dem Regie­rungs­rat hun­dert­fach
den roten Bal­lon!

thumbnail of STOP_A51

 PDF zum Aus­dru­cken

 


31. August 2018

thumbnail of 180831_MM_IG Häb_Sorgthumbnail of MM Mediengespräch Westumfahrung BielBienne


19. August 2018

TAVO­LATA

 

 Idea­les TAVO­LATA-Wet­ter
tro­cken und ange­nehm warm

Sonn­tag, 19. August

thumbnail of Flyer_Tavolata->web

thumbnail of 1_Flyer_Tavolata->web_Text

 

Wei­ter­sa­gen, wei­ter­lei­ten, pos­ten…

Denn es wird wun­der­bar!

Biel kann’s. Biel macht’s. Biel bringt’s.

 

 

 

Ver­sion F

 

 

 

 

 

ES BLÜHT UND SPRIESST

 

Drei Wochen sind es schon, seit der Ver­kehr auf der Gurn­igel- und Aebi­strasse für ein paar Stun­den der «Tavo­lata Stopp West­ast» den Vor­tritt las­sen musste…

Heute Vor­mit­tag prä­sen­tier­ten sich die bei­den Stras­sen – dort, wo der Anschluss Bienne Centre ein Quar­tier zu zer­stö­ren droht – ruhig und still. Nur im Schau­fens­ter der Taverna erin­nern die bei­den Stopp-West­ast-Pla­kate an die Bedro­hung.

Gegen­über, beim Park­platz unter der Pla­tane hin­ge­gen, blüht und spriesst es neu­er­dings: Noch sind die Pflan­zen klein und zart, die beherzte Gärt­ne­rIn­nen anläss­lich der Tavo­lata gesetzt und gesät haben. Doch der Anfang ist gemacht… 

Unter dem (noch) grü­nen Blät­ter­dach der Pla­tane am Krei­sel wächst ein bun­ter Urban Gar­den heran. Ein klei­nes, fei­nes Gegen­pro­jekt zur dro­hen­den Auto­bahn­schneise…

 

 


 

11. August 2018

TITEL­GE­SCHICHTE
IM BIE­LER TAG­BLATT

Sel­ten macht die Mor­gen­lek­türe des Bie­ler Tag­blatts so Freude, wie an die­sem son­ni­gen Sams­tag! Danke, Debo­rah Bal­mer, für die sorg­fäl­tige Repor­tage aus einem Stadt­teil, den die wenigs­ten ken­nen und man­che gar einen Unort nen­nen!

kli­cken und lesen

Auch das Jour­nal du Jura infor­mierte am 15. August vorab mit einem län­ge­ren Arti­kel über das bedrohte Gurn­igel- und Müh­le­feld­quar­tier – und über den Kampf gegen den geplan­ten A5-West­ast-Auto­bahn­an­schluss:

thumbnail of 20180815_JJ_Tavolata Kopie

kli­cken und lesen

Das Gurn­igel- und Müh­le­feld­quar­tier hält für den Besu­cher, die Besu­che­rin zahl­rei­che Über­ra­schun­gen bereit. Vie­les gibt es in die­sen wun­der­ba­ren Wohn­quar­tie­ren zu ent­de­cken: Wer ist schon je über den ehe­ma­li­gen Schlacht­hof geschlen­dert, hat das denk­mal­ge­schützte Sand­haus näher betrach­tet oder einen Blick in die  roman­ti­schen Gär­ten hin­ter den Wohn­blö­cken an der Aebi­strasse oder ent­lang der Madretsch-Schüss gewor­fen?

 

 

 

30. Juli 2018

VOM UNTER­HALT SPRICHT NIE­MAND

Der Leser­brief von Hans Neu­haus im heu­ti­gen Bie­ler Tag­blatt illus­triert anschau­lich die Pro­ble­ma­tik, über die Astra-Direk­tor Jürg Röth­lis­ber­ger in sei­nem gros­sen Inter­view in der Sonn­tags­presse kein Wort ver­lo­ren hat: Auf­wän­dige Natio­nal­stras­sen erfor­dern auf­wän­di­gen Stras­sen­un­ter­halt.

Die Tun­nel des im letz­ten Okto­ber eröff­ne­ten Ost­asts der A5-Auto­bahn in Biel muss­ten bereits gerei­nigt wer­den… Beim West­ast würde das glei­che Pro­ze­dere anfal­len. Wäh­rend der Unter­halts­ar­bei­ten rollt der Ver­kehr dann wie­der über das alte Stras­sen­netz.…

Der Leser­brief vom 30.7.2018:

 

 

 


 

Juli 2018

POST VOM REGIE­RUNGS­RAT

Die Ein­la­dung flat­terte in der ers­ten Juli-Woche ins Haus. Bereits heute kön­nen wir sagen: Die IG «Häb› Sorg zur Stadt» freut sich über das Gesprächs­an­ge­bot und wird mit einer Dele­ga­tion Anfang Sep­tem­ber 2018 ihre Sicht der Dinge auf den Tisch legen.

 

thumbnail of 180705_Neuhaus_Brief

 

 


 

07.Juli 2018

FEHR WILL DIS­KU­TIE­REN
NEU­HAUS WILL INFOR­MIE­REN
UND DIE BETROF­FE­NEN?

In Sachen West­ast gibt es von Behör­den­seite end­lich Bewe­gung: Ende die­ser Woche flat­ter­ten gleich zwei Mit­tei­lun­gen ins Haus. «Der Gemein­de­rat der Stadt Biel for­dert einen Dia­log zum West­ast der Auto­bahn­um­fah­rung A5», lau­tet der Titel der Medi­en­mit­tei­lung, die die Stadt Biel am 7. Juli ver­schickt hat. Das sind ganz neue Töne, die uns freuen!

  End­lich schei­nen sich Stadt­prä­si­dent Fehr & Co auf die Seite der Bevöl­ke­rung zu schla­gen und ver­lan­gen in Sachen West­ast, «dass der Fokus der Abklä­run­gen wei­ter gesteckt wird als auf die rein ver­kehr­li­chen Wir­kun­gen.» Sie for­dern, dass Aspekte wie «städ­te­bau­li­che Chan­cen» oder «Umwelt, Wirt­schaft und Gesell­schaft» eben­falls zu prü­fen seien und schla­gen vor, dass als nächs­ter Schritt «ein Dia­log zwi­schen den Behör­den von Bund, Kan­ton und Region mit Ver­tre­tun­gen der das Aus­füh­rungs­pro­jekt befür­wor­ten­den Kreise sowie den Initi­an­tin­nen und Initi­an­ten des Alter­na­tiv­vor­schla­ges instal­liert» wird.

Ein Vor­schlag, der in die rich­tige Rich­tung geht. Wobei der Bie­ler Gemein­de­rat lei­der ein­mal mehr aus­ser Acht lässt, dass es nebst den «Initi­an­tin­nen und Initi­an­ten des Alter­na­tiv­vor­schlags» eine Viel­zahl von ernst­zu­neh­men­den Auto­bahn-Kri­ti­ke­rIn­nen gibt, die einen drit­ten Weg vor­schla­gen und somit eben­falls am Dia­log zu betei­li­gen wären.

  Bau­di­rek­tor Chris­toph Neu­haus ist in die­ser Hin­sicht klar einen Schritt wei­ter: Er hat sein Gesprächs­an­ge­bot brei­ter gefasst – und nebst den Ver­tre­te­rIn­nen des soge­nann­ten alter­na­ti­ven West­astpro­jekts u.a. auch die IG «Häb’ Sorg zur Stadt» zu einem Aus­tausch ein­ge­la­den. Dies als Ant­wort auf ein Schrei­ben, das wir ihm Anfang Juni geschickt haben – mit wei­ter füh­ren­den Über­le­gun­gen, Argu­men­ten und Vor­schlä­gen.

Die Gesprächs­run­den, für die Bau­di­rek­tor Chris­toph Neu­haus extra nach Biel kom­men wird, fin­den Anfang Sep­tem­ber statt. Die For­mu­lie­rung der Ein­la­dung lässt aller­dings befürch­ten, dass der Bau­di­rek­tor dann­zu­mal in ers­ter Linie über die Resul­tate des ver­wal­tungs­in­ter­nen «Fak­ten­checks» infor­mie­ren will. Falls dem wirk­lich so ist, wäre dies eine ver­passte Chance und der Start­schuss für erneute Pro­test­ak­tio­nen.

Aber mög­li­cher­weise täu­schen wir uns. Gegen­über dem Bie­ler Tag­blatt äus­sert sich Chris­toph Neu­haus zum Vor­stoss des Gemein­de­rats und zum geplan­ten Vor­ge­hen: «Die Stadt Biel rennt mit ihrem Anlie­gen offene Türen bei mir ein» – er habe die Absicht, im Sep­tem­ber mit den Betei­lig­ten Gesprä­che zum wei­te­ren Vor­ge­hen zu füh­ren. – Wie sagt doch Kurt Roh­ner im  Sams­tags-Inter­view im Bie­ler Tag­blatt, wo er – Monate nach sei­nem Gespräch mit der IG «Häb Sorg zur Stadt» – zu sei­nen Vor­schlä­gen und Vari­an­ten befragt wird: «Chris­toph Neu­haus schätze ich als einen Poli­ti­ker ein, der sich offen zeigt für Neues.»

Das wäre schon mal ein Fort­schritt zur Ära Egger-Jen­zer. Denn das Neue und Ver­nünf­tige ist, dass die Region Biel nicht Opfer einer ver­al­te­ten, längst über­hol­ten Stras­sen­bau­po­li­tik wer­den darf. Inno­va­tive Ansätze und Mög­lich­kei­ten gibt es zuhauf – und Zeit, das geeig­nete Vor­ge­hen für die Region Biel zu fin­den, haben wir genug: Es wird noch Jahre dau­ern, bis die Ein­spra­chen gegen das A5-Westastau­to­bahn­pro­jekt berei­nigt sind, und die heu­ti­gen Pläne defi­ni­tiv in der Mot­ten­kiste ver­senkt wer­den.

Des­halb soll­ten wir die Zeit für eine kon­struk­tive Dis­kus­sion über die Ver­kehrs­zu­kunft der Region Biel nut­zen, die weit über den vom Bie­ler Gemein­de­rat gefor­der­ten Dia­log hin­aus­führt.

 

Die Gesprächs­run­den, zu denen Bau­di­rek­tor Neu­haus Anfang Sep­tem­ber ein­lädt, sind ein ers­ter Schritt in die rich­tige Rich­tung. Die Ergeb­nisse der Arbeits­gruppe Stöckli sind Schnee von ges­tern. Die Ber­ner Regie­rung soll aus ers­ter Hand erfah­ren, was die Men­schen in der Region Biel wirk­lich wol­len und unsere Inter­es­sen beim Bund mit unüber­hör­ba­rer Stimme ver­tre­ten.

 

 

 


18. Juni  2018

FAULE ZÄHNE ZIE­HEN

Der Leser­brief der Woche stammt wie­der ein­mal aus der Feder des Archi­tek­ten Romano Ron­delli. Er ver­gleicht den West­ast mit einem fau­len Zahn, den es zu zie­hen gilt. Und gibt zu beden­ken: «Nicht wei­ter stö­rend ist, dass die­ser faule Zahn aber nicht gezo­gen wird – nein, er wird nur mit einem etwas weni­ger fau­len ver­gli­chen.»

Es bestehe aber trotz­dem Hoff­nung, wie er wei­ter schreibt, denn der Wider­stand in der Bevöl­ke­rung nehme zu, und es bestehe die Mög­lich­keit, in naher Zukunft «gewisse Volks­ver­tre­ter abzu­wäh­len und end­lich Leute in die Poli­tik zu hie­ven, wel­che nicht nur Geld und Wachs­tum um jeden Preis auf der Agenda ste­hen haben, son­dern nach­hal­tige Visio­nen ver­tre­ten, Qua­li­tät vor Quan­ti­tät set­zen und sich jeden Tag für eine schö­nere und lebens­wer­tere Stadt ein­set­zen!»

thumbnail of RondelliBT18062018


16. Juni  2018

POLI­TI­KER, NICHT MES­SIAS

Die Hoff­nung stirbt zuletzt. Doch das grosse Inter­view mit dem neuen Bau­di­rek­tor Chris­toph Neu­haus im Bie­ler Tag­blatt vom 16. Juni ist ernüch­ternd: Seine Aus­sa­gen kom­men einem doch sehr bekannt vor… Sie erin­nern durch­wegs an das, was schon seine Vor­gän­ge­rin Bar­bara Egger seit Jah­ren wie­der­holt hat…

Chris­toph Neu­haus stellt denn auch gleich zu Beginn des Gesprächs klar: «Die Erwar­tun­gen sind wahr­schein­lich rie­sig, das stimmt. Doch ich bin nich der Mes­sias.»

Wie wir es eben­falls bereits aus der Ver­gan­gen­heit ken­nen, unter­stellt auch der neue neue Bau­di­rek­tor den West­ast-Geg­ne­rIn­nen, sie hät­ten Angst: «Ich ver­stehe natür­lich diese Befürch­tun­gen und Ängste, gerade die bei­den Ein­schnitte machen Angst, die recht lange Bau­zeit bringt Dreck, Lärm und Ver­kehr.» Es tue ihm auch leid für jedes Haus, das abge­ris­sen wer­den müsse, für jeden Baum – wobei man für jeden gefäll­ten Baum ja wie­der einen bis zwei neue pflan­zen könne…

Sehr geehr­ter Herr Regie­rungs­rat: Nein, es geht nicht um Angst! Die Bie­ler Bevöl­ke­rung fürch­tet sich vor nichts. Im Gegen­teil: Nüch­tern stel­len wir fest, dass das mit dem «Erset­zen» von Bäu­men nicht so ein­fach, und das geplante Bau­werk weder ziel­füh­rend noch zukunfts­fä­hig ist. Es geht beim West­ast nicht in ers­ter Linie um Emo­tio­nen, son­dern um Ver­nunft und Ein­sicht. 

Das Thema See­land-Tan­gente schmet­tert der neue Bau­di­rek­tor von vorn­her­ein ab. Er sagt, für diese Vari­ante sei es Jahr­zehnte zu spät, eine sol­che Lösung komme «nicht infrage.»

Schade, dass man da nicht noch ein­mal eine Denk­schlaufe ein­legt. Aber viel­leicht stösst Chris­toph Neu­haus in den kom­men­den Wochen – im Rah­men sei­ner ver­tief­ten Ein­ar­bei­tung ins A5-Thema – ja doch noch auf Vor­schläge wie «Die kleine See­landt­an­gente» von Kurt Roh­ner…

Was den soge­nann­ten «Fak­ten­check» anbe­langt, scheint man sich also auf die bei­den West­ast-Auto­bahn­va­ri­an­ten zu beschrän­ken. Auch das ist schade, ver­passt man damit doch die ein­ma­lige Mög­lich­keit, einer zukunfts­fä­hi­gen, inno­va­ti­ven Ver­kehrs­po­li­tik eine Chance zu geben. Statt­des­sen soll der Ent­scheid in Sachen West­ast-Pro­jekt in aller Eile durch­ge­boxt wer­den. Nach den Som­mer­fe­rien bereits will man die Resul­tate prä­sen­tie­ren. Dies, obschon man eigent­lich Zeit hätte: Die Berei­ni­gung der rund 650 Ein­spra­chen gegen das offi­zi­elle West­astpro­jekt wer­den noch Jahre in Anspruch neh­men…

Beson­ders stos­send ist zudem, dass der «Fak­ten­check» vom Tief­bau­amt des Kan­tons Bern durch­ge­führt wird. Von jenen Leu­ten, die jah­re­lang um das offi­zi­elle Pro­jekt gerun­gen, daran geplant, es opti­miert haben. Sie sol­len nun «neu­tral» beur­tei­len kön­nen, wel­che West­ast-Vari­ante die bes­sere sei?

Es gehe nicht anders, sagt Neu­haus. Für eine «teure Stu­die»  sei kein Geld vor­han­den. Das ist absurd: Die Inves­ti­tion in eine gründ­li­che Unter­su­chung würde sich alle­mal loh­nen. Finan­zi­ell, weil davon aus­zu­ge­hen ist, dass unter Ein­be­zug neus­ter Erkennt­nisse in Sachen Ver­kehrs­pla­nung und ‑len­kung wesent­lich bil­li­gere Lösun­gen zu fin­den sind, als der geplante Bau einer West­ast-Auto­bahn. Und poli­tisch, weil es höchste Zeit ist, alte Zöpfe abzu­schnei­den und eine zukunfts­fä­hige Ver­kehrs­po­li­tik in die Wege zu lei­ten. 

 

Das Inter­view im Bie­ler Tag­blatt, 16. Juni 2018:

thumbnail of 2018-06-16_BT_Neuhaus

 


16. Juni  2018

RIS­KAN­TES SPIEL 

Die Motion, die am 6. Juni vom Gros­sen Rat über­wie­sen wurde, könnte zu einem Ent­scheid zwi­schen dem offi­zi­el­len West­ast-Pro­jekt und der von der Städ­te­bau­gruppe des Komi­tees ‹West­ast so nicht› vor­ge­schla­ge­nen West­ast-Vari­ante füh­ren, schreibt Didier Bar­det in sei­nem Leser­brief im Jour­nal du Jura vom 16. Juni.

Er ver­gleicht die aktu­elle Situa­tion mit einem Tur­nier, das gleich mit dem End­spiel beginnt. Auf der einen Seite steht das offi­zi­elle Pro­jekt, das aus einer Prü­fung ver­schie­de­ner Vari­an­ten her­vor­ge­gan­gen sei – auf der ande­ren Seite das selbst­er­nannte «Alter­na­tiv­pro­jekt», das nicht alle West­ast-Geg­ne­rIn­nen über­zeugt…

Ein ris­kan­tes Spiel, fin­det Didier Bar­det. Der sich, wie viele andere, einen run­den Tisch und eine breite Dis­kus­sion gewünscht hätte.

LINK zum LESER­BRIEF 

 

 


 

10. Juni  2018

SIEG DER VER­NÜNF­TI­GEN

Man kann gegen die Wal­li­se­rin­nen und Wal­li­ser sagen, was man will: dumm sind sie nicht. Dem 100-Mil­lio­nen­kre­dit für die Olym­pi­schen Win­ter­spiele Sion 2026 haben sie eine deut­li­che Absage erteilt. Und damit die Schweiz vor dem Blöd­sinn des Jahr­hun­derts bewahrt. Damit dürfte Hans Stöck­lis jüngs­tes Mam­mut-Pro­jekt end­gül­tig begra­ben sein.

Gut so! – Die Wal­li­se­rin­nen und Wal­li­ser haben gezeigt, was wir letzte Woche auch im Kan­ton Bern mit Freude erfah­ren durf­ten: Wenn es sein muss, fin­det die Bevöl­ke­rung Mit­tel und Wege, sich gegen die unde­mo­kra­ti­sche Päckli-Poli­tik gewis­ser Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­ker zu weh­ren und ihrem selbst­herr­li­chen Wir­ken Gren­zen zu set­zen.

Danke, liebe Wal­li­se­rin­nen und Wal­li­ser, dass ihr uns wei­te­res Sion 2026-Gschtürm von Sei­ten der dafür gut bezahl­ten Her­ren Stahl und Stöckli erspart. Und danke, dass ihr uns gezeigt habt, dass man nicht auf jedes Bue­betrickli des ehe­ma­li­gen Bie­ler Stadt­prä­si­den­ten her­ein­fal­len muss.

Gigan­tis­mus und Geld­ver­schleu­de­rung sind out. Gefragt ist nach­hal­tige Krea­ti­vi­tät. Auch in Biel däm­mert diese Erkennt­nis lang­sam. Es ist höchste Zeit.

 

thumbnail of 180610_Olympia_«Für mich ist das Thema Olympia beendet» – News Bern_ Kanton – derbund.ch

 


 

09. Juni  2018

NEUE TÖNE IM
BIE­LER TAG­BLATT

Der Wochen­kom­men­tar vom Sams­tag, 9. Juni 2018 von Debo­rah Bal­mer zeigt ein­mal mehr, wie sich die Stim­mung in Biel – und in den Bie­ler Medien – im Lauf der letz­ten Monate ver­än­dert hat.

Es ist noch nicht lange her, dass Redak­ti­ons­lei­ter Par­zi­val Meis­ter in einem Wochen­kom­men­tar zur West­ast-Opp­si­tion zu einem dif­fa­mie­ren­den Ver­gleich mit der AfD ver­stie­gen hat.

Der jüngste Wochen­kom­men­tar in Sachen West­ast hat nicht nur einen ganz ande­ren Ton­fall – Debo­rah Bal­mer geht auf die Argu­mente der West­ast-Kri­ti­ke­rIn­nen ein – und setzt auf den fri­schen Blick des neuen Bau­di­rek­tors.

Ein paar Sei­ten wei­ter hin­ten, im glei­chen Blatt, dann ein Mail-Aus­tausch zum glei­chen Thema zwi­schen dem SVP-Gross­rat Mathias Mül­ler aus Orvin und der frisch geba­cke­nen SP-Natio­nal­rä­tin Manuela Kocher aus Wor­ben.  Die­ser Arti­kel zeigt deut­lich: Zahl­rei­che Gross­rä­tIn­nen, die dem Fak­ten­check zuge­stimmt haben, taten dies, weil sie davon aus­ge­hen, dass schluss­end­lich doch das offi­zi­elle Pro­jekt den Sieg davon tra­gen wird… Ein Fakt, der nicht unter­schätzt wer­den darf. 

 

 


08. Juni 2018

BAU­DI­REK­TOR NEU­HAUS:
MACHT ER ES BES­SER?

Der Grosse Rat des Kan­tons Bern ver­langt klar und deut­lich  – mit nur einer (!) Gegen­stimme – einen ver­tief­ten Fak­ten­check in Sachen A5-West­ast, so wie es FDP-Gross­rat Peter Moser in sei­ner Motion ver­langt hat. Zahl­rei­che Par­la­men­ta­rie­rin­nen und Par­la­men­ta­rier haben der Regie­rung in der gest­ri­gen Debatte Arro­ganz und Ober­fläch­lich­keit vor­ge­wor­fen.  Peter Moser  sprach gar von einem «Brand­be­schleu­ni­ger»: Weil der Regie­rungs­rat seine Ant­wort nicht mit Fak­ten begrün­det hat, habe er die ableh­nende Stim­mung in der Bevöl­ke­rung gegen das offi­zi­elle Pro­jekt noch befeu­ert, warf er der Ber­ner Regie­rung vor.

Die prak­tisch unbe­strit­tene Über­wei­sung der Motion kommt nicht von unge­fähr. Die Bie­ler Bevöl­ke­rung hat zu die­sem höchst erfreu­li­chen Resul­tat Wesent­li­ches bei­getra­gen: Mit einer spon­ta­nen Demons­tra­tion pro­tes­tierte sie am 17. Mai gegen die abschmet­ternde Ant­wort des Regie­rungs­rats,  und am glei­chen Tag haben auch die Stadt­rä­tin­nen und Stadt­räte von Biel die Stadt­re­gie­rung mit einem «unab­hän­gi­gen Fak­ten­check» beauf­tragt.

In den zwei Wochen vor der Gross­rats-Debatte wur­den auch zahl­rei­che Infor­ma­ti­ons­ge­sprä­che geführt, die Gross­rä­tin­nen und Gross­räte erhiel­ten Post von Bür­ge­rIn­nen – und wur­den schliess­lich vor der Gross­rats­de­batte von einer Dele­ga­tion aus Biel freund­lich emp­fan­gen.

Das alles hat Wir­kung gezeigt: Nun muss der Regie­rungs­rat – gegen sei­nen Wil­len – einen ver­tief­ten «Fak­ten­check» in die Wege lei­ten. Das Ziel: Hand­feste Resul­tate und Fak­ten, die einen Ver­gleich zwi­schen der offi­zi­el­len Auto­bahn­va­ri­ante und dem Vor­schlag «West­ast-so-bes­ser» ermög­li­chen.

Aller­dings – auch das wurde an der gest­ri­gen Gross­rats-Debatte deut­lich: Obschon sie einem ver­tief­ten Fak­ten­check das Wort spra­chen, hof­fen die Motio­näre um Peter Moser nach wie vor, dass das End­re­sul­tat für das offi­zi­elle Pro­jekt spre­chen wird. Sie ver­lan­gen von der Regie­rung ein­zig und allein, dass sie ihren Ent­scheid vom 15. Mai mit Zah­len und Fak­ten unter­mau­ert. Der neue Ber­ner Bau­di­rek­tor, Chris­toph Neu­haus, der die West­ast-Pla­nung von Bar­bara Egger geerbt hat, muss sich nun – wie er ges­tern kund­tat – erst ein­mal in die Mate­rie ein­ar­bei­ten.

Er täte gut daran, sich nicht auf die West­ast-Debatte zu beschrän­ken, son­dern die Frage nach Sinn und Zweck die­ser Auto­bahn – und deren Aus­wir­kun­gen –in einem wei­te­ren Rah­men zu betrach­ten. Der neue Bau­di­rek­tor könnte fri­schen Wind in die Ange­le­gen­heit brin­gen und den gor­di­schen Kno­ten lösen.

Grosse Hoff­nung dar­auf machte er in sei­ner gest­ri­gen Ant­wort aller­dings (noch) nicht: Wie dies bereits seine Vor­gän­ge­rin zu tun pflegte, wies er dar­auf hin, dass das ASTRA, wel­ches den A5-West­ast finan­ziert, lang­sam die Geduld ver­liere. Und stellte in Aus­sicht, man werde die ver­lang­ten Zah­len, wel­che der regie­rungs­rät­li­chen Ant­wort vom 15. Mai zugrunde lie­gen, ver­öf­fent­li­chen. Das heisst nichts ande­res als: Neu­haus geht davon aus, dass auch das Resul­tat des «ver­tief­ten Fak­ten­checks» zuguns­ten des offi­zi­el­len West­astpro­jekts aus­fal­len wird.

Immer­hin hat der neue Bau­di­rek­tor in Aus­sicht gestellt, er werde das Gespräch mit der Behör­den­de­le­ga­tion der Region sowie mit Geg­ne­rIn­nen und Befür­wor­te­rIn­nen das Gespräch suchen. Zu hof­fen ist, dass er bei die­sen Gesprä­chen auch zuhö­ren wird. Und die Chance wahr­nimmt, nach all den Jah­ren end­lich wie­der eine breite Aus­le­ge­ord­nung zu machen. Die über den ein­fa­chen Ver­gleich zwi­schen West­ast-so und «West­ast-ein-wenig-bes­ser» hin­aus­weist. 

Denn Fakt ist: Keine West­ast-Auto­bahn wird in der Region Biel zu einer zukunfts­fä­hi­gen Lösung füh­ren. Im Gegen­teil: Die erhöh­ten Stras­sen­ka­pa­zi­tä­ten bei der Durch­fahrt durch Biel füh­ren zu neuen Staus und Pro­ble­men, da die Strasse nach Lyss und das Nord­ufer des Bie­ler­sees den zusätz­li­chen Ver­kehr, der durch Ost- und West­ast über Biel ange­zo­gen wird, nicht auf­neh­men kön­nen.

 


01. Juni 2018

 

MEHR WEIT­SICHT

André König, Ver­kehrs- und Raum­pla­ner und vor allem ein pro­fun­der Ken­ner der West­ast-Pro­ble­ma­tik in der Region Biel, fasst in sei­nem Leser­brief vom 1. Juni bril­lant zusam­men, wes­halb der Grosse Rat einem ver­tief­ten «Fak­ten-Check» in Sachen West­ast zustim­men sollte.

Hier seine wich­tigs­ten Punkte, wes­halb die regie­rungs­rät­li­che Ant­wort zu kurz greift:

«Die Begrün­dung, dass die ver­kehr­li­che Wir­kung ins­be­son­dere an der Bern- und Länd­te­strasse schlech­ter und die Kos­ten für Gemein­den und Kan­ton höher seien, lässt sich in glei­cher Art auf das offi­zi­elle Pro­jekt anwen­den.»

«Der Ver­kehr ist nur ein Aspekt einer not­wen­di­gen Gesamt­be­trach­tung. Genauso sind wirt­schaft­li­che, gesell­schaft­li­che und Umwelt­as­pekte gleich­wer­tig zu berück­sich­ti­gen.»

«Das Argu­ment der Kos­ten, dass es für Gemein­den und Kan­ton teu­rer würde, zeigt, dass es an einer ganz­heit­li­chen Betrach­tung man­gelt.»

«Lei­der feh­len aber in der aktu­el­len Dis­kus­sion auch andere Mög­lich­kei­ten einer Ver­bes­se­rung der Mobi­li­täts­ent­wick­lung. Wie etwa die Abstim­mung von Sied­lung und Ver­kehr.»

André König wünscht sich des­halb von allen Betei­lig­ten «eine etwas ganz­heit­li­chere Denk­weise» und schliesst mit dem Appell an die Ber­ner Gross­rä­tin­nen und Gross­räte, die das Geschäft nächste Woche bera­ten wer­den, mehr Weit­sicht alten zu las­sen, als der Regie­rungs­rat. Damit ermög­li­chen sie die drin­gend not­wen­dige ver­tiefte Prü­fung des Auto­bahn­pro­jekts, die nota­bene über die vor­lie­gen­den West­ast-Vari­an­ten hin­aus­rei­chen muss.

 

Link zum Leser­brief

 


Ende Mai 2018

BYE BYE, BAR­BARA EGGER

Ein letz­ter Jube­lauf­tritt in Biel. Wie gewohnt mit einer Schere in der Hand. Dies­mal aller­dings nicht um ein paar Kilo­me­ter Auto­bahn ein­zu­wei­hen.

An der Schnur, die Bald­nicht­mehr-Regie­rungs­rä­tin Bar­bara Egger-Jen­zer mit ihrer Schere durch­schnei­det, hängt eine Fla­sche, die als­bald auf den Bug des neuen Bie­ler­see­schiffs «MS Engel­berg» knallt. Scher­ben klir­ren und Schaum­wein spritzt. Bar­bara Egger strahlt an die­sem Mai­en­tag wie ein Mai­kä­fer.

Es ist ihr letz­ter offi­zi­el­ler Auf­tritt als Regie­rungs­rä­tin. Nach lan­gen 16 Jah­ren im Amt, hat sie nun ihr Direk­ti­ons­büro an der Rei­ter­strasse 11 in Bern geräumt und die Schlüs­sel ihrem Nach­fol­ger, SVP-Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus, über­ge­ben.

Und damit auch das West­ast-Dos­sier, das sie jah­re­lang vehe­ment ver­tei­digt hat. – Mai­kä­fer statt «lame duck». Sogar am Ende ihrer Amts­zeit hat Bau­di­rek­to­rin Egger noch ein­mal auf Power­play gesetzt und der aus der Region Biel gefor­der­ten Dis­kus­sion eine Absage erteilt. Mit der glei­chen Vehe­menz, mit der sie jah­re­lang für ihre Pro­jekte gekämpft hat, tut sie dies auch für den A5-West­ast, bis zur letz­ten Stunde im Regie­rungs­amt. Und viel­leicht auch dar­über hin­aus…

Bar­bara Egger-Jen­zer, der West­ast und ihre Zukunfts­pläne…

WEI­TER­LE­SEN

 


 

24. Mai 2018

BERN-BASHING
FEHL AM PLATZ

Eigent­lich gebührt dem Ber­ner Regie­rungs­rat ein gros­ses MERCI. Mit sei­nem kla­ren Votum gegen eine ver­tiefte Prü­fung des West­ast-so-bes­ser-Auto­bahn­pro­jekts hat er die Bie­le­rIn­nen end­lich wie­der auf die Bar­ri­ka­den gebracht. Nach der spon­ta­nen Demo und der Stadt­rats­de­batte vom 17. Mai, hat nun auch Mis­ter Biel/Bienne in die Tas­ten gegrif­fen.

«Arro­gant» titelt Mario Cor­tesi in sei­ner neu­es­ten Kolumne und beschwört den alt­be­kann­ten und gern gepfleg­ten Bie­ler Min­der­wer­tig­keits­kom­plex gegen­über Bern. «Es ist bedenk­lich», schreibt er, «wie die herr­schaft­li­chen Obrig­kei­ten in Bern mit ihren Bie­ler Unter­ta­nen umsprin­gen.» Ähn­lich lamen­tier­ten zuvor bereits die Pro­mo­to­ren der West­ast-so-bes­ser-Vari­ante sowie ver­schie­dene Stadt­rä­tIn­nen.

Mit Ver­laub: Da machen sich’s die Bie­le­rin­nen und Bie­ler nun aber zu ein­fach! Die Ver­ant­wor­tung dafür, dass es zu die­sem, wie Cor­tesi schreibt, unaus­ge­go­re­nen und städ­te­zer­stö­ren­den «Zwangs-Pro­jekt» gekom­men ist, liegt in ers­ter Linie bei den Bie­ler Ver­kehrs­po­li­ti­ke­rIn­nen. Seit Jah­ren ver­fol­gen sie ein kla­res Ziel: Sie wol­len Bun­des­gel­der ein­set­zen, um ihre haus­ge­mach­ten, inner­städ­ti­schen Ver­kehrs­pro­bleme zu lösen.

Es waren die Bie­ler, allen voran der Ex-Stadt­prä­si­dent und heu­tige Olym­pia­turbo Hans Stöckli, die für den Bau von Auto­bahn­an­schlüs­sen mit­ten in der Stadt alle Hebel in Bewe­gung gesetzt haben.

Damals wie heute kennt Stöckli keine Skru­pel und kein Zögern, wenn er etwas durch­bo­xen will. Der A5-West­ast in der vor­lie­gen­den Aus­prä­gung ist sein Erbe, das er der Stadt ein­ge­brockt hat. Die abtre­tende Bau­di­rek­to­rin des Kan­tons Bern, Bar­bara Egger, hat in all den Jah­ren immer wie­der betont, dass sie auch offen gewe­sen wäre für die Option «0‑Variante».

Ganz anders die «Arbeits­gruppe Stöckli», die 2010 eine breite Palette von Mög­lich­kei­ten geprüft und schliess­lich die Wei­chen für das heu­tige offi­zi­elle West­ast-Pro­jekt gestellt hat. Es sind Stöckli und seine Gefolg­schaft, die bis heute behaup­ten, es brau­che den A5-West­ast und die bei­den Anschlüsse Bienne Centre und Strand­bo­den, um «die Stadt vom Ver­kehr zu ent­las­ten.» Die­ses Man­tra gilt offen­bar bis heute. Auch wenn die Stadt­re­gie­rung sich neu­er­dings als Brü­cken­bauer ins Zeug legt und das Gespräch mit dem Komi­tee «West­ast so nicht!» sucht: Weder Stadt­prä­si­dent Erich Fehr noch Biels «grüne» Bau­di­rek­to­rin Bar­bara Schwi­ckert haben sich gegen diese Anschlüsse aus­ge­spro­chen.

Natür­lich ist es stos­send, dass sich der Regie­rungs­rat in sei­ner Ant­wort auf den von West­ast-Pro­mo­tor Peter Moser (FDP) ver­lang­ten Fak­ten­check auf eine «grobe Prü­fung» durch Fach­leute des Tief­bau­amts und des Bun­des­amts für Stras­sen (ASTRA) beschränkt. Zumal – laut Recher­chen des Bie­ler Tag­blatts – das ASTRA keine offi­zi­elle Stel­lung­nahme abge­ge­ben hat.

Das war ja aus Sicht des ASTRA auch gar nicht nötig. Auf die Vor­stösse von Evi Alle­mann im Natio­nal­rat und Daphné Rüfe­n­acht im Ber­ni­schen Gros­sen Rat hat der Bun­des­rat – in Abstim­mung mit dem ASTRA – schon vor einem Jahr klipp und klar fest­ge­hal­ten, dass der Bund nicht bereit sei, auch nur einen Fran­ken in neue West­ast-Pla­nun­gen zu inves­tie­ren. So gese­hen ist die regie­rungs­rät­li­che Ant­wort nach­voll­zieh­bar und kohä­rent. Zumal sie die For­de­run­gen der FDP-Motion voll und ganz erfüllt.

Schade, dass es Grüne und Linke ver­passt haben, ihrer­seits einen Vor­stoss im Gros­sen Rat ein­zu­rei­chen. Ana­log dem Vor­ge­hen im Bie­ler Stadt­rat, wo die Stadt­re­gie­rung nun klar den Auf­trag erhal­ten hat, die Vari­an­ten ver­tieft und «unab­hän­gig» prü­fen zu las­sen.

Noch ist auf Kan­tons­ebene aber nichts ver­lo­ren: Der Ent­scheid, wie mit der Motion Moser zu ver­fah­ren sei, liegt beim Gros­sen Rat! Die­ser wird Anfang Juni über das Geschäft bera­ten. – Statt über obrig­keit­li­che Miss­hand­lung zu jam­mern und sich als Unter­ta­nen zu bezeich­nen, wäre es jetzt an der Zeit, mit einer klu­gen Infor­ma­ti­ons­kam­pa­gne und Lob­by­ing den Par­la­men­ta­rie­rin­nen und Par­la­men­ta­ri­ern des Kan­tons Bern auf­zu­zei­gen, wes­halb die Region Biel weder wei­tere inner­städ­ti­sche Auto­bahn­an­schlüsse noch sonst irgend­wel­che Westäste braucht.

Argu­mente gibt es zuhauf. Es ist an der Zeit, dass sich die Genera­tion Bie­le­rin­nen und Bie­ler, die noch Jahr­zehnte in einer lebens­wer­ten Stadt leben wol­len, von der Poli­tik des See­land-Napo­leon Stöckli löst und den Mythos «STÖCKLI = IMMER GUT FÜR BIEL» end­gül­tig  begräbt.

 

 

 


 

21. Mai 2018

DIE 5. ANT­WORT FEHLT 

 

Das Bie­ler Tag­blatt fragt diese Woche
seine Lese­rin­nen und Leser:

 

Doch halt!

Die 5. Ant­wort steht nur hier. Im Ori­gi­nal fehlt sie.

Sie ist aber in Tat und Wahr­heit die ein­zig rich­tige Ant­wort von vie­len Bie­lern und Bie­le­rin­nen . 

 


 

18. Mai 2018

«ERICH FEHR (SP)
TADELTE DIE
KAN­TONS­RE­GIE­RUNG» 

Ein gros­ses Dan­ke­schön an die Ber­ner Regie­rung: Sie hat es mit ihrer schnö­den Absage an jeg­li­che Dis­kus­sion um Alter­na­ti­ven zum offi­zi­el­len A5-West­astpro­jekt Anfang Woche geschafft, die West­ast-Geg­ner­schaft end­lich aus dem Win­ter­schlaf zu wecken!

Mehr noch: Wer weiss, ob das Pos­tu­lat, das ges­tern Abend mit gros­sem Mehr über­wie­sen wor­den ist, vor einem Monat die glei­che Chance gehabt hätte. Ohne Kata­ly­sa­tor-Effekt der Absage aus Bern…

Die­ser hat nun bes­tens gewirkt: Nicht nur der Stadt­rat, auch die Bie­ler Regie­rung stellte sich gegen den Regie­rungs­rats-Ent­scheid. «Der Gemein­de­rat fin­det es bedau­er­lich», zitiert das Bie­ler Tag­blatt das Votum von Stadt­prä­si­dent Erich Fehr vor dem Stadt­rat, «will der Regie­rungs­rat die Alter­na­tive nicht ver­tieft prü­fen, weil es ein mit viel Enga­ge­ment erar­bei­te­ter Vor­schlag ist.»

Neue Töne: Plötz­lich soll in Biel Dia­log wie­der mög­lich sein! Gut so. Zu hof­fen bleibt, dass sich diese Offen­heit nicht auf die Aus­lo­tung zweier Auto­bahn­va­ri­an­ten beschränkt. Denn diese Rich­tung würde – wir wis­sen es – erneut unwei­ger­lich in eine Sack­gasse füh­ren.

Fort­set­zung folgt. Dem­nächst im Ber­ner Gros­sen Rat, der im Juni über die Motion zum soge­nann­ten «Fak­ten­check» bera­ten wird. Dort wer­den es die Stim­men gegen das offi­zi­elle A5-West­astpro­jekt schwie­ri­ger haben als im Bie­ler Stadt­par­la­ment. 

Doch eine Chance, dass auch das Kan­tons­par­la­ment die Motion über­weist, ist intakt. Ins­be­son­dere wenn es gelingt, den Par­la­men­ta­rie­rIn­nen aus den übri­gen Tei­len des Kan­tons klar zu machen, dass es sich in Biel um eine Luxus­au­to­bahn han­delt, die letzt­end­lich inner­städ­ti­sche Ver­kehrs­pro­bleme lösen soll…

Die Bericht­erstat­tung im  Bie­ler Tag­blatt vom 18.05.2018:

thumbnail of bit_20180518_0_0_1       thumbnail of bit_20180518_0_0_4

 


 

17. Mai 2018

ETAP­PEN­SIEG
IM BIE­LER STADT­RAT!

Am Don­ners­tag Abend stand im Bie­ler Stadt­rat das Pos­tu­lat betref­fend A5-West­ast-Vari­an­ten­ver­gleich zur Debatte. Zur Ein­stim­mung wur­den die Stadt­rä­tIn­nen am frü­hen Abend vor dem Rat­haus von einem laut-bun­ten Flashmob emp­fan­gen.

Ein­drück­lich zeigte die Bie­ler Bevöl­ke­rung, dass sie dem Ber­ner Regie­rungs­rat, der wei­ter­hin an sei­nem A5-West­astpro­jekt fest­hält und null Dis­kus­si­ons­be­reit­schaft signa­li­siert, die Stirn bie­ten will.

Genauso ver­hielt sich kurz dar­auf auch der Bie­ler Stadt­rat: Mit einem ein­drück­li­chen Votum von 43 gegen nur 10 Stim­men stellte er sich hin­ter das Pos­tu­lat, wel­ches ver­langt, dass das Pro­jekt «West­ast so bes­ser» auf glei­cher Stufe mit dem offi­zi­el­len West­ast-Pro­jekt ver­gli­chen wird. 

Wie immer das bewerk­stel­ligt wer­den soll, bleibt im Moment offen. Genauso wie die Frage, wohin diese Prü­fung füh­ren wird. – Immer­hin zeigte sich Stadt­prä­si­dent Fehr gesprächs­be­rei­ter als auch schon und scheint nun alle an einen Tisch brin­gen zu wol­len, um gemein­sam eine gang­bare Lösung zu fin­den. 

Das dürfte nicht ein­fach und der Weg zu einer wirk­lich ver­nünf­ti­gen – das heisst letzt­end­lich auto­bahn- und west­astfreien – Lösung noch weit sein.

Wie auch immer –  sei’s drum:

Was momen­tan zählt und gefei­ert wer­den darf ist die Tat­sa­che, dass sich die Stadt Biel – ihre Bevöl­ke­rung gemein­sam mit ihren Poli­ti­ke­rIn­nen – gegen das vom Regie­rungs­rat ange­peilte Durch­pau­ken des  offi­zi­el­len A5-West­astpro­jekts stellt. Das ist ein Novum – ein ers­ter klei­ner aber wich­ti­ger Schritt, der hof­fen lässt! 

 

 

DON­NERS­TAG, 17. MAI 2018, 17.30 UHR
VOR DEM BIE­LER RAT­HAUS:

 

 


 

16. Mai 2018

NACH DEM «CHLAPFGRING»

Am Diens­tag, 15. Mai, die regie­rungs­rät­li­che Abfuhr für die «West­ast-so-bes­ser-Auto­bahn­bauer» – zwei Tage spä­ter die Debatte im Bie­ler Stadt­rat zur Motion Scheuss, die ver­langt, dass die bei­den Auto­bahn­pro­jekte «auf glei­cher Stufe» geprüft wer­den. Ist das Zufall? – Ein Schelm, der Böses denkt…

Fakt ist: Die abtre­tende Bau­di­rek­to­rin Bar­bara Egger hat als Abschieds­ge­schenk an ihre Ver­bün­de­ten noch ein­mal beto­niert, was sie seit Jah­ren immer wie­der sagt: Über das Aus­füh­rungs­pro­jekt zum A5-West­ast wird nicht mehr dis­ku­tiert. Punkt. Schluss.

Vom Gros­sen Rat des Kan­tons Bern, wo das Thema im Juni zur Debatte steht, dür­fen sich die Auto­bahn­geg­ne­rIn­nen gar nichts erhof­fen: Wer die Mehr­heits­ver­hält­nisse im Ber­ner Kan­tons­par­la­ment kennt, muss davon aus­ge­hen, dass der Ent­scheid des Regie­rungs­rats mit gros­sem Mehr durch­ge­winkt wird.

Etwas anders prä­sen­tiert sich die Aus­gangs­lage in Biel: Hier hat die Stadt­re­gie­rung leise Dis­kus­si­ons­be­reit­schaft signa­li­siert. Zudem könnte die Geg­ner­schaft im Stadt­rat eine knappe Mehr­heit gegen das West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt errei­chen. Aller­dings ste­hen längst nicht alle, die den offi­zi­el­len West­ast ableh­nen, hin­ter der soge­nann­ten Alter­na­tive.

Des­halb gilt jetzt mehr denn je: Eine Volks­be­we­gung – ein Ziel. Die Ver­hin­de­rung des A5-Aus­füh­rungs­pro­jekts hat Prio­ri­tät für alle Bie­le­rin­nen und Bie­ler, denen die Stadt und ihre Region am Her­zen liegt.

 «West­ast-so-bes­ser» ist Geschichte – je schnel­ler sie ver­ges­sen wird, desto bes­ser! 

 


 

16. Mai 2018

ASTRA WEISS VON NICHTS

Am Mitt­woch, 16. Mai berich­tete das Bie­ler Tag­blatt aus­führ­lich und umfas­send über den Regie­rungs­rats­ent­scheid, stellte Fra­gen und deckte Hin­ter­gründe auf.

Die Recher­che zeigt: Alle haben geschum­melt: Der Kan­ton hat sich nicht – wie er in sei­ner Medi­en­mit­tei­lung und der regie­rungs­rät­li­chen Ant­wort vor­gau­kelt – mit dem ASTRA abge­spro­chen. Und die «West­ast-so-bes­ser-Auto­bahn­bauer» haben die Kos­ten ihres Pro­jekts run­ter­ge­schraubt und behaup­ten, hin­ter ihrem Pro­jekt wür­den Tau­sende ste­hen… 

Lesens­wert! 

 

thumbnail of 2018-05-16_BT_Regierungsrat

 

 


 

 

16. Mai 2018

AUS DER TRAUM!


DIE BER­NER REGIE­RUNG BLEIBT STUR.

PUNKT. SCHLUSS.

 

thumbnail of Die Westast-Alternative ist im Regierungsrat chancenlos – News Bern: Kanton – derbund.ch

 

CLICK: DIE ANT­WORT DES REGIE­RUNGS­RATS IN VOL­LER LÄNGE

 


 

09. Mai 2018


CHF 90’000.-  für Stöckli Hans  

aus BLICK,09.05.2018:

«Ich unter­stütze Sion 2026 mit allen mei­nen Kräf­ten, weil ich von der Kan­di­da­tur über­zeugt bin: Wir haben ein gutes Dos­sier erar­bei­tet, das sowohl dem Wal­lis als auch der gan­zen Schweiz sehr viel brin­gen wird», wirbt Stöckli. «Wenn das Wal­lis Ja sagt, wäre das ein welt­weit beach­te­tes posi­ti­ves Zei­chen. Dafür kämpfe ich, und des­halb habe ich auch viele andere Akti­vi­tä­ten redu­ziert

Er setze der­zeit «weit mehr als 60 Pro­zent» sei­ner Arbeits­zeit für das Olym­pia-Dos­sier ein, sagt der Ber­ner. Er sei prak­tisch jeden Tag – auch über das Wochen­ende – für die­ses ein­zig­ar­tige Pro­jekt an Kon­fe­ren­zen, Dis­kus­sio­nen und Sit­zun­gen unter­wegs.

 

PRAKTISCHJEDENTAGFÜRSION2026VOLLEREINSATZFÜRSION2026PRAKTISCHJEDENTAGFÜRSION2026VOLLEREINSATZFÜRSION2026VOLLEREINSATZFÜRSION2026VOLLEREINSATZFÜRSION2026PRAKTISCHJEDENTAGFÜRSION2026VOLLEREINSATZFÜRSION2026VOLLEREINSATZFÜRSION2026PRAKTISCHJEDENTAGFÜRSION2026VOLLEREINSATZFÜRSION2026VOLLEREINSATZFÜRSION2026VOLLEREINSATZFÜRSION2026PRAKTISCHJEDENTAGFÜRSION2026

aus DER BUND, 13.4.2018:

«Hans Stöckli, SP-Stän­de­rat und Vize­prä­si­dent des Orga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tees von Sion 2026. Er hat alles Inter­esse daran, dass es zu kei­ner Volks­ab­stim­mung kommt, da deren Aus­gang höchst unge­wiss wäre. Damit stellt sich der Genosse aus Biel gegen seine Par­tei­kol­le­gin und Land­schafts­schüt­ze­rin Sema­deni aus Pos­chiavo. Vor die­sem Hin­ter­grund erstaunt es kaum, dass sich vor allem SP-Stän­de­räte schwer­tun, Farbe zu beken­nen.»

 


April 2018

 

DAS VER­GES­SENE LOCH 

Wir wis­sen es längst: Gewiefte Inge­nieure und aus­ge­wie­sene Kön­ner ihres Fachs durch­lö­chern unsere Stadt. Nach zehn­jäh­ri­ger Bau­zeit war es im letz­ten Herbst end­lich soweit: Die ein­drück­li­chen Auto­bahn­lö­cher des soge­nann­ten A5-Ost­asts wur­den fürs Publi­kum geöff­net und kön­nen seit­her rund  um die Uhr besich­tigt wer­den.

Geht es nach den Pla­nern, soll mit dem West­ast bald das nächste Loch­werk in Angriff genom­men wer­den. Was ob der gan­zen Loch-Eupho­rie ganz und gar ver­ges­sen geht: Biel hat längst ein exklu­si­ves Loch. Mit­ten in der Stadt, gleich hin­ter dem Kon­gress­haus. Es han­delt sich dabei um einen wahr­haf­ti­gen Schatz, den der Bie­ler Künst­ler Daniel Hau­ser sogar mit der Sagrada Fami­lia in Bar­ce­lona ver­gleicht. 

Doch heute kennt kaum einer mehr die­ses Loch. Kein Wun­der: Es ist zuge­deckt.… Und nur noch via Inter­net zu ent­de­cken.

(wei­ter­le­sen..)

 


27. April 2018

AUF DEN PUNKT GEBRACHT

Mit sei­nem Leser­brief im Bie­ler Tag­blatt vom 27. April 2018 bringt Rudolf Leisi auf den Punkt, was die Tun­nel­bauer nicht wahr­ha­ben wol­len: Sogar wenn die West­ast-Auto­bahn im Bie­ler Stadt­ge­biet gänz­lich unter den Boden ver­bannt würde, löst das gross­räu­mig und lang­fris­tig keine Pro­bleme – im Gegen­teil: Die ver­ein­fachte Durch­fahrt durch Biel pro­vo­ziert Mehr­ver­kehr, der das unter Land­schafts­schutz ste­hende Nord­ufer des Bie­ler­sees zusätz­lich belas­ten würde…

thumbnail of 2018-04-27_BT_LB

West­ast und Tun­nel­blick füh­ren in die Irre. Bereits vor einem Jahr hat dies der inter­na­tio­nal bekannte Wie­ner Ver­kehrs­ex­perte Her­mann Kno­fla­cher auf den Punkt gebracht. Hier zur Erin­ne­rung noch ein­mal Aus­züge aus dem Inter­view, in dem er sich deutsch und deut­lich zu den West­ast-Plä­nen in Biel äus­sert:

«Das Pro­jekt folgt einem fal­schen Sys­tem­ver­ständ­nis. Die Eigen­dy­na­mik des Auto­ver­kehrs bestimmt das Han­deln der Tech­ni­ker und nicht die Tech­ni­ker die Eigen­dy­na­mik. Offen­sicht­lich hat man in die­sem Fall auf qua­li­fi­zierte Fach­leute ver­zich­tet, um diese Art von Ver­kehrs­pro­ble­men zu lösen. Obwohle es in der Schweiz durch­aus renom­mierte Fach­leute und gut gelöste Bei­spiele gibt.»

(…)

«Eine Stadt kann man nur vom Ver­kehr ent­las­ten, indem man dem Ver­kehr, den man redu­zie­ren will, Wider­stände ent­ge­gen­setzt: Ver­kehrs­be­ru­hi­gung, Ver­kehrs­or­ga­ni­sa­tion – nur so geht es.»

 

DAS INTER­VIEW IN VOL­LER LÄNGE 

 


18 .April 2018

«STADT GEHÖRT NICHT
NUR AUTO­FAH­RERN»

Fast hätte in den letz­ten Wochen der Ein­druck ent­ste­hen kön­nen, die Bie­ler Bevöl­ke­rung bestehe nur noch aus Auto­fah­re­rIn­nen und Auto­bahn-Befür­wor­te­rIn­nen: In Arti­keln und Leser­brie­fen gab es laut­starke Wort­mel­dun­gen von Auto­fah­re­rIn­nen und auch Quar­tier­be­woh­ne­rIn­nen gegen die flan­kie­ren­den Mass­nah­men, die seit der Eröff­nung der  Ostastau­to­bahn dafür sor­gen sol­len, dass die Quar­tiere auch wirk­lich vom moto­ri­sier­ten Ver­kehr ent­las­tet wer­den. 

Wie wich­tig und gut diese Mass­nah­men sind, fasst Denis Ros­sel in sei­nem Leser­brief zusam­men, der am Mitt­woch, 18. April im Bie­ler Tag­blatt publi­ziert wor­den ist:

 


09.April 2018

 

BIEL:
(ZU)VIELE MIT DEM AUTO UNTER­WEGS

In Biel wird fast die Hälfte der durch­schnitt­li­chen Tages­di­stanz mit dem Auto zurück­ge­legt. Dies geht aus dem Mobi­li­täts­mo­ni­to­ring her­vor, das 2017 – noch vor Eröff­nung des Ost­asts – in der Stadt durch­ge­führt wurde.

Die Zah­len machen deut­lich, was schon frü­here Stu­dien zeig­ten: Bie­le­rIn­nen set­zen sich öfters ans Steuer als Ber­ne­rIn­nen, Bas­le­rIn­nen oder Zür­che­rIn­nen, wenn sie sich in ihrer Stadt bewe­gen. «Autos schla­gen den öffent­li­chen Ver­kehr», titelt denn auch das Bie­ler Tag­blatt – und Julien Bau­mann kommt  in sei­nem Arti­kel zum Schluss: «Dar­aus lässt sich ablei­ten, dass in Biel noch viel Poten­zial für den Umstieg auf den öffent­li­chen Ver­kehr brach­liegt.»

Mit ande­ren Wor­ten: Ein­mal mehr zeigt sich, dass der Gross­teil des inner­städ­ti­schen Ver­kehrs in Biel haus­ge­macht ist! Dage­gen nüt­zen weder West­ast- noch West­astso­bes­ser-Auto­bahn­träume!

Der Arti­kel zum Mobi­li­täts­mo­ni­to­ring im BT vom 9. April 2018:

 

thumbnail of 2018-04-09_BT_Verkehrsverhalten-Biel

 


03.April 2018

 

 

FARBE BEKEN­NEN

Am 3. April um 18.30 Uhr fin­det im Farel­saal die all­jähr­li­che Mit­glie­der­ver­samm­lung des Komi­tees «West­ast so nicht» statt. Wir hof­fen sehr, dass trotz Feri­en­zeit mög­lichst enga­gierte Auto­bahn­geg­ne­rIn­nen den Weg in den Farel fin­den, denn es ist höchste Zeit, dass die künf­tige Ver­eins­po­li­tik gründ­lich dis­ku­tiert und die Wei­chen neu gestellt wer­den:

Seit der Lan­cie­rung des Pro­jekts «West­ast so bes­ser!» herrschte von Sei­ten des Ver­eins­vor­stands mehr oder weni­ger Funk­stille. Dies, obschon im letz­ten Novem­ber Work­shops und Dis­kus­si­ons­fo­ren rund um den «West­ast so besser!»-Vorschlag in Aus­sicht gestellt wor­den sind.

Eine Reihe von Mit­glie­dern des Ver­eins haben des­halb Anträge ein­ge­reicht und für die heu­tige Ver­samm­lung eine Dis­kus­sion und Stand­ort­be­stim­mung ver­langt: Nebst Anträ­gen die von Sei­ten des Ver­eins­vor­stands mehr Trans­pa­renz und demo­kra­ti­sche­res Ver­hal­ten ein­for­dern, steht vor allem die Frage des künf­ti­gen Vor­ge­hens im Zen­trum: Will man die Chance der Stunde nut­zen und eine breite, zukunfts­wei­sende Dis­kus­sion über Vari­an­ten und zukunfts­fä­hige Mobi­li­täts­lö­sun­gen lan­cie­ren? Oder fokus­siert man wei­ter­hin ein­zig und allein auf das Pro­jekt «West­ast so bes­ser!», wie dies der Ver­eins­vor­stand in den letz­ten Mona­ten prak­ti­ziert hat?

Wir fin­den: Die Beschrän­kung auf das Pro­jekt der Arbeits­gruppe Stadt­ent­wick­lung des Komi­tees ist eine gefähr­li­che Stra­te­gie! Des­halb haben wir – wie in den Sta­tuen fest­ge­legt recht­zei­tig (inner­halb einer zwei­wö­chi­gen Frist nach Erhalt der Ein­la­dung) sowie schrift­lich, per Post – den Antrag gestellt, dass an der Mit­glie­der­ver­samm­lung über das künf­tige Vor­ge­hen abge­stimmt wird. 

Wer sich für eine zukunfts­fä­hige Ver­kehrs­ent­wick­lung in der Region Biel ein­set­zen will, kann dies am kom­men­den Diens­tag mit sei­ner Stimme kund­tun: Die Mit­glie­der­ver­samm­lung hat es in der Hand, den Vor­stand auf eine zukunfts­ori­en­tierte, inno­va­tive und trans­pa­rente Stra­te­gie zu ver­pflich­ten! 

Des­halb haben wir fol­gende Anträge ein­ge­reicht:

 

thumbnail of Antrag2

thumbnail of Antrag1

 

 

 

 

P.S. An der Mit­glie­der­ver­samm­lung vom 3. April folg­ten die anwe­sen­den Ver­eins­mit­glie­der der bis­he­ri­gen Poli­tik des Vor­stands, sich auf die «Westastsobesser»-Variante zu beschrän­ken. Dem Antrag 1 wurde statt­ge­ge­ben und die Kor­rek­tur müsste im Ver­samm­lungs­pro­to­koll fest­ge­hal­ten wer­den. Der Antrag 2 wurde nicht zur Abstim­mung gebracht.

 


 

April 2018

OPI­UM­DON­NER

«Je mehr und je bes­ser aus­ge­baute Stras­sen, Tun­nels und Park­plätze, umso mehr fah­ren wir Auto. Und immer mehr Don­ner­o­pium wird nötig», schreibt Chef­re­dak­tor Köbi Gan­ten­bein in der jüngs­ten Hoch­par­terre-Aus­gabe. Der Ver­gleich mit sei­ner Band­schei­ben-The­ra­pie und der Auto­bahn­lo­gik ist schlicht bril­lant: Amü­sant zu lesen, plas­tisch und ein­leuch­tend.

Sein Fazit: «Die gros­sen, pri­va­ten Kon­zerne der Mobi­li­tät wer­den alles tun, um ihre Geschäfte auch in zehn Jah­ren noch blü­hen zu sehen. Das öffent­li­che Mil­li­ar­den­pro­gramm aber stellt eine Infra­struk­tur in die Land­schaft, die so bald nicht mehr gebraucht wer­den wird.»

thumbnail of Opiumdonner

© Hoch­par­terre 4/18

 


28. März 2018

 

GROSSE SVP-ERWAR­TUN­GEN AN REGIE­RUNGS­RAT NEU­HAUS

 

aus dem «Bund» vom 28.03.2018

«Die Bür­ger­li­chen schnap­pen Rot-Grün eine wei­tere Schlüs­sel­di­rek­tion weg: SVP-Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus wird neuer Bau­di­rek­tor.

(..)

Neu­haus ist der erste Nicht-Sozi­al­de­mo­krat an der Spitze der Bau­di­rek­tion, seit diese 1938 von Arbei­ter­füh­rer Robert Grimm über­nom­men wurde. Nun folgt Neu­haus auf Bar­bara Egger (SP). Gemäss sei­nen Anga­ben müs­sen die Ange­stell­ten nicht befürch­ten, dass es zu gros­sen Umwäl­zun­gen kom­men wird wie zuletzt in der GEF. Diese ging vor zwei Jah­ren nach lan­ger Zeit von der SP an die SVP. «Die BVE ist gut geführt, und ich glaube kein Able­ger der SP-Par­tei­zen­trale», sagt Neu­haus. Er wolle nicht drein­schla­gen.

(..)

Neu­haus’ Wech­sel ent­spricht auch dem Wunsch der SVP. Sie hat grosse Erwar­tun­gen: dass der Kan­ton mit einer «wirt­schafts­ori­en­tier­ten Ver­kehrs- und Ener­gie­pla­nung» vor­wärts­komme, wie es in einer Mit­tei­lung heisst.»

 

Hoppla. Jetzt gibt die SVP den Takt an.  A‑5-West­ast: Vor­wärts marsch? 

 

 


 

Früh­jahr 2018

DER KAN­TON SCHLÄFT NICHT!

Exo­dus an der Gurn­igel­strasse: Auf Ende 2017 hat der Kan­ton Bern im Peri­me­ter des geplan­ten Auto­bahn­an­schlus­ses Biel Centre zwei wei­tere Häu­ser erwor­ben: Alt Maler­meis­ter Hans­ruedi Mül­ler hat seine bei­den Lie­gen­schaf­ten Moser­strasse 2 sowie Gurn­igel­strasse 52 an die Auto­bahn­bauer ver­kauft und ist in die­sen Tagen aus dem Müh­le­feld weg­ge­zo­gen…

Auch an der Gurn­igel­strasse 50 wer­den bald die Zügel­wa­gen vor­fah­ren: Diese Woche haben Leo Hor­la­cher und Mar­grit Schöbi einen Miet­ver­trag «aus­ser­halb der A5-West­astrou­ten» unter­schrie­ben. Nach­dem sie jah­re­lang uner­müd­lich gegen die unsin­nige Stre­cken­füh­rung der Auto­bahn mit­ten durch die Stadt und die bei­den Anschlüsse gekämpft haben, wol­len sie die unge­wisse per­spek­ti­ven­lose Situa­tion nicht län­ger erdul­den. Da ihre Lie­gen­schaft laut offi­zi­el­len West­astplä­nen der Auto­bahn wei­chen soll, konn­ten sie seit Jah­ren nichts mehr in ihr Haus und ihre Woh­nung inves­tie­ren.

«Wir wei­chen den West­ast-Gewal­ten und zie­hen im Som­mer aus unse­rem Haus in eine Miet­woh­nung um», sagt Leo Hor­la­cher. Die Hälfte der Lie­gen­schaft gehört bereits dem Kan­ton – was nun mit Horlacher/Schöbis Haus­an­teil geschieht, ist noch unge­wiss. Natür­lich hofft Hor­la­cher, dass sie die schöne Woh­nung mit dem ein­ma­li­gen Gar­ten ver­mie­ten kön­nen. Andern­falls dürfte der Kan­ton ein wei­te­res Mal den Zuschlag erhal­ten, da ein Ver­kauf auf dem freien Markt ange­sichts des dro­hen­den Ent­eig­nungs­ver­fah­rens sowohl recht­lich wie auch fak­tisch unmög­lich ist.

Noch ist es nicht soweit. Fest steht jedoch: Der Kan­ton hält stur an sei­nen Plä­nen für die inner­städ­ti­schen Anschlüsse Biel-Centre und Strand­bo­den fest. Offen­bar will man – trotz Ein­spra­chen­flut und «Westast-so-besser»-Vorschlag – die Behör­den­va­ri­ante unver­än­dert durch­drü­cken.

Nur so lässt sich erklä­ren, wes­halb der Kauf von Lie­gen­schaf­ten ent­lang der Zer­stö­rungs­achse wei­ter­hin for­ciert wird. Zudem ist davon aus­zu­ge­hen, dass SVP-Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus als Nach­fol­ger der zurück­tre­ten­den Bau­di­rek­to­rin Bar­bara Egger keine Kurs­kor­rek­tur in Rich­tung zukunfts­fä­hi­ger Ver­kehrs­pla­nung vor­neh­men wird und gera­de­aus wei­ter­fährt.

 

Mit ande­ren Wor­ten: Die West­ast-Geg­ne­rIn­nen soll­ten sich nicht in nai­ver Sicher­heit wie­gen! Auch wenn aktu­ell gegen aus­sen Funk­stille herrscht und mit wei­te­ren Ver­zö­ge­run­gen des Pro­jekts gerech­net wer­den kann: Hin­ter den Kulis­sen wird beharr­lich wei­ter gear­bei­tet – nicht an der Prü­fung der West­ast-so-bes­ser-Vari­ante, son­dern knall­hart an der Umset­zung des uralten Mons­ter­pro­jekts!

 

 


 

Früh­jahr 2018

SCHLA­FENDE BEWE­GUNG ERSCHLAFFT

Ein Jahr ist es her, dass die ers­ten Stopp-A5-West­ast Bla­chen an Gar­ten­zäu­nen und Haus­wän­den auf­tauch­ten. Zuerst im Müh­le­feld, bald schon in der gan­zen Region: Es war Früh­ling, und der schon lange gärende Wider­stand gegen das A5-Auto­bahn­pro­jekt kam so rich­tig in Bewe­gung. Den Start­schuss bil­dete eine ein­drück­li­che Velo-Demo.

 

Jetzt ist wie­der Früh­ling – doch von Bewe­gung ist heuer nichts zu spü­ren. Im Gegen­teil: In der Region Biel haben die ewig-gest­ri­gen Freunde des moto­ri­sier­ten Ver­kehrs längst wie­der die Ober­hand. Seit Wochen bekla­gen sie sich laut­stark – in Arti­keln, Sen­dun­gen und Leser­brie­fen – über Ein­bahn­stras­sen, 30er Zonen oder neue Licht­si­gnal­an­la­gen, die dafür sor­gen sol­len, dass der Auto­ver­kehr den Umweg über die Ostastau­to­bahn nimmt…

Warum haben die Auto­bahn-Geg­ne­rIn­nen das Heft aus der Hand gege­ben? Und: Wie soll es wei­ter gehen?

Mehr dazu:

WEI­TER­LE­SEN

 

 

 


Ende März 2018

SANKT NIM­MER­LEINS­TAG

 

 

«Die Misere schön­re­den», titelt das Bie­ler Tag­blatt die News des Tages: Künst­ler Tho­mas Hirsch­horn und die Stif­tung Schwei­ze­ri­sche Plas­tik­aus­stel­lung Biel müs­sen das gross ange­sagte Wal­ser-Event auf dem Bahn­hof­platz Biel um ein Jahr auf 2019 ver­schie­ben.

Dies, weil man es ver­passt hat, recht­zei­tig eine Bau­be­wil­li­gung ein­zu­ho­len. Man glaubte offen­bar, für das ange­sagte Leucht­turm­pro­jekt an zen­tra­ler Lage auf sol­che Bana­li­tä­ten ver­zich­ten zu kön­nen. Auch hielt es kei­ner für nötig, die direkt Betrof­fe­nen – nament­lich Taxi­fah­re­rIn­nen oder Pend­le­rIn­nen, früh­zei­tig zu infor­mie­ren oder gar in der Pro­jekt­ent­wick­lung zu berück­sich­ti­gen.

Nun, Meis­ter Hirsch­horn ist nicht der ein­zige, der die­ser Tage eine Lek­tion in Sachen Demo­kra­tie ver­passt bekommt. Auch die Olym­pia-2026-Tur­bos mit Fah­nen­trä­ger Hans Stöckli und der Bun­des­rat als gross­zü­gi­ger Ver­tei­ler von Steu­er­gel­dern woll­ten den Ent­scheid über eine Mil­li­arde Sub­ven­tio­nen für den Gross­an­lass am Schwei­zer Volk vor­bei­peit­schen. Da die Zeit für die Kan­di­da­tur Sion 2026 sonst zu knapp sei, wie es heisst. Ges­tern wur­den sie eines Bes­se­ren belehrt: Der Natio­nal­rat hat die Motion von Sil­via Sema­deni ange­nom­men, die ver­langt, dass die finan­zi­elle Unter­stüt­zung eine refe­ren­dums­fä­hige Geset­zes­grund­lage brau­che. Gut so!

Man könnte ja die Volks­ab­stim­mung über die Olym­pia-Mil­li­arde gleich­zei­tig ter­mi­nie­ren wie den Ent­scheid über die 8 Mil­li­ar­den für Par­me­lins neue Flug­zeuge. Über die wir, glaubt man den aktu­el­len Medi­en­be­rich­ten, abstim­men sol­len, ohne kon­kret zu wis­sen, was für Flug­zeuge ange­schafft wer­den sol­len. Per­fekt. Es lebe die Demo­kra­tie!

Das Hirsch­horn­pro­jekt wird also auf 2019 ver­scho­ben, die Olym­piade kann mal bis 2054 war­ten und neue Flug­zeuge gibt es viel­leicht 2063. – Ach ja, und die­ses Auto­bahn­pro­jekt in Biel, bei dem die Bevöl­ke­rung bis anhin auch nicht mit­re­den durfte?

Eine Volks­ab­stim­mung ist dafür defi­ni­tiv nicht vor­ge­se­hen. Doch mit der Bau­be­wil­li­gung und den Ein­spra­chen läuft es offen­bar nicht nach dem Gusto der Steu­er­geld-Ver­lo­cher. Das vor­lie­gende Pro­jekt, hört man näm­lich, könnte eben­falls an den Ein­spra­chen schei­tern und müsste neu auf­ge­legt wer­den. Wir nehmen’s gelas­sen und erwar­ten den Bau des A5-West­asts vor­aus­sicht­lich zum Sankt Nim­mer­leins­tag!

 


 

März 2018

VISIO­NEN FÜR BIEL 

Die neue Vision 2035 ist da! Unter dem Motto «Unsere Stadt» geht sie der Frage nach, wie Biel in 5, 10 oder 30 Jah­ren aus­se­hen wird. Im Edito fragt Andreas Bach­mann: «Sind wir gefan­gen in dif­fu­sen Metro­po­lis-Träu­men und einer Wachs­tum-über alles-Men­ta­li­tät? Soll Biel nur ein Feld­chen auf einem ima­gi­nä­ren Mono­poly-Brett­spiel im Wett­kampf um Inves­to­ren und potente Steu­er­zah­ler sein, obschon wir wis­sen, dass in die­sem Spiel jeweils nur Wenige gewin­nen?»

Wir sagen: Nein! –Denn Biel hat ein Rie­sen­po­ten­zial, jen­seits von Auto­bah­nen und Kom­merz:

thumbnail of vision2035_Biel_anders

Wei­tere In- und Ein­sich­ten über die Zukunft von Biel sind  HIER  zu fin­den, in der äus­serst lesens­wer­ten neuen Aus­gabe von Vision 2035.

 

 


 

7.Februar 2018

EILE MIT WEILE

Wer erin­nert sich? – Anfang Januar 2017  stell­ten die Behör­den von Biel und Nidau ihre «städ­te­bau­li­che Begleit­pla­nung» zum A5-West­ast vor und rie­fen die Bevöl­ke­rung zur Mit­wir­kung auf. Dies Monate, bevor die Details zum Aus­füh­rungs­pro­jekt der Stadt­au­to­bahn bekannt waren.

Schon damals wurde kri­ti­siert, dass die­ses Vor­ge­hen unsin­nig sei. Die Mit­wir­kungs­ein­ga­ben muss­ten damals vor Mitte März fer­tig­ge­stellt sein. 

Seit Mona­ten war­ten all jene, die sich damals im Rah­men der Mit­wir­kung enga­giert haben, auf eine Ant­wort. Diese Woche wur­den sie – nach einem ers­ten Brief im August 2017 –  erneut ver­trös­tet: Am 12. Februar ver­schick­ten die Behör­den an alle, die sich damals die Mühe zum Mit­wir­ken genom­men hat­ten, einen Brief, mit dem sie noch­mals um Geduld bit­ten. Das Ergeb­nis des Ver­fah­rens soll nun Mitte Mai 2018 bekannt gege­ben wer­den.

Man kann gespannt sein, auf die­ses «Ergeb­nis» – ange­sichts der anste­hen­den Grund­satz­de­batte um den A5-West­ast in und um Biel…

thumbnail of Scan

 

 


7.Februar 2018

UND SIE BEWEGT SICH DOCH
DIE STADT BIEL

Der Gemein­de­rat der Stadt Biel ist bereit, sich für den Erhalt des Maschi­nen­mu­se­ums Centre Mül­ler ein­zu­set­zen. Dies steht in der Stel­lung­nahme zur Peti­tion «Das Maschi­nen­mu­seum Centre Mül­ler darf dem A5-West­ast nicht geop­fert wer­den», die im letz­ten Herbst ein­ge­reicht wurde. Zur Erin­ne­rung: Am Tag der offe­nen Tür, sam­mel­ten die Betrei­ber des Maschi­nen­mu­se­ums unter den Besu­che­rIn­nen rund 300 Unter­schrif­ten, die in der Folge der Stadt über­reicht wur­den. In der heute ver­öf­fent­li­chen Medi­en­mit­tei­lung steht u.a.: «Der Gemein­de­rat teilt die Auf­fas­sung der Peti­tio­näre, dass das Maschi­nen­mu­seum eine ein­ma­lig Samm­lung his­to­ri­scher Maschi­nen beher­bergt, die für das kol­lek­tive Gedächt­nis rund um die Indus­tria­li­sie­rung von gros­ser Bedeu­tung ist. (…) Der Gemein­de­rat wird sich daher im Rah­men sei­ner Mög­lich­keit dafür ein­set­zen, dass das Maschi­nen­mu­seum der inter­es­sier­ten Öffent­lich­keit an sei­nem jet­zi­gen oder einem ande­ren geeig­ne­ten Stand­ort erhal­ten bleibt.»

Diese Ant­wort löste bei der Mul­ler Machi­nes SA, der Besit­ze­rin und Betrei­be­rin des Centre Mül­ler, grosse Freude aus. «Natür­lich ste­hen bei uns die Expo­nate im Zen­trum», sagt Monica Meyer-Büh­ler, Mit­glied der Geschäfts­lei­tung und ver­ant­wort­lich für das Museum. «Aber auch der ein­ma­lige Stand­ort zwi­schen Bahn­hof und See spielt eine wich­tige Rolle. Wir möch­ten gerne hier blei­ben und fän­den es äus­serst schade, wenn der A5-West­ast tat­säch­lich gebaut würde, wie aktu­ell geplant, Und wir hier wäh­rend 15 Jah­ren eine Bau­stelle hät­ten.»

 

thumbnail of CP GR 07.02.18_d_f

 


 

Januar 2018

DIS­KUS­SION VER­TAGT

In der Januar-Num­mer der Zeit­schrift Hoch­par­terre wurde für das Früh­jahr ein Städ­te­bau-Stamm­tisch zum Thema «West­ast-Auto­bahn» ange­kün­digt. Bis heute gibt es dafür kein Datum. Der Grund: Stadt­prä­si­dent Fehr steht vor­läu­fig für eine Dis­kus­sion nicht zur Ver­fü­gung, weil er «die Stel­lung­nahme der Behör­den zum Pro­jekt «West­astso­bes­ser» abwar­ten wolle:

 

 

Was die Posi­tion des Komi­tees «West­ast so nicht» anbe­langt, gibt es nichts Neues zu berich­ten: An der Ver­samm­lung vom 3. April 2018 folg­ten die Mehr­heit der anwe­sen­den Ver­eins­mit­glie­der der bis­he­ri­gen Poli­tik des Vor­stands, sich auf die «Westastsobesser»-Variante zu beschrän­ken.


 

 

2017

 

 


31.Dezember 2017

2017 – EIN SCHICK­SAHLS­JAHR?

Die Region Biel blickt in Sachen Ver­kehrs­po­li­tik auf eine bewegte Zeit zurück. Zehn Jahre nach dem ers­ten Spa­ten­stich wurde Ende Okto­ber die knapp 5 Kilo­me­ter lange, rund 1,2 Mil­li­ar­den teure Auto­bahn­stre­cke des A5-Ost­asts in Biel eröff­net. Dies, nach­dem bereits im April das letzte Teil­stück der Trans­ju­rane (A16) ein­ge­weiht wor­den war, deren Bau 30 Jahre gedau­ert und über 6,5 Mil­li­ar­den Fran­ken gekos­tet hat.

Wäh­rend des gan­zen Jah­res regel­mäs­sig für Schlag­zei­len gesorgt hat in der Region aber ein Stück Auto­bahn, das noch gar nicht gebaut ist – und hof­fent­lich auch nie gebaut wird: Der A5-West­ast.

Hier der

RÜCK­BLICK AUF EIN BEWEG­TES JAHR

 


 

Ende 2017

KEINE DRING­LICH­KEIT

Zur Erin­ne­rung: Mit­glie­der des Komi­tees «Pro-A5-West­ast» reich­ten Mitte Novem­ber 2017 im Bie­ler Stadt­rat eine dring­li­che Inter­pel­la­tion und im Gros­sen Rat eine dring­li­che Motion ein. Die iden­tisch for­mu­lier­ten par­la­men­ta­ri­schen Vor­stösse for­dern einen «Fak­ten-Check» der zei­gen soll, ob die Ver­spre­chun­gen des Pro­jekts «West­ast so bes­ser!» rea­lis­tisch sind – und dem Ver­gleich mit dem offi­zi­el­len Pro­jekt stand­hal­ten.

So schnell, wie sich das die Motio­näre vor­ge­stellt haben, geht’s nun aber offen­bar nicht: Auf kan­to­na­ler Ebene wurde der Antrag auf «Dring­lich­keit» abge­lehnt. Das heisst: Es dürfte noch etwas dau­ern, bis der Grosse Rat über die Motion abstimmt.

thumbnail of 171120_Motion Moser_GR

 


 

20. Dezem­ber 2017

WEST­AST IST ÜBER­FLÜS­SIG!

Zwei Monate nach der Eröff­nung der Ost­ast-Auto­bahn in Biel zog das Bie­ler Tag­blatt eine erste Bilanz: Das befürch­tete Chaos in und um Biel ist aus­ge­blie­ben! So hatte etwa Ste­fan Krat­ti­ger, Gemein­de­prä­si­dent von Aeger­ten und Prä­si­dent der Kon­fe­renz Agglo­me­ra­tion Biel des Ver­eins Seeland.biel/bienne vor der Eröff­nung des Ost­asts pro­gnos­ti­ziert: «Im Bereich des feh­len­den West­asts könnte es an gewis­sen Stel­len und zu gewis­sen Zei­ten 40 bis 50 Pro­zent mehr Ver­kehr geben.» Heute stellt er fest, dass dies nicht ein­ge­trof­fen ist und sagt, die bis­he­ri­gen Erfah­run­gen seien grund­sätz­lich posi­tiv. Wo Schleich­ver­kehr beob­ach­tet wird, wie etwa in Bell­mund oder Port, kann die­sem mit ver­kehrs­len­ken­den Ein­grif­fen Ein­halt gebo­ten wer­den. Das sind rela­tiv ein­fa­che und kos­ten­güns­tige Mass­nah­men – die viel Wir­kung zei­gen!

Fazit: Ange­sichts der aktu­el­len Ver­kehrs­si­tua­tion erscheint es unsin­ni­ger denn je, über zwei Mil­li­ar­den Fran­ken aus­zu­ge­ben für eine stadt­zer­stö­re­ri­sche Auto­bahn, die nie­mand braucht! Diese würde nur zusätz­li­chen Ver­kehr anzie­hen und damit neue Staus pro­vo­zie­ren. Was bekannt­lich nie­mand will…

thumbnail of 2017-12-20_BT_Artikel_Ostast 


8. Dezem­ber 2017

IMMER MEHR.…

Ein Arti­kel im  «Bund» über die Auto­bahn-Pla­nung in Bern zeigt ein­mal mehr in aller Deut­lich­keit: Neue Stras­sen­in­fra­struk­tur schafft neue Pro­bleme. Und noch immer weiss man beim ASTRA nichts Bes­se­res, als diese mit einem wei­te­ren Aus­bau der Ver­kehrs-Infra­struk­tur anzu­ge­hen…

Der dop­pel­stö­ckige Krei­sel im Wank­dorf ist bereits immens. Geht es nach dem ASTRA, soll künf­tig ein rie­si­ges Anschluss­bau­werk dort regel­mäs­sig auf­tre­tende «ver­kehr­li­che Eng­pässe» lösen. Damit ist eine wei­tere Zunahme des moto­ri­sier­ten Ver­kehrs vor­pro­gram­miert. Wes­halb wohl mit­tel­fris­tig, nebst dem Fel­sen­au­via­dukt, eine zweite Auto­bahn­brü­cke über das Aare­tal gebaut wer­den müsse, so der zustän­dige Mann beim ASTRA

In die­sem Zusam­men­hang sei noch ein­mal an die Fest­stel­lung des Ver­kehrs­ex­per­ten Klaus Zwei­brü­cken erin­nert. Der das Pro­blem mit dem lau­fen­den Infra­struk­tur-Aus­bau auf den Punkt bringt: «Die­ser Ansatz ist eigent­lich längst geschei­tert: Seit 50 Jah­ren bauen wir Stras­sen und haben damit keine Stras­sen­ver­kehrs­pro­bleme gelöst. Im Gegen­teil, diese Pro­bleme sind immer grös­ser gewor­den, weil jede Strasse ja auch wie­der neuen Ver­kehr erzeugt. Und einen Anreiz schafft, das Auto zu benut­zen.» 

 

thumbnail of 2017-12-08_Bund_Wankdorf

 


25. Novem­ber 2017

ALTER WEIN IN ALTEN SCHLÄU­CHEN  

«Das Duell um die bes­sere Auto­bahn» titelte das Bie­ler Tag­blatt am 25. Novem­ber 2017. Nun sind wir also wie­der zurück auf Feld eins: Wie vor 10 Jah­ren debat­tie­ren Poli­ti­ker und Pla­ner in Biel erneut über West­ast-Vari­an­ten mit­ten durch die Stadt. Wie vor zehn Jah­ren hütet man sich davor, das Pro­jekt des A5-West­asts grund­sätz­lich zu hin­ter­fra­gen.

Zwei Sei­ten lang kreu­zen Peter Boh­nen­blust, Co-Prä­si­dent des West­ast-Pro-Komi­tees und Daniel Sig­rist, Vor­stands­mit­glied des Komi­tees «West­ast so nicht» die Klin­gen. Die bei­den sind alte Bekannte: Sowohl Sig­rist wie Boh­nen­blust sas­sen in der Begleit­gruppe, die Regie­rungs­rä­tin Bar­bara Egger anno 2008 ein­ge­setzt hatte, um der West­ast-Pla­nung ein demo­kra­ti­sches Män­tel­chen zu ver­pas­sen.

Ein geschick­ter Schach­zug, der nach­hal­tig gelun­gen ist: Sämt­li­che Par­teien – von den Grü­nen über die SP bis zur SVP sowie die Schutz­ver­bände, vom VCS über die IG Velo bis zum Hei­mat- und Land­schafts­schutz, lies­sen sich damals ein­bin­den. Das Motto lau­tete: Keine Fun­da­men­tal­op­po­si­tion gegen die Auto­bahn. Statt­des­sen kon­struk­tive Mit­ar­beit zur Opti­mie­rung des Pro­jekts.

Also zeigte man sich koope­ra­tiv und machte in der Begleit­gruppe mit. Diese war aller­dings von Anfang an ein blos­ses Abnick­gre­mium, wie Sit­zungs­teil­neh­me­rIn­nen aus allen Lagern ein­stim­mig bestä­ti­gen. Trotz­dem wer­den Leute wie Boh­nen­blust nicht müde zu behaup­ten, dass das vor­lie­gende West­ast-Pro­jekt «in einem lan­gen demo­kra­ti­schen Pro­zess ent­wi­ckelt wurde.»

Ein Pro­jekt nota­bene, das schon damals ver­al­tet war, und ange­sichts des­sen Gigan­tis­mus sämt­li­che Alarm­glo­cken hät­ten läu­ten müs­sen. In Biel jedoch scheint die Angst, als Auto­has­ser gebrand­markt zu wer­den, bis heute den gesun­den Men­schen­ver­stand ab und zu aus­ser Kraft zu set­zen. So beto­nen sogar Grüne und Velo-Poli­ti­ke­rIn­nen immer wie­der unge­fragt und ohne Not, dass sie nichts gegen Autos und Auto­fah­rer hät­ten.

Und lie­fern nun, mit dem Auto­bahn­pro­jekt «West­ast so bes­ser!», den Tat­be­weis. Aller­dings spie­len sie das Spiel wie­der mit, bei dem sie in der Ver­gan­gen­heit bereits mit abge­säg­ten Hosen da stan­den: Das Feil­schen zwi­schen zwei Pro­jek­ten um die «bes­sere Auto­bahn» ist eine gewagte Stra­te­gie. Zumal man aktu­ell mit einer Ide­en­skizze gegen ein Pro­jekt antritt, in des­sen Pla­nung bereits Mil­lio­nen inves­tiert wur­den. Und den Befür­wor­tern ohne es zu mer­ken eine Steil­vor­lage lie­fert: Diese ver­kün­den als Pos­tu­lan­ten näm­lich schon froh­ge­mut: Das Gute an «West­ast so bes­ser!» sei die Tat­sa­che, dass bei die­sem Vor­schlag «die Not­wen­dig­keit einer Auto­bahn nicht mehr bestrit­ten wird.»

Warum soviel Zeit und Krea­ti­vi­tät in ein So-bes­ser-Pro­jekt ver­lo­chen, von dem des­sen Erfin­der sel­ber sagen: «Grund­sätz­lich ist der West­ast falsch. Wer Stras­sen sät, wird Ver­kehr ern­ten»?

Oder, wie es Klaus Zwei­brü­cken, Pro­fes­sor für Ver­kehrs­pla­nung auf den Punkt gebracht hat: «Was wir in Biel aktu­ell sehen, ist der Infra­struk­tur-Ansatz, wo man ver­sucht, mit Stras­sen­aus­bau­ten Pro­bleme zu lösen. Die­ser Ansatz ist eigent­lich längst geschei­tert: Seit 50 Jah­ren bauen wir Stras­sen und haben damit keine Stras­sen­ver­kehrs­pro­bleme gelöst. Im Gegen­teil, diese Pro­bleme sind immer grös­ser gewor­den, weil jede Strasse ja auch wie­der neuen Ver­kehr erzeugt. Und einen Anreiz schafft, das Auto zu benut­zen.»

Wann, wenn nicht jetzt, nach der erfolg­rei­chen Eröff­nung des A5-Ost­asts, wäre der rich­tige Moment um inne­zu­hal­ten und das Ganze noch ein­mal grund­sätz­lich anzu­ge­hen?

Es wäre höchste Zeit für die Ein­sicht, dass es keine rich­tige Lösung gibt, im fal­schen Pro­jekt.

thumbnail of 2017-25-11_BT_Sigrist_Bohnenblust_1

 


17.November 2017

PRO-KOMI­TEE WILL FAK­TEN-CHECK

In einer ers­ten Reak­tion hat­ten Expo­nen­ten des Komi­tees «Pro-A5-West­ast» das Alter­na­tiv­pro­jekt «West­ast so bes­ser!» rund­weg abge­lehnt: «Die vor­ge­schla­gene Alter­na­tive bie­tet kei­nen gang­ba­ren Weg, die Ver­kehrs­pro­bleme der Region zu lösen», lies­sen die Befür­wor­ter im Anschluss an die Prä­sen­ta­tion des  Tun­nel­pro­jekts ohne inner­städ­ti­sche Anschlüsse ver­lau­ten.

Eine Woche spä­ter sieht alles anders aus:  Mit Vor­stös­sen im Gros­sen Rat sowie in den Stadt­par­la­men­ten von Biel und Nidau ver­lan­gen nun die glei­chen West­ast-Befür­wor­ter, dass das Pro­jekt «West­ast so bes­ser!» einem Fak­ten-Check auf seine Wir­kung und Mach­bar­keit hin unter­zo­gen wird. 

«Wenn der neue Vor­schlag ver­gleich­bare Ergeb­nisse bringt und die grund­sätz­li­che Mach­bar­keit als gege­ben beur­teilt wird, kann in einem zwei­ten Schritt die tech­ni­sche Mach­bar­keit im Detail geprüft wer­den», heisst es wei­ter im Vor­stoss, der mit dem Hin­weis endet: «Posi­tiv zu wer­ten ist, dass bei die­sem neuen Vor­schlag die Not­wen­dig­keit einer Auto­bahn nicht mehr bestrit­ten wird.»

Erfreu­lich: Es bewegt sich end­lich etwas! Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass sowohl die Stadt­par­la­mente wie der Grosse Rat die als dring­lich erklär­ten Vor­stösse dem­nächst über­wei­sen wer­den. Das heisst, die Stadt- und Kan­tons­be­hör­den müs­sen in den kom­men­den Mona­ten zu Fra­gen betref­fend Alternative(n) Stel­lung neh­men. Der West­ast ist zurück im poli­ti­schen Pro­zess. Das ist gut so.

 


12.November 2017

BRAUCHT ES
DEN A5-WEST­AST ÜBER­HAUPT?

Seit zwei Wochen rollt der moto­ri­sierte Ver­kehr über den A5-Ost­ast. Der neue Auto­bahn­ab­schnitt zeigt bereits Wir­kung: Auto­fah­re­rIn­nen, die aus den ver­schie­dens­ten Him­mels­rich­tun­gen in und um Biel unter­wegs sind, berich­ten von «gewon­ne­ner Zeit» und schnel­le­ren Ver­bin­dun­gen.

In der See­vor­stadt etwa, oder an der Mett­strasse, ist es augen­fäl­lig: Sogar wäh­rend der Stoss­zei­ten am Mor­gen, Mit­tag und Abend fliesst der Ver­kehr unge­hin­dert. Gebremst wird die Aus­fahrt Rich­tung Neu­en­burg aktu­ell ein­zig durch eine Bau­stelle mit Licht­si­gnal­an­lage auf der Höhe Neu­en­burg­strasse 140.

Allen Kas­san­dra­ru­fen zum Trotz, ist das ange­drohte Ver­kehrs­chaos im Süden der Stadt bis­her aus­ge­blie­ben. Im Müh­le­feld­quar­tier oder auf dem Guido-Mül­ler-Platz zum Bei­spiel, hat sich nicht viel ver­än­dert. Dies, obschon die ver­spro­che­nen Mass­nah­men zur Opti­mie­rung der Ver­kehrs­flüsse noch längst nicht alle umge­setzt sind.

Noch ist es zu früh, für defi­ni­tive Ent­war­nung. Da damit gerech­net wer­den muss, dass die neue Schnell­strasse gross­räu­mig zusätz­li­chen Ver­kehr anzieht.

Statt jetzt aber kopf­los die Voll­endung des Netz­be­schlus­ses ein­zu­for­dern und an guten und bes­se­ren West­astva­ri­an­ten her­um­zu­pla­nen, müs­sen jetzt erst ein­mal aus­sa­ge­kräf­tige Zah­len her. Diese wer­den aktu­ell erho­ben. Erst die Resul­tate die­ser Ver­kehrs­zäh­lun­gen erlau­ben fun­dierte Aus­sa­gen über die Ver­kehrs­flüsse in der Region, wel­che die Basis sein müs­sen, für all­fäl­lige wei­tere Mass­nah­men und Ent­scheide.

 


06. Novem­ber 2017

 

WEST­ASTSO BES­SER?

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Die Pla­ner und Archi­tek­ten der Arbeits­gruppe «Städ­te­bau» vom Komi­tee «West­ast – so nicht!» haben ihr seit lan­ger Zeit ange­kün­dig­tes Alter­na­tiv­pro­jekt prä­sen­tiert. Es heisst: «West­ast so bes­ser!»

 

Am Mon­tag, 6. Novem­ber 2017 wurde der Vor­schlag den Gemein­de­rä­tIn­nen von Biel und Nidau vor­ge­stellt, die die Prä­sen­ta­tion offen­bar kom­men­tar­los zur Kennt­nis genom­men haben. Am Diens­tag, 7. Novem­ber wur­den die Medien ori­en­tiert, und am Abend erfuh­ren schliess­lich auch noch die Ver­eins­mit­glie­der des Komi­tees im über­vol­len Farel­saal, was die Arbeits­gruppe unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit aus­ge­heckt und lange geheim gehal­ten hatte.

Hier die wich­tigs­ten Eck­punkte: Ein 5 Kilo­me­ter lan­ger Auto­bahn­tun­nel soll die Stadt zwei­spu­rig (im Gegen­ver­kehr) in 20 Metern Tiefe unter­que­ren. Die Stre­cke wird vom Brügg­moos bis zur Tun­nel­aus­fahrt Vingelz/Rusel exakt unter der heute bestehen­den ober­ir­di­schen Ver­bin­dungs­achse geführt.

Für die Erschlies­sung der Stadt soll die bestehende Strasse von den Weid­tei­len bis nach Vin­g­elz zu einem Bou­le­vard aus­ge­baut wer­den: attrak­tiv für den Fuss- und Velover­kehr, gleich­zei­tig aber auch Auto­bahn­zu­brin­ger und Aus­weich­stre­cke bei Sper­rung des Tun­nels. Das heisst, dass der Last­wa­gen­schwer­ver­kehr, der auf der A5 zuneh­men wird, bei Bedarf ohne grosse Behin­de­run­gen mit 40-Tön­nern auf die­sem Bou­le­vard muss zir­ku­lie­ren kön­nen.

Bes­ser sei die­ses Pro­jekt, so Archi­tekt Lars Misch­kul­nig, weil man auf die bei­den stadt­zer­stö­re­ri­schen Anschlüsse ver­zichte. Aber auch weil für den vor­ge­schla­ge­nen Auto­bahn­tun­nel vom Brügg­moos bis nach Vingelz/Rusel weder Bäume gefällt, noch Häu­ser abge­ris­sen wer­den müss­ten.

 

Unter­tun­ne­lung des Grund­was­ser­stroms

Für die Abklä­rung der heik­len Grund­was­ser­si­tua­tion, hat der Vor­stand des Komi­tees «West­ast so nicht!» eine Stu­die in Auf­trag gege­ben. Darin kommt der Bau­in­ge­nieur Mar­tin Gysel zum Schluss, dass die Unter­que­rung der Stadt, trotz des locke­ren Bau­grunds, «mach­bar» sei. Das Risiko werde mini­miert, indem man den Tun­nel mit­tels Hydro­schild-Ver­fah­ren unter dem Haupt­grund­was­ser­strom erstelle.

Aller­dings weist er dar­auf hin, dass der Bau­grund äus­serst anspruchs­voll sei. Unter ande­rem wür­den einige Stel­len mit tie­fem Grund­was­ser vom Tun­nel­bau tan­giert, was zu Set­zun­gen füh­ren könnte. Das ist im dicht bebau­ten Stadt­ge­biet nicht tole­rier­bar. Weil der Tun­nel­vor­stoss beim gewähl­ten Bau­ver­fah­ren mit einer Mischung von Ben­to­nit und Was­ser sofort abge­dich­tet wird, werde die Röhre lau­fend sta­bi­li­siert, erklärt Gysel. Er stützt sich dabei auf seine Erfah­run­gen beim Zim­mer­berg­tun­nel in Zürich, wo die Aus­gangs­lage teil­weise ähn­lich war. Aller­dings war die heikle Stre­cke mit Locker­ge­stein unter der Stadt bei die­sem Pro­jekt um ein Viel­fa­ches kür­zer als bei der Vari­ante «West­ast so bes­ser!».

Um bösen Über­ra­schun­gen vor­zu­beu­gen, müsse man zuerst einen Pilot­stol­len unter der Stadt hin­durch erstel­len, führt Gysel wei­ter aus. Die Bau­kos­ten für den Tun­nel, inklu­sive elek­tri­scher Anla­gen, schätzt er auf rund 1,1 Mil­li­ar­den Fran­ken.

 

«Schlim­me­res ver­hin­dern» statt inno­va­tive Vari­ante

Das Alter­na­tiv­pro­jekt wirbt damit, dass weder Häu­ser noch Bäume dem «bes­se­ren West­ast» geop­fert wer­den müss­ten und die Bau­zeit gegen­über dem aktu­el­len Pro­jekt hal­biert würde.

Aller­dings wirft es auch eine Reihe von Fra­gen auf: Die Unter­que­rung der Stadt im Bereich des See­be­ckens bleibt ein Risiko. Mit dem Auto­bahn­tun­nel wer­den die Stras­sen­ka­pa­zi­tä­ten erwei­tert, was unwei­ger­lich zu Mehr­ver­kehr füh­ren wird, nament­lich auch zu mehr Tran­sit­ver­kehr. Dies ist beson­ders stos­send, weil die Fort­set­zung der A5 ent­lang dem schma­len und öko­lo­gisch sen­si­blen Nord­ufer des Bie­ler­sees schon heute pro­ble­ma­tisch ist.

«Wir wer­fen nicht alles über Bord, son­dern hal­ten uns an die Lini­en­füh­rung des bereits geneh­mig­ten Pro­jekts», begrün­det Lars Misch­kul­nig den Ent­scheid, den A5-West­ast in der vor­lie­gen­den Form nicht grund­sätz­li­cher infrage zu stel­len. So wer­den denn auch der Vin­g­el­z­tun­nel wie der Zubrin­ger rech­tes Bie­ler­see­ufer unbe­se­hen über­nom­men. «Es ist ein Pro­jekt, das Schlim­me­res ver­hin­dern will und dank finan­zi­el­ler Ein­spa­run­gen der gan­zen Schweiz etwas bringt.»

 

Eine wei­tere Vari­ante – nicht mehr und nicht weni­ger

Die Arbeits­gruppe Städ­te­bau des Komi­tees stellt in Aus­sicht, dass ihre Alter­na­tive halb soviel kos­ten würde wie das mit 2,5 Mil­li­ar­den bud­ge­tierte Aus­füh­rungs­pro­jekt. Aller­dings füh­ren sie in ihrer Auf­stel­lung nur die Kos­ten für den Tun­nel­bau auf. Unklar ist, was die Gestal­tung des Bou­le­vards und die städ­te­bau­li­chen Ent­wick­lung kos­ten, und wie diese ober­ir­di­schen Pro­jekte finan­ziert wür­den.

Mit dem Alter­na­tiv­vor­schlag «West­ast so bes­ser!» liegt nun eine wei­tere Vari­ante auf dem Tisch, mit zahl­rei­chen offe­nen Fra­gen. Andere bereits vor­ge­stellte Vari­an­ten schla­gen Ähn­li­ches vor oder stel­len inno­va­tive Lösun­gen in einem grös­se­ren ver­kehrs­po­li­ti­schen Kon­text zur Dis­kus­sion.

Die Pla­ner vom Komi­tee «West­ast – so nicht!» for­dern nun von den Bie­ler und Nidauer Stadt­be­hör­den, dass sie sich für eine Sis­tie­rung des gel­ten­den Aus­füh­rungs­pro­jekts ein­set­zen. In der Folge sol­len Bund und Kan­ton im Rah­men eines par­ti­zi­pa­ti­ven Pro­zes­ses den Alter­na­tiv­vor­schlag prü­fen und wei­ter­ent­wi­ckeln.

Wäh­rend die erste For­de­rung nach Übungs­ab­bruch voll­um­fäng­lich zu unter­stüt­zen ist, greift der Vor­schlag, ein­zig die Vari­ante «West­ast so bes­ser!» wei­ter zu ver­fol­gen, ein­deu­tig zu kurz: Es ist höchste Zeit, dass sich die inter­es­sierte Bevöl­ke­rung bei Grund­satz­fra­gen ein­brin­gen kann! Dafür braucht es eine breite Dis­kus­sion. Und nicht, wie von den Behör­den bereits im Rah­men des vor­lie­gen­den Aus­füh­rungs­pro­jekt prak­ti­ziert, die Beschrän­kung der Mit­spra­che auf ein paar Ver­bes­se­run­gen an einem unbe­frie­di­gen­den Pro­jekt.

Also nicht Vogel friss oder stirb. Son­dern Vogel flieg!

 

 


Ende Okto­ber 2017

UNER­WÜNSCHTE INFOR­MA­TION

Wäh­rend der Plan­auf­lage im ver­gan­ge­nen Früh­jahr stan­den «Infor­ma­ti­ons­ta­feln» zur A5 wäh­rend Wochen im öffent­li­chen Raum. Wir erin­nern uns an geschönte Visua­li­sie­run­gen und ein­sei­tige Texte, pro­du­ziert und finan­ziert vom Tief­bau­amt des Kan­tons Bern.

Diese Aktion inspi­rierte den Ver­ein «Biel notre Amour» dazu, sei­ner­seits ein Pla­kat zu kre­ieren. Mit Infor­ma­tio­nen, die jene der «offi­zi­el­len» Tafeln ergän­zen.

Am Sams­tag, 28. Okto­ber kam das Pla­kat erst­mals zum Ein­satz: Es zeigt, wel­che Häu­ser und Frei­zeit­an­ge­bote im Wyden­au­quar­tier der West­ast-Bau­stelle wei­chen müss­ten und weist auf die risi­ko­rei­che Grund­was­ser­si­tua­tion hin. Tat­sa­chen, die von nie­man­dem bestrit­ten wer­den. Ergänzt wurde die Info­ta­fel mit einem Hin­weis auf den Tag der offe­nen Tür im Maschi­nen­mu­seum Mül­ler.

Bereits Anfang Woche musste das Pla­kat aller­dings wie­der weg: Laut Poli­zei­an­ga­ben hat «jemand vom Pro-West­astko­mi­tee» inter­ve­niert. Nicht bei der zustän­di­gen Poli­zei­stelle, son­dern direkt beim obers­ten Chef und sogar beim Stadt­prä­si­den­ten(!). Und da der Stadt­prä­si­dent sich offen­bar vor den Kar­ren des Pro-West­ast-Komi­tees span­nen lässt, wurde von Sei­ten der Behör­den sofort per Tele­fon reagiert.  

Nun ist die Infor­ma­ti­ons­ta­fel weg. Immer­hin hat sie ihren Zweck erfüllt: Hun­derte haben letz­ten Sams­tag die uner­wünsch­ten Infor­ma­tio­nen gele­sen und den Weg ins Maschi­nen­mu­seum Mül­ler gefun­den. Dort haben sie mit ihrer Unter­schrift gefor­dert, dass das Centre Mül­ler dem West­ast nicht geop­fert wer­den dürfe. Diese, den Lauf der West­ast-Dinge stö­rende, Infor­ma­tion wer­den die Behör­den anläss­lich der Unter­schrif­ten­über­gabe zur Kennt­nis neh­men müs­sen und nicht unter­drü­cken kön­nen. Sehr gut.

Für die­je­ni­gen, die sich nicht bevor­mun­den las­sen möch­ten, hier das Ori­gi­nal­pla­kat zum Ankli­cken:

 

 


 

28.Oktober 2017

TAG DER OFFE­NEN TÜR 

Am  28. Okto­ber 2017 öff­nete das Maschi­nen­mu­seum Centre Mül­ler seine Türen für Gross und Klein. Von 10 bis 16 Uhr gab es Musik, Füh­run­gen sowie Speis und Trank. Hun­derte Besu­cher und Besu­che­rin­nen nah­men die Ein­la­dung gerne an!

Hier in Kürze die wich­tigs­ten Infor­ma­tio­nen für alle, die den ein­ma­li­gen Ort zwi­schen Bahn­hof und See noch nicht ken­nen: Das Maschi­nen­mu­seum Centre Mül­ler ist ein kul­tu­rel­les Juwel in Biel. Es prä­sen­tiert auf zwei Stock­wer­ken  eine welt­weit ein­ma­lige Samm­lung his­to­ri­scher Maschi­nen aus den Anfän­gen der Maschi­nen- und Uhren­in­dus­trie.

Das alte Indus­trie­ge­bäude, in dem es unter­ge­bracht ist, wurde erst 2001 total­sa­niert und zu einem moder­nen Museum umfunk­tio­niert. Nun ist seine wei­tere Exis­tenz aber akut bedroht: Wird das aktu­elle Pro­jekt für den A5-West­ast in Biel gebaut, muss das Museum der Auto­bahn-Bau­stelle wei­chen.

Gegen diese Pläne hat die Mul­ler Machi­nes SA im Früh­jahr Ein­spra­che erho­ben. Sie ist Besit­ze­rin und Betrei­be­rin des Maschi­nen­mu­se­ums, das im Vor­feld der Expo 02 seine Tore erst­mals öff­nete. Damals hatte nichts dar­auf hin­ge­wie­sen, dass nach nicht ein­mal 20 Jah­ren der ideale Stand­ort des Muse­ums – zu Fuss sind es nur fünf Minu­ten an den Bahn­hof oder bis zum See –  zuguns­ten der Auto­bahn auf­ge­ge­ben wer­den müsste.

Anläss­lich des Tags der offe­nen Tür gab es um 11 Uhr im Ver­an­stal­tungs­raum des Muse­ums auch einen offi­zi­el­len, rund ein­stün­di­gen Infor­ma­ti­ons­teil:

• Michel Mul­ler, CEO der Mul­ler Machi­nes SA und Initi­ant des Muse­ums, berich­tete über die Ursprünge der Samm­lung und erklärt den Stel­len­wert des Muse­ums.

• Die Bie­ler Chro­nis­tin Mar­grit Wick, die im Auf­trag des archäo­lo­gi­schen Diens­tes, die Bau­ge­schichte ent­lang der geplan­ten West­ast-Schneise auf­ge­ar­bei­tet hat, gab einen Ein­blick in die Ent­wick­lung des Bie­ler See­quar­tiers – vom Mit­tel­al­ter bis heute.

• Der Denk­mal­pfle­ger Rolf Weber zeigte auf, was die Hoch­blüte der Maschi­nen­in­dus­trie in der ers­ten Hälfte des 20. Jahr­hun­derts nebst beein­dru­cken­der Maschi­nen­tech­nik in Biel auch noch her­vor­ge­bracht hat: Die Uhren­me­tro­pole gilt unter Fach­leu­ten als Eldo­rado für kunst­voll aus­ge­malte Trep­pen­häu­ser.

Zudem wurde im Gespräch und an Infor­ma­ti­ons­stän­den über das A5-West­ast-Pro­jekt dis­ku­tiert, dem das Museum geop­fert wer­den soll.

DIE GESCHICHTE ZUM MUSEUM

© Anita Vozza, 2017

 


 

27. Okto­ber 2017:

PETI­TION

GEGEN DEN A5-WEST­AST ZUHAN­DEN DES BUN­DES­RATS  EIN­GE­REICHT MIT ÜBER

10’000 UNTER­SCHRIF­TEN

 

Peti­ti­ons­text

 

Sehr geehrte Frau Bun­des­prä­si­den­tin,
sehr geehrte Damen und Her­ren Bun­des­rä­tin­nen und Bun­des­räte

In Biel sol­len die teu­ers­ten Auto­bahn­ki­lo­me­ter der Schweiz gebaut wer­den: Der West­ast der A5-Auto­bahn kos­tet min­des­tens 2,2 Mil­li­ar­den Fran­ken.

Der West­ast führt mit­ten durch die Städte Biel und Nidau. Die zwei geplan­ten Anschlüsse mit über 200 Meter lan­gen und bis zu 18 Meter tie­fen Schnei­sen reis­sen unheil­bare Wun­den in den Stadt­kör­per. Zudem wer­den die Nah­erho­lungs­ge­biete See und Strand­bo­den wäh­rend der min­des­tens 15-jäh­ri­gen Bau­zeit von der Stadt abge­schnit­ten.

Alleen, Park­an­la­gen und ganze Quar­tiere sol­len dem A5-West­ast wei­chen: Rund 745 Bäume müss­ten gefällt und über 100 Häu­ser abge­ris­sen wer­den. Dar­un­ter auch Bäume und Gebäude, die unter Schutz ste­hen.

Der Bau des A5-West­asts greift mas­siv in die Grund­was­ser­ströme ein – mit unkal­ku­lier­ba­ren Risi­ken für Grund- und Trink­was­ser. Die­ser Ein­griff gefähr­det zudem die Bau­sub­stanz: Viele Häu­ser in der Bie­ler Innen­stadt ste­hen auf Pfäh­len; der Bau­grund ist sehr insta­bil und reagiert äus­serst sen­si­bel auf Ver­än­de­run­gen.

Die A5-Westastau­to­bahn ist das Resul­tat einer ver­al­te­ten Pla­nung. Sie löst weder die Ver­kehrs­pro­bleme der Stadt Biel und der Agglo­me­ra­tion, noch ist sie von natio­na­ler Bedeu­tung. Der West­ast in der vor­lie­gen­den Form ist unnö­tig und bringt keine Ent­las­tung son­dern Mehr­ver­kehr. Es gibt kos­ten­güns­tige, umwelt­ver­träg­li­che und effi­zi­ente Wege, um die Ver­kehrs­pro­bleme in der Region wirk­lich zu lösen.

Wir for­dern Sie des­halb auf, das gene­relle Pro­jekt der West­ast-Auto­bahn mit­ten durch die Städte Nidau und Biel zu sis­tie­ren und eine fort­schritt­li­che Vari­ante aus­zu­ar­bei­ten.

Ein natio­na­les Inter­esse für den A5-West­ast in der vor­lie­gen­den Form gibt es nicht. 2,2 Mil­li­ar­den Fran­ken öffent­li­che Gel­der für eine Stadt­au­to­bahn, die keine Pro­bleme löst – das darf nicht sein!

 
 

27. Okto­ber 2017:

ERÖFF­NUNG OST­AST A5:
OHNE VOLK UND OHNE CHE­FIN
 

Am Frei­tag, 27. Okto­ber war es soweit: Die A5-Ostastau­to­bahn wurde dem Ver­kehr über­ge­ben. Ent­ge­gen lan­des­wei­ten Gepflo­gen­hei­ten, fand die­ser Anlass nur in klei­nem Rah­men statt – ohne die zustän­dige Depar­te­ments-Che­fin Doris Leu­thard. Sie hat andere Prio­ri­tä­ten gesetzt und refe­rierte statt zur Auto­bahn an der «Infra­struk­tur­ta­gung 2017» über die Her­aus­for­de­run­gen des Strom­markt­de­signs.

Schade, denn Doris kann so schön Bän­der schnei­den:

Da beim UVEK die A5 in, um und durch Biel nicht Che­fin­nen­sa­che ist, fiel die Ehre der Schere der Ber­ner Bau‑, Ver­kehrs- und Ener­gie­di­rek­to­rin Bar­bara Egger zu. Assis­tiert wurde sie dabei von ASTRA-Direk­tor Jürg Röth­lis­ber­ger und natür­lich auch vom Bie­ler Stadt­prä­si­den­ten Erich Fehr. Die hohe Dame und die bei­den Her­ren spra­chen zum Häuf­lein der Ein­ge­la­de­nen, bevor um 11 Uhr sym­bo­lisch ein letz­ter Bau­stein ein­ge­setzt und um 11.20 die Strasse in Fahrt­rich­tung Brügg­moos-Bözin­gen­feld für den moto­ri­sier­ten Ver­kehr frei­ge­ge­ben wurde.

Zugang zu die­ser Zere­mo­nie hat­ten nur gela­dene Gäste. Das Volk musste sich mit einem Brat­wurst-Fest bereits im Sep­tem­ber beschei­den – am gros­sen Eröff­nungs­tag mit Apéro riche war es nicht erwünscht. Die gela­de­nen Gäste tra­fen sich um 9.45 Uhr beim roten A5-Bau­lei­tungs-Pavil­lon am Läng­feld­weg 104 im Brügg­moos, von wo sie mit Auto­bus­sen zur Feier trans­por­tiert wur­den. Pri­vat­au­tos und Zaun­gäste waren nicht zuge­las­sen.  

Bei der Ver­an­stal­tung zählte nebst dem Volk und Doris Leu­thard übri­gens auch Gemein­de­rat Céd­ric Némitz zu den gros­sen Abwe­sen­den. Er hatte zwar eine Ein­la­dung, aber weil die Ost­ast-Ver­kehrs­schil­der laut ASTRA nur ein­spra­chig – auf Deutsch – beschrif­tet wer­den, ver­zich­tete er auf das Eröff­nungs­fest und unter­stützte so demons­tra­tiv den Pro­test des Con­seil des affai­res fran­co­pho­nes du district bilin­gue de Bienne (CAF) und des Forum du bilin­gu­isme. Auf FB schreibt der Bie­ler Direk­tor für Bil­dung, Kul­tur und Sport: «Parce que le français n’est pas le bien­venu sur ce tronçon, j’ai décidé de ne pas assis­ter à l’ouverture offi­ci­elle de l’autoroute.»

 


 

19. Okto­ber 2017:

FAL­SCHE BASIS

Kaum wird’s end­lich kon­kret, kommt schon der erste Auf­schrei: «Geht gar nicht, wir las­sen uns nicht durch flan­kie­rende Ver­kehrs-Mass­nah­men auf den Auto­bahn-Ost­ast zwin­gen!» Auto­fah­re­rIn­nen und Berufs­pend­le­rIn­nen befürch­ten neue Staus, infolge erschwer­ter Durch­fahrt durch die Stadt Biel.

Gut mög­lich – sogar wahr­schein­lich – dass es zu neuen Staus kom­men wird, nament­lich an den Kno­ten­punk­ten zum A5-Ost­ast. Doch bekannt­lich soll Ver­kehr wie Was­ser sein  (Zitat: Stadt­prä­si­dent Erich Fehr) – die Auto­len­ke­rIn­nen wer­den sich also auch künf­tig den Weg des gerings­ten Wider­stands suchen. Ob sie ihn durch oder um die Stadt herum fin­den, wird sich zei­gen.

An der Medi­en­kon­fe­renz vom 19. Okto­ber 2017 prä­sen­tierte die Stadt Biel, nebst den Ver­kehrs­len­kungs-Mass­nah­men im Anschluss an die Ost­ast-Eröff­nung, die ver­kehrs­tech­ni­schen Über­le­gun­gen, die den Ein­grif­fen in den Stras­sen­ver­kehr als Basis dien­ten.

Ein­mal mehr fällt beim Durch­blät­tern die­ses «Kon­zept­do­ku­ments» auf: Das Auto ist und bleibt Dreh- und Angel­punkt der Bie­ler Ver­kehrs­po­li­tik! Nach­zu­le­sen zum Bei­spiel auf Seite 7: «Der Indi­vi­du­al­ver­kehr bleibt ein wich­ti­ger Trä­ger des Stadt­ver­kehrs. Die qua­li­ta­ti­ven Bedin­gun­gen dazu sol­len ver­bes­sert wer­den.»

Als Basis dient eine soge­nannte Netz­struk­tur, wonach die Stras­sen in fünf Kate­go­rien unter­teilt sind. Unter­schie­den wird zwi­schen Hoch­leis­tungs­stras­sen, Haupt­ver­kehrs­ach­sen sowie Verbindungs‑, Sam­mel- und Quar­tier­stras­sen. All diese Stras­sen gehö­ren offen­bar in ers­ter Linie dem moto­ri­sier­ten Ver­kehr. Im erwähn­ten Kon­zept wird nur die­ser aus­führ­lich erwähnt.

Die sche­ma­ti­sche Dar­stel­lung der «Len­kungs­stra­te­gie» macht zudem deut­lich, dass es eine «gute Erschlies­sung» geben wird, für jene, die mit dem Auto an den Bahn­hof oder in die inner­städ­ti­schen Park­häu­ser wol­len.

Wozu also die Panik, liebe Auto­fah­re­rin­nen und Auto­fah­rer? Im Gegen­satz zu ande­ren, zukunfts­ori­en­tier­te­ren Städ­ten, will man in Biel nie­man­dem das Auto­fah­ren ver­mie­sen. Im Gegen­teil! Die Bedin­gun­gen sol­len gar ver­bes­sert wer­den, wie dem Kon­zept zu ent­neh­men ist: «Dazu zäh­len zum Bei­spiel die Ver­bes­se­rung der Ver­kehrs­ab­läufe bei Kno­ten, die Ver­kehrs­füh­rung und Signa­li­sa­tion sowie Opti­mie­run­gen bei der Park­raum­or­ga­ni­sa­tion.»

Das steht in deut­li­chem Wider­spruch zur Behaup­tung, dass die Stadt Biel die 3V-Stra­te­gie des Kan­tons Bern befolge (Ver­kehr 1. ver­mei­den, 2. ver­la­gern und 3. ver­träg­lich abwi­ckeln). Solange man die Bedin­gun­gen für den moto­ri­sier­ten Ver­kehr durch den Bau zusätz­li­cher Kor­ri­dore ver­bes­sert, wird die­ser zu- und nicht abneh­men. Dazu gibt es mitt­ler­weile genü­gend Stu­dien.

Beson­ders frag­wür­dig ist die Tat­sa­che, dass man anläss­lich der Ost­ast-Eröff­nung ein­zig und allein auf den moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehr fokus­siert. Warum nicht gleich bes­sere Bedin­gun­gen für den öffent­li­chen Regio­nal­ver­kehr schaf­fen? Sichere Rad- und Fuss­ver­bin­dun­gen, die dazu füh­ren, dass der eine oder die andere sein Auto ste­hen lässt und für den Arbeits­weg von Pie­ter­len nach Twann oder für den Besuch bei der Gross­mutter im Bözin­gen­moos auf Alter­na­ti­ven umsteigt?

Wie sagte doch der Umwelt­öko­nom Phil­ippe Thal­mann kürz­lich in einem Beob­ach­ter-Inter­view: «Schauen wir uns den Auto­ver­kehr in Zürich an: Wie hat man es geschafft, dass er ver­hält­nis­mäs­sig gering geblie­ben ist? Man hat den öffent­li­chen Ver­kehr aus­ge­baut, das Ver­bund­s­abo ein­ge­führt, Park­plätze redu­ziert und ver­teu­ert, Velo­wege ange­legt. Und kom­mu­ni­ziert, dass die Lebens­qua­li­tät zunimmt, mit weni­ger Stau, Lärm und Luft­ver­schmut­zung.»

Weil weni­ger Stau, Lärm und Luft­ver­schmut­zung nur mög­lich sind, wenn der moto­ri­sierte Ver­kehr redu­ziert wird. Es gibt kei­nen ande­ren Weg – und schon gar keine Hoch­leis­tungs­strasse, die zusätz­li­chen Ver­kehr in die Innen­stadt pumpt!

 


 Okto­ber 2017:

NIDAU WAR­TET AB!

Am Frei­tag, den 27. Okto­ber 2017 um 11.20 Uhr,  wurde der A5-Ost­ast für Motor­rä­der, Autos und Last­wa­gen frei­ge­ge­ben. Kurz zuvor hat die Stadt Biel über die Mass­nah­men infor­miert, die dafür sor­gen sol­len, dass die neue Auto­bahn nicht zum befürch­te­ten Ver­kehrs­chaos in der Region Biel führt.

An einer von rund 100 Quar­tier­be­woh­ne­rIn­nen vom Müh­le­feld­leist orga­ni­sier­ten Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung berich­te­ten die  «grüne» Gemein­de­rä­tin Bar­bara Schwi­ckert sowie Roger Rac­cor­don (Lei­ter Bereich Infra­struk­tur) und Pablo Donzé (Lei­ter Bereich Ver­kehr), wie die Behör­den die Ver­kehrs­ströme neu len­ken und das Müh­le­feld-Quar­tier vor dro­hen­dem Schleich­ver­kehr schüt­zen wol­len.

Schwi­ckert klärte die Bür­ger­schaft auf, dass Ver­kehrs­pla­nung eine sehr kom­plexe Sache sei. Biel werde in den kom­men­den Wochen «ver­kehr­lich umge­sto­chen» – die Bevöl­ke­rung müsse sich auf neue Ver­kehrs­men­gen und –ströme ein­stel­len. Nach­drück­lich wies sie dar­auf hin, dass man für die geplan­ten Len­kungs­mass­nah­men über die Gemein­de­gren­zen hin­weg regio­nal zusam­men­ar­beite. Das sei unab­ding­bar, sagte Schwi­ckert: «Ver­kehr macht nicht ein­fach an der Grenze der Stadt Biel halt.»

Laut Anga­ben der Bie­ler Behör­den plant man im Zusam­men­hang mit der Eröff­nung des A5-Ost­asts nicht weni­ger als 37 Mass­nah­men, davon deren 23 inner­halb der Stadt. Die Stadt Biel ist aber nur für die Umset­zung von 17 Mass­nah­men zustän­dig – die übri­gen sechs wer­den vom Kan­ton Bern umge­setzt. Die geplan­ten Mass­nah­men umfas­sen Tempo-30-Zonen sowie Quar­tier­stras­sen, wo nur noch Zubrin­ger­dienst gestat­tet ist, aber auch Ampel­an­la­gen, die den moto­ri­sier­ten Ver­kehr in die Stadt hin­ein dosie­ren (=stauen) sowie Mass­nah­men für die «Opti­mie­rung der Ver­kehrs­flüsse».

Lange hat man auf die Details der Len­kungs­mass­nah­men war­ten müs­sen. Nun aber macht die Stadt Biel vor­wärts: Im Moment sind laut Roger Rac­cor­don bereits 11 von 17 Mass­nah­men beschlos­sen und in Umset­zung oder Vor­be­rei­tung.

Ganz anders in Nidau: Auch dort muss der Ver­kehr irgend­wie auf die Auto­bahn gelenkt wer­den. Nur: Im Gegen­satz zu Biel, blei­ben diese fer­ti­gen Pläne vor­erst in der Schub­lade. Denn: Nidau war­tet erst ein­mal ab. So geht Koor­di­na­tion à la See­land.

Ab Eröff­nung des neuen Auto­bahn­teil­stücks kommt es also zur Eröff­nung eines neuen Ver­kehrs­ka­nals, des­sen Aus­wir­kun­gen mit einem Plan «gere­gelt» wer­den, der für die ganze Region gel­ten sollte, aber nur halb umge­setzt wird. Das funk­tio­niert nie und nim­mer. Es wird auch nicht mög­lich sein zu beur­tei­len, ob die getrof­fe­nen Mass­nah­men die gewünschte Wir­kung erzie­len, wenn an einer Stelle (=Biel) wie geplant Ver­kehr umge­lei­tet wird und an ande­rer Stelle (=Nidau) die geplante Len­kungs­mass­nahme ein­fach nicht aus­ge­führt wird.

Beson­ders deut­lich wird das im Müh­le­feld-Quar­tier, das unmit­tel­bar an Nidau grenzt: Wäh­rend die Quar­tier­stras­sen auf Bie­ler­bo­den sofort aus­schliess­lich für den Zubrin­ger­dienst signa­li­siert wer­den, bleibt in Nidau vor­läu­fig alles beim Alten.

Doch nicht nur Nidau ist im Ver­zug. – Um das Müh­le­feld­quar­tier vor Tran­sit- und Schleich­ver­kehr zu schüt­zen, soll die Aus­fahrt von der Bern­strasse bei der Garage Pao­luzzo gesperrt wer­den. Eine Mass­nahme, die ihre Wir­kung nicht ver­feh­len dürfte. Nur: Auch dar­auf muss man vor­läu­fig war­ten, da die Bern­strasse dem Kan­ton gehört. Und dort sei man mit der Umset­zung noch nicht soweit, wie Pablo Donzé an der Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung bedau­ernd mit­teilte.

Die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger rau­fen sich die Haare: Nach Jahr­zehn­ten der Pla­nung und des Bau­ens schaf­fen es die Behör­den nicht, gleich­zei­tig und koor­di­niert mit der Eröff­nung des A5-Ost­asts auch die not­wen­di­gen Ver­kehrs­len­kungs­mass­nah­men in Betrieb zu neh­men.

Dabei ist son­nen­klar –  wie sagte doch Gemein­de­rä­tin Schwi­ckert am Anfang der Ver­an­stal­tung: «Der Ver­kehr macht nicht halt, an der Gemein­de­grenze».  – Die Ver­kehrs­po­li­tik aller­dings schon. Ein Armuts­zeug­nis für die Ver­ant­wort­li­chen auf allen Ebe­nen.  

 

 



 Sep­tem­ber 2017:

EIN­SPRA­CHEN:
NUN IST DER KAN­TON BERN AM ZUG

 

    Am Diens­tag, 19. Sep­tem­ber fand in Bern ein wich­ti­ges Tref­fen in Sachen A5-West­ast statt: Die Ver­tre­te­rIn­nen des UVEK-Rechts­diensts haben die A5-Pro­jekt­ver­ant­wort­li­chen des kan­to­nal­ber­ni­schen Tief­bau­amts zu einer Sit­zung ein­ge­la­den. Laut Infor­ma­tio­nen aus dem UVEK soll­ten die 650 Ein­spra­chen, die frist­ge­recht beim UVEK ein­ge­gan­gen sind, dem Kan­ton zur Stel­lung­nahme über­reicht wer­den. Ob diese Über­gabe tat­säch­lich erfolgt ist, wurde  nicht kom­mu­ni­ziert. 

In den letz­ten Mona­ten hat das UVEK sämt­li­che Ein­spra­chen gesich­tet und geord­net. Yas­min Hostett­ler, die Juris­tin, die beim UVEK für das Pro­jekt ver­ant­wort­lich ist, stand ange­sichts des Umfangs und der Viel­schich­tig­keit der Ein­spra­chen vor kei­ner ein­fa­chen Auf­gabe: «Ich suchte lange nach einer Struk­tur, wie das Ganze bewäl­tigt wer­den kann. Nun haben wir, glaub’ ich, einen Weg gefun­den», sagte sie im Sep­tem­ber.

Weil das Pro­jekt unge­wöhn­lich umfang­reich ist und über­durch­schnitt­lich viele Ein­spra­chen ein­ge­gan­gen sind, dau­ert beim A5-West­ast alles län­ger als üblich. So wird auch der Kan­ton Bern, der nun als Gesuch­stel­ler für das Natio­nal­stras­sen­pro­jekt Stel­lung zu den Ein­spra­chen Stel­lung neh­men muss, nicht bloss wie üblich ein Monat zuge­stan­den. Yas­min Hostett­ler spricht von einer Frist von 6 bis 12  Mona­ten.

Fest steht für die Ver­ant­wort­li­chen beim UVEK, dass die Ein­spra­chen ernst zu neh­men und detail­liert zu beant­wor­ten sind. Sie erwarte vom Kan­ton Bern eine seriöse, gut begrün­dete und fun­dierte Stel­lung­nahme, betont Hostett­ler. Nöti­gen­falls kann des­halb der Kan­ton sei­ner­seits wie­der eine Frist­er­stre­ckung ver­lan­gen.

Yas­min Hostett­ler geht davon aus, dass das Ver­fah­ren viel Zeit in Anspruch neh­men wird. Nebst dem Kan­ton, der sich in den kom­men­den Jah­ren mit den Ein­spre­chen­den eini­gen müsste, wer­den auch eine Reihe von Bun­des­äm­tern für Stel­lung­nah­men bei­gezo­gen: All jene Bun­des­äm­ter, deren Fach­ge­biete in den Ein­spra­chen ange­spro­chen wer­den. Dazu gehö­ren nebst dem Bun­des­amt für Umwelt BAFU, des­sen Fach­gut­ach­ten zu Fra­gen wie Lärm, Grund­was­ser und Natur­schutz ein­ge­holt wer­den müs­sen, auch die Bun­des­äm­ter ARE (Raum­pla­nung), BAV (Bun­des­amt für Ver­kehr), ERI (eidg. Rohr­lei­tungs­in­spek­to­rat) und EST (eidg. Stark­strom­in­spek­to­rat).

Erst wenn beim UVEK alle Stel­lung­nah­men ein­ge­gan­gen sind – von Sei­ten des Kan­tons wie von den Bun­des­äm­tern, wer­den Yas­min Hostett­ler und ihr Team einen Ent­scheid betref­fend das vor­lie­gende A5-West­astpro­jekt fäl­len. Ihr Ziel, dass der Ent­scheid bis in fünf Jah­ren vor­liegt, bezeich­net sie sel­ber als sport­lich.

Die­sen Ent­scheid des UVEK kann dann, wer damit nicht ein­ver­stan­den ist, ans Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt und schliess­lich ans Bun­des­ge­richt wei­ter­zie­hen.

Aller­dings: Einige der 650 Ein­spre­chen­den dürf­ten bereits in abseh­ba­rer Zeit nega­tive Post erhal­ten. Aus Sicht der Behör­den sind nicht alle, die eine Ein­spra­che ver­fasst haben, auch zur Ein­spra­che berech­tigt. «Wer mehr als einen Kilo­me­ter von der geplan­ten Bau­stelle ent­fernt wohnt, hat keine Legi­ti­ma­tion mehr», sagt Yas­min Hostett­ler. Frag­lich sei auch, ob Mie­te­rin­nen und Mie­ter ein­sprache­be­rech­tigt seien, gibt sie zu beden­ken. Ange­sichts der zu erwar­ten­den lan­gen Bau­zeit und mas­si­ven Ein­griffe, handle es sich hier um Prä­ze­denz­fälle, die der Kan­ton noch ein­mal prü­fen soll.

Wir mei­nen: Es ist äus­serst stos­send, dass bei einem der­ar­ti­gen Pro­jekt, das die ganze Stadt und Tau­sende von Bewoh­ne­rIn­nen betrifft, nur die Grund­ei­gen­tü­me­rIn­nen in nächs­ter Nähe zur Ein­spra­che berech­tigt sein sol­len.  Aber so ist das Gesetz. Oder, prä­zi­ser: So wird es aus­ge­legt.

Des­halb braucht es auch andere Wege, um das Mons­ter-Pro­jekt zu bekämp­fen!

Es ist wich­tig, dass auch die Ver­ant­wort­li­chen beim Tief­bau­amt in Bern end­lich mer­ken, dass wir alle unsere Ein­spra­chen und unse­ren Pro­test ernst mei­nen!!! 

 30. Sep­tem­ber 2017:

Inter­view im Bie­ler Tag­blatt vom 30. Sep­tem­ber 2017:

 

BLUFF STATT ARGU­MENTE

West­ast-Befür­wor­te­rIn­nen wer­fen den Kri­ti­ke­rIn­nen gerne vor, sie wür­den mit Ängs­ten spie­len, fal­sche Tat­sa­chen ver­brei­ten und hät­ten keine Argu­mente. Das Gegen­teil ist der Fall, wie anhand ver­schie­de­ner Bei­spiele auf­ge­zeigt wer­den kann.

Basie­rend auf dem BT-Sams­tags-Inter­view vom Sams­tag, 30. Sep­tem­ber hier einige Rela­ti­vie­run­gen und Rich­tig­stel­lun­gen zu Behaup­tun­gen von HIV-Geschäfst­füh­rer und SVP-Gross­rat Lars Gug­gis­berg aus Kirch­lin­dach sowie Gil­bert Hüsch, Geschäfts­füh­rer der Wirt­schafts­kam­mer Biel-See­land aus Port:

Behaup­tung 1: «Das ange­spro­chene Pro­jekt löst ein Pro­blem für 150’000 Men­schen aus der Region Biel/Seeland»

Diese Zahl ist extrem hoch gegrif­fen: Wel­che Gemein­den gehö­ren zum Umkreis, die laut Befür­wor­te­rIn­nen ohne West­ast ein Pro­blem haben?

Wie steht es um jene Men­schen, für die der West­ast neue Pro­bleme schafft? Etwa durch die Ver­kehrs­zu­nahme ent­lang dem Nord­ufer des Bie­ler­sees, um nur ein Bei­spiel zu nen­nen?

Und: Die Behaup­tung, alle Men­schen in die­sen Gemein­den hät­ten ohne den Bau der A5-West­ast-Auto­bahn ein Pro­blem, ist gelinde gesagt ver­we­gen: Der West­ast nützt – wenn über­haupt – ins­be­son­dere den Auto­mo­bi­lis­tIn­nen. Und natür­lich dem Bau­ge­werbe.

Behaup­tung 2: «2005 wur­den über 40’000 Unter­schrif­ten für den Bau der Stadt­um­fah­rung gesam­melt»

Dabei han­delte es sich um eine PR-Aktion der Wirt­schafts­ver­bände, die unter dem Motto «Das War­ten muss ein Ende haben – wir wol­len die A5/A16 jetzt!». Es ging damals also nicht bloss um die «Stadt­um­fah­rung Biel» – und schon gar nicht um den aktu­ell dis­ku­tier­ten West­ast, den es so damals noch gar nicht gab. Die vom HIV behaup­tete Zahl von 40’000 Unter­schrif­ten schloss auch Mehr­fach­un­ter­schrif­ten, unle­ser­li­che Auto­gramme und sol­che von Witz­bol­den und Nacht­bu­ben mit ein – und wurde nie veri­fi­ziert. 

Die Hin­ter­gründe

Behaup­tung 3: «Am Tag der offe­nen Tür des Ost­as­tes waren Anfang Sep­tem­ber 10’000 Besu­cher anwe­send.»

Das sagt nichts aus über die Zustim­mung oder Ableh­nung betref­fend West­ast. Auch viele West­ast-Skep­ti­ke­rIn­nen nutz­ten­den Tag der offe­nen Tür! Wer sich mit dem Thema befasst, tat gut daran, sich ein Bild zu machen, wie es der­einst hin­ter dem Bahn­hof und am Strand­bo­den aus­se­hen könnte, würde der West­ast tat­säch­lich gebaut.

Behaup­tung 4: «Weil hier zu viele Emo­tio­nen domi­nie­ren und zu wenig kon­krete Infor­ma­tio­nen auf­ge­nom­men wur­den.»

Das Komi­tee «West­ast so nicht!» prä­sen­tiert auf sei­nen Stadt­wan­de­run­gen sowie auf sei­ner Web­site seit bald zwei Jah­ren pro­funde Infor­ma­tio­nen! Wei­tere Recher­chen und Infor­ma­tio­nen zum Thema West­ast und dar­über hin­aus zu Trends und Ent­wick­lun­gen im Bereich Stadt­pla­nung und Ver­kehr wer­den zudem regel­mäs­sig auf www.westast.ch publi­ziert. Die Wider­stands­be­we­gung gegen das vor­lie­gende West­ast-Pro­jekt ist gewach­sen, gerade weil sich die Men­schen infor­mie­ren und nicht mehr blind­lings den teu­ren, auf­wän­di­gen und ver­füh­re­ri­schen Visua­li­sie­run­gen der Behör­den glau­ben.

Behaup­tung 5 – zu den offe­nen Schnei­sen mit­ten in der Stadt: «Diese Fra­gen wur­den von der Gruppe Stöckli, die aus Ver­tre­tern ver­schie­de­ner Par­teien und Inter­es­sens­grup­pen zusam­men­ge­setzt war, lange und inten­siv dis­ku­tiert. Es ist letzt­lich ein Kom­pro­miss von unter­schied­lichs­ten Bedürf­nis­sen.»

In der Gruppe Stöckli gab es nie einen Kom­pro­miss zwi­schen Behör­den, Par­teien und Orga­ni­sa­tio­nen – weil Letz­tere nur ein­ge­la­den wur­den, um Infor­ma­tio­nen ent­ge­gen­zu­neh­men und Fra­gen zu stel­len. In kei­nem Moment hat­ten sie die Gele­gen­heit, sich an der Vari­an­ten­wahl zu betei­li­gen. Das ganze Pro­ze­dere war kein Aus­tausch, son­dern eine Ein­bahn­strasse.

Behaup­tung 6: «Seit dem ver­hee­ren­den Tun­nel­brand im Mont Blanc 1999 ist es nicht mehr erlaubt, Aus- und Ein­fahr­ten auf Auto­bah­nen unter­ir­disch zu bauen.»

Die neuen Bestim­mun­gen nach den Tun­nel­brän­den im Mont Blanc und Gott­hard ver­bie­ten Ein- und Aus­fahr­ten im Tun­nel nicht grund­sätz­lich. Nicht mehr erlaubt ist der Zwang zum Spur­wech­sel. In einem vier­spu­ri­gen Tun­nel, wie er für den West­ast geplant ist, kann die linke Spur für den Tran­sit­ver­kehr reser­viert wer­den, die Rechte für die Ein- resp. Aus­fahrt. Mit ande­ren Wor­ten: Gedeckte Anschlüsse wären wohl mög­lich gewe­sen. – Die offe­nen Schnei­sen von je über 200 Metern Länge hin­ter dem Bahn­hof und beim Strand­bo­den wur­den so geplant, um Kos­ten für Ven­ti­la­ti­ons­an­la­gen zu spa­ren.

Das ein­sei­tige Inter­view und der ver­un­glimp­fende Kom­men­tar im Bie­ler Tag­blatt vom 30. Sep­tem­ber 2017 lies­sen auch einige Leser­brief­schrei­be­rIn­nen in die Tas­ten grei­fen. Ihre lesens­wer­ten Ant­wor­ten ent­hal­ten wei­tere stich­hal­tige Argu­mente gegen die Behaup­tun­gen der Wirt­schafts­ver­tre­ter:

BT vom 5.10.2017:

BT vom 7.10.2017:

BT vom 11.10.2017:

 

 


28. Sep­tem­ber 2017:

«WIR WOL­LEN MIT­RE­DEN

Mar­tín Zingg hat anläss­lich der Demo «Biel wird laut» am 23. Sep­tem­ber 2017 seine erste poli­ti­sche Rede gehal­ten. Auf der Espla­nade-Bühne fasste der 18jährige Schü­ler in knap­pen und kla­ren Wor­ten zusam­men, wes­halb er und viele andere Jugend­li­che mit dem A5-West­ast nicht ein­ver­stan­den sind.

An der Demo ern­tete der Jung­red­ner Applaus mit sei­nem Hin­weis, dass weder seine Mut­ter, die ein Kind gewe­sen sei, als man den Fehl­ent­scheid für die heu­tige Rou­ten­wahl getrof­fen habe, noch er sel­ber beim aktu­el­len Pro­jekt hät­ten mit­be­stim­men kön­nen. «Wir spre­chen hier von einem Pro­jekt aus der Genera­tion mei­nes Gross­va­ters – die Kon­se­quen­zen werde aber nicht ein­mal ich aus­ba­den müs­sen, son­dern meine Kin­der. Das ist nicht trag­bar!» ergänzt Mar­tín Zingg im Gespräch und betont: «Wenn wir jetzt nicht unsere Chance ergrei­fen und sagen: Wir haben auch noch ein Wört­lein mit­zu­re­den, wer­den wir das ewig bereuen!»

HIER geht’s zum Gespräch mit Mar­tín Zingg

 

 


 

26. Sep­tem­ber 2017:

EIN MERK­WÜR­DI­GES ANGE­BOT

War es die Anti-West­ast-Demo? War es das Nidauer Wahl­er­geb­nis – oder gar bei­des zusam­men?

Wie auch immer: Was Erich Fehr bereits in den letz­ten Wochen im einen oder ande­ren Inter­view leise ange­deu­tet hat, wie­der­holte er heute im Regio­nal­jour­nal des Schwei­zer Radios SRF klar und deut­lich: Falls jemand dem Bie­ler Gemein­de­rat eine Alter­na­tive zum aktu­el­len A5-West­astpro­jekt vor­lege, wel­che «die glei­chen ver­kehr­li­chen Wir­kun­gen» zei­ti­gen würde wie das vor­lie­gende Pro­jekt, sei man bereit, die­ses an die zustän­di­gen Stel­len beim Kan­ton und beim Bund wei­ter­zu­lei­ten.

Nur – was heisst das?

Die von Behör­den­sei­ten wie­der­holt ver­spro­che­nen Ver­bes­se­run­gen für die Ver­kehrs­si­tua­tion auf Biels Stras­sen, sind mit dem vor­lie­gen­den Pro­jekt nicht zu errei­chen. Dies beto­nen nicht nur Fach­leute aus Nah und Fern. Auch Ver­kehrs­mo­delle Ver­kehrs­pro­gno­sen von offi­zi­el­ler Seite machen deut­lich: Was der Bevöl­ke­rung von den Bie­ler und Nidauer Behör­den ver­spro­chen wird, ist reine Augen­wi­sche­rei: Die West­ast-Auto­bahn bringt für die Region keine Ent­las­tung vom moto­ri­sier­ten Ver­kehr – im Gegen­teil.

Dazu gibt es deut­li­che Zah­len: Im Wohn­quar­tier ent­lang der Orpund­strasse etwa zählt man heute 11’600 Autos und Last­wa­gen pro Tag – laut offi­zi­el­len Pro­gno­sen wären es 2040 – nach Fer­tig­stel­lung der A5-Westastau­to­bahn  –18’300! Mehr­be­las­tun­gen sind auf zahl­rei­chen Stras­sen zu erwar­ten. Nicht ein­mal die See­vor­stadt oder das Stedtli Nidau könn­ten mit einer Abnahme des moto­ri­sier­ten Ver­kehrs rech­nen, sollte der A5-West­ast tat­säch­lich gebaut wer­den.

Die Behör­den wis­sen das. In den Unter­la­gen zur städ­ti­schen Begleit­pla­nung, die im Januar die­ses Jah­res zur Mit­wir­kung vor­ge­legt wur­den, ist zum Bei­spiel nach­zu­le­sen:

«Die im Ein­fluss­be­reich des West­as­tes der A5 zum Teil zu erwar­tende hohe Ver­kehrs­be­las­tung führt zu Kon­flik­ten, deren Lösung in einem über­ge­ord­ne­ten Rah­men und in Zusam­men­hang mit der wei­te­ren Pro­jek­tie­rung der A5 ange­gan­gen wer­den muss. Dazu sind aus Sicht der von der städ­te­bau­li­chen Begleit­pla­nung bear­bei­te­ten Gebiete fol­gende wich­tigste Schlüsse zu zie­hen und Ver­tie­fungs­an­sätze zu for­mu­lie­ren: Ohne eine kon­se­quente Ver­rin­ge­rung der Ver­kehrs­er­zeu­gung im Zen­trum der Agglo­me­ra­tion und ohne eine geziel­ten Ver­la­ge­rung des MIV auf alter­na­tive Ver­kehrs­trä­ger kön­nen die erkann­ten künf­ti­gen Pro­bleme nicht gelöst wer­den.»  Quelle: Städ­te­bau­li­ches Ent­wick­lungs­kon­zept A5-West­ast, S. 44

Warum also nicht gleich auf die kon­se­quente Ver­rin­ge­rung der Ver­kehrs­er­zeu­gung set­zen? Das geht aller­dings viel bes­ser ohne West­ast-Auto­bahn!

Will man eine Region zukunfts­fä­hig und men­schen­freund­lich ent­wi­ckeln, lau­tet das oberste Gebot: Keine neuen Stras­sen bauen, denn wer Stras­sen baut, ern­tet bekannt­lich Mehr­ver­kehr.

Mit ande­ren Wor­ten: Stadt­prä­si­dent Erich Fehr täte gut daran, nicht ein Alter­na­tiv­pro­jekt zu for­dern, das eine «glei­che ver­kehr­li­che Wir­kung» wie das vor­lie­gende Mons­ter­pro­jekt ver­spricht. Son­dern auf eines, das tat­säch­lich zur Ver­kehrs­be­ru­hi­gung und damit zur Siche­rung der Lebens­qua­li­tät in Biel und der gan­zen Region bei­trägt.

Denk­an­sätze und Alter­na­ti­ven in diese Rich­tung gibt es. Höchste Zeit, dass sie ins Gespräch kom­men!

 

 


 

21. Sep­tem­ber 2017:

UNGLAUB­LICH!
STÖCKLI WEI­BELT FÜR OLYM­PIA 2026 STATT
GEGEN DEN A5-WEST­AST

 

«Unser» Stän­de­rat, und wofür er sich ein­setzt – INTER­VIEW im «Bund»

HIN­TER­GRÜNDE UND REAK­TIO­NEN

 

 


Sep­tem­ber 2017:

PAR­TI­CI­PA­TION À LA BIEN­NOISE

Eine fran­zö­sisch­spra­chige Teil­neh­me­rin wollte sich für ihre Stadt ein­set­zen
und wurde Zeu­gin einer unglaub­li­chen Ali­bi­übung.

 

Erschie­nen in: © VISION 2035_Nr.25

 


Sep­tem­ber 2017

BLU­MEN FÜR NEU­EN­BURG

Erstaun­li­ches lässt sich auf dem Bahn­hof­platz in Biel beob­ach­ten!

Mitt­woch, 27. Sep­tem­ber, kurz vor 13 Uhr: Ein Fern­trans­por­ter aus Hol­land par­kiert vor der Post. Er lie­fert Blu­men und ist so gross, dass der Flower­point vom Bie­ler Bahn­hof, das schmu­cke Blu­men­ge­schäft, das nur ein paar Schritte ent­fernt ist, locker zwei­mal drin Platz fin­den würde.

Die erstaunte Pas­san­tin fragt sich, ob die­ses Last­wa­gen­mons­ter tat­säch­lich jedes Blu­men­ge­schäft direkt belie­fern müsse. Eigent­lich sollte man für die Fein­ver­tei­lung in den Zen­tren doch klei­nere, lei­sere – stadt­ver­träg­li­che Fahr­zeuge wäh­len.

Erst auf den zwei­ten Blick fällt auf: Diese Blu­men sind gar nicht fürs Blu­men­ge­schäft im Bie­ler Bahn­hof bestimmt…

Der Bahn­hof ist bloss Umschlag­platz: Wäh­rend sich der Ver­kehr um das Rie­sen­mons­ter her­um­zwängt, reicht der hol­län­di­sche Chauf­feur in aller See­len­ruhe Strauss um Strauss hin­un­ter. Die bunte Pracht wird vom Chauf­feur eines klei­nen Lie­fer­wa­gens mit Neu­en­bur­ger Kenn­zei­chen und der Auf­schrift «Aubert Fleurs» ent­ge­gen­ge­nom­men und sorg­fäl­tig im Wagen­in­nern ver­staut.

«Aubert Fleurs» ist das Blu­men­ge­schäft auf dem Place de la Gare in Neu­en­burg! Dort erfolgt die Anlie­fe­rung also stadt­ver­träg­lich, per Lie­fer­wa­gen. Unver­ständ­lich bleibt, dass die Ware aus­ge­rech­net im Stadt­zen­trum von Biel umge­schla­gen wer­den muss.

Nun – die West­ast-Pla­ner dürfte es freuen: Sollte die A5-Westastau­to­bahn tat­säch­lich je wie aktu­ell geplant gebaut wer­den, könn­ten die 40-Tön­ner aus Nah und Fern dank der Aus­fahrt Bienne Centre noch schnel­ler an den Bahn­hof gelan­gen.

Wodurch der Bahn­hof­platz Biel als Umschlag­platz für inter­na­tio­nale Lie­fe­ran­ten an Attrak­ti­vi­tät noch dazu­ge­win­nen würde! 


Sep­tem­ber 2017

BIE­LER TAG­BLATT:

LESER­SCHAFT IST BES­SER INFOR­MIERT ALS DER REDAK­TI­ONS­LEI­TER

Über 3000 Teil­neh­me­rIn­nen an der Demo gegen das West­astpro­jekt – soviele Bür­ge­rIn­nen gin­gen in Biel schon lange nicht mehr auf die Strasse! Aus die­sem Anlass wid­mete das Bie­ler Tag­blatt letzte Woche seine «Frage der Woche» ein­mal mehr der West­ast-Auto­bahn. Wie bereits in der Ver­gan­gen­heit, zei­tigte die Online-Abstim­mung auch dies­mal ein deut­li­ches Resul­tat:  Gegen den West­ast spre­chen sich 72% aus.

 

Redak­ti­ons­lei­ter und stv. Chef­re­dak­tor Par­zi­val Meis­ter griff in der Folge in sei­nem «Wochen­kom­men­tar» im Bie­ler Tag­blatt zum Zwei­hän­der und liess sich zu einem total schie­fen und jen­sei­ti­gen Ver­gleich hin­reis­sen: Er schreibt von Ängs­ten, die geschürt wür­den, unter­stellt den West­ast-Geg­nern Popu­lis­mus und ver­steigt sich gar zu einem Ver­gleich mit der AfD…

In die glei­che Rich­tung stösst auch das BT-«Samstags-Interview», wo gleich zwei West­ast-Befür­wor­ter zu Wort kom­men. Sie behaup­ten, die Geg­ne­rIn­nen hät­ten keine Argu­mente und wür­den mit den Ängs­ten der Bevöl­ke­rung spie­len. Wenn man sich über das Pro­jekt rich­tig infor­miere, schmelze der Wider­stand dahin…

Fakt ist: Das Gegen­teil ist wahr!

Der Wider­stand gegen den West­ast spielt eben gerade nicht mit Emo­tio­nen und Ängs­ten und gau­kelt auch keine vagen Ver­spre­chun­gen vor, wie dies die Befür­wor­ter tun. Der Wider­stand gegen den West­ast basiert auf hand­fes­ten Argu­men­ten. 

Ein ein­zi­ger Blick in die Kom­men­tar­spalte auf der Web­site des glei­chen Blatts, das mit schwe­rem Geschütz ver­sucht, die West­ast-Geg­ne­rIn­nen zu dif­fa­mie­ren, zeigt: Die Leser­schaft des Bie­ler Tag­blatts ist offen­bar bes­ser infor­miert, nicht nur als die bei­den inter­view­ten Inter­es­sens­ver­tre­ter der Wirt­schaft, son­dern nament­lich auch als Redak­ti­ons­lei­ter Meis­ter. 

Einige Argu­mente wie auch Anre­gun­gen für Alter­na­ti­ven wur­den in der  Online-Kom­men­tar­spalte zur Frage der Woche von Lese­rIn­nen des Bie­ler Tag­blatts kurz und prä­gnant auf den Punkt gebracht:

 

 

 

22. Sep­tem­ber 2017

BIEL WIRD LAUT

Mor­gen Sams­tag ist es soweit!

Die Behör­den schrei­ben in ihrer gest­ri­gen Medi­en­mit­tei­lung zur Demo: «Es wird geschätzt, dass an der Kund­ge­bung zwi­schen 2’000 und 5’000 Per­so­nen teil­neh­men wer­den. Auf­grund des­sen wird es anläss­lich der Durch­füh­rung des Demons­tra­ti­ons­zugs zwi­schen 14.00 Uhr und 16.00 Uhr im Bereich Bahn­hof / Innen­stadt zu erheb­li­chen Ver­kehrs­be­hin­de­run­gen kom­men.»

Wir top­pen das!  Eine Kund­ge­bung mit über 5000 bis 10’000 Per­so­nen würde noch viel stär­ker wir­ken…

Des­halb: Nicht die Faust im Sack machen, son­dern das schöne Wet­ter auf einem Stadt­spa­zier­gang der beson­de­ren Art genies­sen!  

Ein Zei­chen set­zen – und unter­wegs Dis­kus­sio­nen ins Zen­trum rücken! Wäh­rend der Demo durch die Stadt, auf der Espla­nade: Es geht darum, dass Pas­san­tIn­nen, Jod­le­rIn­nen, die sich noch wenig oder gar nicht mit dem Pro­blem befasst haben, über die dro­hende Stadt­zer­stö­rung infor­miert wer­den. Und erfah­ren, wes­halb wir dage­gen sind.

Zur Demons­tra­tion ein­ge­la­den wur­den übri­gens auch Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­ker. Gerade sie soll­ten sich dafür inter­es­sie­ren, wie die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger der Stadt und der Region den­ken und füh­len! Wer wohl alles der Ein­la­dung Folge leis­ten wird?

Nebst den gewähl­ten Gemeinde-Ver­tre­te­rIn­nen haben wir ja auch Inter­es­sens­ver­tre­te­rIn­nen in Bern: Hans Stöckli, Evi Alle­mann, Mat­thias Aebi­scher, Regula Rytz, Chris­tine Häs­ler…

Wir sind gespannt!

 


15.September 2017

DER WEST­ASTEIN (ZU) HEIS­SES EISEN?

Am 24. Sep­tem­ber wird in Nidau gewählt. Mit einer Umfrage bei den Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten woll­ten wir* deren Hal­tung gegen­über der geplan­ten A5 West­ast-Auto­bahn erkun­den. Schliess­lich sol­len die Wäh­le­rIn­nen wis­sen, wie sich ihre künf­ti­gen Stadt- und Gemein­de­räte zu die­sem zen­tra­len Zukunfts­thema stel­len.

 

Alle Kan­die­ren­den soll­ten sich für eine der drei vor­ge­schla­ge­nen Ant­wor­ten ent­schei­den:

1. Ich befür­worte den West­ast in der geplan­ten Form.

2. Ich bin für einen West­ast ohne die bei­den Anschlüsse Biel Centre (beim Bahn­hof) und Strand­bo­den.

3. Ich habe zu dem Thema keine Mei­nung.

Bereits vor Wochen frag­ten wir alle Nidauer Par­teien nach den Mail­adres­sen ihrer kan­di­die­ren­den Mit­glie­der, um ihnen oben­ste­hende Fra­gen zukom­men zu las­sen. Das erwies sich aller­dings als sehr viel schwie­ri­ger, als wir uns vor­ge­stellt hat­ten: Lei­der muss­ten wir fest­stel­len, dass EVP, FDP und PRR eine direkte Beant­wor­tung unse­rer Fra­gen durch ihre Kan­di­die­ren­den ver­hin­der­ten, indem sie uns keine Mail­adres­sen zur Ver­fü­gung stell­ten.

Auch von der SP Nidau erhiel­ten wir keine Mail­adres­sen. Immer­hin wur­den aber die Kan­di­die­ren­den über die Umfrage infor­miert. In einer ers­ten Stel­lung­nahme hat SP-Gemein­de­rat Marc Eyer die Umfrage an sich nega­tiv beur­teilt. Auf­grund die­ser Ant­wort müs­sen wir anneh­men, dass er sich auch gegen­über sei­nen Genos­sIn­nen nega­tiv zur Umfrage geäus­sert hat, so dass schliess­lich nur ein ein­zi­ger SP-Kan­di­dat daran teil­ge­nom­men hat. Ver­mut­lich ist das Thema der SP zu heiss, und sie will des­halb keine freie Mei­nungs­äus­se­rung. Ähn­li­che Signale gab es von den Sozi­al­de­mo­kra­ten ja bereits bei den Wah­len in Biel.

Ihren Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten die Teil­nahme ermög­lich haben: SVP, Grüne und BDP. Natür­lich haben auch bei die­sen Par­teien nicht alle an der Umfrage teil­ge­nom­men.

Auf­schluss­rei­che Ant­wor­ten

Zwar war die Zahl jener, die unsere Fra­gen beant­wor­tet haben, erschre­ckend nied­rig. Trotz­dem: Die Ant­wor­ten sind auf­schluss­reich – und dürf­ten dem einen oder ande­ren den Wahl­ent­scheid erleich­tern. Hier die Resul­tate:

Wäh­rend sich bei den Grü­nen erwar­tungs­ge­mäss alle Umfrage-Teil­neh­me­rIn­nen gegen den West­ast aus­spre­chen, gehen die Mei­nun­gen bei der SVP aus­ein­an­der: Von den elf SVP-Kan­di­da­tIn­nen, die uns geant­wor­tet haben, beken­nen sich sechs für «einen West­ast ohne die bei­den Anschlüsse Biel Centre und Strand­bo­den» – sie sind also gegen das vor­lie­gende Pro­jekt. Bruno Win­geyer prä­zi­siert seine Stel­lung­nahme zusätz­lich mit dem Kom­men­tar «abso­lut gegen den West­ast». Als Geg­ner des vor­lie­gen­den Pro­jekts outet sich auch Gemein­de­rat Roland Lutz – als Pri­vat­per­son, wie er schreibt, weil er als Mit­glied des Gemein­de­rats ans Kol­le­gia­li­täts­prin­zip gebun­den ist: Bekannt­lich steht der Nidauer Gemein­de­rat ja (zumin­dest vor­läu­fig) hin­ter dem vor­lie­gen­den Pro­jekt. Die Frage ist: Wie lange noch. 

Mit etwas Ver­spä­tung hat uns näm­lich auch SP-Kan­di­dat und Gemein­de­rat Marc Eyer eine aus­führ­li­che, sehr lesens­werte Ant­wort zukom­men las­sen. Auch er spricht sich – als Pri­vat­per­son – klar gegen den West­ast aus. 

Die BDP, die EVP und der PRR haben sich als Par­tei klar für das vor­lie­gende Pro­jekt aus­ge­spro­chen. Gar keine Ant­wort kam von der FDP.

Wer mehr erfah­ren will fin­det hier:

Die Liste mit sämt­li­chen ein­ge­gan­ge­nen  Ant­wor­ten

Die detail­lierte Ant­wort von SP-Kan­di­dat Marc Eyer

 

 

*Die Umfrage wurde von den ver­schie­de­nen Grup­pie­run­gen, die sich gegen den West­ast in der geplan­ten Form enga­gie­ren, durch­ge­führt.

 

14. Sep­tem­ber 2017  

MIT JOD­LERN GEMEIN­SAM GEGEN DEN WEST­AST?

Seit Mona­ten steht der Ter­min fest: Am 23. Sep­tem­ber wird Biel laut. Mit der gros­sen Demons­tra­tion gegen den A5-West­ast. Gleich­zei­tig fin­det das 42. See­län­der Jod­lerf­tref­fen im Kon­gress­haus statt. Dem OK-Prä­si­den­ten Andreas Meyer ist die Gleich­zei­tig­keit der bei­den Anlässe «ein Hor­ror», wie heute im Bie­ler Tag­blatt nach­zu­le­sen ist. Er sieht in der Schluss­ver­an­stal­tung der Demo, die von ca 15 bis 18 Uhr auf der Espla­nade gegen­über dem Kon­gress­haus geplant ist, einen Stör­fak­tor und befürch­tet ins­be­son­dere einen Umsatz­rück­gang in der Fest­wirt­schaft, die unter dem Vor­dach des Kon­gress­hau­ses geplant ist.

Seit Wochen ver­suchte Meyer des­halb, die Schluss­ver­an­stal­tung der Demo an den See zu ver­ban­nen – ohne Erfolg. Die Stadt hält – zu Recht – an der längst erteil­ten Bewil­li­gung für die Kund­ge­bung fest. 

Warum also nicht freund-nach­bar­schaft­lich zusam­men­span­nen, wie Demo-Mit­or­ga­ni­sa­to­rin Sarah Fuh­ri­mann im Bie­ler Tag­blatt anregt: «Es würde uns freuen, etwas Gemein­sa­mes zu machen.» Immer­hin gibt es auch unter den Jod­le­rIn­nen sol­che, die sich gegen den West­ast enga­gie­ren. Davon zeugt z.B. das schöne Video von René Vor­am­wald, der eben­falls am Jod­ler­fest  im Kon­gress­haus teil­nimmt. Und viel­leicht ja gar auf der Espla­nade live einen Jodel zum Bes­ten geben wird?

Gemein­sam statt gegen­ein­an­der könnte sich nota­bene im End­ef­fekt sogar für die Fest­wirt­schaft des Herrn Meyer aus­zah­len: Für die Demo wird ein Mehr­fa­ches an Teil­neh­me­rIn­nen erwar­tet, als für’s Jod­ler­fest. Und bekannt­lich macht Demons­trie­ren hung­rig und durs­tig…

 

thumbnail of 2017-09-14_BT_Jodlerfest

 

22. August 2017

GRÜNE FOR­DERN «VER­KEHRS­WENDE»

An ihrer Dele­gier­ten­ver­samm­lung vom 22. August ver­ab­schie­de­ten die Grü­nen Kan­ton Bern eine Reso­lu­tion, mit der sie den Regie­rungs­rat auf­for­dern, sich für den Stopp des aktu­el­len A5-West­astpro­jekts ein­zu­set­zen, wie die Ber­ner Zei­tung auf News­net schreibt.

Bereits Anfang Juni hat­ten sich die Grü­nen von Biel und Nidau in einer Reso­lu­tion klar gegen die A5-West­ast-Auto­bahn aus­ge­spro­chen. Statt des Aus­baus der Auto­bahn for­der­ten sie die «kon­se­quente För­de­rung einer umwelt- und men­schen­freund­li­chen Mobi­li­tät» in der Region.

Die Kan­to­nal­par­tei spinnt die­sen Faden nun wei­ter und schlägt – ana­log zur Ener­gie­wende – eine Ver­kehrs­wende vor: Statt neuer Kapa­zi­tä­ten, die zu mehr Ver­kehr füh­ren, soll künf­tig eine Ver­kehrs­ent­wick­lung geför­dert wer­den, die in Rich­tung Ver­mei­dung von Ver­kehr, sowie effi­zi­en­ter Ver­kehrs­be­wäl­ti­gung und der För­de­rung von erneu­er­ba­ren Ener­gien im Ver­kehr geht.

 

 


August 2017

 

ZUM THEMA «MIT­WIR­KUNG»

 

Brief vom 2. August 2017

Zur Erin­ne­rung: Anfang Jahr prä­sen­tier­ten die Behör­den von Nidau und Biel die städ­te­bau­li­che Begleit­pla­nung zur A5-Westastau­to­bahn. Die Bevöl­ke­rung wurde ein­ge­la­den, zwi­schen dem 11. Januar und dem 10. März 2017 im Rah­men des soge­nann­ten Mit­wir­kungs­ver­fah­rens, dazu Stel­lung zu neh­men. Obschon zu die­sem Zeit­punkt der eigent­li­che Grund für die Begleit­pla­nung – das Aus­füh­rungs­pro­jekt für die A5-Westastau­to­bahn – noch unter Ver­schluss gehal­ten wurde.

Ein Vor­ge­hen, das vom Komi­tee West­ast so nicht! und wei­te­ren Bür­ge­rIn­nen schon damals als inak­zep­ta­bel kri­ti­siert wurde. Wer sich ein­brin­gen wollte, hatte aber keine Wahl: Es galt, inner­halb der gesetz­ten Frist zur vor­lie­gen­den Begleit­pla­nung Stel­lung zu neh­men. Vogel friss oder stirb.

Ganz anders die Behör­den: Sie las­sen unsere Mit­wir­kungs­be­richte, die wir bis Mitte März ein­zu­rei­chen hat­ten, bis im Juni lie­gen, wie dem Schrei­ben, das in der Som­mer­pause in die Brief­käs­ten geflat­tert ist, zu ent­neh­men ist. Die Begrün­dung: man wollte «die bis zum 24. Mai 2017 dau­ernde Publi­ka­tion des Auf­la­ge­pro­jek­tes West­ast A5 abwar­ten.»

Zudem seien bei den Städ­ten – die extra für die Bear­bei­tung des Auf­la­ge­pro­jekts gegen 20 Leute zusätz­lich ange­stellt hat­ten – Res­sour­cen gebun­den gewe­sen, «was eine frü­here Auf­nahme der Arbei­ten unmög­lich gemacht hat.»

Nun, als Bür­ge­rIn hätte man sich vor­ge­stellt, dass die Mit­wir­kungs­ein­ga­ben, da sie nun schon mal vor dem Auf­la­ge­pro­jekt ein­ge­for­dert wur­den, wenigs­tens in die A5-West­ast-Ein­spra­chen der Städte ein­ge­flos­sen wären. Aber nein: Die ins­ge­samt 309 Mit­wir­kungs-Stel­lung­nah­men blie­ben unge­le­sen lie­gen. Wie sich der Bür­ger, die Bür­ge­rin zur städ­te­bau­li­chen Begleit­pla­nung geäus­sert hat, inter­es­sierte die Behör­den offen­bar nicht.

Im Gegen­teil: Diese nimmt sich nun noch ein­mal «4–5 Monate» Zeit, die Mit­wir­kungs­ein­ga­ben zu beant­wor­ten und kün­di­gen bereits heute an, dass nichts Sub­stan­zi­el­les zu erwar­ten ist. Ori­gi­nal-Behör­den­spra­che: «Die Beant­wor­tung der Stel­lung­nah­men wird zur Haupt­sa­che in Form eines zusam­men­fas­sen­den Mit­wir­kungs­be­rich­tes mit den wesent­li­chen The­men erfol­gen. (…) Eine gewisse Ver­all­ge­mei­ne­rung wird nicht zu umge­hen sein.»

Das Ganze nennt sich Par­ti­zi­pa­tion. Oder – im Klar­text: Ali­bi­übung.

 


August 2017

BIEL SCHAUT NACH RAS­TATT

Die wich­tige Nord-Süd-Eisen­bahn­ver­bin­dung durchs Rhein­tal bleibt vor­aus­sicht­lich wäh­rend Wochen unter­bro­chen. Der Grund: Zwi­schen Ras­tatt und Baden-Baden sind am Sams­tag, 12. August die Gleise um etwa einen Meter abge­sackt. Weil beim Bau von Tun­nel­röh­ren etwas schief gelau­fen sei, wie ein Spre­cher der Deut­schen Bahn ver­lau­ten liess.

Ein bau­tech­ni­scher GAU, der in Biel auf­hor­chen lässt. Denn für die bei­den Tun­nel­röh­ren, die bei Ras­tatt unter dem bestehen­den Bahn­trasse gebaut wer­den, um die Kapa­zi­tät des Bahn­kor­ri­dors zu erhö­hen und die Stadt vom Lärm zu befreien, wurde das soge­nannte Gefrier­ver­fah­ren ange­wen­det: Mit Hilfe von Roh­ren, wurde der Boden im Unter­grund ver­eist, um die Erd­masse wäh­rend des Baus zu sta­bi­li­sie­ren.  

Geht es nach dem Wil­len der A5-West­ast-Pla­ner, wird diese risi­ko­rei­che Methode auch beim Bau der A5-Westastau­to­bahn zur Anwen­dung kom­men. In der See­vor­stadt, wo der geplante Tun­nel City den Bahn­damm unter­que­ren soll, wol­len die Inge­nieure auf einer Stre­cke von rund 200 Metern den Stras­sen­tun­nel eben­falls mit Hilfe von Ver­ei­sung des Bau­grunds, erstel­len. Gleich wie in Ras­tatt, wählte man auch in Biel das Gefrier­ver­fah­ren, damit der Tun­nel berg­män­nisch, unter lau­fen­dem Bahn­be­trieb gebaut wer­den kann. Ein äus­serst heik­les Unter­fan­gen, wie das aktu­elle Bei­spiel aus Deutsch­land zeigt.

Die Methode ist nicht neu. In Zürich wurde sie bereits in den 1980er Jah­ren für die Lim­mat­un­ter­que­rung einer S‑Bahnlinie erfolg­reich ange­wen­det. Die Her­aus­for­de­run­gen waren aller­dings beträcht­lich, wie R. Egli vom Zür­cher Inge­nieur­un­ter­neh­men Locher 1986 in sei­nem Erfah­rungs­be­richt zum Gefrier­ver­fah­ren schreibt: «Die im Zusam­men­hang mit der Gefrier­bau­weise zu lösen­den Pro­bleme sind jedoch nur Teil eines Auf­ga­ben­ka­ta­lo­ges, wie er in der bis­her erleb­ten Inten­si­tät für eine ein­zige Bau­stelle wohl eher sel­ten ist.»

In Ras­tatt ist der Bau­grund laut Medi­en­be­rich­ten insta­bil und san­dig. Mit dem Gefrier­ver­fah­ren sollte eine Sta­bi­li­sie­rung erreicht wer­den, was nun offen­bar nicht gelun­gen ist. In Biel dürfte die Aus­gangs­lage nicht bes­ser, die Situa­tion ver­gleich­bar hei­kel sein.

Um das Bahn­tras­see über der Tun­nel-Bau­stelle in Ras­tatt wie­der zu sta­bi­li­sie­ren, muss der Tun­nel nun vor­aus­sicht­lich auf einer Länge von 50 Metern kom­plett mit Beton gefüllt wer­den. Dabei wird auch die teure Tun­nel­bohr­ma­schine, die sich in die­sem Bereich befin­det, mit ein­be­to­niert.

Viel besorg­nis­er­re­gen­der als der Ver­lust des tech­ni­schen Geräts ist jedoch die Unge­wiss­heit dar­über, was dies für die geplan­ten Tun­nel in Ras­tatt bedeu­tet. Bis­her gibt es noch keine Ant­wor­ten auf die Frage, ob und wie diese je wei­ter­ge­baut wer­den kön­nen.

Man stelle sich die glei­che Situa­tion in Biel vor: Wäh­rend der A5-West­as­tun­nel unter dem Bahn­damm hin­durch vor­an­ge­trie­ben wird, droht die­ser zusam­men­zu­bre­chen. Um dies zu ver­hin­dern, muss der bereits erstellte Hohl­raum unter den Glei­sen mit Beton auf­ge­füllt wer­den…

Wäre ein sol­cher Vor­fall das Ende des West­ast-City-Tun­nels? Was würde dies für die Fer­tig­stel­lung der geplan­ten Stadt­au­to­bahn bedeu­ten? Wie­viele zusätz­li­che Mil­li­ar­den würde ein sol­ches Deba­kel die Steu­er­zah­le­rIn­nen kos­ten?

Der Vor­fall in Ras­tatt zeigt: Bauen im Unter­grund ist unbe­re­chen­bar und birgt Gefah­ren. Beson­ders gross ist das Scha­den­po­ten­zial dort, wo bereits bebau­tes Stadt­ge­biet unter­tun­nelt wird. Biel schaut nach Ras­tatt – und zieht hof­fent­lich die rich­ti­gen Schlüsse!

 


August 2017

ES SIND 650 EIN­SPRA­CHEN!

Ergän­zun­gen und Prä­zi­sie­run­gen zur A5-Info­zei­tung, die in alle Haus­hal­tun­gen von Biel und Nidau ver­teilt wurde:

  • Im Edi­to­rial des vom Kan­ton Bern her­aus­ge­ge­be­nen «Info»-Blatts behaup­tet Regie­rungs­rä­tin Bar­bara Egger ein­mal mehr, dass der Bau des Ost- und West­asts der A5 Auto­bahn durch Biel zum Ziel hätte, «die Stadt Biel und die Region vom Ver­kehr wirk­sam zu ent­las­ten.»

Bereits heute steht fest, dass dies kein plau­si­bles Ziel ist – im Gegen­teil: Die neuen Auto­bahn­ab­schnitte wer­den statt Ent­las­tung zusätz­li­che Belas­tung brin­gen!

Ins­be­son­dere der Tran­sit­ver­kehr zwi­schen West und Ost dürfte mas­siv zuneh­men. Weil das heu­tige Nadel­öhr durch Biel erwei­tert und die Durch­fahrt für den Tran­sit­ver­kehr erleich­tert wird, dro­hen dem sen­si­blen Nord­ufer des Bie­ler­sees noch mehr Lärm und Gestank durch 40-Tön­ner aus Nah und Fern. Und auch in Biel und Nidau wer­den die gebau­ten und geplan­ten Tun­nel das zusätz­li­che Ver­kehrs­auf­kom­men nicht ein­fach schlu­cken. Neue Staus, Lärm und Abgase sind vor­pro­gram­miert.  

  • Bei der Zahl der ein­ge­gan­ge­nen Ein­spra­chen gegen das Aus­füh­rungs­pro­jekt des A5-West­asts haben sowohl die Medien wie der Kan­ton wie­der­holt tief­ge­sta­pelt. Auch die in der Info-Zei­tung publi­zierte Angabe von «rund 600» sei zu tief gegrif­fen, kom­men­tiert die UVEK-Juris­tin und Sach­be­ar­bei­te­rin Yas­min Hostett­ler auf Anfrage. Und prä­zi­siert: Genau genom­men seien es 650 Ein­spra­chen, die nun vom Gene­ral­se­kre­ta­riat des UVEK geprüft und anschlies­send dem Kan­ton sowie den zustän­di­gen Bun­des­äm­tern zur Stel­lung­nahme vor­ge­legt wer­den.

 

 

  

ÜBER 600 EIN­SPRA­CHEN GEGEN
A5-WEST­AST

Der Kan­ton Bern teilt mit:

«Die öffent­li­che Plan­auf­lage zum Aus­füh­rungs­pro­jekt «West­um­fah­rung Biel» ist abge­schlos­sen. Die Lei­tung des Geneh­mi­gungs­ver­fah­rens liegt beim Eid­ge­nös­si­schen Depar­te­ment für Umwelt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­tion UVEK.

Wäh­rend der Frist zur Plan­auf­lage sind beim Eid­ge­nös­si­schen Depar­te­ment für Umwelt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­tion UVEK rund 600 Ein­spra­chen ein­ge­gan­gen – dazu gehö­ren die Anlie­gen der unge­fähr 400 betrof­fe­nen Grund­ei­gen­tü­mer. Das UVEK prüft nun alle Ein­spra­chen. Anschlies­send wird es Stel­lung­nah­men sowie Mit­be­richte von kan­to­na­len und eid­ge­nös­si­schen Fach­stel­len ein­ho­len.

Nach all­fäl­li­gen Ein­spra­che­ver­hand­lun­gen wird das UVEK über jede Ein­spra­che ent­schei­den. Betei­ligte kön­nen den Gesamt­ent­scheid zu ihrer Ein­spra­che vor Gericht anfech­ten. Die Dauer des Geneh­mi­gungs­ver­fah­rens ist schwer abzu­schät­zen. Mit dem Bau der West­um­fah­rung kann gestar­tet wer­den, sobald alle Ein­spra­chen von Orga­ni­sa­tio­nen und Pri­va­ten sowie Vor­be­halte der Fach­stel­len berei­nigt sind.  

Das Aus­füh­rungs­pro­jekt der A5 West­um­fah­rung lag vom 18. April bis zum 23. Mai 2017 in den neun Stand­ort­ge­mein­den öffent­lich auf. Das Inter­esse für das Pro­jekt war erwar­tungs­ge­mäss gross. Gemein­de­prä­si­den­tin­nen und Gemein­de­prä­si­den­ten sowie Pro­jekt­ver­ant­wort­li­che des Kan­tons erläu­ter­ten an Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen das Auf­la­ge­ver­fah­ren und beant­wor­te­ten Fra­gen.

Inter­es­sierte und Direkt­be­trof­fene hat­ten zudem die Mög­lich­keit, ihre Fra­gen in per­sön­li­chen Gesprä­chen mit Ver­tre­tern des Kan­tons zu klä­ren. Beson­ders geschätzt wurde die Aus­stel­lung im Info­pa­vil­lon in der Bie­ler See­vor­stadt mit Pro­jekt­mo­del­len und Visua­li­sie­run­gen der geplan­ten Auto­bahn – eine Ergän­zung zu den auf Panels erläu­ter­ten Aus­ste­ckun­gen im Gelände.»             

Info 11. August 2017 Infor­ma­tio­nen des Kan­tons Bern zum Bau der Natio­nal­strasse A5 Umfah­rung Biel

Kom­men­tar:  Besorg­nis­er­re­gende Schwer­hö­rig­keit beim Kan­ton Bern. Kein Wort über die man­gel­hafte Aus­ste­ckung,  kein Wort über den brei­ten Wider­stand in der Bevöl­ke­rung. So ein­fach geht es nicht. Am 23. Sep­tem­ber wird der Ber­ner Kan­tons­bär gehö­rig aus dem bereits ein­ge­lei­te­ten Win­ter­schlaf geweckt wer­den.

 


 

20. Juli 2017

DER WEST­ASTEINE FEHL­PLA­NUNG

Im Bie­ler Tag­blatt vom 20. Juli kon­tert Leo Hor­la­cher mit deut­li­chen Wor­ten die Vor­würfe von FDP-Stadt­rat und TCS-Prä­si­dent Peter Boh­nen­blust an die Adresse der West­ast-Kri­ti­ke­rIn­nen: In sei­ner Carte Blan­che vom 17. Juni hatte er den Geg­ne­rIn­nen des aktu­el­len Auto­bahn­pro­jekts vor­ge­wor­fen, sie wür­den ver­su­chen, «mit Ein­spra­chen und fal­schen Argu­men­ten das Ganze zu ver­zö­gern.»

Wei­ter­le­sen

 
 

Juli 2017

Im Bie­ler Tag­blatt vom 20. Juli kon­tert Leo Hor­la­cher mit deut­li­chen Wor­ten die Vor­würfe von FDP-Stadt­rat und TCS-Prä­si­dent Peter Boh­nen­blust an die Adresse der West­ast-Kri­ti­ke­rIn­nen: In sei­ner Carte Blan­che vom 17. Juni hatte er den Geg­ne­rIn­nen des aktu­el­len Auto­bahn­pro­jekts vor­ge­wor­fen, sie wür­den ver­su­chen, «mit Ein­spra­chen und fal­schen Argu­men­ten das Ganze zu ver­zö­gern.»

Der kämp­fe­ri­sche West­ast-Befür­wor­ter Boh­nen­blust bezich­tigt die West­ast-Kri­ti­ke­rIn­nen in oben genann­tem Arti­kel nicht zum ers­ten Mal der Falsch­in­for­ma­tion. Aller­dings blieb er bis heute die Ant­wort auf die Frage schul­dig, wel­che Infor­ma­tio­nen der West­ast-Geg­ne­rIn­nen sei­ner Ansicht nach nicht stim­men.

Im Gegen­satz zu Boh­nen­blusts Behaup­tun­gen basie­ren Leo Hor­la­chers Argu­mente auf fun­dier­ten Recher­chen, wie z.B. die Frage nach der Zuläs­sig­keit der Auto­bahn­ein­fahr­ten zeigt. 

Wei­ter­le­sen


 

Juli 2017

DER BEFEHL

Vor­ges­tern haben Ange­stellte des Sicher­heits­diens­tes die Mar­kie­run­gen von den bedroh­ten Bäu­men weg­ge­ris­sen. Fast über­all. Nur Im Müh­le­feld und an ein paar ver­steck­ten Stel­len sind die Mar­kie­run­gen noch zu fin­den.

Wie es dazu kam und ob diese Aktion über­haupt legal war – hier die Infos dazu!

Letz­ten Frei­tag wur­den die Bäume mar­kiert – am Diens­tag lies­sen die Stadt-Behör­den wie­der abräu­men.

Warum nur? Warum darf die Bevöl­ke­rung nicht wis­sen, wel­che Bäume dem West­ast geop­fert wer­den sol­len???

 


 

2. BAUM­AK­TI­ONS­TAG 30.06.2017

© Anita Vozza

 


 

JETZT SIND SIE WIE­DER MAR­KIERT!

Am Frei­tag Abend, 30. Juni – als sich Biel auf die Bra­de­rie ein­stimmte, erhielt jeder  West­ast-bedrohte Baum erneut eine Mar­kie­rung. Dies­mal in Form einer weit herum leuch­ten­den Lie­bes­er­klä­rung…

© Anita Vozza

 


 

1. Baum-Akti­ons­tag 16.06.2017:

VIDEO 

 

FOTO­GA­LE­RIE 

 

 

Auch in den sozia­len Medien gab es grosse Zustim­mung für die Akti­vis­tin­nen und Akti­vis­ten – hier ein paar Bei­spiele:

 

 

END­LICH: DAS BIE­LER TAG­BLATT BERICH­TET

«Wider­stand wächst» titelt das Bie­ler Tag­blatt vom 13. Juli auf der Front­seite. Und infor­miert aus­gie­big über die lau­fende Peti­tion gegen das vor­lie­gende West­ast-Pro­jekt sowie die Baum­ak­tio­nen und aktu­elle Akti­vi­tä­ten des Komi­tees «West­ast so nicht!»

thumbnail of 2017-07-13_BT_Front

Wei­ter­le­sen

 


 

Juni 2017

Schü­le­rin­nen und Schü­ler
zeich­nen für Bun­des­rä­tin Doris Leu­thard!

 

 

 

 

 


29. Mai 2017

SUPER EIN­SPRA­CHE

Ber­ner Hei­mat­schutz, Stif­tung Land­schafts­schutz Schweiz und Hel­ve­tica Nos­tra brin­gen es auf den Punkt. 

 

thumbnail of Einsprache_A5Westast

Das A5-West­astpro­jekt ist nicht umwelt­ver­träg­lich und des­halb nicht bewil­lig­bar.  

 
 

21. Mai 2017

Gross­erfolg:

 

Über 1’200 Men­schen beim FlashMob gegen den A5-West­ast.

 

 
 

Fried­li­cher Velo-Corso durch die Stadt bis zum Strand­bo­den­krei­sel – Pro­blem­los, dank guter Zusam­men­ar­beit mit der Bie­ler Poli­zei – Gelas­sene Auto­fah­re­rIn­nen im Kurz­zeit-Stau – Mehr als 150 Ein­la­dun­gen an Doris Leu­thard für eine Visite in Biel – Stadt­prä­si­dent Fehr am FlashMob-Tag unter­ge­taucht und für Medien nicht erreich­bar – Biel/Bienne ist erwacht und bereit für wei­tere Aktio­nen gegen den A5-West­ast  

KLICK 

 


Mai/Juni 2017

 

FAL­SCHE HOFF­NUNG GIBT ES NICHT!

In ihrem kürz­li­chen Wochen­kom­men­tar im Bie­ler Tag­blatt unter­stellt Frau Bal­mer den Geg­ne­rin­nen und Geg­nern der A5-West­au­to­bahn, sie wür­den  «fal­sche Erwar­tun­gen» wecken. Unter­stützt wird ihre Argu­men­ta­tion von A5-Pro­mo­ter und TCS-Prä­si­dent Boh­nen­blust, der natür­lich ins glei­che Horn stösst, und von «fal­schen Hoff­nun­gen» spricht. 

Wären wir nicht der fes­ten Über­zeu­gung, dass sich das Beton­mons­ter in der vor­lie­gen­den Form ver­hin­dern lässt, wür­den nicht so viele Men­schen in Biel soviel Zeit, Ener­gie und Enga­ge­ment inves­tie­ren, um abzu­wen­den, was die Stadt nach­hal­tig zer­stö­ren würde.

Das Pro­jekt basiert auf Ent­schei­den, die längst über­holt sind. Eine «bewil­ligte Auto­bahn» ist noch längst keine gebaute Auto­bahn. Klü­ger wer­den ist erlaubt. Und auf Ent­scheide kann man zurück­kom­men – auch der Bun­des­rat.

 

 

Frau Bal­mer hat recht, mit einem Velo-Flashmob allein ist es nicht getan. Dabei wird es auch nicht blei­ben. Denn immer mehr Men­schen mer­ken, um was es geht. Und dass sie das vor­lie­gende Pro­jekt nicht wol­len.

Es gibt hand­feste Argu­mente, gegen das vor­lie­gende Pro­jekt. Und es gibt andere, zeit­ge­mäs­sere und zukunfts­wei­sen­dere Lösun­gen für die Ver­kehrs­pro­bleme in und um Biel.

Denn mit dem A5-West­ast droht tat­säch­lich ein regel­rech­tes Stras­sen­chaos, liebe Frau Bal­mer. Was Biel heute hat, ist ab und zu etwas Stau. Nicht der Rede wert. Und weni­ger würde es mit dem A5-West­ast-Stras­sen­chaos nicht wer­den. Im Gegen­teil. Das wis­sen auch die Befür­wor­ter.


 

Mai 2017

WANN KOMMT
DIE BUN­DES­PRÄ­SI­DEN­TIN?

 

Wir freuen uns auf den Besuch von Bun­des­rä­tin Doris Leu­thard im Parc Café Biel. 

 

UVEK-ANT­WORT: Hier lesen

 


Mai 2017

Ein Leser­brief bringt es auf den Punkt

thumbnail of 2017-05-13_BT_LB_Rossel


Mai  2017 

TELE­BIE­LIN­GUE vom 5. Mai 2017:

Bericht über die Her­aus­for­de­run­gen betref­fend Ein­spra­che gegen das vor­lie­gende West­ast-Auto­bahn­pro­jekt. 

Repor­tage aus der Gurn­igel­strasse

 

Mai 2017 

JETZT MACHT DIE STIF­TUNG
«LAND­SCHAFTS­SCHUTZ SCHWEIZ» MOBIL

Post vom 3. Mai 2017 

LOB FÜR HAGNECK UND TADEL FÜR DEN WEST­AST

 Die Stif­tung Land­schafts­schutz Schweiz (SL) erhebt Ein­spra­che gegen den A5-West­ast in Biel, wie sie auf ihrer Face­book-Site bekannt­gibt:

«SL wird gegen mons­trö­sen A5-West­ast in Biel Ein­spra­che erhe­ben. Der geplante über 2 Mia teure A5 West­ast unter Biel hin­durch hat kata­stro­phale Fol­gen für die Bevöl­ke­rung. Hun­derte von Bäume müs­sen wei­chen, die Bevöl­ke­rung wird eine 15jährige Bau­zeit erdul­den müs­sen, aber auch die Natur- und Erho­lungs­ge­biete am See wer­den mas­siv beein­träch­tigt. Dazu wird das ganze Bau­werk im Grund­was­ser gebaut und ein offe­ner Schlitz wird zu einer Zer­stö­rung des Stadt­bil­des füh­ren. Und das alles nur für den moto­ri­sier­ten Bie­ler Stadt­ver­kehr! Dies darf nicht pas­sie­ren! Unter­stüt­zen Sie uns und auch den Ver­ein West­ast – so nicht!»

Span­nend: Die Stif­tung hat bekannt­lich die Land­schaft Aare-Hagneck-Kanal mit dem gelun­gen erneu­er­ten  Kraft­werk zur «Land­schaft der Jah­res 2017» gekürt. Aus die­sem Anlass lud sie am Freitag/Samstag zu einer Tagung, unter dem Motto «Ener­gie­wende und Land­schafts­schutz – Kri­te­rien der Ver­ein­bar­keit». Anläss­lich der Preis­ver­lei­hung vom kom­men­den Sams­tag, 6. Mai wer­den die Ber­ner Bau­di­rek­to­rin und West­ast-Pro­mo­to­rin Bar­bara Egger sowie die grüne Bie­ler Bau­di­rek­to­rin Bar­bara Schwi­ckert, die zum West­astpro­jekt beharr­lich schweigt, auf dem Podium zu Gast sein.

Es ist zu hof­fen, dass die Mode­ra­to­rin des Gesprächs bei die­ser Gele­gen­heit nicht nur das gelun­gene Werk in Hagneck fei­ern wird – son­dern gleich­zei­tig auch kri­ti­sche Fra­gen zur Zukunft am ande­ren Ende des Sees stellt. Wo in glei­cher Art Kri­te­rien der Ver­ein­bar­keit von Land­schafts­schutz und Ener­gie­wende ange­wen­det wer­den müss­ten… Der geplante Bau der A5-West­ast-Auto­bahn steht unbe­strit­te­ner­mas­sen in dia­me­tra­lem Gegen­satz zu den Anfor­de­run­gen an eine ener­gie-bewusste, nach­hal­tige Ent­wick­lung.

 

Mai 2017

Die Presse der fran­zö­si­schen Schweiz stellt die rich­ti­gen Fra­gen:

thumbnail of joujoupic1005

 


 thumbnail of le_tempsdd

 

 

 


 

2017

thumbnail of Die Vertreibung aus dem Paradies – News Bern: Kanton – derbund.ch
 

Früh­jahr 2017

So «infor­mie­ren» die West­ast-Befür­wor­ter-Behör­den die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger.
Fake oder alter­na­tive Fak­ten?
 

  • Eine Ver­kehrs­haupt­achse wird ohne ein ein­zi­ges Auto als Fuss­gän­ger­zone dar­ge­stellt  (gelb). Vor den geschlos­se­nen Bar­rie­ren des Täuf­fe­len-Bähn­lis kein ein­zi­ges Fahr­zeug weit und breit.
  • Trot­toirs und Velo­weg über den lär­men­den Auto­bahn­gra­ben wer­den durch Thuja-Hecken ver­sperrt (rot). 
  • Ein 12-Meter-Loch mit­ten im «Fuss­gän­ger­be­reich» ohne Abschran­kung (grü­ner Pfeil)
  • Zwei Ver­liebte spa­zie­ren direkt am Auto­bahn­krei­sel (orange)

Stadt­au­to­bahn­prä­si­dent Fehr ist um Erklä­rung die­ser Dar­stel­lung ange­fragt wor­den. Seine Ant­wort: «Die Fra­gen, die Sie anspre­chen, lie­gen, da mit der Plan­auf­lage ver­bun­den, im Ver­ant­wort­lich­keits­be­reich des Kan­tons. Des­halb müs­sen sie die­ser Instanz unter­brei­tet wer­den.» .

Die­sen ele­gan­ten Return hat der Stadt­au­to­bahn­prä­si­dent kürz­lich am WTA-Ten­nis­tur­nier gelernt und wen­det ihn nun sei­ner­seits an. Vom obers­ten Die­ner sei­ner Stadt­be­woh­ner und ‑bewoh­ne­rin­nen hätte man auch eine muti­gere Ant­wort erwar­ten dür­fen: «Wir, die Stadt­be­hör­den, haben diese Dar­stel­lung am Wal­ser­platz auch gese­hen und hal­ten sie für wenig rea­lis­tisch. Des­halb wer­den wir beim Kan­ton sofort inter­ve­nie­ren und so rasch wie mög­lich eine ver­bes­serte Ver­sion ver­lan­gen.» Nicht so in Biel/Bienne.

 

 

 

2017

Infos zur Plan­auf­lage im Früh­jahr 2017 gibts hier 

  

 

2017

Der Grund­satz-Arti­kel zum Thema A‑5-West­ast Biel/Bienne

thumbnail of Hochparterre Westast_Biel
 

 

Früh­jahr 2017

A‑5-WEST­AST AUF DER ABSCHUSS­LISTE?

 

thumbnail of Avenir_Suisse

Quelle: Ave­nir Suisse

 

 

 


2010

thumbnail of 2010-0604_BT_A5-Kommission

 

2010 

Ver­nünf­ti­ger Vari­an­ten­vor­schlag – von der Fre­gatte «Hans Stöckli» ver­senkt

 

thumbnail of Variante S


 

2008

War­nende Stimme – unge­hört – im Jahr 2008
thumbnail of 2008-05-01_HP_Loderer

 


FOTO­GA­LE­RIE