ALTER­NA­TI­VEN ZUM WEST­AST

 

 

ALTER­NA­TI­VEN

 

 

WEST­AST LIGHT

AKTUA­LI­SIERT! Robert Merz ist lau­fend am Ver­fei­nern und Über­ar­bei­ten sei­ner Stu­dien und Ideen. Im Vor­feld des Hea­rings vom 12. Mai publi­ziert er hier exklu­siv den aktu­el­len Stand sei­ner Arbei­ten. Es lohnt sich, die Doku­mente genau zu stu­die­ren: Sie bie­ten sehr viel wich­ti­ges Mate­rial für künf­tige Mobi­li­täts-Dis­kus­sio­nen in der Region – und dar­über hin­aus: 

Kli­cken und lesen – es lohnt sich!

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© Robert Merz

«Ich hoffe, dass die Vari­ante «West­ast light» eine breite Öffent­lich­keit fin­det und im Dia­log­pro­zess ernst­haft als wei­tere Vari­ante dis­ku­tiert wird», begrün­det Robert Merz sein Enga­ge­ment.

Seine Vision: « Light ver­spricht nicht bloss eine abge­speckte (ver­dau­bare) Lösung (am Tages­licht), son­dern eine öko­lo­gi­sche zukunfts-kom­pa­ti­ble Syn­these vie­ler seit lan­gem ange­dach­ter Ideen: Uner­war­tete Syn­er­gien ent­ste­hen. Im Laufe der Zeit Gewach­se­nes und Erbau­tes wird geach­tet. Erfin­der­geist kommt zum Zuge. Biels Wes­ten und Nidau blü­hen auf (ruhend, auf Schu­hen und auf Rädern).»

In über 300 Stun­den Gra­tis­ar­beit hat Robert Merz einen Vor­schlag prä­sen­tiert, der Ver­bes­se­run­gen ohne Erwei­te­rung der Stras­sen­ka­pa­zi­tä­ten auf­zeigt. – Kom­bi­niert mit einem Tran­sit­ver­bot für den Schwer­ver­kehr durch die Stadt Biel und bis nach Neu­en­stadt bie­tet diese Vari­ante eine ele­gante, kos­ten­güns­tige Lösung für die Ver­kehrs­pro­bleme der Region.

 

Wei­tere Infos und Detail­pläne zur Vari­ante «West­ast Light»

 

 


DER SÜD­AST

© Romano Ron­delli

Der Bie­ler Archi­tekt Romano Ron­delli enga­giert sich für den voll­stän­di­gen Ver­zicht auf jeg­li­che West­ast-Vari­an­ten. Sein Vor­schlag, den er schon lange ent­wor­fen hat, heisst «Süd­ast». Nun tritt er damit an die Öffent­lich­keit.

Wei­tere Infos zur Vari­ante «Süd­ast», Detail­pläne und Erläu­te­run­gen 

 


 

LÖSUNG STATT LOCH

Man­che bezeich­nen das Quar­tier öst­lich des Bie­ler Bahn­hofs als «Unort». Des­halb sei es kein Ver­lust, so ver­kün­den man­che Poli­ti­ker, dass dort, wo die Biel-Täuf­fe­len-Ins-Bahn am ehe­ma­li­gen Schlacht­haus vor­bei Rich­tung Nidau fährt,  der mons­tröse Auto­bahn­an­schluss Biel-Centre gebaut wer­den soll.

Die­ses wert­volle Areal in unmit­tel­ba­rer Nähe zum Bahn­hof könnte aber auch anders – sinn­voll und nach­hal­tig – genutzt wer­den: Als Bus­bahn­hof!

 


 

ÜBER DEN
BIE­LER TEL­LER­RAND
HIN­AUS

 

©Patrick Gas­s­mann

«Ich finde es extrem wich­tig ALLE Alter­na­ti­ven zum offi­zi­el­len Pro­jekt auf­zu­zei­gen. Vor­erst ein­fach um Denk­fes­seln zu spren­gen und spä­ter um die Dis­kus­sio­nen mit zusätz­li­chen Ideen zu belie­fern.»

 


 

A5-DIRECT

wider die A5-Hor­noch­sen­route

©Leo Hor­la­cher

 

 


 


Ver­sion fran­çaise

©Didier Bar­det

 

 


 

KLEINE SEE­LANDT­AN­GENTE

©Kurt Roh­ner

Seit Jah­ren feilt Kurt Roh­ner an sei­ner inno­va­ti­ven Idee, den all­fäl­li­gen Bau einer See­landt­an­gente mit der 3. Jura­ge­wäs­ser­kor­rek­tion zu ver­bin­den. Im Vor­feld des «West­ast-Hea­rings» hat er Anfang Mai 2020 seine dies­be­züg­li­chen Gedan­ken ein wei­te­res Mal aktua­li­siert und zusam­men­ge­fasst: 

 

SYN­ER­GIEN IM SEE­LANDKLI­CKEN UND LESEN


 

 

WEST­AST SO BES­SER
©Pro­jekt­gruppe «West­ast so nicht!»

 


 

LEN­KEN
STATT WEST­AST BAUEN

©com­mon sense

Lesen Sie hier wie:

 


 

SCHA­DENS­BE­GREN­ZUNG

© Tonia Gaf­fino

Vor fast genau einem Jahr, am 21. Mai 2019 hat Tonio Gaf­fino einen Brief an Fritz Kobi geschrie­ben. Seine Moti­va­tion: Er befürch­tet, dass die aus sei­ner Sicht ver­nünf­ti­gen Lösungs­an­sätze (Len­ken statt bauen, See­landt­an­gente) im Dia­log­pro­zess keine Chance haben – und prä­sen­tiert des­halb eine Reihe von Vor­schlä­gen zur «Scha­dens­be­gren­zung» – wie er in der Prä­am­bel zu sei­nen Vor­schlä­gen schreibt.

Seine Vor­schläge wer­den u.a. im «Hea­ring» vom 12. Mai vor­ge­stellt – kli­cken und alle Pläne stu­die­ren:

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DEUX ALTER­NA­TI­VES
©Oli­vier Cor­tat

 

 


A5-WEST­AST
©Pro­jekt Kan­ton Bern

 


 

KLICKS STATT BRICKS

DAS INTER­VIEW ZUR ZUKUNFT DER MOBI­LI­TÄT:

Photo by Vanessa Pün­te­ner

In der Stadt der Zukunft braucht es keine Park­plätze mehr und viel weni­ger Autos. Mög­lich wird dies dank selbst­fah­ren­der Fahr­zeuge. Im gros­sen Zukunfts-Inter­view zeigt der Ver­kehrs­for­scher Tho­mas Sau­ter-Ser­vaes, wie Geld und Krea­ti­vi­tät in die «neue Mobi­li­tät» inves­tiert wer­den könn­ten, und wes­halb auf Beton­lö­sun­gen ver­zich­tet wer­den sollte:

Tho­mas Sau­ter-Ser­vaes: Die Grund­frage ist: Wie pla­nen wir in der Poli­tik? Man kann, basie­rend auf dem aktu­el­len Ver­kehr, eine Hoch­rech­nung machen und zum Schluss kom­men, dass es mehr Kapa­zi­tä­ten braucht. Oder aber man fragt sich, was für eine Mobi­li­tät man 2030 oder 2035 haben will – und wie man die­ses Ziel errei­chen könnte. – Etwa, indem wir statt auf die alte Beton­lö­sung auf «Klicks statt Bricks» set­zen.

GN: Was heisst das kon­kret?

Tho­mas Sau­ter-Ser­vaes: Staus sind in ers­ter Linie ein Aus­las­tungs­pro­blem: In der Haupt­ver­kehrs­zeit sit­zen im Durch­schnitt in jedem Fahr­zeug nur 1,1 Per­so­nen. Das könnte sich bald ändern: Wir wer­den in Zukunft mehr Digi­ta­li­sie­rung und mehr Robo­ter­tech­nik haben. Die Ent­wick­lung geht in Rich­tung auto­nome Fahr­zeuge, die man effi­zi­en­ter ein­set­zen kann. Zudem wer­den wir uns nicht mehr für alles phy­sisch von A nach B bewe­gen, son­dern einen Teil des heu­ti­gen Ver­kehrs vir­tu­ell abwi­ckeln.

(…)

Bis­her haben wir uns viel zu wenig mit der Frage befasst: Was wäre ein alter­na­ti­ves Mobi­li­täts­bild, ein alter­na­ti­ves Stadt­bild? Wir las­sen uns von Trends und Pro­gno­sen trei­ben, statt dass wir uns fra­gen: Wo wol­len wir hin? Was ist unsere Vision vom Leben 2040? – Davon aus­ge­hend müss­ten wir uns über­le­gen: Wie nut­zen wir die neuen Tech­no­lo­gien, um diese Vision zu errei­chen?

(…)

Dank der neuen Tech­no­lo­gien wer­den wir für den Ver­kehr weni­ger Flä­chen­be­darf haben. Für Lis­sa­bon etwa gibt es Berech­nun­gen, die zei­gen, dass das heu­tige Mobi­li­täts­vo­lu­men mit 10% der Autos abge­deckt wer­den kann: Dank selbst­fah­ren­der Fahr­zeuge, die gesha­red wer­den und nicht mehr in Ein­zel­be­sitz sind, kom­bi­niert mit star­ken ÖV-Ach­sen. Zudem braucht es keine Park­plätze mehr, so dass allein in der Innen­stadt von Lis­sa­bon Flä­chen in der Grösse von 210 Fuss­ball­fel­dern frei wer­den.

Diese frei wer­den­den Flä­chen müs­sen wir nut­zen, um die Auf­ent­halts­qua­li­tät im öffent­li­chen Raum sowie die Bedin­gun­gen für den «mus­kel­ge­trie­be­nen Ver­kehr» zu ver­bes­sern. Warum kön­nen heute zwei Leute im Auto geruh­sam neben­ein­an­der sit­zen und mit­ein­an­der reden? Als Fahr­rad­fah­rer ist mir das ver­wehrt. Da geht es keine drei Minu­ten, bis hin­ter mir einer hupt, wenn wir zu zweit neben­ein­an­der radeln. Zudem ist es ver­bo­ten und lebens­ge­fähr­lich. Obschon man diese Qua­li­tät doch gerade in jenem Ver­kehr anbie­ten müsste, der viel gesün­der ist, der weni­ger Abgase pro­du­ziert und zudem noch den Nah­raum stärkt. Das ist die Rich­tung, in die wir uns bewe­gen müs­sen.

 

Das Exklu­siv-Inter­view in vol­ler Länge

 


 

VIER STOSS­RICH­TUN­GEN

Der A5-Ost­ast ist eröff­net, in den kom­men­den Wochen und Mona­ten wer­den auch die Mass­nah­men zur Ver­kehrs­steue­rung umge­setzt. – Wäh­rend sich die zustän­di­gen Behör­den nun mit den all­seits erwar­te­ten Stau­si­tua­tio­nen und deren Um- und Ablei­tungs­sze­na­rien her­um­schla­gen, gilt es, vor­aus zu den­ken.

Und zwar intel­li­gent, demo­kra­tisch und inno­va­tiv – auf dass uns ein wei­te­res Chaos infolge Bau und Eröff­nung einer neuen unnö­ti­gen Auto­bahn (A5-West­ast) – dies­mal mit­ten durch die Stadt – erspart bleibt.

Die Behaup­tung, nur das sich gegen­wär­tig im Ein­spra­che­ver­fah­ren befind­li­che Pro­jekt komme für die Rea­li­sie­rung in Frage, ist schlicht falsch. Denn es gibt sehr wohl ver­schie­denste Mög­lich­kei­ten, wie die Ver­kehrs­pro­bleme der Stadt und Region Biel/Nidau ange­gan­gen wer­den kön­nen. Die Dro­hung, für neue Vari­an­ten und grund­le­gende Ver­bes­se­run­gen sei es zu spät, hat man frü­her schon gehört. Sie ist genauso hohl wie dumm.

 

Auf dem Tisch liegt bekannt­lich eine Anzahl von Vari­an­ten mit unter­schied­li­chen Ansät­zen und pro­gnos­ti­zier­ten Wir­kun­gen. Seit dem fata­len Ent­scheid der Arbeits­gruppe Stöckli im Jahr 2010, hat sich die jedoch Poli­tik gewei­gert, über Alter­na­ti­ven zu dis­ku­tie­ren.

Erst in den letz­ten Wochen sind die Ver­ant­wort­li­chen bei der Stadt und beim Kan­ton von die­ser Hal­tung abge­wi­chen – und haben – nicht ganz frei­wil­lig – Dis­kus­si­ons­be­reit­schaft signa­li­siert.

Diese Situa­tion sollte genutzt wer­den. Nicht für eine erneute Ent­we­der-Oder-Lösung. Son­dern dafür, dass die ver­schie­de­nen Vari­an­ten, die in den letz­ten Jah­ren von diver­sen enga­gier­ten Fach­leu­ten ent­wor­fen wur­den, end­lich genauer ange­schaut und gegen­ein­an­der abge­wo­gen wer­den. Dabei gilt es auch zu berück­sich­ti­gen, dass Ver­kehrs­pla­nung gross­räu­mig ange­gan­gen wer­den muss und nicht an den Stadt­gren­zen von Biel und Nidau halt­ma­chen darf.

Es braucht jetzt einen demo­kra­ti­schen, par­ti­zi­pa­ti­ven Pro­zess, der die­sen Namen ver­dient. Mit einer unab­hän­gi­gen, neu­tra­len Mode­ra­tion.

Genau genom­men sind es vier Stoss­rich­tun­gen, die auf dem Tisch lie­gen:

  1. Das Aus­füh­rungs­pro­jekt «A5-West­um­fah­rung Biel» mit den bei­den inner­städ­ti­schen Anschlüs­sen und vier­spu­ri­ger, offe­ner Ver­kehrs­füh­rung durchs Stadt­zen­trum. Die Fort­set­zung Rich­tung Bern (T6) sowie Rich­tung Neu­en­burg (A5) bleibt zwei­spu­rig.
  2. A5-West­ast – ohne inner­städ­ti­sche Auto­bahn­an­schlüsse – als durch­ge­hen­der Tun­nel im Gegen­ver­kehr, vom Brügg­moos bis Vin­g­elz.
  3. Kleine See­landt­an­gente: Ver­la­ge­rung der Haupt­achse Ost-West vom Bie­ler­see-Nord­ufer durchs Grosse Moos. Aus­bau der Ver­bin­dungs­stre­cke nach Thielle. Rück­bau der A5 am Bie­ler­see-Nord­ufer zwi­schen Thielle Biel/Kreisel Strand­bo­den, mit Fahr­ver­bot für Tran­sit­schwer­ver­kehr. LKWs über 7.5 t nur für die Lokal­ver­sor­gung zuge­las­sen.
  4. Len­ken statt aus­bauen: Gezielte Mass­nah­men zur Steue­rung des Ver­kehrs. Ein­rich­tung eines zukunfts­fä­hi­gen Ver­kehrs­re­gimes ohne Kapa­zi­täts­aus­bau.

Auf­grund der zahl- und umfang­rei­chen Ein­spra­chen rech­net man beim UVEK mit min­des­tens fünf Jah­ren, bis der Ent­scheid zum aktu­el­len Aus­füh­rungs­pro­jekt gefällt wer­den kann. Bis das Ganze juris­tisch abschlies­send behan­delt und bau­reif ist, könnte gar noch wesent­lich mehr Zeit ver­strei­chen.

Auch die Gemein­den Nidau und Biel haben umfang­rei­che Ein­spra­chen ein­ge­reicht. Dies zeigt: Das vor­lie­gende Pro­jekt befrie­digt eigent­lich nie­man­den. Ange­zeigt und ehr­li­cher wäre in die­ser Situa­tion eigent­lich Übungs­ab­bruch. Damit würde der Weg defi­ni­tiv frei für den oben skiz­zier­ten par­ti­zi­pa­ti­ven Pro­zess.

 


 

 

DIE DIS­KUS­SION
IST LAN­CIERT

In den letz­ten Tagen wurde die Vision eines Bus­bahn­hofs für Biel auf die­ser Web­site stark beach­tet, auch auf Face­book viel­fach ange­klickt und mehr­fach geteilt. Bereits sind auch erste Kom­men­ta­ren ein­ge­gan­gen. Sie rei­chen von «aus­ge­zeich­ne­ter Vor­schlag!» bis zu «cette pro­po­si­tion me laisse scep­tique pour les rai­sons sui­v­an­tes (…) »

Wei­tere Kom­men­tare, Über­le­gun­gen, Anre­gun­gen und Anmer­kun­gen zum vor­ge­schla­ge­nen Pro­jekt sind will­kom­men! Sowohl auf FB wie direkt per Mail an office@westast.ch

 

Wir sind gespannt und freuen uns auf eine leben­dige Aus­ein­an­der­set­zung und kon­struk­ti­ves Wei­ter­den­ken an der Vision:

 

LÖSUNG STATT LOCH

Mit­ten in den Som­mer­fe­rien sorgt  eine neu­ar­tige Vision für den Bau eines Bus­bahn­hofs in Biel für Gesprächs­stoff: Die vor­ge­schla­gene städ­te­bau­li­che Neu­ge­stal­tung des Are­als «hin­ter dem Bahn­hof» ver­spricht eine echte Auf­wer­tung: Genau dort, wo die Behör­den die mons­tröse Auto­bahn­ein- und Aus­fahrt Bienne Centre mit­ten in der Stadt pla­nen, soll statt­des­sen ein Bus­bahn­hof gebaut wer­den – sowie eine attrak­tive Ver­bin­dung zwi­schen Müh­le­feld­quar­tier und Bahnhof/Innenstadt. Mit viel Grün­raum und Platz für Velos und Fuss­gän­ge­rIn­nen…

Die­ser Vor­schlag hat Poten­zial! Er zeigt eine ele­gante Lösung für die ÖV-Platz­pro­bleme in Biel – und ver­spricht neues Leben für das wäh­rend Jah­ren von den Behör­den ver­nach­läs­sigte, wert­volle und zen­tral gele­gene Areal.

 

WEI­TER­LE­SEN

 


 

FLA­NIER­MEILE
BAHN­HOFSTRASSE
STATT AUTO­BAHN­AN­SCHLUSS
BIENNE CENTRE

Unter dem Titel «Wird die Bahn­hofstrasse zur Fla­nier­meile?» stellte das Bie­ler Tag­blatt am 9.11.2018 die Idee einer ver­kehrs­freien Zone zwi­schen Bahn­hof und Zen­tral­platz vor.

Eine Begegnungs‑, Fla­nier- und Ein­kaufs­meile, ganz ohne Bus- und Taxi­ver­kehr. Das klingt ver­heis­sungs­voll und hat Poten­zial. Aller­dings gibt es auch einige Knack­punkt. Vor allem, weil die zahl­rei­chen Bus­li­nien, die heute durch die Bahn­hofstrasse fah­ren, umge­lei­tet wer­den müss­ten. Die Umset­zung wäre mach­bar, heisst es bei den Ver­kehrs­be­trie­ben der Stadt Biel. VB-Direk­tor Chris­to­phe Kneuss sagte gegen­über dem BT: «Wir wären län­ger­fris­tig nicht abge­neigt, solange die Behör­den mit Herz­blut dabei sind.»

Die Bele­bung der Bie­ler Innen­stadt ist in der Tat ein Pro­jekt, für das es sich lohnt, Herz­blut zu inves­tie­ren.

Wer den Faden wei­ter spinnt, kommt aller­dings schnell zum Schluss: Die Fla­nier­meile geht nur ohne A5- West­ast! Denn eines steht fest: Der ohne­hin über­las­tete Ver­re­si­us­platz kann nicht gleich­zei­tig als ÖV-Dreh­scheibe und Auto­bahn-Aus­fahrt genutzt wer­den…

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«KOEXIS­TENZ IST KEINE LÖSUNG»

«Je mehr Scha­den ein Trans­port­mit­tel anrich­tet, desto weni­ger Platz sollte ihm zuge­bil­ligt wer­den», sagt der Gen­fer Ver­kehrs­ex­perte  Sébas­tien Mun­afò. Der Geo­graf lei­tet die Schwei­zer Filiale des renom­mier­ten inter­na­tio­na­len Büros für Stadt­pla­nungs- und Mobi­li­täts­fra­gen 6t.

In sei­nem Inter­view mit RTS 2  kri­ti­siert Mun­afò das Mobi­li­täts­ver­hal­ten hier­zu­lande scharf: Pro Kopf der Bevöl­ke­rung wer­den in der Schweiz jähr­lich durch­schnitt­lich 25’000 Kilo­me­ter zurück­ge­legt. Die Schä­den, wel­che diese immense Mobi­li­tät ver­ur­sacht, belau­fen sich auf schät­zungs­weise 13 Mil­li­ar­den Fran­ken.

Dies, weil der Gross­teil der Bewe­gun­gen auch heute noch mit dem Auto oder Flug­zeug zurück­ge­legt wer­den. Ein Ver­hal­ten, das nicht zukunfts­taug­lich ist, wie  Sébas­tian Mun­afò klar­stellt.

Mit 65% der zurück­ge­leg­ten Distan­zen domi­niert nach wie vor das Pri­vat­auto, wobei immer mehr Leute grosse und schwere Autos fah­ren, die ent­spre­chend viele Schad­stoffe pro­du­zie­ren. Gerade mal 20% der Ver­schie­bun­gen wer­den mit dem öffent­li­chen Ver­kehr getä­tigt.

Der ÖV werde heute vor allem von Arbeitspend­le­rIn­nen genutzt, wäh­rend sich ein Gross­teil der Schwei­ze­rIn­nen in ihrer Frei­zeit nach wie vor mit Vor­liebe ins Priav­t­auto setzt, fasst Mun­afò zusam­men. Ein Miss­stand, der frü­her oder spä­ter kor­ri­giert wer­den müsse: Ein Voll­an­ge­bot für den Stras­sen- wie für den Schie­nen­ver­kehr führt zu immensen Infra­struk­tur­kos­ten, die lang­fris­tig nicht trag­bar sind. 

Auf die West­ast-Dis­kus­sion her­un­ter­ge­bro­chen heisst das: Ein Regio­tram, Aus­bau des ÖV, Ver­kehrs­hubs, Velo­schnell­stras­sen als soge­nannt kurz- und mit­tel­fris­tige Mass­nah­men – und als lang­fris­tige Mass­nahme dann auch noch eine Auto­bahn… Das ist völ­lig über­ris­sen und geht nicht! 

Es brau­che Ent­schei­dun­gen, und im Bereich der Ver­kehrs­mit­tel­wahl eine klare Hier­ar­chi­sie­rung, stellt der Ver­kehrs­ex­perte klar. Dabei müsse bei der Ent­scheid­fin­dung die Frage, wel­che Ver­kehrs­sys­teme die gerings­ten Kos­ten und Schä­den ver­ur­sa­chen, im Zen­trum ste­hen. 

Ver­steht sich von selbst, dass jenen Trans­port­mit­teln der Vor­zug zu geben ist, die am wenigs­ten Schä­den ver­ur­sa­chen. Sie wer­den auch lang­fris­tig die nach­hal­tigste Wir­kung zei­gen…

 

Sehens- und hörens­wert:

Das Inter­view mit Sébas­tien Mun­afò in vol­ler Länge:

 


Wei­tere Texte zu den West­ast-Alter­na­ti­ven: