WEST­AST NEWS

 

WEST­AST NEWS

 

 

 

FAK­TEN STATT GEPLAU­DER

Am 8. Februar 2019 ist der Auf­takt zum «Run­den Tisch», wo Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus mit Geg­ne­rIn­nen, Befür­wor­te­rIn­nen und Fach­leu­ten über das wei­tere Vor­ge­hen in Sachen West­ast dis­ku­tie­ren will.

Im Vor­feld prä­sen­tiert  www.westast.ch eine kleine Serie zum Thema: «Fak­ten statt Geplau­der rund um den West­ast».  

Heute:

FAKT 7: Sala­mi­tak­tik am Nord­ufer

Der Aus­bau der ehe­ma­li­gen Kan­tons­strasse zwi­schen Biel und La Neu­ve­ville zu einer Natio­nal­strasse 3. Klasse war ein Fehl­ent­scheid. Er hat eine Schneise der Zer­stö­rung am Bie­ler­see Nord­ufer hin­ter­las­sen:

Das Unter­dorf von Tüscherz-Alfer­mée wurde 1969 voll­stän­dig abge­ris­sen und der Erwei­te­rung von Strasse und Eisen­bahn­trasse geop­fert. Auch das his­to­ri­sche, beliebte Strand­ho­tel Engel­berg musste der Strasse wei­chen, der denk­mal­ge­schützte Wei­ler Wing­reis wurde hin­ter Lärm­schutz­wände ver­bannt. In Twann und Lig­erz trennte die breite Strasse fortan die Dör­fer vom See, noch schlim­mer traf es das male­ri­sche La Neu­ve­ville, wo der bru­ta­lis­ti­sche Auto­bahn­rie­gel das Stadt­bild und den See­zu­gang ver­un­stal­tet. 

Dies alles in einer Land­schaft von natio­na­ler Bedeu­tung, deren beson­de­rer Reiz laut Bun­des­in­ven­tar «im har­mo­ni­schen Wech­sel und in der Ver­zah­nung kom­pak­ter Dör­fer mit den weit­ge­hend erhal­te­nen his­to­ri­schen Sied­lungs­rän­dern, Reb­ber­gen, Fel­sen, ein­zel­nen Gehöl­zen und tro­cken­war­men Mager­wie­sen» besteht.

Mit Pfläs­ter­li­po­li­tik hat man in der Ver­gan­gen­heit ver­sucht, die zer­stö­re­ri­schen Aus­wir­kun­gen der Strasse abzu­fe­dern: In Lig­erz ver­legte man die Strasse in einen Tun­nel – ab 2025 fährt auch die Eisen­bahn durch den Berg. Der Preis dafür: Das Dorf ver­liert sei­nen Bahn­hof…

Auch Twann und Vin­g­elz sol­len eine Tun­nel­um­fah­rung erhal­ten, wäh­rend die Bewoh­ne­rIn­nen von Tüscherz-Alfer­mée bis auf wei­te­res mit Lärm­schutz­wän­den abge­spie­sen wer­den. Doch auch sie kämp­fen seit Jah­ren für einen Tun­nel, weil der Ver­kehr – ins­be­son­dere der Schwer­ver­kehr – uner­träg­li­che Lärm­pe­gel gene­riert.

FAKT:  

Die A5 zwi­schen Biel und La Neu­ve­ville soll zu einer Auto­bahn 2. Klasse* aus­ge­baut wer­den. Dies steht im Richt­plan Lin­kes Bie­ler­see­ufer, der 2006 als «ver­bind­li­cher Weg­wei­ser» für die Wei­ter­ent­wick­lung der Region ver­ab­schie­det wurde.

Heute wird die A5 zwi­schen Biel und La Neu­ve­ville als Natio­nal­strasse 3. Klasse mit Gemischt­ver­kehr sowie stras­sen­que­ren­den Ein- und Aus­fahr­ten geführt.

Aus Sicher­heits­grün­den wurde die Geschwin­dig­keit an neur­al­gi­schen Stel­len in Tüscherz-Alfer­mée und Wing­reis von 80 km/h auf 60 km/h redu­ziert. Mit Erfolg: Seit­her gab es dort keine schwe­ren Ver­kehrs­un­fälle mehr!

Dem Bun­des­amt für Stras­sen (ASTRA) sind diese Geschwin­dig­keits­be­schrän­kun­gen ein Dorn im Auge: Mit den Tun­nel­um­fah­run­gen von Twann und Vin­g­elz sol­len gleich­zei­tig die Geschwin­dig­keits­be­gren­zun­gen auf den offe­nen Stre­cken­ab­schnit­ten fal­len und die stras­sen­que­ren­den Ein- und Aus­fahr­ten auf­ge­ho­ben wer­den.

Das heisst: Nebst den Tun­nel­por­ta­len wird es zusätz­li­che Kunst­bau­ten für Halb­an­schlüsse in Tüscherz-Alfer­mée und Wing­reis brau­chen.

Weil der Lokal- und Velover­kehr bei einer Auf­klas­sie­rung von der heu­ti­gen Strasse ver­bannt wird, müs­sen zwi­schen den Tun­neln heu­tige Bewirt­schaf­tungs­wege zu Stras­sen aus­ge­baut wer­den. Dies geht auf Kos­ten von wei­te­rem wert­vol­lem Reb­land und bringt noch mehr Asphalt und Beton.

Die offen geführ­ten Abschnitte der heu­ti­gen Natio­nal­strasse 3. Klasse könn­ten nur beschränkt zurück­ge­baut wer­den, da sie als Aus­weich­stre­cke bei Unfäl­len im Tun­nel oder wäh­rend Tun­nel­re­vi­sio­nen wei­ter­hin für den Auto­bahn­ver­kehr zur Ver­fü­gung ste­hen müs­sen.

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Das Anein­an­der­rei­hen von Tun­neln in der fra­gi­len Land­schaft ist nicht nur teuer, son­dern bleibt unbe­frie­di­gend: Zusätz­lich zu den bereits bestehen­den häss­li­chen Beton­wän­den, die zur Sta­bi­li­sie­rung der Hänge und zum Schutz der Strasse gebaut wur­den, kom­men wei­tere Beton­ver­bau­un­gen für Tun­nel­por­tale, Halb­an­schlüsse und den Lokal­ver­kehr.

Ein Rie­sen­auf­wand für eine Auto­bahn, die es hier eigent­lich gar nicht braucht: Die Auto­bahn­ver­bin­dung Ost-West ist mit der A1 und der A12 bes­tens gewähr­leis­tet. 

Nach­hal­ti­ger und sinn­voll hin­ge­gen wäre am lin­ken Bie­ler­see­ufer, statt der teu­ren Sala­mi­tak­tik, ein Tran­sit­ver­bot für den Schwer­ver­kehr.

Im Novem­ber 2018 for­derte ein Vor­stoss der SP Biel vom Gemein­de­rat der Stadt, ein Tran­sit­ver­bot für LKWs auf der Ost-West-Achse durch die Stadt Biel zu prü­fen. Ein sol­ches Ver­bot könnte ohne wei­te­res über Biel hin­aus bis Thielle erlas­sen wer­den. Das wäre rasch umsetz­bar und effek­ti­ver, nach­hal­ti­ger und güns­ti­ger als jeg­li­che Tun­nel­bau­ten. Zudem könnte der heu­tige Via­dukt zwi­schen La Neu­ve­ville und Le Lan­de­ron abge­bro­chen wer­den – eine alte For­de­rung der bei­den Gemein­den.

 

* Natio­nal­stras­sen ers­ter Klasse sind aus­schliess­lich für die Benüt­zung mit Motor­fahr­zeu­gen bestimmt und nur an beson­de­ren Anschluss­stel­len zugäng­lich. Sie wei­sen für beide Rich­tun­gen getrennte Fahr­bah­nen auf und wer­den nicht höhen­gleich gekreuzt.

Natio­nal­stras­sen zwei­ter Klasse sind die übri­gen, aus­schliess­lich dem Ver­kehr der Motor­fahr­zeuge offe­nen Natio­nal­stras­sen, die nur an beson­de­ren Anschluss­stel­len zugäng­lich sind. Sie wer­den in der Regel nicht höhen­gleich gekreuzt.

Natio­nal­stras­sen drit­ter Klasse ste­hen auch andern Stras­sen­be­nüt­zern offen. Wo die Ver­hält­nisse es gestat­ten, sind Orts­durch­fahr­ten und höhen­glei­che Kreu­zun­gen zu ver­mei­den.

Der Bun­des­rat kann nach Anhö­ren des betrof­fe­nen Kan­tons die Klas­sie­rung einer von der Bun­des­ver­samm­lung fest­ge­leg­ten Natio­nal­strasse ändern, nament­lich wenn ver­kehrs­tech­ni­sche Gründe dies erfor­dern.

 

Nächste Folge:

FAKT 8 Netz­be­schluss nicht sakro­sankt

Bis­her publi­zierte Fak­ten:

Fakt 1: Was heisst Sis­tie­rung?

Fakt 2: Alter­na­tive Stadt-Tran­sit-Vari­ante erfor­dert
zwin­gend neues Gene­rel­les Pro­jekt

Fakt 3: Ent­eig­nungs­bann heisst nicht Ver­kaufs­ver­bot

Fakt 4: Der Runde Tisch 1 – der Mode­ra­tor

Fakt 5: Der Runde Tisch 2 – die Ein­ge­la­de­nen

Fakt 6: Wo der Abbruch­ham­mer droht

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WIRT­SCHAFT
GEGEN A5-WEST­AST

 

 

 

Nun mel­den sich mehr und mehr West­ast-Geg­ne­rIn­nen aus der Wirt­schaft zu Wort! Zwar haben sich bereits in der Ver­gan­gen­heit ver­ein­zelt Unter­neh­me­rIn­nen und Wirt­schafts­füh­re­rIn­nen gegen das ver­al­tete und viel zu teure Auto­bahn­pro­jekt aus­ge­spro­chen.  Allen voran Michel Mul­ler, CEO der Mul­ler Machi­nes SA, deren ein­ma­li­ges Maschi­nen­mu­seum dem West­ast wei­chen müsste.

Nach­dem nun aber die Wirt­schafts­ver­bände HIV Kan­ton Bern, KMU Bern und WIBS Ende letz­ten Jah­res eine voll­mun­dige Kam­pa­gne Pro-West­ast lan­ciert hat­ten, gibt es nun mas­sive Kri­tik an die­sem Vor­ge­hen – und eine Gegen­kam­pa­gne:

So schreibt  WIBS-Grün­dungs­mit­glied Lukas Weiss in sei­nem Leser­brief im «Biel-Bienne»: «Ich bin ent­setzt, mit wel­cher Dreis­tig­keit die­ses wich­tige lokale Forum als Platt­form für eine ein­sei­tig geführte Kam­pa­gne miss­braucht wird. Als Mit­glied der WIBS wurde ich nie zu mei­ner Mei­nung zum West­ast befragt.» 

Auch der ehe­ma­lige HIV-Prä­si­dent und CEO der Biella AG, Rudolf Bürgi, spricht im Inter­view mit Mario Cor­tesi Klar­text: «Der wirt­schaft­li­che Nut­zen die­ser 2,2 Mili­ar­den Fran­ken-Inves­ti­tion ist nicht belegt. Es ist befrem­dend, dass die Befür­wor­ter dar­auf drän­gen, die bereit­ge­stellte Inves­ti­ti­ons­summe jetzt aus­zu­ge­ben.» 

Ver­tre­te­rIn­nen der Wirt­schaft haben nun, in Zusam­men­ar­beit mit dem Komi­tee «West­ast so nicht!» ihrer­seits eine Inse­ra­ten­kam­pa­gne gestar­tet, um ihre Oppo­si­tion gegen das Aus­füh­rungs­pro­jekt und das Vor­ge­hen der Wirt­schafts­ver­bände publik zu machen.

 


 

 


 

 


 

 

 

VON WEGEN:
«DA KANN MAN NICHTS MACHEN»

Wer vor einem Jahr 2018 vor­aus­ge­sagt hätte, dass der neue Ber­ner Bau­di­rek­tor Chris­toph Neu­haus der­einst zum run­den Tisch in Sachen West­ast ein­la­den würde, wäre als Spin­ner aus­ge­lacht wor­den. Noch weni­ger hätte man geglaubt, dass Erich Fehr, Bie­ler Stadt­prä­si­dent und lang­jäh­ri­ger West­astpro­mo­tor, eine 180-Grad-Pirou­ette hin­legt und für 2019 die Prü­fung einer See­landt­an­gente for­dert.

In der Ver­gan­gen­heit waren genau diese Vor­schläge aus der Bevöl­ke­rung immer ins Leere gelau­fen. Vom Kan­ton und den Gemein­de­be­hör­den hörte man stets das glei­che Man­tra: Am vor­lie­gen­den West­ast-Pro­jekt sei nicht mehr zu rüt­teln. Es sei die beste Lösung, bau­reif und wich­tig. 

Noch ist das offi­zi­elle West­ast-Pro­jekt nicht gebo­digt. Die neue Gesprächs­be­reit­schaft und der Gesin­nungs­wan­del der Exe­ku­tiv­po­li­ti­ker zei­gen aber deut­lich, dass Argu­mente, Wider­stand und Enga­ge­ment von Sei­ten der Bevöl­ke­rung etwas bewir­ken kön­nen. – Es hat lange gedau­ert, bis die «Volks­ver­tre­te­rIn­nen» es für nötig erach­te­ten, ihre Wäh­le­rIn­nen ernst zu neh­men. – Doch Anfang 2019 ste­hen die Chan­cen für eine zukunfts­fä­hige Ver­kehrs­ent­wick­lung in der Region bes­ser denn je.

Dies nicht zuletzt dank der uner­müd­li­chen Infor­ma­ti­ons­ar­beit der West­ast-Kri­ti­ke­rIn­nen. Dank unzäh­li­ger Leser­briefe, Recher­chen, Infor­ma­ti­ons- und Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tun­gen, dank Demons­tra­tio­nen gegen das Mons­ter­pro­jekt oder Aktio­nen wie der Tavo­lata. Die­ses Enga­ge­ment führte schliess­lich zum ein­deu­ti­gen Resul­tat der Demo­scope-Umfrage, die zeigt, dass gerade mal 21 Pro­zent der Bevöl­ke­rung in der Region noch hin­ter dem offi­zi­el­len West­astpro­jekt ste­hen.

Schon der Wech­sel an der Spitze der Ber­ner Bau­di­rek­tion hatte Eini­ges in Bewe­gung gebracht: Im Gegen­satz zu sei­ner Vor­gän­ge­rin Bar­bara Egger stellt sich Bau­di­rek­tor Chris­toph Neu­haus immer­hin der Dis­kus­sion. Und auch im Bun­des­haus weht ein fri­scher Wind: Mit der neuen Depar­te­ments­chefin Simo­netta Som­ma­ruga an der Spitze des Uvek ste­hen die Zei­chen bes­ser für das Aus­han­deln von neuen, umwelt­freund­li­che­ren und zukunfts­fä­hi­ge­ren Ver­kehrs­lö­sun­gen.

Und last but not least: Dank der Kan­di­da­tur der grü­nen Power­frau Regula Rytz haben es die Wäh­le­rIn­nen im Kan­ton Bern im Herbst 2019 in der Hand, statt den bis­he­ri­gen West­ast-Hard­li­ner und Wachs­tums­eu­pho­ri­ker Hans Stöckli wie­der zu wäh­len, eine Poli­ti­ke­rin als Ber­ner Ver­tre­te­rin in den Stän­de­rat zu schi­cken, die mit der Auto­lobby nichts am Hut hat.

Jetzt gilt es, mit dem 2018 in Bewe­gung gekom­me­nen Schwung das aktu­elle West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt in den nächs­ten Mona­ten defi­ni­tiv in der Ver­sen­kung ver­schwin­den zu las­sen. Es ist höchste Zeit, dass Biel und Nidau ihre Zukunft anpa­cken kön­nen, ohne dau­ernd mit dem Damo­kles­schwert der Stadt­zer­stö­rung rech­nen zu müs­sen.

Trotz der bis­he­ri­gen Erfolge im Kampf gegen den West­ast darf näm­lich nicht ver­ges­sen wer­den: Das Auto­bahn­pro­jekt hat bereits jetzt viel Scha­den ange­rich­tet.

So sind auch 2018 wie­der zahl­rei­che Men­schen, die in vom West­ast bedroh­ten Lie­gen­schaf­ten wohn­ten, aus ihrem gelieb­ten Daheim fort­ge­zo­gen. Sie haben die nun seit über 20 Jah­ren andau­ernde Unsi­cher­heit nicht mehr aus­ge­hal­ten. Man­che haben ihre Häu­ser dem Kan­ton abge­tre­ten, weil Inves­ti­tio­nen in die Lie­gen­schaft unter dem Ent­eig­nungs­bann nicht abge­gol­ten wer­den.  Resi­gna­tion und Sta­gna­tion machen sich in lebens­wer­ten Quar­tie­ren an bes­ter Lage breit. Dem kann nur ein rascher West­ast-Übungs­ab­bruch ein Ende set­zen. Auf dass es am 1. Januar 2019 heisst: Biel und Nidau defi­ni­tiv west­astfrei.

 


 

FEHR: SEE­LANDT­AN­GENTE
MUSS GEPRÜFT WER­DEN!

«Es ist wich­tig, den Mut zu haben, Rich­tungs­än­de­run­gen vor­zu­neh­men, wenn man sieht, dass frü­here Ent­scheide nicht mehr den Bedürf­nis­sen von heute und viel­leicht noch weni­ger jenen von mor­gen ent­spre­chen.» Mit die­sen Wor­ten lässt sich Stadt­prä­si­dent Fehr im heu­ti­gen BT-Sams­tags­in­ter­view zitie­ren.

Nach mona­te­lan­gem Schwei­gen und Lavie­ren von Sei­ten der Bie­ler Stadt­re­gie­rung reibt man sich erst ein­mal die Augen: Da hat sich einer bewegt und spricht Klar­text! Das lässt hof­fen, für die geplan­ten Dis­kus­sio­nen…

Im Hin­blick auf den von Regie­rungs­prä­si­dent Chris­toph Neu­haus ange­kün­dig­ten «run­den Tisch» stellt der Bie­ler Stadt­prä­si­dent näm­lich klar: «Es muss mehr gemacht wer­den als nur ein Vari­an­ten­ver­gleich zwi­schen offi­zi­el­lem Pro­jekt und «West­ast – so bes­ser». Ich gehe nicht davon aus, dass die Alter­na­ti­v­i­dee in die­ser Form tat­säch­lich ein­mal gebaut wird. Es gibt The­men wie die See­landt­an­gente. (…)

Die See­landt­an­gente würde den Ver­kehr gross­räu­mig anders len­ken. Das Haupt­pro­blem ist his­to­risch bedingt: Die Natio­nal­strasse drit­ter Klasse führt am Nord­ufer des Bie­ler­sees ent­lang, wo sie eigent­lich gar kei­nen Platz hat. Des­halb muss der Ver­kehr durch das besie­delte Gebiet Biels dort­hin gelenkt wer­den. Es muss nun geklärt wer­den, ob es nicht andere Mög­lich­kei­ten gibt.»

Das gesamte, äus­serst lesens­werte BT-Sams­tags­in­ter­view vom 29. Dezem­ber 2018 – kli­cken und lesen

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REGIE­RUNGS­RAT NEU­HAUS
LÄDT ZUM RUN­DEN TISCH

Nach der Sit­zung der Behör­den­de­le­ga­tion vom 21. Dezem­ber 2018, hat Regie­rungs­prä­si­dent Neu­haus eine Ein­la­dung ver­schickt: Am 8. Februar 2019 will er – gemein­sam mit Geg­ne­rIn­nen und Befür­wor­te­rIn­nen des A5-Aus­füh­rungs­pro­jekts – das wei­tere Vor­ge­hen dis­ku­tie­ren. Das ist eine gute Nach­richt: End­lich wird der runde Tisch, den etwa der Archi­tekt und Raum­pla­ner Kurt Roh­ner schon vor lan­ger Zeit gefor­dert hat, Wirk­lich­keit! 

Gelei­tet wird die­ser «runde Tisch» von Hans Wer­der, dem ehe­ma­li­gen UVEK-Gene­ral­se­kre­tär und heu­ti­gen Prä­si­den­ten von Ave­nir Mobi­lité, wie auch der Medi­en­mit­tei­lung der Bau-, Ver­kehrs- und Ener­gie­di­rek­tion des Kan­tons Bern zu ent­neh­men ist:

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Kurz nach dem Kan­ton, mel­dete sich dann  – man hat es schon kaum mehr für mög­lich gehal­ten – end­lich auch die Bie­ler Stadt­re­gie­rung zu Wort. In sei­ner wohl im Vor­feld schon von lan­ger Hand vor­be­rei­te­ten Medi­en­mit­tei­lung begrüsst der Bie­ler Gemein­de­rat den Ent­scheid zum Dia­log. Gleich­zei­tig stellt er aber klar, dass er an einer Auto­bahn­lö­sung fest­hält und man ledig­lich «Ver­än­de­run­gen am bis­her geplan­ten Pro­jekt» ermög­li­chen will.

Zudem for­dert die Bie­ler Stadt­re­gie­rung bereits vor Beginn der in Aus­sicht gestell­ten Gesprä­che, dass «die Dis­kus­sio­nen für eine kon­sens­fä­hige Lösung zeit­lich beschränkt wer­den.» – Sol­che Ein­schrän­kun­gen wider­spre­chen dem vom Kan­ton in Aus­sicht gestell­ten «brei­ten Dia­log».

Gefragt sind jetzt Offen­heit und die Bereit­schaft von allen Sei­ten, das Ganze grund­sätz­lich und ganz­heit­lich anzu­ge­hen. Ein run­der Tisch – ohne Zeit­druck und ohne Prä­ju­di­zien.  

 

 

 

 


 

WAH­LEN 2019:

WIRD STÖCKLI WEG­GE­RYTZT?

© http://www.parlament.ch

Seit heute steht fest: Regula Rytz, lang­jäh­rige Ber­ner Gemein­de­rä­tin, Natio­nal­rä­tin und Prä­si­den­tin der Grü­nen will für den Kan­ton Bern in den Stän­de­rat! Aktu­ell ver­tre­ten zwei Män­ner denKan­ton Bern in der klei­nen Kam­mer: Wer­ner Lug­in­bühl  BDP sowie Hans Stöckli SP.

Bereits vor einem Monat hatte Biels Ex-Stadt­prä­si­dent und West­ast-Pro­mo­ter Hans Stöckli bekannt gege­ben, dass er noch ein­mal für’s Stöckli kan­di­diert. Nach­dem er sich aber bis heute nicht ein­deu­tig vom unnö­ti­gen West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt distan­ziert hat, wird es für ihn im See­land plötz­lich eng. 

Mit Regula Rytz steht jetzt eine Poli­ti­ke­rin zur Wahl, die sich – anders als Hans Stöckli – ohne Wenn und Aber für eine kli­ma­scho­nende und zukunfts­fä­hige Ver­kehrs­po­li­tik ein­setzt. In Sachen West­ast haben die Grü­nen des Kan­tons Bern bereits im August 2017 klar und deut­lich den Stopp des Pro­jekts gefor­dert und vom Regie­rungs­rat ver­langt, «sich beim Bund für den Stopp des Pro­jekts ein­zu­set­zen und zusam­men mit den Men­schen in der Region in einem demo­kra­ti­schen Pro­zess die Ver­kehrs­pro­bleme zu lösen, statt sie zu ver­schär­fen.»

Und was sagt Regula Rytz im Inter­view an die Adresse der neuen UVEK-Che­fin? «Wir brau­chen eine Ver­kehrs­po­li­tik, die das Klima schützt. Der geplante Aus­bau des Auto­bahn­net­zes oder brei­tere Stras­sen für Gelän­de­fahr­zeuge sind total kon­tra­pro­duk­tiv.»

So ist es! Die Kan­di­da­tur von Regula Rytz ist also eine gute Nach­richt, ins­be­son­dere für die Region Biel! 

 


 

KLEI­NES
A5-WEST­AST-EIN­MAL­EINS

 

Die Bun­des­rä­tin, die neu dem UVEK vor­steht, wird auf ihrem Pult einige Dos­siers vor­fin­den, die ihre Vor­gän­ge­rin hat schlei­fen las­sen. Der Depar­te­ments­wech­sel bie­tet wie immer die Mög­lich­keit, diese Pen­den­zen mit fri­schem Schwung abzu­ar­bei­ten. Mit der neuen Füh­rung bläst auch ein neuer Wind durch die Amts­stu­ben, der ohne zuviel Rück­sicht auf lieb gewor­dene Tra­di­tio­nen und Bequem­lich­kei­ten lang­jäh­rige Amts­chefs schon bald auf ihren Ses­seln durch­schüt­teln könnte. – Zu hof­fen wäre es – ins­be­son­dere beim Bun­des­amt für Stras­sen ASTRA.

Wer zu lange nach der Amts­über­nahme als Depar­te­ments­vor­ste­he­rin war­tet, hat erfah­rungs­ge­mäss spä­ter einen schwie­ri­gen Stand gegen­über der ten­den­zi­ell behä­bi­gen Ver­wal­tung, die gerne nach dem Motto funk­tio­niert «On a tou­jours fait comme ça!»

Für eines der Dos­siers, das Frau alt-Bun­des­rä­tin Doris Leu­thard aus­ge­ses­sen, statt in die Hand genom­men hat, trifft das ganz beson­ders zu: den lei­di­gen, aus der Zeit gefal­le­nen A5-West­ast in Biel, unter den end­lich ein Schluss­strich zu zie­hen ist.

Bun­des­rä­tin Som­ma­ruga wird schon bald Post aus dem Ber­ner Rat­haus bekom­men: Anfang Jahr sol­len end­lich die Stel­lung­nah­men der Ber­ner Kan­tons­re­gie­rung zu den mehr als 650 Ein­spra­chen zum 2017 auf­ge­leg­ten A5-West­ast-Pro­jekt beim UVEK ein­tref­fen.

Natür­lich weiss Bun­des­rä­tin Simo­netta Som­ma­ruga längst um den wach­sen­den Wider­stand in der Region Biel. Beim tie­fe­ren Ein­ar­bei­ten ins Dos­sier wird sie fest­stel­len, dass die Bevöl­ke­rung das Pro­jekt nicht nur mit gros­ser Mehr­heit ablehnt, son­dern sich einen demo­kra­ti­schen Pro­zess mit ech­ter Par­ti­zi­pa­tion wünscht. Alter­na­ti­ven zum ver­al­te­ten, die Umwelt schä­di­gen­den und viel zu teu­ren offi­zi­el­len Pro­jekt gibt es zur Genüge.

Lei­der hat Vor­gän­ge­rin Doris Leu­thard wie­der­holt Ein­la­dun­gen zum Gespräch aus­ge­schla­gen. Lange haben sich auch die Stadt- und Kan­tons­be­hör­den der West­ast-Dis­kus­sion ver­wei­gert. Da hat sich aller­dings in den letz­ten Mona­ten eini­ges bewegt. Aus natio­na­ler Sicht dürfte die neue UVEK-Che­fin die Tat­sa­che berück­sich­ti­gen, dass eine Eins-zu-eins-Umset­zung des Pro­jekts aus natio­na­ler Sicht abso­lut unnö­tig ist, wie dies sei­ner­zeit bereits alt UVEK-Gene­ral­se­kre­tär Hans Wer­der fest­ge­stellt hatte. Zudem wird sie auf ihrer Fahrt im geerb­ten Bun­des­rats-Tesla nie regel­mäs­sige Stau­mel­dun­gen aus dem See­land hören müs­sen und immer pünkt­lich in der Region Biel/Bienne ankom­men.

Die Erwar­tun­gen an Bun­des­rä­tin Som­ma­ruga sind hoch. Doch nicht zu hoch, wenn man bedenkt, dass sie die Kunst der Poli­tik bes­tens beherrscht. Die soge­nannte Unmög­lich­keit ist keine Tat­sa­che, son­dern eine Mei­nung. Doch Unmög­lich­keit hat Poten­zial. Unmög­lich ist vor­läu­fig. Unmög­lich ist nichts. Auch für Depar­te­ments­vor­ste­he­rin­nen.

 

 


 

DIE RICH­TIGE FRAGE STEL­LEN

Nicht immer füh­ren Umfra­gen zum erwar­te­ten Resul­tat. So dürf­ten sich die West­ast-Befür­wor­ter nach der Demo­scope-Umfrage die Augen gerie­ben haben: Gerade mal 21% der Befrag­ten hat­ten sich für das Aus­füh­rungs­pro­jekt mit den bei­den inner­städ­ti­schen Anschlüs­sen aus­ge­spro­chen.

Damit hatte man ganz offen­sicht­lich nicht gerech­net.  Wie sonst ist zu erklä­ren, dass die Prä­sen­ta­tion der Umfrage-Resul­tate als High­light einer Lobby-Ver­an­stal­tung gedacht war?

Nun, die­ser Schuss ging nach hin­ten los. Seit­her wer­den West­ast-Befür­wor­ter nicht müde, die Fra­ge­stel­lung in Frage zu stel­len. Aller­dings hat von ihnen noch kei­ner gesagt, wie denn anders hätte gefragt wer­den müs­sen…

Letzt­end­lich geht es um eine ein­fa­che Frage, die lau­tet: Aus­füh­rungs­pro­jekt ja oder nein? Punkt. Schluss.

Diese Frage könnte dem­nächst nicht per Tele­fon, son­dern via Stimm­zet­tel beant­wor­tet wer­den. Stadt­rats­prä­si­den­tin Ruth Ten­nen­baum und vier wei­tere Mit­glie­der des Stadt­rats ver­lan­gen näm­lich mit einer dring­li­chen Motion, die sie im Novem­ber ein­ge­reicht haben, eine mög­lichst bal­dige Kon­sul­ta­tiv­ab­stim­mung über den West­ast.

Diese Abstim­mung hätte zwar für die Auto­bahn­bauer keine bin­dende Wir­kung. Es darf aber davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass weder das ASTRA noch der Kan­ton gegen den Wil­len der Bevöl­ke­rungs­mehr­heit vor­ge­hen wird.

Umso wich­ti­ger ist, dass die Frage bei der Kon­sul­ta­tiv­ab­stim­mung ein­deu­tig und rich­tig gestellt wird. Kein Wunsch­kon­zert mit der Aus­wahl «WEST­ASTof­fi­zi­ell» oder  «WEST­AST-so-bes­ser» oder «WEST­ASTva­ri­ante XYZ». Bevor man über irgend­wel­che ande­ren Vari­an­ten dis­ku­tie­ren kann, braucht es einen kla­ren Grund­satz­ent­scheid. Beim zu erwar­ten­den Nein liegt der Ball wie­der bei der Poli­tik, die – in Zusam­men­ar­beit mit der inter­es­sier­ten Bevöl­ke­rung – zeit­ge­mässe, akzep­ta­ble Kon­zepte prä­sen­tie­ren soll.

Die Frage bei einer all­fäl­li­gen Kon­sul­ta­tiv­ab­stim­mung lau­tet daher klar und sim­pel: Wollt ihr das Aus­füh­rungs­pro­jekt «A5-West­um­fah­rung Biel» – JA oder NEIN?

 

 


 

STÖCK­LIS WAHL­PRO­PA­GANDA
UND DER SÜD­AST

Der Wahl­kampf hat begon­nen! Und weil Stän­de­rat Hans Stöckli unbe­dingt noch ein­mal ins Stöckli will, schlägt er neue Töne an. Im Sams­tags-Inter­view mit dem Bie­ler Tag­blatt äus­sert er ein gewis­ses Ver­ständ­nis für die sieg­rei­chen Geg­ne­rIn­nen von Olym­pia Sion2026 – um gleich­zei­tig klar­zu­stel­len, dass man da ein tol­les Pro­jekt bachab geschickt habe.

Ähn­lich sind seine neu­es­ten Töne zum A5-West­ast zu gewich­ten: Er rudert nun rhe­to­risch leicht zurück und betont – immer noch auf der Linie der West­ast-Befür­wor­ter – er sei froh, «dass gewich­tige Teile unse­res Vor­schlags auch von den West­ast-Geg­nern nicht in Frage gestellt wer­den.» Der alte Polit­fuchs weiss genau: Sein bis­her prak­ti­zier­tes Schwei­gen oder gar eine öffent­li­che Ver­tei­di­gung der inner­städ­ti­schen Anschlüsse wür­den ihm in der Region zu viele Stim­men kos­ten.

Auf die Frage, ob die Zen­trums­an­schlüsse in sei­nen Augen die rich­tige Lösung seien, gibt er ein­fach keine Ant­wort. Vor acht Jah­ren sei man zum Schluss gekom­men, dass es diese Anschlüsse brau­che, um das Sys­tem des inner­städ­ti­schen Ver­kehrs spür­bar zu ent­las­ten. Nun seien auf allen Stu­fen neue Per­so­nen im Amt – an ihnen sei es, zu ent­schei­den.

Immer­hin ringt sich Stöckli zum State­ment durch, Bund und Kan­ton seien nun gut bera­ten, «wenn die Alter­na­tiv­vor­schläge in einem struk­tu­rier­ten Pro­zess durch unab­hän­gige Fach­leute mit der offi­zi­el­len Aus­füh­rungs­pla­nung vor­ur­teils­los ver­gli­chen wür­den. Dann käme man viel­leicht einen gewich­ti­gen Schritt wei­ter.»

Bemer­kens­wert: Stöckli spricht von Alter­na­tiv­vor­schlä­gen – in der Mehr­zahl. Das ist rich­tig und wich­tig: Das Aus­füh­rungs­pro­jekt bloss mit der West­ast-so-nicht-Vari­ante zu ver­glei­chen greift viel zu kurz. Weil längst zahl­rei­che wei­tere prü­fens­werte Vari­an­ten und Visio­nen auf dem Tisch lie­gen.

Zum Bei­spiel die Vari­ante «Süd­ast» von Romano Ron­delli. Der Bie­ler Archi­tekt befasst sich schon sehr lange mit dem Thema und hat seine Über­le­gun­gen in der Ver­gan­gen­heit auch bereits ver­schie­dent­lich in Leser­brie­fen publi­ziert. Jetzt hat er seine Pläne wei­ter ver­fei­nert: «Ich habe mir nun die Mühe genom­men, eine Skizze einer Bie­ler­see-Süd­va­ri­ante anzu­fer­ti­gen, damit sich auch ‹nor­male› Men­schen so ein Sze­na­rio vor­stel­len kön­nen.»

Diese Vor­pro­jekt-Pläne hat der Archi­tekt im Juni 2018 dem Tief­bau­amt und Regie­rungs­rat Neu­haus (nach vor­gän­gi­ger tele­fo­ni­scher Abspra­che) direkt zuge­stellt. – Da ruhen sie nun, wie viele andere Vor­schläge von Fach­leu­ten. Bis dato hat Ron­delli von Regie­rungs­prä­si­dent Neu­haus nichts mehr gehört…

Nun prä­sen­tiert Romano Ron­delli seine Pläne hier erst­mals einer brei­te­ren Öffent­lich­keit.

Alle Pläne sowie wei­ter­füh­rende Kom­men­tare unter:

DER SÜD­AST

 


 

NEUE WEGE WAGEN

Das offi­zi­elle A5-West­astpro­jekt ist so gut wie tot. Auch wenn es noch nicht alle wahr­ha­ben wol­len: Die geplante Auto­bahn mit den inner­städ­ti­schen Anschlüs­sen wird nie gebaut wer­den. Was die Befür­wor­ter, die das offi­zi­elle Pro­jekt trotz wach­sen­dem Wider­stand aus der Bevöl­ke­rung durch­drü­cken wol­len, gerne unter­schla­gen:

Gegen das Pro­jekt sind 650 Ein­spra­chen ein­ge­gan­gen. Fach­leute sagen: Der A5-West­ast ist in der vor­lie­gen­den Form nicht bewil­lig­bar. – Aber auch das West­ast-so-bes­ser-Pro­jekt wird nie umge­setzt wer­den. Dies haben sowohl die Behör­den des UVEK wie der Ber­ner Regie­rungs­rat mehr­fach betont.

Höchste Zeit, diese Aus­gangs­lage zu akzep­tie­ren – und neu zu den­ken!

Wer die Region See­land als Gan­zes betrach­tet und Lösun­gen für die Zukunft sucht, dem bie­tet sich nun eine his­to­risch ein­ma­lige Gele­gen­heit für einen gros­sen Wurf: Am 16. Novem­ber hat die «Lands­ge­meinde Zukunft Drei-Seen-Land» in Mur­ten bekräf­tigt, dass eine 3. Jura­ge­wäs­ser­kor­rek­tion im See­land unum­gäng­lich ist, will man die land­wirt­schaft­li­chen Flä­chen im Gros­sen Moos auch künf­tig nut­zen kön­nen.

Denn für die Land­wirt­schafts­ex­per­ten steht fest: Weil der Torf­bo­den lau­fend absackt, braucht es in den kom­men­den Jah­ren umfas­sende Boden­sa­nie­run­gen, sonst wird das Land über kurz oder lang unfrucht­bar. Geschätzte Kos­ten: Min­des­tens 1 Mil­li­arde CHF.

 

Hier kommt eine Idee ins Spiel, die bis­her leicht­fer­tig als Uto­pie und nicht rea­li­sier­bar abqua­li­fi­ziert wurde: Die kleine See­land-Tan­gente – eine im Tage­bau kos­ten­güns­tig zu bau­ende Tun­nel­stre­cke, deren Aus­hub für die Rena­tu­rie­rung der bedroh­ten Böden ein­ge­setzt wer­den kann. Damit hätte man zwei Flie­gen auf einen Schlag:

  • eine unter­ir­di­sche, unsicht­bare Ver­bin­dung zwi­schen dem A5-Ost­ast Biel/Bienne und der A5 in Thielle NE
  • ein land­wirt­schaft­lich sanier­tes Gros­ses Moos, mit gerings­tem Ver­lust an Kul­tur­land.

Kurt Roh­ner, der «Erfin­der» die­ses inter­dis­zi­pli­nä­ren Ansat­zes, war lange Jahre Kreis­pla­ner für das See­land und kennt die Situa­tion wie kaum ein ande­rer. Er ist über­zeugt:

«Das ergibt eine echte Win-win-Situa­tion, die man den Land­wir­ten auch so kom­mu­ni­zie­ren kann. Meine Erfah­rung: Trag­bare und opti­male Lösun­gen fin­den sich nur, wenn alle Betei­lig­ten einen Nut­zen haben und mit­re­den kön­nen. Ich bin der Mei­nung, dass es solch inter­dis­zi­pli­näre Ansätze braucht, die über den Stras­sen­bau hin­aus­wei­sen und Raum­pla­nung, Land- und Forst­wirt­schaft sowie Öko­lo­gie mit­ein­be­zie­hen.»

Jetzt sind bei den poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­gern helle Köpfe gefragt, die das Poten­tial die­ser Lösung erken­nen und es wagen, aus­ser­halb des her­kömm­li­chen Schub­la­den­den­kens Alli­an­zen zu suchen und krea­tive neue Wege zu wagen.

 


 

 


 

FLA­NIER­MEILE BAHN­HOFSTRASSE
STATT AUTO­BAHN­AN­SCHLUSS
BIENNE CENTRE

Unter dem Titel «Wird die Bahn­hofstrasse zur Fla­nier­meile?» stellte das Bie­ler Tag­blatt am 9.11.2018 die Idee einer ver­kehrs­freien Zone zwi­schen Bahn­hof und Zen­tral­platz vor.

Eine Begeg­nungs-, Fla­nier- und Ein­kaufs­meile, ganz ohne Bus- und Taxi­ver­kehr. Das klingt ver­heis­sungs­voll und hat Poten­zial. Aller­dings gibt es auch einige Knack­punkt. Vor allem, weil die zahl­rei­chen Bus­li­nien, die heute durch die Bahn­hofstrasse fah­ren, umge­lei­tet wer­den müss­ten. Die Umset­zung wäre mach­bar, heisst es bei den Ver­kehrs­be­trie­ben der Stadt Biel. VB-Direk­tor Chris­to­phe Kneuss sagte gegen­über dem BT: «Wir wären län­ger­fris­tig nicht abge­neigt, solange die Behör­den mit Herz­blut dabei sind.»

Die Bele­bung der Bie­ler Innen­stadt ist in der Tat ein Pro­jekt, für das es sich lohnt, Herz­blut zu inves­tie­ren.

Wer den Faden wei­ter spinnt, kommt aller­dings schnell zum Schluss: Die Fla­nier­meile geht nur ohne A5- West­ast! Denn eines steht fest: Der ohne­hin über­las­tete Ver­re­si­us­platz kann nicht gleich­zei­tig als ÖV-Dreh­scheibe und Auto­bahn-Aus­fahrt genutzt wer­den…

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BIEL GEWINNT!
A5-WEST­AST AUF DER
VER­LIE­RER­STRASSE

Das Video zur Demo… 

HIER KLI­CKEN

 


 

DER WIDER­STAND WÄCHSTUNAUF­HALT­SAM

Doch einer hat gefehlt…

 

 

«STOP WEST­AST» – «AXE OUEST – C’EST LA PESTE» – «AUTO­BAHN NO PASA­RAN». Die Bot­schaft war deut­lich: Die Men­schen, die am 3. Novem­ber in Biel auf die Strasse gin­gen, wol­len keine Auto­bahn im Zen­trum der Stadt! Und es waren viele – deut­lich mehr noch als im Sep­tem­ber 2017 an der ers­ten Demo «Biel wird laut» – dies­mal sind es laut SRF Tages­schau oder Tele­Bärn gegen 5000 gewe­sen.

Und wich­tig: Es war ein Quer­schnitt der gesam­ten Bevöl­ke­rung ver­tre­ten: Jung und Alt, Fami­lien mit Kin­dern, Grup­pen von Jugend­li­chen aus Biel und der Umge­bung. Sogar ein paar Unter­stüt­ze­rIn­nen, die von St. Gal­len, Zürich, Luzern oder Bern ange­reist waren. Ein Demons­trant trug gar ein Schild mit der Auf­schrift «BERN gegen den West­ast» mit sich…

Auch wenn einige Medien jetzt ver­brei­ten, dass die West­ast-Geg­ne­rIn­nen, die ges­tern auf die Strasse gin­gen, anstelle des Aus­füh­rungs­pro­jekts mit den inner­städ­ti­schen Anschlüs­sen einen durch­ge­hen­den West­ast-Tun­nel woll­ten – an der Demo sel­ber war davon keine Rede! Ein Beob­ach­ter stellte fest: «Nie­mand hat für den ‹WEST­AST so bes­ser› gewor­ben!» In Biel ist man längst einen Schritt wei­ter: West­ast STOPP heisst die Devise, und ALLE Vari­an­ten auf den Tisch – auch eine Null­va­ri­ante.

Es gibt inno­va­ti­vere, kos­ten­güns­ti­gere und vor allem ziel­füh­ren­dere Lösun­gen als den Bau von Auto­bah­nen durch die Stadt oder unter der Stadt hin­durch. «Mehr Beton oder mehr Grün?» stand auf einem Trans­pa­rent. Seine Trä­ge­rin führte einen Strauss Schilf­halme mit – eines von vie­len fei­nen aber kla­ren Voten im lau­ten Spek­ta­kel gegen den West­ast.

Ivo Thal­mann wies als Spre­chers des Komi­tees «West­ast so nicht!» unter lau­tem Applaus der Anwe­sen­den dar­auf hin, dass es sich beim vor­lie­gen­den Auto­bahn­pro­jekt um eine längst über­holte Pla­nung «aus den 1950er Jah­ren» handle. Er for­derte den Abbruch des Mons­ter­pro­jekts, das «von alten Män­nern erar­bei­tet und beschlos­sen wurde. Die Pla­nung der Zukunft, sagte er, gehöre in die Hände der Jun­gen. Und die hät­ten andere Ideen. Erneut ein Rie­sen­ap­plaus.

Wei­tere Ein­drü­cke, hier kli­cken:

LEO’S DEMOGA­LE­RIE

 

 


 

LOB­BY­ING
PRO A5-WEST­AST

Die Kri­tik an der geplan­ten West­ast-Auto­bahn reisst nicht ab – zu Recht. Das Bau­pro­jekt ist weder stadt-, noch umwelt­ver­träg­lich, zudem ver­al­tet, zu teuer und unnö­tig…

Eigent­lich gebie­tet die Ver­nunft längst, diese mons­tröse Übung abzu­bre­chen, wie dies u.a. die Stif­tung Land­schafts­schutz Schweiz kürz­lich gefor­dert hat. Jüngs­tes Bei­spiel sind die Ende Okto­ber 2018 publik gewor­de­nen Zah­len zur Ver­kehrs­ent­wick­lung seit der Eröff­nung des A5-Ost­asts: Sie zei­gen, dass Bund und Kan­ton mit ihren Ver­kehrs­pro­gno­sen völ­lig dane­ben lagen. Wer heute die Ver­kehrs­si­tua­tion in der Region Biel nüch­tern ana­ly­siert kommt zum Schluss: Der geplante West­ast ist defi­ni­tiv das fal­sche Mit­tel, um reale und behaup­tete Ver­kehrs­pro­bleme der Region zu bekämp­fen.

Doch lei­der sind nüch­terne Betrach­tun­gen, die zukunfts­fä­hige Lösun­gen ins Zen­trum stel­len, nicht jeder­manns Sache. Die Gemein­de­räte von Nidau, Ipsach und Port etwa lies­sen in den letz­ten Wochen ver­lau­ten, sie stün­den hin­ter dem West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt und hoff­ten auf eine rasche Umset­zung.

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Auch die Wirt­schafts­ver­bände sind eif­rig am Lob­by­ie­ren. So lud etwa die Wirt­schafts­kam­mer Biel-Bienne-See­land, zusam­men mit dem Han­dels- und Indus­trie­ver­ein des Kan­tons Bern ihre Mit­glie­der für den 12. Novem­ber ins Bie­ler Volks­haus. Thema der Ver­an­stal­tung: «Der A5-West­ast – wich­tige Vor­aus­set­zung für die Wirt­schaft.»

Als Refe­ren­ten waren ASTRA-Direk­tor Jürg Röth­lis­ber­ger und Bau­di­rek­tor Chris­toph Neu­haus ein­ge­la­den. Ein Input­re­fe­rat mit dem Titel «Der Puls der regio­na­len Wirt­schaft» wurde vom Bie­ler Tagblatt/Le Jour­nal du Jura prä­sen­tiert, die als Medi­en­part­ner der Ver­an­stal­tung fun­gie­ren.

Zwei Wochen spä­ter folgt dann eine zweite Ver­an­stal­tung – auf der Web­seite der Wirt­schafts­kam­mer als «Input Anlass für die Gemein­den» ange­kün­digt. Dem Ver­neh­men nach wird Regie­rungs­rat Neu­haus auch dort mit von der Par­tie sein. Ob er in sei­nen Refe­ra­ten auch die Argu­mente gegen das Aus­füh­rungs­pro­jekt, wie etwa  die aktu­ells­ten Ver­kehrs­zah­len, dar­le­gen  wird?

Wohl kaum. Denn die Stoss­rich­tung der Lob­by­is­ten ist klar: Sie wol­len den West­ast, um jeden Preis und mög­lichst subito. Sie neh­men die stadt­zer­stö­ren­den Anschlüsse mit­ten in der Stadt in Kauf. Haupt­sa­che Auto­bahn… Dies mit Unter­stüt­zung der Exe­ku­ti­ven der Agglo­me­ra­ti­ons­ge­mein­den. Aller­dings: Auch in Port, Nidau, Ipsach oder Aar­berg gibt es Wider­stand gegen den geplan­ten West­ast. Nur wer­den diese Stim­men nicht gehört, wie auch die West­ast-Geg­ne­rIn­nen in Biel von ihren poli­ti­schen Ver­tre­te­rIn­nen lange nicht gehört wor­den sind.

Umso wich­ti­ger, dass auch die West­ast-Geg­ne­rIn­nen in den umlie­gen­den Gemein­den laut wer­den! Eine Gele­gen­heit bie­tet sich nächs­ten Sams­tag, 3. Novem­ber an der gros­sen Demo:  Alle West­ast-Geg­ne­rIn­nen aus dem gan­zen See­land erhe­ben ihre Stim­men und signa­li­sie­ren ihren Behör­den und dem Kan­ton: STOPP WEST­AST!

 

Kom­men­tar von Denis Ros­sel auf FB:

 


 

OST­AST SCHAFFT WEST­AST AB

Ende Okto­ber 2018 wur­den die Resul­tate der Ver­kehrs­zäh­lun­gen, die seit der Ost­ast-Eröff­nung erho­ben wur­den, publik. Sie bestä­ti­gen, was Beob­ach­te­rIn­nen schon lange fest­ge­stellt haben: Das pro­gnos­ti­zierte Ver­kehrs­chaos im Bereich der geplan­ten West­ast-Auto­bahn ist aus­ge­blie­ben.

Mehr noch: Statt der ange­droh­ten Mehr­be­las­tung hat sogar auf dem Guido-Mül­ler-Platz, auf der Länd­te­strasse oder im Stedtli Nidau die Zahl der an einem durch­schnitt­li­chen Werk­tag gezähl­ten Fahr­zeuge abge­nom­men, wie der heute im Bie­ler Tag­blatt publi­zier­ten Tabelle zu ent­neh­men ist.

Dar­aus zie­hen wir zwei Schlüsse:

1. Die vor der Ost­ast-Eröff­nung erstell­ten Ver­kehrs­pro­gno­sen waren dane­ben: Die von den Auto­bahn­be­für­wor­tern her­auf­be­schwo­re­nen Chaos-Sze­na­rien sind aus­ge­blie­ben. Das den Berech­nun­gen zugrunde lie­gende Modell geht von fal­schen Annah­men aus. Mit dem glei­chen Modell soll auch der Bau des West­asts gerecht­fer­tigt wer­den.

2. Der West­ast ist defi­ni­tiv über­flüs­sig – in der Region Biel braucht es keine wei­te­ren Stras­sen­ka­pa­zi­tä­ten. Die Ver­kehrs­si­tua­tion kann und muss wei­ter opti­miert wer­den durch die Umset­zung der noch aus­ste­hen­den flan­kie­ren­den Mass­nah­men sowie wei­te­rer Len­kungs­mass­nah­men und Ver­bes­se­run­gen beim ÖV und für den Fuss- und Velover­kehr.

Nicht nur Biel, auch die umlie­gen­den Gemein­den pro­fi­tie­ren lang­fris­tig von einem Ver­zicht auf den West­ast! Eine zukunfts­fä­hige Ent­wick­lung der Region trägt der Land­schaft Sorge. Denn fest steht: Der Ost­ast bringt zwar Ent­las­tung für die Stadt und dar­über hin­aus – doch schön und men­schen­freund­lich ist auch die­ses Infra­struk­tur­bau­werk nicht. Dazu Marc Meichtry, Gemein­de­prä­si­dent von Brügg gegen­über dem Bie­ler Tag­blatt: «Wenn man dem Brüg­ger Wald­rand ent­lang spa­ziert, dann sieht man den mas­si­ven Ein­schnitt in die Natur. Bis weit in den Wald hin­ein ist das Rau­schen der Auto­bahn zu hören.»

Des­halb gilt es nun mit allen Mit­teln, den unnö­ti­gen, zer­stö­re­ri­schen West­ast zu ver­hin­dern! 

 


 

ÜBUNGS­AB­BRUCH!

 

In ihrer Medi­en­mit­tei­lung vom 8. Okto­ber 2018 bringt es die SL auf den Punkt: «Die amt­li­che West­ast-Vari­ante ist in gros­sen Tei­len der Bevöl­ke­rung nicht akzep­tiert und aus Umwelt­sicht auch nicht bewil­li­gungs­fä­hig.» Sie schlägt des­halb vor, «ein ‹Reset› in Form einer par­ti­zi­pa­ti­ven, zukunfts­ge­rich­te­ten Ver­kehrs­pla­nung zu star­ten, die der Bevöl­ke­rung und dem Stadt­bild gerech­ter wird.»

WEI­TER­LE­SEN

 

 


 

«Ohne Auto­bahn-Anschlüsse
mit­ten in der Stadt:  
Zurück auf Feld 1!»

 

Die vom Tief­bau­amt des Kan­tons Bern orga­ni­sierte Infor­ma­ti­ons-Ver­an­stal­tung vom 17. Sep­tem­ber war ein span­nen­des Exem­pel in Demo­kra­tie: In der gut besetz­ten Aula des Weid­tei­le­schul­hau­ses in Nidau refe­rierte Regie­rungs­prä­si­dent und Bau­di­rek­tor Neu­haus, unter­stützt von sei­nen Exper­ten, ein letz­tes Mal über den amts­in­ter­nen Ver­gleich zwi­schen dem von der Ver­wal­tung favo­ri­sier­ten A5-West­astpro­jekt und der Alter­na­tive «West­ast so bes­ser».

Die Stim­mung im Saal war klar gegen das Aus­füh­rungs­pro­jekt mit den 2 offe­nen Schnei­sen mit­ten in der Stadt.

Aller­dings stellte der Bau­di­rek­tor unmiss­ver­ständ­lich klar: weder die Ber­ner Finanz­di­rek­to­rin noch das Astra seien bereit, Finan­zen für wei­ter­ge­hende Alter­na­ti­ven­prü­fun­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len. Bei die­ser Gele­gen­heit wurde auch publik, dass der vor­lie­gende «Ver­gleich» den Kan­ton CHF 370’000 Fran­ken gekos­tet habe.

Kri­tik am Ergeb­nis die­ses «Ver­gleichs» nimmt Bau­di­rek­tor Neu­haus ent­ge­gen, seine Mei­nung ist aber gemacht: Der Kan­ton hält daran fest, dass sein Aus­füh­rungs­pro­jekt bes­ser abschnei­det als die Alter­na­tive. Trotz­dem wurde aus dem Publi­kum fast ein­hel­lig der Ver­zicht auf die bei­den inner­städ­ti­schen Anschlüsse gefor­dert. Wor­auf der Bau­di­rek­tor erneut Klar­text redete: «Ohne Anschlüsse braucht es ein neues Gene­rel­les Pro­jekt – das heisst: Zurück auf Feld 1.» Er stellte aber genauso klar fest: «Gegen den Wil­len der Bevöl­ke­rung wird nicht gebaut». Um der Bie­ler Bevöl­ke­rung gleich noch einen Tipp zu geben, wie der Wille der Bevöl­ke­rung fest­ge­stellt wer­den kann, fügte er an: «Ver­lan­gen Sie doch eine Kon­sul­ta­tiv­ab­stim­mung». Damit hat Stadt­prä­si­dent Erich Fehr einen Steil­pass erhal­ten, den er nur noch in einen erfolg­rei­chen Tor­schuss umwan­deln muss.

Eine gute Nach­richt! Denn mit einem kla­ren NEIN zum West­ast könnte man unter eine jahr­zehn­te­alte Fehl­pla­nung eind­lich einen sau­be­ren Schluss­strich zie­hen. Der Bie­ler Archi­tekt Ste­phan Buch­ho­fer brachte es an der Ver­an­stal­tung wun­der­bar auf den Punkt: «Es ist absurd, 2,2 Mil­li­ar­den aus­zu­ge­ben für so wenige Auto­bahn­ki­lo­me­ter – die­ser Film lief vor 50 Jah­ren! Heute sind wir an einem Punkt, wo dies der fal­sche Film ist – gerade wenn man sieht, was sich auf dem Gebiet der Mobi­li­tät aktu­ell ent­wi­ckelt…»

Chris­toph Neu­haus wie­der­holte dar­auf eines sei­ner wie­der­keh­ren­den Argu­mente – näm­lich, dass die heute kri­ti­sier­ten Anschlüsse sei­ner­zeit nicht vom Kan­ton, son­dern von Biel gewünscht wor­den seien. Was nur bedingt stimmt: Es gab von Anfang an viele kri­ti­sche Stim­men gegen die Auto­bahn­an­schlüsse in der Stadt. Tat­sa­che ist aber, dass diese keine Chance hat­ten auf Gehör: Der dama­lige Bie­ler Stadt­prä­si­dent Hans Stöckli («Bienne c’est moi»), ein vehe­men­ter Ver­fech­ter der Westastau­to­bahn mit den inner­städ­ti­schen Anschlüs­sen, nahm die «Behör­den­de­le­ga­tion» ins Schwitz­kästli und setzte sich 2010 auf der gan­zen Linie durch.

Heute poli­ti­siert Hans Stöckli im Stän­de­rat und will sich nicht mehr äus­sern, zum West­ast-Erbe, das er sei­ner Stadt hin­ter­las­sen hat. – Und die aktu­elle Bie­ler Stadt­re­gie­rung? Lange hat sie Stöck­lis Hin­ter­las­sen­schaft die Stange gehal­ten und ver­tei­digt. In die­sem Früh­jahr hat sie sich aller­dings bereit erklärt, einen unab­hän­gi­gen Fak­ten­check in Sachen West­ast zu unter­stüt­zen. Seit­her herrscht Funk­stille.

Letzte Woche führte Stadt­prä­si­dent Fehr zusam­men mit Bau­di­rek­to­rin Bar­bara Schwi­ckert eben­falls Gesprä­che mit Regie­rungs­rat Neu­haus – genauso wie andere Inter­es­sens­grup­pen. Bis heute weiss die Bevöl­ke­rung aller­dings nicht, wie sich ihr Stadt­prä­si­dent und der Bie­ler Bemein­de­rat aktu­ell zur West­astfrage stellt. Eine sol­che Geheim­nis­krä­me­rei ist nicht akzep­ta­bel.

Die Stimme Biels ist in Sachen West­ast von ent­schei­den­der Bedeu­tung: In einer nächs­ten Runde wird Regie­rungs­rat Neu­haus die «Behör­den­de­le­ga­tion» begrüs­sen. Und da ver­tritt Stadt­prä­si­dent Fehr nicht nur die grösste betrof­fene Gemeinde – son­dern vor allem auch jene Stadt, die durch die mons­trö­sen Anschlüsse unheil­bar beschä­digt würde. Sagt Fehr ein­deu­tig nein zu den Auto­bahn­schnei­sen, wird Regie­rungs­prä­si­dent im Ber­ner Rat­haus – wenn er Wort hält – ebenso ein­deu­tig Bericht erstat­ten müs­sen: «Zurück auf Feld 1. Wir suchen und fin­den eine bes­sere Lösung.»

 


 

KLAR­GE­STELLT:


KAN­TON BERN UND BIEL
WOLL­TEN DEN A5-WEST­ASTGILT DAS HEUTE NOCH?

«Schon damals kein Freund der Anschlüsse» zitiert das heu­tige Bie­ler Tag­blatt alt Bun­des­rat Moritz Leu­en­ber­ger, der sich gegen­über dem BT erst­mals öffent­lich gegen das aktu­el­len Aus­füh­rungs­pro­jekts aus­spricht. Hier der voll­stän­dige Arti­kel:

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Zur Erin­ne­rung: 1997 hatte der Bun­des­rat das dama­lige Aus­füh­rungs­pro­jekt für den A5-West­ast zurück. «Zu teuer, zu mas­sive Ein­griffe in die städ­ti­sche Grün­zone und Zusatz­kos­ten von rund einer Mil­li­arde Fran­ken infolge wei­te­rer Tun­nel­be­geh­ren am Nord­ufer des Bie­ler­sees,» lau­tete die Begrün­dung. Der dama­lige Ver­kehrs­mi­nis­ter Moritz Leu­en­ber­ger ord­nete des­halb eine Mach­bar­keits­stu­die für Alter­na­ti­ven zum West­ast-Pro­jekt an. Ins­be­son­dere auch, weil er die «Stras­sen­füh­rung ent­lang dem Ufer von Lig­erz» als Feh­ler taxierte.

WEI­TER­LE­SEN:

Wes­halb der Schrift­stel­ler Jörg Stei­ner Bun­des­rat Moritz Leu­en­ber­ger anno 1997 einen Brief schrieb, der bis heute Gül­tig­keit hat…

 


 

STRAND­BO­DEN

 


 

KÄMP­FEN LOHNT SICH!

Marc Meichtry, Gemein­de­prä­si­dent von Brügg, wurde vor vier Jah­ren nicht zuletzt dank sei­nes lang­jäh­ri­gen Enga­ge­ments gegen das erste Ost­astpro­jekt gewählt. Zur Erin­ne­rung: Die ursprüng­lich im Brügg­moos geplan­ten Auto­bahn­an­schluss­bau­ten waren noch wesent­lich grös­ser dimen­sio­niert und hät­ten die betrof­fe­nen Gemein­den noch viel stär­ker beein­träch­tigt, als dies mit dem heu­ti­gen, auch nicht gerade dis­kre­ten, Bau­werk der Fall ist.

«Wir haben Unter­schrif­ten gesam­melt. Als wir Ein­spra­che ein­ge­legt haben, war die Aus­gangs­lage die glei­che wie jetzt beim West­ast. Das Aus­füh­rungs­pro­jekt lag bereits auf, als wir sag­ten: so nicht. Und dann wurde es neu geplant», berich­tet Meichtry im heu­ti­gen Bie­ler Tag­blatt und ermu­tigt die West­astgeg­ne­rIn­nen: «Es ist nie zu spät. Was da in Biel geplant ist, ist genauso über­di­men­sio­niert, wie das Pro­jekt damals in Brügg.»

Das voll­stän­dige Inter­view im Bie­ler Tag­blatt:

kli­cken und lesen

 


 

 

BIEL WAR WIE­DER LAUT!

 

Anläss­lich der Medi­en­prä­sen­ta­tion pro­tes­tier­ten rund 350 Men­schen laut­stark vor dem Ein­gang des Kon­gress­hau­ses gegen den ein­sei­ti­gen «Ver­gleich» zuguns­ten des Aus­füh­rungs­pro­jekts für den A5-West­ast durch Biel.

Immer­hin: Am Schluss der Ver­an­stal­tung zeigte sich Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus gesprächs­be­reit – und stellte sich der Dis­kus­sion mit den besorg­ten Bür­ge­rin­nen und Bür­gern. Es bleibt zu hof­fen, dass dies ein ers­ter Schritt war – und das Ganze nicht als Ali­bi­übung ver­san­det…

 

klick den Film!      CON­CERTO FÜR REGIE­RUNGS­RAT NEU­HAUS

 


 

JETZT NULL­VA­RI­ANTE!

Am 31.08.2018, kurz nach zehn Uhr, star­tete die Medi­en­kon­fe­renz zum soge­nann­ten Fak­ten­check. Dies, nach­dem Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus vor­gän­gig die Gemein­den sowie die invol­vier­ten und inter­es­sier­ten Orga­ni­sa­tio­nen infor­miert hatte…

Das Komi­tee «West­ast so nicht!» titelte in sei­ner Medi­en­mit­tei­lung: «Ali­bi­übung statt ganz­heit­li­cher Vari­an­ten­ver­gleich».

Auch die IG Häb› Sorg zur Stadt nimmt mit einer Medi­en­mit­tei­lung klar Stel­lung: Jetzt Null­va­ri­ante – für eine lebens­werte Zukunft!

WEI­TER­LE­SEN


STOPP WEST­ASTÜBER­ALL

 


 

DIE PRO­TEST­SONGS GEGEN DAS AUTO­BAHN­PRO­JEKT

Zwei Songs, eine Mes­sage: Vor einer Woche die Urauf­füh­rung an der  TAVO­LATA STOPP WEST­AST – und nun auch zum Nach­hö­ren und Mit­sin­gen: Jetzt hat die Wider­standts­be­we­gung gegen die Westastau­to­bahn auch zwei Pro­test­lie­der!

Wir durf­ten die bei­den Kon­zerte von Los Her­ma­nos Per­di­dos und Stu­deyeah mit­schnei­den – hier das Resul­tat:

Los Her­ma­nos Per­di­dos klei­de­ten mit ihrem neuen Song «Keni Autos ir Stadt» den Pro­test gegen die Domi­nanz des moto­ri­sier­ten Ver­kehrs in mit­reis­sende Musik. Und Stu­deyeah prä­sen­tier­ten mit «West­ast so nicht – Null­va­ri­ante» eben­falls einen Pro­test­song mit Hit­po­ten­zial…

 

 


 

BEOB­ACH­TUN­GEN ZUM BIE­LER
VER­KEHRS­AUF­KOM­MEN

Stich­tag Diens­tag, 21. August 2018: An ver­schie­de­nen Stel­len in der Stadt Biel stan­den junge Ver­kehrs­zäh­le­rIn­nen am Stras­sen­rand. So regis­trier­ten etwa Zwei­er­teams an der Mur­ten­strasse vor dem Schlacht­haus sowie beim Ver­re­si­us­krei­sel den Ver­kehr.

Aus­ge­rüs­tet mit Uhr, Schreib­zeug und einem For­mu­lar­block, kon­zen­trier­ten sie sich auf die Num­mern­schil­der der vor­bei­fah­ren­den Motor­fahr­zeuge. Jeweils die drei letz­ten Zah­len der Zulas­sungs­num­mer wur­den ins For­mu­lar ein­ge­tra­gen – getrennt in die drei Kate­go­rien PW, LKW und Motor­fahr­rä­der.

Was sie beob­ach­ten konn­ten, ist nicht ein gott­ge­be­ner Ver­kehrs­fluss, son­dern das Resul­tat der Ver­kehrs­füh­run­gen in und um die Stadt. So wird zum Bei­spiel der von Bern her kom­mende Ver­kehr  nach Biel wie von unsicht­ba­rer Hand Rich­tung Strand­bo­den gelenkt. Auf­grund der Signa­li­sa­tion, sehen Orts­un­kun­dige, die nach Biel wol­len, bloss eine Mög­lich­keit: Die Aus­fahrt «Biel» ist auf der glei­chen Tafel ver­merkt wie «Neu­châ­tel». Das heisst, wer nach Biel will, wird über die Westachse geführt.

Die drei ande­ren Auto­bahn-Aus­fahr­ten für Biel, näm­lich «Biel-Süd» für den Kreuz­platz, «Biel-Orpund» sowie «Biel-Ost» für die Tissot-Arena sind unver­ständ­li­cher­weise nicht signa­li­siert!

Unver­züg­lich stellt sich die Frage: Wes­halb wer­den hier drei bestehende Aus­fahr­ten für Biel unter­schla­gen? Wird der von Bern her kom­mende Ver­kehr etwa absicht­lich auf die Westachse gelenkt, um dort eine Über­las­tung zu pro­vo­zie­ren? 

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DIE DIS­KUS­SION
IST LAN­CIERT

In den letz­ten Tagen wurde die Vision eines Bus­bahn­hofs für Biel auf die­ser Web­site stark beach­tet, auch auf Face­book viel­fach ange­klickt und mehr­fach geteilt. Bereits sind auch erste Kom­men­ta­ren ein­ge­gan­gen. Sie rei­chen von «aus­ge­zeich­ne­ter Vor­schlag!» bis zu «cette pro­po­si­tion me laisse scep­tique pour les rai­sons sui­v­an­tes (…) »

Wei­tere Kom­men­tare, Über­le­gun­gen, Anre­gun­gen und Anmer­kun­gen zum vor­ge­schla­ge­nen Pro­jekt sind will­kom­men! Sowohl auf FB wie direkt per Mail an office@westast.ch

 

Wir sind gespannt und freuen uns auf eine leben­dige Aus­ein­an­der­set­zung und kon­struk­ti­ves Wei­ter­den­ken an der Vision:

 

LÖSUNG STATT LOCH

Mit­ten in den Som­mer­fe­rien sorgt  eine neu­ar­tige Vision für den Bau eines Bus­bahn­hofs in Biel für Gesprächs­stoff: Die vor­ge­schla­gene städ­te­bau­li­che Neu­ge­stal­tung des Are­als «hin­ter dem Bahn­hof» ver­spricht eine echte Auf­wer­tung: Genau dort, wo die Behör­den die mons­tröse Auto­bahn­ein- und Aus­fahrt Bienne Centre mit­ten in der Stadt pla­nen, soll statt­des­sen ein Bus­bahn­hof gebaut wer­den – sowie eine attrak­tive Ver­bin­dung zwi­schen Müh­le­feld­quar­tier und Bahnhof/Innenstadt. Mit viel Grün­raum und Platz für Velos und Fuss­gän­ge­rIn­nen…

Die­ser Vor­schlag hat Poten­zial! Er zeigt eine ele­gante Lösung für die ÖV-Platz­pro­bleme in Biel – und ver­spricht neues Leben für das wäh­rend Jah­ren von den Behör­den ver­nach­läs­sigte, wert­volle und zen­tral gele­gene Areal.

 

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ASTRA ÜBER­HOLT SATIRE!

Ob’s an der Hitze liegt? – In der NZZ am Sonn­tag vom 29. Juli, und als saure Gurke sofort von allen Medien dank­bar auf­ge­nom­men: «Bund prüft dop­pel­stö­ckige Auto­bah­nen».

Der Grund: Laut Astra-Direk­tor Jürg Röth­lis­ber­ger lei­den Auto­fah­re­rIn­nen in der Schweiz unter zu viel Stau, ihre Geduld werde über Gebüh­ren stra­pa­ziert. Laut Sta­tis­tik gab es  2017 auf Schwei­zer Auto­bah­nen ins­ge­samt 26’000 Stau­stun­den. Bricht man diese grosse Zahl jedoch auf die 6,1 in der Schweiz imma­tri­ku­lier­ten Motor­fahr­zeuge hin­un­ter, ergibt sich pro Fahr­zeug gerade noch eine Stau­zeit von 15,34 Sekun­den – pro Jahr!

Doch Röth­lis­ber­ger sorgt sich um seine Kund­schaft und führt ins Feld, auch Auto­fah­re­rIn­nen hät­ten – gleich wie Bahn­fah­re­rIn­nen – ein «Anrecht auf ver­läss­li­che Ver­bin­dun­gen».  

Des­halb sol­len in nicht allzu fer­ner Zukunft wei­tere Stras­sen­ka­pa­zi­tä­ten geschaf­fen wer­den. Etwa mit dem Bau einer vier­ten(!) Röhre am Bar­egg – womit das Astra die wil­des­ten Vor­stel­lun­gen der Sati­ri­ker rechts über­holt!

Aller­dings weiss Röth­lis­ber­ger sogar diese Gedan­ken­spiele noch zu top­pen: Mit der Aus­sicht auf einen neuen Tun­nel mit­ten durchs Mit­tel­land – und eben der ein­gangs erwähn­ten dop­pel­stö­cki­gen Ver­kehrs­füh­rung durchs Lim­mat­tal…

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thumbnail of Schweizer Autobahn

 

NACH­TRAG:

Der Auto­bahn-Aus­bau­wahn des Astra-Direk­tors sorgt auch am Fol­ge­tag der Inter­view-Publi­ka­tion für Schlag­zei­len. Tame­dia-Bun­des­haus­re­dak­tor Mar­kus Brot­schi kon­tert in sei­nem lesens­wer­ten Kom­men­tar mit den Wor­ten: «Wer brei­tere Stras­sen baut, ern­tet noch mehr Ver­kehr» und weist dar­auf hin, dass die Ant­wort auf den Mobi­li­täts­drang nicht nur Beton sein könne… 

Der Kom­men­tar im TA vom 30.7.2018:

thumbnail of 20180730_TA_Brotschi.JPG

 

 


 

INTER­VIEW
KURT ROH­NER:

GROSSE RESO­NANZ

 

«Meine Idee löst im See­land drei Pro­bleme», wurde der Bie­ler Archi­tekt und Raum­pla­ner Kurt Roh­ner im Sams­tags­in­ter­view vom 7. Juli im Bie­ler Tag­blatt zitiert. 

Seit über einem Jahr wird der Doyen der Raum­pla­nung im See­land nicht müde, einen run­den Tisch zu for­dern, um die Ver­kehrs­zu­kunft der Region neu zu dis­ku­tie­ren. Seit Jah­ren denkt und plant Kurt Roh­ner zudem an Alter­na­ti­ven zum stadt­zer­stö­re­ri­schen West­ast… Gut, dass seine Stimme nun end­lich auch vom Bie­ler Tag­blatt gehört und wei­ter ver­brei­tet wurde!

Viele haben das Inter­view gele­sen – letzte Woche war es in Biel immer wie­der Gesprächs­thema. Davon zeugt auch der heu­tige Leser­brief von Hans Erb, der auf inter­es­sante Aspekte hin­weist.

So schreibt er unter ande­rem: «Es sieht also so aus, als ob vor allem die sich gerne selbst der Weit­sicht rüh­mende Stöckli-Begleit­kom­mis­sion ihren Job lau­sig gemacht hat, und nicht die Pla­ner. Die dürf­ten nüäm­lich ein­fach geplant haben, was man ihnen auf Basis von 60er Jahre-Ideen vor­ge­ge­ben hat.»

 Und wei­ter: «Auch Roh­ners Alter­na­ti­ven zur Ver­kehrs­fürung See­vor­stadt – Brügg­moss sowie seine ‹kleine See­landt­an­gente› ver­die­nen es, noch­mals geprüft zu wer­den. ‹Das dau­ert vil zu lange und ist viel zu teuer› wird dann gerne als Argu­ment vor­ge­bracht. Echt jetzt? Mei­ner Mei­nung nach ist kein Preis zu hoch und keine Dauer zu lang, um Roh­ners im Inter­view geäus­ser­tes Motto ‹Gutes erhal­ten, Ver­bes­ser­ba­res ver­bes­sern, Irrever­si­bles mög­lichst ver­hin­dern› zu berück­sich­ti­gen.»

Der Leser­brief vom 16.7.2018:

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Jura-Ver­kehrs­kor­rek­tion.
Jetzt!

 
 

Mass­nahme Nr. 1

Ab 1.9.2019:

Fahr­ver­bot für Tran­sit-Schwer­ver­kehr über 7.5 Ton­nen auf der A5 zwi­schen Thielle und Stadt­grenze  Biel. 

 

Mass­nahme Nr. 2

Fer­tig­stel­lung Auto­bahn­ver­bin­dung A5-A1 zwi­schen Thielle und Kerz­ers bis Ende 2028.

 

Mass­nahme Nr. 3

Rück­klas­sie­rung und Rück­bau A5 zwi­schen Thielle und Biel. Auf dem moder­ni­sier­ten Tras­see: Ein­rich­tung der gesamt­schwei­ze­risch ers­ten Test­stre­cke für selbst­fah­rende Elek­tro­fahr­zeuge bis 2023.

 

 


 

745 BÄUME
WOL­LEN DIE  FÄL­LEN

 

Genau ein Jahr ist es her, seit beherzte Bür­ge­rIn­nen in Biel und Nidau vie­len die Augen geöff­net haben: In einer Blitz­ak­tion mar­kier­ten sie Hun­derte von Bäu­men, die für den Bau der geplan­ten West­ast-Auto­bahn abge­holzt wer­den sol­len. 

Mit die­ser Aktion wurde erst­mals augen­fäl­lig, wie­viel Grün und Lebens­qua­li­tät auf dem Spiel steht: Ganze Alleen, Parks und mar­kante Ein­zel­bäume wür­den ver­schwin­den. Dar­un­ter auch viele über 50jährige Bäume, die für das Stadt­klima wich­tig und des­halb uner­setz­lich sind.

Dies kann nicht oft genug wie­der­holt und betont wer­den. Viel­leicht wäre es an der Zeit, die bedroh­ten Bäume erneut zu mar­kie­ren? Nicht zuletzt, um dem neuen Bau­di­rek­tor auf­zu­zei­gen, wie gross der Kahl­schlag wäre, falls die geplante West­ast-Auto­bahn tat­säch­lich gebaut wer­den sollte.

 

 

LINK zu den Baum­ak­tio­nen vom Juni 2016

 


 

BERN-BASHING
FEHL AM PLATZ

Eigent­lich gebührt dem Ber­ner Regie­rungs­rat ein gros­ses MERCI. Mit sei­nem kla­ren Votum gegen eine ver­tiefte Prü­fung des West­ast-so-bes­ser-Auto­bahn­pro­jekts hat er die Bie­le­rIn­nen end­lich wie­der auf die Bar­ri­ka­den gebracht. Nach der spon­ta­nen Demo und der Stadt­rats­de­batte vom 17. Mai, hat nun auch Mis­ter Biel/Bienne in die Tas­ten gegrif­fen.

«Arro­gant» titelt Mario Cor­tesi in sei­ner neu­es­ten Kolumne und beschwört den alt­be­kann­ten und gern gepfleg­ten Bie­ler Min­der­wer­tig­keits­kom­plex gegen­über Bern. «Es ist bedenk­lich», schreibt er, «wie die herr­schaft­li­chen Obrig­kei­ten in Bern mit ihren Bie­ler Unter­ta­nen umsprin­gen.» Ähn­lich lamen­tier­ten zuvor bereits die Pro­mo­to­ren der West­ast-so-bes­ser-Vari­ante sowie ver­schie­dene Stadt­rä­tIn­nen.

Mit Ver­laub: Da machen sich’s die Bie­le­rin­nen und Bie­ler nun aber zu ein­fach! Die Ver­ant­wor­tung dafür, dass es zu die­sem, wie Cor­tesi schreibt, unaus­ge­go­re­nen und städ­te­zer­stö­ren­den «Zwangs-Pro­jekt» gekom­men ist, liegt in ers­ter Linie bei den Bie­ler Ver­kehrs­po­li­ti­ke­rIn­nen. Seit Jah­ren ver­fol­gen sie ein kla­res Ziel: Sie wol­len Bun­des­gel­der ein­set­zen, um ihre haus­ge­mach­ten, inner­städ­ti­schen Ver­kehrs­pro­bleme zu lösen.

Es waren die Bie­ler, allen voran der Ex-Stadt­prä­si­dent und heu­tige Olym­pia­turbo Hans Stöckli, die für den Bau von Auto­bahn­an­schlüs­sen mit­ten in der Stadt alle Hebel in Bewe­gung gesetzt haben.

Damals wie heute kennt Stöckli keine Skru­pel und kein Zögern, wenn er etwas durch­bo­xen will. Der A5-West­ast in der vor­lie­gen­den Aus­prä­gung ist sein Erbe, das er der Stadt ein­ge­brockt hat. Die abtre­tende Bau­di­rek­to­rin des Kan­tons Bern, Bar­bara Egger, hat in all den Jah­ren immer wie­der betont, dass sie auch offen gewe­sen wäre für die Option «0-Vari­ante».

Ganz anders die «Arbeits­gruppe Stöckli», die 2010 eine breite Palette von Mög­lich­kei­ten geprüft und schliess­lich die Wei­chen für das heu­tige offi­zi­elle West­ast-Pro­jekt gestellt hat. Es sind Stöckli und seine Gefolg­schaft, die bis heute behaup­ten, es brau­che den A5-West­ast und die bei­den Anschlüsse Bienne Centre und Strand­bo­den, um «die Stadt vom Ver­kehr zu ent­las­ten.» Die­ses Man­tra gilt offen­bar bis heute. Auch wenn die Stadt­re­gie­rung sich neu­er­dings als Brü­cken­bauer ins Zeug legt und das Gespräch mit dem Komi­tee «West­ast so nicht!» sucht: Weder Stadt­prä­si­dent Erich Fehr noch Biels «grüne» Bau­di­rek­to­rin Bar­bara Schwi­ckert haben sich gegen diese Anschlüsse aus­ge­spro­chen.

Natür­lich ist es stos­send, dass sich der Regie­rungs­rat in sei­ner Ant­wort auf den von West­ast-Pro­mo­tor Peter Moser (FDP) ver­lang­ten Fak­ten­check auf eine «grobe Prü­fung» durch Fach­leute des Tief­bau­amts und des Bun­des­amts für Stras­sen (ASTRA) beschränkt. Zumal – laut Recher­chen des Bie­ler Tag­blatts – das ASTRA keine offi­zi­elle Stel­lung­nahme abge­ge­ben hat.

Das war ja aus Sicht des ASTRA auch gar nicht nötig. Auf die Vor­stösse von Evi Alle­mann im Natio­nal­rat und Daphné Rüfe­n­acht im Ber­ni­schen Gros­sen Rat hat der Bun­des­rat – in Abstim­mung mit dem ASTRA – schon vor einem Jahr klipp und klar fest­ge­hal­ten, dass der Bund nicht bereit sei, auch nur einen Fran­ken in neue West­ast-Pla­nun­gen zu inves­tie­ren. So gese­hen ist die regie­rungs­rät­li­che Ant­wort nach­voll­zieh­bar und kohä­rent. Zumal sie die For­de­run­gen der FDP-Motion voll und ganz erfüllt.

Schade, dass es Grüne und Linke ver­passt haben, ihrer­seits einen Vor­stoss im Gros­sen Rat ein­zu­rei­chen. Ana­log dem Vor­ge­hen im Bie­ler Stadt­rat, wo die Stadt­re­gie­rung nun klar den Auf­trag erhal­ten hat, die Vari­an­ten ver­tieft und «unab­hän­gig» prü­fen zu las­sen.

Noch ist auf Kan­tons­ebene aber nichts ver­lo­ren: Der Ent­scheid, wie mit der Motion Moser zu ver­fah­ren sei, liegt beim Gros­sen Rat! Die­ser wird Anfang Juni über das Geschäft bera­ten. – Statt über obrig­keit­li­che Miss­hand­lung zu jam­mern und sich als Unter­ta­nen zu bezeich­nen, wäre es jetzt an der Zeit, mit einer klu­gen Infor­ma­ti­ons­kam­pa­gne und Lob­by­ing den Par­la­men­ta­rie­rin­nen und Par­la­men­ta­ri­ern des Kan­tons Bern auf­zu­zei­gen, wes­halb die Region Biel weder wei­tere inner­städ­ti­sche Auto­bahn­an­schlüsse noch sonst irgend­wel­che Westäste braucht.

Argu­mente gibt es zuhauf. Es ist an der Zeit, dass sich die Genera­tion Bie­le­rin­nen und Bie­ler, die noch Jahr­zehnte in einer lebens­wer­ten Stadt leben wol­len, von der Poli­tik des See­land-Napo­leon Stöckli löst und den Mythos «STÖCKLI = IMMER GUT FÜR BIEL» end­gül­tig  begräbt.

 

 

 


 

 

AUS DER TRAUM!


DIE BER­NER REGIE­RUNG BLEIBT STUR.

PUNKT. SCHLUSS.

 

thumbnail of Die Westast-Alternative ist im Regierungsrat chancenlos – News Bern: Kanton – derbund.ch

 

CLICK: DIE ANT­WORT DES REGIE­RUNGS­RATS IN VOL­LER LÄNGE

 


 

ASTRA WEISS VON NICHTS

Am Mitt­woch, 16. Mai berich­tet das Bie­ler Tag­blatt aus­führ­lich und umfas­send über den Regie­rungs­rats­ent­scheid, stellt Fra­gen und deckt Hin­ter­gründe auf.

Die Recher­che zeigt: Alle haben geschum­melt: Der Kan­ton hat sich nicht – wie er in sei­ner Medi­en­mit­tei­lung und der regie­rungs­rät­li­chen Ant­wort vor­gau­kelt – mit dem ASTRA abge­spro­chen. Und die «West­ast-so-bes­ser-Auto­bahn­bauer» haben die Kos­ten ihres Pro­jekts run­ter­ge­schraubt und behaup­ten, hin­ter ihrem Pro­jekt wür­den Tau­sende ste­hen… 

Lesens­wert! 

 

thumbnail of 2018-05-16_BT_Regierungsrat

 


 

 

AB SOFORT GILT WIE­DER:

 

A5-WEST­AST: NEIN!

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 


 

 

VER­EIN
«NETZ­WERK BIE­LER­SEE»
GEGEN A5-WEST­AST

 

Zur Auf­fri­schung: es gibt 100 gute Gründe gegen das Auto­bahn­pro­jekt aus dem letz­ten Jahr­hun­dert. Hier die Argu­mente des Ver­eins «Netz­werk Bie­ler­see».

 

 

 

 


 

 

DER KAN­TON SCHLÄFT NICHT!

Exo­dus an der Gurn­igel­strasse: Auf Ende 2017 hat der Kan­ton Bern im Peri­me­ter des geplan­ten Auto­bahn­an­schlus­ses Biel Centre zwei wei­tere Häu­ser erwor­ben: Alt Maler­meis­ter Hans­ruedi Mül­ler hat seine bei­den Lie­gen­schaf­ten Moser­strasse 2 sowie Gurn­igel­strasse 52 an die Auto­bahn­bauer ver­kauft und ist in die­sen Tagen aus dem Müh­le­feld weg­ge­zo­gen…

Auch an der Gurn­igel­strasse 50 wer­den bald die Zügel­wa­gen vor­fah­ren: Diese Woche haben Leo Hor­la­cher und Mar­grit Schöbi einen Miet­ver­trag «aus­ser­halb der A5-West­astrou­ten» unter­schrie­ben. Nach­dem sie jah­re­lang uner­müd­lich gegen die unsin­nige Stre­cken­füh­rung der Auto­bahn mit­ten durch die Stadt und die bei­den Anschlüsse gekämpft haben, wol­len sie die unge­wisse per­spek­ti­ven­lose Situa­tion nicht län­ger erdul­den. Da ihre Lie­gen­schaft laut offi­zi­el­len West­astplä­nen der Auto­bahn wei­chen soll, konn­ten sie seit Jah­ren nichts mehr in ihr Haus und ihre Woh­nung inves­tie­ren.

«Wir wei­chen den West­ast-Gewal­ten und zie­hen im Som­mer aus unse­rem Haus in eine Miet­woh­nung um», sagt Leo Hor­la­cher. Die Hälfte der Lie­gen­schaft gehört bereits dem Kan­ton – was nun mit Horlacher/Schöbis Haus­an­teil geschieht, ist noch unge­wiss. Natür­lich hofft Hor­la­cher, dass sie die schöne Woh­nung mit dem ein­ma­li­gen Gar­ten ver­mie­ten kön­nen. Andern­falls dürfte der Kan­ton ein wei­te­res Mal den Zuschlag erhal­ten, da ein Ver­kauf auf dem freien Markt ange­sichts des dro­hen­den Ent­eig­nungs­ver­fah­rens sowohl recht­lich wie auch fak­tisch unmög­lich ist.

Noch ist es nicht soweit. Fest steht jedoch: Der Kan­ton hält stur an sei­nen Plä­nen für die inner­städ­ti­schen Anschlüsse Biel-Centre und Strand­bo­den fest. Offen­bar will man – trotz Ein­spra­chen­flut und «Westast-so-besser»-Vorschlag – die Behör­den­va­ri­ante unver­än­dert durch­drü­cken.

Nur so lässt sich erklä­ren, wes­halb der Kauf von Lie­gen­schaf­ten ent­lang der Zer­stö­rungs­achse wei­ter­hin for­ciert wird. Zudem ist davon aus­zu­ge­hen, dass SVP-Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus als Nach­fol­ger der zurück­tre­ten­den Bau­di­rek­to­rin Bar­bara Egger keine Kurs­kor­rek­tur in Rich­tung zukunfts­fä­hi­ger Ver­kehrs­pla­nung vor­neh­men wird und gera­de­aus wei­ter­fährt.

 

Mit ande­ren Wor­ten: Die West­ast-Geg­ne­rIn­nen soll­ten sich nicht in nai­ver Sicher­heit wie­gen! Auch wenn aktu­ell gegen aus­sen Funk­stille herrscht und mit wei­te­ren Ver­zö­ge­run­gen des Pro­jekts gerech­net wer­den kann: Hin­ter den Kulis­sen wird beharr­lich wei­ter gear­bei­tet – nicht an der Prü­fung der West­ast-so-bes­ser-Vari­ante, son­dern knall­hart an der Umset­zung des uralten Mons­ter­pro­jekts!

 

 


 

aus dem Posi­ti­ons­pa­pier der Grün­li­be­ra­len Biel/Bienne:

A5-WEST­AST

 Die Grün­li­be­ra­len sind 
 grund­sätz­lich der Ansicht, 
 dass auf den West­ast der 
 A5 ver­zich­tet wer­den 
  sollte. 

Statt­des­sen soll ent­we­der eine unter­ir­di­sche Nord­um­fah­rung der Stadt Biel oder eine Vari­ante mit kom­plet­ter Stre­cken­füh­rung am Süd­ufer ange­strebt wer­den.

Die Stras­sen­füh­rung am nörd­li­chen See­ufer soll zwei­spu­rig umge­setzt wer­den. Das Gebiet am Süd­ufer soll mit­tels Port­tu­nel erschlos­sen wer­den.

Das Pro­blem mit dem inner­städ­ti­schen Ver­kehr soll nicht mit einer Umfah­rung, son­dern mit geeig­ne­ten Len­kungs­mass­nah­men wie Park-and-Ride oder einer geziel­ten Reduk­tion der Park­plätze gelöst wer­den.

Die vom Bund ange­strebte Lösung, der West­ast, birgt schwer­wie­gende Ein­bus­sen der Lebens­qua­li­tät in Wohn­quar­tie­ren.

Durch die grosse Anzahl an Anschlüs­sen im Stadt­ge­biet wird das Stadt­bild unwie­der­bring­lich zer­stört. Aus tech­ni­scher und stadt­pla­ne­ri­scher Sicht sind Teile des Bienne-Centre Anschlus­ses im Raum Mur­ten­stras­se/Guido-Mül­ler-Platz kaum rea­li­sier­bar. Falls der West­ast den­noch beschlos­sen wird, unter­stüt­zen wir eine Vari­ante mit unter­ir­di­scher Lini­en­füh­rung und zwei Halb­an­schlüsse (An der Bern­strasse in Rich­tung Bern und im Gebiet See­vor­stadt in Rich­tung Neu­châ­tel).

 

 


 

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EIN­SPRA­CHEN:
NUN IST DER KAN­TON BERN AM ZUG

 

    Am Diens­tag, 19. Sep­tem­ber fand in Bern ein wich­ti­ges Tref­fen in Sachen A5-West­ast statt: Die Ver­tre­te­rIn­nen des UVEK-Rechts­diensts haben die A5-Pro­jekt­ver­ant­wort­li­chen des kan­to­nal­ber­ni­schen Tief­bau­amts zu einer Sit­zung ein­ge­la­den. Laut Infor­ma­tio­nen aus dem UVEK soll­ten die 650 Ein­spra­chen, die frist­ge­recht beim UVEK ein­ge­gan­gen sind, dem Kan­ton zur Stel­lung­nahme über­reicht wer­den. Ob diese Über­gabe tat­säch­lich erfolgt ist, wurde  nicht kom­mu­ni­ziert. 

In den letz­ten Mona­ten hat das UVEK sämt­li­che Ein­spra­chen gesich­tet und geord­net. Yas­min Hostett­ler, die Juris­tin, die beim UVEK für das Pro­jekt ver­ant­wort­lich ist, stand ange­sichts des Umfangs und der Viel­schich­tig­keit der Ein­spra­chen vor kei­ner ein­fa­chen Auf­gabe: «Ich suchte lange nach einer Struk­tur, wie das Ganze bewäl­tigt wer­den kann. Nun haben wir, glaub’ ich, einen Weg gefun­den», sagte sie im Sep­tem­ber.

Weil das Pro­jekt unge­wöhn­lich umfang­reich ist und über­durch­schnitt­lich viele Ein­spra­chen ein­ge­gan­gen sind, dau­ert beim A5-West­ast alles län­ger als üblich. So wird auch der Kan­ton Bern, der nun als Gesuch­stel­ler für das Natio­nal­stras­sen­pro­jekt Stel­lung zu den Ein­spra­chen Stel­lung neh­men muss, nicht bloss wie üblich ein Monat zuge­stan­den. Yas­min Hostett­ler spricht von einer Frist von 6 bis 12  Mona­ten.

Fest steht für die Ver­ant­wort­li­chen beim UVEK, dass die Ein­spra­chen ernst zu neh­men und detail­liert zu beant­wor­ten sind. Sie erwarte vom Kan­ton Bern eine seriöse, gut begrün­dete und fun­dierte Stel­lung­nahme, betont Hostett­ler. Nöti­gen­falls kann des­halb der Kan­ton sei­ner­seits wie­der eine Frist­er­stre­ckung ver­lan­gen.

Yas­min Hostett­ler geht davon aus, dass das Ver­fah­ren viel Zeit in Anspruch neh­men wird. Nebst dem Kan­ton, der sich in den kom­men­den Jah­ren mit den Ein­spre­chen­den eini­gen müsste, wer­den auch eine Reihe von Bun­des­äm­tern für Stel­lung­nah­men bei­gezo­gen: All jene Bun­des­äm­ter, deren Fach­ge­biete in den Ein­spra­chen ange­spro­chen wer­den. Dazu gehö­ren nebst dem Bun­des­amt für Umwelt BAFU, des­sen Fach­gut­ach­ten zu Fra­gen wie Lärm, Grund­was­ser und Natur­schutz ein­ge­holt wer­den müs­sen, auch die Bun­des­äm­ter ARE (Raum­pla­nung), BAV (Bun­des­amt für Ver­kehr), ERI (eidg. Rohr­lei­tungs­in­spek­to­rat) und EST (eidg. Stark­strom­in­spek­to­rat).

Erst wenn beim UVEK alle Stel­lung­nah­men ein­ge­gan­gen sind – von Sei­ten des Kan­tons wie von den Bun­des­äm­tern, wer­den Yas­min Hostett­ler und ihr Team einen Ent­scheid betref­fend das vor­lie­gende A5-West­astpro­jekt fäl­len. Ihr Ziel, dass der Ent­scheid bis in fünf Jah­ren vor­liegt, bezeich­net sie sel­ber als sport­lich.

Die­sen Ent­scheid des UVEK kann dann, wer damit nicht ein­ver­stan­den ist, ans Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt und schliess­lich ans Bun­des­ge­richt wei­ter­zie­hen.

Aller­dings: Einige der 650 Ein­spre­chen­den dürf­ten bereits in abseh­ba­rer Zeit nega­tive Post erhal­ten. Aus Sicht der Behör­den sind nicht alle, die eine Ein­spra­che ver­fasst haben, auch zur Ein­spra­che berech­tigt. «Wer mehr als einen Kilo­me­ter von der geplan­ten Bau­stelle ent­fernt wohnt, hat keine Legi­ti­ma­tion mehr», sagt Yas­min Hostett­ler. Frag­lich sei auch, ob Mie­te­rin­nen und Mie­ter ein­sprache­be­rech­tigt seien, gibt sie zu beden­ken. Ange­sichts der zu erwar­ten­den lan­gen Bau­zeit und mas­si­ven Ein­griffe, handle es sich hier um Prä­ze­denz­fälle, die der Kan­ton noch ein­mal prü­fen soll.

Wir mei­nen: Es ist äus­serst stos­send, dass bei einem der­ar­ti­gen Pro­jekt, das die ganze Stadt und Tau­sende von Bewoh­ne­rIn­nen betrifft, nur die Grund­ei­gen­tü­me­rIn­nen in nächs­ter Nähe zur Ein­spra­che berech­tigt sein sol­len.  Aber so ist das Gesetz. Oder, prä­zi­ser: So wird es aus­ge­legt.

Des­halb braucht es auch andere Wege, um das Mons­ter-Pro­jekt zu bekämp­fen!

Es ist wich­tig, dass auch die Ver­ant­wort­li­chen beim Tief­bau­amt in Bern end­lich mer­ken, dass wir alle unsere Ein­spra­chen und unse­ren Pro­test ernst mei­nen!!! 

 

 


 

 

TAT­SA­CHEN

Platt­ma­chen in Biel – Was alles unter den Abbruch­ha­mer kom­men soll

 
 

     Vom WEST­AST-Abbruch­ham­mer bedroht!

Eine gut ver­steckte trau­rige Wahr­heit. Hier die Facts.