WESTAST NEWS

 

WESTAST NEWS

 

DIE RICHTIGE FRAGE STELLEN

Nicht immer füh­ren Umfra­gen zum erwar­te­ten Resul­tat. So dürf­ten sich die West­ast-Befür­wor­ter nach der Demo­scope-Umfrage die Augen gerie­ben haben: Gerade mal 21% der Befrag­ten hat­ten sich für das Aus­füh­rungs­pro­jekt mit den bei­den inner­städ­ti­schen Anschlüs­sen aus­ge­spro­chen.

Damit hatte man ganz offen­sicht­lich nicht gerech­net.  Wie sonst ist zu erklä­ren, dass die Prä­sen­ta­tion der Umfrage-Resul­tate als High­light einer Lobby-Ver­an­stal­tung gedacht war?

Nun, die­ser Schuss ging nach hin­ten los. Seit­her wer­den West­ast-Befür­wor­ter nicht müde, die Fra­ge­stel­lung in Frage zu stel­len. Aller­dings hat von ihnen noch kei­ner gesagt, wie denn anders hätte gefragt wer­den müs­sen…

Letzt­end­lich geht es um eine ein­fa­che Frage, die lau­tet: Aus­füh­rungs­pro­jekt ja oder nein? Punkt. Schluss.

Diese Frage könnte dem­nächst nicht per Tele­fon, son­dern via Stimm­zet­tel beant­wor­tet wer­den. Stadt­rats­prä­si­den­tin Ruth Ten­nen­baum und vier wei­tere Mit­glie­der des Stadt­rats ver­lan­gen näm­lich mit einer dring­li­chen Motion, die sie im Novem­ber ein­ge­reicht haben, eine mög­lichst bal­dige Kon­sul­ta­tiv­ab­stim­mung über den West­ast.

Diese Abstim­mung hätte zwar für die Auto­bahn­bauer keine bin­dende Wir­kung. Es darf aber davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass weder das ASTRA noch der Kan­ton gegen den Wil­len der Bevöl­ke­rungs­mehr­heit vor­ge­hen wird.

Umso wich­ti­ger ist, dass die Frage bei der Kon­sul­ta­tiv­ab­stim­mung ein­deu­tig und rich­tig gestellt wird. Kein Wunsch­kon­zert mit der Aus­wahl «WEST­ASTof­fi­zi­ell» oder  «WEST­AST-so-bes­ser» oder «WEST­ASTva­ri­ante XYZ». Bevor man über irgend­wel­che ande­ren Vari­an­ten dis­ku­tie­ren kann, braucht es einen kla­ren Grund­satz­ent­scheid. Beim zu erwar­ten­den Nein liegt der Ball wie­der bei der Poli­tik, die – in Zusam­men­ar­beit mit der inter­es­sier­ten Bevöl­ke­rung – zeit­ge­mässe, akzep­ta­ble Kon­zepte prä­sen­tie­ren soll.

Die Frage bei einer all­fäl­li­gen Kon­sul­ta­tiv­ab­stim­mung lau­tet daher klar und sim­pel: Wollt ihr das Aus­füh­rungs­pro­jekt «A5-West­um­fah­rung Biel» – JA oder NEIN?

 

 


 

 

 

STÖCKLIS WAHLPROPAGANDA
UND DER SÜDAST

Der Wahl­kampf hat begon­nen! Und weil Stän­de­rat Hans Stöckli unbe­dingt noch ein­mal ins Stöckli will, schlägt er neue Töne an. Im Sams­tags-Inter­view mit dem Bie­ler Tag­blatt äus­sert er ein gewis­ses Ver­ständ­nis für die sieg­rei­chen Geg­ne­rIn­nen von Olym­pia Sion2026 – um gleich­zei­tig klar­zu­stel­len, dass man da ein tol­les Pro­jekt bachab geschickt habe.

Ähn­lich sind seine neu­es­ten Töne zum A5-West­ast zu gewich­ten: Er rudert nun rhe­to­risch leicht zurück und betont – immer noch auf der Linie der West­ast-Befür­wor­ter – er sei froh, «dass gewich­tige Teile unse­res Vor­schlags auch von den West­ast-Geg­nern nicht in Frage gestellt wer­den.» Der alte Polit­fuchs weiss genau: Sein bis­her prak­ti­zier­tes Schwei­gen oder gar eine öffent­li­che Ver­tei­di­gung der inner­städ­ti­schen Anschlüsse wür­den ihm in der Region zu viele Stim­men kos­ten.

Auf die Frage, ob die Zen­trums­an­schlüsse in sei­nen Augen die rich­tige Lösung seien, gibt er ein­fach keine Ant­wort. Vor acht Jah­ren sei man zum Schluss gekom­men, dass es diese Anschlüsse brau­che, um das Sys­tem des inner­städ­ti­schen Ver­kehrs spür­bar zu ent­las­ten. Nun seien auf allen Stu­fen neue Per­so­nen im Amt – an ihnen sei es, zu ent­schei­den.

Immer­hin ringt sich Stöckli zum State­ment durch, Bund und Kan­ton seien nun gut bera­ten, «wenn die Alter­na­tiv­vor­schläge in einem struk­tu­rier­ten Pro­zess durch unab­hän­gige Fach­leute mit der offi­zi­el­len Aus­füh­rungs­pla­nung vor­ur­teils­los ver­gli­chen wür­den. Dann käme man viel­leicht einen gewich­ti­gen Schritt wei­ter.»

Bemer­kens­wert: Stöckli spricht von Alter­na­tiv­vor­schlä­gen – in der Mehr­zahl. Das ist rich­tig und wich­tig: Das Aus­füh­rungs­pro­jekt bloss mit der West­ast-so-nicht-Vari­ante zu ver­glei­chen greift viel zu kurz. Weil längst zahl­rei­che wei­tere prü­fens­werte Vari­an­ten und Visio­nen auf dem Tisch lie­gen.

Zum Bei­spiel die Vari­ante «Süd­ast» von Romano Ron­delli. Der Bie­ler Archi­tekt befasst sich schon sehr lange mit dem Thema und hat seine Über­le­gun­gen in der Ver­gan­gen­heit auch bereits ver­schie­dent­lich in Leser­brie­fen publi­ziert. Jetzt hat er seine Pläne wei­ter ver­fei­nert: «Ich habe mir nun die Mühe genom­men, eine Skizze einer Bie­ler­see-Süd­va­ri­ante anzu­fer­ti­gen, damit sich auch ‹nor­male› Men­schen so ein Sze­na­rio vor­stel­len kön­nen.»

Diese Vor­pro­jekt-Pläne hat der Archi­tekt im Juni 2018 dem Tief­bau­amt und Regie­rungs­rat Neu­haus (nach vor­gän­gi­ger tele­fo­ni­scher Abspra­che) direkt zuge­stellt. – Da ruhen sie nun, wie viele andere Vor­schläge von Fach­leu­ten. Bis dato hat Ron­delli von Regie­rungs­prä­si­dent Neu­haus nichts mehr gehört…

Nun prä­sen­tiert Romano Ron­delli seine Pläne hier erst­mals einer brei­te­ren Öffent­lich­keit.

Alle Pläne sowie wei­ter­füh­rende Kom­men­tare unter:

DER SÜDAST

 


 

 KEIN MÄRCHEN AUS 1001 NACHT
DER HARUN AL RASCHID AUS BELP

(Ein Regie­rungs­rat erzählt schöne Geschich­ten)

Es sind Mär­chen, die sich die Men­schen in vie­len Kul­tu­ren immer wie­der erzäh­len: Von Köni­gen und Kali­fen, die sich ver­klei­den und uner­kannt unter ihr Volk mischen, um zu hören, was die Unter­ta­nen über den Regen­ten sagen. Im Ber­ner See­land hat sich eine sol­che Geschichte vor kur­zer Zeit tat­säch­lich ereig­net. Es war ein klei­ner König aus dem Ber­ner Regie­rungs­pa­last.

Anläss­lich der Gross­rats-Debatte vom 20. Novem­ber zum A5-Auto­bahn­west­ast legte die­ser Regent, Chris­toph Neu­haus, ein merk­wür­di­ges «Geständ­nis» ab. Er habe sich, so gab er zu Pro­to­koll, am 3. Novem­ber unter die Demons­trie­ren­den in der Stadt Biel gemischt. «Ich war dort, schlecht rasiert, mit Son­nen­brille und Hut, man hat mich nicht erkannt.» – Er hätte bei die­ser Gele­gen­heit nicht nur mit Bie­le­rin­nen und Bie­lern gespro­chen, son­dern auch mit Leu­ten, die mit ihm im Zug von Bern her nach Biel gereist seien. Was die Leute ihm berich­tet haben, hat er aller­dings für sich behal­ten.

Nun fra­gen sich die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger: Warum nur hat sich Regent Neu­haus unkennt­lich gemacht? Im Wis­sen um das Ver­mum­mungs­ver­bot in Arti­kel 20* der Ber­ni­schen Straf­ver­ord­nung. Gerade Neu­haus, der sich sonst volks­nah gibt und keine Berüh­rungs­ängste kennt, wenn es um Begeg­nun­gen mit West­ast-Geg­ne­rin­nen geht, die ihm aller­dings auch noch nie ein Här­lein gekrümmt haben? Warum also, Herr Neu­haus, plötz­lich inko­gnito an die Demo?

Fest steht: Zwei Tage spä­ter, anläss­lich der von Wirt­schafts­krei­sen orga­ni­sier­ten Lobby-Ver­an­stal­tung für die umstrit­tene Auto­bahn zeigte sich der Regent frisch rasiert im Anzug, wie eh und je, ohne Son­nen­brille. Im Rah­men der geschlos­se­nen Gesell­schaft im Volks­haus nahm er, gänz­lich unver­mummt, auf dem Podium Platz und rührte unter zustim­men­dem Applaus die Wer­be­trom­mel für sein Aus­füh­rungs­pro­jekt.

Sieht so der viel­zi­tierte Dia­log mit der Bevöl­ke­rung aus? – Inter­es­sie­ren würde uns ja schon noch, Herr Neu­haus, was Ihre Erkennt­nisse sind, die Sie an die­sem Sams­tag­nach­mit­tag in den Stras­sen von Biel gesam­melt haben. Haben Sie den Men­schen auch rich­tig zuge­hört? Oder hat­ten Sie, nebst Son­nen­brille und Hut – weil Biel so laut war – auch noch Stöp­sel in den Ohren? 

 

* Art. 20 Gesetz über das kan­to­nale Straf­recht

Ver­mum­mungs­ver­bot

Wer sich bei bewil­li­gungs­pflich­ti­gen Ver­samm­lun­gen oder Kund­ge­bun­gen unkennt­lich macht, wird mit Busse bestraft.

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Die zustän­dige Gemein­de­be­hörde kann Aus­nah­men vom Ver­mum­mungs­ver­bot bewil­li­gen, wenn ach­tens­werte Gründe für eine Unkennt­lich­ma­chung vor­lie­gen.

 

 


 

A5-WESTAST-KOMPANIE:
HALT!

Ges­tern stand im Ber­ni­schen Gros­sen Rat ein­mal mehr der geplante A5-West­ast durch Biel zur Debatte. Dis­ku­tiert wurde die Motion «man­gel­haf­ter Fak­ten­check», die bereits Anfang Sep­tem­ber von Poli­ti­ke­rIn­nen meh­re­rer Par­teien ein­ge­reicht wor­den war.

Ver­schie­dene Gross­rä­tin­nen und Gross­räte for­der­ten den Abbruch der aktu­el­len Pla­nung. So sagte etwa Mar­tin Aeschli­mann (EVP), das Aus­füh­rungs­pro­jekt sollte in der vor­lie­gen­den Form nicht rea­li­siert wer­den, weil es den Bedürf­nis­sen der heu­ti­gen Zeit nicht gerecht werde. Es brau­che mehr als bloss eine «Art von Gesprächs­the­ra­pie», wie sie der Regie­rungs­rat den Geg­ne­rIn­nen aktu­ell anbiete. Viel­mehr sollte man jetzt den Mut für einen Marsch­halt auf­brin­gen, das Pro­jekt brau­che drin­gend eine Denk­pause.

Audio­file der Debatte

In die glei­che Stoss­rich­tung ziel­ten die Voten von Andrea Zryd, Luc Men­tha, Chris­toph Grupp und Julien Sto­cker. Der Grün­li­be­rale Bie­ler Stadt- und Gross­rat Stadt­rat Sto­cker reichte zudem anfangs Woche eine wei­tere Motion ein, in der er den Rück­zug des Aus­füh­rungs­pro­jekts for­dert. Dies nicht zuletzt mit dem Hin­weis auf die Umfrage im Bie­ler Tag­blatt, wonach gerade noch 21% der Befrag­ten das offi­zi­elle West­astpro­jekt unter­stüt­zen.

Obschon einige SVP- und FDP-Poli­ti­ke­rIn­nen for­der­ten, es müsse nach 50 Jah­ren Pla­nung nun end­lich vor­wärts gehen, zeigte die Debatte eines klar auf: Es braucht jetzt eine Denk­pause, ins­be­son­dere, weil sich die Situa­tion seit dem Fehl­ent­scheid der Arbeits­gruppe Stöckli aus dem Jahr 2012 stark ver­än­dert hat – und vor allem, weil sich die bis­he­ri­gen Ver­kehrs­pro­gno­sen des Kan­tons als falsch erwie­sen haben.

Regie­rungs­prä­si­dent Chris­toph Neu­haus ver­sprach denn auch, einen Bericht, der neue Ver­kehrs­zah­len berück­sich­tigt, nach­zu­lie­fern. Wann dies der Fall sein wird, liess er aller­dings offen: «Aktu­ell ist das Daten­ma­te­rial zu wenig gefes­tigt, da noch nicht alle flan­kie­ren­den Mass­nah­men fer­tig sind. Des­halb muss ich um Geduld bit­ten.»

Er sel­ber aller­dings scheint keine Geduld zu haben und will das offi­zi­elle Pro­jekt wei­ter vor­an­trei­ben – so ver­kün­dete er: «Ein Marsch­halt nützt nichts, wir haben 300 Mil­lio­nen Rück­stel­lun­gen in den Büchern des Kan­tons Bern. Der Bund hat Geld zurück­ge­stellt – das Par­la­ment könnte beschlies­sen, das Geld ander­orts zu gebrau­chen.»

Man müsse dran blei­ben und eine Lösung fin­den, die man in der Region Biel akzep­tie­ren könne, sagte Neu­haus wei­ter und zeigte sich bereit, mit dem ASTRA um die Dimen­sio­nen der inner­städ­ti­schen Ein- und Aus­fahr­ten zu ver­han­deln und sprach auch von mög­li­chen Ver­bes­se­run­gen beim Ver­re­si­us­krei­sel.

Offen­bar hat man in Bern immer noch nicht begrif­fen, dass Kos­me­tik am Aus­füh­rungs­pro­jekt nicht reicht und nicht ziel­füh­rend ist. Die bei­den inner­städ­ti­schen Anschlüsse sind – laut der BT-Umfrage vom Okto­ber – für fast zwei Drit­tel der Bevöl­ke­rung nicht akzep­ta­bel!

Auch wenn Regie­rungs­rat Neu­haus sich einer ganz­heit­li­che­ren Dis­kus­sion über die Ver­kehrs­ent­wick­lung in der Region Biel ver­wei­gert: So oder so gebie­tet die Ver­nunft, jetzt erst ein­mal die «gefes­tig­ten» Resul­tate der Ver­kehrs­er­he­bun­gen abzu­war­ten. Oder spie­len reale Ver­kehrs­ent­wick­lun­gen für die Befür­wor­ter gar keine Rolle, weil es ihnen ein­zig darum geht, das mil­li­ar­den­schwere Bau­pro­jekt durch­zu­pau­ken?

Nun, ver­schie­dene Gross­rä­tIn­nen haben in den letz­ten Wochen und Tagen eine Reihe wei­te­rer Motio­nen gegen den Bie­ler West­ast ein­ge­reicht. Der Marsch­halt ist somit unum­gäng­lich – die Denk­pause bereits ein­ge­lei­tet. Zumal die «Berei­ni­gung» der hän­gi­gen Ein­spra­chen bis vor Bun­des­ge­richt noch Jahre bean­spru­chen wird.

Warum nicht diese Zeit nut­zen, für eine offene Dis­kus­sion und die Suche nach Lösun­gen, die zukunfts­fä­hig sind? Und dann: Ach­tung kehrt, vor­wärts marsch in eine neue Rich­tung!

 


 

NEUE WEGE WAGEN

 

 

Das offi­zi­elle A5-West­astpro­jekt ist so gut wie tot. Auch wenn es noch nicht alle wahr­ha­ben wol­len: Die geplante Auto­bahn mit den inner­städ­ti­schen Anschlüs­sen wird nie gebaut wer­den. Was die Befür­wor­ter, die das offi­zi­elle Pro­jekt trotz wach­sen­dem Wider­stand aus der Bevöl­ke­rung durch­drü­cken wol­len, gerne unter­schla­gen: Gegen das Pro­jekt sind 650 Ein­spra­chen ein­ge­gan­gen. Fach­leute sagen: Der A5-West­ast ist in der vor­lie­gen­den Form nicht bewil­lig­bar. – Aber auch das West­ast-so-bes­ser-Pro­jekt wird nie umge­setzt wer­den. Dies haben sowohl die Behör­den des UVEK wie der Ber­ner Regie­rungs­rat mehr­fach betont.

Höchste Zeit, diese Aus­gangs­lage zu akzep­tie­ren – und neu zu den­ken!

Wer die Region See­land als Gan­zes betrach­tet und Lösun­gen für die Zukunft sucht, dem bie­tet sich nun eine his­to­risch ein­ma­lige Gele­gen­heit für einen gros­sen Wurf: Am 16. Novem­ber hat die «Lands­ge­meinde Zukunft Drei-Seen-Land» in Mur­ten bekräf­tigt, dass eine 3. Jura­ge­wäs­ser­kor­rek­tion im See­land unum­gäng­lich ist, will man die land­wirt­schaft­li­chen Flä­chen im Gros­sen Moos auch künf­tig nut­zen kön­nen. Denn für die Land­wirt­schafts­ex­per­ten steht fest: Weil der Torf­bo­den lau­fend absackt, braucht es in den kom­men­den Jah­ren umfas­sende Boden­sa­nie­run­gen, sonst wird das Land über kurz oder lang unfrucht­bar. Geschätzte Kos­ten: Min­des­tens 1 Mil­li­arde CHF.

 

Hier kommt eine Idee ins Spiel, die bis­her leicht­fer­tig als Uto­pie und nicht rea­li­sier­bar abqua­li­fi­ziert wurde: Die kleine See­land-Tan­gente – eine im Tage­bau kos­ten­güns­tig zu bau­ende Tun­nel­stre­cke, deren Aus­hub für die Rena­tu­rie­rung der bedroh­ten Böden ein­ge­setzt wer­den kann. Damit hätte man zwei Flie­gen auf einen Schlag:

  • eine unter­ir­di­sche, unsicht­bare Ver­bin­dung zwi­schen dem A5-Ost­ast Biel/Bienne und der A5 in Thielle NE
  • ein land­wirt­schaft­lich sanier­tes Gros­ses Moos, mit gerings­tem Ver­lust an Kul­tur­land.

Kurt Roh­ner, der «Erfin­der» die­ses inter­dis­zi­pli­nä­ren Ansat­zes, war lange Jahre Kreis­pla­ner für das See­land und kennt die Situa­tion wie kaum ein ande­rer. Er ist über­zeugt: «Das ergibt eine echte Win-win-Situa­tion, die man den Land­wir­ten auch so kom­mu­ni­zie­ren kann. Meine Erfah­rung: Trag­bare und opti­male Lösun­gen fin­den sich nur, wenn alle Betei­lig­ten einen Nut­zen haben und mit­re­den kön­nen. Ich bin der Mei­nung, dass es solch inter­dis­zi­pli­näre Ansätze braucht, die über den Stras­sen­bau hin­aus­wei­sen und Raum­pla­nung, Land- und Forst­wirt­schaft sowie Öko­lo­gie mit­ein­be­zie­hen.»

Jetzt sind bei den poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­gern helle Köpfe gefragt, die das Poten­tial die­ser Lösung erken­nen und es wagen, aus­ser­halb des her­kömm­li­chen Schub­la­den­den­kens Alli­an­zen zu suchen und krea­tive neue Wege zu wagen.

 


 

 

 

ERGEBNISOFFENER (?)
DIALOG

Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus for­dert von den West­ast-Geg­ne­rIn­nen einen «ergeb­nis­of­fe­nen Dia­log» – und schliesst fol­gende Ergeb­nisse zum vorn­her­ein aus, indem er die Rah­men­be­din­gun­gen dik­tiert:

A.  Keine Dis­kus­sion über :  Neu­be­ur­tei­lung der Ver­kehrs­pla­nung im See­land auf­grund aktu­el­ler Zukunfts­sze­na­rien – zurück auf Feld 1
 
B.  Keine Dis­kus­sion über : Das Alter­na­tiv­pro­jekt «Kleine See­landt­an­gente»
 
C.  Keine Dis­kus­sion über : Das Alter­na­tiv­pro­jekt «WESTAST so bes­ser»
 

D.  Keine Dis­kus­sion über :  Vie­les mehr        (in Eigen­re­gie bestimmt vom Chef­dia­lo­gen Neu­haus)

Ergeb­nis­of­fen heisst dem­nach nichts ande­res als: Den Schäf­chen gut zure­den, immer wie­der, bis sie müde sind. Und dann wird das Aus­füh­rungs­pro­jekt wie geplant umge­setzt.

Das wäre dann im End­ef­fekt ein ergeb­nis­lo­ser Dia­log. Warme Luft. Zeit- und Ener­gie­ver­schwen­dung.

Der­weil fin­den sich im heu­ti­gen Bie­ler Tag­blatt gleich vier Leser­briefe, die  einen ech­ten Dia­log for­dern. Vor­aus­set­zung dafür: Die Bereit­schaft auch auf Sei­ten der Behör­den, für einen ech­ten – sprich ergeb­nis­of­fe­nen – Dia­log. – Die Bevöl­ke­rung ist bereit. 

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PANIK AUF DER
KOMMANDOBRÜCKE

Es sieht nicht gut aus, für die Pro­mo­to­ren des A-5-West­asts. Nur noch 21% der Bevöl­ke­rung ste­hen laut Umfrage hin­ter dem Auto­bahn­teil­stück mit zwei Anschluss­schnei­sen mit­ten in der Stadt Biel. Mit einer der­art gerin­gen Unter­stüt­zung in der Region ist das anti­quierte Auto­bahn­pro­jekt defi­ni­tiv vom Tisch.

Weit gefehlt! Das klare Umfra­ge­re­sul­tat ist für harte Bär­ner Gringe und Ewig­gest­rige genauso wenig ein Grund über die Bücher zu gehen, wie all die Fak­ten und Argu­mente, die klar gegen das A5-West­astpro­jekt spre­chen.

Im Gegen­teil: Mit der Lobby-Ver­an­stal­tung vom letz­ten Mon­tag erfolgte von Sei­ten der regio­na­len Wirt­schafts­ver­bände der Start­schuss zu einem erneu­ten Anlauf, das offi­zi­elle Pro­jekt doch noch durch­zu­bo­xen. Mit einem neuen Komi­tee, einem neuen Web-Auf­tritt, einer neuen FB-Site und – man glaubt es kaum: Mit einer neuen Peti­tion!

Nun, wenn die Ber­ner Wirt­schafts­ver­bände glau­ben, gut zu geschäf­ten, indem sie eine Mil­lio­nen-Kam­pa­gne für ein tot­ge­sag­tes Pro­jekt lan­cie­ren, ist das ihre Sache. Was aber gar nicht geht, ist deren aktive Unter­stüt­zung durch Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus!

Er hat nicht nur, zusam­men mit ASTRA-Direk­tor Jürg Röth­lis­ber­ger, an der Lobby-Ver­an­stal­tung der Wirt­schafts­ver­bände für den offi­zi­el­len West­ast gewor­ben, son­dern pos­tet auch den Auf­ruf zur Peti­tion auf sei­ner Face­book-Site!

Einer­seits lädt der Ber­ner Regie­rungs­prä­si­dent alle Par­teien immer wie­der zu einem «ergeb­nis­of­fe­nen Dia­log ein», stellt aber gleich­zei­tig klar, dass es keine wei­te­ren Vari­an­ten­dis­kus­sio­nen geben werde – und schwingt die Wer­be­trom­mel für die PR-Initia­tive der Wirt­schafts­ver­bände.

Was gilt nun? – Wider­sprüch­li­che Bot­schaf­ten sind nicht för­der­lich für einen Dia­log, sie stif­ten bloss Ver­wir­rung. – Die Bevöl­ke­rung in der Region Biel hat bewie­sen, dass sie sich nicht für dumm ver­kau­fen lässt. Diese Bot­schaft ist offen­bar im Büro Neu­haus immer noch nicht ange­kom­men.

 


 

NUR MAGERE 21% FÜR GEPLANTEN WESTAST!

Eine über­wäl­ti­gende Mehr­heit von 65 Pro­zent der Bevöl­ke­rung in der Region Biel lehnt das offi­zi­elle Auto­bahn­pro­jekt ab. Dies zeigt eine Umfrage, die im Okto­ber vom Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tut Demo­scope im Auf­trag der Gass­mann Medien durch­ge­führt wor­den ist. Dem­nach befür­wor­ten gerade mal 21 Pro­zent der Befrag­ten den Bau der A5-Westastau­to­bahn mit den inner­städ­ti­schen Anschlüs­sen,  14 Pro­zent gaben keine Ant­wort. 

Lei­der wurde bei der Fra­ge­stel­lung ein­mal mehr nur zwi­schen dem offi­zi­el­len und dem alter­na­ti­ven West­astpro­jekt unter­schie­den. Andere, rea­lis­ti­sche Lösun­gen, wie sie etwa Rai­mund Rode­wald von der Stif­tung Land­schafts­schutz ins Gespräch brachte,  wur­den nicht berück­sich­tigt.

An einem nicht-öffent­li­chen Lobby-Anlass der see­län­di­schen Wirt­schafts­kam­mer mit dem kan­to­na­len Han­dels- und Indus­trie­ver­ein hat man die aktu­el­len und für West­ast-Befür­wor­ter erschre­cken­den Zah­len vor­ge­stellt.  Am 13. Novem­ber prä­sen­tierte das Bie­ler Tag­blatt dazu eine Son­der­bei­lage (zah­lungs­pflich­tig!). 

Diese ent­hält unter ande­rem ein gros­ses Inter­view mit dem Bie­ler Stadt­prä­si­den­ten Erich Fehr, der zur Umfrage sagt: «Es ist ein deut­li­ches Resul­tat, dar­über bin ich froh.» Wei­ter macht er deut­lich: «Das Aus­füh­rungs­pro­jekt kann nicht wie vor­ge­se­hen durch­ge­zo­gen wer­den.» Er erachte es nicht als sinn­voll, die­ses durch­zu­drü­cken.

Genau dies haben sich aber die Wirt­schafts­ver­bände der Region zum Ziel gesetzt: Sie kün­dig­ten eine Gross­of­fen­sive an mit der Bil­dung eines neuen Pro-Komi­tees an, «um dem offi­zi­el­len A5-West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt defi­ni­tiv zum Durch­bruch zu ver­hel­fen.»  

Auch Regie­rungs­prä­si­dent Chris­toph Neu­haus stellte sich ein­mal mehr hin­ter das offi­zi­elle Pro­jekt und will die­sem künf­tig mit «bes­se­rer Kom­mu­ni­ka­tion» zu mehr Akzep­tanz ver­hel­fen. Wie ASTRA-Direk­tor Röth­lis­ber­ger hält auch Neu­haus daran fest, dass es keine wei­te­ren Vari­an­ten-Dis­kus­sio­nen geben werde: Ent­we­der das offi­zi­elle Pro­jekt – oder kei­nen A5-West­ast.

Aller­dings unter­stüt­zen längst nicht alle Unter­neh­me­rIn­nen das anti­quierte Stadt­au­to­bahn­pro­jekt. So sagte etwa Hans-Ulrich Gygax, Grün­der und lang­jäh­ri­ger Chef des Bie­ler Mode­hau­ses «Bijou les Bou­ti­ques», gegen­über dem BT, es sei «den Leu­ten Sand in die Augen gestreut», wenn man behaupte, dass die geplan­ten Anschlüsse zu einer Ver­kehrs­ent­las­tung füh­ren wür­den.

Auch die gros­sen wirt­schaft­li­chen Player der Region stel­len sich offen­bar nicht hin­ter die Promo-Initia­tive für das offi­zi­elle West­astpro­jekt. Auf Anfrage des BT erklärte z.B. die Swatch: «Wir äus­sern uns nicht zu Pro­jek­ten, die den Hori­zont von 30 Jah­ren über­schrei­ten.» Und die UBS, die in Biel künf­tig ein Ser­vice-Cen­ter mit rund 600 Mit­ar­bei­te­rIn­nen betreibt, liess ver­lau­ten, die meis­ten ihrer Mit­ar­bei­te­rIn­nen wür­den mit dem öV anrei­sen.

Wer die genauen Umfrage-Resul­tate erfah­ren und die Stel­lung­nah­men lesen will, muss das Bie­ler Tag­blatt kau­fen – am Kiosk oder für CHF 2.20 online einen Tages­pass erwer­ben…

 


 

WESTAST FÜHRTE ZU
DENKBLOCKADE

«Wir ste­cken in einer Sack­gasse. Der Fak­ten­check zwi­schen dem alter­na­ti­ven Pro­jekt und der amt­li­chen West­astva­ri­ante geht von der Prä­misse aus, eine 100% Lösung aus Sicht des Auto­fah­rers zu bie­ten. Das ist eine fal­sche Fra­ge­stel­lung», sagt Rai­mund Rode­wald, Geschäfts­lei­ter der Stif­tung Land­schafts­schutz Schweiz SL.

Im Inter­view mit Gabriela Neu­haus bekräf­tigt und begrün­det er die For­de­rung nach einem «Übungs­ab­bruch» beim West­ast. Die Stif­tung Land­schafts­schutz hatte die­sen Schritt bereits im Okto­ber in einer Medi­en­mit­tei­lung gefor­dert. Auto­bahn­pla­nung habe zu einer Denk­blo­ckade geführt, sagt der erfah­rene Land­schafts­schüt­zer. Diese müsse weg, um den Weg für eine zukunfts­fä­hige Pla­nung frei zu machen, wel­che die Region als Gan­zes mit ein­be­ziehe.

Rode­walds Appell an die Bie­ler Stadt­be­hör­den: «Eine Stadt, die wäh­rend Jah­ren zur Bau­stelle mutiert, wo Dut­zende von Häu­sern für eine Auto­bahn abge­ris­sen und Hun­derte von Bäu­men abge­holzt wer­den, wo Streit und Ohn­macht herr­schen, hat schlechte Kar­ten im Stand­ort­mar­ke­ting. Das darf nicht gesche­hen. Da hat die Stadt­re­gie­rung eine Ver­ant­wor­tung – auch wirt­schaft­lich gese­hen! Sie muss für soziale Ent­span­nung und Kohä­renz sor­gen. Das geht nur ohne West­ast!»

HIER GEHT’S ZUM INTERVIEW:

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FLANIERMEILE BAHNHOFSTRASSE
STATT AUTOBAHNANSCHLUSS
BIENNE CENTRE

Unter dem Titel «Wird die Bahn­hofstrasse zur Fla­nier­meile?» stellt das Bie­ler Tag­blatt heute die Idee einer ver­kehrs­freien Zone zwi­schen Bahn­hof und Zen­tral­platz vor­ge­stellt.

Eine Begeg­nungs-, Fla­nier- und Ein­kaufs­meile, ganz ohne Bus- und Taxi­ver­kehr. Das klingt ver­heis­sungs­voll und hat Poten­zial. Aller­dings gibt es auch einige Knack­punkt. Vor allem, weil die zahl­rei­chen Bus­li­nien, die heute durch die Bahn­hofstrasse fah­ren, umge­lei­tet wer­den müss­ten. Die Umset­zung wäre mach­bar, heisst es bei den Ver­kehrs­be­trie­ben der Stadt Biel. VB-Direk­tor Chris­to­phe Kneuss sagte gegen­über dem BT: «Wir wären län­ger­fris­tig nicht abge­neigt, solange die Behör­den mit Herz­blut dabei sind.»

Die Bele­bung der Bie­ler Innen­stadt ist in der Tat ein Pro­jekt, für das es sich lohnt, Herz­blut zu inves­tie­ren.

Wer den Faden wei­ter spinnt, kommt aller­dings schnell zum Schluss: Die Fla­nier­meile geht nur ohne A5- West­ast! Denn eines steht fest: Der ohne­hin über­las­tete Ver­re­si­us­platz kann nicht gleich­zei­tig als ÖV-Dreh­scheibe und Auto­bahn-Aus­fahrt genutzt wer­den…

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BIELER TRAM 4.0

Im 19. Jahr­hun­dert gehörte das See­land schweiz­weit zu den Pio­nie­ren des öffent­li­chen Ver­kehrs: Nach Genf war Biel die zweite Stadt in der Schweiz, die sich ein Tram leis­tete. 

70 Jahre spä­ter war Biel dann die erste Schwei­zer Stadt, die das Tram wie­der abschaffte: 1948 fuhr die letzte Stras­sen­bahn nach Bözin­gen – damit war für Biel das Kapi­tel Tram abge­schlos­sen.

Zumin­dest vor­läu­fig: Im Rah­men der vom Bund unter­stütz­ten Agglo­me­ra­ti­ons­pro­jekte ent­stand die Idee einer «neuen ÖV-Achse». Dies, weil sich das süd­li­che See­ufer immer mehr zum Wohn­ge­biet ent­wi­ckelte, wäh­rend im Bözin­gen­feld neue Arbeits­plätze ent­stan­den. Mit dem Bau des soge­nann­ten Regio­trams soll­ten diese bei­den Gebiete bes­ser mit­ein­an­der ver­bun­den wer­den.

2015 beschlos­sen die Behör­den­de­le­ga­tion der betrof­fe­nen Gemein­den und die Ber­ner Bau­di­rek­to­rin, das Regio­tram zu schub­la­di­sie­ren. – Die Begrün­dung: Zu teuer! Der  Bie­ler Stadt­prä­si­den­ten Erich Fehr sagte damals gegen­über dem Bie­ler Tag­blatt, es wäre schwie­rig «der Bevöl­ke­rung zu ver­mit­teln, wieso sie jetzt einem Mil­lio­nen-Pro­jekt zustim­men sollte, das seine volle Wir­kung erst in Jahr­zehn­ten ent­fal­tet.» 

Das Regio­tram hätte rund 300 Mil­lio­nen Fran­ken gekos­tet. Ein Bruch­teil der 2,2 Mil­li­ar­den teu­ren West­ast-Auto­bahn, deren Pla­nung man gleich­zei­tig vor­an­ge­trie­ben hat… 

Heute weiss man es bes­ser: Immer mehr wün­schen sich, dass das längst ver­al­tete mons­tröse A5-West­astpro­jekt in die Schub­lade ver­senkt wird. Dafür sollte die Regio­tram-Pla­nung wie­der her­vor­ge­holt, aktua­li­siert und vor­an­ge­trie­ben wer­den…

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 STATT VARIANTENSTREIT:
 ZIELE FORMULIEREN

5000 Leute – quer durch die Bevöl­ke­rung. Die ein­drück­li­che Demo vom 3. Novem­ber 2018 in Biel zeigt: Der Wider­stand gegen die A5-Westastau­to­bahn wächst wei­ter. Dies nicht zuletzt, weil immer mehr Men­schen sich über das Mons­ter­pro­jekt und seine Aus­wir­kun­gen infor­mie­ren. Und weil man heute weiss: Es gibt Alter­na­ti­ven!

Einer, der schon vor lan­ger Zeit einen Alter­na­tiv­vor­schlag aus­ge­ar­bei­tet hat, ist der Bie­ler Pro­jekt­ent­wick­ler und Raum­pla­ner Didier Bar­det. Sein Pro­jekt «WestAstAn­ders» hat er vor bald zwei Jah­ren prä­sen­tiert – bei den Behör­den stellte man sich aber taub. – Das hat sich nun geän­dert: Letzte Woche konnte er seine Ideen beim Tief­bau­amt in Bern vor­stel­len. End­lich!

Nach Jah­ren der Gesprächs­ver­wei­ge­rung von Sei­ten der poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen, ist in den letz­ten Mona­ten end­lich Bewe­gung in die West­ast-Geschichte gekom­men. Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus, der das bri­sante West­ast-Dos­sier von sei­ner Vor­gän­ge­rin Bar­bara Egger geerbt hat, ist offe­ner als seine Vor­gän­ge­rin. Auf die 5000 Teil­neh­me­rIn­nen an der Demons­tra­tion ange­spro­chen, sagte er gegen­über dem «Bund», «er könne die Vor­würfe der Geg­ner teil­weise nach­voll­zie­hen».

Mehr noch: Nach­dem es beim Kan­ton bis­her immer geheis­sen hatte, wei­tere Vari­an­ten­prü­fun­gen sei­nen nicht mög­lich, schlägt Neu­haus nun neue Töne an und sagt, «er könne sich durch­aus vor­stel­len, nach der nächs­ten Sit­zung der Behör­den­de­le­ga­tion mit den Geg­nern zusam­men­zu­sit­zen, um eine ’externe Beur­tei­lung’ des Pro­jekts fest­zu­le­gen.»

Das klingt alles immer noch sehr vage. Doch viel­leicht hel­fen ja Didier Bar­dets Ideen? Denn über sei­nen Pro­jekt­vor­schlag hin­aus, hat er sich Gedan­ken gemacht, wie man aus der ver­fah­re­nen Situa­tion her­aus und wei­ter kom­men könnte. In einem Brief, den er Ende Okto­ber an alle invol­vier­ten Inter­es­sen­grup­pen und Behör­den geschickt hat, zeigt er auf, wes­halb es falsch ist, ver­schie­dene Vari­an­ten gegen­ein­an­der aus­zu­spie­len.

Sol­che Ver­glei­che wür­den – wie das Bei­spiel des «Fak­ten­checks» zwi­schen dem offi­zi­el­len und dem WASN-West­astpro­jekt gezeigt habe – auf ein Kräf­te­mes­sen mit einem Gewin­ner und einem Ver­lie­rer hin­aus­lau­fen. Damit ris­kiere man ein voll­stän­di­ges Schei­tern, führt Bar­det wei­ter aus und for­dert, dass man künf­tig nicht mehr Vari­an­ten ver­tei­digt, son­dern Ziele for­mu­liert und diese ins Zen­trum stellt.

Ein ver­nünf­ti­ger Rat­schlag. Viel­leicht würde es unter die­sen Vor­zei­chen auch dem Bie­ler Gemein­de­rat leich­ter fal­len, den längst über­fäl­li­gen Ent­scheid pro oder kon­tra West­ast end­lich zu tref­fen und die ver­kehrs­po­li­ti­schen Ziel­set­zun­gen der Stadt Biel pro­ak­tiv fest­zu­le­gen.

Als ver­nünf­tige Ziel­set­zun­gen nennt Didier Bar­det:

  • die Limi­tie­rung des moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehrs
  • bes­sere Bedin­gun­gen für den Fahr­rad- und Fuss­ver­kehr
  • die Ent­las­tung der Quar­tiere vom moto­ri­sier­ten Ver­kehr.

Wie diese Ziele zu errei­chen sind, dar­über braucht es eine breite Dis­kus­sion. Diese setzt aber vor­aus, dass alle Ziel­set­zun­gen gleich­wer­tig zur Debatte ste­hen – ohne Wenn und Aber.  Die Gewich­tung und die Umset­zung muss im Dia­log mit der Bevöl­ke­rung und nicht im Rat­haus­käm­mer­lein erfol­gen.

 

 


 

BIEL GEWINNT!
A5-WESTAST AUF DER
VERLIERERSTRASSE

Das Video zur Demo… 

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DER WIDERSTAND WÄCHSTUNAUFHALTSAM

Doch einer hat gefehlt…

 

 

«STOP WESTAST» – «AXE OUEST – C’EST LA PESTE» – «AUTOBAHN NO PASARAN». Die Bot­schaft war deut­lich: Die Men­schen, die am 3. Novem­ber in Biel auf die Strasse gin­gen, wol­len keine Auto­bahn im Zen­trum der Stadt! Und es waren viele – deut­lich mehr noch als im Sep­tem­ber 2017 an der ers­ten Demo «Biel wird laut» – dies­mal sind es laut SRF Tages­schau oder Tele­Bärn gegen 5000 gewe­sen.

Und wich­tig: Es war ein Quer­schnitt der gesam­ten Bevöl­ke­rung ver­tre­ten: Jung und Alt, Fami­lien mit Kin­dern, Grup­pen von Jugend­li­chen aus Biel und der Umge­bung. Sogar ein paar Unter­stüt­ze­rIn­nen, die von St. Gal­len, Zürich, Luzern oder Bern ange­reist waren. Ein Demons­trant trug gar ein Schild mit der Auf­schrift «BERN gegen den West­ast» mit sich…

Auch wenn einige Medien jetzt ver­brei­ten, dass die West­ast-Geg­ne­rIn­nen, die ges­tern auf die Strasse gin­gen, anstelle des Aus­füh­rungs­pro­jekts mit den inner­städ­ti­schen Anschlüs­sen einen durch­ge­hen­den West­ast-Tun­nel woll­ten – an der Demo sel­ber war davon keine Rede! Ein Beob­ach­ter stellte fest: «Nie­mand hat für den ‹WESTAST so bes­ser› gewor­ben!» In Biel ist man längst einen Schritt wei­ter: West­ast STOPP heisst die Devise, und ALLE Vari­an­ten auf den Tisch – auch eine Null­va­ri­ante.

Es gibt inno­va­ti­vere, kos­ten­güns­ti­gere und vor allem ziel­füh­ren­dere Lösun­gen als den Bau von Auto­bah­nen durch die Stadt oder unter der Stadt hin­durch. «Mehr Beton oder mehr Grün?» stand auf einem Trans­pa­rent. Seine Trä­ge­rin führte einen Strauss Schilf­halme mit – eines von vie­len fei­nen aber kla­ren Voten im lau­ten Spek­ta­kel gegen den West­ast.

Ivo Thal­mann wies als Spre­chers des Komi­tees «West­ast so nicht!» unter lau­tem Applaus der Anwe­sen­den dar­auf hin, dass es sich beim vor­lie­gen­den Auto­bahn­pro­jekt um eine längst über­holte Pla­nung «aus den 1950er Jah­ren» handle. Er for­derte den Abbruch des Mons­ter­pro­jekts, das «von alten Män­nern erar­bei­tet und beschlos­sen wurde. Die Pla­nung der Zukunft, sagte er, gehöre in die Hände der Jun­gen. Und die hät­ten andere Ideen. Erneut ein Rie­sen­ap­plaus.

Wei­tere Ein­drü­cke, hier kli­cken:

LEO’S DEMOGALERIE

 

 


 

LOBBYING PRO-WESTAST
LÄUFT AUF HOCHTOUREN!

Die Kri­tik an der geplan­ten West­ast-Auto­bahn reisst nicht ab – zu Recht. Das Bau­pro­jekt ist weder stadt-, noch umwelt­ver­träg­lich, zudem ver­al­tet, zu teuer und unnö­tig…

Eigent­lich gebie­tet die Ver­nunft längst, diese mons­tröse Übung abzu­bre­chen, wie dies u.a. die Stif­tung Land­schafts­schutz Schweiz kürz­lich gefor­dert hat. Jüngs­tes Bei­spiel sind die Ende Okto­ber 2018 publik gewor­de­nen Zah­len zur Ver­kehrs­ent­wick­lung seit der Eröff­nung des A5-Ost­asts: Sie zei­gen, dass Bund und Kan­ton mit ihren Ver­kehrs­pro­gno­sen völ­lig dane­ben lagen. Wer heute die Ver­kehrs­si­tua­tion in der Region Biel nüch­tern ana­ly­siert kommt zum Schluss: Der geplante West­ast ist defi­ni­tiv das fal­sche Mit­tel, um reale und behaup­tete Ver­kehrs­pro­bleme der Region zu bekämp­fen.

Doch lei­der sind nüch­terne Betrach­tun­gen, die zukunfts­fä­hige Lösun­gen ins Zen­trum stel­len, nicht jeder­manns Sache. Die Gemein­de­räte von Nidau, Ipsach und Port etwa lies­sen in den letz­ten Wochen ver­lau­ten, sie stün­den hin­ter dem West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt und hoff­ten auf eine rasche Umset­zung.

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Auch die Wirt­schafts­ver­bände sind eif­rig am Lob­by­ie­ren. So lud etwa die Wirt­schafts­kam­mer Biel-Bienne-See­land, zusam­men mit dem Han­dels- und Indus­trie­ver­ein des Kan­tons Bern ihre Mit­glie­der für den 12. Novem­ber ins Bie­ler Volks­haus. Thema der Ver­an­stal­tung: «Der A5-West­ast – wich­tige Vor­aus­set­zung für die Wirt­schaft.»

Als Refe­ren­ten waren ASTRA-Direk­tor Jürg Röth­lis­ber­ger und Bau­di­rek­tor Chris­toph Neu­haus ein­ge­la­den. Ein Input­re­fe­rat mit dem Titel «Der Puls der regio­na­len Wirt­schaft» wurde vom Bie­ler Tagblatt/Le Jour­nal du Jura prä­sen­tiert, die als Medi­en­part­ner der Ver­an­stal­tung fun­gie­ren.

Zwei Wochen spä­ter folgt dann eine zweite Ver­an­stal­tung – auf der Web­seite der Wirt­schafts­kam­mer als «Input Anlass für die Gemein­den» ange­kün­digt. Dem Ver­neh­men nach wird Regie­rungs­rat Neu­haus auch dort mit von der Par­tie sein. Ob er in sei­nen Refe­ra­ten auch die Argu­mente gegen das Aus­füh­rungs­pro­jekt, wie etwa  die aktu­ells­ten Ver­kehrs­zah­len, dar­le­gen  wird?

Wohl kaum. Denn die Stoss­rich­tung der Lob­by­is­ten ist klar: Sie wol­len den West­ast, um jeden Preis und mög­lichst subito. Sie neh­men die stadt­zer­stö­ren­den Anschlüsse mit­ten in der Stadt in Kauf. Haupt­sa­che Auto­bahn… Dies mit Unter­stüt­zung der Exe­ku­ti­ven der Agglo­me­ra­ti­ons­ge­mein­den. Aller­dings: Auch in Port, Nidau, Ipsach oder Aar­berg gibt es Wider­stand gegen den geplan­ten West­ast. Nur wer­den diese Stim­men nicht gehört, wie auch die West­ast-Geg­ne­rIn­nen in Biel von ihren poli­ti­schen Ver­tre­te­rIn­nen lange nicht gehört wor­den sind.

Umso wich­ti­ger, dass auch die West­ast-Geg­ne­rIn­nen in den umlie­gen­den Gemein­den laut wer­den! Eine Gele­gen­heit bie­tet sich nächs­ten Sams­tag, 3. Novem­ber an der gros­sen Demo:  Alle West­ast-Geg­ne­rIn­nen aus dem gan­zen See­land erhe­ben ihre Stim­men und signa­li­sie­ren ihren Behör­den und dem Kan­ton: STOPP WESTAST!

 

Kom­men­tar von Denis Ros­sel auf FB:

 


 

OSTAST SCHAFFT WESTAST AB

Ende Okto­ber 2018 wur­den die Resul­tate der Ver­kehrs­zäh­lun­gen, die seit der Ost­ast-Eröff­nung erho­ben wur­den, publik. Sie bestä­ti­gen, was Beob­ach­te­rIn­nen schon lange fest­ge­stellt haben: Das pro­gnos­ti­zierte Ver­kehrs­chaos im Bereich der geplan­ten West­ast-Auto­bahn ist aus­ge­blie­ben.

Mehr noch: Statt der ange­droh­ten Mehr­be­las­tung hat sogar auf dem Guido-Mül­ler-Platz, auf der Länd­te­strasse oder im Stedtli Nidau die Zahl der an einem durch­schnitt­li­chen Werk­tag gezähl­ten Fahr­zeuge abge­nom­men, wie der heute im Bie­ler Tag­blatt publi­zier­ten Tabelle zu ent­neh­men ist.

Dar­aus zie­hen wir zwei Schlüsse:

1. Die vor der Ost­ast-Eröff­nung erstell­ten Ver­kehrs­pro­gno­sen waren dane­ben: Die von den Auto­bahn­be­für­wor­tern her­auf­be­schwo­re­nen Chaos-Sze­na­rien sind aus­ge­blie­ben. Das den Berech­nun­gen zugrunde lie­gende Modell geht von fal­schen Annah­men aus. Mit dem glei­chen Modell soll auch der Bau des West­asts gerecht­fer­tigt wer­den.

2. Der West­ast ist defi­ni­tiv über­flüs­sig – in der Region Biel braucht es keine wei­te­ren Stras­sen­ka­pa­zi­tä­ten. Die Ver­kehrs­si­tua­tion kann und muss wei­ter opti­miert wer­den durch die Umset­zung der noch aus­ste­hen­den flan­kie­ren­den Mass­nah­men sowie wei­te­rer Len­kungs­mass­nah­men und Ver­bes­se­run­gen beim ÖV und für den Fuss- und Velover­kehr.

Nicht nur Biel, auch die umlie­gen­den Gemein­den pro­fi­tie­ren lang­fris­tig von einem Ver­zicht auf den West­ast! Eine zukunfts­fä­hige Ent­wick­lung der Region trägt der Land­schaft Sorge. Denn fest steht: Der Ost­ast bringt zwar Ent­las­tung für die Stadt und dar­über hin­aus – doch schön und men­schen­freund­lich ist auch die­ses Infra­struk­tur­bau­werk nicht. Dazu Marc Meichtry, Gemein­de­prä­si­dent von Brügg gegen­über dem Bie­ler Tag­blatt: «Wenn man dem Brüg­ger Wald­rand ent­lang spa­ziert, dann sieht man den mas­si­ven Ein­schnitt in die Natur. Bis weit in den Wald hin­ein ist das Rau­schen der Auto­bahn zu hören.»

Des­halb gilt es nun mit allen Mit­teln, den unnö­ti­gen, zer­stö­re­ri­schen West­ast zu ver­hin­dern! 

 


 

 

DER WESTAST
VON STRASBOURG

 

Idyl­li­sche Ver­hält­nisse für Fuss­gän­ge­rIn­nen und Velo­fah­rende in der Innen­stadt von Stras­bourg – dank klu­ger Len­kung. Die Belie­fe­rung von Geschäf­ten erfolgt mit Trans­port-Fahr­rä­dern, Fuss­gän­ge­rIn­nen haben Vor­tritt, Autos ver­ir­ren sich sel­ten ins Zen­trum…

Doch auch in der Region Stras­bourg droht ein West­ast: Wer auf dem Rad­weg dem idyl­lisch gele­ge­nen Kanal de la Bru­che ent­lang nach Stras­bourg fährt, trifft unver­mit­telt auf Trans­pa­rente und Pla­kate mit der Auf­schrift «Non au GCO». – Seit Jah­ren weh­ren sich die Men­schen hier gegen die Zer­stö­rung ihrer Dör­fer und Fel­der durch eine Auto­bahn, gegen die sich bereits 2006 über 80 Pro­zent der Bevöl­ke­rung aus­ge­spro­chen haben…

GCO steht für Grand Con­tour­ne­ment Ouest – gemeint ist die geplante Auto­bahn-West­um­fah­rung von Stras­bourg. Sozu­sa­gen ein West­ast à la française. In der Tat weist das Pro­jekt zahl­rei­che Par­al­le­len zum Bie­ler West­ast-Pro­jekt auf…

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ÜBUNGSABBRUCH!

Es war mit­ten in den Herbst­fe­rien und dürfte des­halb dem einen oder der ande­ren ent­gan­gen sein. Dabei ist höchst bemer­kens­wert, dass mit der Stif­tung Land­schafts­schutz Schweiz SL end­lich ein renom­mier­ter Ver­band klar Stel­lung bezieht und einen Abbruch der aktu­el­len West­ast-Pla­nun­gen for­dert.

In ihrer Medi­en­mit­tei­lung vom 8. Okto­ber bringt es die SL auf den Punkt: «Die amt­li­che West­ast-Vari­ante ist in gros­sen Tei­len der Bevöl­ke­rung nicht akzep­tiert und aus Umwelt­sicht auch nicht bewil­li­gungs­fä­hig.» Sie schlägt des­halb vor, «ein ‹Reset› in Form einer par­ti­zi­pa­ti­ven, zukunfts­ge­rich­te­ten Ver­kehrs­pla­nung zu star­ten, die der Bevöl­ke­rung und dem Stadt­bild gerech­ter wird.»

Wei­tere Dis­kus­sio­nen über das West­ast-Alter­na­tiv­pro­jekt fin­det die Stif­tung nicht ziel­füh­rend: «Für die SL steht die Frage, ob eine Alter­na­tiv­va­ri­ante hin­sicht­lich Ver­kehrs­ent­las­tung mit der amt­li­chen Vari­ante ver­gleich­bar sein muss, gar nicht im Vor­der­grund. Viel­mehr muss es darum gehen, mit wel­chen Mass­nah­men der städ­ti­sche Bin­nen­ver­kehr so opti­miert wer­den kann, dass die urbane Land­schaft, die Erho­lungs­ge­biete am See, die Bau­kul­tur und das städ­ti­sche Innen­klima auf­ge­wer­tet wer­den.»

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PONTEVEDRAEINE STADT MACHT’S VOR

Pon­te­ve­dra ist die Haupt­stadt der spa­ni­schen Pro­vinz Gali­zien. Sie zählt gut 80’000 Ein­woh­ne­rIn­nen – Ten­denz stei­gend. Die Stadt erfreut sich gros­ser Beliebt­heit und hat ein tol­les Image, was Zuzü­ge­rIn­nen anlockt. Genau das, wovon die Bie­ler Behör­den seit Jah­ren träu­men. – Doch der Erfolg von Pon­te­ve­dra hat hand­feste Gründe…

«Wir haben hier ein Para­dies», schwärmt  Stadt­prä­si­dent Miguel Anxo Fernán­dez Lores. Als er 1999 erst­mals gewählt wurde, sei das his­to­ri­sche Zen­trum tot gewe­sen, wird er im Guar­dian zitiert, der am 18. Sep­tem­ber eine Repor­tage über die nord­spa­ni­sche Stadt publi­ziert hat: «Es war ein Dro­gen­um­schlags­platz und vol­ler Autos – eine mar­gi­na­li­sierte Zone. Unsere Stadt war auf dem abstei­gen­den Ast, ver­dreckt und mit vie­len Ver­kehrs­un­fäl­len.» Wer konnte, zog weg. 

Um diese Abwärts­spi­rale auf­zu­hal­ten, woll­ten Lores und sein Team zuerst Mass­nah­men für bes­sere Ver­kehrs­be­din­gun­gen ergrei­fen. Schliess­lich wähl­ten sie aber einen völ­lig ande­ren Weg: «Statt­des­sen ent­schie­den wir uns, den Bewoh­ne­rIn­nen den öffent­li­chen Raum zurück­zu­ge­ben. Um dies zu errei­chen, muss­ten wir die Autos los­wer­den», erklärt er das Vor­ge­hen.

Also unter­band man den stadt­que­ren­den Auto­ver­kehr. Die ober­ir­di­schen Par­k­lätze wur­den auf­ge­ho­ben und durch Park­mög­lich­kei­ten an den Rän­dern der Stadt ersetzt. Ampeln ersetzte man kon­se­quent durch Krei­sel, dehnte die Auto freie Zone bald über den inne­ren Kreis des Zen­trums wei­ter aus und führte auf dem Stadt­ge­biet flä­chen­de­ckend Tempo 30 ein. – Seit­her hat sich die Innen­stadt neu belebt, die Bewoh­ne­rIn­nen sind öfter zu Fuss oder mit dem Fahr­rad unter­wegs – und dank der neuen Lebens­qua­li­tät zählte man in den letz­ten Jah­ren rund  12’000 Neu­zu­zü­ge­rIn­nen…

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«HÜT SI MIR HAUT SCHLÖIER»

Im heu­ti­gen Bie­ler Tag­blatt wie­der zwei Leser­briefe, die einen Abschied von der West­ast-Sack­gass­pla­nung for­dern. So schreibt etwa Hel­mut Fuh­rer aus Mei­nis­berg: «Manch­mal darf und muss man frü­here Ent­scheide in Frage stel­len, umso mehr, wenn diese nicht mehr zeit­ge­mäss sind. Nach der Rea­li­sie­rung des Ost­asts braucht es den West­ast defi­ni­tiv nicht (auch nicht den «West­ast so bes­ser»)! – Und Françoise Ver­rey Bass aus Biel fragt: «Aber ist eine West­um­fah­rung über­haupt nötig, in Anbe­tracht der wahr­schein­li­chen Zukunft ohne die Ver­kehrs­pro­bleme von heute, weil es den Auto­ver­kehr so wie heute nicht mehr geben wird?»

Diese Leser­briefe zei­gen ein­mal mehr: Die Parole der Stunde heisst: Stop West­ast – es braucht drin­gend eine neue Situa­ti­ons­ana­lyse. Erst danach kann man ernst­haft dar­über dis­ku­tie­ren, wel­che Ver­kehrs­len­kungs­mass­nah­men in der Region Biel nötig und zukunfts­fä­hig sind.

 

thumbnail of 20181001_BT_LBBie­ler Tag­blatt, 1.10.2018

 


 

OHNE TUNNEL
BRAUCHT’S KEINE KAMINE

Der Exper­ten­streit ist voll im Gang: Auch der Arti­kel im Bie­ler Tag­blatt vom 29. Sep­tem­ber bringt keine Klar­heit.  Zwar wird noch ein­mal der «Streit um die Kamine in der Stadt» nach­ge­zeich­net. Zur Erin­ne­rung: Der «Ver­gleich» zwi­schen dem Aus­füh­rungs­pro­jekt für den A5-West­ast und dem Alter­na­tiv­pro­jekt des Komi­tees West­ast so nicht! kommt zum Schluss, dass für Letz­te­res in der Stadt «bis zu sie­ben Mul­ti­funk­ti­ons­stel­len  it ober­ir­di­schen Abluft­ka­mi­nen» vor­ge­se­hen seien – wobei die Kamine höher sein müss­ten als alle die Gebäude im Umkreis von 50 Metern. Dies wie­derum bestrei­ten die Fach­leute vom Komi­tee West­ast so nicht. Wer recht hat, bleibt unklar.

Lei­der wur­den keine neuen Exper­ten­mei­nun­gen über die soge­nann­ten Mul­ti­funk­ti­ons­stel­len, die beim West­ast-so-bes­ser-Tun­nel gleich­zei­tig als Ret­tungs­schächte mit Flucht­we­gen und als Abluft­ka­mine die­nen sol­len,  ein­ge­holt. Nebst den unter­schied­li­chen Ein­schät­zun­gen des Kan­tons-Exper­ten und den Fach­leu­ten vom Komi­tee über die not­wen­dige Höhe der Kamine, ist auch strit­tig, ob für den Bau der Nischen und Trep­pen­ab­gänge ein Gefrier­ver­fah­ren ein­ge­setzt wer­den müsste oder nicht.

Egal, wer nun recht hat – Tat­sa­che ist: Die Unter­tun­ne­lung der Stadt ist und bleibt ein ris­kan­tes Unter­fan­gen – egal, ob für das vom Kan­ton prä­fe­rierte Aus­füh­rungs­pro­jekt oder für den West­ast-so-bes­ser-Tun­nel. Ein Risiko, das man tun­lichst ver­mei­den sollte – zumal man es auch ver­mei­den kann:

Für eine zukunfts­fä­hige Ver­kehrs­be­wäl­ti­gung in der Region Biel braucht es keine Mil­li­ar­den teu­ren Tun­nel, die nicht nur wäh­rend der Bau­zeit viel kos­ten (und mög­li­cher­weise gar sehr viel mehr als aktu­ell bud­ge­tiert), son­dern auch im Betrieb teuer blei­ben, wegen des auf­wän­di­gen Unter­halts.

Des­halb ist es an der Zeit, diese unsin­ni­gen Tun­nel­ge­schich­ten zu begra­ben und vor­wärts zu schauen: Es gibt viele Mög­lich­kei­ten und ele­gante Wege, wie Biel auch in Sachen Ver­kehrs­be­wäl­ti­gung wie­der zur Zukunfts­stadt wer­den kann! An einer Tagung wurde die neue Mobi­li­täts­po­li­tik kürz­lich auf den Punkt gebracht: Grips statt Bricks…

 

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MUT ZUR VERNUNFT!

In der aktu­el­len Aus­gabe der Wochen­zei­tung Biel-Bienne erhält Gil­bert Hürsch,  Geschäfts­füh­rer der Wirt­schafts­kam­mer Biel-See­land, eine Platt­form. Er nutzt sie, um über die lau­ten West­astgeg­ne­rIn­nen zu schimp­fen, über die sei­ner Mei­nung nach ein­sei­tige Medi­en­be­richt­erstat­tung, und er ver­un­glimpft dabei gleich noch all jene, die sich – zeit­ge­mäss – für eine Reduk­tion des Moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehrs stark machen.

Eine selt­same Hal­tung, für einen Wirt­schafts-Pro­mo­tor, der es eigent­lich bes­ser wis­sen sollte: Die Zukunft gehört nicht den Ewig­gest­ri­gen! Wer die Region Biel-See­land wirk­lich vor­wärts brin­gen will, sollte bes­ser auf die Zei­chen der Zeit ach­ten. Und sich SOFORT von längst über­hol­ten Ansät­zen und ver­al­te­ten Pro­jek­ten ver­ab­schie­den.

Zum Glück wer­den die Stim­men, die Ver­nunft und zukunfts­fä­hige Ver­kehrs­pla­nung ein­füh­ren, immer mehr und lau­ter! Ver­nünf­tig ist, so Fred Rohr­bach im heu­ti­gen Bie­ler Tag­blatt, wenn man sich vor einer Inves­ti­tion fragt: «Ist sie nötig, und wenn ja, warum?» – Des­halb habe er sich die West­ast-Pro­ble­ma­tik genauer ange­schaut und ist die West­ast-Stre­cke abge­fah­ren.

Seine Beob­ach­tun­gen: «Über 100 Ampeln, Fuss­gän­ger­strei­fen und Bus­hal­te­stel­len auf der Fahr­bahn sor­gen für Stress, Ärger und gewoll­ten Stau min­des­tens am Abend, damit auch  jedem klar wird: Es braucht den West­ast und die 2,2 Mil­li­ar­den Fran­ken! Tags­über kaum Ver­kehr!

Wenn man also sämt­li­che Ampeln abmon­tie­ren und Krei­sel bauen würde, eine Unter­füh­rung bei der BTI-Bahn auf die Bern­strasse, beim Gym­na­sium und bei der Schnei­der­strasse eine Unter­füh­rung für Fuss­gän­ger sowie die Bad­haus­strase unter die Länd­te­strasse füh­ren würde, dann wären da kaum mehr Staus zu sehen.» 

Sein Fazit: «Es braucht kei­nen West­ast! Es braucht nur Mut zur Ver­nunft!»

Eine Lek­türe, die Herrn Hürsch sehr zu emp­feh­len ist! – Hier der voll­stän­dige Leser­brief:

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DIE KAFFEESATZLESER
VOM ASTRA

Jahr für Jahr zählt das Bun­des­amt für Stras­sen (ASTRA) die Anzahl Stau­stun­den in der Schweiz. Für 2017 kam man auf die stolze Summe von 25’853 Stun­den, allein auf dem Natio­nal­stras­sen­netz. Das ent­spre­che einer Zunahme von 7,4% im Ver­gleich zum Vor­jahr – und einer Ver­dop­pe­lung seit 2009.

Doch was heisst das über­haupt, Stau­stun­den? Wie wer­den diese ermit­telt, was bedeu­tet der Aus­druck? Wie berech­net man soge­nannte «Zeit­ver­luste» durch Stau?

Gerne ver­kau­fen Ver­kehrs­for­scher ihr Métier als exakte Wis­sen­schaft. Aus­ge­rech­net der Blick in den ASTRA-Jah­res­be­richt zur Ver­kehrs­ent­wick­lung und Ver­füg­bar­keit von Natio­nal­stras­sen belehrt uns aber eines Bes­se­ren…

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DAS LANGE WARTEN AUF DEN BIELER GEMEINDERAT

Zwei wei­tere Leser­briefe im Bie­ler Tag­blatt vom 24. Sep­tem­ber wei­sen erneut in die rich­tige Rich­tung: Es ist höchste Zeit, unter die aktu­elle West­ast-Pla­nung einen Schluss­strich zu zie­hen. – Gefragt ist nun end­lich ein muti­ger Schritt der Bie­ler Stadt­re­gie­rung, die Abstand nimmt von der Fehl­pla­nung ihrer Vor­gän­ger. – Unglaub­lich aber wahr: Mehr als zwei Wochen sind ver­gan­gen, seit dem Gespräch der Bie­ler Gemein­de­rats­de­le­ga­tion mit dem Ber­ner Regie­rungs­prä­si­den­ten Chris­toph Neu­haus. Und noch immer schweigt sie.

 

 

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VERKEHRSPOLITIK:
ABSCHIED VOM WACHSTUMSDOGMA

«Sind wir heute immer noch mit den glei­chen Zukunfts­vor­stel­lun­gen wie vor 50 Jah­ren unter­wegs?» Diese Frage, gestellt von der Mobi­li­täts­for­sche­rin Merja Hoppe, würde wohl nie­mand mit Ja beant­wor­ten. Trotz­dem bestim­men in der heu­ti­gen Ver­kehrs­po­li­tik Modelle die Ent­schei­dun­gen für künf­tige Ent­wick­lun­gen, die schon in den Sech­zi­ger­jah­ren des letz­ten Jahr­hun­derts Anwen­dung fan­den. Ein Fakt, der an der von der Ener­gie­stif­tung Schweiz SES orga­ni­sier­ten Fach­ta­gung zum Thema «Mobi­li­tät der Zukunft» von allen Refe­ren­tIn­nen scharf kri­ti­siert wurde.

«Der  sub­ven­tio­nierte Kapa­zi­täts­aus­bau führt zu einer Kos­ten­spi­rale und zu Fehl­ent­wick­lun­gen», kon­sta­tierte etwa Daniel Mül­ler-Jentsch von Ave­nir Suisse und for­derte «mehr Kos­ten­wahr­heit im Ver­kehr.» Der renom­mierte Ver­kehrs­for­scher Her­mann Kno­fla­cher plä­dierte für eine kon­se­quente «Ver­kehrs­wende», die im Gehirn anfan­gen muss: «Das Auto hat sich in unse­rem Köp­fen ein­ge­nis­tet und das gesamte Wer­te­sys­tem unse­rer Gesell­schaft ver­än­dert. Wir haben dem Auto­mo­bi­lis­mus alles unter­ge­ord­net – das müs­sen wir ändern: Statt in phy­si­sche Ener­gie müs­sen wir künf­tig wie­der ver­mehrt in geis­tige Ener­gie inves­tie­ren.»

Ent­schleu­ni­gung, För­de­rung und Gleich­stel­lung des Fuss- und Velover­kehrs mit den ande­ren Ver­kehrs­trä­gern, inter­dis­zi­pli­näre Zusam­men­ar­beit, der Ein­satz neuer Tech­no­lo­gien, die Ver­net­zung unter­schied­li­cher Mobi­li­täts­an­ge­bote oder die Bekämp­fung des Staus an des­sen Quelle waren wei­tere Stich­worte in der Dis­kus­sion um die Suche nach einer neuen, nach­hal­ti­gen Mobi­li­tät, die nicht nur weni­ger Res­sour­cen ver­braucht, son­derrn auch die Lebens­qua­li­tät för­dert… 

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VON DER AUTO-
ZUR VELOSTADT

Ist Biel nun eine Auto- oder eine Velo­stadt? – Gestützt auf Sta­tis­ti­ken, die besa­gen, dass die Auto­di­chte in Biel über­durch­schnitt­lich hoch sei, stellte Regie­rungs­rat Neu­haus in den letz­ten Wochen wie­der­holt fest: «Biel ist eine Auto­stadt».

Nein, sagte am ver­gan­ge­nen Mon­tag in Nidau ein Besu­cher der West­ast-Info­ver­an­stal­tung. Biel sei eine Velo­stadt. Denn die Zei­ten, als in Biel Autos mon­tiert wur­den seien längst vor­bei. Velos hin­ge­gen wür­den auch heute noch gebaut. Zudem – dar­über herrscht weit­herum Einig­keit – ist die Region Biel eigent­lich prä­de­sti­niert, fürs Velo­fah­ren. Was es jedoch drin­gend bräuchte, auch dar­über sind sich zumin­dest Velo­fah­rende einig, sind sichere Velo­wege, die die­sen Namen auch ver­die­nen.

Im Bie­ler Tag­blatt vom 21. Sep­tem­ber befas­sen sich gleich zwei Leser­briefe mit Fra­gen zur Mobi­li­tät in der Region Biel.

Theo Hofer erwähnt in sei­nem Leser­brief über das Velo-Poten­zial in und um Biel eine schöne Geschichte – die hof­fent­lich Schule macht: «Ein Bekann­ter von mir wohnt in Alfer­mée und arbei­tet in Brügg. Er brachte sein Auto für den Ser­vice in eine Garage in Brügg. lei­der stand kein Ersatz­fahr­zeug zur Ver­fü­gung. Der Gara­gist bot ihm ein E-Bike an. Zu sei­nem Erstau­nen kam er 20 Minu­ten frü­her zu Hause an und war erst noch guter Dinge. Der Arbeits­weg wurde ent­las­ten­der. Er ent­schied sich zum Kauf eines E-Bikes.»

Auch Eva Schnei­ter-Krat­ti­ger, alt Gemein­de­prä­si­den­tin von Bell­mund, hat in die Tas­ten gegrif­fen. Sie weist in ihrem Leser­brief auf die Kli­ma­er­wär­mung hin, und dar­auf, dass sich auch die Schweiz zur CO2-Reduk­tion ver­pflich­tet habe. In Bezug auf den West­ast stellt sie des­halb die Frage: «Ist es unter die­sen Umstän­den rich­tig, die­ses Pro­jekt zu rea­li­sie­ren, wel­ches in aller­ers­ter Linie die Bedürf­nisse des moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehrs befrie­digt? Ein Pro­jekt, wel­ches ins­be­son­dere mit dem Anschluss Bienne Centre gera­dezu eine Ein­la­dung schafft, um mit dem Auto bis mit­ten in die Stadt hin­ein zu fah­ren?»

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ENGAGIERTE BÜRGERINNEN
SCHWEIGENDER GEMEINDERAT

Auch ges­tern wie­der vier Leser­briefe im Bie­ler Tag­blatt von enga­gier­ten Bie­le­rin­nen und Bie­lern gegen die A5-Westastau­to­bahn . Immer drän­gen­der wer­den die Stim­men, die for­dern, dass Biel vor die­ser dro­hen­den Bau­stelle, vor den stadt­zer­stö­ren­den Auto­bahn­lö­chern und dem aus der Zeit gefal­le­nen Pro­jekt ver­schont bleibt. Doch der Bie­ler Gemein­de­rat schweigt wei­ter­hin beharr­lich…

Wie lange noch? – Die Bie­ler Bür­ge­rin­nen und Bür­ger war­ten schon viel zu lange auf eine klare Stel­lung­nahme ihrer Regie­rung zuguns­ten ihrer Stadt!

 


 

«Ohne Auto­bahn-Anschlüsse
mit­ten in der Stadt:  
Zurück auf Feld 1!»

 

Die vom Tief­bau­amt des Kan­tons Bern orga­ni­sierte Infor­ma­ti­ons-Ver­an­stal­tung vom 17. Sep­tem­ber war ein span­nen­des Exem­pel in Demo­kra­tie: In der gut besetz­ten Aula des Weid­tei­le­schul­hau­ses in Nidau refe­rierte Regie­rungs­prä­si­dent und Bau­di­rek­tor Neu­haus, unter­stützt von sei­nen Exper­ten, ein letz­tes Mal über den amts­in­ter­nen Ver­gleich zwi­schen dem von der Ver­wal­tung favo­ri­sier­ten A5-West­astpro­jekt und der Alter­na­tive «West­ast so bes­ser».

Die Stim­mung im Saal war klar gegen das Aus­füh­rungs­pro­jekt mit den 2 offe­nen Schnei­sen mit­ten in der Stadt.

Aller­dings stellte der Bau­di­rek­tor unmiss­ver­ständ­lich klar: weder die Ber­ner Finanz­di­rek­to­rin noch das Astra seien bereit, Finan­zen für wei­ter­ge­hende Alter­na­ti­ven­prü­fun­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len. Bei die­ser Gele­gen­heit wurde auch publik, dass der vor­lie­gende «Ver­gleich» den Kan­ton CHF 370’000 Fran­ken gekos­tet habe.

Kri­tik am Ergeb­nis die­ses «Ver­gleichs» nimmt Bau­di­rek­tor Neu­haus ent­ge­gen, seine Mei­nung ist aber gemacht: Der Kan­ton hält daran fest, dass sein Aus­füh­rungs­pro­jekt bes­ser abschnei­det als die Alter­na­tive. Trotz­dem wurde aus dem Publi­kum fast ein­hel­lig der Ver­zicht auf die bei­den inner­städ­ti­schen Anschlüsse gefor­dert. Wor­auf der Bau­di­rek­tor erneut Klar­text redete: «Ohne Anschlüsse braucht es ein neues Gene­rel­les Pro­jekt – das heisst: Zurück auf Feld 1.» Er stellte aber genauso klar fest: «Gegen den Wil­len der Bevöl­ke­rung wird nicht gebaut». Um der Bie­ler Bevöl­ke­rung gleich noch einen Tipp zu geben, wie der Wille der Bevöl­ke­rung fest­ge­stellt wer­den kann, fügte er an: «Ver­lan­gen Sie doch eine Kon­sul­ta­tiv­ab­stim­mung». Damit hat Stadt­prä­si­dent Erich Fehr einen Steil­pass erhal­ten, den er nur noch in einen erfolg­rei­chen Tor­schuss umwan­deln muss.

Eine gute Nach­richt! Denn mit einem kla­ren NEIN zum West­ast könnte man unter eine jahr­zehn­te­alte Fehl­pla­nung eind­lich einen sau­be­ren Schluss­strich zie­hen. Der Bie­ler Archi­tekt Ste­phan Buch­ho­fer brachte es an der Ver­an­stal­tung wun­der­bar auf den Punkt: «Es ist absurd, 2,2 Mil­li­ar­den aus­zu­ge­ben für so wenige Auto­bahn­ki­lo­me­ter – die­ser Film lief vor 50 Jah­ren! Heute sind wir an einem Punkt, wo dies der fal­sche Film ist – gerade wenn man sieht, was sich auf dem Gebiet der Mobi­li­tät aktu­ell ent­wi­ckelt…»

Chris­toph Neu­haus wie­der­holte dar­auf eines sei­ner wie­der­keh­ren­den Argu­mente – näm­lich, dass die heute kri­ti­sier­ten Anschlüsse sei­ner­zeit nicht vom Kan­ton, son­dern von Biel gewünscht wor­den seien. Was nur bedingt stimmt: Es gab von Anfang an viele kri­ti­sche Stim­men gegen die Auto­bahn­an­schlüsse in der Stadt. Tat­sa­che ist aber, dass diese keine Chance hat­ten auf Gehör: Der dama­lige Bie­ler Stadt­prä­si­dent Hans Stöckli («Bienne c’est moi»), ein vehe­men­ter Ver­fech­ter der Westastau­to­bahn mit den inner­städ­ti­schen Anschlüs­sen, nahm die «Behör­den­de­le­ga­tion» ins Schwitz­kästli und setzte sich 2010 auf der gan­zen Linie durch.

Heute poli­ti­siert Hans Stöckli im Stän­de­rat und will sich nicht mehr äus­sern, zum West­ast-Erbe, das er sei­ner Stadt hin­ter­las­sen hat. – Und die aktu­elle Bie­ler Stadt­re­gie­rung? Lange hat sie Stöck­lis Hin­ter­las­sen­schaft die Stange gehal­ten und ver­tei­digt. In die­sem Früh­jahr hat sie sich aller­dings bereit erklärt, einen unab­hän­gi­gen Fak­ten­check in Sachen West­ast zu unter­stüt­zen. Seit­her herrscht Funk­stille.

Letzte Woche führte Stadt­prä­si­dent Fehr zusam­men mit Bau­di­rek­to­rin Bar­bara Schwi­ckert eben­falls Gesprä­che mit Regie­rungs­rat Neu­haus – genauso wie andere Inter­es­sens­grup­pen. Bis heute weiss die Bevöl­ke­rung aller­dings nicht, wie sich ihr Stadt­prä­si­dent und der Bie­ler Bemein­de­rat aktu­ell zur West­astfrage stellt. Eine sol­che Geheim­nis­krä­me­rei ist nicht akzep­ta­bel.

Die Stimme Biels ist in Sachen West­ast von ent­schei­den­der Bedeu­tung: In einer nächs­ten Runde wird Regie­rungs­rat Neu­haus die «Behör­den­de­le­ga­tion» begrüs­sen. Und da ver­tritt Stadt­prä­si­dent Fehr nicht nur die grösste betrof­fene Gemeinde – son­dern vor allem auch jene Stadt, die durch die mons­trö­sen Anschlüsse unheil­bar beschä­digt würde. Sagt Fehr ein­deu­tig nein zu den Auto­bahn­schnei­sen, wird Regie­rungs­prä­si­dent im Ber­ner Rat­haus – wenn er Wort hält – ebenso ein­deu­tig Bericht erstat­ten müs­sen: «Zurück auf Feld 1. Wir suchen und fin­den eine bes­sere Lösung.»

 


 

«DIE SECHSTE GENERATION WIRD ZUFRIEDEN SEIN»

 

Im Bie­ler Tag­blatt vom 17. Sep­tem­ber for­dern gleich zwei Leser­briefe einen Stopp des aktu­el­len West­ast-Pro­jekts. Mit unter­schied­li­chen, über­zeu­gen­den Argu­men­ten.

Hans Peter Walt­her erin­nert daran, dass die SVP immer wie­der Spar­übun­gen for­dert – aus­ser beim Ver­kehr. Die Mil­li­ar­den, die in Biel ver­locht wer­den sol­len, wür­den die Stadt kaputt machen, fährt er fort: «Dem Moloch Ver­kehr opfert Biel einen gan­zen Stadt­teil. Der spe­zi­elle Charme der Stadt wird für ewig ver­lo­ren gehen. Mit Geld wird man die Zer­stö­rung nicht rück­gän­gig machen kön­nen. Biel wird eine ampu­tierte, ver­wun­dete Stadt mit Beton­ban­da­gen blei­ben» – schreibt er und bringt weist dar­auf hin, der West­ast könne «das Ver­kehrs­pro­blem der Stadt nicht lösen. Es wird nur um die Ecke an einen ande­ren Ort ver­la­gert.»   ZUM LESERBRIEF

André Meier weist  in sei­nem Leser­brief dar­auf hin, dass wir es beim West­ast mit einem «Genera­tio­nen­pro­blem­pro­jekt» zu tun haben. Ein ers­ter Fehl­ent­scheid erfolgte bereits vor Jahr­zehn­ten, mit dem Ent­scheid, die «Auto­strasse am engen nörd­li­chen See­ufer zu bauen.» Die zweite Genera­tion habe sich für den Ost­ast ent­schie­den – ein guter Ent­scheid, wie er schreibt. Im Gegen­satz zum West­astpro­jekt, das die dritte Genera­tion nun durch­drü­cken wolle.Sein Vor­schlag: Aktu­ell sollte ganz und gar aufs Bauen ver­zich­tet wer­den, «so dass die vierte Genera­tion alle diese Fehl­ent­scheide sel­ber noch kor­ri­gie­ren », und die nächste Genera­tion in in 15 bis 20 Jah­ren ent­schei­den kann, was für eine Lösung sie bevor­zugt. Ein wei­ser Rat, den man nur unter­stüt­zen kann!  ZUM LESERBRIEF

 


 

ES REICHT!

KEINE ALIBIÜBUNGEN MEHR,
HERR NEUHAUS

 

 

Er freue sich auf die Gesprä­che, hatte Regie­rungs­rat Neu­haus ges­tern Vor­mit­tag noch auf der FB-Site der IG Häb› Sorg zur Stadt gepos­tet. Die Bau­di­rek­tion des Kan­tons Bern hatte die «Bevöl­ke­rung für ein offe­nes Gespräch» über die West­um­fah­rung Biel ins Kon­gress­haus ein­ge­la­den.

Was die rund 250 Anwe­sen­den dann aller­dings vor­ge­setzt beka­men, war eine Ali­bi­übung son­der­glei­chen: Weit über die Hälfte der ange­setz­ten Ver­an­stal­tungs­zeit mono­lo­gi­sier­ten der Bau­di­rek­tor sowie vom Kan­ton enga­gierte Exper­ten buch­stäb­lich «von oben herab» über das West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt, wie auch über die Alter­na­tive «West­ast so bes­ser».

Dass auf dem Podium bloss Ver­fech­ter des Aus­füh­rungs­pro­jekts sas­sen und die Initi­an­ten des Alter­na­tiv­vor­schlags ihr Pro­jekt nicht ein­mal sel­ber vor­stel­len durf­ten, zeugt von der her­ab­las­sen­den und  unein­sich­ti­gen Hal­tung beim Kan­ton gegen­über dem Enga­ge­ment und Know-how der West­astgeg­ner­schaft. Das enga­gierte Publi­kum liess die seit zehn Tagen vor­lie­gen­den par­tei­ischen Bewer­tun­gen der bei­den Pro­jekte gedul­dig über sich erge­hen. 

In der anschlies­sen­den «Dis­kus­sion» kamen aus dem Saal durch­ge­hend ernst­hafte Voten, wäh­rend sich Regie­rungs­rat Neu­haus damit begnügte, kon­kre­ten Fra­gen aus­zu­wei­chen und Argu­mente abzu­wim­meln – nicht sel­ten mit dif­fa­mie­ren­den Bemer­kun­gen. Sei­nem ein­gangs geäus­ser­ter Wunsch, man möge auf per­sön­li­che Angriffe ver­zich­ten und sach­lich dis­ku­tie­ren, mochte er sel­ber als Ein­zi­ger offen­bar nicht Folge leis­ten. Sou­ve­rä­ni­tät geht anders.

 


 

KLARGESTELLT:


KANTON BERN UND BIEL
WOLLTEN DEN A5-WESTASTGILT DAS HEUTE NOCH?

«Schon damals kein Freund der Anschlüsse» zitiert das heu­tige Bie­ler Tag­blatt alt Bun­des­rat Moritz Leu­en­ber­ger, der sich gegen­über dem BT erst­mals öffent­lich gegen das aktu­el­len Aus­füh­rungs­pro­jekts aus­spricht. Hier der voll­stän­dige Arti­kel:

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Zur Erin­ne­rung: 1997 hatte der Bun­des­rat das dama­lige Aus­füh­rungs­pro­jekt für den A5-West­ast zurück. «Zu teuer, zu mas­sive Ein­griffe in die städ­ti­sche Grün­zone und Zusatz­kos­ten von rund einer Mil­li­arde Fran­ken infolge wei­te­rer Tun­nel­be­geh­ren am Nord­ufer des Bie­ler­sees,» lau­tete die Begrün­dung. Der dama­lige Ver­kehrs­mi­nis­ter Moritz Leu­en­ber­ger ord­nete des­halb eine Mach­bar­keits­stu­die für Alter­na­ti­ven zum West­ast-Pro­jekt an. Ins­be­son­dere auch, weil er die «Stras­sen­füh­rung ent­lang dem Ufer von Lig­erz» als Feh­ler taxierte.

WEITERLESEN:

Wes­halb der Schrift­stel­ler Jörg Stei­ner Bun­des­rat Moritz Leu­en­ber­ger anno 1997 einen Brief schrieb, der bis heute Gül­tig­keit hat…

 


 

MEHR MOBILITÄT
GEFORDERTIM HIRN

Pflicht­lek­türe für Bie­ler Stadt­rat und Ber­ner Regie­rungs­rat

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WO IST DER STAU

Eine Moment­auf­nahme vom Don­ners­tag, 6. Sep­tem­ber 2018 – die Bil­der auf der Länd­te­strasse wur­den um 17.06 geschos­sen – wenige Minu­ten spä­ter dann jenes in der Bahn­hof­un­ter­füh­rung. – Eine Moment­auf­nahme, ja. Ein Zufall?

In den letz­ten Wochen haben wir ver­mehrt sol­che Ver­kehrs­be­ob­ach­tun­gen gesam­melt. Fazit: Sto­cken­der Ver­kehr ist immer wie­der mal zu beob­ach­ten. Aber Stau? – Ein Beob­ach­ter, der im Alpen­strass-Quar­tier wohnt, sagt: «Von mei­ner Woh­nung aus habe ich den Über­blick über die See­vor­stadt, die Länd­te­strasse und bis zur Bern­strasse. Seit der Eröff­nung des Ost­asts gibt es defi­ni­tiv keine Staus mehr. Höchs­tens sto­cken­den Ver­kehr, wäh­rend den Stoss­zei­ten – ver­ur­sacht durch die Licht­si­gnal­an­la­gen.» 

 

EURE VERKEHRSBEOBACHTUNGEN?

Gerne wei­ter­lei­ten an

office@westast.ch

 


 

KÄMPFEN LOHNT SICH!

Marc Meichtry, Gemein­de­prä­si­dent von Brügg, wurde vor vier Jah­ren nicht zuletzt dank sei­nes lang­jäh­ri­gen Enga­ge­ments gegen das erste Ost­astpro­jekt gewählt. Zur Erin­ne­rung: Die ursprüng­lich im Brügg­moos geplan­ten Auto­bahn­an­schluss­bau­ten waren noch wesent­lich grös­ser dimen­sio­niert und hät­ten die betrof­fe­nen Gemein­den noch viel stär­ker beein­träch­tigt, als dies mit dem heu­ti­gen, auch nicht gerade dis­kre­ten, Bau­werk der Fall ist.

«Wir haben Unter­schrif­ten gesam­melt. Als wir Ein­spra­che ein­ge­legt haben, war die Aus­gangs­lage die glei­che wie jetzt beim West­ast. Das Aus­füh­rungs­pro­jekt lag bereits auf, als wir sag­ten: so nicht. Und dann wurde es neu geplant», berich­tet Meichtry im heu­ti­gen Bie­ler Tag­blatt und ermu­tigt die West­astgeg­ne­rIn­nen: «Es ist nie zu spät. Was da in Biel geplant ist, ist genauso über­di­men­sio­niert, wie das Pro­jekt damals in Brügg.»

Das voll­stän­dige Inter­view im Bie­ler Tag­blatt:

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BIEL WAR WIEDER LAUT!

 

Anläss­lich der Medi­en­prä­sen­ta­tion pro­tes­tier­ten rund 350 Men­schen laut­stark vor dem Ein­gang des Kon­gress­hau­ses gegen den ein­sei­ti­gen «Ver­gleich» zuguns­ten des Aus­füh­rungs­pro­jekts für den A5-West­ast durch Biel.

Immer­hin: Am Schluss der Ver­an­stal­tung zeigte sich Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus gesprächs­be­reit – und stellte sich der Dis­kus­sion mit den besorg­ten Bür­ge­rin­nen und Bür­gern. Es bleibt zu hof­fen, dass dies ein ers­ter Schritt war – und das Ganze nicht als Ali­bi­übung ver­san­det…

 

klick den Film!      CONCERTO FÜR REGIERUNGSRAT NEUHAUS

 


 

JETZT NULLVARIANTE!

Am 31.08.2018, kurz nach zehn Uhr, star­tete die Medi­en­kon­fe­renz zum soge­nann­ten Fak­ten­check. Dies, nach­dem Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus vor­gän­gig die Gemein­den sowie die invol­vier­ten und inter­es­sier­ten Orga­ni­sa­tio­nen infor­miert hatte…

Das Komi­tee «West­ast so nicht!» titelte in sei­ner Medi­en­mit­tei­lung: «Ali­bi­übung statt ganz­heit­li­cher Vari­an­ten­ver­gleich».

Auch die IG Häb› Sorg zur Stadt nimmt mit einer Medi­en­mit­tei­lung klar Stel­lung: Jetzt Null­va­ri­ante – für eine lebens­werte Zukunft!

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STOPP WESTASTÜBERALL

 


 

DIE PROTESTSONGS GEGEN DAS AUTOBAHNPROJEKT

Zwei Songs, eine Mes­sage: Vor einer Woche die Urauf­füh­rung an der  TAVOLATA STOPP WESTAST – und nun auch zum Nach­hö­ren und Mit­sin­gen: Jetzt hat die Wider­standts­be­we­gung gegen die Westastau­to­bahn auch zwei Pro­test­lie­der!

Wir durf­ten die bei­den Kon­zerte von Los Her­ma­nos Per­di­dos und Stu­deyeah mit­schnei­den – hier das Resul­tat:

Los Her­ma­nos Per­di­dos klei­de­ten mit ihrem neuen Song «Keni Autos ir Stadt» den Pro­test gegen die Domi­nanz des moto­ri­sier­ten Ver­kehrs in mit­reis­sende Musik. Und Stu­deyeah prä­sen­tier­ten mit «West­ast so nicht – Null­va­ri­ante» eben­falls einen Pro­test­song mit Hit­po­ten­zial…

 

 


 

BEOBACHTUNGEN ZUM BIELER
VERKEHRSAUFKOMMEN

Stich­tag Diens­tag, 21. August 2018: An ver­schie­de­nen Stel­len in der Stadt Biel stan­den junge Ver­kehrs­zäh­le­rIn­nen am Stras­sen­rand. So regis­trier­ten etwa Zwei­er­teams an der Mur­ten­strasse vor dem Schlacht­haus sowie beim Ver­re­si­us­krei­sel den Ver­kehr.

Aus­ge­rüs­tet mit Uhr, Schreib­zeug und einem For­mu­lar­block, kon­zen­trier­ten sie sich auf die Num­mern­schil­der der vor­bei­fah­ren­den Motor­fahr­zeuge. Jeweils die drei letz­ten Zah­len der Zulas­sungs­num­mer wur­den ins For­mu­lar ein­ge­tra­gen – getrennt in die drei Kate­go­rien PW, LKW und Motor­fahr­rä­der.

Was sie beob­ach­ten konn­ten, ist nicht ein gott­ge­be­ner Ver­kehrs­fluss, son­dern das Resul­tat der Ver­kehrs­füh­run­gen in und um die Stadt. So wird zum Bei­spiel der von Bern her kom­mende Ver­kehr  nach Biel wie von unsicht­ba­rer Hand Rich­tung Strand­bo­den gelenkt. Auf­grund der Signa­li­sa­tion, sehen Orts­un­kun­dige, die nach Biel wol­len, bloss eine Mög­lich­keit: Die Aus­fahrt «Biel» ist auf der glei­chen Tafel ver­merkt wie «Neu­châ­tel». Das heisst, wer nach Biel will, wird über die Westachse geführt.

Die drei ande­ren Auto­bahn-Aus­fahr­ten für Biel, näm­lich «Biel-Süd» für den Kreuz­platz, «Biel-Orpund» sowie «Biel-Ost» für die Tissot-Arena sind unver­ständ­li­cher­weise nicht signa­li­siert!

Unver­züg­lich stellt sich die Frage: Wes­halb wer­den hier drei bestehende Aus­fahr­ten für Biel unter­schla­gen? Wird der von Bern her kom­mende Ver­kehr etwa absicht­lich auf die Westachse gelenkt, um dort eine Über­las­tung zu pro­vo­zie­ren? 

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DIE DISKUSSION
IST LANCIERT

In den letz­ten Tagen wurde die Vision eines Bus­bahn­hofs für Biel auf die­ser Web­site stark beach­tet, auch auf Face­book viel­fach ange­klickt und mehr­fach geteilt. Bereits sind auch erste Kom­men­ta­ren ein­ge­gan­gen. Sie rei­chen von «aus­ge­zeich­ne­ter Vor­schlag!» bis zu «cette pro­po­si­tion me laisse scep­tique pour les rai­sons sui­v­an­tes (…) »

Wei­tere Kom­men­tare, Über­le­gun­gen, Anre­gun­gen und Anmer­kun­gen zum vor­ge­schla­ge­nen Pro­jekt sind will­kom­men! Sowohl auf FB wie direkt per Mail an office@westast.ch

 

Wir sind gespannt und freuen uns auf eine leben­dige Aus­ein­an­der­set­zung und kon­struk­ti­ves Wei­ter­den­ken an der Vision:

 

LÖSUNG STATT LOCH

Mit­ten in den Som­mer­fe­rien sorgt  eine neu­ar­tige Vision für den Bau eines Bus­bahn­hofs in Biel für Gesprächs­stoff: Die vor­ge­schla­gene städ­te­bau­li­che Neu­ge­stal­tung des Are­als «hin­ter dem Bahn­hof» ver­spricht eine echte Auf­wer­tung: Genau dort, wo die Behör­den die mons­tröse Auto­bahn­ein- und Aus­fahrt Bienne Centre mit­ten in der Stadt pla­nen, soll statt­des­sen ein Bus­bahn­hof gebaut wer­den – sowie eine attrak­tive Ver­bin­dung zwi­schen Müh­le­feld­quar­tier und Bahnhof/Innenstadt. Mit viel Grün­raum und Platz für Velos und Fuss­gän­ge­rIn­nen…

Die­ser Vor­schlag hat Poten­zial! Er zeigt eine ele­gante Lösung für die ÖV-Platz­pro­bleme in Biel – und ver­spricht neues Leben für das wäh­rend Jah­ren von den Behör­den ver­nach­läs­sigte, wert­volle und zen­tral gele­gene Areal.

 

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ASTRA ÜBERHOLT SATIRE!

Ob’s an der Hitze liegt? – In der NZZ am Sonn­tag vom 29. Juli, und als saure Gurke sofort von allen Medien dank­bar auf­ge­nom­men: «Bund prüft dop­pel­stö­ckige Auto­bah­nen».

Der Grund: Laut Astra-Direk­tor Jürg Röth­lis­ber­ger lei­den Auto­fah­re­rIn­nen in der Schweiz unter zu viel Stau, ihre Geduld werde über Gebüh­ren stra­pa­ziert. Laut Sta­tis­tik gab es  2017 auf Schwei­zer Auto­bah­nen ins­ge­samt 26’000 Stau­stun­den. Bricht man diese grosse Zahl jedoch auf die 6,1 in der Schweiz imma­tri­ku­lier­ten Motor­fahr­zeuge hin­un­ter, ergibt sich pro Fahr­zeug gerade noch eine Stau­zeit von 15,34 Sekun­den – pro Jahr!

Doch Röth­lis­ber­ger sorgt sich um seine Kund­schaft und führt ins Feld, auch Auto­fah­re­rIn­nen hät­ten – gleich wie Bahn­fah­re­rIn­nen – ein «Anrecht auf ver­läss­li­che Ver­bin­dun­gen».  

Des­halb sol­len in nicht allzu fer­ner Zukunft wei­tere Stras­sen­ka­pa­zi­tä­ten geschaf­fen wer­den. Etwa mit dem Bau einer vier­ten(!) Röhre am Bar­egg – womit das Astra die wil­des­ten Vor­stel­lun­gen der Sati­ri­ker rechts über­holt!

Aller­dings weiss Röth­lis­ber­ger sogar diese Gedan­ken­spiele noch zu top­pen: Mit der Aus­sicht auf einen neuen Tun­nel mit­ten durchs Mit­tel­land – und eben der ein­gangs erwähn­ten dop­pel­stö­cki­gen Ver­kehrs­füh­rung durchs Lim­mat­tal…

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thumbnail of Schweizer Autobahn

 

NACHTRAG:

Der Auto­bahn-Aus­bau­wahn des Astra-Direk­tors sorgt auch am Fol­ge­tag der Inter­view-Publi­ka­tion für Schlag­zei­len. Tame­dia-Bun­des­haus­re­dak­tor Mar­kus Brot­schi kon­tert in sei­nem lesens­wer­ten Kom­men­tar mit den Wor­ten: «Wer brei­tere Stras­sen baut, ern­tet noch mehr Ver­kehr» und weist dar­auf hin, dass die Ant­wort auf den Mobi­li­täts­drang nicht nur Beton sein könne… 

Der Kom­men­tar im TA vom 30.7.2018:

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INTERVIEW
KURT ROHNER:

GROSSE RESONANZ

 

«Meine Idee löst im See­land drei Pro­bleme», wurde der Bie­ler Archi­tekt und Raum­pla­ner Kurt Roh­ner im Sams­tags­in­ter­view vom 7. Juli im Bie­ler Tag­blatt zitiert. 

Seit über einem Jahr wird der Doyen der Raum­pla­nung im See­land nicht müde, einen run­den Tisch zu for­dern, um die Ver­kehrs­zu­kunft der Region neu zu dis­ku­tie­ren. Seit Jah­ren denkt und plant Kurt Roh­ner zudem an Alter­na­ti­ven zum stadt­zer­stö­re­ri­schen West­ast… Gut, dass seine Stimme nun end­lich auch vom Bie­ler Tag­blatt gehört und wei­ter ver­brei­tet wurde!

Viele haben das Inter­view gele­sen – letzte Woche war es in Biel immer wie­der Gesprächs­thema. Davon zeugt auch der heu­tige Leser­brief von Hans Erb, der auf inter­es­sante Aspekte hin­weist.

So schreibt er unter ande­rem: «Es sieht also so aus, als ob vor allem die sich gerne selbst der Weit­sicht rüh­mende Stöckli-Begleit­kom­mis­sion ihren Job lau­sig gemacht hat, und nicht die Pla­ner. Die dürf­ten nüäm­lich ein­fach geplant haben, was man ihnen auf Basis von 60er Jahre-Ideen vor­ge­ge­ben hat.»

 Und wei­ter: «Auch Roh­ners Alter­na­ti­ven zur Ver­kehrs­fürung See­vor­stadt – Brügg­moss sowie seine ‹kleine See­landt­an­gente› ver­die­nen es, noch­mals geprüft zu wer­den. ‹Das dau­ert vil zu lange und ist viel zu teuer› wird dann gerne als Argu­ment vor­ge­bracht. Echt jetzt? Mei­ner Mei­nung nach ist kein Preis zu hoch und keine Dauer zu lang, um Roh­ners im Inter­view geäus­ser­tes Motto ‹Gutes erhal­ten, Ver­bes­ser­ba­res ver­bes­sern, Irrever­si­bles mög­lichst ver­hin­dern› zu berück­sich­ti­gen.»

Der Leser­brief vom 16.7.2018:

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BIEL BLEIBT SCHÖN

 

OHNE WESTAST-SCHNEISE

OHNE WESTAST-GRABEN

OHNE WESTAST-LÖCHER

OHNE WESTAST-SCHLUCHTEN

OHNE WESTAST-BETONWÜSTE

OHNE WESTAST-MEHRVERKEHR

OHNE WESTAST-RIEGEL

OHNE WESTAST-24H-LÄRM

OHNE WESTAST-EINFALLSACHSEN

OHNE WESTAST-RÜCKSTAU

OHNE WESTAST-PARKHAUS

OHNE WESTAST-FEINSTAUB

OHNEWESTAST-ABGASE

  

 

 


VIELE BEHAUPTEN
EINER ZÄHLT

«Ange­fan­gen hat es in der See­vor­stadt – vor dem Rüschli. Sofort nach der Eröff­nung des Ost­asts wollte ich wis­sen, wer nun wei­ter­hin durch die See­vor­stadt fährt. – Der Ver­kehr hat stark abge­nom­men – jetzt gibt es manch­mal Momente, da glaubt man, es komme gar kei­ner mehr», erin­nert sich der Bie­ler Arzt Eugen Häni an seine ers­ten Ver­kehrs­be­ob­ach­tun­gen im letz­ten Herbst.

Sich auf Ein­drü­cke beschrän­ken und es beim Glau­ben belas­sen, ist aller­dings nicht Eugen Hänis Sache. Er will es wis­sen. Genau wis­sen. Also hat er ange­fan­gen zu zäh­len. Zuerst in der See­vor­stadt. «Am Anfang habe ich ein­fach geschaut, wie­viele Autos auf Zehn ein Ber­ner-Num­mern­schild haben. Dann wur­den meine Beob­ach­tun­gen plus sophis­ti­qué. Ich wollte wis­sen, wer von der Neu­en­burg­strasse her kom­mend die See­vor­stadt hin­un­ter fährt, und dann, was auf der Achse des künf­ti­gen West­asts pas­siert.»

Eugen Häni führt seit eini­gen Mona­ten Pro­to­koll über seine Beob­ach­tun­gen. In den letz­ten Wochen hat er vor allem die Erhe­bun­gen an der Neu­en­burg­strasse, in der See­vor­stadt und an der Länd­te­strasse lau­fend opti­miert. In Zusam­men­ar­beit mit Ver­kehrs­spe­zia­lis­ten vom Komi­tee «West­ast so nicht!» möchte er die Beob­ach­tun­gen in nächs­ter Zeit noch wei­ter «pro­fes­sio­na­li­sie­ren». Und hofft, dass wei­tere Bür­ge­rIn­nen sei­nem Bei­spiel fol­gen. 

Eugen Häni hat den Anfang gemacht, und fährt wei­ter. Aber einer allein kann nicht die gesamte Ver­kehrs­si­tua­tion von Biel ein­fan­gen. Des­halb hier der Auf­ruf an alle, die sich in der Region bewe­gen: Teilt uns doch eure Ver­kehrs­be­ob­ach­tun­gen mit!

Pro­to­kol­liert zwi­schen­durch wäh­rend ein paar Minu­ten, was ihr beob­ach­tet – das macht auch Spass! Und schickt uns eure Ver­kehrs­be­ob­ach­tun­gen – mit genauen Anga­ben zu Zeit und Ort an: office@westast.ch

WEITERE INFOS UND DETAILS ZU EUGEN HÄNIS ERHEBUNGEN:

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DIE BEDROHTE PLATANE
AM KREISEL

Seit Men­schen­ge­den­ken steht sie da – von Pas­san­tIn­nen kaum wahr­ge­nom­men und doch ein Teil der Stadt. Wäre sie eines Mor­gens umge­sägt, ein Auf­schrei ginge durchs Quar­tier. Ein Stadt­baum, ehr­wür­dig und von bes­ter Gesund­heit – und doch bedroht.

Die Rede ist von der Pla­tane am Sand­haus-Krei­sel, zwi­schen Biel und Nidau. Vor rund 70 Jah­ren wurde sie hier gepflanzt, am Tor zum Müh­le­feld. Dort, wo heute die BTI-Bahn die Gurn­igel­strasse kreuzt, bevor sie hin­ter den Häu­sern Rich­tung Nidau ver­schwin­det…

«Man hat den Baum hier gepflanzt, um das Quar­tier zu ver­schö­nern und für unsere Lun­gen», sagt Daniel Nuss­bau­mer, Baum­pfle­ger bei der Stadt Biel. Die wich­tige Funk­tion von Stadt­bäu­men sei den Bie­le­rin­nen und Bie­lern schon früh bewusst gewe­sen. Viel­leicht sollte die junge Pla­tane an der Stras­sen­kreu­zung das ent­ste­hende Wohn­quar­tier im Müh­le­feld vor dem damals regen Betrieb im Schlacht­hof abschir­men?

Als Daniel Nuss­bau­mer den Baum vor rund 40 Jah­ren zum ers­ten Mal etwas gestutzt hat, war er etwa halb so gross wie heute. Die Pla­tane sei kern­ge­sund, ver­si­chert der Baum­pfle­ger. Sie könnte gut und gerne noch einige Meter höher wach­sen.

Könnte.… Denn auch die­ser Prachts­baum gehört zu den 745 Stadt­bäu­men, die umge­sägt wer­den sol­len, weil sie der  A5-West­ast-Bau­stelle im Weg ste­hen.

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Jura-Ver­kehrs­kor­rek­tion.
Jetzt!

 
 

Mass­nahme Nr. 1

Ab 1.9.2019:

Fahr­ver­bot für Tran­sit-Schwer­ver­kehr über 7.5 Ton­nen auf der A5 zwi­schen Thielle und Stadt­grenze  Biel. 

 

Mass­nahme Nr. 2

Fer­tig­stel­lung Auto­bahn­ver­bin­dung A5-A1 zwi­schen Thielle und Kerz­ers bis Ende 2028.

 

Mass­nahme Nr. 3

Rück­klas­sie­rung und Rück­bau A5 zwi­schen Thielle und Biel. Auf dem moder­ni­sier­ten Tras­see: Ein­rich­tung der gesamt­schwei­ze­risch ers­ten Test­stre­cke für selbst­fah­rende Elek­tro­fahr­zeuge bis 2023.

 

 


 

745 BÄUME
WOLLEN DIE  FÄLLEN

 

Genau ein Jahr ist es her, seit beherzte Bür­ge­rIn­nen in Biel und Nidau vie­len die Augen geöff­net haben: In einer Blitz­ak­tion mar­kier­ten sie Hun­derte von Bäu­men, die für den Bau der geplan­ten West­ast-Auto­bahn abge­holzt wer­den sol­len. 

Mit die­ser Aktion wurde erst­mals augen­fäl­lig, wie­viel Grün und Lebens­qua­li­tät auf dem Spiel steht: Ganze Alleen, Parks und mar­kante Ein­zel­bäume wür­den ver­schwin­den. Dar­un­ter auch viele über 50jährige Bäume, die für das Stadt­klima wich­tig und des­halb uner­setz­lich sind.

Dies kann nicht oft genug wie­der­holt und betont wer­den. Viel­leicht wäre es an der Zeit, die bedroh­ten Bäume erneut zu mar­kie­ren? Nicht zuletzt, um dem neuen Bau­di­rek­tor auf­zu­zei­gen, wie gross der Kahl­schlag wäre, falls die geplante West­ast-Auto­bahn tat­säch­lich gebaut wer­den sollte.

 

 

LINK zu den Baum­ak­tio­nen vom Juni 2016

 


 

BERN-BASHING
FEHL AM PLATZ

Eigent­lich gebührt dem Ber­ner Regie­rungs­rat ein gros­ses MERCI. Mit sei­nem kla­ren Votum gegen eine ver­tiefte Prü­fung des West­ast-so-bes­ser-Auto­bahn­pro­jekts hat er die Bie­le­rIn­nen end­lich wie­der auf die Bar­ri­ka­den gebracht. Nach der spon­ta­nen Demo und der Stadt­rats­de­batte vom 17. Mai, hat nun auch Mis­ter Biel/Bienne in die Tas­ten gegrif­fen.

«Arro­gant» titelt Mario Cor­tesi in sei­ner neu­es­ten Kolumne und beschwört den alt­be­kann­ten und gern gepfleg­ten Bie­ler Min­der­wer­tig­keits­kom­plex gegen­über Bern. «Es ist bedenk­lich», schreibt er, «wie die herr­schaft­li­chen Obrig­kei­ten in Bern mit ihren Bie­ler Unter­ta­nen umsprin­gen.» Ähn­lich lamen­tier­ten zuvor bereits die Pro­mo­to­ren der West­ast-so-bes­ser-Vari­ante sowie ver­schie­dene Stadt­rä­tIn­nen.

Mit Ver­laub: Da machen sich’s die Bie­le­rin­nen und Bie­ler nun aber zu ein­fach! Die Ver­ant­wor­tung dafür, dass es zu die­sem, wie Cor­tesi schreibt, unaus­ge­go­re­nen und städ­te­zer­stö­ren­den «Zwangs-Pro­jekt» gekom­men ist, liegt in ers­ter Linie bei den Bie­ler Ver­kehrs­po­li­ti­ke­rIn­nen. Seit Jah­ren ver­fol­gen sie ein kla­res Ziel: Sie wol­len Bun­des­gel­der ein­set­zen, um ihre haus­ge­mach­ten, inner­städ­ti­schen Ver­kehrs­pro­bleme zu lösen.

Es waren die Bie­ler, allen voran der Ex-Stadt­prä­si­dent und heu­tige Olym­pia­turbo Hans Stöckli, die für den Bau von Auto­bahn­an­schlüs­sen mit­ten in der Stadt alle Hebel in Bewe­gung gesetzt haben.

Damals wie heute kennt Stöckli keine Skru­pel und kein Zögern, wenn er etwas durch­bo­xen will. Der A5-West­ast in der vor­lie­gen­den Aus­prä­gung ist sein Erbe, das er der Stadt ein­ge­brockt hat. Die abtre­tende Bau­di­rek­to­rin des Kan­tons Bern, Bar­bara Egger, hat in all den Jah­ren immer wie­der betont, dass sie auch offen gewe­sen wäre für die Option «0-Vari­ante».

Ganz anders die «Arbeits­gruppe Stöckli», die 2010 eine breite Palette von Mög­lich­kei­ten geprüft und schliess­lich die Wei­chen für das heu­tige offi­zi­elle West­ast-Pro­jekt gestellt hat. Es sind Stöckli und seine Gefolg­schaft, die bis heute behaup­ten, es brau­che den A5-West­ast und die bei­den Anschlüsse Bienne Centre und Strand­bo­den, um «die Stadt vom Ver­kehr zu ent­las­ten.» Die­ses Man­tra gilt offen­bar bis heute. Auch wenn die Stadt­re­gie­rung sich neu­er­dings als Brü­cken­bauer ins Zeug legt und das Gespräch mit dem Komi­tee «West­ast so nicht!» sucht: Weder Stadt­prä­si­dent Erich Fehr noch Biels «grüne» Bau­di­rek­to­rin Bar­bara Schwi­ckert haben sich gegen diese Anschlüsse aus­ge­spro­chen.

Natür­lich ist es stos­send, dass sich der Regie­rungs­rat in sei­ner Ant­wort auf den von West­ast-Pro­mo­tor Peter Moser (FDP) ver­lang­ten Fak­ten­check auf eine «grobe Prü­fung» durch Fach­leute des Tief­bau­amts und des Bun­des­amts für Stras­sen (ASTRA) beschränkt. Zumal – laut Recher­chen des Bie­ler Tag­blatts – das ASTRA keine offi­zi­elle Stel­lung­nahme abge­ge­ben hat.

Das war ja aus Sicht des ASTRA auch gar nicht nötig. Auf die Vor­stösse von Evi Alle­mann im Natio­nal­rat und Daphné Rüfe­n­acht im Ber­ni­schen Gros­sen Rat hat der Bun­des­rat – in Abstim­mung mit dem ASTRA – schon vor einem Jahr klipp und klar fest­ge­hal­ten, dass der Bund nicht bereit sei, auch nur einen Fran­ken in neue West­ast-Pla­nun­gen zu inves­tie­ren. So gese­hen ist die regie­rungs­rät­li­che Ant­wort nach­voll­zieh­bar und kohä­rent. Zumal sie die For­de­run­gen der FDP-Motion voll und ganz erfüllt.

Schade, dass es Grüne und Linke ver­passt haben, ihrer­seits einen Vor­stoss im Gros­sen Rat ein­zu­rei­chen. Ana­log dem Vor­ge­hen im Bie­ler Stadt­rat, wo die Stadt­re­gie­rung nun klar den Auf­trag erhal­ten hat, die Vari­an­ten ver­tieft und «unab­hän­gig» prü­fen zu las­sen.

Noch ist auf Kan­tons­ebene aber nichts ver­lo­ren: Der Ent­scheid, wie mit der Motion Moser zu ver­fah­ren sei, liegt beim Gros­sen Rat! Die­ser wird Anfang Juni über das Geschäft bera­ten. – Statt über obrig­keit­li­che Miss­hand­lung zu jam­mern und sich als Unter­ta­nen zu bezeich­nen, wäre es jetzt an der Zeit, mit einer klu­gen Infor­ma­ti­ons­kam­pa­gne und Lob­by­ing den Par­la­men­ta­rie­rin­nen und Par­la­men­ta­ri­ern des Kan­tons Bern auf­zu­zei­gen, wes­halb die Region Biel weder wei­tere inner­städ­ti­sche Auto­bahn­an­schlüsse noch sonst irgend­wel­che Westäste braucht.

Argu­mente gibt es zuhauf. Es ist an der Zeit, dass sich die Genera­tion Bie­le­rin­nen und Bie­ler, die noch Jahr­zehnte in einer lebens­wer­ten Stadt leben wol­len, von der Poli­tik des See­land-Napo­leon Stöckli löst und den Mythos «STÖCKLI = IMMER GUT FÜR BIEL» end­gül­tig  begräbt.

 

 

 


 

 

AUS DER TRAUM!


DIE BERNER REGIERUNG BLEIBT STUR.

PUNKT. SCHLUSS.

 

thumbnail of Die Westast-Alternative ist im Regierungsrat chancenlos – News Bern: Kanton – derbund.ch

 

CLICK: DIE ANTWORT DES REGIERUNGSRATS IN VOLLER LÄNGE

 


 

ASTRA WEISS VON NICHTS

Am Mitt­woch, 16. Mai berich­tet das Bie­ler Tag­blatt aus­führ­lich und umfas­send über den Regie­rungs­rats­ent­scheid, stellt Fra­gen und deckt Hin­ter­gründe auf.

Die Recher­che zeigt: Alle haben geschum­melt: Der Kan­ton hat sich nicht – wie er in sei­ner Medi­en­mit­tei­lung und der regie­rungs­rät­li­chen Ant­wort vor­gau­kelt – mit dem ASTRA abge­spro­chen. Und die «West­ast-so-bes­ser-Auto­bahn­bauer» haben die Kos­ten ihres Pro­jekts run­ter­ge­schraubt und behaup­ten, hin­ter ihrem Pro­jekt wür­den Tau­sende ste­hen… 

Lesens­wert! 

 

thumbnail of 2018-05-16_BT_Regierungsrat

 


 

 

AB SOFORT GILT WIEDER:

 

A5-WESTAST: NEIN!

 


 

 

 

 

 


 

 

VEREIN
«NETZWERK BIELERSEE»
GEGEN A5-WESTAST

 

Zur Auf­fri­schung: es gibt 100 gute Gründe gegen das Auto­bahn­pro­jekt aus dem letz­ten Jahr­hun­dert. Hier die Argu­mente des Ver­eins «Netz­werk Bie­ler­see».

 

 

 

 


 

 

DER KANTON SCHLÄFT NICHT!

Exo­dus an der Gurn­igel­strasse: Auf Ende 2017 hat der Kan­ton Bern im Peri­me­ter des geplan­ten Auto­bahn­an­schlus­ses Biel Centre zwei wei­tere Häu­ser erwor­ben: Alt Maler­meis­ter Hans­ruedi Mül­ler hat seine bei­den Lie­gen­schaf­ten Moser­strasse 2 sowie Gurn­igel­strasse 52 an die Auto­bahn­bauer ver­kauft und ist in die­sen Tagen aus dem Müh­le­feld weg­ge­zo­gen…

Auch an der Gurn­igel­strasse 50 wer­den bald die Zügel­wa­gen vor­fah­ren: Diese Woche haben Leo Hor­la­cher und Mar­grit Schöbi einen Miet­ver­trag «aus­ser­halb der A5-West­astrou­ten» unter­schrie­ben. Nach­dem sie jah­re­lang uner­müd­lich gegen die unsin­nige Stre­cken­füh­rung der Auto­bahn mit­ten durch die Stadt und die bei­den Anschlüsse gekämpft haben, wol­len sie die unge­wisse per­spek­ti­ven­lose Situa­tion nicht län­ger erdul­den. Da ihre Lie­gen­schaft laut offi­zi­el­len West­astplä­nen der Auto­bahn wei­chen soll, konn­ten sie seit Jah­ren nichts mehr in ihr Haus und ihre Woh­nung inves­tie­ren.

«Wir wei­chen den West­ast-Gewal­ten und zie­hen im Som­mer aus unse­rem Haus in eine Miet­woh­nung um», sagt Leo Hor­la­cher. Die Hälfte der Lie­gen­schaft gehört bereits dem Kan­ton – was nun mit Horlacher/Schöbis Haus­an­teil geschieht, ist noch unge­wiss. Natür­lich hofft Hor­la­cher, dass sie die schöne Woh­nung mit dem ein­ma­li­gen Gar­ten ver­mie­ten kön­nen. Andern­falls dürfte der Kan­ton ein wei­te­res Mal den Zuschlag erhal­ten, da ein Ver­kauf auf dem freien Markt ange­sichts des dro­hen­den Ent­eig­nungs­ver­fah­rens sowohl recht­lich wie auch fak­tisch unmög­lich ist.

Noch ist es nicht soweit. Fest steht jedoch: Der Kan­ton hält stur an sei­nen Plä­nen für die inner­städ­ti­schen Anschlüsse Biel-Centre und Strand­bo­den fest. Offen­bar will man – trotz Ein­spra­chen­flut und «Westast-so-besser»-Vorschlag – die Behör­den­va­ri­ante unver­än­dert durch­drü­cken.

Nur so lässt sich erklä­ren, wes­halb der Kauf von Lie­gen­schaf­ten ent­lang der Zer­stö­rungs­achse wei­ter­hin for­ciert wird. Zudem ist davon aus­zu­ge­hen, dass SVP-Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus als Nach­fol­ger der zurück­tre­ten­den Bau­di­rek­to­rin Bar­bara Egger keine Kurs­kor­rek­tur in Rich­tung zukunfts­fä­hi­ger Ver­kehrs­pla­nung vor­neh­men wird und gera­de­aus wei­ter­fährt.

 

Mit ande­ren Wor­ten: Die West­ast-Geg­ne­rIn­nen soll­ten sich nicht in nai­ver Sicher­heit wie­gen! Auch wenn aktu­ell gegen aus­sen Funk­stille herrscht und mit wei­te­ren Ver­zö­ge­run­gen des Pro­jekts gerech­net wer­den kann: Hin­ter den Kulis­sen wird beharr­lich wei­ter gear­bei­tet – nicht an der Prü­fung der West­ast-so-bes­ser-Vari­ante, son­dern knall­hart an der Umset­zung des uralten Mons­ter­pro­jekts!

 

 


 

 

BIEL/BIENNE
VERKEHRSKNOTENPUNKT
ODER
LEBENSWERTE STADT?

Auf Erstaun­li­ches stösst, wer auf der Web­site der Stadt Biel in der erst kürz­lich auf­ge­schal­te­ten neuen Bro­schüre zur Bie­ler Stadt­ent­wick­lung stö­bert. 

Auf Seite 51 des reich bebil­der­ten Kata­logs fürs Stand­ort-Mar­ke­ting wird ver­heis­sungs­voll in Aus­sicht gestellt:

«Mit Inbe­trieb­nahme der Gesamt­um­fah­rung 2017 (Ost­ast) bzw. 2030 (West­ast) wird Biel zu einem eigent­li­chen Kno­ten­punkt für den Ost-West und Nord-Süd­ver­kehr in der Schweiz aus­ge­baut.»

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Biel anno 2030 – das Auto­bahn­dreh­kreuz der Schweiz? So etwas kann nur Stadt­mar­ke­ting-Leu­ten in den Sinn kom­men.

Zum Glück wird die Suppe nicht ganz so heiss geges­sen, wie in der Werbe-Bro­schüre ver­spro­chen. Wer etwas wei­ter blät­tert, fin­det näm­lich auf Seite 53 Erstaun­li­ches: Hier wird in Aus­sicht gestellt, dass 2018 – also noch in die­sem Jahr! – mit dem Bau des A5-West­asts begon­nen wer­den soll. So etwas erzäh­len in Biel wirk­lich nur noch die Stadt­ver­mark­ter.

Für ein­mal stel­len wir mit Erleich­te­rung fest: Hier han­delt es sich um Fake News bien­noi­ses– zum Glück!

Vor­läu­fig sind die Behör­den näm­lich noch voll­auf damit beschäf­tigt, die 650 Ein­spra­chen, die gegen das Pro­jekt ein­ge­gan­gen sind, zu bear­bei­ten und zu beant­wor­ten. Es dürfte noch Jahre dau­ern, bis die Bag­ger auf­fah­ren – wenn es über­haupt je soweit kommt.

 

VERKERHSKNOTENPUNKT = STAU, STAU, STAU

 


 

EILE MIT WEILE

Wer erin­nert sich? – Anfang Januar 2017 – vor mehr als einem Jahr –  stell­ten die Behör­den von Biel und Nidau ihre «städ­te­bau­li­che Begleit­pla­nung» zum A5-West­ast vor und rie­fen die Bevöl­ke­rung zur Mit­wir­kung auf. Dies Monate, bevor die Details zum Aus­füh­rungs­pro­jekt der Stadt­au­to­bahn bekannt waren.

Schon damals wurde kri­ti­siert, dass die­ses Vor­ge­hen unsin­nig sei. Die Mit­wir­kungs­ein­ga­ben muss­ten damals vor Mitte März fer­tig­ge­stellt sein. 

Seit Mona­ten war­ten all jene, die sich damals im Rah­men der Mit­wir­kung enga­giert haben, auf eine Ant­wort. Diese Woche wur­den sie – nach einem ers­ten Brief im August 2017 –  erneut ver­trös­tet: Am 12. Februar ver­schick­ten die Behör­den an alle, die sich damals die Mühe zum Mit­wir­ken genom­men hat­ten, einen Brief, mit dem sie noch­mals um Geduld bit­ten. Das Ergeb­nis des Ver­fah­rens soll nun Mitte Mai 2018 bekannt gege­ben wer­den.

Man kann gespannt sein, auf die­ses «Ergeb­nis» – ange­sichts der anste­hen­den Grund­satz­de­batte um den A5-West­ast in und um Biel…

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aus dem Posi­ti­ons­pa­pier der Grün­li­be­ra­len Biel/Bienne:

A5-WESTAST

 Die Grün­li­be­ra­len sind 
 grund­sätz­lich der Ansicht, 
 dass auf den West­ast der 
 A5 ver­zich­tet wer­den 
  sollte. 

Statt­des­sen soll ent­we­der eine unter­ir­di­sche Nord­um­fah­rung der Stadt Biel oder eine Vari­ante mit kom­plet­ter Stre­cken­füh­rung am Süd­ufer ange­strebt wer­den.

Die Stras­sen­füh­rung am nörd­li­chen See­ufer soll zwei­spu­rig umge­setzt wer­den. Das Gebiet am Süd­ufer soll mit­tels Port­tu­nel erschlos­sen wer­den.

Das Pro­blem mit dem inner­städ­ti­schen Ver­kehr soll nicht mit einer Umfah­rung, son­dern mit geeig­ne­ten Len­kungs­mass­nah­men wie Park-and-Ride oder einer geziel­ten Reduk­tion der Park­plätze gelöst wer­den.

Die vom Bund ange­strebte Lösung, der West­ast, birgt schwer­wie­gende Ein­bus­sen der Lebens­qua­li­tät in Wohn­quar­tie­ren.

Durch die grosse Anzahl an Anschlüs­sen im Stadt­ge­biet wird das Stadt­bild unwie­der­bring­lich zer­stört. Aus tech­ni­scher und stadt­pla­ne­ri­scher Sicht sind Teile des Bienne-Centre Anschlus­ses im Raum Mur­ten­stras­se/Guido-Mül­ler-Platz kaum rea­li­sier­bar. Falls der West­ast den­noch beschlos­sen wird, unter­stüt­zen wir eine Vari­ante mit unter­ir­di­scher Lini­en­füh­rung und zwei Halb­an­schlüsse (An der Bern­strasse in Rich­tung Bern und im Gebiet See­vor­stadt in Rich­tung Neu­châ­tel).

 

 


 

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EINSPRACHEN:
NUN IST DER KANTON BERN AM ZUG

 

    Am Diens­tag, 19. Sep­tem­ber fand in Bern ein wich­ti­ges Tref­fen in Sachen A5-West­ast statt: Die Ver­tre­te­rIn­nen des UVEK-Rechts­diensts haben die A5-Pro­jekt­ver­ant­wort­li­chen des kan­to­nal­ber­ni­schen Tief­bau­amts zu einer Sit­zung ein­ge­la­den. Laut Infor­ma­tio­nen aus dem UVEK soll­ten die 650 Ein­spra­chen, die frist­ge­recht beim UVEK ein­ge­gan­gen sind, dem Kan­ton zur Stel­lung­nahme über­reicht wer­den. Ob diese Über­gabe tat­säch­lich erfolgt ist, wurde  nicht kom­mu­ni­ziert. 

In den letz­ten Mona­ten hat das UVEK sämt­li­che Ein­spra­chen gesich­tet und geord­net. Yas­min Hostett­ler, die Juris­tin, die beim UVEK für das Pro­jekt ver­ant­wort­lich ist, stand ange­sichts des Umfangs und der Viel­schich­tig­keit der Ein­spra­chen vor kei­ner ein­fa­chen Auf­gabe: «Ich suchte lange nach einer Struk­tur, wie das Ganze bewäl­tigt wer­den kann. Nun haben wir, glaub’ ich, einen Weg gefun­den», sagte sie im Sep­tem­ber.

Weil das Pro­jekt unge­wöhn­lich umfang­reich ist und über­durch­schnitt­lich viele Ein­spra­chen ein­ge­gan­gen sind, dau­ert beim A5-West­ast alles län­ger als üblich. So wird auch der Kan­ton Bern, der nun als Gesuch­stel­ler für das Natio­nal­stras­sen­pro­jekt Stel­lung zu den Ein­spra­chen Stel­lung neh­men muss, nicht bloss wie üblich ein Monat zuge­stan­den. Yas­min Hostett­ler spricht von einer Frist von 6 bis 12  Mona­ten.

Fest steht für die Ver­ant­wort­li­chen beim UVEK, dass die Ein­spra­chen ernst zu neh­men und detail­liert zu beant­wor­ten sind. Sie erwarte vom Kan­ton Bern eine seriöse, gut begrün­dete und fun­dierte Stel­lung­nahme, betont Hostett­ler. Nöti­gen­falls kann des­halb der Kan­ton sei­ner­seits wie­der eine Frist­er­stre­ckung ver­lan­gen.

Yas­min Hostett­ler geht davon aus, dass das Ver­fah­ren viel Zeit in Anspruch neh­men wird. Nebst dem Kan­ton, der sich in den kom­men­den Jah­ren mit den Ein­spre­chen­den eini­gen müsste, wer­den auch eine Reihe von Bun­des­äm­tern für Stel­lung­nah­men bei­gezo­gen: All jene Bun­des­äm­ter, deren Fach­ge­biete in den Ein­spra­chen ange­spro­chen wer­den. Dazu gehö­ren nebst dem Bun­des­amt für Umwelt BAFU, des­sen Fach­gut­ach­ten zu Fra­gen wie Lärm, Grund­was­ser und Natur­schutz ein­ge­holt wer­den müs­sen, auch die Bun­des­äm­ter ARE (Raum­pla­nung), BAV (Bun­des­amt für Ver­kehr), ERI (eidg. Rohr­lei­tungs­in­spek­to­rat) und EST (eidg. Stark­strom­in­spek­to­rat).

Erst wenn beim UVEK alle Stel­lung­nah­men ein­ge­gan­gen sind – von Sei­ten des Kan­tons wie von den Bun­des­äm­tern, wer­den Yas­min Hostett­ler und ihr Team einen Ent­scheid betref­fend das vor­lie­gende A5-West­astpro­jekt fäl­len. Ihr Ziel, dass der Ent­scheid bis in fünf Jah­ren vor­liegt, bezeich­net sie sel­ber als sport­lich.

Die­sen Ent­scheid des UVEK kann dann, wer damit nicht ein­ver­stan­den ist, ans Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt und schliess­lich ans Bun­des­ge­richt wei­ter­zie­hen.

Aller­dings: Einige der 650 Ein­spre­chen­den dürf­ten bereits in abseh­ba­rer Zeit nega­tive Post erhal­ten. Aus Sicht der Behör­den sind nicht alle, die eine Ein­spra­che ver­fasst haben, auch zur Ein­spra­che berech­tigt. «Wer mehr als einen Kilo­me­ter von der geplan­ten Bau­stelle ent­fernt wohnt, hat keine Legi­ti­ma­tion mehr», sagt Yas­min Hostett­ler. Frag­lich sei auch, ob Mie­te­rin­nen und Mie­ter ein­sprache­be­rech­tigt seien, gibt sie zu beden­ken. Ange­sichts der zu erwar­ten­den lan­gen Bau­zeit und mas­si­ven Ein­griffe, handle es sich hier um Prä­ze­denz­fälle, die der Kan­ton noch ein­mal prü­fen soll.

Wir mei­nen: Es ist äus­serst stos­send, dass bei einem der­ar­ti­gen Pro­jekt, das die ganze Stadt und Tau­sende von Bewoh­ne­rIn­nen betrifft, nur die Grund­ei­gen­tü­me­rIn­nen in nächs­ter Nähe zur Ein­spra­che berech­tigt sein sol­len.  Aber so ist das Gesetz. Oder, prä­zi­ser: So wird es aus­ge­legt.

Des­halb braucht es auch andere Wege, um das Mons­ter-Pro­jekt zu bekämp­fen!

Es ist wich­tig, dass auch die Ver­ant­wort­li­chen beim Tief­bau­amt in Bern end­lich mer­ken, dass wir alle unsere Ein­spra­chen und unse­ren Pro­test ernst mei­nen!!! 

 

 


 

 

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