ARCHIV

 

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31.Dezember 2017

2017 – EIN SCHICK­SAHLS­JAHR?

Die Region Biel blickt in Sachen Ver­kehrs­po­li­tik auf eine bewegte Zeit zurück. Zehn Jahre nach dem ers­ten Spa­ten­stich wurde Ende Okto­ber die knapp 5 Kilo­me­ter lange, rund 1,2 Mil­li­ar­den teure Auto­bahn­stre­cke des A5-Ost­asts in Biel eröff­net. Dies, nach­dem bereits im April das letzte Teil­stück der Trans­ju­rane (A16) ein­ge­weiht wor­den war, deren Bau 30 Jahre gedau­ert und über 6,5 Mil­li­ar­den Fran­ken gekos­tet hat.

Wäh­rend des gan­zen Jah­res regel­mäs­sig für Schlag­zei­len gesorgt hat in der Region aber ein Stück Auto­bahn, das noch gar nicht gebaut ist – und hof­fent­lich auch nie gebaut wird: Der A5-West­ast.

Hier der

RÜCK­BLICK AUF EIN BEWEG­TES JAHR

 

 


 

17.November 2017

PRO-KOMI­TEE WILL FAK­TEN-CHECK

In einer ers­ten Reak­tion hat­ten Expo­nen­ten des Komi­tees «Pro-A5-West­ast» das Alter­na­tiv­pro­jekt «West­ast so bes­ser!» rund­weg abge­lehnt: «Die vor­ge­schla­gene Alter­na­tive bie­tet kei­nen gang­ba­ren Weg, die Ver­kehrs­pro­bleme der Region zu lösen», lies­sen die Befür­wor­ter im Anschluss an die Prä­sen­ta­tion des  Tun­nel­pro­jekts ohne inner­städ­ti­sche Anschlüsse ver­lau­ten.

Eine Woche spä­ter sieht alles anders aus:  Mit Vor­stös­sen im Gros­sen Rat sowie in den Stadt­par­la­men­ten von Biel und Nidau ver­lan­gen nun die glei­chen West­ast-Befür­wor­ter, dass das Pro­jekt «West­ast so bes­ser!» einem Fak­ten-Check auf seine Wir­kung und Mach­bar­keit hin unter­zo­gen wird. 

«Wenn der neue Vor­schlag ver­gleich­bare Ergeb­nisse bringt und die grund­sätz­li­che Mach­bar­keit als gege­ben beur­teilt wird, kann in einem zwei­ten Schritt die tech­ni­sche Mach­bar­keit im Detail geprüft wer­den», heisst es wei­ter im Vor­stoss, der mit dem Hin­weis endet: «Posi­tiv zu wer­ten ist, dass bei die­sem neuen Vor­schlag die Not­wen­dig­keit einer Auto­bahn nicht mehr bestrit­ten wird.»

Erfreu­lich: Es bewegt sich end­lich etwas! Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass sowohl die Stadt­par­la­mente wie der Grosse Rat die als dring­lich erklär­ten Vor­stösse dem­nächst über­wei­sen wer­den. Das heisst, die Stadt- und Kan­tons­be­hör­den müs­sen in den kom­men­den Mona­ten zu Fra­gen betref­fend Alternative(n) Stel­lung neh­men. Der West­ast ist zurück im poli­ti­schen Pro­zess. Das ist gut so.

 


12.November 2017

BRAUCHT ES DEN A5-WEST­AST ÜBER­HAUPT?

Seit zwei Wochen rollt der moto­ri­sierte Ver­kehr über den A5-Ost­ast. Der neue Auto­bahn­ab­schnitt zeigt bereits Wir­kung: Auto­fah­re­rIn­nen, die aus den ver­schie­dens­ten Him­mels­rich­tun­gen in und um Biel unter­wegs sind, berich­ten von «gewon­ne­ner Zeit» und schnel­le­ren Ver­bin­dun­gen.

In der See­vor­stadt etwa, oder an der Mett­strasse, ist es augen­fäl­lig: Sogar wäh­rend der Stoss­zei­ten am Mor­gen, Mit­tag und Abend fliesst der Ver­kehr unge­hin­dert. Gebremst wird die Aus­fahrt Rich­tung Neu­en­burg aktu­ell ein­zig durch eine Bau­stelle mit Licht­si­gnal­an­lage auf der Höhe Neu­en­burg­strasse 140.

Allen Kas­san­dra­ru­fen zum Trotz, ist das ange­drohte Ver­kehrs­chaos im Süden der Stadt bis­her aus­ge­blie­ben. Im Müh­le­feld­quar­tier oder auf dem Guido-Mül­ler-Platz zum Bei­spiel, hat sich nicht viel ver­än­dert. Dies, obschon die ver­spro­che­nen Mass­nah­men zur Opti­mie­rung der Ver­kehrs­flüsse noch längst nicht alle umge­setzt sind.

Noch ist es zu früh, für defi­ni­tive Ent­war­nung. Da damit gerech­net wer­den muss, dass die neue Schnell­strasse gross­räu­mig zusätz­li­chen Ver­kehr anzieht.

Statt jetzt aber kopf­los die Voll­endung des Netz­be­schlus­ses ein­zu­for­dern und an guten und bes­se­ren West­astva­ri­an­ten her­um­zu­pla­nen, müs­sen jetzt erst ein­mal aus­sa­ge­kräf­tige Zah­len her. Diese wer­den aktu­ell erho­ben. Erst die Resul­tate die­ser Ver­kehrs­zäh­lun­gen erlau­ben fun­dierte Aus­sa­gen über die Ver­kehrs­flüsse in der Region, wel­che die Basis sein müs­sen, für all­fäl­lige wei­tere Mass­nah­men und Ent­scheide.

 

 

 

 


Ende Okto­ber 2017

UNER­WÜNSCHTE INFOR­MA­TION

Wäh­rend der Plan­auf­lage im ver­gan­ge­nen Früh­jahr stan­den «Infor­ma­ti­ons­ta­feln» zur A5 wäh­rend Wochen im öffent­li­chen Raum. Wir erin­nern uns an geschönte Visua­li­sie­run­gen und ein­sei­tige Texte, pro­du­ziert und finan­ziert vom Tief­bau­amt des Kan­tons Bern.

Diese Aktion inspi­rierte den Ver­ein «Biel notre Amour» dazu, sei­ner­seits ein Pla­kat zu kre­ieren. Mit Infor­ma­tio­nen, die jene der «offi­zi­el­len» Tafeln ergän­zen.

Am Sams­tag, 28. Okto­ber kam das Pla­kat erst­mals zum Ein­satz: Es zeigt, wel­che Häu­ser und Frei­zeit­an­ge­bote im Wyden­au­quar­tier der West­ast-Bau­stelle wei­chen müss­ten und weist auf die risi­ko­rei­che Grund­was­ser­si­tua­tion hin. Tat­sa­chen, die von nie­man­dem bestrit­ten wer­den. Ergänzt wurde die Info­ta­fel mit einem Hin­weis auf den Tag der offe­nen Tür im Maschi­nen­mu­seum Mül­ler.

Bereits Anfang Woche musste das Pla­kat aller­dings wie­der weg: Laut Poli­zei­an­ga­ben hat «jemand vom Pro-West­astko­mi­tee» inter­ve­niert. Nicht bei der zustän­di­gen Poli­zei­stelle, son­dern direkt beim obers­ten Chef und sogar beim Stadt­prä­si­den­ten(!). Und da der Stadt­prä­si­dent sich offen­bar vor den Kar­ren des Pro-West­ast-Komi­tees span­nen lässt, wurde von Sei­ten der Behör­den sofort per Tele­fon reagiert.  

Nun ist die Infor­ma­ti­ons­ta­fel weg. Immer­hin hat sie ihren Zweck erfüllt: Hun­derte haben letz­ten Sams­tag die uner­wünsch­ten Infor­ma­tio­nen gele­sen und den Weg ins Maschi­nen­mu­seum Mül­ler gefun­den. Dort haben sie mit ihrer Unter­schrift gefor­dert, dass das Centre Mül­ler dem West­ast nicht geop­fert wer­den dürfe. Diese, den Lauf der West­ast-Dinge stö­rende, Infor­ma­tion wer­den die Behör­den anläss­lich der Unter­schrif­ten­über­gabe zur Kennt­nis neh­men müs­sen und nicht unter­drü­cken kön­nen. Sehr gut.

Für die­je­ni­gen, die sich nicht bevor­mun­den las­sen möch­ten, hier das Ori­gi­nal­pla­kat zum Ankli­cken:

 

 

 


 

28.Oktober 2017

TAG DER OFFE­NEN TÜR 

Am  28. Okto­ber 2017 öff­nete das Maschi­nen­mu­seum Centre Mül­ler seine Türen für Gross und Klein. Von 10 bis 16 Uhr gab es Musik, Füh­run­gen sowie Speis und Trank. Hun­derte Besu­cher und Besu­che­rin­nen nah­men die Ein­la­dung gerne an!

Hier in Kürze die wich­tigs­ten Infor­ma­tio­nen für alle, die den ein­ma­li­gen Ort zwi­schen Bahn­hof und See noch nicht ken­nen: Das Maschi­nen­mu­seum Centre Müller ist ein kul­tu­rel­les Juwel in Biel. Es prä­sen­tiert auf zwei Stock­wer­ken  eine welt­weit ein­ma­lige Samm­lung his­to­ri­scher Maschi­nen aus den Anfän­gen der Maschi­nen- und Uhren­in­dus­trie.

Das alte Indus­trie­ge­bäude, in dem es unter­ge­bracht ist, wurde erst 2001 total­sa­niert und zu einem moder­nen Museum umfunk­tio­niert. Nun ist seine wei­tere Exis­tenz aber akut bedroht: Wird das aktu­elle Pro­jekt für den A5-West­ast in Biel gebaut, muss das Museum der Auto­bahn-Bau­stelle wei­chen.

Gegen diese Pläne hat die Mul­ler Machi­nes SA im Frühjahr Ein­spra­che erho­ben. Sie ist Besit­ze­rin und Betrei­be­rin des Maschi­nen­mu­se­ums, das im Vor­feld der Expo 02 seine Tore erst­mals öff­nete. Damals hatte nichts dar­auf hin­ge­wie­sen, dass nach nicht ein­mal 20 Jah­ren der ideale Stand­ort des Muse­ums – zu Fuss sind es nur fünf Minu­ten an den Bahn­hof oder bis zum See –  zuguns­ten der Auto­bahn auf­ge­ge­ben wer­den müsste.

Anläss­lich des Tags der offe­nen Tür gab es um 11 Uhr im Ver­an­stal­tungs­raum des Muse­ums auch einen offi­zi­el­len, rund ein­stün­di­gen Infor­ma­ti­ons­teil:

• Michel Mul­ler, CEO der Mul­ler Machi­nes SA und Initi­ant des Muse­ums, berich­tete über die Ursprünge der Samm­lung und erklärt den Stel­len­wert des Muse­ums.

• Die Bie­ler Chro­nis­tin Mar­grit Wick, die im Auf­trag des archäo­lo­gi­schen Diens­tes, die Bau­ge­schichte ent­lang der geplan­ten West­ast-Schneise auf­ge­ar­bei­tet hat, gab einen Ein­blick in die Ent­wick­lung des Bie­ler See­quar­tiers – vom Mit­tel­al­ter bis heute.

• Der Denk­mal­pfle­ger Rolf Weber zeigte auf, was die Hochblüte der Maschi­nen­in­dus­trie in der ers­ten Hälfte des 20. Jahr­hun­derts nebst beein­dru­cken­der Maschi­nen­tech­nik in Biel auch noch her­vor­ge­bracht hat: Die Uhren­me­tro­pole gilt unter Fach­leu­ten als Eldo­rado für kunst­voll aus­ge­malte Trep­pen­häu­ser.

Zudem wurde im Gespräch und an Infor­ma­ti­ons­stän­den über das A5-West­ast-Pro­jekt dis­ku­tiert, dem das Museum geop­fert wer­den soll.

DIE GESCHICHTE ZUM MUSEUM

© Anita Vozza, 2017

 


 

27. Okto­ber 2017:

PETI­TION

GEGEN DEN A5-WEST­AST ZUHAN­DEN DES BUN­DES­RATS  EIN­GE­REICHT MIT ÜBER

10’000 UNTER­SCHRIF­TEN

 

Peti­ti­ons­text

 

Sehr geehrte Frau Bun­des­prä­si­den­tin,
sehr geehrte Damen und Her­ren Bun­des­rä­tin­nen und Bun­des­räte

In Biel sol­len die teu­ers­ten Auto­bahn­ki­lo­me­ter der Schweiz gebaut wer­den: Der West­ast der A5-Auto­bahn kos­tet min­des­tens 2,2 Mil­li­ar­den Fran­ken.

Der West­ast führt mit­ten durch die Städte Biel und Nidau. Die zwei geplan­ten Anschlüsse mit über 200 Meter lan­gen und bis zu 18 Meter tie­fen Schnei­sen reis­sen unheil­bare Wun­den in den Stadt­kör­per. Zudem wer­den die Nah­erho­lungs­ge­biete See und Strand­bo­den wäh­rend der min­des­tens 15-jäh­ri­gen Bau­zeit von der Stadt abge­schnit­ten.

Alleen, Park­an­la­gen und ganze Quar­tiere sol­len dem A5-West­ast wei­chen: Rund 745 Bäume müss­ten gefällt und über 100 Häu­ser abge­ris­sen wer­den. Dar­un­ter auch Bäume und Gebäude, die unter Schutz ste­hen.

Der Bau des A5-West­asts greift mas­siv in die Grund­was­ser­ströme ein – mit unkal­ku­lier­ba­ren Risi­ken für Grund- und Trink­was­ser. Die­ser Ein­griff gefähr­det zudem die Bau­sub­stanz: Viele Häu­ser in der Bie­ler Innen­stadt ste­hen auf Pfäh­len; der Bau­grund ist sehr insta­bil und reagiert äus­serst sen­si­bel auf Ver­än­de­run­gen.

Die A5-Westastau­to­bahn ist das Resul­tat einer ver­al­te­ten Pla­nung. Sie löst weder die Ver­kehrs­pro­bleme der Stadt Biel und der Agglo­me­ra­tion, noch ist sie von natio­na­ler Bedeu­tung. Der West­ast in der vor­lie­gen­den Form ist unnö­tig und bringt keine Ent­las­tung son­dern Mehr­ver­kehr. Es gibt kos­ten­güns­tige, umwelt­ver­träg­li­che und effi­zi­ente Wege, um die Ver­kehrs­pro­bleme in der Region wirk­lich zu lösen.

Wir for­dern Sie des­halb auf, das gene­relle Pro­jekt der West­ast-Auto­bahn mit­ten durch die Städte Nidau und Biel zu sis­tie­ren und eine fort­schritt­li­che Vari­ante aus­zu­ar­bei­ten.

Ein natio­na­les Inter­esse für den A5-West­ast in der vor­lie­gen­den Form gibt es nicht. 2,2 Mil­li­ar­den Fran­ken öffent­li­che Gel­der für eine Stadt­au­to­bahn, die keine Pro­bleme löst – das darf nicht sein!

 
 

27. Okto­ber 2017:

ERÖFF­NUNG OST­AST A5:
OHNE VOLK UND OHNE CHE­FIN
 

Am Frei­tag, 27. Okto­ber war es soweit: Die A5-Ostastau­to­bahn wurde dem Ver­kehr über­ge­ben. Ent­ge­gen lan­des­wei­ten Gepflo­gen­hei­ten, fand die­ser Anlass nur in klei­nem Rah­men statt – ohne die zustän­dige Depar­te­ments-Che­fin Doris Leu­thard. Sie hat andere Prio­ri­tä­ten gesetzt und refe­rierte statt zur Auto­bahn an der «Infra­struk­tur­ta­gung 2017» über die Her­aus­for­de­run­gen des Strom­markt­de­signs.

Schade, denn Doris kann so schön Bän­der schnei­den:

Da beim UVEK die A5 in, um und durch Biel nicht Che­fin­nen­sa­che ist, fiel die Ehre der Schere der Ber­ner Bau-, Ver­kehrs- und Ener­gie­di­rek­to­rin Bar­bara Egger zu. Assis­tiert wurde sie dabei von ASTRA-Direk­tor Jürg Röth­lis­ber­ger und natür­lich auch vom Bie­ler Stadt­prä­si­den­ten Erich Fehr. Die hohe Dame und die bei­den Her­ren spra­chen zum Häuf­lein der Ein­ge­la­de­nen, bevor um 11 Uhr sym­bo­lisch ein letz­ter Bau­stein ein­ge­setzt und um 11.20 die Strasse in Fahrt­rich­tung Brügg­moos-Bözin­gen­feld für den moto­ri­sier­ten Ver­kehr frei­ge­ge­ben wurde.

Zugang zu die­ser Zere­mo­nie hat­ten nur gela­dene Gäste. Das Volk musste sich mit einem Brat­wurst-Fest bereits im Sep­tem­ber beschei­den – am gros­sen Eröff­nungs­tag mit Apéro riche war es nicht erwünscht. Die gela­de­nen Gäste tra­fen sich um 9.45 Uhr beim roten A5-Bau­lei­tungs-Pavil­lon am Läng­feld­weg 104 im Brügg­moos, von wo sie mit Auto­bus­sen zur Feier trans­por­tiert wur­den. Pri­vat­au­tos und Zaun­gäste waren nicht zuge­las­sen.  

Bei der Ver­an­stal­tung zählte nebst dem Volk und Doris Leu­thard übri­gens auch Gemein­de­rat Céd­ric Némitz zu den gros­sen Abwe­sen­den. Er hatte zwar eine Ein­la­dung, aber weil die Ost­ast-Ver­kehrs­schil­der laut ASTRA nur ein­spra­chig – auf Deutsch – beschrif­tet wer­den, ver­zich­tete er auf das Eröff­nungs­fest und unter­stützte so demons­tra­tiv den Pro­test des Con­seil des affai­res fran­co­pho­nes du dis­trict bilin­gue de Bienne (CAF) und des Forum du bilin­gu­isme. Auf FB schreibt der Bie­ler Direk­tor für Bil­dung, Kul­tur und Sport: «Parce que le français n’est pas le bien­venu sur ce tronçon, j’ai décidé de ne pas assis­ter à l’ouverture offi­ci­elle de l’autoroute.»

 


 

19. Okto­ber 2017:

FAL­SCHE BASIS

Kaum wird’s end­lich kon­kret, kommt schon der erste Auf­schrei: «Geht gar nicht, wir las­sen uns nicht durch flan­kie­rende Ver­kehrs-Mass­nah­men auf den Auto­bahn-Ost­ast zwin­gen!» Auto­fah­re­rIn­nen und Berufs­pend­le­rIn­nen befürch­ten neue Staus, infolge erschwer­ter Durch­fahrt durch die Stadt Biel.

Gut mög­lich – sogar wahr­schein­lich – dass es zu neuen Staus kom­men wird, nament­lich an den Kno­ten­punk­ten zum A5-Ost­ast. Doch bekannt­lich soll Ver­kehr wie Was­ser sein  (Zitat: Stadt­prä­si­dent Erich Fehr) – die Auto­len­ke­rIn­nen wer­den sich also auch künf­tig den Weg des gerings­ten Wider­stands suchen. Ob sie ihn durch oder um die Stadt herum fin­den, wird sich zei­gen.

An der Medi­en­kon­fe­renz vom 19. Okto­ber 2017 prä­sen­tierte die Stadt Biel, nebst den Ver­kehrs­len­kungs-Mass­nah­men im Anschluss an die Ost­ast-Eröff­nung, die ver­kehrs­tech­ni­schen Über­le­gun­gen, die den Ein­grif­fen in den Stras­sen­ver­kehr als Basis dien­ten.

Ein­mal mehr fällt beim Durch­blät­tern die­ses «Kon­zept­do­ku­ments» auf: Das Auto ist und bleibt Dreh- und Angel­punkt der Bie­ler Ver­kehrs­po­li­tik! Nach­zu­le­sen zum Bei­spiel auf Seite 7: «Der Indi­vi­du­al­ver­kehr bleibt ein wich­ti­ger Trä­ger des Stadt­ver­kehrs. Die qua­li­ta­ti­ven Bedin­gun­gen dazu sol­len ver­bes­sert wer­den.»

Als Basis dient eine soge­nannte Netz­struk­tur, wonach die Stras­sen in fünf Kate­go­rien unter­teilt sind. Unter­schie­den wird zwi­schen Hoch­leis­tungs­stras­sen, Haupt­ver­kehrs­ach­sen sowie Ver­bin­dungs-, Sam­mel- und Quar­tier­stras­sen. All diese Stras­sen gehö­ren offen­bar in ers­ter Linie dem moto­ri­sier­ten Ver­kehr. Im erwähn­ten Kon­zept wird nur die­ser aus­führ­lich erwähnt.

Die sche­ma­ti­sche Dar­stel­lung der «Len­kungs­stra­te­gie» macht zudem deut­lich, dass es eine «gute Erschlies­sung» geben wird, für jene, die mit dem Auto an den Bahn­hof oder in die inner­städ­ti­schen Park­häu­ser wol­len.

Wozu also die Panik, liebe Auto­fah­re­rin­nen und Auto­fah­rer? Im Gegen­satz zu ande­ren, zukunfts­ori­en­tier­te­ren Städ­ten, will man in Biel nie­man­dem das Auto­fah­ren ver­mie­sen. Im Gegen­teil! Die Bedin­gun­gen sol­len gar ver­bes­sert wer­den, wie dem Kon­zept zu ent­neh­men ist: «Dazu zäh­len zum Bei­spiel die Ver­bes­se­rung der Ver­kehrs­ab­läufe bei Kno­ten, die Ver­kehrs­füh­rung und Signa­li­sa­tion sowie Opti­mie­run­gen bei der Park­raum­or­ga­ni­sa­tion.»

Das steht in deut­li­chem Wider­spruch zur Behaup­tung, dass die Stadt Biel die 3V-Stra­te­gie des Kan­tons Bern befolge (Ver­kehr 1. ver­mei­den, 2. ver­la­gern und 3. ver­träg­lich abwi­ckeln). Solange man die Bedin­gun­gen für den moto­ri­sier­ten Ver­kehr durch den Bau zusätz­li­cher Kor­ri­dore ver­bes­sert, wird die­ser zu- und nicht abneh­men. Dazu gibt es mitt­ler­weile genü­gend Stu­dien.

Beson­ders frag­wür­dig ist die Tat­sa­che, dass man anläss­lich der Ost­ast-Eröff­nung ein­zig und allein auf den moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehr fokus­siert. Warum nicht gleich bes­sere Bedin­gun­gen für den öffent­li­chen Regio­nal­ver­kehr schaf­fen? Sichere Rad- und Fuss­ver­bin­dun­gen, die dazu füh­ren, dass der eine oder die andere sein Auto ste­hen lässt und für den Arbeits­weg von Pie­ter­len nach Twann oder für den Besuch bei der Gross­mut­ter im Bözin­gen­moos auf Alter­na­ti­ven umsteigt?

Wie sagte doch der Umwelt­öko­nom Phil­ippe Thal­mann kürz­lich in einem Beob­ach­ter-Inter­view: «Schauen wir uns den Auto­ver­kehr in Zürich an: Wie hat man es geschafft, dass er ver­hält­nis­mäs­sig gering geblie­ben ist? Man hat den öffent­li­chen Ver­kehr aus­ge­baut, das Ver­bunds­abo ein­ge­führt, Park­plätze redu­ziert und ver­teu­ert, Velo­wege ange­legt. Und kom­mu­ni­ziert, dass die Lebens­qua­li­tät zunimmt, mit weni­ger Stau, Lärm und Luft­ver­schmut­zung.»

Weil weni­ger Stau, Lärm und Luft­ver­schmut­zung nur mög­lich sind, wenn der moto­ri­sierte Ver­kehr redu­ziert wird. Es gibt kei­nen ande­ren Weg – und schon gar keine Hoch­leis­tungs­strasse, die zusätz­li­chen Ver­kehr in die Innen­stadt pumpt!

 


 

 Okto­ber 2017:

NIDAU WAR­TET AB!

Am Frei­tag, den 27. Okto­ber 2017 um 11.20 Uhr,  wurde der A5-Ost­ast für Motor­rä­der, Autos und Last­wa­gen frei­ge­ge­ben. Kurz zuvor hat die Stadt Biel über die Mass­nah­men infor­miert, die dafür sor­gen sol­len, dass die neue Auto­bahn nicht zum befürch­te­ten Ver­kehrs­chaos in der Region Biel führt.

An einer von rund 100 Quar­tier­be­woh­ne­rIn­nen vom Müh­le­feld­leist orga­ni­sier­ten Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung berich­te­ten die  «grüne» Gemein­de­rä­tin Bar­bara Schwi­ckert sowie Roger Rac­cor­don (Lei­ter Bereich Infra­struk­tur) und Pablo Donzé (Lei­ter Bereich Ver­kehr), wie die Behör­den die Ver­kehrs­ströme neu len­ken und das Müh­le­feld-Quar­tier vor dro­hen­dem Schleich­ver­kehr schüt­zen wol­len.

Schwi­ckert klärte die Bür­ger­schaft auf, dass Ver­kehrs­pla­nung eine sehr kom­plexe Sache sei. Biel werde in den kom­men­den Wochen «ver­kehr­lich umge­sto­chen» – die Bevöl­ke­rung müsse sich auf neue Ver­kehrs­men­gen und –ströme ein­stel­len. Nach­drück­lich wies sie dar­auf hin, dass man für die geplan­ten Len­kungs­mass­nah­men über die Gemein­de­gren­zen hin­weg regio­nal zusam­men­ar­beite. Das sei unab­ding­bar, sagte Schwi­ckert: «Ver­kehr macht nicht ein­fach an der Grenze der Stadt Biel halt.»

Laut Anga­ben der Bie­ler Behör­den plant man im Zusam­men­hang mit der Eröff­nung des A5-Ost­asts nicht weni­ger als 37 Mass­nah­men, davon deren 23 inner­halb der Stadt. Die Stadt Biel ist aber nur für die Umset­zung von 17 Mass­nah­men zustän­dig – die übri­gen sechs wer­den vom Kan­ton Bern umge­setzt. Die geplan­ten Mass­nah­men umfas­sen Tempo-30-Zonen sowie Quar­tier­stras­sen, wo nur noch Zubrin­ger­dienst gestat­tet ist, aber auch Ampel­an­la­gen, die den moto­ri­sier­ten Ver­kehr in die Stadt hin­ein dosie­ren (=stauen) sowie Mass­nah­men für die «Opti­mie­rung der Ver­kehrs­flüsse».

Lange hat man auf die Details der Len­kungs­mass­nah­men war­ten müs­sen. Nun aber macht die Stadt Biel vor­wärts: Im Moment sind laut Roger Rac­cor­don bereits 11 von 17 Mass­nah­men beschlos­sen und in Umset­zung oder Vor­be­rei­tung.

Ganz anders in Nidau: Auch dort muss der Ver­kehr irgend­wie auf die Auto­bahn gelenkt wer­den. Nur: Im Gegen­satz zu Biel, blei­ben diese fer­ti­gen Pläne vor­erst in der Schub­lade. Denn: Nidau war­tet erst ein­mal ab. So geht Koor­di­na­tion à la See­land.

Ab Eröff­nung des neuen Auto­bahn­teil­stücks kommt es also zur Eröff­nung eines neuen Ver­kehrs­ka­nals, des­sen Aus­wir­kun­gen mit einem Plan «gere­gelt» wer­den, der für die ganze Region gel­ten sollte, aber nur halb umge­setzt wird. Das funk­tio­niert nie und nim­mer. Es wird auch nicht mög­lich sein zu beur­tei­len, ob die getrof­fe­nen Mass­nah­men die gewünschte Wir­kung erzie­len, wenn an einer Stelle (=Biel) wie geplant Ver­kehr umge­lei­tet wird und an ande­rer Stelle (=Nidau) die geplante Len­kungs­mass­nahme ein­fach nicht aus­ge­führt wird.

Beson­ders deut­lich wird das im Müh­le­feld-Quar­tier, das unmit­tel­bar an Nidau grenzt: Wäh­rend die Quar­tier­stras­sen auf Bie­ler­bo­den sofort aus­schliess­lich für den Zubrin­ger­dienst signa­li­siert wer­den, bleibt in Nidau vor­läu­fig alles beim Alten.

Doch nicht nur Nidau ist im Ver­zug. – Um das Müh­le­feld­quar­tier vor Tran­sit- und Schleich­ver­kehr zu schüt­zen, soll die Aus­fahrt von der Bern­strasse bei der Garage Pao­luzzo gesperrt wer­den. Eine Mass­nahme, die ihre Wir­kung nicht ver­feh­len dürfte. Nur: Auch dar­auf muss man vor­läu­fig war­ten, da die Bern­strasse dem Kan­ton gehört. Und dort sei man mit der Umset­zung noch nicht soweit, wie Pablo Donzé an der Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung bedau­ernd mit­teilte.

Die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger rau­fen sich die Haare: Nach Jahr­zehn­ten der Pla­nung und des Bau­ens schaf­fen es die Behör­den nicht, gleich­zei­tig und koor­di­niert mit der Eröff­nung des A5-Ost­asts auch die not­wen­di­gen Ver­kehrs­len­kungs­mass­nah­men in Betrieb zu neh­men.

Dabei ist son­nen­klar –  wie sagte doch Gemein­de­rä­tin Schwi­ckert am Anfang der Ver­an­stal­tung: «Der Ver­kehr macht nicht halt, an der Gemein­de­grenze».  – Die Ver­kehrs­po­li­tik aller­dings schon. Ein Armuts­zeug­nis für die Ver­ant­wort­li­chen auf allen Ebe­nen.  

 

 


 

 30. Sep­tem­ber 2017:

Inter­view im Bie­ler Tag­blatt vom 30. Sep­tem­ber 2017:

 

BLUFF STATT ARGU­MENTE

West­ast-Befür­wor­te­rIn­nen wer­fen den Kri­ti­ke­rIn­nen gerne vor, sie wür­den mit Ängs­ten spie­len, fal­sche Tat­sa­chen ver­brei­ten und hät­ten keine Argu­mente. Das Gegen­teil ist der Fall, wie anhand ver­schie­de­ner Bei­spiele auf­ge­zeigt wer­den kann.

Basie­rend auf dem BT-Sams­tags-Inter­view vom Sams­tag, 30. Sep­tem­ber hier einige Rela­ti­vie­run­gen und Rich­tig­stel­lun­gen zu Behaup­tun­gen von HIV-Geschäfst­füh­rer und SVP-Gross­rat Lars Gug­gis­berg aus Kirch­lin­dach sowie Gil­bert Hüsch, Geschäfts­füh­rer der Wirt­schafts­kam­mer Biel-See­land aus Port:

Behaup­tung 1: «Das ange­spro­chene Pro­jekt löst ein Pro­blem für 150’000 Men­schen aus der Region Biel/Seeland»

Diese Zahl ist extrem hoch gegrif­fen: Wel­che Gemein­den gehö­ren zum Umkreis, die laut Befür­wor­te­rIn­nen ohne West­ast ein Pro­blem haben?

Wie steht es um jene Men­schen, für die der West­ast neue Pro­bleme schafft? Etwa durch die Ver­kehrs­zu­nahme ent­lang dem Nord­ufer des Bie­ler­sees, um nur ein Bei­spiel zu nen­nen?

Und: Die Behaup­tung, alle Men­schen in die­sen Gemein­den hät­ten ohne den Bau der A5-West­ast-Auto­bahn ein Pro­blem, ist gelinde gesagt ver­we­gen: Der West­ast nützt – wenn über­haupt – ins­be­son­dere den Auto­mo­bi­lis­tIn­nen. Und natür­lich dem Bau­ge­werbe.

Behaup­tung 2: «2005 wur­den über 40’000 Unter­schrif­ten für den Bau der Stadt­um­fah­rung gesam­melt»

Dabei han­delte es sich um eine PR-Aktion der Wirt­schafts­ver­bände, die unter dem Motto «Das War­ten muss ein Ende haben – wir wol­len die A5/A16 jetzt!». Es ging damals also nicht bloss um die «Stadt­um­fah­rung Biel» – und schon gar nicht um den aktu­ell dis­ku­tier­ten West­ast, den es so damals noch gar nicht gab. Die vom HIV behaup­tete Zahl von 40’000 Unter­schrif­ten schloss auch Mehr­fach­un­ter­schrif­ten, unle­ser­li­che Auto­gramme und sol­che von Witz­bol­den und Nacht­bu­ben mit ein – und wurde nie veri­fi­ziert. 

Die Hin­ter­gründe

Behaup­tung 3: «Am Tag der offe­nen Tür des Ost­as­tes waren Anfang Sep­tem­ber 10’000 Besu­cher anwe­send.»

Das sagt nichts aus über die Zustim­mung oder Ableh­nung betref­fend West­ast. Auch viele West­ast-Skep­ti­ke­rIn­nen nutz­ten­den Tag der offe­nen Tür! Wer sich mit dem Thema befasst, tat gut daran, sich ein Bild zu machen, wie es der­einst hin­ter dem Bahn­hof und am Strand­bo­den aus­se­hen könnte, würde der West­ast tat­säch­lich gebaut.

Behaup­tung 4: «Weil hier zu viele Emo­tio­nen domi­nie­ren und zu wenig kon­krete Infor­ma­tio­nen auf­ge­nom­men wur­den.»

Das Komi­tee «West­ast so nicht!» prä­sen­tiert auf sei­nen Stadt­wan­de­run­gen sowie auf sei­ner Web­site seit bald zwei Jah­ren pro­funde Infor­ma­tio­nen! Wei­tere Recher­chen und Infor­ma­tio­nen zum Thema West­ast und dar­über hin­aus zu Trends und Ent­wick­lun­gen im Bereich Stadt­pla­nung und Ver­kehr wer­den zudem regel­mäs­sig auf www.westast.ch publi­ziert. Die Wider­stands­be­we­gung gegen das vor­lie­gende West­ast-Pro­jekt ist gewach­sen, gerade weil sich die Men­schen infor­mie­ren und nicht mehr blind­lings den teu­ren, auf­wän­di­gen und ver­füh­re­ri­schen Visua­li­sie­run­gen der Behör­den glau­ben.

Behaup­tung 5 – zu den offe­nen Schnei­sen mit­ten in der Stadt: «Diese Fra­gen wur­den von der Gruppe Stöckli, die aus Ver­tre­tern ver­schie­de­ner Par­teien und Inter­es­sens­grup­pen zusam­men­ge­setzt war, lange und inten­siv dis­ku­tiert. Es ist letzt­lich ein Kom­pro­miss von unter­schied­lichs­ten Bedürf­nis­sen.»

In der Gruppe Stöckli gab es nie einen Kom­pro­miss zwi­schen Behör­den, Par­teien und Orga­ni­sa­tio­nen – weil Letz­tere nur ein­ge­la­den wur­den, um Infor­ma­tio­nen ent­ge­gen­zu­neh­men und Fra­gen zu stel­len. In kei­nem Moment hat­ten sie die Gele­gen­heit, sich an der Vari­an­ten­wahl zu betei­li­gen. Das ganze Pro­ze­dere war kein Aus­tausch, son­dern eine Ein­bahn­strasse.

Behaup­tung 6: «Seit dem ver­hee­ren­den Tun­nel­brand im Mont Blanc 1999 ist es nicht mehr erlaubt, Aus- und Ein­fahr­ten auf Auto­bah­nen unter­ir­disch zu bauen.»

Die neuen Bestim­mun­gen nach den Tun­nel­brän­den im Mont Blanc und Gott­hard ver­bie­ten Ein- und Aus­fahr­ten im Tun­nel nicht grund­sätz­lich. Nicht mehr erlaubt ist der Zwang zum Spur­wech­sel. In einem vier­spu­ri­gen Tun­nel, wie er für den West­ast geplant ist, kann die linke Spur für den Tran­sit­ver­kehr reser­viert wer­den, die Rechte für die Ein- resp. Aus­fahrt. Mit ande­ren Wor­ten: Gedeckte Anschlüsse wären wohl mög­lich gewe­sen. – Die offe­nen Schnei­sen von je über 200 Metern Länge hin­ter dem Bahn­hof und beim Strand­bo­den wur­den so geplant, um Kos­ten für Ven­ti­la­ti­ons­an­la­gen zu spa­ren.

Das ein­sei­tige Inter­view und der ver­un­glimp­fende Kom­men­tar im Bie­ler Tag­blatt vom 30. Sep­tem­ber 2017 lies­sen auch einige Leser­brief­schrei­be­rIn­nen in die Tas­ten grei­fen. Ihre lesens­wer­ten Ant­wor­ten ent­hal­ten wei­tere stich­hal­tige Argu­mente gegen die Behaup­tun­gen der Wirt­schafts­ver­tre­ter:

BT vom 5.10.2017:

BT vom 7.10.2017:

BT vom 11.10.2017:

 

 


 

28. Sep­tem­ber 2017:

«WIR WOL­LEN MIT­RE­DEN

Mar­tín Zingg hat anläss­lich der Demo «Biel wird laut» am 23. Sep­tem­ber 2017 seine erste poli­ti­sche Rede gehal­ten. Auf der Espla­nade-Bühne fasste der 18jährige Schü­ler in knap­pen und kla­ren Wor­ten zusam­men, wes­halb er und viele andere Jugend­li­che mit dem A5-West­ast nicht ein­ver­stan­den sind.

An der Demo ern­tete der Jung­red­ner Applaus mit sei­nem Hin­weis, dass weder seine Mut­ter, die ein Kind gewe­sen sei, als man den Fehl­ent­scheid für die heu­tige Rou­ten­wahl getrof­fen habe, noch er sel­ber beim aktu­el­len Pro­jekt hät­ten mit­be­stim­men kön­nen. «Wir spre­chen hier von einem Pro­jekt aus der Gene­ra­tion mei­nes Gross­va­ters – die Kon­se­quen­zen werde aber nicht ein­mal ich aus­ba­den müs­sen, son­dern meine Kin­der. Das ist nicht trag­bar!» ergänzt Mar­tín Zingg im Gespräch und betont: «Wenn wir jetzt nicht unsere Chance ergrei­fen und sagen: Wir haben auch noch ein Wört­lein mit­zu­re­den, wer­den wir das ewig bereuen!»

HIER geht’s zum Gespräch mit Mar­tín Zingg

 

 


 

26. Sep­tem­ber 2017:

EIN MERK­WÜR­DI­GES ANGE­BOT

War es die Anti-West­ast-Demo? War es das Nidauer Wahl­er­geb­nis – oder gar bei­des zusam­men?

Wie auch immer: Was Erich Fehr bereits in den letz­ten Wochen im einen oder ande­ren Inter­view leise ange­deu­tet hat, wie­der­holte er heute im Regio­nal­jour­nal des Schwei­zer Radios SRF klar und deut­lich: Falls jemand dem Bie­ler Gemein­de­rat eine Alter­na­tive zum aktu­el­len A5-West­astpro­jekt vor­lege, wel­che «die glei­chen ver­kehr­li­chen Wir­kun­gen» zei­ti­gen würde wie das vor­lie­gende Pro­jekt, sei man bereit, die­ses an die zustän­di­gen Stel­len beim Kan­ton und beim Bund wei­ter­zu­lei­ten.

Nur – was heisst das?

Die von Behör­den­sei­ten wie­der­holt ver­spro­che­nen Ver­bes­se­run­gen für die Ver­kehrs­si­tua­tion auf Biels Stras­sen, sind mit dem vor­lie­gen­den Pro­jekt nicht zu errei­chen. Dies beto­nen nicht nur Fach­leute aus Nah und Fern. Auch Ver­kehrs­mo­delle Ver­kehrs­pro­gno­sen von offi­zi­el­ler Seite machen deut­lich: Was der Bevöl­ke­rung von den Bie­ler und Nidauer Behör­den ver­spro­chen wird, ist reine Augen­wi­sche­rei: Die West­ast-Auto­bahn bringt für die Region keine Ent­las­tung vom moto­ri­sier­ten Ver­kehr – im Gegen­teil.

Dazu gibt es deut­li­che Zah­len: Im Wohn­quar­tier ent­lang der Orpund­strasse etwa zählt man heute 11’600 Autos und Last­wa­gen pro Tag – laut offi­zi­el­len Pro­gno­sen wären es 2040 – nach Fer­tig­stel­lung der A5-Westastau­to­bahn  –18’300! Mehr­be­las­tun­gen sind auf zahl­rei­chen Stras­sen zu erwar­ten. Nicht ein­mal die See­vor­stadt oder das Stedtli Nidau könn­ten mit einer Abnahme des moto­ri­sier­ten Ver­kehrs rech­nen, sollte der A5-West­ast tat­säch­lich gebaut wer­den.

Die Behör­den wis­sen das. In den Unter­la­gen zur städ­ti­schen Begleit­pla­nung, die im Januar die­ses Jah­res zur Mit­wir­kung vor­ge­legt wur­den, ist zum Bei­spiel nach­zu­le­sen:

«Die im Ein­fluss­be­reich des West­as­tes der A5 zum Teil zu erwar­tende hohe Ver­kehrs­be­las­tung führt zu Kon­flik­ten, deren Lösung in einem über­ge­ord­ne­ten Rah­men und in Zusam­men­hang mit der wei­te­ren Pro­jek­tie­rung der A5 ange­gan­gen wer­den muss. Dazu sind aus Sicht der von der städ­te­bau­li­chen Begleit­pla­nung bear­bei­te­ten Gebiete fol­gende wich­tigste Schlüsse zu zie­hen und Ver­tie­fungs­an­sätze zu for­mu­lie­ren: Ohne eine kon­se­quente Ver­rin­ge­rung der Ver­kehrs­er­zeu­gung im Zen­trum der Agglo­me­ra­tion und ohne eine geziel­ten Ver­la­ge­rung des MIV auf alter­na­tive Ver­kehrs­trä­ger kön­nen die erkann­ten künf­ti­gen Pro­bleme nicht gelöst wer­den.»  Quelle: Städ­te­bau­li­ches Ent­wick­lungs­kon­zept A5-West­ast, S. 44

Warum also nicht gleich auf die kon­se­quente Ver­rin­ge­rung der Ver­kehrs­er­zeu­gung set­zen? Das geht aller­dings viel bes­ser ohne West­ast-Auto­bahn!

Will man eine Region zukunfts­fä­hig und men­schen­freund­lich ent­wi­ckeln, lau­tet das oberste Gebot: Keine neuen Stras­sen bauen, denn wer Stras­sen baut, ern­tet bekannt­lich Mehr­ver­kehr.

Mit ande­ren Wor­ten: Stadt­prä­si­dent Erich Fehr täte gut daran, nicht ein Alter­na­tiv­pro­jekt zu for­dern, das eine «glei­che ver­kehr­li­che Wir­kung» wie das vor­lie­gende Mons­ter­pro­jekt ver­spricht. Son­dern auf eines, das tat­säch­lich zur Ver­kehrs­be­ru­hi­gung und damit zur Siche­rung der Lebens­qua­li­tät in Biel und der gan­zen Region bei­trägt.

Denk­an­sätze und Alter­na­ti­ven in diese Rich­tung gibt es. Höchste Zeit, dass sie ins Gespräch kom­men!

 

 


 

21. Sep­tem­ber 2017:

UNGLAUB­LICH!
STÖCKLI WEI­BELT FÜR OLYM­PIA 2026 STATT
GEGEN DEN A5-WEST­AST

 

«Unser» Stän­de­rat, und wofür er sich ein­setzt – INTER­VIEW im «Bund»

HIN­TER­GRÜNDE UND REAK­TIO­NEN

 

 


 

Sep­tem­ber 2017:

PAR­TI­CI­PA­TION À LA BIEN­NOISE

Eine fran­zö­sisch­spra­chige Teil­neh­me­rin wollte sich für ihre Stadt ein­set­zen
und wurde Zeu­gin einer unglaub­li­chen Ali­bi­übung.

 

Erschie­nen in: © VISION 2035_Nr.25

 


Sep­tem­ber 2017

BLU­MEN FÜR NEU­EN­BURG

Erstaun­li­ches lässt sich auf dem Bahn­hof­platz in Biel beob­ach­ten!

Mitt­woch, 27. Sep­tem­ber, kurz vor 13 Uhr: Ein Fern­trans­por­ter aus Hol­land par­kiert vor der Post. Er lie­fert Blu­men und ist so gross, dass der Flower­point vom Bie­ler Bahn­hof, das schmu­cke Blu­men­ge­schäft, das nur ein paar Schritte ent­fernt ist, locker zwei­mal drin Platz fin­den würde.

Die erstaunte Pas­san­tin fragt sich, ob die­ses Last­wa­gen­mons­ter tat­säch­lich jedes Blu­men­ge­schäft direkt belie­fern müsse. Eigent­lich sollte man für die Fein­ver­tei­lung in den Zen­tren doch klei­nere, lei­sere – stadt­ver­träg­li­che Fahr­zeuge wäh­len.

Erst auf den zwei­ten Blick fällt auf: Diese Blu­men sind gar nicht fürs Blu­men­ge­schäft im Bie­ler Bahn­hof bestimmt…

Der Bahn­hof ist bloss Umschlag­platz: Wäh­rend sich der Ver­kehr um das Rie­sen­mons­ter her­um­zwängt, reicht der hol­län­di­sche Chauf­feur in aller See­len­ruhe Strauss um Strauss hin­un­ter. Die bunte Pracht wird vom Chauf­feur eines klei­nen Lie­fer­wa­gens mit Neu­en­bur­ger Kenn­zei­chen und der Auf­schrift «Aubert Fleurs» ent­ge­gen­ge­nom­men und sorg­fäl­tig im Wagen­in­nern ver­staut.

«Aubert Fleurs» ist das Blu­men­ge­schäft auf dem Place de la Gare in Neu­en­burg! Dort erfolgt die Anlie­fe­rung also stadt­ver­träg­lich, per Lie­fer­wa­gen. Unver­ständ­lich bleibt, dass die Ware aus­ge­rech­net im Stadt­zen­trum von Biel umge­schla­gen wer­den muss.

Nun – die West­ast-Pla­ner dürfte es freuen: Sollte die A5-Westastau­to­bahn tat­säch­lich je wie aktu­ell geplant gebaut wer­den, könn­ten die 40-Tön­ner aus Nah und Fern dank der Aus­fahrt Bienne Centre noch schnel­ler an den Bahn­hof gelan­gen.

Wodurch der Bahn­hof­platz Biel als Umschlag­platz für inter­na­tio­nale Lie­fe­ran­ten an Attrak­ti­vi­tät noch dazu­ge­win­nen würde! 


Sep­tem­ber 2017

BIE­LER TAG­BLATT:

LESER­SCHAFT IST BES­SER INFOR­MIERT ALS DER REDAK­TI­ONS­LEI­TER

Über 3000 Teil­neh­me­rIn­nen an der Demo gegen das West­astpro­jekt – soviele Bür­ge­rIn­nen gin­gen in Biel schon lange nicht mehr auf die Strasse! Aus die­sem Anlass wid­mete das Bie­ler Tag­blatt letzte Woche seine «Frage der Woche» ein­mal mehr der West­ast-Auto­bahn. Wie bereits in der Ver­gan­gen­heit, zei­tigte die Online-Abstim­mung auch dies­mal ein deut­li­ches Resul­tat:  Gegen den West­ast spre­chen sich 72% aus.

 

Redak­ti­ons­lei­ter und stv. Chef­re­dak­tor Par­zi­val Meis­ter griff in der Folge in sei­nem «Wochen­kom­men­tar» im Bie­ler Tag­blatt zum Zwei­hän­der und liess sich zu einem total schie­fen und jen­sei­ti­gen Ver­gleich hin­reis­sen: Er schreibt von Ängs­ten, die geschürt wür­den, unter­stellt den West­ast-Geg­nern Popu­lis­mus und ver­steigt sich gar zu einem Ver­gleich mit der AfD…

In die glei­che Rich­tung stösst auch das BT-«Samstags-Interview», wo gleich zwei West­ast-Befür­wor­ter zu Wort kom­men. Sie behaup­ten, die Geg­ne­rIn­nen hät­ten keine Argu­mente und wür­den mit den Ängs­ten der Bevöl­ke­rung spie­len. Wenn man sich über das Pro­jekt rich­tig infor­miere, schmelze der Wider­stand dahin…

Fakt ist: Das Gegen­teil ist wahr!

Der Wider­stand gegen den West­ast spielt eben gerade nicht mit Emo­tio­nen und Ängs­ten und gau­kelt auch keine vagen Ver­spre­chun­gen vor, wie dies die Befür­wor­ter tun. Der Wider­stand gegen den West­ast basiert auf hand­fes­ten Argu­men­ten. 

Ein ein­zi­ger Blick in die Kom­men­tar­spalte auf der Web­site des glei­chen Blatts, das mit schwe­rem Geschütz ver­sucht, die West­ast-Geg­ne­rIn­nen zu dif­fa­mie­ren, zeigt: Die Leser­schaft des Bie­ler Tag­blatts ist offen­bar bes­ser infor­miert, nicht nur als die bei­den inter­view­ten Inter­es­sens­ver­tre­ter der Wirt­schaft, son­dern nament­lich auch als Redak­ti­ons­lei­ter Meis­ter. 

Einige Argu­mente wie auch Anre­gun­gen für Alter­na­ti­ven wur­den in der  Online-Kom­men­tar­spalte zur Frage der Woche von Lese­rIn­nen des Bie­ler Tag­blatts kurz und prä­gnant auf den Punkt gebracht:

 

 

 

22. Sep­tem­ber 2017

BIEL WIRD LAUT

Mor­gen Sams­tag ist es soweit!

Die Behör­den schrei­ben in ihrer gest­ri­gen Medi­en­mit­tei­lung zur Demo: «Es wird geschätzt, dass an der Kund­ge­bung zwi­schen 2’000 und 5’000 Per­so­nen teil­neh­men wer­den. Auf­grund des­sen wird es anläss­lich der Durch­füh­rung des Demons­tra­ti­ons­zugs zwi­schen 14.00 Uhr und 16.00 Uhr im Bereich Bahn­hof / Innen­stadt zu erheb­li­chen Ver­kehrs­be­hin­de­run­gen kom­men.»

Wir top­pen das!  Eine Kund­ge­bung mit über 5000 bis 10’000 Per­so­nen würde noch viel stär­ker wir­ken…

Des­halb: Nicht die Faust im Sack machen, son­dern das schöne Wet­ter auf einem Stadt­spa­zier­gang der beson­de­ren Art genies­sen!  

Ein Zei­chen set­zen – und unter­wegs Dis­kus­sio­nen ins Zen­trum rücken! Wäh­rend der Demo durch die Stadt, auf der Espla­nade: Es geht darum, dass Pas­san­tIn­nen, Jod­le­rIn­nen, die sich noch wenig oder gar nicht mit dem Pro­blem befasst haben, über die dro­hende Stadt­zer­stö­rung infor­miert wer­den. Und erfah­ren, wes­halb wir dage­gen sind.

Zur Demons­tra­tion ein­ge­la­den wur­den übri­gens auch Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­ker. Gerade sie soll­ten sich dafür inter­es­sie­ren, wie die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger der Stadt und der Region den­ken und füh­len! Wer wohl alles der Ein­la­dung Folge leis­ten wird?

Nebst den gewähl­ten Gemeinde-Ver­tre­te­rIn­nen haben wir ja auch Inter­es­sens­ver­tre­te­rIn­nen in Bern: Hans Stöckli, Evi Alle­mann, Mat­thias Aebi­scher, Regula Rytz, Chris­tine Häs­ler…

Wir sind gespannt!

 

 

15.September 2017

DER WEST­ASTEIN (ZU) HEIS­SES EISEN?

Am 24. Sep­tem­ber wird in Nidau gewählt. Mit einer Umfrage bei den Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten woll­ten wir* deren Hal­tung gegen­über der geplan­ten A5 West­ast-Auto­bahn erkun­den. Schliess­lich sol­len die Wäh­le­rIn­nen wis­sen, wie sich ihre künf­ti­gen Stadt- und Gemein­de­räte zu die­sem zen­tra­len Zukunfts­thema stel­len.

 

Alle Kan­die­ren­den soll­ten sich für eine der drei vor­ge­schla­ge­nen Ant­wor­ten ent­schei­den:

1. Ich befür­worte den West­ast in der geplan­ten Form.

2. Ich bin für einen West­ast ohne die bei­den Anschlüsse Biel Centre (beim Bahn­hof) und Strand­bo­den.

3. Ich habe zu dem Thema keine Mei­nung.

Bereits vor Wochen frag­ten wir alle Nidauer Par­teien nach den Mail­adres­sen ihrer kan­di­die­ren­den Mit­glie­der, um ihnen oben­ste­hende Fra­gen zukom­men zu las­sen. Das erwies sich aller­dings als sehr viel schwie­ri­ger, als wir uns vor­ge­stellt hat­ten: Lei­der muss­ten wir fest­stel­len, dass EVP, FDP und PRR eine direkte Beant­wor­tung unse­rer Fra­gen durch ihre Kan­di­die­ren­den ver­hin­der­ten, indem sie uns keine Mail­adres­sen zur Ver­fü­gung stell­ten.

Auch von der SP Nidau erhiel­ten wir keine Mail­adres­sen. Immer­hin wur­den aber die Kan­di­die­ren­den über die Umfrage infor­miert. In einer ers­ten Stel­lung­nahme hat SP-Gemein­de­rat Marc Eyer die Umfrage an sich nega­tiv beur­teilt. Auf­grund die­ser Ant­wort müs­sen wir anneh­men, dass er sich auch gegen­über sei­nen Genos­sIn­nen nega­tiv zur Umfrage geäus­sert hat, so dass schliess­lich nur ein ein­zi­ger SP-Kan­di­dat daran teil­ge­nom­men hat. Ver­mut­lich ist das Thema der SP zu heiss, und sie will des­halb keine freie Mei­nungs­äus­se­rung. Ähn­li­che Signale gab es von den Sozi­al­de­mo­kra­ten ja bereits bei den Wah­len in Biel.

Ihren Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten die Teil­nahme ermög­lich haben: SVP, Grüne und BDP. Natür­lich haben auch bei die­sen Par­teien nicht alle an der Umfrage teil­ge­nom­men.

Auf­schluss­rei­che Ant­wor­ten

Zwar war die Zahl jener, die unsere Fra­gen beant­wor­tet haben, erschre­ckend nied­rig. Trotz­dem: Die Ant­wor­ten sind auf­schluss­reich – und dürf­ten dem einen oder ande­ren den Wahl­ent­scheid erleich­tern. Hier die Resul­tate:

Wäh­rend sich bei den Grü­nen erwar­tungs­ge­mäss alle Umfrage-Teil­neh­me­rIn­nen gegen den West­ast aus­spre­chen, gehen die Mei­nun­gen bei der SVP aus­ein­an­der: Von den elf SVP-Kan­di­da­tIn­nen, die uns geant­wor­tet haben, beken­nen sich sechs für «einen West­ast ohne die bei­den Anschlüsse Biel Centre und Strand­bo­den» – sie sind also gegen das vor­lie­gende Pro­jekt. Bruno Win­geyer prä­zi­siert seine Stel­lung­nahme zusätz­lich mit dem Kom­men­tar «abso­lut gegen den West­ast». Als Geg­ner des vor­lie­gen­den Pro­jekts outet sich auch Gemein­de­rat Roland Lutz – als Pri­vat­per­son, wie er schreibt, weil er als Mit­glied des Gemein­de­rats ans Kol­le­gia­li­täts­prin­zip gebun­den ist: Bekannt­lich steht der Nidauer Gemein­de­rat ja (zumin­dest vor­läu­fig) hin­ter dem vor­lie­gen­den Pro­jekt. Die Frage ist: Wie lange noch. 

Mit etwas Ver­spä­tung hat uns näm­lich auch SP-Kan­di­dat und Gemein­de­rat Marc Eyer eine aus­führ­li­che, sehr lesens­werte Ant­wort zukom­men las­sen. Auch er spricht sich – als Pri­vat­per­son – klar gegen den West­ast aus. 

Die BDP, die EVP und der PRR haben sich als Par­tei klar für das vor­lie­gende Pro­jekt aus­ge­spro­chen. Gar keine Ant­wort kam von der FDP.

Wer mehr erfah­ren will fin­det hier:

Die Liste mit sämt­li­chen ein­ge­gan­ge­nen  Ant­wor­ten

Die detail­lierte Ant­wort von SP-Kan­di­dat Marc Eyer

 

 

*Die Umfrage wurde von den ver­schie­de­nen Grup­pie­run­gen, die sich gegen den West­ast in der geplan­ten Form enga­gie­ren, durch­ge­führt.

 

14. Sep­tem­ber 2017  

MIT JOD­LERN GEMEIN­SAM GEGEN DEN WEST­AST?

Seit Mona­ten steht der Ter­min fest: Am 23. Sep­tem­ber wird Biel laut. Mit der gros­sen Demons­tra­tion gegen den A5-West­ast. Gleich­zei­tig fin­det das 42. See­län­der Jod­lerf­tref­fen im Kon­gress­haus statt. Dem OK-Prä­si­den­ten Andreas Meyer ist die Gleich­zei­tig­keit der bei­den Anlässe «ein Hor­ror», wie heute im Bie­ler Tag­blatt nach­zu­le­sen ist. Er sieht in der Schluss­ver­an­stal­tung der Demo, die von ca 15 bis 18 Uhr auf der Espla­nade gegen­über dem Kon­gress­haus geplant ist, einen Stör­fak­tor und befürch­tet ins­be­son­dere einen Umsatz­rück­gang in der Fest­wirt­schaft, die unter dem Vor­dach des Kon­gress­hau­ses geplant ist.

Seit Wochen ver­suchte Meyer des­halb, die Schluss­ver­an­stal­tung der Demo an den See zu ver­ban­nen – ohne Erfolg. Die Stadt hält – zu Recht – an der längst erteil­ten Bewil­li­gung für die Kund­ge­bung fest. 

Warum also nicht freund-nach­bar­schaft­lich zusam­men­span­nen, wie Demo-Mit­or­ga­ni­sa­to­rin Sarah Fuh­ri­mann im Bie­ler Tag­blatt anregt: «Es würde uns freuen, etwas Gemein­sa­mes zu machen.» Immer­hin gibt es auch unter den Jod­le­rIn­nen sol­che, die sich gegen den West­ast enga­gie­ren. Davon zeugt z.B. das schöne Video von René Vor­am­wald, der eben­falls am Jod­ler­fest  im Kon­gress­haus teil­nimmt. Und viel­leicht ja gar auf der Espla­nade live einen Jodel zum Bes­ten geben wird?

Gemein­sam statt gegen­ein­an­der könnte sich nota­bene im End­ef­fekt sogar für die Fest­wirt­schaft des Herrn Meyer aus­zah­len: Für die Demo wird ein Mehr­fa­ches an Teil­neh­me­rIn­nen erwar­tet, als für’s Jod­ler­fest. Und bekannt­lich macht Demons­trie­ren hung­rig und durs­tig…

 

thumbnail of 2017-09-14_BT_Jodlerfest

 

22. August 2017

GRÜNE FOR­DERN «VER­KEHRS­WENDE»

An ihrer Dele­gier­ten­ver­samm­lung vom 22. August ver­ab­schie­de­ten die Grü­nen Kan­ton Bern eine Reso­lu­tion, mit der sie den Regie­rungs­rat auf­for­dern, sich für den Stopp des aktu­el­len A5-West­astpro­jekts ein­zu­set­zen, wie die Ber­ner Zei­tung auf News­net schreibt.

Bereits Anfang Juni hat­ten sich die Grü­nen von Biel und Nidau in einer Reso­lu­tion klar gegen die A5-West­ast-Auto­bahn aus­ge­spro­chen. Statt des Aus­baus der Auto­bahn for­der­ten sie die «kon­se­quente För­de­rung einer umwelt- und men­schen­freund­li­chen Mobi­li­tät» in der Region.

Die Kan­to­nal­par­tei spinnt die­sen Faden nun wei­ter und schlägt – ana­log zur Ener­gie­wende – eine Ver­kehrs­wende vor: Statt neuer Kapa­zi­tä­ten, die zu mehr Ver­kehr füh­ren, soll künf­tig eine Ver­kehrs­ent­wick­lung geför­dert wer­den, die in Rich­tung Ver­mei­dung von Ver­kehr, sowie effi­zi­en­ter Ver­kehrs­be­wäl­ti­gung und der För­de­rung von erneu­er­ba­ren Ener­gien im Ver­kehr geht.

 

 


August 2017

 

ZUM THEMA «MIT­WIR­KUNG»

 

Brief vom 2. August 2017

Zur Erin­ne­rung: Anfang Jahr prä­sen­tier­ten die Behör­den von Nidau und Biel die städ­te­bau­li­che Begleit­pla­nung zur A5-Westastau­to­bahn. Die Bevöl­ke­rung wurde ein­ge­la­den, zwi­schen dem 11. Januar und dem 10. März 2017 im Rah­men des soge­nann­ten Mit­wir­kungs­ver­fah­rens, dazu Stel­lung zu neh­men. Obschon zu die­sem Zeit­punkt der eigent­li­che Grund für die Begleit­pla­nung – das Aus­füh­rungs­pro­jekt für die A5-Westastau­to­bahn – noch unter Ver­schluss gehal­ten wurde.

Ein Vor­ge­hen, das vom Komi­tee West­ast so nicht! und wei­te­ren Bür­ge­rIn­nen schon damals als inak­zep­ta­bel kri­ti­siert wurde. Wer sich ein­brin­gen wollte, hatte aber keine Wahl: Es galt, inner­halb der gesetz­ten Frist zur vor­lie­gen­den Begleit­pla­nung Stel­lung zu neh­men. Vogel friss oder stirb.

Ganz anders die Behör­den: Sie las­sen unsere Mit­wir­kungs­be­richte, die wir bis Mitte März ein­zu­rei­chen hat­ten, bis im Juni lie­gen, wie dem Schrei­ben, das in der Som­mer­pause in die Brief­käs­ten geflat­tert ist, zu ent­neh­men ist. Die Begrün­dung: man wollte «die bis zum 24. Mai 2017 dau­ernde Publi­ka­tion des Auf­la­ge­pro­jek­tes West­ast A5 abwar­ten.»

Zudem seien bei den Städ­ten – die extra für die Bear­bei­tung des Auf­la­ge­pro­jekts gegen 20 Leute zusätz­lich ange­stellt hat­ten – Res­sour­cen gebun­den gewe­sen, «was eine frü­here Auf­nahme der Arbei­ten unmög­lich gemacht hat.»

Nun, als Bür­ge­rIn hätte man sich vor­ge­stellt, dass die Mit­wir­kungs­ein­ga­ben, da sie nun schon mal vor dem Auf­la­ge­pro­jekt ein­ge­for­dert wur­den, wenigs­tens in die A5-West­ast-Ein­spra­chen der Städte ein­ge­flos­sen wären. Aber nein: Die ins­ge­samt 309 Mit­wir­kungs-Stel­lung­nah­men blie­ben unge­le­sen lie­gen. Wie sich der Bür­ger, die Bür­ge­rin zur städ­te­bau­li­chen Begleit­pla­nung geäus­sert hat, inter­es­sierte die Behör­den offen­bar nicht.

Im Gegen­teil: Diese nimmt sich nun noch ein­mal «4–5 Monate» Zeit, die Mit­wir­kungs­ein­ga­ben zu beant­wor­ten und kün­di­gen bereits heute an, dass nichts Sub­stan­zi­el­les zu erwar­ten ist. Ori­gi­nal-Behör­den­spra­che: «Die Beant­wor­tung der Stel­lung­nah­men wird zur Haupt­sa­che in Form eines zusam­men­fas­sen­den Mit­wir­kungs­be­rich­tes mit den wesent­li­chen The­men erfol­gen. (…) Eine gewisse Ver­all­ge­mei­ne­rung wird nicht zu umge­hen sein.»

Das Ganze nennt sich Par­ti­zi­pa­tion. Oder – im Klar­text: Ali­bi­übung.

 


 

 

August 2017

BIEL SCHAUT NACH RAS­TATT

Die wich­tige Nord-Süd-Eisen­bahn­ver­bin­dung durchs Rhein­tal bleibt vor­aus­sicht­lich wäh­rend Wochen unter­bro­chen. Der Grund: Zwi­schen Ras­tatt und Baden-Baden sind am Sams­tag, 12. August die Gleise um etwa einen Meter abge­sackt. Weil beim Bau von Tun­nel­röh­ren etwas schief gelau­fen sei, wie ein Spre­cher der Deut­schen Bahn ver­lau­ten liess.

Ein bau­tech­ni­scher GAU, der in Biel auf­hor­chen lässt. Denn für die bei­den Tun­nel­röh­ren, die bei Ras­tatt unter dem bestehen­den Bahn­trasse gebaut wer­den, um die Kapa­zi­tät des Bahn­kor­ri­dors zu erhö­hen und die Stadt vom Lärm zu befreien, wurde das soge­nannte Gefrier­ver­fah­ren ange­wen­det: Mit Hilfe von Roh­ren, wurde der Boden im Unter­grund ver­eist, um die Erd­masse wäh­rend des Baus zu sta­bi­li­sie­ren.  

Geht es nach dem Wil­len der A5-West­ast-Pla­ner, wird diese risi­ko­rei­che Methode auch beim Bau der A5-Westastau­to­bahn zur Anwen­dung kom­men. In der See­vor­stadt, wo der geplante Tun­nel City den Bahn­damm unter­que­ren soll, wol­len die Inge­nieure auf einer Stre­cke von rund 200 Metern den Stras­sen­tun­nel eben­falls mit Hilfe von Ver­ei­sung des Bau­grunds, erstel­len. Gleich wie in Ras­tatt, wählte man auch in Biel das Gefrier­ver­fah­ren, damit der Tun­nel berg­män­nisch, unter lau­fen­dem Bahn­be­trieb gebaut wer­den kann. Ein äus­serst heik­les Unter­fan­gen, wie das aktu­elle Bei­spiel aus Deutsch­land zeigt.

Die Methode ist nicht neu. In Zürich wurde sie bereits in den 1980er Jah­ren für die Lim­mat­un­ter­que­rung einer S-Bahn­li­nie erfolg­reich ange­wen­det. Die Her­aus­for­de­run­gen waren aller­dings beträcht­lich, wie R. Egli vom Zür­cher Inge­nieur­un­ter­neh­men Locher 1986 in sei­nem Erfah­rungs­be­richt zum Gefrier­ver­fah­ren schreibt: «Die im Zusam­men­hang mit der Gefrier­bau­weise zu lösen­den Pro­bleme sind jedoch nur Teil eines Auf­ga­ben­ka­ta­lo­ges, wie er in der bis­her erleb­ten Inten­si­tät für eine ein­zige Bau­stelle wohl eher sel­ten ist.»

In Ras­tatt ist der Bau­grund laut Medi­en­be­rich­ten insta­bil und san­dig. Mit dem Gefrier­ver­fah­ren sollte eine Sta­bi­li­sie­rung erreicht wer­den, was nun offen­bar nicht gelun­gen ist. In Biel dürfte die Aus­gangs­lage nicht bes­ser, die Situa­tion ver­gleich­bar hei­kel sein.

Um das Bahn­tras­see über der Tun­nel-Bau­stelle in Ras­tatt wie­der zu sta­bi­li­sie­ren, muss der Tun­nel nun vor­aus­sicht­lich auf einer Länge von 50 Metern kom­plett mit Beton gefüllt wer­den. Dabei wird auch die teure Tun­nel­bohr­ma­schine, die sich in die­sem Bereich befin­det, mit ein­be­to­niert.

Viel besorg­nis­er­re­gen­der als der Ver­lust des tech­ni­schen Geräts ist jedoch die Unge­wiss­heit dar­über, was dies für die geplan­ten Tun­nel in Ras­tatt bedeu­tet. Bis­her gibt es noch keine Ant­wor­ten auf die Frage, ob und wie diese je wei­ter­ge­baut wer­den kön­nen.

Man stelle sich die glei­che Situa­tion in Biel vor: Wäh­rend der A5-West­as­tun­nel unter dem Bahn­damm hin­durch vor­an­ge­trie­ben wird, droht die­ser zusam­men­zu­bre­chen. Um dies zu ver­hin­dern, muss der bereits erstellte Hohl­raum unter den Glei­sen mit Beton auf­ge­füllt wer­den…

Wäre ein sol­cher Vor­fall das Ende des West­ast-City-Tun­nels? Was würde dies für die Fer­tig­stel­lung der geplan­ten Stadt­au­to­bahn bedeu­ten? Wie­viele zusätz­li­che Mil­li­ar­den würde ein sol­ches Deba­kel die Steu­er­zah­le­rIn­nen kos­ten?

Der Vor­fall in Ras­tatt zeigt: Bauen im Unter­grund ist unbe­re­chen­bar und birgt Gefah­ren. Beson­ders gross ist das Scha­den­po­ten­zial dort, wo bereits bebau­tes Stadt­ge­biet unter­tun­nelt wird. Biel schaut nach Ras­tatt – und zieht hof­fent­lich die rich­ti­gen Schlüsse!

 


August 2017

ES SIND 650 EIN­SPRA­CHEN!

Ergän­zun­gen und Prä­zi­sie­run­gen zur A5-Info­zei­tung, die in alle Haus­hal­tun­gen von Biel und Nidau ver­teilt wurde:

  • Im Edi­to­rial des vom Kan­ton Bern her­aus­ge­ge­be­nen «Info»-Blatts behaup­tet Regie­rungs­rä­tin Bar­bara Egger ein­mal mehr, dass der Bau des Ost- und West­asts der A5 Auto­bahn durch Biel zum Ziel hätte, «die Stadt Biel und die Region vom Ver­kehr wirk­sam zu ent­las­ten.»

Bereits heute steht fest, dass dies kein plau­si­bles Ziel ist – im Gegen­teil: Die neuen Auto­bahn­ab­schnitte wer­den statt Ent­las­tung zusätz­li­che Belas­tung brin­gen!

Ins­be­son­dere der Tran­sit­ver­kehr zwi­schen West und Ost dürfte mas­siv zuneh­men. Weil das heu­tige Nadel­öhr durch Biel erwei­tert und die Durch­fahrt für den Tran­sit­ver­kehr erleich­tert wird, dro­hen dem sen­si­blen Nord­ufer des Bie­ler­sees noch mehr Lärm und Gestank durch 40-Tön­ner aus Nah und Fern. Und auch in Biel und Nidau wer­den die gebau­ten und geplan­ten Tun­nel das zusätz­li­che Ver­kehrs­auf­kom­men nicht ein­fach schlu­cken. Neue Staus, Lärm und Abgase sind vor­pro­gram­miert.  

  • Bei der Zahl der ein­ge­gan­ge­nen Ein­spra­chen gegen das Aus­füh­rungs­pro­jekt des A5-West­asts haben sowohl die Medien wie der Kan­ton wie­der­holt tief­ge­sta­pelt. Auch die in der Info-Zei­tung publi­zierte Angabe von «rund 600» sei zu tief gegrif­fen, kom­men­tiert die UVEK-Juris­tin und Sach­be­ar­bei­te­rin Yas­min Hostett­ler auf Anfrage. Und prä­zi­siert: Genau genom­men seien es 650 Ein­spra­chen, die nun vom Gene­ral­se­kre­ta­riat des UVEK geprüft und anschlies­send dem Kan­ton sowie den zustän­di­gen Bun­des­äm­tern zur Stel­lung­nahme vor­ge­legt wer­den.

 

 

  

ÜBER 600 EIN­SPRA­CHEN GEGEN A5-WEST­AST

Der Kan­ton Bern teilt mit:

«Die öffent­li­che Plan­auf­lage zum Aus­füh­rungs­pro­jekt «West­um­fah­rung Biel» ist abge­schlos­sen. Die Lei­tung des Geneh­mi­gungs­ver­fah­rens liegt beim Eid­ge­nös­si­schen Depar­te­ment für Umwelt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­tion UVEK.

Wäh­rend der Frist zur Plan­auf­lage sind beim Eid­ge­nös­si­schen Depar­te­ment für Umwelt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­tion UVEK rund 600 Ein­spra­chen ein­ge­gan­gen – dazu gehö­ren die Anlie­gen der unge­fähr 400 betrof­fe­nen Grund­ei­gen­tü­mer. Das UVEK prüft nun alle Ein­spra­chen. Anschlies­send wird es Stel­lung­nah­men sowie Mit­be­richte von kan­to­na­len und eid­ge­nös­si­schen Fach­stel­len ein­ho­len.

Nach all­fäl­li­gen Ein­spra­che­ver­hand­lun­gen wird das UVEK über jede Ein­spra­che ent­schei­den. Betei­ligte kön­nen den Gesamt­ent­scheid zu ihrer Ein­spra­che vor Gericht anfech­ten. Die Dauer des Geneh­mi­gungs­ver­fah­rens ist schwer abzu­schät­zen. Mit dem Bau der West­um­fah­rung kann gestar­tet wer­den, sobald alle Ein­spra­chen von Orga­ni­sa­tio­nen und Pri­va­ten sowie Vor­be­halte der Fach­stel­len berei­nigt sind.  

Das Aus­füh­rungs­pro­jekt der A5 West­um­fah­rung lag vom 18. April bis zum 23. Mai 2017 in den neun Stand­ort­ge­mein­den öffent­lich auf. Das Inter­esse für das Pro­jekt war erwar­tungs­ge­mäss gross. Gemein­de­prä­si­den­tin­nen und Gemein­de­prä­si­den­ten sowie Pro­jekt­ver­ant­wort­li­che des Kan­tons erläu­ter­ten an Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen das Auf­la­ge­ver­fah­ren und beant­wor­te­ten Fra­gen.

Inter­es­sierte und Direkt­be­trof­fene hat­ten zudem die Mög­lich­keit, ihre Fra­gen in per­sön­li­chen Gesprä­chen mit Ver­tre­tern des Kan­tons zu klä­ren. Beson­ders geschätzt wurde die Aus­stel­lung im Info­pa­vil­lon in der Bie­ler See­vor­stadt mit Pro­jekt­mo­del­len und Visua­li­sie­run­gen der geplan­ten Auto­bahn – eine Ergän­zung zu den auf Panels erläu­ter­ten Aus­ste­ckun­gen im Gelände.»             

Info 11. August 2017 Infor­ma­tio­nen des Kan­tons Bern zum Bau der Natio­nal­strasse A5 Umfah­rung Biel

Kom­men­tar:  Besorg­nis­er­re­gende Schwer­hö­rig­keit beim Kan­ton Bern. Kein Wort über die man­gel­hafte Aus­ste­ckung,  kein Wort über den brei­ten Wider­stand in der Bevöl­ke­rung. So ein­fach geht es nicht. Am 23. Sep­tem­ber wird der Ber­ner Kan­tons­bär gehö­rig aus dem bereits ein­ge­lei­te­ten Win­ter­schlaf geweckt wer­den.

 


 

20. Juli 2017

DER WEST­ASTEINE FEHL­PLA­NUNG

Im Bie­ler Tag­blatt vom 20. Juli kon­tert Leo Hor­la­cher mit deut­li­chen Wor­ten die Vor­würfe von FDP-Stadt­rat und TCS-Prä­si­dent Peter Boh­nen­blust an die Adresse der West­ast-Kri­ti­ke­rIn­nen: In sei­ner Carte Blan­che vom 17. Juni hatte er den Geg­ne­rIn­nen des aktu­el­len Auto­bahn­pro­jekts vor­ge­wor­fen, sie wür­den ver­su­chen, «mit Ein­spra­chen und fal­schen Argu­men­ten das Ganze zu ver­zö­gern.»

Wei­ter­le­sen

 
 

 

 

Juli 2017

DER WEST­ASTEINE FEHL­PLA­NUNG

Im Bie­ler Tag­blatt vom 20. Juli kon­tert Leo Hor­la­cher mit deut­li­chen Wor­ten die Vor­würfe von FDP-Stadt­rat und TCS-Prä­si­dent Peter Boh­nen­blust an die Adresse der West­ast-Kri­ti­ke­rIn­nen: In sei­ner Carte Blan­che vom 17. Juni hatte er den Geg­ne­rIn­nen des aktu­el­len Auto­bahn­pro­jekts vor­ge­wor­fen, sie wür­den ver­su­chen, «mit Ein­spra­chen und fal­schen Argu­men­ten das Ganze zu ver­zö­gern.»

Der kämp­fe­ri­sche West­ast-Befür­wor­ter Boh­nen­blust bezich­tigt die West­ast-Kri­ti­ke­rIn­nen in oben genann­tem Arti­kel nicht zum ers­ten Mal der Falsch­in­for­ma­tion. Aller­dings blieb er bis heute die Ant­wort auf die Frage schul­dig, wel­che Infor­ma­tio­nen der West­ast-Geg­ne­rIn­nen sei­ner Ansicht nach nicht stim­men.

Im Gegen­satz zu Boh­nen­blusts Behaup­tun­gen basie­ren Leo Hor­la­chers Argu­mente auf fun­dier­ten Recher­chen, wie z.B. die Frage nach der Zuläs­sig­keit der Auto­bahn­ein­fahr­ten zeigt. 

Wei­ter­le­sen


 

Juli 2017

DER BEFEHL

Vor­ges­tern haben Ange­stellte des Sicher­heits­diens­tes die Mar­kie­run­gen von den bedroh­ten Bäu­men weg­ge­ris­sen. Fast über­all. Nur Im Müh­le­feld und an ein paar ver­steck­ten Stel­len sind die Mar­kie­run­gen noch zu fin­den.

Wie es dazu kam und ob diese Aktion über­haupt legal war – hier die Infos dazu!

Letz­ten Frei­tag wur­den die Bäume mar­kiert – am Diens­tag lies­sen die Stadt-Behör­den wie­der abräu­men.

Warum nur? Warum darf die Bevöl­ke­rung nicht wis­sen, wel­che Bäume dem West­ast geop­fert wer­den sol­len???

 


 

2. BAUM­AK­TI­ONS­TAG 30.06.2017

© Anita Vozza

 


 

JETZT SIND SIE WIE­DER MAR­KIERT!

Am Frei­tag Abend, 30. Juni – als sich Biel auf die Bra­de­rie ein­stimmte, erhielt jeder  West­ast-bedrohte Baum erneut eine Mar­kie­rung. Dies­mal in Form einer weit herum leuch­ten­den Lie­bes­er­klä­rung…

© Anita Vozza

 


 

1. Baum-Akti­ons­tag 16.06.2017:

VIDEO 

 

FOTO­GA­LE­RIE 

 

 

Auch in den sozia­len Medien gab es grosse Zustim­mung für die Akti­vis­tin­nen und Akti­vis­ten – hier ein paar Bei­spiele:

 

 

END­LICH: DAS BIE­LER TAG­BLATT BERICH­TET

«Wider­stand wächst» titelt das Bie­ler Tag­blatt vom 13. Juli auf der Front­seite. Und infor­miert aus­gie­big über die lau­fende Peti­tion gegen das vor­lie­gende West­ast-Pro­jekt sowie die Baum­ak­tio­nen und aktu­elle Akti­vi­tä­ten des Komi­tees «West­ast so nicht!»

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Wei­ter­le­sen

 


 

Juni 2017

Schü­le­rin­nen und Schü­ler zeich­nen für Bun­des­rä­tin Doris Leu­thard!

 

 

 

 

 

 

 

 


29. Mai 2017

SUPER EIN­SPRA­CHE

Ber­ner Hei­mat­schutz, Stif­tung Land­schafts­schutz Schweiz und Hel­ve­tica Nos­tra brin­gen es auf den Punkt. 

 

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Das A5-West­astpro­jekt ist nicht umwelt­ver­träg­lich und des­halb nicht bewil­lig­bar.  

 
 

21. Mai 2017

Gross­erfolg:

 

Über 1’200 Men­schen beim FlashMob gegen den A5-West­ast.

 

 
 

Fried­li­cher Velo-Corso durch die Stadt bis zum Strand­bo­den­krei­sel – Pro­blem­los, dank guter Zusam­men­ar­beit mit der Bie­ler Poli­zei – Gelas­sene Auto­fah­re­rIn­nen im Kurz­zeit-Stau – Mehr als 150 Ein­la­dun­gen an Doris Leu­thard für eine Visite in Biel – Stadt­prä­si­dent Fehr am FlashMob-Tag unter­ge­taucht und für Medien nicht erreich­bar – Biel/Bienne ist erwacht und bereit für wei­tere Aktio­nen gegen den A5-West­ast  

KLICK 

 


Mai/Juni 2017

 

FAL­SCHE HOFF­NUNG GIBT ES NICHT!

In ihrem kürz­li­chen Wochen­kom­men­tar im Bie­ler Tag­blatt unter­stellt Frau Bal­mer den Geg­ne­rin­nen und Geg­nern der A5-West­au­to­bahn, sie wür­den  «fal­sche Erwar­tun­gen» wecken. Unter­stützt wird ihre Argu­men­ta­tion von A5-Pro­mo­ter und TCS-Prä­si­dent Boh­nen­blust, der natür­lich ins glei­che Horn stösst, und von «fal­schen Hoff­nun­gen» spricht. 

Wären wir nicht der fes­ten Über­zeu­gung, dass sich das Beton­mons­ter in der vor­lie­gen­den Form ver­hin­dern lässt, wür­den nicht so viele Men­schen in Biel soviel Zeit, Ener­gie und Enga­ge­ment inves­tie­ren, um abzu­wen­den, was die Stadt nach­hal­tig zer­stö­ren würde.

Das Pro­jekt basiert auf Ent­schei­den, die längst über­holt sind. Eine «bewil­ligte Auto­bahn» ist noch längst keine gebaute Auto­bahn. Klü­ger wer­den ist erlaubt. Und auf Ent­scheide kann man zurück­kom­men – auch der Bun­des­rat.

 

 

Frau Bal­mer hat recht, mit einem Velo-Flashmob allein ist es nicht getan. Dabei wird es auch nicht blei­ben. Denn immer mehr Men­schen mer­ken, um was es geht. Und dass sie das vor­lie­gende Pro­jekt nicht wol­len.

Es gibt hand­feste Argu­mente, gegen das vor­lie­gende Pro­jekt. Und es gibt andere, zeit­ge­mäs­sere und zukunfts­wei­sen­dere Lösun­gen für die Ver­kehrs­pro­bleme in und um Biel.

Denn mit dem A5-West­ast droht tat­säch­lich ein regel­rech­tes Stras­sen­chaos, liebe Frau Bal­mer. Was Biel heute hat, ist ab und zu etwas Stau. Nicht der Rede wert. Und weni­ger würde es mit dem A5-West­ast-Stras­sen­chaos nicht wer­den. Im Gegen­teil. Das wis­sen auch die Befür­wor­ter.


 

Mai 2017

WANN KOMMT DIE BUN­DES­PRÄ­SI­DEN­TIN?

 

Wir freuen uns auf den Besuch von Bun­des­rä­tin Doris Leu­thard im Parc Café Biel. 

 

UVEK-ANT­WORT: Hier lesen

 


 

 

Mai 2017

Ein Leser­brief bringt es auf den Punkt

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Mai  2017 

TELE­BIE­LIN­GUE vom 5. Mai 2017:

Bericht über die Her­aus­for­de­run­gen betref­fend Ein­spra­che gegen das vor­lie­gende West­ast-Auto­bahn­pro­jekt. 

Repor­tage aus der Gurn­igel­strasse

 

Mai 2017 

JETZT MACHT DIE STIF­TUNG «LAND­SCHAFTS­SCHUTZ SCHWEIZ» MOBIL

Post vom 3. Mai 2017 

LOB FÜR HAGNECK UND TADEL FÜR DEN WEST­AST

 Die Stif­tung Land­schafts­schutz Schweiz (SL) erhebt Ein­spra­che gegen den A5-West­ast in Biel, wie sie auf ihrer Face­book-Site bekannt­gibt:

«SL wird gegen mons­trö­sen A5-West­ast in Biel Ein­spra­che erhe­ben. Der geplante über 2 Mia teure A5 West­ast unter Biel hin­durch hat kata­stro­phale Fol­gen für die Bevöl­ke­rung. Hun­derte von Bäume müs­sen wei­chen, die Bevöl­ke­rung wird eine 15jährige Bau­zeit erdul­den müs­sen, aber auch die Natur- und Erho­lungs­ge­biete am See wer­den mas­siv beein­träch­tigt. Dazu wird das ganze Bau­werk im Grund­was­ser gebaut und ein offe­ner Schlitz wird zu einer Zer­stö­rung des Stadt­bil­des füh­ren. Und das alles nur für den moto­ri­sier­ten Bie­ler Stadt­ver­kehr! Dies darf nicht pas­sie­ren! Unter­stüt­zen Sie uns und auch den Ver­ein West­ast – so nicht!»

Span­nend: Die Stif­tung hat bekannt­lich die Land­schaft Aare-Hagneck-Kanal mit dem gelun­gen erneu­er­ten  Kraft­werk zur «Land­schaft der Jah­res 2017» gekürt. Aus die­sem Anlass lud sie am Freitag/Samstag zu einer Tagung, unter dem Motto «Ener­gie­wende und Land­schafts­schutz – Kri­te­rien der Ver­ein­bar­keit». Anläss­lich der Preis­ver­lei­hung vom kom­men­den Sams­tag, 6. Mai wer­den die Ber­ner Bau­di­rek­to­rin und West­ast-Pro­mo­to­rin Bar­bara Egger sowie die grüne Bie­ler Bau­di­rek­to­rin Bar­bara Schwi­ckert, die zum West­astpro­jekt beharr­lich schweigt, auf dem Podium zu Gast sein.

Es ist zu hof­fen, dass die Mode­ra­to­rin des Gesprächs bei die­ser Gele­gen­heit nicht nur das gelun­gene Werk in Hagneck fei­ern wird – son­dern gleich­zei­tig auch kri­ti­sche Fra­gen zur Zukunft am ande­ren Ende des Sees stellt. Wo in glei­cher Art Kri­te­rien der Ver­ein­bar­keit von Land­schafts­schutz und Ener­gie­wende ange­wen­det wer­den müss­ten… Der geplante Bau der A5-West­ast-Auto­bahn steht unbe­strit­te­ner­mas­sen in dia­me­tra­lem Gegen­satz zu den Anfor­de­run­gen an eine ener­gie-bewusste, nach­hal­tige Ent­wick­lung.

 

Mai 2017

Die Presse der fran­zö­si­schen Schweiz stellt die rich­ti­gen Fra­gen:

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2017

thumbnail of Die Vertreibung aus dem Paradies – News Bern: Kanton – derbund.ch
 

Früh­jahr 2017

So «infor­mie­ren» die West­ast-Befür­wor­ter-Behör­den die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger. Fake oder alter­na­tive Fak­ten? 

  • Eine Ver­kehrs­haupt­achse wird ohne ein ein­zi­ges Auto als Fuss­gän­ger­zone dar­ge­stellt  (gelb). Vor den geschlos­se­nen Bar­rie­ren des Täuf­fe­len-Bähn­lis kein ein­zi­ges Fahr­zeug weit und breit.
  • Trot­toirs und Velo­weg über den lär­men­den Auto­bahn­gra­ben wer­den durch Thuja-Hecken ver­sperrt (rot). 
  • Ein 12-Meter-Loch mit­ten im «Fuss­gän­ger­be­reich» ohne Abschran­kung (grü­ner Pfeil)
  • Zwei Ver­liebte spa­zie­ren direkt am Auto­bahn­krei­sel (orange)

Stadt­au­to­bahn­prä­si­dent Fehr ist um Erklä­rung die­ser Dar­stel­lung ange­fragt wor­den. Seine Ant­wort: «Die Fra­gen, die Sie anspre­chen, lie­gen, da mit der Plan­auf­lage ver­bun­den, im Ver­ant­wort­lich­keits­be­reich des Kan­tons. Des­halb müs­sen sie die­ser Instanz unter­brei­tet wer­den.» .

Die­sen ele­gan­ten Return hat der Stadt­au­to­bahn­prä­si­dent kürz­lich am WTA-Ten­nis­tur­nier gelernt und wen­det ihn nun sei­ner­seits an. Vom obers­ten Die­ner sei­ner Stadt­be­woh­ner und -bewoh­ne­rin­nen hätte man auch eine muti­gere Ant­wort erwar­ten dür­fen: «Wir, die Stadt­be­hör­den, haben diese Dar­stel­lung am Wal­ser­platz auch gese­hen und hal­ten sie für wenig rea­lis­tisch. Des­halb wer­den wir beim Kan­ton sofort inter­ve­nie­ren und so rasch wie mög­lich eine ver­bes­serte Ver­sion ver­lan­gen.» Nicht so in Biel/Bienne.

 

 

 

2017

A5-WEST­AST AUF DER ABSCHUSS­LISTE?

 

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2017

Infos zur Plan­auf­lage im Früh­jahr 2017 gibts hier 

  

 

2017

Der Grund­satz-Arti­kel zum Thema A-5-West­ast Biel/Bienne

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Früh­jahr 2017

A-5-WEST­AST AUF DER ABSCHUSS­LISTE?
 

 

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Quelle: Ave­nir Suisse

 

 

 


2010

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2010 

Ver­nünf­ti­ger Vari­an­ten­vor­schlag – von der Fre­gatte «Hans Stöckli» ver­senkt

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2008

War­nende Stimme – unge­hört – im Jahr 2008
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