AKTIONEN

 

 

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STOPP WESTASTÜBERALL

 

 


 

 

 

PROTEST GEGEN
DIE WESTAST-AUTOBAHN

 

Das Gefühl, jemand beob­ach­tet dich. Ein Augenpaar folgt dir, wie du auf der Neuenburgstrasse stadt­aus­wärts radelst. Gesichter lachen dich an, auf dem Weg durchs Pasquart in die Stadt. Blicke von allen Seiten, beim Überqueren des Krautkuchen-Parkplatzes…

Plötzlich waren sie da, die Baum-Kobolde in der Seevorstadt. Unerwartet, unge­ru­fen. Wie aus dem Nichts. Seit Ende Juli beob­ach­ten sie das Treiben der Menschen. Und erin­nern uns daran, dass Bäume genauso leben­dige Wesen sind wie unsereins. 

alle Fotos: © Rosanna Brombacher

 

Die Kobolde haben sich ihre Bäume gezielt aus­ge­wählt. Jeder Baum, der uns mit einem nach­denk­li­chen, fröh­li­chen, über­mü­ti­gen, ver­schmitz­ten, trau­ri­gen, fre­chen, geheim­nis­vol­len Baumgesicht anschaut, ist bedroht. Vom A5-Westast, dem man bekannt­lich – falls er tat­säch­lich gebaut würde – über 745 Stadtbäume opfern würde.

Gut zwei Jahre ist es her, dass AktivistInnen all diese Bäume in Nidau und Biel mit Plakaten mar­kiert hat­ten, um die Bevölkerung auf den dro­hen­den Kahlschlag auf­merk­sam zu machen. Diese Aktion hat damals auch Rosanna Brombacher bewegt. Und nicht mehr losgelassen.

Die junge Musiklehrerin hat damals in Biel Rhythmik stu­diert – und ihr Herz an die Stadt ver­lo­ren.  Die Westastopposition sei eine wich­tige Bewegung, sagt sie. Biel habe eine bes­sere Zukunft ver­dient, die nicht durch Westastbaustellen und die Autobahn zer­stört wer­den dürfe. Sie sei froh, um den Widerstand gegen das Projekt.  «Im Moment ist es aller­dings still gewor­den, um den Westast – wahr­schein­lich, weil jetzt am Runden Tisch ver­han­delt wird», ver­mu­tet die Wahlbielerin. Und ergänzt: «Obschon diese Verhandlungen gut und wich­tig sind, ist es schade, dass es für die breite Bevölkerung den Anschein macht, als ob die Westast-Thematik ein­ge­schla­fen sei.»

Rosanna Brombacher ist eine Frau der lei­sen Töne. So suchte sie nach eige­nen Wegen, um den bedroh­ten Bäumen erneut die not­wen­dige Aufmerksamkeit zu schen­ken.  «Eines Tages, als ich mit dem Fahrrad der Allee von Vingelz Richtung Biel ent­lang flitzte, kam die Idee, die­sen Bäumen Gesichter zu geben», erin­nert sie sich. 

Fest stand für sie auch: Es wer­den Gesichter aus Lehm. Weil sich das Material wun­der­bar für die künst­le­ri­sche Gestaltung eig­net. Aber auch, weil es die Bäume nicht ver­letzt, aus der Region stammt und voll­stän­dig bio­lo­gisch abbau­bar ist.

FreundInnen gefiel die Idee. So mach­ten sich an einem Nachmittag in den Sommerferien rund ein Dutzend AktivistInnen an die Arbeit. Mit viel Hingabe hät­ten sie die Gesichter gestal­tet, man­che seien gar bis in den Abend hin­ein geblie­ben. Solange, bis die Lehmkübel alle leer waren, erzählt Rosanna Brombacher.

Mit der Zeit wer­den Wind und Regen dafür sor­gen, dass die Baumgesichter nach und nach ver­wit­tern und ver­schwin­den. Anders als die Bäume – dies die Hoffnung und letzt­end­lich das Ziel die­ser Aktion.

Aktuell zei­gen die Bäume aber noch ihre Gesichter! – Deshalb die Empfehlung für all jene, die noch nie einem Baumkobold begeg­net sind und die Blicke der Baumgeister nicht scheuen: Ein Spaziergang ent­lang der Neuenburgstrasse, durch die Seevorstadt und über den Krautkuchenparkplatz lohnt sich…

Weitere Bilder und ein Kurzbericht über die Aktion von Rosanna Brombacher unter: www.vision2035.ch

 

 


 

 

 

BIEL WAR WIEDER LAUT!

 

Anlässlich der Medienpräsentation pro­tes­tier­ten rund 350 Menschen laut­stark vor dem Eingang des Kongresshauses gegen den ein­sei­ti­gen «Vergleich» zuguns­ten des Ausführungsprojekts für den A5-Westast durch Biel.

Immerhin: Am Schluss der Veranstaltung zeigte sich Regierungsrat Christoph Neuhaus gesprächs­be­reit – und stellte sich der Diskussion mit den besorg­ten Bürgerinnen und Bürgern. Es bleibt zu hof­fen, dass dies ein ers­ter Schritt war – und das Ganze nicht als Alibiübung versandet…

 

klick den Film!      CONCERTO FÜR REGIERUNGSRAT NEUHAUS

 

 


 

DIE PROTESTSONGS
GEGEN DAS AUTOBAHNPROJEKT

Zwei Songs, eine Message: Vor einer Woche die Uraufführung an der  TAVOLATA STOPP WESTAST – und nun auch zum Nachhören und Mitsingen: Jetzt hat die Widerstandsbewegung gegen die Westastautobahn auch zwei Protestlieder!

Los Hermanos Perdidos klei­de­ten mit ihrem neuen Song «Keni Autos ir Stadt» den Protest gegen die Dominanz des moto­ri­sier­ten Verkehrs in mit­reis­sende Musik. Und Studeyeah prä­sen­tier­ten mit «Westast so nicht – Nullvariante» ihren Protestsong.

 

 


 

 

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KAHLSCHLAG UNTER DER PLATANE
ODER 
ORDNUNG MUSS SEIN

 

In den letz­ten Monaten ent­wi­ckelte sich am Gurnigelkreisel – «hin­ter den sie­ben Gleisen» – eine bunte Blumenpracht. An die­sem geschichts­träch­ti­gen Ort, an der Grenze zwi­schen Nidau und Biel, erblühte um den einst kah­len, häss­li­chen Schlachthaus-Parkplatz ein klei­ner, fei­ner Urban Garden.

Hummeln und Bienen summ­ten um die Wette. Eine leben­dige Insel, inmit­ten des Stadtverkehrs. Ein Kleinod, genau dort, wo die Westastautobahnplaner das Tunnelportal der Autobahnein- und Ausfahrt «Biel Centre» vor­ge­se­hen haben.

Bereits im Frühjahr, als die jun­gen Blätter der mäch­ti­gen Platane noch kei­nen Schatten spen­de­ten, bil­dete sich zwi­schen Trottoir und Parkplatz ein sam­te­ner Teppich aus ver­heis­sungs­vol­lem Grün. Sogar aus den Ritzen ent­lang der Mauern spross fri­sches Leben. Rot leuch­te­ten die Tulpen…

Ein Garten, ange­legt von unbe­kann­ten Geistern, erst­mals gepflanzt anläss­lich der Tavolata im August 2018. Um der von Autobahnlobbyisten als «Unort» ver­schrie­nen Ecke ein freund­li­che­res Gesicht zu geben. Engagierte GärtnerInnen haben damals gegra­ben, gehä­ckelt, gesät und gepflanzt. Und seit­her die Pflanzen gehegt, gepflegt und gegos­sen. Eine rüs­tige Rentnerin war regel­mäs­sig mit der Spritzkanne zum Gurnigel Urban Garden  unterwegs.

Bereits nach weni­gen Tagen dann ein ers­tes Massaker: Was hoff­nungs­voll gepflanzt wor­den war, wurde ratsch-ratsch weg­ge­mäht. Von einem Mitarbeiter der Stiftung Contact, die im Auftrag der Stadt für die Sauberkeit des Parkplatzes ver­ant­wort­lich ist.

Die GärtnerInnen such­ten damals das Gespräch mit Stadt und Stiftung. Man kam über­ein, dass das Urban Gardening eigent­lich nie­man­den störe. Im Gegenteil: Dass sol­che Aktionen posi­tiv und erfreu­lich seien.

Umso grös­ser die Konsternation Anfang die­ser Woche. Die Nachbarin, wel­che die Blumen bei Trockenheit und Hitze giesst, begeg­net eines Morgens erneut einem Sensenmann. Die Hälfte der Blumen ist bereits umgemäht…

URBAN GARDEN 3 – WEGRASIERT

Sie ver­sucht, ihn von sei­ner wei­te­ren Zerstörungsarbeit abzu­hal­ten – ver­geb­lich. Nur gerade die Pflanzen, die im abge­steck­ten Beet am Platanenstamm wach­sen, lässt er stehen.

«Er sagte mir, es tue ihm im Herzen weh – aber er müsse sei­nen Auftrag erfül­len, sonst ver­liere er sei­nen Job», berich­tet die Nachbarin. Geschockt zückt sie ihr Handy und foto­gra­fiert, was soeben noch gelebt, geblüht und erfreut hat. 

URBAN GARDEN 4 – KAPUTT

«Ich bin wütend und trau­rig», sagt sie. Doch ein klei­ner Trost, eine Hoffnung bleibt: «Er hat die schö­nen gel­ben Ringelblumen, den Mohn und all die ande­ren Pflanzen mit einer Sense abge­mäht. Die Wurzeln sind noch in der Erde…»

Unverständlich und unver­zeih­lich: Ein unschein­ba­res klei­nes Stück Stadt, von Freiwilligen gehegt und gepflegt, wird mit Steuergeldern mut­wil­lig zer­stört. Grundlos, aus einem Ordnungs- und Sauberkeitswahn.

Hat man in Biel immer noch nicht erkannt, wel­chen Wert die Natur in der Stadt hat? Ein Blick nach Zürich würde die Stadtoberen eines Besseren beleh­ren: Hier grünt und blüht es wild.

URBAN GARDEN 5 – ZÜRICH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Malven bis 2 Meter hoch, Wiesensalbei, Mohn und Nesseln in vol­ler Grösse und Blütenpracht. Auf allen mög­li­chen Freiflächen den Trottoirs ent­lang. Zur Freude von BewohnerInnen, PassantInnen, Hummeln und Bienen.

Grün Stadt Zürich (das städ­ti­sche Gartenbauamt) lässt auch Private gewäh­ren, sogar soge­nannte GuerillagärtnerInnen. Und das in der sprö­den Zwinglistadt.

 

URBAN GARDEN 6 – ZÜRICH

Aber viel­leicht will man das alles gar nicht, in Biel. Vielleicht gehört ja gar zur poli­ti­schen Schlaumeier-Taktik der Behörden, dass ein zum «Unort» dekla­rier­ter Ort ein «Unort» blei­ben muss? Damit sie ein ein­fa­che­res Spiel haben, wenn das Stadtzerstörungsprojekt A5-Westast schliess­lich doch noch in die Tat umge­setzt wer­den soll?

 

 


 

DIE
RÜCKEROBERUNG 
DES ÖFFENTLICHEN
RAUMS

 

Bunte Fahnen im Wind, fröh­li­che Farbtupfer auf dem grauen Asphalt. Wo sonst par­kierte Autos den Strassenrand ver­sper­ren, leuch­ten pinke und signal­gelbe Teppiche. Tische, Stühle – ja, sogar Liegestühle laden zum Verweilen. Ganz ohne Konsumzwang.

Bei schö­nem Wetter nut­zen Menschen jeden Alters und unter­schied­lichs­ter Herkunft das Angebot. Die Strassenränder, und am Unteren Quai auch ein kur­zer ver­kehrs­be­frei­ter Strassenabschnitt, erwa­chen zum Leben: Kinder spie­len, Hunde tol­len herum. Jemand hat sei­nen Laptop mit­ge­bracht und sich ein tem­po­rä­res Freiluftbüro ein­ge­rich­tet. Ein ver­lieb­tes Paar am Schäkern, zwei Freundinnen tref­fen sich auf einen Schwatz – SchülerInnen zum gemein­sa­men Picknick und Lernen.

Das Projekt «Sommerinseln» in der Bieler Innenstadt zeigt, was man eigent­lich schon lange weiss: Der öffent­li­che Raum lädt zum Verweilen und ermög­licht Begegnungen, die für den Zusammenhalt, das Zusammenleben einer Gesellschaft so wich­tig sind. – Allerdings kön­nen Strassen und Plätze diese Funktion nur erfül­len, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Die «Sommerinseln» die­nen als Testlabor für die künf­tige Aufwertung der Stadt als Begegnungsort. Natürlich ruft das auch KritikerInnen auf den Plan. Allen voran mäkelt TCS-Sektionspräsident und FDP-Stadtrat Peter Bohnenblust am zeit­lich auf wenige Wochen beschränk­ten Experiment herum. Er und ein paar wei­tere Ewiggestrige wol­len nicht wahr­ha­ben, dass auch in Biel Modernisierung und Stadtentwicklung nicht län­ger bedeu­tet, dass der moto­ri­sierte Verkehr immer und über­all Vortritt hat.

Die Rechnung ist näm­lich schnell gemacht und leuch­tet ein: Je weni­ger Autos in einer Stadt, desto mehr Raum gibt es für Begegnungen, Kreativität – Leben. Wo hin­ge­gen Motorfahrzeuge vor­bei­don­nern, Lastwagen manö­vrie­ren und par­kierte Autos die Plätze ver­stel­len, bleibt nie­mand frei­wil­lig län­ger als nötig.

Nur sel­ten wird den Menschen bewusst, wie­viel öffent­li­cher Raum dem moto­ri­sier­ten Verkehr geop­fert wird und wie sehr der moto­ri­sierte Verkehr die Atmosphäre, ihren Lebensraum prägt und beherrscht. Wer nichts ande­res kennt, nimmt den Lärm, die Gefahr, die Verschandelung meist klag­los in Kauf.

Mittlerweile gibt es aller­dings unzäh­lige Beispiele, die zei­gen, wie­viel Lebensqualität zu gewin­nen ist, wo Menschen ihre Dörfer, Quartiere und Plätze zurück­er­obern. Die Bieler Sommerinseln sind ein Schritt in diese Richtung und zei­gen, dass sol­che Angebote im öffent­li­chen Raum von StadtbewohnerInnen und PassantInnen rege genutzt wer­den und ein Gewinn sind, für die Ambiance in der Stadt.

Vor einem Jahr genos­sen sogar die BewohnerInnen des Mühlefeld- und Gurnigelquartiers die Qualitäten des öffent­li­chen Raums in ihrer unmit­tel­ba­ren Nachbarschaft. Ganz ohne Gefahr und Motorenlärm:  Für die Dauer eines Sonntagsbrunchs waren damals die Aebi- und die Gurnigelstrasse am Gurnigelkreisel für den moto­ri­sier­ten Verkehr gesperrt.

Gross und Klein traf sich zur Tavolata mit­ten auf der Strasse – genau dort, wo der­einst zahl­rei­che Häuser der A5-Westastautobahn wei­chen müss­ten. Die Tatsache, dass der Autobahnanschluss Bienne Centre mit der offe­nen Autobahnschneise das beliebte Wohnquartier für immer ver­un­stal­ten, ver­pes­ten und ver­l­är­men würde, stört Westast-Befürworter Bohnenblust hin­ge­gen nicht – im Gegensatz zu den tem­po­rär ange­leg­ten Sommerinseln… 

Das Tavolata-Fest war viel mehr, als eine simple Protest-Aktion gegen den Bau der Westast-Autobahn. Es zeigte, was im öffent­li­chen Raum alles mög­lich wird – sobald er vom moto­ri­sier­ten Verkehr befreit ist:

QuartierbewohnerInnen kamen mit­ein­an­der ins Gespräch, lang­jäh­rige NachbarInnen lern­ten sich end­lich ken­nen – auf der Strasse wurde Fussball gespielt, am Kreisel gab es Konzerte, eine Gruppe von GärtnerInnen ver­schö­nerte den Parkplatz…

«Ich habe die­sen tol­len Raum bis­her gar nie wahr­ge­nom­men – erst heute, ohne Verkehr wird mir bewusst, in welch schö­nem Quartier wir leben, mit was für tol­len Leuten», kom­men­tierte eine Besucherin fast ein wenig weh­mü­tig, als die Tische weg­ge­räumt wer­den musste, um die Strasse wie­der dem Verkehr zu überlassen.

Die Gurnigel- und Aebistrasse dau­er­haft ganz ohne moto­ri­sier­ten Verkehr – das wird wohl (zumin­dest vor­läu­fig) ein Traum blei­ben. Trotzdem gilt auch für die­sen Teil der Stadt: Der Autoverkehr darf nicht zuneh­men – weder ober- noch unter­ir­disch. Und es dür­fen ihm keine wei­te­ren Flächen geop­fert werden!

Auf dass das Sommerinsel-Gefühl sich dau­er­haft immer wei­ter über die ganze Stadt, die ganze Region ver­brei­ten kann… 

 


 

An der Bieler Fasnacht: 

 

 © swis­spho­to­wil­helm

 


 

3. November 2018: 

h4>BIEL GEWINNT!
A5-WESTAST AUF DER 
VERLIERERSTRASSE

 

Das Video zur Demo… 

HIER KLICKEN

 


 

DER WIDERSTAND WÄCHSTUNAUFHALTSAM

 

«STOP WESTAST» – «AXE OUEST – C’EST LA PESTE» – «AUTOBAHN NO PASARAN». Die Botschaft war deut­lich: Die Menschen, die am 3. November in Biel auf die Strasse gin­gen, wol­len keine Autobahn im Zentrum der Stadt! Und es waren viele – deut­lich mehr noch als im September 2017 an der ers­ten Demo «Biel wird laut» – dies­mal sind es laut SRF Tagesschau oder TeleBärn gegen 5000 gewesen.

Und wich­tig: Es war ein Querschnitt der gesam­ten Bevölkerung ver­tre­ten: Jung und Alt, Familien mit Kindern, Gruppen von Jugendlichen aus Biel und der Umgebung. Sogar ein paar UnterstützerInnen, die von St. Gallen, Zürich, Luzern oder Bern ange­reist waren. Ein Demonstrant trug gar ein Schild mit der Aufschrift «BERN gegen den Westast» mit sich…

Auch wenn einige Medien jetzt ver­brei­ten, dass die Westast-GegnerInnen, die ges­tern auf die Strasse gin­gen, anstelle des Ausführungsprojekts mit den inner­städ­ti­schen Anschlüssen einen durch­ge­hen­den Westast-Tunnel woll­ten – an der Demo sel­ber war davon keine Rede! Ein Beobachter stellte fest: «Niemand hat für den ‹WESTAST so bes­ser› gewor­ben!» In Biel ist man längst einen Schritt wei­ter: Westast STOPP heisst die Devise, und ALLE Varianten auf den Tisch – auch eine Nullvariante.

Es gibt inno­va­ti­vere, kos­ten­güns­ti­gere und vor allem ziel­füh­ren­dere Lösungen als den Bau von Autobahnen durch die Stadt oder unter der Stadt hin­durch. «Mehr Beton oder mehr Grün?» stand auf einem Transparent. Seine Trägerin führte einen Strauss Schilfhalme mit – eines von vie­len fei­nen aber kla­ren Voten im lau­ten Spektakel gegen den Westast.

Ivo Thalmann wies als Sprechers des Komitees «Westast so nicht!» unter lau­tem Applaus der Anwesenden dar­auf hin, dass es sich beim vor­lie­gen­den Autobahnprojekt um eine längst über­holte Planung «aus den 1950er Jahren» handle. Er for­derte den Abbruch des Monsterprojekts, das «von alten Männern erar­bei­tet und beschlos­sen wurde. Die Planung der Zukunft, sagte er, gehöre in die Hände der Jungen. Und die hät­ten andere Ideen. Erneut ein Riesenapplaus.

Weitere Eindrücke, hier kli­cken:

LEO’S DEMOGALERIE

 

 


 

STAUPROGNOSE
FÜR BIEL / BIENNE:

KEIN NENNENSWERTER STAU 
BIS AM 3.11.18

 

 

BIEL WIRD WIEDER LAUT

 

Seit Donnerstag, 20. September macht die Nachricht in den sozia­len Medien die Runde: Spätestens am 3. November wird es in Biel wie­der rich­tig laut. Unter dem Motto «Keine Autobahnanschlüsse im Stadtzentrum» ruft der Verein «Biel wird laut» erneut zu einer Demo, um der Forderung nach dem Verzicht auf das aktu­elle Westast-Ausführungsprojekt Gehör zu verschaffen.

Eine Forderung, die von immer mehr Menschen in der Region Biel bereits heute laut­stark  und mit stich­hal­ti­gen Argumenten unter­stützt wird. Seit der Veröffentlichung des ein­sei­ti­gen und rudi­men­tä­ren «Faktenchecks» zwi­schen den bei­den Westastprojekten, ist die kan­to­nale Autobahnplanung immer stär­ker unter Beschuss gera­ten. Es kam zu teil­weise hit­zi­gen Gesprächen, die Medien haben berich­tet, Leserbriefe wur­den ver­fasst, in den sozia­len Medien wurde diskutiert.

Nur einer schweigt beharr­lich: Der Bieler Stadtpräsident und seine GemeinderatskollegInnen geben sich wei­ter­hin bedeckt. Seit Tagen sind sie auf Tauchstation. Dabei möchte man gerne wis­sen: Wie haben sie anläss­lich ihres Gesprächs mit Baudirektor Neuhaus die Interessen ihrer BürgerInnen ver­tre­ten? Wie stel­len sie sich zum Vergleich? Und zur Forderung nach einem Verzicht auf die bei­den stadt­zer­stö­re­ri­schen Anschlüsse?

Die Bevölkerung von Biel hat ein Anrecht auf eine Antwort. Nicht erst im November! Herr Fehr, Sie wur­den in den letz­ten Tagen viel­fach auf­ge­for­dert, Stellung zu bezie­hen. Wann hören wir von Ihnen? – Die grosse Frage, die man sich heute in Biel stellt: Werden Sie am 3. November mit ihren WählerInnen durch die Stadt zie­hen und einen Verzicht auf inner­städ­ti­sche Autobahnanschlüsse for­dern – oder immer noch schweigen?

 

 


 

  31.08. 2018: 

Regierungsrat Christoph Neuhaus im Dialog mit Bielerinnen und Bielern

klick den Film!      CONCERTO FÜR REGIERUNGSRAT NEUHAUS


 

 

19.08.2018:

 

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Version F

 

DIE TAVOLATA

EIN ZAUBER LAG ÜBER DEM QUARTIER

 

Schon am frü­hen Morgen geht’s los – die Aebistrasse wird vom Verkehr befreit, auf der Gurnigelstrasse wird aufgedeckt…

© Bilder Stefan Hofmann, Anita Vozza, Samuel Tuor – Gruppe B5

 

Schnell fül­len sich die Bänke

 

GärtnerInnen ver­wan­deln
den Parkplatz unter der Platane in einen Urban Garden

Los Hermanos Perdidos, Christoph Borer und Studeyeah 
ver­zau­bern das Quartier, das dem Westast zum Opfer fal­len soll…

Endlich ein­mal Schutte uf der Aebi-Stross!

 

Auch die Medien waren vor Ort

 

Bieler Tagblatt und Journal du Jura

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RTS Radio:

 

 

 

 


 

 17.05.2018: 

 

 

 

 

 


 

 28.10. 2017: 

 

Tag der offe­nen Tür im Maschinenmuseum Centre Müller 

DIE SCHÖNEN SEITEN VON BIEL

 

Feine Drehorgelklänge am Samstagmorgen im Wydenauquartier: Peter X. Bürgisser macht mit sei­nem nost­al­gi­schen Instrument den pas­sen­den Auftakt zum Tag der offe­nen Tür im Maschinenmuseum Centre Müller. Er ist extra aus Kaiseraugst ange­reist, um sei­nen Beitrag zum Erhalt des Museums zu leis­ten. Kaum öff­ne­ten sich die Türen des  Museums um 10 Uhr, tra­fen auch schon die ers­ten BesucherInnen ein. Das Interesse und die Faszination der alten, oft ton­nen­schwe­ren Maschinen lock­ten im Lauf des Tages Hunderte.

Die fach­kun­di­gen Museumsführer – alles Angestellte der Muller Machines SA – wuss­ten unzäh­lige span­nende Geschichten zu den kost­ba­ren Einzelstücken zu erzäh­len. Der Einblick in die Anfänge der Industrialisierung beein­druckt auch heute noch Gross und Klein. «Diese alten Maschinen sind echte Kunstwerke», bemerkte eine begeis­terte Besucherin.

 

DIE FIRMA UND IHR MUSEUM

Dass die his­to­ri­schen Maschinen über­haupt noch exis­tie­ren, ist der Weitsicht der Familie Müller zu ver­dan­ken. Vor vol­lem Saal fasste der heu­tige CEO Michel Müller die Geschichte des Unternehmens, die eng mit der­je­ni­gen des Museums ver­knüpft ist, zusammen

Angefangen hatte alles 1917, als Charles Müller, der Grossvater von Michel Müller, seine erste Maschine kaufte. Das Besondere: Es han­delte sich um eine Occasion-Maschine… Bald zeigte sich, dass ihn sein Gespür nicht getäuscht hatte: Die Geschäfte lie­fen gut, der Handel mit Occasion-Maschinen war ein Erfolg.

Als die Räumlichkeiten in Bévilard für das Unternehmen zu klein wur­den, zogen Muller Machines 1929 nach Biel. Nach dem Tod des Firmengründers führ­ten des­sen Söhne Felix und Serge 1942 das Unternehmen in eine neue Epoche und grün­de­ten eine AG. 1966 wurde in Brügg ein Erweiterungsbau erstellt, 1982 beschloss die Firmenleitung einen wei­te­ren Bau sowie den Umzug des Firmensitzes nach Brügg. Heute gehört Muller Machines SA zu den welt­weit füh­ren­den Händlern von Werkzeugmaschinen. Die Firma hat sich auf den schlüs­sel­fer­ti­gen Verkauf von hoch­prä­zi­sen Werkzeugmaschinen spe­zia­li­siert. Auf 15’000 Quadratmetern Ausstellungsfläche prä­sen­tiert sie heute in Brügg rund 3000 Maschinen, die zum Verkauf stehen.

Schon vor 70 Jahren hät­ten sein Vater und sein Onkel ver­al­tete mecha­ni­sche Maschinen, die nicht mehr zum Verkauf stan­den, vor dem Verschrotten geret­tet, um diese Kleinode der ers­ten Generation von Industriemaschinen der Nachwelt zu erhal­ten, erzählte Michel Müller. Damals kamen viele Occasion-Maschinen aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts auf den Markt, weil die Firmen von den mit Transmissionsriemen ange­trie­be­nen Maschinen auf neue, mit Einzelmotoren betrie­bene Maschinen umrüsteten. 

Den lange geheg­ten Traum vom Museum ver­wirk­lich­ten die Müllers schliess­lich im Vorfeld der Expo 02: Die Muller Machines SA liess ihre Liegenschaft im Wydenauquartier zu einem moder­nen Ausstellungsgebäude umbauen. Damals hät­ten ihnen die Behörden ver­si­chert, dass der Museumsstandort vom A5-Westast nicht tan­giert werde, sagte Michel Müller und schloss seine Ausführungen mit den Worten: «Dass nun das Museum nicht ein­mal der Autobahn sel­ber, son­dern ein­zig und allein der Baustelle geop­fert wer­den soll, kann ich schlicht nicht glauben!»

 

VERÄNDERUNGEN

Die Bieler Historikerin Margrit Wick nahm das Publikum mit auf eine Zeitreise. Anhand von Karten und Bildern aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts bis heute zeigte sie, wel­che Veränderungen Biel und ins­be­son­dere das Seequartier in die­ser Zeitspanne durch­lau­fen hat.

Bis zur Juragewässerkorrektion war das Seeufer regel­mäs­sig über­schwemmt. Die Entwicklung der Stadt Biel Richtung See begann erst Mitte des 19. Jahrhunderts und ver­lief wäh­rend lan­ger Zeit in klei­nen Schritten. Eine Beschleunigung erfolgte mit dem Bau der ers­ten Bahnlinie nach Biel, die 1857 eröff­net wurde und am Zentralplatz endete. Von dort gab es eine Verbindung zum See, wo die Reisenden Richtung Neuenstadt und Neuenburg aufs Schiff umge­stie­gen sind. 1860 wurde dann die Bahnlinie Biel-Neuenburg, ent­lang dem lin­ken Bielerseeufer, ein­ge­weiht. Damals ver­lief das Bahntrasse jedoch noch eben­erdig. Der Damm, der heute das Seequartier vom Rest der Stadt trennt, wurde erst spä­ter auf­ge­schüt­tet: Mit der Bahnverbindung in den Jura und in der Folge mit dem Bau des neuen Bieler Bahnhofs.

Das zusätz­li­che Land am See, das man dank Juragewässerkorrektion und Aufschüttungen dazu­ge­won­nen hatte, nutzte man bis weit ins 20. Jahrhundert vor allem für Gewerbe und Industrie. Zum Beispiel befand sich dort, wo heute die Überbauung Agglolac geplant ist, das rie­sige Holzlager einer Sägerei. Die Liegenschaft, wo heute das Maschinenmuseum Centre Müller unter­ge­bracht ist, war ursprüng­lich eine Giesserei, die zwi­schen 1901 und 1905 gebaut wurde.

Margrit Wick erin­nerte auch daran, dass die Seeufer erst mit der Entwicklung unse­rer Wohlstands- und Freizeitgesellschaft jene Bedeutung erlang­ten, die wir ihnen heute bei­mes­sen. Früher, als die Leute noch sechs Tage die Woche und zehn Stunden am Tag arbei­te­ten, hätte nie­mand Zeit und Musse gehabt, am Nachmittag, nach der Arbeit und bis in die Nacht hin­ein das Strandbad zu genies­sen. – Immerhin, der Strandboden wurde schon in der ers­ten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Park ange­legt, und spä­ter mehr­mals umgestaltet.

Trotzdem: Das Seequartier galt lange als Industrie- und Gewerbequartier. Möglicherweise sei man bei der ursprüng­li­chen Planung des A5-Westasts davon aus­ge­gan­gen, dass hier der­einst bloss Industriebrachen tan­giert wür­den, gab Margrit Wick zu beden­ken. Dass sich nicht nur die Verhältnisse, son­dern auch die Sicht auf die Dinge im Lauf der Zeit stark ver­än­dert haben, zeigte ihr letz­tes Bild von der Expo 2002, wo das Seebecken als Freizeitlandschaft zele­briert wurde…

 

VERBORGENE SCHÄTZE

Was sich in der Stadt Biel hin­ter so man­cher Tür, im Treppenhaus an Kunst ver­birgt, ahnen die wenigs­ten Bielerinnen und Bieler. Denkmalpfleger Rolf Weber wies ein­gangs sei­nes Referats dar­auf hin, dass das Treppenhaus eigent­lich die Visitenkarte eines jeden Hauses ist.

Dem tru­gen Bauherren in frü­he­ren Jahren Rechnung: Bis weit ins 20. Jahrhundert hin­ein wur­den Treppenhäuser kunst­voll gestal­tet, die Wände oft bemalt. Vieles davon ist in Biel erhal­ten geblie­ben – nicht zuletzt, weil es ab Mitte des 20. Jahrhunderts in der Stadt Biel an Geld für Erneuerung in gros­sem Stil fehlte. Ein Glück: Was in ande­ren Städten unwie­der­bring­lich ver­lo­ren ging, fin­det man heute in Biel noch. Die Stadt gilt unter Fachleuten als die «Hauptstadt der bemal­ten Treppenhäuser».

Auf dem vir­tu­el­len Rundgang, den Rolf Weber den Gästen im Centre Müller prä­sen­tierte, fie­berte man rich­tig mit: Der Denkmalpfleger öff­nete Tür um Tür, die nor­ma­ler­weise neu­gie­ri­gen Augen ver­schlos­sen blei­ben. Zum Vorschein tra­ten unge­ahnte Schätze, viele davon wur­den erst in den letz­ten Jahren neu entdeckt.

Insbesondere seit der Expo 02, wur­den viele der alten Liegenschaften, die wäh­rend Jahrzehnten ver­nach­läs­sigt wor­den waren, sorg­fäl­tig reno­viert und soweit mög­lich und sinn­voll wie­der in den Originalzustand ver­setzt. «Die heu­tige Generation schätzt den Sinn für das Schöne aus der alten Zeit», freute sich Rolf Weber und schloss seine bunte Präsentation mit dem Aufruf: «Biel ist eine wun­der­schöne Stadt – wir müs­sen ihr Sorge tragen!»

 

MUSIK, RACLETTE UND UNTERSCHRIFTEN

Als Dessert hatte der Denkmalpfleger dann noch eine wei­tere Entdeckung bereit: Der 1938 ent­stan­dene Dokfilm über den Bau des Olympiahauses an der Murtenstrasse ist gleich­zei­tig ein his­to­ri­sches Dokument und eine fil­mi­sche Perle.

Für die musi­ka­li­sche Umrahmung der Veranstaltung sorgte Zimi’s Hot Swing Trio. Die vier Musiker (ja, sie waren zu viert!) waren extra aus Bern ange­reist, um den Überlebenskampf des Museums zu unter­stüt­zen. Mit ihrem schwung­vol­len French Jazz sorg­ten sie für musi­ka­li­sche Höhepunkte und fröh­li­che, unbe­schwerte Stimmung.

Trotzdem: Beim anschlies­sen­den Apéro, beim Raclette im Zelt und am Informationsstand im Eingang war natür­lich die Bedrohung des Museums durch die Autobahnpläne Thema Nummer eins. Die Tatsache, dass die wei­tere Existenz des Museums an sei­nem jet­zi­gen, idea­len Standort (in fünf Minuten Gehdistanz vom Bahnhof und vom See) durch den A5-Westast akut bedroht ist, sorgte bei den BesucherInnen für Kopfschütteln und Unverständnis. Deshalb erhält der Gemeinderat der Stadt Biel in den nächs­ten Tagen einen Brief mit hun­der­ten von Unterschriften, die am Tag der offe­nen Tür im Centre Müller gesam­melt wur­den. Titel der Petition: «DAS MASCHINENMUSEUM CENTRE MÜLLER DARF NICHT DEM A5-WESTAST GEOPFERT WERDEN

Bilder: © Michael Giezendanner; Angelo Scudeletti; Präsentationen Margrit Wick und Rolf Weber

Text: © Gabriela Neuhaus, 30.10.2017

Bericht und Bilder zum Tag der offe­nen Tür auch auf: 

Biel im Bild

 

 


 

 27.10. 2017 

ÜBER 10’000
UNTERSCHRIFTEN GEGEN DEN A5-WESTAST BEIM UVEK EINGEREICHT

 

 

WEITER SO!

 

 


 

 23.09 2017: 

 

Bilder: © Samuel Tuor

Ein Fest für Biel/Bienne

 

«Carton statt Beton» stand auf einem Transparent. «Rastatt lässt grüs­sen» auf einem ande­ren. Trillerpfeiffen, Trompeten und Pfannendeckel sorg­ten für den Soundtrack. Die Bahnhofstrasse: Ein wogen­des Meer von Fahnen, Menschen – fröh­lich, fried­lich – und alle mit der glei­chen Botschaft: Biel darf nicht zer­stört wer­den. Wir wol­len und wir brau­chen kein Westast-Betonmonster!

Seit Jahren hat es in Biel keine sol­che Demonstration gege­ben! Viele der TeilnehmerInnen waren zum ers­ten Mal in ihrem Leben an einer Demonstration. Jung und Alt – aus Biel und aus der Region. Ein Protestmarsch und ein Fest für Biel, das auch von den natio­na­len Medien end­lich wahr­ge­nom­men wurde: So z.B. am Samstag in der Tagesschau auf SRF ein Bericht über die Demo in Biel. Der bunte Protestanlass auch auf zahl­rei­chen Newsportalen von Zeitungen, Blogs, Facebook… So, dass auch die PolitikerInnen, die der gest­ri­gen Demo fern­ge­blie­ben sind, trotz­dem erfah­ren haben, dass über 3000 Bürgerinnen und Bürger für ihre Stadt auf die Strasse gegan­gen sind – wegen das Westast-Monster.

 

 

 September 2017: 

Schülerinnen und Schüler zeich­ne­ten für Bundesrätin Doris Leuthard…

 

… und viele wei­tere Briefe hat unsere Bundespräsidentin aus der Region Biel erhal­ten – von Gross und Klein. Bis Anfang August 2017 waren es über hundert…

Zur Erinnerung: Im Anschluss an den Flashmob gegen den A5-Westast  wur­den die Einladungen von Jung und Alt an die Chefin des UVEK ver­schickt. Mit dem char­man­ten Angebot woll­ten die AbsenderInnen errei­chen, dass sich die oberste Verantwortliche für die Nationalstrassen ein­mal nach Biel kommt, um sich vor Ort sel­ber ein Bild über die mas­si­ven Eingriffe zu machen, die die geplante Autobahn zur Folge hätte…

 

Lange war­te­ten wir auf eine Antwort aus Bern. Vor den Sommerferien dann ein Telefonanruf aus dem UVEK: Leider seien zahl­rei­che Einladungen ohne Absender ein­ge­trof­fen, wes­halb sich Bundesrätin Leuthard noch nicht gemel­det habe, erklärte die mit dem A5-Westast betraute UVEK-Juristin Yasmin Hostettler. Da man aber alle BürgerInnen gleich behan­deln wolle, suche man nun nach einer Form, auch alle zu erreichen…

Gleichzeitig betonte Frau Hostettler, dass die Bundespräsidentin die Schreiben sehr ernst nehme – und sich durch­aus vor­stel­len könne, trotz dich­tem Terminkalender im Spätherbst ein­mal für einen Austausch mit der Bieler Bevölkerung ins Seeland zu reisen.

Das freute uns natür­lich sehr. Mit dem UVEK wurde ein Termin ver­ein­bart, um das Programm für den Besuch in Biel zu kon­kre­ti­sie­ren. – Die ers­ten Schritte  für den «Austausch bei Kaffee und Kuchen» waren schon in die Wege gelei­tet, als der Rückzieher kam:

Nach wie­der­hol­ter Überprüfung der Situation sei man zum Schluss gekom­men, dass Bundespräsidentin Leuthard sich zum jet­zi­gen Zeitpunkt aus juris­ti­schen Gründen auf kein Gespräch über den A5-Westast ein­las­sen könne, teilte Yvonne Hostettler mit. Das bis ins letzte Detail regle­men­tierte Verfahren beim Genehmigungsverfahren für eine Nationalstrasse beraub­ten sie jeg­li­cher Handlungsfreiheit. Das schreibt die Bundespräsidentin auch im Brief, den sie Ende letz­ter Woche an die bekann­ten Absender der Kaffee-und-Kuchen-Einladung verschickte:

Bundespräsidentin Doris Leuthard «muss» absagen

«Da das UVEK in die­ser Angelegenheit Genehmigungsbehörde ist, hat es die recht­li­chen Verfahrensgrundsätze ein­zu­hal­ten. Es ist mir somit nicht mög­lich, wäh­rend des lau­fen­den Verfahrens Gespräche aus­ser­halb des vor­ge­se­he­nen Verfahrensablaufes zu füh­ren. Dennoch geniesst das Projekt bei mir grosse Aufmerksamkeit und ich kann Ihnen ver­si­chern, dass das Verfahren nach den gel­ten­den Vorschriften und mit der nöti­gen Sorgfalt geführt wird.»

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FAZIT:   Ein Gespräch mit Frau Leuthard ist für Menschen aus der Region Biel, die sich gegen das vor­lie­gende A5-Westastprojekt weh­ren,  aus «juris­ti­schen Gründen» nicht möglich…

Doch: auf­ge­scho­ben ist nicht auf­ge­ho­ben. Bald schon ist die Bundespräsidentin eine freie Frau – viel­leicht dür­fen wir sie ja nach Ihrem Rücktritt auf dem Strandboden begrüs­sen? – Das Verfahren ist dann­zu­mal noch längst im Gang…

Wir wür­den uns auf alle Fälle sehr freuen, über einen Besuch von Doris Leuthard im Sommer oder Frühherbst 2019!

 


 
 

 16.06.2017:

Baumaktion Nr. 1 
Bedrohte Bäume end­lich markiert

 

Foto: ©2017 Anita Vozza

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Mehr Bilder hier: FOTOGALERIE BAUM-BLITZAKTION 16.06.2017 

 


 

 21.06.2017: 

Oops … Die Plakate sind weg!

 

Am Mittwoch, im Morgengrauen,  haben die Behörden zuge­schla­gen: Die Baummarkierungen sind weg, der Trauerkranz mit der schö­nen Schleife wurde  von sei­nem Baum heruntergerissen!

Offenbar sol­len die Leute nicht sehen, wie­viele und wel­che Bäume dem Westast geop­fert würden…

Gerade ein­mal vier Tage lang hatte die Bevölkerung in Biel und Nidau Zeit, sich ein Bild vom Ausmass der geplan­ten Abholzungen zu machen. Weil die Behörden, die Bevölkerung nicht auf­schre­cken wol­len, haben wir das Heft sel­ber in die Hand genom­men und die tod­ge­weih­ten Bäume markiert.

Die Baumplakat-Blitzaktion  vom 18. Juni 2017 stiess auf breite Zustimmung. Man kam mit­ein­an­der ins Gespräch. Viele Leute reagier­ten nach­denk­lich, ent­setzt über das Ausmass der geplan­ten Zerstörung. «Mir ist erst durch die Plakatierung der Bäume bewusst gewor­den, was da vor sich geht!» sagte etwa ein alt­ein­ge­ses­se­ner Bieler.

Ganz alle Bäume übri­gens haben die Entfernungstrupps dann doch nicht erwischt: Hier und da fin­det sich noch ein Plakat.


30.06.2017:

Baumaktion Nr.2
Bedrohte Bäume erneut markiert

 

Die Medienmitteilung zur Aktion:

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 Vor Ort sind die Plakate beson­ders ein­drück­lich, ste­chen ins Auge, machen klar und deut­lich, was hier auf dem Spiel steht. Deshalb: Selber hin­ge­hen und schauen!

… solange sie noch hän­gen. Es ist damit zu rech­nen, dass die Behörden nach dem Wochenende wie­der räu­men las­sen. Wie beim letz­ten Mal…


 

04. Juli 2017: Oops … Die Plakate sind wie­der weg! Aber nur in BIEL.

NIDAU ist baumfreundlicher.

(Mehr zum Thema):  Hintergrundartikel zur Baummarkierung

 


 

 20.05. 2017: 

<h4»>FLASHMOB

 

SCHÖN WAR ES!

Süsser die Veloglocken nie klingeln…

FlashMob-Film

 

… und jetzt freut sich Biel auf den Besuch von Doris Leuthard!