WEST­AST NEWS

 

WEST­AST NEWS

 

«Ohne Auto­bahn-Anschlüsse
mit­ten in der Stadt:  
Zurück auf Feld 1!»

 

Die vom Tief­bau­amt des Kan­tons Bern orga­ni­sierte Infor­ma­ti­ons-Ver­an­stal­tung vom 17. Sep­tem­ber war ein span­nen­des Exem­pel in Demo­kra­tie: In der gut besetz­ten Aula des Weid­tei­le­schul­hau­ses in Nidau refe­rierte Regie­rungs­prä­si­dent und Bau­di­rek­tor Neu­haus, unter­stützt von sei­nen Exper­ten, ein letz­tes Mal über den amts­in­ter­nen Ver­gleich zwi­schen dem von der Ver­wal­tung favo­ri­sier­ten A5-West­astpro­jekt und der Alter­na­tive «West­ast so bes­ser».

Die Stim­mung im Saal war klar gegen das Aus­füh­rungs­pro­jekt mit den 2 offe­nen Schnei­sen mit­ten in der Stadt.

Aller­dings stellte der Bau­di­rek­tor unmiss­ver­ständ­lich klar: weder die Ber­ner Finanz­di­rek­to­rin noch das Astra seien bereit, Finan­zen für wei­ter­ge­hende Alter­na­ti­ven­prü­fun­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len. Bei die­ser Gele­gen­heit wurde auch publik, dass der vor­lie­gende «Ver­gleich» den Kan­ton CHF 370’000 Fran­ken gekos­tet habe.

Kri­tik am Ergeb­nis die­ses «Ver­gleichs» nimmt Bau­di­rek­tor Neu­haus ent­ge­gen, seine Mei­nung ist aber gemacht: Der Kan­ton hält daran fest, dass sein Aus­füh­rungs­pro­jekt bes­ser abschnei­det als die Alter­na­tive. Trotz­dem wurde aus dem Publi­kum fast ein­hel­lig der Ver­zicht auf die bei­den inner­städ­ti­schen Anschlüsse gefor­dert. Wor­auf der Bau­di­rek­tor erneut Klar­text redete: «Ohne Anschlüsse braucht es ein neues Gene­rel­les Pro­jekt – das heisst: Zurück auf Feld 1.» Er stellte aber genauso klar fest: «Gegen den Wil­len der Bevöl­ke­rung wird nicht gebaut». Um der Bie­ler Bevöl­ke­rung gleich noch einen Tipp zu geben, wie der Wille der Bevöl­ke­rung fest­ge­stellt wer­den kann, fügte er an: «Ver­lan­gen Sie doch eine Kon­sul­ta­tiv­ab­stim­mung». Damit hat Stadt­prä­si­dent Erich Fehr einen Steil­pass erhal­ten, den er nur noch in einen erfolg­rei­chen Tor­schuss umwan­deln muss.

Eine gute Nach­richt! Denn mit einem kla­ren NEIN zum West­ast könnte man unter eine jahr­zehn­te­alte Fehl­pla­nung eind­lich einen sau­be­ren Schluss­strich zie­hen. Der Bie­ler Archi­tekt Ste­phan Buch­ho­fer brachte es an der Ver­an­stal­tung wun­der­bar auf den Punkt: «Es ist absurd, 2,2 Mil­li­ar­den aus­zu­ge­ben für so wenige Auto­bahn­ki­lo­me­ter – die­ser Film lief vor 50 Jah­ren! Heute sind wir an einem Punkt, wo dies der fal­sche Film ist – gerade wenn man sieht, was sich auf dem Gebiet der Mobi­li­tät aktu­ell ent­wi­ckelt…»

Chris­toph Neu­haus wie­der­holte dar­auf eines sei­ner wie­der­keh­ren­den Argu­mente – näm­lich, dass die heute kri­ti­sier­ten Anschlüsse sei­ner­zeit nicht vom Kan­ton, son­dern von Biel gewünscht wor­den seien. Was nur bedingt stimmt: Es gab von Anfang an viele kri­ti­sche Stim­men gegen die Auto­bahn­an­schlüsse in der Stadt. Tat­sa­che ist aber, dass diese keine Chance hat­ten auf Gehör: Der dama­lige Bie­ler Stadt­prä­si­dent Hans Stöckli («Bienne c’est moi»), ein vehe­men­ter Ver­fech­ter der Westastau­to­bahn mit den inner­städ­ti­schen Anschlüs­sen, nahm die «Behör­den­de­le­ga­tion» ins Schwitz­kästli und setzte sich 2010 auf der gan­zen Linie durch.

Heute poli­ti­siert Hans Stöckli im Stän­de­rat und will sich nicht mehr äus­sern, zum West­ast-Erbe, das er sei­ner Stadt hin­ter­las­sen hat. – Und die aktu­elle Bie­ler Stadt­re­gie­rung? Lange hat sie Stöck­lis Hin­ter­las­sen­schaft die Stange gehal­ten und ver­tei­digt. In die­sem Früh­jahr hat sie sich aller­dings bereit erklärt, einen unab­hän­gi­gen Fak­ten­check in Sachen West­ast zu unter­stüt­zen. Seit­her herrscht Funk­stille.

Letzte Woche führte Stadt­prä­si­dent Fehr zusam­men mit Bau­di­rek­to­rin Bar­bara Schwi­ckert eben­falls Gesprä­che mit Regie­rungs­rat Neu­haus – genauso wie andere Inter­es­sens­grup­pen. Bis heute weiss die Bevöl­ke­rung aller­dings nicht, wie sich ihr Stadt­prä­si­dent und der Bie­ler Bemein­de­rat aktu­ell zur West­astfrage stellt. Eine sol­che Geheim­nis­krä­me­rei ist nicht akzep­ta­bel.

Die Stimme Biels ist in Sachen West­ast von ent­schei­den­der Bedeu­tung: In einer nächs­ten Runde wird Regie­rungs­rat Neu­haus die «Behör­den­de­le­ga­tion» begrüs­sen. Und da ver­tritt Stadt­prä­si­dent Fehr nicht nur die grösste betrof­fene Gemeinde – son­dern vor allem auch jene Stadt, die durch die mons­trö­sen Anschlüsse unheil­bar beschä­digt würde. Sagt Fehr ein­deu­tig nein zu den Auto­bahn­schnei­sen, wird Regie­rungs­prä­si­dent im Ber­ner Rat­haus – wenn er Wort hält – ebenso ein­deu­tig Bericht erstat­ten müs­sen: «Zurück auf Feld 1. Wir suchen und fin­den eine bes­sere Lösung.»

 


 

«DIE SECHSTE GENERA­TION WIRD ZUFRIE­DEN SEIN»

 

Im heu­ti­gen Bie­ler Tag­blatt for­dern gleich zwei Leser­briefe einen Stopp des aktu­el­len West­ast-Pro­jekts. Mit unter­schied­li­chen, über­zeu­gen­den Argu­men­ten.

Hans Peter Walt­her erin­nert daran, dass die SVP immer wie­der Spar­übun­gen for­dert – aus­ser beim Ver­kehr. Die Mil­li­ar­den, die in Biel ver­locht wer­den sol­len, wür­den die Stadt kaputt machen, fährt er fort: «Dem Moloch Ver­kehr opfert Biel einen gan­zen Stadt­teil. Der spe­zi­elle Charme der Stadt wird für ewig ver­lo­ren gehen. Mit Geld wird man die Zer­stö­rung nicht rück­gän­gig machen kön­nen. Biel wird eine ampu­tierte, ver­wun­dete Stadt mit Beton­ban­da­gen blei­ben» – schreibt er und bringt weist dar­auf hin, der West­ast könne «das Ver­kehrs­pro­blem der Stadt nicht lösen. Es wird nur um die Ecke an einen ande­ren Ort ver­la­gert.»   ZUM LESER­BRIEF

André Meier weist  in sei­nem Leser­brief dar­auf hin, dass wir es beim West­ast mit einem «Genera­tio­nen­pro­blem­pro­jekt» zu tun haben. Ein ers­ter Fehl­ent­scheid erfolgte bereits vor Jahr­zehn­ten, mit dem Ent­scheid, die «Auto­strasse am engen nörd­li­chen See­ufer zu bauen.» Die zweite Genera­tion habe sich für den Ost­ast ent­schie­den – ein guter Ent­scheid, wie er schreibt. Im Gegen­satz zum West­astpro­jekt, das die dritte Genera­tion nun durch­drü­cken wolle.Sein Vor­schlag: Aktu­ell sollte ganz und gar aufs Bauen ver­zich­tet wer­den, «so dass die vierte Genera­tion alle diese Fehl­ent­scheide sel­ber noch kor­ri­gie­ren », und die nächste Genera­tion in in 15 bis 20 Jah­ren ent­schei­den kann, was für eine Lösung sie bevor­zugt. Ein wei­ser Rat, den man nur unter­stüt­zen kann!  ZUM LESER­BRIEF

 

Des­halb, Herr Neu­haus: Neh­men Sie sich bitte ein paar Minu­ten Zeit und lesen Sie das Bie­ler Tag­blatt, als Vor­be­rei­tung auf den heu­ti­gen Abend! Es kom­men Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die über Alter­na­ti­ven zur aktu­el­len Pla­nung dis­ku­tie­ren möch­ten!

 


 

HEUTE IN NIDAU:

NOCH EIN­MAL DIE
GLEI­CHE SHOW?

Das Tief­bau­amt des Kan­tons Bern lädt für heute Abend, 17. Sep­tem­ber ab 18 Uhr die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger der Region noch ein­mal zu einem «offe­nen Gespräch» in die Aula des Weid­teile-Schul­hau­ses an der Lyss-Strasse 34 ein.

Zu erwar­ten ist eine erneute Pro­pa­ganda-Ver­an­stal­tung für das West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt, wie wir es bereits letz­ten Don­ners­tag in Biel erlebt haben: Die Bau­her­ren vom Kan­ton und die von ihnen enga­gier­ten Exper­ten beschränk­ten sich an die­sem Anlass dar­auf, jeg­li­che noch so fun­dier­ten Gegen­ar­gu­mente klein­zu­re­den oder ins Lächer­li­che zu zie­hen.

Hat man beim Kan­ton immer noch nicht gemerkt, dass sich die See­län­de­rIn­nen nicht für dumm ver­kau­fen las­sen? Und dass die West­astgeg­ne­rIn­nen keine Kra­wall­brü­der und
-schwes­tern sind, son­dern Men­schen, die mit viel Enga­ge­ment und Know-how argu­men­tie­ren und sich für ihre Stadt und Region ein­set­zen?

Des­halb: Heute kann die Poli­zei getrost zuhause blei­ben. Regie­rungs­rat Neu­haus und seine Man­nen haben noch ein­mal eine Chance, sich auf eine echte Dis­kus­sion ein­zu­las­sen. Seine Regie­rungs­rats­kol­le­gin Evi Alle­mann etwa sagt dazu im BT-Sams­tags-Inter­view: «Wir dür­fen bei so gros­sen Bau­vor­ha­ben nicht allzu schnell eine Ent­schei­dung tref­fen, ohne die ver­schie­de­nen Mög­lich­kei­ten aus­ge­lo­tet zu haben. Heute weiss man: Ver­kehrs­ent­wick­lung kann man nicht los­ge­löst von der Sied­lungs­ent­wick­lung betrach­ten. Und die West­astpla­nung ist ja bereits sehr alt. Wenn die aktu­elle Polit­ge­nera­tion in Biel fin­det, es gibt zusätz­li­che Mög­lich­kei­ten, die man damit ver­knüp­fen kann, darf man da nicht die Augen ver­schlies­sen, nur weil ursprüng­lich etwas ande­res vor­ge­se­hen war.»

Zwei Fak­to­ren müs­sen dabei berück­sich­tigt wer­den: Ers­tens haben sich die Vor­aus­set­zun­gen und Ziel­set­zun­gen betref­fend Raum­pla­nung und Mobi­li­täts­ent­wick­lun­gen in den letz­ten Jah­ren stark ver­än­dert. Diese neuen wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nisse müs­sen in die Pla­nung ein­flies­sen. Und zwei­tens hat sich die Situa­tion in der Region ver­än­dert. 

Fort­schritt heisst nicht, ein­fach  fort­fah­ren und «den Weg zu Ende gehen». Fort­schritt heisst den­ken beim Len­ken. Des­halb braucht es aktu­ell vor allem: MEHR MOBI­LI­TÄT IM KOPF

 

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ES REICHT!

KEINE ALI­BI­ÜBUN­GEN MEHR,
HERR NEU­HAUS

 

 

Er freue sich auf die Gesprä­che, hatte Regie­rungs­rat Neu­haus ges­tern Vor­mit­tag noch auf der FB-Site der IG Häb› Sorg zur Stadt gepos­tet. Die Bau­di­rek­tion des Kan­tons Bern hatte die «Bevöl­ke­rung für ein offe­nes Gespräch» über die West­um­fah­rung Biel ins Kon­gress­haus ein­ge­la­den.

Was die rund 250 Anwe­sen­den dann aller­dings vor­ge­setzt beka­men, war eine Ali­bi­übung son­der­glei­chen: Weit über die Hälfte der ange­setz­ten Ver­an­stal­tungs­zeit mono­lo­gi­sier­ten der Bau­di­rek­tor sowie vom Kan­ton enga­gierte Exper­ten buch­stäb­lich «von oben herab» über das West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt, wie auch über die Alter­na­tive «West­ast so bes­ser».

Dass auf dem Podium bloss Ver­fech­ter des Aus­füh­rungs­pro­jekts sas­sen und die Initi­an­ten des Alter­na­tiv­vor­schlags ihr Pro­jekt nicht ein­mal sel­ber vor­stel­len durf­ten, zeugt von der her­ab­las­sen­den und  unein­sich­ti­gen Hal­tung beim Kan­ton gegen­über dem Enga­ge­ment und Know-how der West­astgeg­ner­schaft. Das enga­gierte Publi­kum liess die seit zehn Tagen vor­lie­gen­den par­tei­ischen Bewer­tun­gen der bei­den Pro­jekte gedul­dig über sich erge­hen. 

In der anschlies­sen­den «Dis­kus­sion» kamen aus dem Saal durch­ge­hend ernst­hafte Voten, wäh­rend sich Regie­rungs­rat Neu­haus damit begnügte, kon­kre­ten Fra­gen aus­zu­wei­chen und Argu­mente abzu­wim­meln – nicht sel­ten mit dif­fa­mie­ren­den Bemer­kun­gen. Sei­nem ein­gangs geäus­ser­ter Wunsch, man möge auf per­sön­li­che Angriffe ver­zich­ten und sach­lich dis­ku­tie­ren, mochte er sel­ber als Ein­zi­ger offen­bar nicht Folge leis­ten. Sou­ve­rä­ni­tät geht anders.

 


 

KLAR­GE­STELLT:


KAN­TON BERN UND BIEL
WOLL­TEN DEN A5-WEST­ASTGILT DAS HEUTE NOCH?

«Schon damals kein Freund der Anschlüsse» zitiert das heu­tige Bie­ler Tag­blatt alt Bun­des­rat Moritz Leu­en­ber­ger, der sich gegen­über dem BT erst­mals öffent­lich gegen das aktu­el­len Aus­füh­rungs­pro­jekts aus­spricht. Hier der voll­stän­dige Arti­kel:

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Zur Erin­ne­rung: 1997 hatte der Bun­des­rat das dama­lige Aus­füh­rungs­pro­jekt für den A5-West­ast zurück. «Zu teuer, zu mas­sive Ein­griffe in die städ­ti­sche Grün­zone und Zusatz­kos­ten von rund einer Mil­li­arde Fran­ken infolge wei­te­rer Tun­nel­be­geh­ren am Nord­ufer des Bie­ler­sees,» lau­tete die Begrün­dung. Der dama­lige Ver­kehrs­mi­nis­ter Moritz Leu­en­ber­ger ord­nete des­halb eine Mach­bar­keits­stu­die für Alter­na­ti­ven zum West­ast-Pro­jekt an. Ins­be­son­dere auch, weil er die «Stras­sen­füh­rung ent­lang dem Ufer von Lig­erz» als Feh­ler taxierte.

WEI­TER­LE­SEN:

Wes­halb der Schrift­stel­ler Jörg Stei­ner Bun­des­rat Moritz Leu­en­ber­ger anno 1997 einen Brief schrieb, der bis heute Gül­tig­keit hat…

 


 

«ICH KANN GAR NICHTS VER­SPRE­CHEN»

Die IG Häb› Sorg zur Stadt hat am 11. Sep­tem­ber 2018 im Gespräch mit Regie­rungs­rat Neu­haus  Klar­text gere­det und Lösungs­vor­schläge prä­sen­tiert, um aus der Blo­ckade rund um die A5-Westastau­to­bahn her­aus­zu­kom­men. Gemein­sam mit der eben­falls ein­ge­la­de­nen Gruppe S sowie einer Ver­tre­te­rin von «Biel wird laut» dis­ku­tier­ten wir über zwei Stun­den ange­regt und inten­siv mit den drei Ver­tre­tern des Kan­tons.

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Unser Vor­schlag ange­sichts der aktu­el­len Situa­tion tönt sim­pel, ist kos­ten­güns­tig und lau­tet: STOPP WEST­AST. – Dazu haben wir auch ein Posi­ti­ons­pa­pier ver­fasst, das am Anfang des Tref­fens abge­ge­ben wurde.

Darin hal­ten wir u.a. fest: «Es ist an der Zeit, einen Schluss­strich zu zie­hen unter eine Pla­nung, die auch nach bald 40 Jah­ren zu kei­ner befrie­di­gen­den Lösung geführt hat. Wir wol­len keine wei­tere Ver­schwen­dung von Zeit und Geld an ein Pro­jekt, das extrem teuer und risi­ko­reich ist und des­sen Nut­zen höchst frag­lich und umstrit­ten ist: Neue Stras­sen­ka­pa­zi­tä­ten gene­rie­ren Mehr­ver­kehr.»

Im Gespräch zeig­ten sich Regie­rungs­rat Neu­haus, wie auch Kan­tons­obe­r­inge­nieur Ste­fan Stu­der und A5-Pro­jekt­lei­ter Ste­fan Graf offen und inter­es­siert. Wir dis­ku­tier­ten über Fra­gen künf­ti­ger Regio­nal- und Ver­kehrs­ent­wick­lun­gen, die nicht nur aus der Per­spek­tive des moto­ri­sier­ten Ver­kehrs betrach­tet wer­den dür­fen. 

Die Bau­her­ren haben gut zuge­hört und sich mit uns aus­ge­tauscht. Aller­dings ent­stand der Ein­druck, dass ernst zu neh­mende Pro­gno­sen von nam­haf­ten Ver­kehrs­fach­leu­ten aus der Schweiz  und Europa, die in erstaun­li­cher Einig­keit die Ver­kehrs­po­li­tik der Zukunft skiz­zie­ren, in den Rat­häu­sern von Bern und Biel als Wol­ken­ku­ckucks­heim belä­chelt wer­den, wäh­rend andere Städte in Europa wacker vor­wärts machen und den Auto­ver­kehr mit Len­kungs­mass­nah­men und ohne Erwei­te­rung von Stras­sen­ka­pa­zi­tä­ten aus den Innen­städ­ten ver­ban­nen. 

Wie es nun wei­ter geht, ist offen. Regie­rungs­rat Neu­haus erklärte wie­der­holt: «Ich kann gar nichts ver­spre­chen» – und wies dar­auf hin, dass es unzäh­lige diver­gie­rende Inter­es­sen in Bezug auf den A5-West­ast gebe – in Biel und im See­land.

Des­halb: Wir blei­ben dran! Unsere Argu­mente haben Gewicht und sind fun­diert. Damit es nicht bei schö­nen Wor­ten bleibt, brau­chen wir jetzt einen Pro­zess, der die Blo­cka­den auf­bricht und zu Lösun­gen führt, die auch vor dem Urteil künf­ti­ger Genera­tio­nen Bestand haben und in 20 Jah­ren als klug vor­aus­schau­end taxiert wer­den. 

 


 

MEHR MOBI­LI­TÄT
GEFOR­DERTIM HIRN

Pflicht­lek­türe für Bie­ler Stadt­rat und Ber­ner Regie­rungs­rat

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ES BLÜHT UND SPRIESST

 

Drei Wochen sind es schon, seit der Ver­kehr auf der Gurn­igel- und Aebi­strasse für ein paar Stun­den der Tavo­lata Stopp West­ast den Vor­tritt las­sen musste…

Heute Vor­mit­tag prä­sen­tier­ten sich die bei­den Stras­sen – dort, wo der Anschluss Bienne Centre ein Quar­tier zu zer­stö­ren droht – ruhig und still. Nur im Schau­fens­ter der Taverna erin­nern die bei­den Stopp-West­ast-Pla­kate an die Bedro­hung.

Gegen­über, beim Park­platz unter der Pla­tane hin­ge­gen, blüht und spriesst es neu­er­dings: Noch sind die Pflan­zen klein und zart, die beherzte Gärt­ne­rIn­nen anläss­lich der Tavo­lata gesetzt und gesät haben. Doch der Anfang ist gemacht… 

Unter dem (noch) grü­nen Blät­ter­dach der Pla­tane am Krei­sel wächst ein bun­ter Urban Gar­den heran. Ein klei­nes, fei­nes Gegen­pro­jekt zur dro­hen­den Auto­bahn­schneise…

 

 


 

WO IST DER STAU

Eine Moment­auf­nahme vom Don­ners­tag, 6. Sep­tem­ber 2018 – die Bil­der auf der Länd­te­strasse wur­den um 17.06 geschos­sen – wenige Minu­ten spä­ter dann jenes in der Bahn­hof­un­ter­füh­rung. – Eine Moment­auf­nahme, ja. Ein Zufall?

In den letz­ten Wochen haben wir ver­mehrt sol­che Ver­kehrs­be­ob­ach­tun­gen gesam­melt. Fazit: Sto­cken­der Ver­kehr ist immer wie­der mal zu beob­ach­ten. Aber Stau? – Ein Beob­ach­ter, der im Alpen­strass-Quar­tier wohnt, sagt: «Von mei­ner Woh­nung aus habe ich den Über­blick über die See­vor­stadt, die Länd­te­strasse und bis zur Bern­strasse. Seit der Eröff­nung des Ost­asts gibt es defi­ni­tiv keine Staus mehr. Höchs­tens sto­cken­den Ver­kehr, wäh­rend den Stoss­zei­ten – ver­ur­sacht durch die Licht­si­gnal­an­la­gen.» 

 

EURE VER­KEHRS­BE­OB­ACH­TUN­GEN?

Gerne wei­ter­lei­ten an

office@westast.ch

 


 

KÄMP­FEN LOHNT SICH!

Marc Meichtry, Gemein­de­prä­si­dent von Brügg, wurde vor vier Jah­ren nicht zuletzt dank sei­nes lang­jäh­ri­gen Enga­ge­ments gegen das erste Ost­astpro­jekt gewählt. Zur Erin­ne­rung: Die ursprüng­lich im Brügg­moos geplan­ten Auto­bahn­an­schluss­bau­ten waren noch wesent­lich grös­ser dimen­sio­niert und hät­ten die betrof­fe­nen Gemein­den noch viel stär­ker beein­träch­tigt, als dies mit dem heu­ti­gen, auch nicht gerade dis­kre­ten, Bau­werk der Fall ist.

«Wir haben Unter­schrif­ten gesam­melt. Als wir Ein­spra­che ein­ge­legt haben, war die Aus­gangs­lage die glei­che wie jetzt beim West­ast. Das Aus­füh­rungs­pro­jekt lag bereits auf, als wir sag­ten: so nicht. Und dann wurde es neu geplant», berich­tet Meichtry im heu­ti­gen Bie­ler Tag­blatt und ermu­tigt die West­astgeg­ne­rIn­nen: «Es ist nie zu spät. Was da in Biel geplant ist, ist genauso über­di­men­sio­niert, wie das Pro­jekt damals in Brügg.»

Das voll­stän­dige Inter­view im Bie­ler Tag­blatt:

 

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kli­cken und lesen

 


 

OPPO­SI­TION
WÄCHST WEI­TER

Der West­ast sorgt wei­ter­hin für Schlag­zei­len. Knapp eine Woche nach der Publi­ka­tion der Resul­tate des soge­nann­ten Ver­gleichs zwi­schen dem Aus­füh­rungs­pro­jekt und der Alter­na­tive titelt das Bie­ler Tag­blatt heute auf der Front: «Die Oppo­si­tion ist gestärkt wor­den»:

 

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Bie­ler Tag­blatt, 6.9.2018

Gut so! Denn jetzt gilt es, den Poli­ti­ke­rIn­nen und Behör­den ein für alle Mal klar zu machen, dass die Bevöl­ke­rung der Stadt Biel, aber auch der umlie­gen­den Gemein­den, die­ses über­holte und stadt­zer­stö­re­ri­sche Auto­bahn­pro­jekt ablehnt. Ohne Wenn und Aber.

Eine ein­ma­lige Gele­gen­heit bie­tet sich dafür anläss­lich der bei­den öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen, an wel­chen die Kan­tons­ver­tre­ter über den Ver­gleichs-Bericht infor­mie­ren:

Don­ners­tag, 13. Sep­tem­ber 2018 in Biel:  18 bis 20 Uhr im Kon­gress­haus, Zen­tral­strasse 60 (Ver­eins­raum im Erd­ge­schoss)

Mon­tag, 17. Sep­tem­ber 2018 in Nidau: 18 bis 20 Uhr, Schule Weid­teile, Lyss­strasse 34 (Aula)

KOMMT IN SCHA­REN!

 

 

Wir müs­sen den Poli­ti­ke­rIn­nen und Behör­den klar zei­gen und erklä­ren, dass eine Mehr­heit der Bevöl­ke­rung in der Region sich gegen den Bau die­ses teu­ren und zer­stö­re­ri­schen Auto­bahn­mons­ters wehrt, weil sie es nicht will!

 

Zeigt dem Regie­rungs­rat hun­dert­fach
den roten Bal­lon!

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BIEL WAR WIE­DER LAUT!

 

Anläss­lich der Medi­en­prä­sen­ta­tion pro­tes­tier­ten rund 350 Men­schen laut­stark vor dem Ein­gang des Kon­gress­hau­ses gegen den ein­sei­ti­gen «Ver­gleich» zuguns­ten des Aus­füh­rungs­pro­jekts für den A5-West­ast durch Biel.

Immer­hin: Am Schluss der Ver­an­stal­tung zeigte sich Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus gesprächs­be­reit – und stellte sich der Dis­kus­sion mit den besorg­ten Bür­ge­rin­nen und Bür­gern. Es bleibt zu hof­fen, dass dies ein ers­ter Schritt war – und das Ganze nicht als Ali­bi­übung ver­san­det…

 

klick den Film!      CON­CERTO FÜR REGIE­RUNGS­RAT NEU­HAUS

 


 

JETZT NULL­VA­RI­ANTE!

Am 31.08.2018, kurz nach zehn Uhr, star­tete die Medi­en­kon­fe­renz zum soge­nann­ten Fak­ten­check. Dies, nach­dem Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus vor­gän­gig die Gemein­den sowie die invol­vier­ten und inter­es­sier­ten Orga­ni­sa­tio­nen infor­miert hatte…

Das Komi­tee «West­ast so nicht!» titelte in sei­ner Medi­en­mit­tei­lung: «Ali­bi­übung statt ganz­heit­li­cher Vari­an­ten­ver­gleich».

Auch die IG Häb› Sorg zur Stadt nimmt mit einer Medi­en­mit­tei­lung klar Stel­lung: Jetzt Null­va­ri­ante – für eine lebens­werte Zukunft!

 

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STOPP WEST­ASTÜBER­ALL

 


 

DIE PRO­TEST­SONGS GEGEN DAS AUTO­BAHN­PRO­JEKT

Zwei Songs, eine Mes­sage: Vor einer Woche die Urauf­füh­rung an der  TAVO­LATA STOPP WEST­AST – und nun auch zum Nach­hö­ren und Mit­sin­gen: Jetzt hat die Wider­standts­be­we­gung gegen die Westastau­to­bahn auch zwei Pro­test­lie­der!

Wir durf­ten die bei­den Kon­zerte von Los Her­ma­nos Per­di­dos und Stu­deyeah mit­schnei­den – hier das Resul­tat:

Los Her­ma­nos Per­di­dos klei­de­ten mit ihrem neuen Song «Keni Autos ir Stadt» den Pro­test gegen die Domi­nanz des moto­ri­sier­ten Ver­kehrs in mit­reis­sende Musik. Und Stu­deyeah prä­sen­tier­ten mit «West­ast so nicht – Null­va­ri­ante» eben­falls einen Pro­test­song mit Hit­po­ten­zial…

 

 


 

BEOB­ACH­TUN­GEN ZUM BIE­LER
VER­KEHRS­AUF­KOM­MEN

Stich­tag Diens­tag, 21. August 2018: An ver­schie­de­nen Stel­len in der Stadt Biel stan­den junge Ver­kehrs­zäh­le­rIn­nen am Stras­sen­rand. So regis­trier­ten etwa Zwei­er­teams an der Mur­ten­strasse vor dem Schlacht­haus sowie beim Ver­re­si­us­krei­sel den Ver­kehr.

Aus­ge­rüs­tet mit Uhr, Schreib­zeug und einem For­mu­lar­block, kon­zen­trier­ten sie sich auf die Num­mern­schil­der der vor­bei­fah­ren­den Motor­fahr­zeuge. Jeweils die drei letz­ten Zah­len der Zulas­sungs­num­mer wur­den ins For­mu­lar ein­ge­tra­gen – getrennt in die drei Kate­go­rien PW, LKW und Motor­fahr­rä­der.

Was sie beob­ach­ten konn­ten, ist nicht ein gott­ge­be­ner Ver­kehrs­fluss, son­dern das Resul­tat der Ver­kehrs­füh­run­gen in und um die Stadt. So wird zum Bei­spiel der von Bern her kom­mende Ver­kehr  nach Biel wie von unsicht­ba­rer Hand Rich­tung Strand­bo­den gelenkt. Auf­grund der Signa­li­sa­tion, sehen Orts­un­kun­dige, die nach Biel wol­len, bloss eine Mög­lich­keit: Die Aus­fahrt «Biel» ist auf der glei­chen Tafel ver­merkt wie «Neu­châ­tel». Das heisst, wer nach Biel will, wird über die Westachse geführt.

Die drei ande­ren Auto­bahn-Aus­fahr­ten für Biel, näm­lich «Biel-Süd» für den Kreuz­platz, «Biel-Orpund» sowie «Biel-Ost» für die Tissot-Arena sind unver­ständ­li­cher­weise nicht signa­li­siert!

Unver­züg­lich stellt sich die Frage: Wes­halb wer­den hier drei bestehende Aus­fahr­ten für Biel unter­schla­gen? Wird der von Bern her kom­mende Ver­kehr etwa absicht­lich auf die Westachse gelenkt, um dort eine Über­las­tung zu pro­vo­zie­ren? 

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DIE DIS­KUS­SION
IST LAN­CIERT

In den letz­ten Tagen wurde die Vision eines Bus­bahn­hofs für Biel auf die­ser Web­site stark beach­tet, auch auf Face­book viel­fach ange­klickt und mehr­fach geteilt. Bereits sind auch erste Kom­men­ta­ren ein­ge­gan­gen. Sie rei­chen von «aus­ge­zeich­ne­ter Vor­schlag!» bis zu «cette pro­po­si­tion me laisse scep­tique pour les rai­sons sui­v­an­tes (…) »

Wei­tere Kom­men­tare, Über­le­gun­gen, Anre­gun­gen und Anmer­kun­gen zum vor­ge­schla­ge­nen Pro­jekt sind will­kom­men! Sowohl auf FB wie direkt per Mail an office@westast.ch

 

Wir sind gespannt und freuen uns auf eine leben­dige Aus­ein­an­der­set­zung und kon­struk­ti­ves Wei­ter­den­ken an der Vision:

 

LÖSUNG STATT LOCH

Mit­ten in den Som­mer­fe­rien sorgt  eine neu­ar­tige Vision für den Bau eines Bus­bahn­hofs in Biel für Gesprächs­stoff: Die vor­ge­schla­gene städ­te­bau­li­che Neu­ge­stal­tung des Are­als «hin­ter dem Bahn­hof» ver­spricht eine echte Auf­wer­tung: Genau dort, wo die Behör­den die mons­tröse Auto­bahn­ein- und Aus­fahrt Bienne Centre mit­ten in der Stadt pla­nen, soll statt­des­sen ein Bus­bahn­hof gebaut wer­den – sowie eine attrak­tive Ver­bin­dung zwi­schen Müh­le­feld­quar­tier und Bahnhof/Innenstadt. Mit viel Grün­raum und Platz für Velos und Fuss­gän­ge­rIn­nen…

Die­ser Vor­schlag hat Poten­zial! Er zeigt eine ele­gante Lösung für die ÖV-Platz­pro­bleme in Biel – und ver­spricht neues Leben für das wäh­rend Jah­ren von den Behör­den ver­nach­läs­sigte, wert­volle und zen­tral gele­gene Areal.

 

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ASTRA ÜBER­HOLT SATIRE!

Ob’s an der Hitze liegt? – In der NZZ am Sonn­tag vom 29. Juli, und als saure Gurke sofort von allen Medien dank­bar auf­ge­nom­men: «Bund prüft dop­pel­stö­ckige Auto­bah­nen».

Der Grund: Laut Astra-Direk­tor Jürg Röth­lis­ber­ger lei­den Auto­fah­re­rIn­nen in der Schweiz unter zu viel Stau, ihre Geduld werde über Gebüh­ren stra­pa­ziert. Laut Sta­tis­tik gab es  2017 auf Schwei­zer Auto­bah­nen ins­ge­samt 26’000 Stau­stun­den. Bricht man diese grosse Zahl jedoch auf die 6,1 in der Schweiz imma­tri­ku­lier­ten Motor­fahr­zeuge hin­un­ter, ergibt sich pro Fahr­zeug gerade noch eine Stau­zeit von 15,34 Sekun­den – pro Jahr!

Doch Röth­lis­ber­ger sorgt sich um seine Kund­schaft und führt ins Feld, auch Auto­fah­re­rIn­nen hät­ten – gleich wie Bahn­fah­re­rIn­nen – ein «Anrecht auf ver­läss­li­che Ver­bin­dun­gen».  

Des­halb sol­len in nicht allzu fer­ner Zukunft wei­tere Stras­sen­ka­pa­zi­tä­ten geschaf­fen wer­den. Etwa mit dem Bau einer vier­ten(!) Röhre am Bar­egg – womit das Astra die wil­des­ten Vor­stel­lun­gen der Sati­ri­ker rechts über­holt!

Aller­dings weiss Röth­lis­ber­ger sogar diese Gedan­ken­spiele noch zu top­pen: Mit der Aus­sicht auf einen neuen Tun­nel mit­ten durchs Mit­tel­land – und eben der ein­gangs erwähn­ten dop­pel­stö­cki­gen Ver­kehrs­füh­rung durchs Lim­mat­tal…

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thumbnail of Schweizer Autobahn

 

NACH­TRAG:

Der Auto­bahn-Aus­bau­wahn des Astra-Direk­tors sorgt auch am Fol­ge­tag der Inter­view-Publi­ka­tion für Schlag­zei­len. Tame­dia-Bun­des­haus­re­dak­tor Mar­kus Brot­schi kon­tert in sei­nem lesens­wer­ten Kom­men­tar mit den Wor­ten: «Wer brei­tere Stras­sen baut, ern­tet noch mehr Ver­kehr» und weist dar­auf hin, dass die Ant­wort auf den Mobi­li­täts­drang nicht nur Beton sein könne… 

Der Kom­men­tar im TA vom 30.7.2018:

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INTER­VIEW
KURT ROH­NER:

GROSSE RESO­NANZ

 

«Meine Idee löst im See­land drei Pro­bleme», wurde der Bie­ler Archi­tekt und Raum­pla­ner Kurt Roh­ner im Sams­tags­in­ter­view vom 7. Juli im Bie­ler Tag­blatt zitiert. 

Seit über einem Jahr wird der Doyen der Raum­pla­nung im See­land nicht müde, einen run­den Tisch zu for­dern, um die Ver­kehrs­zu­kunft der Region neu zu dis­ku­tie­ren. Seit Jah­ren denkt und plant Kurt Roh­ner zudem an Alter­na­ti­ven zum stadt­zer­stö­re­ri­schen West­ast… Gut, dass seine Stimme nun end­lich auch vom Bie­ler Tag­blatt gehört und wei­ter ver­brei­tet wurde!

Viele haben das Inter­view gele­sen – letzte Woche war es in Biel immer wie­der Gesprächs­thema. Davon zeugt auch der heu­tige Leser­brief von Hans Erb, der auf inter­es­sante Aspekte hin­weist.

So schreibt er unter ande­rem: «Es sieht also so aus, als ob vor allem die sich gerne selbst der Weit­sicht rüh­mende Stöckli-Begleit­kom­mis­sion ihren Job lau­sig gemacht hat, und nicht die Pla­ner. Die dürf­ten nüäm­lich ein­fach geplant haben, was man ihnen auf Basis von 60er Jahre-Ideen vor­ge­ge­ben hat.»

 Und wei­ter: «Auch Roh­ners Alter­na­ti­ven zur Ver­kehrs­fürung See­vor­stadt – Brügg­moss sowie seine ‹kleine See­landt­an­gente› ver­die­nen es, noch­mals geprüft zu wer­den. ‹Das dau­ert vil zu lange und ist viel zu teuer› wird dann gerne als Argu­ment vor­ge­bracht. Echt jetzt? Mei­ner Mei­nung nach ist kein Preis zu hoch und keine Dauer zu lang, um Roh­ners im Inter­view geäus­ser­tes Motto ‹Gutes erhal­ten, Ver­bes­ser­ba­res ver­bes­sern, Irrever­si­bles mög­lichst ver­hin­dern› zu berück­sich­ti­gen.»

Der Leser­brief vom 16.7.2018:

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BIEL BLEIBT SCHÖN

 

OHNE WEST­AST-SCHNEISE

OHNE WEST­AST-GRA­BEN

OHNE WEST­AST-LÖCHER

OHNE WEST­AST-SCHLUCH­TEN

OHNE WEST­AST-BETON­WÜSTE

OHNE WEST­AST-MEHR­VER­KEHR

OHNE WEST­AST-RIE­GEL

OHNE WEST­AST-24H-LÄRM

OHNE WEST­AST-EIN­FALL­SACH­SEN

OHNE WEST­AST-RÜCK­STAU

OHNE WEST­AST-PARK­HAUS

OHNE WEST­AST-FEIN­STAUB

OHNEWEST­AST-ABGASE

  

 

 


VIELE BEHAUP­TEN
EINER ZÄHLT

«Ange­fan­gen hat es in der See­vor­stadt – vor dem Rüschli. Sofort nach der Eröff­nung des Ost­asts wollte ich wis­sen, wer nun wei­ter­hin durch die See­vor­stadt fährt. – Der Ver­kehr hat stark abge­nom­men – jetzt gibt es manch­mal Momente, da glaubt man, es komme gar kei­ner mehr», erin­nert sich der Bie­ler Arzt Eugen Häni an seine ers­ten Ver­kehrs­be­ob­ach­tun­gen im letz­ten Herbst.

Sich auf Ein­drü­cke beschrän­ken und es beim Glau­ben belas­sen, ist aller­dings nicht Eugen Hänis Sache. Er will es wis­sen. Genau wis­sen. Also hat er ange­fan­gen zu zäh­len. Zuerst in der See­vor­stadt. «Am Anfang habe ich ein­fach geschaut, wie­viele Autos auf Zehn ein Ber­ner-Num­mern­schild haben. Dann wur­den meine Beob­ach­tun­gen plus sophis­ti­qué. Ich wollte wis­sen, wer von der Neu­en­burg­strasse her kom­mend die See­vor­stadt hin­un­ter fährt, und dann, was auf der Achse des künf­ti­gen West­asts pas­siert.»

Eugen Häni führt seit eini­gen Mona­ten Pro­to­koll über seine Beob­ach­tun­gen. In den letz­ten Wochen hat er vor allem die Erhe­bun­gen an der Neu­en­burg­strasse, in der See­vor­stadt und an der Länd­te­strasse lau­fend opti­miert. In Zusam­men­ar­beit mit Ver­kehrs­spe­zia­lis­ten vom Komi­tee «West­ast so nicht!» möchte er die Beob­ach­tun­gen in nächs­ter Zeit noch wei­ter «pro­fes­sio­na­li­sie­ren». Und hofft, dass wei­tere Bür­ge­rIn­nen sei­nem Bei­spiel fol­gen. 

Eugen Häni hat den Anfang gemacht, und fährt wei­ter. Aber einer allein kann nicht die gesamte Ver­kehrs­si­tua­tion von Biel ein­fan­gen. Des­halb hier der Auf­ruf an alle, die sich in der Region bewe­gen: Teilt uns doch eure Ver­kehrs­be­ob­ach­tun­gen mit!

Pro­to­kol­liert zwi­schen­durch wäh­rend ein paar Minu­ten, was ihr beob­ach­tet – das macht auch Spass! Und schickt uns eure Ver­kehrs­be­ob­ach­tun­gen – mit genauen Anga­ben zu Zeit und Ort an: office@westast.ch

WEI­TERE INFOS UND DETAILS ZU EUGEN HÄNIS ERHE­BUN­GEN:

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DIE BEDROHTE PLA­TANE
AM KREI­SEL

Seit Men­schen­ge­den­ken steht sie da – von Pas­san­tIn­nen kaum wahr­ge­nom­men und doch ein Teil der Stadt. Wäre sie eines Mor­gens umge­sägt, ein Auf­schrei ginge durchs Quar­tier. Ein Stadt­baum, ehr­wür­dig und von bes­ter Gesund­heit – und doch bedroht.

Die Rede ist von der Pla­tane am Sand­haus-Krei­sel, zwi­schen Biel und Nidau. Vor rund 70 Jah­ren wurde sie hier gepflanzt, am Tor zum Müh­le­feld. Dort, wo heute die BTI-Bahn die Gurn­igel­strasse kreuzt, bevor sie hin­ter den Häu­sern Rich­tung Nidau ver­schwin­det…

«Man hat den Baum hier gepflanzt, um das Quar­tier zu ver­schö­nern und für unsere Lun­gen», sagt Daniel Nuss­bau­mer, Baum­pfle­ger bei der Stadt Biel. Die wich­tige Funk­tion von Stadt­bäu­men sei den Bie­le­rin­nen und Bie­lern schon früh bewusst gewe­sen. Viel­leicht sollte die junge Pla­tane an der Stras­sen­kreu­zung das ent­ste­hende Wohn­quar­tier im Müh­le­feld vor dem damals regen Betrieb im Schlacht­hof abschir­men?

Als Daniel Nuss­bau­mer den Baum vor rund 40 Jah­ren zum ers­ten Mal etwas gestutzt hat, war er etwa halb so gross wie heute. Die Pla­tane sei kern­ge­sund, ver­si­chert der Baum­pfle­ger. Sie könnte gut und gerne noch einige Meter höher wach­sen.

Könnte.… Denn auch die­ser Prachts­baum gehört zu den 745 Stadt­bäu­men, die umge­sägt wer­den sol­len, weil sie der  A5-West­ast-Bau­stelle im Weg ste­hen.

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Jura-Ver­kehrs­kor­rek­tion.
Jetzt!

 
 

Mass­nahme Nr. 1

Ab 1.1.2019:

Fahr­ver­bot für Tran­sit-Schwer­ver­kehr über 7.5 Ton­nen auf der A5 zwi­schen Thielle und Stadt­grenze  Biel. 

 

Mass­nahme Nr. 2

Fer­tig­stel­lung Auto­bahn­ver­bin­dung A5-A1 zwi­schen Thielle und Kerz­ers bis Ende 2028.

 

Mass­nahme Nr. 3

Rück­klas­sie­rung und Rück­bau A5 zwi­schen Thielle und Biel. Auf dem moder­ni­sier­ten Tras­see: Ein­rich­tung der gesamt­schwei­ze­risch ers­ten Test­stre­cke für selbst­fah­rende Elek­tro­fahr­zeuge bis 2023.

 

 


 

POST VOM REGIE­RUNGS­RAT

Die Ein­la­dung flat­terte in der ers­ten Juli-Woche ins Haus. Bereits heute kön­nen wir sagen: Die IG «Häb› Sorg zur Stadt» freut sich über das Gesprächs­an­ge­bot und wird mit einer Dele­ga­tion Anfang Sep­tem­ber 2018 ihre Sicht der Dinge auf den Tisch legen.

 

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745 BÄUME
WOL­LEN DIE  FÄL­LEN

 

Genau ein Jahr ist es her, seit beherzte Bür­ge­rIn­nen in Biel und Nidau vie­len die Augen geöff­net haben: In einer Blitz­ak­tion mar­kier­ten sie Hun­derte von Bäu­men, die für den Bau der geplan­ten West­ast-Auto­bahn abge­holzt wer­den sol­len. 

Mit die­ser Aktion wurde erst­mals augen­fäl­lig, wie­viel Grün und Lebens­qua­li­tät auf dem Spiel steht: Ganze Alleen, Parks und mar­kante Ein­zel­bäume wür­den ver­schwin­den. Dar­un­ter auch viele über 50jährige Bäume, die für das Stadt­klima wich­tig und des­halb uner­setz­lich sind.

Dies kann nicht oft genug wie­der­holt und betont wer­den. Viel­leicht wäre es an der Zeit, die bedroh­ten Bäume erneut zu mar­kie­ren? Nicht zuletzt, um dem neuen Bau­di­rek­tor auf­zu­zei­gen, wie gross der Kahl­schlag wäre, falls die geplante West­ast-Auto­bahn tat­säch­lich gebaut wer­den sollte.

 

LINK zu den Baum­ak­tio­nen vom Juni 2016

 


 

BERN-BASHING
FEHL AM PLATZ

Eigent­lich gebührt dem Ber­ner Regie­rungs­rat ein gros­ses MERCI. Mit sei­nem kla­ren Votum gegen eine ver­tiefte Prü­fung des West­ast-so-bes­ser-Auto­bahn­pro­jekts hat er die Bie­le­rIn­nen end­lich wie­der auf die Bar­ri­ka­den gebracht. Nach der spon­ta­nen Demo und der Stadt­rats­de­batte vom 17. Mai, hat nun auch Mis­ter Biel/Bienne in die Tas­ten gegrif­fen.

«Arro­gant» titelt Mario Cor­tesi in sei­ner neu­es­ten Kolumne und beschwört den alt­be­kann­ten und gern gepfleg­ten Bie­ler Min­der­wer­tig­keits­kom­plex gegen­über Bern. «Es ist bedenk­lich», schreibt er, «wie die herr­schaft­li­chen Obrig­kei­ten in Bern mit ihren Bie­ler Unter­ta­nen umsprin­gen.» Ähn­lich lamen­tier­ten zuvor bereits die Pro­mo­to­ren der West­ast-so-bes­ser-Vari­ante sowie ver­schie­dene Stadt­rä­tIn­nen.

Mit Ver­laub: Da machen sich’s die Bie­le­rin­nen und Bie­ler nun aber zu ein­fach! Die Ver­ant­wor­tung dafür, dass es zu die­sem, wie Cor­tesi schreibt, unaus­ge­go­re­nen und städ­te­zer­stö­ren­den «Zwangs-Pro­jekt» gekom­men ist, liegt in ers­ter Linie bei den Bie­ler Ver­kehrs­po­li­ti­ke­rIn­nen. Seit Jah­ren ver­fol­gen sie ein kla­res Ziel: Sie wol­len Bun­des­gel­der ein­set­zen, um ihre haus­ge­mach­ten, inner­städ­ti­schen Ver­kehrs­pro­bleme zu lösen.

Es waren die Bie­ler, allen voran der Ex-Stadt­prä­si­dent und heu­tige Olym­pia­turbo Hans Stöckli, die für den Bau von Auto­bahn­an­schlüs­sen mit­ten in der Stadt alle Hebel in Bewe­gung gesetzt haben.

Damals wie heute kennt Stöckli keine Skru­pel und kein Zögern, wenn er etwas durch­bo­xen will. Der A5-West­ast in der vor­lie­gen­den Aus­prä­gung ist sein Erbe, das er der Stadt ein­ge­brockt hat. Die abtre­tende Bau­di­rek­to­rin des Kan­tons Bern, Bar­bara Egger, hat in all den Jah­ren immer wie­der betont, dass sie auch offen gewe­sen wäre für die Option «0-Vari­ante».

Ganz anders die «Arbeits­gruppe Stöckli», die 2010 eine breite Palette von Mög­lich­kei­ten geprüft und schliess­lich die Wei­chen für das heu­tige offi­zi­elle West­ast-Pro­jekt gestellt hat. Es sind Stöckli und seine Gefolg­schaft, die bis heute behaup­ten, es brau­che den A5-West­ast und die bei­den Anschlüsse Bienne Centre und Strand­bo­den, um «die Stadt vom Ver­kehr zu ent­las­ten.» Die­ses Man­tra gilt offen­bar bis heute. Auch wenn die Stadt­re­gie­rung sich neu­er­dings als Brü­cken­bauer ins Zeug legt und das Gespräch mit dem Komi­tee «West­ast so nicht!» sucht: Weder Stadt­prä­si­dent Erich Fehr noch Biels «grüne» Bau­di­rek­to­rin Bar­bara Schwi­ckert haben sich gegen diese Anschlüsse aus­ge­spro­chen.

Natür­lich ist es stos­send, dass sich der Regie­rungs­rat in sei­ner Ant­wort auf den von West­ast-Pro­mo­tor Peter Moser (FDP) ver­lang­ten Fak­ten­check auf eine «grobe Prü­fung» durch Fach­leute des Tief­bau­amts und des Bun­des­amts für Stras­sen (ASTRA) beschränkt. Zumal – laut Recher­chen des Bie­ler Tag­blatts – das ASTRA keine offi­zi­elle Stel­lung­nahme abge­ge­ben hat.

Das war ja aus Sicht des ASTRA auch gar nicht nötig. Auf die Vor­stösse von Evi Alle­mann im Natio­nal­rat und Daphné Rüfe­n­acht im Ber­ni­schen Gros­sen Rat hat der Bun­des­rat – in Abstim­mung mit dem ASTRA – schon vor einem Jahr klipp und klar fest­ge­hal­ten, dass der Bund nicht bereit sei, auch nur einen Fran­ken in neue West­ast-Pla­nun­gen zu inves­tie­ren. So gese­hen ist die regie­rungs­rät­li­che Ant­wort nach­voll­zieh­bar und kohä­rent. Zumal sie die For­de­run­gen der FDP-Motion voll und ganz erfüllt.

Schade, dass es Grüne und Linke ver­passt haben, ihrer­seits einen Vor­stoss im Gros­sen Rat ein­zu­rei­chen. Ana­log dem Vor­ge­hen im Bie­ler Stadt­rat, wo die Stadt­re­gie­rung nun klar den Auf­trag erhal­ten hat, die Vari­an­ten ver­tieft und «unab­hän­gig» prü­fen zu las­sen.

Noch ist auf Kan­tons­ebene aber nichts ver­lo­ren: Der Ent­scheid, wie mit der Motion Moser zu ver­fah­ren sei, liegt beim Gros­sen Rat! Die­ser wird Anfang Juni über das Geschäft bera­ten. – Statt über obrig­keit­li­che Miss­hand­lung zu jam­mern und sich als Unter­ta­nen zu bezeich­nen, wäre es jetzt an der Zeit, mit einer klu­gen Infor­ma­ti­ons­kam­pa­gne und Lob­by­ing den Par­la­men­ta­rie­rin­nen und Par­la­men­ta­ri­ern des Kan­tons Bern auf­zu­zei­gen, wes­halb die Region Biel weder wei­tere inner­städ­ti­sche Auto­bahn­an­schlüsse noch sonst irgend­wel­che Westäste braucht.

Argu­mente gibt es zuhauf. Es ist an der Zeit, dass sich die Genera­tion Bie­le­rin­nen und Bie­ler, die noch Jahr­zehnte in einer lebens­wer­ten Stadt leben wol­len, von der Poli­tik des See­land-Napo­leon Stöckli löst und den Mythos «STÖCKLI = IMMER GUT FÜR BIEL» end­gül­tig  begräbt.

 

 

 


 

 

AUS DER TRAUM!


DIE BER­NER REGIE­RUNG BLEIBT STUR.

PUNKT. SCHLUSS.

 

thumbnail of Die Westast-Alternative ist im Regierungsrat chancenlos – News Bern: Kanton – derbund.ch

 

CLICK: DIE ANT­WORT DES REGIE­RUNGS­RATS IN VOL­LER LÄNGE

 


 

ASTRA WEISS VON NICHTS

Am Mitt­woch, 16. Mai berich­tet das Bie­ler Tag­blatt aus­führ­lich und umfas­send über den Regie­rungs­rats­ent­scheid, stellt Fra­gen und deckt Hin­ter­gründe auf.

Die Recher­che zeigt: Alle haben geschum­melt: Der Kan­ton hat sich nicht – wie er in sei­ner Medi­en­mit­tei­lung und der regie­rungs­rät­li­chen Ant­wort vor­gau­kelt – mit dem ASTRA abge­spro­chen. Und die «West­ast-so-bes­ser-Auto­bahn­bauer» haben die Kos­ten ihres Pro­jekts run­ter­ge­schraubt und behaup­ten, hin­ter ihrem Pro­jekt wür­den Tau­sende ste­hen… 

Lesens­wert! 

 

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AB SOFORT GILT WIE­DER:

 

A5-WEST­AST: NEIN!

 


 

 

 

 

 


 

 

VER­EIN
«NETZ­WERK BIE­LER­SEE»
GEGEN A5-WEST­AST

 

Zur Auf­fri­schung: es gibt 100 gute Gründe gegen das Auto­bahn­pro­jekt aus dem letz­ten Jahr­hun­dert. Hier die Argu­mente des Ver­eins «Netz­werk Bie­ler­see».

 

 

 

 


 

 

DER KAN­TON SCHLÄFT NICHT!

Exo­dus an der Gurn­igel­strasse: Auf Ende 2017 hat der Kan­ton Bern im Peri­me­ter des geplan­ten Auto­bahn­an­schlus­ses Biel Centre zwei wei­tere Häu­ser erwor­ben: Alt Maler­meis­ter Hans­ruedi Mül­ler hat seine bei­den Lie­gen­schaf­ten Moser­strasse 2 sowie Gurn­igel­strasse 52 an die Auto­bahn­bauer ver­kauft und ist in die­sen Tagen aus dem Müh­le­feld weg­ge­zo­gen…

Auch an der Gurn­igel­strasse 50 wer­den bald die Zügel­wa­gen vor­fah­ren: Diese Woche haben Leo Hor­la­cher und Mar­grit Schöbi einen Miet­ver­trag «aus­ser­halb der A5-West­astrou­ten» unter­schrie­ben. Nach­dem sie jah­re­lang uner­müd­lich gegen die unsin­nige Stre­cken­füh­rung der Auto­bahn mit­ten durch die Stadt und die bei­den Anschlüsse gekämpft haben, wol­len sie die unge­wisse per­spek­ti­ven­lose Situa­tion nicht län­ger erdul­den. Da ihre Lie­gen­schaft laut offi­zi­el­len West­astplä­nen der Auto­bahn wei­chen soll, konn­ten sie seit Jah­ren nichts mehr in ihr Haus und ihre Woh­nung inves­tie­ren.

«Wir wei­chen den West­ast-Gewal­ten und zie­hen im Som­mer aus unse­rem Haus in eine Miet­woh­nung um», sagt Leo Hor­la­cher. Die Hälfte der Lie­gen­schaft gehört bereits dem Kan­ton – was nun mit Horlacher/Schöbis Haus­an­teil geschieht, ist noch unge­wiss. Natür­lich hofft Hor­la­cher, dass sie die schöne Woh­nung mit dem ein­ma­li­gen Gar­ten ver­mie­ten kön­nen. Andern­falls dürfte der Kan­ton ein wei­te­res Mal den Zuschlag erhal­ten, da ein Ver­kauf auf dem freien Markt ange­sichts des dro­hen­den Ent­eig­nungs­ver­fah­rens sowohl recht­lich wie auch fak­tisch unmög­lich ist.

Noch ist es nicht soweit. Fest steht jedoch: Der Kan­ton hält stur an sei­nen Plä­nen für die inner­städ­ti­schen Anschlüsse Biel-Centre und Strand­bo­den fest. Offen­bar will man – trotz Ein­spra­chen­flut und «Westast-so-besser»-Vorschlag – die Behör­den­va­ri­ante unver­än­dert durch­drü­cken.

Nur so lässt sich erklä­ren, wes­halb der Kauf von Lie­gen­schaf­ten ent­lang der Zer­stö­rungs­achse wei­ter­hin for­ciert wird. Zudem ist davon aus­zu­ge­hen, dass SVP-Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus als Nach­fol­ger der zurück­tre­ten­den Bau­di­rek­to­rin Bar­bara Egger keine Kurs­kor­rek­tur in Rich­tung zukunfts­fä­hi­ger Ver­kehrs­pla­nung vor­neh­men wird und gera­de­aus wei­ter­fährt.

 

Mit ande­ren Wor­ten: Die West­ast-Geg­ne­rIn­nen soll­ten sich nicht in nai­ver Sicher­heit wie­gen! Auch wenn aktu­ell gegen aus­sen Funk­stille herrscht und mit wei­te­ren Ver­zö­ge­run­gen des Pro­jekts gerech­net wer­den kann: Hin­ter den Kulis­sen wird beharr­lich wei­ter gear­bei­tet – nicht an der Prü­fung der West­ast-so-bes­ser-Vari­ante, son­dern knall­hart an der Umset­zung des uralten Mons­ter­pro­jekts!

 

 


 

 

BIEL/BIENNE
VER­KEHRS­KNO­TEN­PUNKT
ODER
LEBENS­WERTE STADT?

Auf Erstaun­li­ches stösst, wer auf der Web­site der Stadt Biel in der erst kürz­lich auf­ge­schal­te­ten neuen Bro­schüre zur Bie­ler Stadt­ent­wick­lung stö­bert. 

Auf Seite 51 des reich bebil­der­ten Kata­logs fürs Stand­ort-Mar­ke­ting wird ver­heis­sungs­voll in Aus­sicht gestellt:

«Mit Inbe­trieb­nahme der Gesamt­um­fah­rung 2017 (Ost­ast) bzw. 2030 (West­ast) wird Biel zu einem eigent­li­chen Kno­ten­punkt für den Ost-West und Nord-Süd­ver­kehr in der Schweiz aus­ge­baut.»

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Biel anno 2030 – das Auto­bahn­dreh­kreuz der Schweiz? So etwas kann nur Stadt­mar­ke­ting-Leu­ten in den Sinn kom­men.

Zum Glück wird die Suppe nicht ganz so heiss geges­sen, wie in der Werbe-Bro­schüre ver­spro­chen. Wer etwas wei­ter blät­tert, fin­det näm­lich auf Seite 53 Erstaun­li­ches: Hier wird in Aus­sicht gestellt, dass 2018 – also noch in die­sem Jahr! – mit dem Bau des A5-West­asts begon­nen wer­den soll. So etwas erzäh­len in Biel wirk­lich nur noch die Stadt­ver­mark­ter.

Für ein­mal stel­len wir mit Erleich­te­rung fest: Hier han­delt es sich um Fake News bien­noi­ses– zum Glück!

Vor­läu­fig sind die Behör­den näm­lich noch voll­auf damit beschäf­tigt, die 650 Ein­spra­chen, die gegen das Pro­jekt ein­ge­gan­gen sind, zu bear­bei­ten und zu beant­wor­ten. Es dürfte noch Jahre dau­ern, bis die Bag­ger auf­fah­ren – wenn es über­haupt je soweit kommt.

 

VER­KERHS­KNO­TEN­PUNKT = STAU, STAU, STAU

 


 

EILE MIT WEILE

Wer erin­nert sich? – Anfang Januar 2017 – vor mehr als einem Jahr –  stell­ten die Behör­den von Biel und Nidau ihre «städ­te­bau­li­che Begleit­pla­nung» zum A5-West­ast vor und rie­fen die Bevöl­ke­rung zur Mit­wir­kung auf. Dies Monate, bevor die Details zum Aus­füh­rungs­pro­jekt der Stadt­au­to­bahn bekannt waren.

Schon damals wurde kri­ti­siert, dass die­ses Vor­ge­hen unsin­nig sei. Die Mit­wir­kungs­ein­ga­ben muss­ten damals vor Mitte März fer­tig­ge­stellt sein. 

Seit Mona­ten war­ten all jene, die sich damals im Rah­men der Mit­wir­kung enga­giert haben, auf eine Ant­wort. Diese Woche wur­den sie – nach einem ers­ten Brief im August 2017 –  erneut ver­trös­tet: Am 12. Februar ver­schick­ten die Behör­den an alle, die sich damals die Mühe zum Mit­wir­ken genom­men hat­ten, einen Brief, mit dem sie noch­mals um Geduld bit­ten. Das Ergeb­nis des Ver­fah­rens soll nun Mitte Mai 2018 bekannt gege­ben wer­den.

Man kann gespannt sein, auf die­ses «Ergeb­nis» – ange­sichts der anste­hen­den Grund­satz­de­batte um den A5-West­ast in und um Biel…

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aus dem Posi­ti­ons­pa­pier der Grün­li­be­ra­len Biel/Bienne:

A5-WEST­AST

 Die Grün­li­be­ra­len sind 
 grund­sätz­lich der Ansicht, 
 dass auf den West­ast der 
 A5 ver­zich­tet wer­den 
  sollte. 

Statt­des­sen soll ent­we­der eine unter­ir­di­sche Nord­um­fah­rung der Stadt Biel oder eine Vari­ante mit kom­plet­ter Stre­cken­füh­rung am Süd­ufer ange­strebt wer­den.

Die Stras­sen­füh­rung am nörd­li­chen See­ufer soll zwei­spu­rig umge­setzt wer­den. Das Gebiet am Süd­ufer soll mit­tels Port­tu­nel erschlos­sen wer­den.

Das Pro­blem mit dem inner­städ­ti­schen Ver­kehr soll nicht mit einer Umfah­rung, son­dern mit geeig­ne­ten Len­kungs­mass­nah­men wie Park-and-Ride oder einer geziel­ten Reduk­tion der Park­plätze gelöst wer­den.

Die vom Bund ange­strebte Lösung, der West­ast, birgt schwer­wie­gende Ein­bus­sen der Lebens­qua­li­tät in Wohn­quar­tie­ren.

Durch die grosse Anzahl an Anschlüs­sen im Stadt­ge­biet wird das Stadt­bild unwie­der­bring­lich zer­stört. Aus tech­ni­scher und stadt­pla­ne­ri­scher Sicht sind Teile des Bienne-Centre Anschlus­ses im Raum Mur­ten­stras­se/Guido-Mül­ler-Platz kaum rea­li­sier­bar. Falls der West­ast den­noch beschlos­sen wird, unter­stüt­zen wir eine Vari­ante mit unter­ir­di­scher Lini­en­füh­rung und zwei Halb­an­schlüsse (An der Bern­strasse in Rich­tung Bern und im Gebiet See­vor­stadt in Rich­tung Neu­châ­tel).

 

 


 

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EIN­SPRA­CHEN:
NUN IST DER KAN­TON BERN AM ZUG

 

    Am Diens­tag, 19. Sep­tem­ber fand in Bern ein wich­ti­ges Tref­fen in Sachen A5-West­ast statt: Die Ver­tre­te­rIn­nen des UVEK-Rechts­diensts haben die A5-Pro­jekt­ver­ant­wort­li­chen des kan­to­nal­ber­ni­schen Tief­bau­amts zu einer Sit­zung ein­ge­la­den. Laut Infor­ma­tio­nen aus dem UVEK soll­ten die 650 Ein­spra­chen, die frist­ge­recht beim UVEK ein­ge­gan­gen sind, dem Kan­ton zur Stel­lung­nahme über­reicht wer­den. Ob diese Über­gabe tat­säch­lich erfolgt ist, wurde  nicht kom­mu­ni­ziert. 

In den letz­ten Mona­ten hat das UVEK sämt­li­che Ein­spra­chen gesich­tet und geord­net. Yas­min Hostett­ler, die Juris­tin, die beim UVEK für das Pro­jekt ver­ant­wort­lich ist, stand ange­sichts des Umfangs und der Viel­schich­tig­keit der Ein­spra­chen vor kei­ner ein­fa­chen Auf­gabe: «Ich suchte lange nach einer Struk­tur, wie das Ganze bewäl­tigt wer­den kann. Nun haben wir, glaub’ ich, einen Weg gefun­den», sagte sie im Sep­tem­ber.

Weil das Pro­jekt unge­wöhn­lich umfang­reich ist und über­durch­schnitt­lich viele Ein­spra­chen ein­ge­gan­gen sind, dau­ert beim A5-West­ast alles län­ger als üblich. So wird auch der Kan­ton Bern, der nun als Gesuch­stel­ler für das Natio­nal­stras­sen­pro­jekt Stel­lung zu den Ein­spra­chen Stel­lung neh­men muss, nicht bloss wie üblich ein Monat zuge­stan­den. Yas­min Hostett­ler spricht von einer Frist von 6 bis 12  Mona­ten.

Fest steht für die Ver­ant­wort­li­chen beim UVEK, dass die Ein­spra­chen ernst zu neh­men und detail­liert zu beant­wor­ten sind. Sie erwarte vom Kan­ton Bern eine seriöse, gut begrün­dete und fun­dierte Stel­lung­nahme, betont Hostett­ler. Nöti­gen­falls kann des­halb der Kan­ton sei­ner­seits wie­der eine Frist­er­stre­ckung ver­lan­gen.

Yas­min Hostett­ler geht davon aus, dass das Ver­fah­ren viel Zeit in Anspruch neh­men wird. Nebst dem Kan­ton, der sich in den kom­men­den Jah­ren mit den Ein­spre­chen­den eini­gen müsste, wer­den auch eine Reihe von Bun­des­äm­tern für Stel­lung­nah­men bei­gezo­gen: All jene Bun­des­äm­ter, deren Fach­ge­biete in den Ein­spra­chen ange­spro­chen wer­den. Dazu gehö­ren nebst dem Bun­des­amt für Umwelt BAFU, des­sen Fach­gut­ach­ten zu Fra­gen wie Lärm, Grund­was­ser und Natur­schutz ein­ge­holt wer­den müs­sen, auch die Bun­des­äm­ter ARE (Raum­pla­nung), BAV (Bun­des­amt für Ver­kehr), ERI (eidg. Rohr­lei­tungs­in­spek­to­rat) und EST (eidg. Stark­strom­in­spek­to­rat).

Erst wenn beim UVEK alle Stel­lung­nah­men ein­ge­gan­gen sind – von Sei­ten des Kan­tons wie von den Bun­des­äm­tern, wer­den Yas­min Hostett­ler und ihr Team einen Ent­scheid betref­fend das vor­lie­gende A5-West­astpro­jekt fäl­len. Ihr Ziel, dass der Ent­scheid bis in fünf Jah­ren vor­liegt, bezeich­net sie sel­ber als sport­lich.

Die­sen Ent­scheid des UVEK kann dann, wer damit nicht ein­ver­stan­den ist, ans Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt und schliess­lich ans Bun­des­ge­richt wei­ter­zie­hen.

Aller­dings: Einige der 650 Ein­spre­chen­den dürf­ten bereits in abseh­ba­rer Zeit nega­tive Post erhal­ten. Aus Sicht der Behör­den sind nicht alle, die eine Ein­spra­che ver­fasst haben, auch zur Ein­spra­che berech­tigt. «Wer mehr als einen Kilo­me­ter von der geplan­ten Bau­stelle ent­fernt wohnt, hat keine Legi­ti­ma­tion mehr», sagt Yas­min Hostett­ler. Frag­lich sei auch, ob Mie­te­rin­nen und Mie­ter ein­sprache­be­rech­tigt seien, gibt sie zu beden­ken. Ange­sichts der zu erwar­ten­den lan­gen Bau­zeit und mas­si­ven Ein­griffe, handle es sich hier um Prä­ze­denz­fälle, die der Kan­ton noch ein­mal prü­fen soll.

Wir mei­nen: Es ist äus­serst stos­send, dass bei einem der­ar­ti­gen Pro­jekt, das die ganze Stadt und Tau­sende von Bewoh­ne­rIn­nen betrifft, nur die Grund­ei­gen­tü­me­rIn­nen in nächs­ter Nähe zur Ein­spra­che berech­tigt sein sol­len.  Aber so ist das Gesetz. Oder, prä­zi­ser: So wird es aus­ge­legt.

Des­halb braucht es auch andere Wege, um das Mons­ter-Pro­jekt zu bekämp­fen!

Es ist wich­tig, dass auch die Ver­ant­wort­li­chen beim Tief­bau­amt in Bern end­lich mer­ken, dass wir alle unsere Ein­spra­chen und unse­ren Pro­test ernst mei­nen!!! 

 

 


 

 

TAT­SA­CHEN

Platt­ma­chen in Biel – Was alles unter den Abbruch­ha­mer kom­men soll

 
 

     Vom WEST­AST-Abbruch­ham­mer bedroht!

Eine gut ver­steckte trau­rige Wahr­heit. Hier die Facts.