WEST­AST NEWS

 

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BIEL IM GRÜ­NEN BEREICH

 

 

END­LICH ZAH­LEN STATT GEREDE

 

Von Ipsach bis nach Len­gnau, von Brügg bis nach Leu­brin­gen: immer wie­der pfleg­ten  Auto­mo­bi­lis­tIn­nen in Vor-Corona-Zei­ten ein ein­tö­ni­ges Kla­ge­lied zu hupen. Von ewi­gen Ver­kehrs­pro­ble­men in der Stadt Biel und von ver­lo­re­ner Lebens­zeit und dem volks­wirt­schaft­lich bezif­fer­ba­ren Ver­geu­den von tau­sen­den von Schwei­zer Fran­ken im per­ma­nen­ten Stau. Der TCS erkor das Lied gar zur offi­zi­el­len Hymne der geplag­ten Mit­glie­der auf vier Rädern. Selbst die 50-sekün­dige War­te­zeit vor dem Rot­licht an der Länd­te­strasse erhielt den stol­zen Sta­tus: STAU

Nun ganz so schlimm war es in Wirk­lich­keit natür­lich nicht, aber das hielt die Ver­tre­te­rIn­nen des moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehrs nicht davon ab, ihr stän­di­ges Lei­den auf der pres­sier­ten Fahrt von A nach B  als all­ge­mein­gül­tige Wirk­lich­keit wahr­zu­neh­men und laut­hals zu ver­brei­ten.

Dank der Ein­set­zung und Tätig­keit der Dia­log­gruppe zum A5-West­ast wird sich in weni­gen Wochen her­aus­stel­len, was an die­sem Gerede vom ewi­gen Stau dran ist und was nicht. Denn im Auf­trag der Behör­den­de­le­ga­tion hat die Dia­log­gruppe eine fak­ten­ba­sierte Ana­lyse der Ver­kehrs­si­tua­tion zu erstel­len und dar­aus fol­gend Emp­feh­lun­gen abzu­ge­ben, wie die Ver­kehrs­si­tua­tion für alle Ver­kehrs­teil­neh­mer in der Zukunft zu gestal­ten ist.

Min­des­tens über die Ana­lyse des Ist-Zustands wer­den sich die Mit­glie­der der Dia­log­gruppe hof­fent­lich einig sein. Denn zuver­läs­sige Ver­kehrs­mes­sun­gen sind die Basis um echte (und nicht bloss behaup­tete) Ver­kehrs­pro­bleme zu eru­ie­ren.

Am 7. Dezem­ber 2020 also wird end­lich Klar­heit geschaf­fen wer­den – wis­sen­schaft­lich sau­ber belegt -, wo und wann im Ein­zugs­ge­biet des West­astpro­jekts Stau (rich­tig defi­niert!) in einem unzu­mut­ba­ren Mass auf­ge­tre­ten ist. Falls dies, wie zu erwar­ten, höchst sel­ten der Fall war, wird diese Erkennt­nis in die Emp­feh­lun­gen zur Ver­kehrs­pla­nung ein­flies­sen müs­sen.  

Ob das Jam­mern von Auto­mo­bi­lis­ten dann ein Ende haben wird? Es ist zu bezwei­feln. Aber ernst neh­men müs­sen wir es nicht mehr.

 

 


 

 

EIN TUN­NEL SCHAFFT DIE PRO­BLEME,
DIE ER LÖSEN SOLL

Betrach­tun­gen über Tun­ne­lis­ten und Tun­nel­an­ten

Aus dem Augen aus dem Sinn. Die­sem Credo frö­nen nach wie vor sowohl zahl­rei­che Ver­kehrs­pla­ner der alten Schule (die Tun­ne­lis­ten) wie die ihnen zuge­wand­ten Poli­ti­ker und Lob­by­is­ten (Tun­nel­an­ten). Tat­sa­che ist und bleibt aber: Alles, was auf Rädern in einen Tun­nel hin­ein­fährt, fährt auch wie­der aus dem Tun­nel hin­aus.

Und über­all, wo die Ver­ban­nung des moto­ri­sier­ten Ver­kehrs unter den Boden oder in den Berg mit teu­rem Geld umge­setzt wurde und wird, gibt es nicht nur Gewin­ne­rIn­nen, son­dern min­des­tens soviele Ver­lie­re­rIn­nen. Zumal ein Tun­nel – egal ob in Biel, Twann oder Port – letzt­end­lich zusätz­li­chen Ver­kehr gene­riert.

Warum dem so ist, und wes­halb ein Tun­nel keine Lösung sein kann: WEI­TER­LE­SEN

 

 


 

 

DIE STIF­TUNG FÜR
LAND­SCHAFTS­SCHUTZ LEHNT
A5-LANG­TUN­NEL AB

 

«Statt den Mehr­ver­kehr in Tun­nels abzu­lei­ten, sollte der Ver­kehr auf der gan­zen Achse am Bie­ler­see mit­tels Manage­ment­mass­nah­men auf ein für die Bevöl­ke­rung erträg­li­ches Mass beschränkt wer­den(..)».

Zur Medi­en­mit­tei­lung SLFP vom 12.02.2020

 

 

 


 

 

ROTE LINIE ODER GRÜ­NES LICHT

Nur noch wenige Wochen bis zur Dead­line. West­ast-Dia­log­chef Hans Wer­der drückt aufs Gas­pe­dal und muss bis Mitte Dezem­ber ein Ergeb­nis lie­fern. Ein Ergeb­nis zuhan­den der Behör­den, unver­bind­lich und ohne prä­ju­di­zie­rende Wir­kung, so lau­tet sein Auf­trag, den die Behör­den­de­le­ga­tion Ende 2018 for­mu­liert hatte. Ein Ei des Kolum­bus, das glau­ben machen soll, Befür­wor­te­rIn­nen und Geg­ne­rIn­nen des Auto­bahn­pro­jekts hät­ten sich auf einen his­to­ri­schen Kom­pro­miss geei­nigt.

Des­halb wird nun hin­ter ver­schlos­se­nen Türen und in geheim­di­plo­ma­ti­schen Son­die­run­gen aller Art und kreuz und quer an einem Doku­ment geho­belt, gedrech­selt und geschlif­fen, dass es nur so staubt und knirscht.

Auto­bahn­be­für­wor­ter wie ‑geg­ner an der vor­ders­ten Front zei­gen demons­tra­tiv höchs­tes Ver­ständ­nis für ein­an­der; bemüht wie nur etwas, dass die Gegen­seite das Gesicht wah­ren kön­nen muss, wäh­rend man sie gleich­zei­tig über den Tisch zu zie­hen sucht.

Denn: Nach­dem man sich wäh­rend Mona­ten mit Neben­schau­plät­zen beschäf­tigt hat, kommt jetzt der Moment, wo man der ent­schei­den­den Frage nicht län­ger aus­wei­chen kann: Rote Linie oder grü­nes Licht?

Die ange­streb­ten «mög­lichst breit abge­stütz­ten Emp­feh­lun­gen» der Dia­log­gruppe müs­sen näm­lich, gestützt auf aktu­elle Ver­kehrs­ana­ly­sen und ‑pro­gno­sen, klar defi­nie­ren, ob das West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt not­wen­dig, über­flüs­sig oder sogar kon­tra­pro­duk­tiv ist.

Die angeb­li­chen, in der Region Biel mehr «gefühl­ten» als gemes­se­nen Ver­kehrs­pro­bleme, die mit dem Bau von Auto­bah­nen, Tun­nels etc. «gelöst» wer­den sol­len, las­sen sich mit einem Fächer von ver­kehrs­len­ken­den Mass­nah­men, wie sie in der Dia­log­gruppe ange­dacht wur­den, gezielt ver­mei­den. Diese unter «kurz- und mit­tel­fris­tige Mass­nah­men» zusam­men­ge­fass­ten Ver­bes­se­run­gen las­sen sich jedoch erst umset­zen, wenn das aktu­elle Aus­füh­rungs­pro­jekt expli­zit vom Tisch ist.

Ver­zich­ten die Orga­ni­sa­tio­nen der Geg­ner­schaft wie der Ber­ner Hei­mat­schutz, die Stif­tung für Land­schafts­schutz SLS, der VCS, Pro Velo und alle andern hin­ge­gen im Schluss­do­ku­ment auf ihre lang­jäh­rige For­de­rung nach einer Annu­lie­rung des West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekts – dem «guten Ein­ver­neh­men mit den Auto­bahn­be­für­wor­tern» zuliebe – über­schrei­ten sie eine rote Linie.

Denn dies würde ein­deu­tig als Signal inter­pre­tiert: Grü­nes Licht für eine Auto­bahn mit­ten durch die Stadt. Mit freund­li­cher Unter­stüt­zung der Auto­bahn­geg­ner­schaft.        

 


 

AUS­FÜH­RUNGS­PRO­JEKT
NOCH NICHT VOM TISCH

Letzte Woche tra­fen sich die Mit­glie­der der Kern­gruppe zu ihrer 18. Sit­zung im Rah­men des West­ast-Dia­logs. Noch lässt der Durch­bruch auf sich war­ten, wie die wenig aus­sa­ge­kräf­tige Medi­en­mit­tei­lung ver­mu­ten lässt.

Anläss­lich der Medi­en­kon­fe­renz im Anschluss an die Sit­zung wurde klar: Noch immer haben nicht alle gemerkt, dass die Zeit des alten West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekts defi­ni­tiv abge­lau­fen ist.

So sagte etwa West­astbe­für­wor­ter und Kern­grup­pen­mit­glied Roland Gurt­ner anläss­lich des Point de Presse letzte Woche: «Wir sind nicht dafür, dass das Aus­füh­rungs­pro­jekt ganz vom Tisch ver­schwin­det», wie im Bie­ler Tag­blatt nach­zu­le­sen ist. 

Genau das ist jedoch die Vor­aus­set­zung, dass der Dia­log­pro­zess zu einem erfolg­rei­chen Ende geführt wer­den kann. Sprich: Erst wenn defi­ni­tiv beschlos­sen ist, dass das Aus­füh­rungs­pro­jekt nicht wei­ter ver­folgt und der Ent­eig­nungs­bann auf­ge­ho­ben wird, steht der Weg offen für die Umset­zung der soge­nannt kurz- und mit­tel­fris­ti­gen Mass­nah­men.

Mass­nah­men nota­bene, die wäh­rend des Dia­log­pro­zes­ses von allen gemein­sam ent­wi­ckelt wor­den sind – und die das Poten­zial haben, danke effi­zi­en­ter und inno­va­ti­ver Ansätze die Ent­wick­lung in der Region posi­tiv zu beför­dern. – Noch ist es nicht zu spät: Nächste Woche gehen die Dis­kus­sio­nen in die nächste Runde.

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HÖCHSTE ZEIT FÜR KLAR­TEXT

 

 

Die Zeit läuft. In weni­gen Wochen ist die Frist, die für den West­ast-Dia­log­pro­zess gesetzt wurde, abge­lau­fen. Im Dezem­ber muss die Dia­log­gruppe ihre Emp­feh­lun­gen an die Behör­den­de­le­ga­tion lie­fern.

Auf Sei­ten der West­ast-Geg­ner­schaft steht fest: Das Aus­füh­rungs­pro­jekt muss nun end­gül­tig vom Tisch. Diese For­de­rung müsste eigent­lich allen – auch den bis­he­ri­gen West­ast-Befür­wor­tern sowie den Behör­den ein­leuch­ten. Denn nur, wenn das bis­he­rige West­ast-Pro­jekt mit den bei­den inner­städ­ti­schen Anschlüs­sen nicht mehr wei­ter ver­folgt wird, kön­nen die zahl­rei­chen Mass­nah­men, zur Ver­bes­se­rung der städ­te­bau­li­chen und ver­kehr­li­chen Situa­tion in und um Biel ernst­haft umge­setzt wer­den.

Die betrof­fe­nen Quar­tiere in Biel und Nidau lei­den seit Jah­ren unter der Blo­ckade durch das Bau­pro­jekt, zahl­rei­che Gebäude ste­hen seit Anfang 2017 unter dem Ent­eig­nungs­bann. Die­ser aber kann erst auf­ge­ho­ben wer­den, wenn das aktu­elle AP end­gül­tig Geschichte ist. Daran führt kein Weg vor­bei.

Die grosse Frage lau­tet: Kön­nen (und wol­len) die West­astbe­für­wor­te­rIn­nen das Aus­füh­rungs­pro­jekt los­las­sen? Bis­her war das nicht der Fall. Wenn sie jedoch ernst­haft an der Umset­zung der von ihnen mit­ent­wi­ckel­ten kurz- und mit­tel­fris­ti­gen Mass­nah­men sowie an einem städ­te­bau­li­chen Auf­bruch in den wert­vol­len Zen­trums­ge­bie­ten inter­es­siert sind, sagen auch sie JA zum Rück­zug des aktu­el­len APs – zuguns­ten rasch grei­fen­der, ziel­füh­ren­der Mass­nah­men zur Auf­wer­tung der betrof­fe­nen Quar­tiere und einer wei­te­ren Opti­mie­rung der Ver­kehrs­si­tua­tion.

Gefor­dert ist aber auch die West­astgeg­ner­schaft, die in die­sem Punkt Klar­text ein­for­dern muss. Ohne die expli­zite Emp­feh­lung, dass das immer noch gül­tige West­ast-AP defi­ni­tiv ad acta gelegt wird, sind all die viel­ver­spre­chen­den und inno­va­ti­ven Per­spek­ti­ven, die in den letz­ten Mona­ten dis­ku­tiert wur­den, Maku­la­tur.

In die­ser Kern­frage gibt es kei­nen Kom­pro­miss. Emp­feh­lun­gen, die sich auf viel­sei­tig inter­pre­tier­ba­res, und damit letzt­end­lich nichts­sa­gen­des Geschwur­bel beschrän­ken, sind keine Ant­wort. Im Gegen­teil: Damit würde die aktu­elle Blo­ckade, zumin­dest bis auf wei­te­res, fort­ge­setzt.

Bes­ser als ein nebu­lö­ses Papier, das die heik­len Punkte nicht benennt, wäre im Fall einer Nicht­ei­ni­gung in Sachen AP trans­pa­rente Bericht­erstat­tung, die dahin­ge­hend lau­ten könnte: West­ast-Geg­ne­rin­nen und ‑Befür­wor­te­rIn­nen haben wäh­rend 15 Mona­ten gemein­sam zukunfts­fä­hige Sze­na­rien für kurz- und mit­tel­fris­tige Lösun­gen gesucht und gefun­den – in der Frage, ob das Aus­füh­rungs­pro­jekt zurück­zu­zie­hen sei oder nicht, konnte jedoch keine Über­ein­stim­mung erzielt wer­den. Die West­astgeg­ner­schaft hält daran fest, dass der Rück­zug des AP Emp­feh­lung Nr. 1 an die Behör­den­de­le­ga­tion sein muss. 

Die For­de­rung der West­astgeg­ner­schaft nach einem defi­ni­ti­ven Rück­zug des APs und für eine zeit­ge­mässe, inno­va­tive Regio­nal- und Ver­kehrs­po­li­tik  ist nicht nur das Resul­tat einer kon­se­quen­ten Hal­tung. Sie ver­fügt auch über einen brei­ten Rück­halt in der Bevöl­ke­rung. Dies zeigte sich vor zwei Wochen anläss­lich der Wah­len 2020 in Biel.

 


 

Die «IG Häb Sorg zur Stadt» schlägt der Dia­log­gruppe des­halb die fol­gen­den 3 ein­fa­chen und kla­ren Emp­feh­lun­gen zuhan­den der Behör­den­de­le­ga­tion vor:

 

1. Das aktu­elle Aus­füh­rungs­pro­jekt «A5-West­ast Biel/Bienne» muss defi­ni­tiv begra­ben wer­den, weil es die Ent­wick­lung der Region Biel auf Jahr­zehnte hin­aus blo­ckiert. Auf natio­na­ler Ebene ist der sog. Netz­be­schluss 1960 abzu­än­dern, unter Berück­sich­ti­gung der fol­gen­den Ziel­set­zun­gen:

2. Biel/Bienne bil­det das Herz einer Region mit Zukunft. Stadt­ent­wick­lung, Wirt­schafts­stand­ort und Mobi­li­täts­kon­zept rund um den Bie­ler­see sind mit obers­ter Prio­ri­tät unter Anwen­dung der 4V-Stra­te­gie zu gestal­ten:

            1. Ver­kehr ver­mei­den
            2. Ver­kehr ver­la­gern
            3. Ver­kehr ver­träg­lich aus­ge­stal­ten
            4. Ver­kehr ver­net­zen

3. Um in der Stadt Biel die Pla­nungs­blo­ckade zwi­schen Bahn und See auf­zu­he­ben, sind die mit Ent­eig­nungs­bann beleg­ten Grund­stü­cke im West­ast-Peri­me­ter von die­ser Mass­nahme defi­ni­tiv zu befreien. Auf die­ser Grund­lage kann die Stadt ein urba­nes Quar­tier – unter Ein­be­zug von Bestehen­dem – pla­nen, das aus Sicht der Region eine attrak­tive Adresse hin­sicht­lich Woh­nen, Dienst­leis­tun­gen, Bil­dung, Frei­zeit­an­ge­bot etc. bil­den wird.

 

 


 

 

KLA­RES VER­DIKT AN DER URNE

 

 

Biel hat gewählt. Und dabei den West­ast abge­wählt. Klar und deut­lich, wie noch nie.

Ein Blick in die Wahl­sta­tis­tik zeigt: Jene Par­teien, die nach wie vor am Aus­füh­rungs­pro­jekt fest­hal­ten – nament­lich FDP und SVP – haben Stim­men und Sitze ver­lo­ren. Dafür wur­den die bei­den enga­gier­ten West­astgeg­ne­rin­nen Glenda Gon­za­les Bassi und Lena Frank mit Spit­zen­re­sul­ta­ten in den Gemein­de­rat gewählt. Zusam­men mit Stadt­prä­si­dent Erich Fehr, der im Vor­feld der Wah­len bereits das West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt für «poli­tisch tot» erklärt hatte, bil­den sie in der Stadt­re­gie­rung nun eine solide Mehr­heit gegen den West­ast.

Auch im Stadt­rat haben die Befür­wor­te­rIn­nen einer zukunfts­fä­hi­gen, nach­hal­ti­gen Ver­kehrs­po­li­tik stark zuge­legt: Jene Par­teien, die sich in der Ver­gan­gen­heit klar und deut­lich gegen den West­ast aus­ge­spro­chen haben – PdA, Juso, die Grü­nen, die Grün­li­be­ra­len sowie Pas­sa­relle – sind alle Sitz­ge­win­ner. 

Ein Resul­tat, das auch für den West­ast-Dia­log sowie für die  A5-Behör­den­de­le­ga­tion, den Kan­ton und das UVEK weg­wei­send sein muss: Mit den  Wah­len vom Sep­tem­ber 2020 haben die Stimm­be­rech­tig­ten von Biel dem West­ast die end­gül­tige Abfuhr erteilt.

Es ist nun höchste Zeit, das sis­tierte Aus­füh­rungs­pro­jekt sofort und defi­ni­tiv zu ver­sen­ken. Wie hatte man doch schon vor Jah­ren ver­si­chert: Gegen den Wil­len der Bie­le­rin­nen und Bie­ler werde der West­ast nicht gebaut.

Die­ses Ver­spre­chen gilt es nun ein­zu­lö­sen. Ohne Wenn und Aber.

 

 

Medi­en­be­richt­erstat­tung Wah­len 2020 im «Bie­ler Tag­blatt» und im «Bund»

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STAND­PUNKT EINES UNTER­NEH­MERS

 

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WEST­AST-PRO­JEKT IMMER NOCH SIS­TIERT 

 

 


 

 

DAS GROSSE SCHWEI­GEN ZUM WEST­AST-AUS­FÜH­RUNGS­PRO­JEKT

Am 19. Sep­tem­ber 2020 ver­schickte die Staats­kanz­lei des Kan­tons Bern nach lan­ger Funk­stille wie­der ein­mal eine Medi­en­mit­tei­lung zum West­ast-Dia­log. Die­ser ist zu ent­neh­men, dass sich der Dia­log­pro­zess auf gutem Weg befinde. Ein Man­tra, das der Mode­ra­tor des West­astdia­logs Hans Wer­der seit Mona­ten ver­kün­det.

Laut der Medi­en­mit­tei­lung zeig­ten sich die Mit­glie­der der Behör­den­de­le­ga­tion A5 an ihrer Sit­zung vom 18. Sep­tem­ber über die opti­mis­ti­sche Bericht­erstat­tung erfreut und sicher­ten der Dia­log­gruppe zu, «dass ihre Emp­feh­lun­gen – sofern sie breit abge­stützt sind – die Grund­lage für wei­tere poli­ti­sche Ent­scheide bil­den werde.» 

Ob es tat­säch­lich je zu einer brei­ten Abstüt­zung kom­men wird, ist jedoch völ­lig offen. Fakt ist: In der Kern- und der Dia­log­gruppe ist man sich nach wie vor  in ent­schei­den­den Punk­ten unei­nig. Die Mit­glie­der der Kern­gruppe reden nach wie vor um den heis­sen Brei herum.

In ihrem Bestre­ben nach Har­mo­nie, schrei­ben sie gemein­sam (und unter Feder­füh­rung von Hans Wer­der) Emp­feh­lun­gen zu kurz‑, mit­tel- und lang­fris­ti­gen Lösun­gen, ste­cken viel Ener­gie in schwam­mige For­mu­lie­run­gen, die alles- und nichts­sa­gend sind – und drü­cken sich vor der ers­ten und wich­tigs­ten Emp­feh­lung, die lau­ten muss: Die Arbei­ten am Aus­füh­rungs­pro­jekt wer­den defi­ni­tiv abge­bro­chen, die­ses Pro­jekt gehört defi­ni­tiv ins Museum.

Eigent­lich ein logi­scher und ein­fa­cher Schritt, würde man den­ken. Jetzt, da auch der Bie­ler Stadt­prä­si­dent und lang­jäh­rige West­ast-Befür­wor­ter Erich Fehr klar und deut­lich Stel­lung bezo­gen, und das Aus­füh­rungs­pro­jekt für poli­tisch tot erklärt hat.

Unver­ständ­lich, dass sich die ande­ren Teil­neh­men­den am Dia­log­pro­zess nun nicht eben­falls zügig vom aus der Zeit gefal­le­nen, nicht rea­li­sier­ba­ren Aus­füh­rungs­pro­jekt ver­ab­schie­den. Nur so kann näm­lich die Situa­tion deblo­ckiert, und der Weg für die Umset­zung neuer, zukunfts­fä­hi­ger Lösun­gen  geöff­net sowie eine städ­te­bau­li­che Ent­wick­lung in den betrof­fe­nen Quar­tie­ren ange­stos­sen wer­den.


 

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«ES MUSS ETWAS GEHEN

Weni­ger als zwei Wochen brauch­ten die Peti­tio­nä­rIn­nen, um mit einer ein­ma­li­gen Aktion gegen 900 Unter­schrif­ten für die «Ret­tung des lin­ken Bie­ler­see­ufers» zu sam­meln. Nicht übers Inter­net – dar­auf haben sie bewusst ver­zich­tet, um mit den Leu­ten ins Gespräch zu kom­men. Diese Gesprä­che haben nun klar und deut­lich gezeigt, wie vie­len Men­schen der Schutz des Bie­ler­see­ufers ein Anlie­gen ist.

Dazu zäh­len nicht nur die direkt betrof­fe­nen Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­ner, die werk­tags schon ab mor­gens um 5 Uhr durch die ers­ten Last­wa­gen geweckt wer­den und enorm unter den Lärm- und Abgas­emis­sio­nen des Schwer­ver­kehrs lei­den. Unter­schrie­ben haben auch Men­schen aus der nähe­ren und wei­te­ren Umge­bung, die den Wert die­ser fra­gi­len Land­schaft erkannt haben und die dro­hende wei­tere Ver­schan­de­lung des Bie­ler­see-Nord­ufers durch über­di­men­sio­nierte Stras­sen­bau­ten ver­hin­dern wol­len.

Man ist sich weit­ge­hend einig: «Es muss etwas gesche­hen!» Die geplante Ver­län­ge­rung des Lig­erz­tun­nels, die ein­zig den Dorf­kern von Twann vom Tran­sit­ver­kehr ent­las­ten würde, reicht nicht und zieht zusätz­li­chen Schwer­ver­kehr auf die N5 an. Eine Mehr­heit der Anwoh­ne­rIn­nen des See­ufers, die an der offen geführ­ten Stre­cke von Wing­reis über Tüscherz und Alfer­mée nach Biel lebt,  würde dadurch nicht vom Ver­kehrs­lärm befreit. Auch die Spa­zier­wege wären wei­ter­hin dau­er­be­schallt, die Bau­stelle und das Tun­nel­por­tal in Wing­reis wür­den unheil­bare Wun­den hin­ter­las­sen. Kurzum: Es braucht andere Lösun­gen – die auch kurz­fris­tig die Situa­tion ver­bes­sern.

Die Peti­tion kommt genau zum rich­ti­gen Zeit­punkt: Im Rah­men des Dia­log­pro­zes­ses in Biel wur­den in den letz­ten Mona­ten eine Reihe soge­nannt «kurz- und mit­tel­fris­ti­ger Mass­nah­men» erar­bei­tet. Grund­lage dafür ist die 4‑V-Stra­te­gie des Kan­tons Bern, die in Bezug auf den Ver­kehr klare Prio­ri­tä­ten fest­legt: A. Ver­kehr ver­mei­den – B. Ver­kehr ver­la­gern – C. Ver­kehr ver­träg­lich gestal­ten – D. Ver­kehr ver­net­zen.

Diese Stra­te­gie gilt selbst­ver­ständ­lich für die ganze Region. Ange­wen­det auf das linke Bie­ler­see­ufer ste­hen zwei Len­kungs­mass­nah­men im Vor­der­grund, die SOFORT umsetz­bar wären – vor­aus­ge­setzt, die Poli­tik setzt sich dafür ein:

  • Ein Tran­sit­ver­bot für den Schwer­ver­kehr Tempo 60 auf der gesam­ten Stre­cke zwi­schen Biel und La Neu­ve­ville. Dies, weil die N5 als Auto­bahn 3. Klasse mit Rad­strei­fen ein völ­lig unge­eig­ne­ter Kor­ri­dor für den Tran­sit-Schwer­ver­kehr ist. Ein beacht­li­cher Teil der Lärm- und Abga­ser­zeu­gung wäre damit vom See­ufer fern­ge­hal­ten.
  • Gene­rell Tempo 60 auf der gesam­ten Stre­cke zwi­schen Biel und La Neu­ve­ville. Die Ver­ein­heit­li­chung der Geschwin­dig­keits­li­mite beru­higt den Ver­kehrs­fluss und bie­tet für Auto­fah­rende und den Velover­kehr mehr Sicher­heit und Kom­fort.

Diese Mass­nah­men kämen auch den Städ­ten Biel und Nidau zugute, weil damit die Attrak­ti­vi­tät der N5 als Schleich­weg und Aus­weich­stre­cke für die A1 dras­tisch sin­ken würde.

Mit der  Ein­rei­chung der Peti­tion am 4. Sep­tem­ber 2020 liegt der Ball nun beim UVEK sowie bei Bun­des­prä­si­den­tin und Depar­te­ments­vor­ste­he­rin Som­ma­ruga. Am Bie­ler­see und in Biel war­tet man  gespannt auf eine Ant­wort und setzt auf die Lern­fä­hig­keit der Behör­den: Der West­ast-Dia­log und die Ver­kehrs­pro­bleme am lin­ken Bie­ler­see­ufer sind eng mit­ein­an­der ver­knüpft – und ver­lan­gen nach einer gesamt­heit­li­chen Betrach­tungs­weise. Im Gegen­satz zu Biel, wo seit der Eröff­nung des  Ost­asts (aus­ser dem Tran­sit-Schleich­ver­kehr) keine nen­nens­wer­ten Ver­kehrs­pro­bleme für Motor­fahr­zeuge bestehen, braucht es am lin­ken Bie­ler­see­ufer aber drin­gend Len­kungs­mass­nah­men, um die Lärm­be­las­tung bald­mög­lichst zu redu­zie­ren!

Wei­tere Infor­ma­tio­nen, die offi­zi­elle Medi­en­mit­tei­lung, Bil­der und Medi­en­be­richte auf der Web­site des Komi­tees

 «N5 Bie­ler­see – so nicht!» 

 


 

PHAN­TOM JURA­TUN­NEL

In den letz­ten Mona­ten und Wochen ist der West­ast-Dia­log in eine erstaun­li­che Rich­tung abge­drif­tet. So macht etwa Mode­ra­tor Hans Wer­der kei­nen Hehl dar­aus, dass er dem Kan­ton und der Behör­den­de­le­ga­tion Ende Jahr die Vari­ante «Jura­tun­nel» als Lösungs­vor­schlag prä­sen­tie­ren möchte.

Dies tut er nota­bene in enger Über­ein­stim­mung und mit tat­kräf­ti­ger Mit­hilfe sei­nes Spar­ring­part­ners Fritz Kobi, der neu­er­dings plötz­lich für unter­ir­di­sche Stadt­an­schlüsse wirbt. Dies, obschon beide Her­ren – der eine als «Mode­ra­tor», der andere als «Ver­kehrs­ex­perte» – gemäss ihren Rol­len im Dia­log­pro­zess eigent­lich zu einer neu­tra­len Hal­tung ver­pflich­tet wären.

(wei­ter­le­sen)

 

 


 

 

WER HAT RECHT

 

 

 

 

 

 


 

DAS WUN­DER VON BIEL

 

«Das West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt wird nie wie vor­ge­se­hen gebaut wer­den.»

Dies erklärte der Bie­ler Stadt­prä­si­dent Erich Fehr an der  Sit­zung der Kern­gruppe vom 11. August 2020. Damit wird die­ser Tag als Mei­len­stein in die Geschichte des West­ast-Dia­logs ein­ge­hen: So klare Worte in Sachen West­ast hat man vom Bie­ler Stadt­prä­si­den­ten schon lange nicht mehr gehört – dass er sich deutsch und deut­lich gegen das Aus­füh­rungs­pro­jekt aus­spricht, ist so neu wie begrüs­sens­wert.

Im Klar­text: Nach­dem sich der Bie­ler Stadt­prä­si­dent – wäh­rend Jah­ren ein vehe­men­ter Ver­tei­di­ger des Aus­füh­rungs­pro­jekts – vor zwei Jah­ren auf­grund des Wider­stands aus der Bevöl­ke­rung für den Dia­log­pro­zess stark gemacht hat, geht er nun einen ent­schei­den­den Schritt wei­ter und erklärt den geplan­ten West­ast mit den bei­den inner­städ­ti­schen Anschlüs­sen unter ande­rem laut Bie­ler Tag­blatt für «poli­tisch tot».

Gegen­über Tele­bärn sagte Fehr, man habe im Dia­log­pro­zess viel gelernt. Dabei hätte sich gezeigt, dass das Aus­füh­rungs­pro­jekt für die Bedürf­nisse der Stadt von mor­gen nicht die rich­tige Lösung sei – wes­halb man nun wei­ter suchen müsse für eine gute, zukunfts­fä­hige Lösung.

Die West­ast-Befür­wor­t­erschaft – deren Ver­tre­te­rIn­nen in der Kern­gruppe sind unter ande­rem die Bie­ler Stadt­rats­mit­glie­der Cécile Wend­ling und Peter Boh­nen­blust sowie die Nidauer Gemein­de­prä­si­den­tin San­dra Hess –  hält auch nach über ein­ein­halb Jah­ren Dia­log­pro­zess am Aus­füh­rungs­pro­jekt fest, wie an der gest­ri­gen Medi­en­kon­fe­renz ein­mal mehr deut­lich wurde.

In Biel ste­hen Wah­len in  Stadt­re­gie­rung und ‑par­la­ment an. Das heisst: In Sachen West­ast kann jetzt auch die Bevöl­ke­rung end­lich wie­der ein­mal ihre Mei­nung kund­tun, indem sie ihre Stimme jenen Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten gibt, die sich für zukunfts­fä­hige Lösun­gen für ihre Stadt und Region ein­set­zen.

Der anfäng­lich belä­chelte, lang­jäh­rige Wider­stand gegen den Bie­ler West­ast hat also genützt. Nicht zuletzt, weil sich je län­ger desto kla­rer zeigt, wie sehr das Auto­bahn­pro­jekt aus der Zeit gefal­len ist und den Bedürf­nis­sen einer zukunfts­fä­hi­gen Stadt- und Regio­nal­pla­nung wider­spricht. Dass sich der Bie­ler Stadt­prä­si­dent ges­tern defi­ni­tiv vom «toten» West­astpro­jekt ver­ab­schie­det hat, ist ein erfreu­li­ches Zei­chen.

 

 


 

 


 

«CORONA» BAHNT DEN WEG:

DIE VER­KEHRS­ZU­KUNFT
HAT BEGON­NEN

Die Corona-Krise hat auch posi­tive Sei­ten. Dank dem dras­ti­schen Rück­gang des Ver­kehrs und dem weit­ge­hen­den Groun­ding der Flug­flot­ten ist nicht nur Ruhe ein­ge­kehrt, auch die Luft ist bes­ser gewor­den. Vie­ler­orts wer­den sich die Men­schen erst jetzt bewusst, was Lebens­qua­li­tät auch noch bedeu­ten könnte; wie zer­mür­bend die Dau­er­be­schal­lung ist, und wie weit der Him­mel wird, ohne Kon­dens­strei­fen…

Wer aber in die­sen Tagen zu Fuss oder mit dem Velo unter­wegs ist, stellt immer wie­der fest: Der Platz auf den Trot­toirs und Wegen ist eng. Der gefor­derte Abstand von zwei Metern kann kaum ein­ge­hal­ten wer­den, wenn sich Fuss­gän­ge­rIn­nen kreu­zen, wenn Velos und Jog­ge­rIn­nen sich die engen Bah­nen, die für den «Lang­sam­ver­kehr» reser­viert sind, tei­len müs­sen.

Quelle: The Guar­dian

Des­halb schafft die Stadt­re­gie­rung von Mai­land mit zukunfts­wei­sen­den Sofort­mass­nah­men jetzt Abhilfe: 35 Stras­sen­ki­lo­me­ter wer­den ab sofort in Velo- und Fuss­wege umfunk­tio­niert – um die Bevöl­ke­rung auch nach der Auf­he­bung des Lock­downs wei­ter­hin vor Anste­ckun­gen zu schüt­zen. «Wenn alle mit dem Auto unter­wegs sind, hat es zu wenig Platz für die Men­schen, es gibt kei­nen Raum um sich zu bewe­gen», fasst Marco Gra­nelli, Vize­bür­ger­meis­ter und Ver­kehrs­di­rek­tor von Milano zusam­men.

Die Haupt­stadt der Lom­bar­dei hat schwere Wochen hin­ter sich, hier wütete das Corona-Virus beson­ders hef­tig. Der rigo­rose Lock­down – Ita­lie­ne­rin­nen und Ita­lie­ner dür­fen das Haus nach wie vor nur für dring­li­che Geschäfte und mit Erlaub­nis ver­las­sen – leerte die Stras­sen und ver­min­derte die Luft­ver­schmut­zung.

Der «Piano Strade Aperte», den die Stadt­re­gie­rung am 21. April der Öffent­lich­keit vor­ge­stellt hat, soll ab sofort bis im Som­mer umge­setzt wer­den. Er sieht auch aus­ge­dehnte Tempo 30-Zonen vor sowie dras­ti­sche Restrik­tio­nen für den moto­ri­sier­ten Ver­kehr in aus­ge­wähl­ten Quar­tie­ren.

«Natür­lich wol­len wir die Wirt­schaft wie­der hoch­fah­ren, aber wir sind über­zeugt, dass wir dies auf einer ande­ren Basis machen müs­sen, als zuvor», erklärte Vize­bür­ger­meis­ter Gra­nelli gegen­über den Medien. «Wir müs­sen Mai­land neu den­ken. Wenn alles vor­bei ist, sind jene Städte im Vor­teil, die die­sen Schritt als erste mach­ten. Und Mai­land will zu die­ser Kate­go­rie gehö­ren.»

Anfang Mai soll mit der Umset­zung ange­fan­gen wer­den. Als ers­tes wird zum Bei­spiel der 8 Kilo­me­ter lange Corso Bue­nos Aires, eine der wich­tigs­ten Ein­kaufs­stras­sen von Milano, einen neuen Velo­weg sowie erwei­terte Trot­toirs erhal­ten.

Ein Vor­bild, auch für andere Städte, wie Janette Sadik-Khan betont. Die Ver­kehrs­fach­frau aus New York City berät aktu­ell zahl­rei­che Städte im Umgang mit der Krise. Sie erklärte gegen­über der Zei­tung «The Guar­dian»: «Der Plan von Mai­land ist sehr wich­tig, weil er ein gutes Dreh­buch dafür ist, wie wir unsere Städte wie­der in Betrieb neh­men kön­nen. Uns bie­tet sich eine his­to­ri­sche Gele­gen­heit, die Stras­sen mit fri­schem Blick zu sehen und  dafür zu sor­gen, dass wir unsere Ziele errei­chen: Es geht nicht bloss darum, Autos so schnell wie mög­lich von Punkt A zu Punkt B zu bewe­gen. Alle müs­sen die Mög­lich­keit haben, sich sicher fort­zu­be­we­gen.»

Eine Ein­sicht, die viel­leicht irgend­ein­mal auch in der Schweiz, in Bern – und sogar im Ber­ner See­land ankommt. Jetzt ist der Moment, die Wei­chen defi­ni­tiv umzu­stel­len – und dem soge­nann­ten «Lang­sam­ver­kehr» den erfor­der­li­chen Raum zu schaf­fen.

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Hoppla!  Es geht was in der Stadt Biel:

klick und lies

 

 

 


 

 

                  

 

 


Häb Sorg zur Stadt freut sich:

Todes­stoss für den A5-West­ast

Die Zukunft beginnt. Der Güter­ver­kehr in der Schweiz kommt zu gros­sen Tei­len unter den Boden. Das Auto­bahn­stras­sen­netz wird mar­kant ent­las­tet. Der A‑5 West­ast wird voll­ends über­flüs­sig. Am gan­zen Nord­west­ufer  des Bie­ler­sees braucht es statt Auto­bahn­aus­bau mit teu­ren Tun­neln ein Tran­sit­ver­bot für den über­re­gio­na­len Schwer­ver­kehr.

Der Runde Tisch zum A5-West­ast wird diese bahn­bre­chende Neu­aus­rich­tung der Schwei­zer Ver­kehrs­po­li­tik in sei­nen Emp­feh­lun­gen berück­sich­ti­gen müs­sen.

 

 


 

 

DER WEST­AST-WIDER­STAND
ALS VOR­BILD

 

«Wie stoppt man ein Auto­bahn­pro­jekt?» lau­tete  der Front­auf­ma­cher im Bund. Nach wochen­lan­gen Recher­chen ist der von lan­ger Hand ange­kün­digte dop­pel­sei­tige Arti­kel end­lich erschie­nen. Darin ver­su­chen zwei Ber­ner Jour­na­lis­ten zu rekon­stru­ie­ren, wie es zur aktu­el­len Sis­tie­rung des offi­zi­el­len West­ast-Pro­jekts gekom­men ist.

Ihre Moti­va­tion: Mitt­ler­weile ist der Wider­stand gegen den A5-West­ast zum Vor­bild für Akti­vis­tIn­nen in der gan­zen Schweiz gewor­den. Des­halb gin­gen sie der Frage nach, wie die­ser Erfolg in einem anfäng­lich aus­sichts­los erschei­nen­den Kampf über­haupt mög­lich war.

Fleis­sig haben die bei­den Jour­na­lis­ten laut eige­nen Anga­ben gegen 30 Per­so­nen befragt. Vie­les haben sie zusam­men­ge­tra­gen, mit­ein­an­der in Bezie­hung gebracht. Und trotz­dem das Wich­tigste ver­ges­sen…

Hier des­halb — für alle, die nach einer «Anlei­tung» für erfolg­rei­chen Wider­stand gegen unsin­nige Stras­sen­pro­jekte suchen — einige Ergän­zun­gen und Kor­rek­tu­ren. Denn das Herz und die Basis für den Erfolg des Wider­stands sind die unzäh­li­gen enga­gier­ten Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die sich mit immer neuer Eigen­in­itia­tive, unglaub­li­cher Krea­ti­vi­tät, Hart­nä­ckig­keit – vor allem aber auch mit viel Lebens­freude und Opti­mis­mus – der Zer­stö­rung ihres Lebens­raums wider­set­zen.

Die Stadt­wan­de­run­gen ent­lang der Zer­stö­rungs­achse, die ab Früh­jahr 2016 durch­ge­führt wur­den, waren nicht, wie dies der Bund-Arti­kel sug­ge­riert, eine Erfin­dung medi­en­ver­sier­ter Komi­te­e­mit­glie­der – im Gegen­teil: Die Stadt­wan­de­run­gen ziel­ten dar­auf, dass sich inter­es­sierte Bür­ge­rin­nen und Bür­ger vor Ort sel­ber infor­mier­ten. Unter kun­di­ger Füh­rung von Akti­vis­tIn­nen, wel­che die Pläne minu­tiös stu­diert hat­ten und nun ent­lang der geplan­ten Auto­bahn­achse mit detail­lier­ten Zah­len und Fak­ten das Bau­vor­ha­ben erläu­ter­ten.  Dank Mund-zu-Mund-Pro­pa­ganda wur­den diese Orts­ter­mine schnell zum Erfolg. Aller­dings dau­erte es sehr lange, bis sich regio­nale Medi­en­ver­tre­te­rIn­nen für diese Orts­ter­mine inter­es­sier­ten…

Wäh­rend die Medien noch schwie­gen, ver­teil­ten enga­gierte Akti­vis­tIn­nen Flyer in Tau­sende von Brief­käs­ten in Biel und den umlie­gen­den Gemein­den, um die Bevöl­ke­rung auf die­sem Weg über das geplante Mons­ter­pro­jekt zu infor­mie­ren. Sie waren tage- und wochen­lang unter­wegs und erreich­ten, dass die Bevöl­ke­rung der Stadt, die gröss­ten­teils bis anhin noch nie etwas vom «West­ast» gehört hatte, über die Aus­masse der geplan­ten Ein­griffe infor­miert wurde. 

Wäh­rend sich Jour­na­lis­tIn­nen immer noch schwer taten, die wach­sende Bewe­gung ernst zu neh­men und über den West­astwi­der­stand zu berich­ten, sorg­ten uner­müd­li­che Leser­brief­schrei­be­rIn­nen dafür, dass die geplante Auto­bahn nun regel­mäs­sig ihren Platz in den Zei­tun­gen erhielt.  Pen­sio­nierte Inge­nieure, krea­tive Mit­den­ke­rIn­nen prä­sen­tier­ten alter­na­tive Ideen und Vari­an­ten – und tru­gen ihrer­seits dazu bei, dass die Behör­den ihre Auto­bahn­pläne nicht län­ger unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit vor­an­trei­ben konn­ten.

Im Vor­feld der öffent­li­chen Plan­auf­lage tauch­ten dann plötz­lich über­all in Biel und Nidau – ja sogar in Port Stopp-West­astpla­kate und Bla­chen auf. Mitt­ler­weile war der West­ast zu einem Stadt­thema gewor­den, was dazu führte, dass beim UVEK über 650 Ein­spra­chen ein­gin­gen – sowohl von Pri­va­ten wie von gros­sen Ver­bän­den wie dem VCS oder der Stif­tung Land­schafts­schutz Schweiz.

Quasi im Allein­gang orga­ni­sierte eine West­ast-Kri­ti­ke­rin im Mai 2017 einen Velo­flashmob: Innert weni­ger Tage schaffte sie es, über ihre Netz­werke und soziale Medien mehr als 1200 Men­schen zu mobi­li­sie­ren. Die fried­li­che Demons­tra­tion, die in guter Zusam­men­ar­beit mit der Bie­ler Poli­zei durch­ge­führt wurde, war ein Schlüs­sel­mo­ment im West­ast-Wider­stand und ermu­tigte die Teil­neh­me­rIn­nen, sich wei­ter zu enga­gie­ren. So schuf der Flashmob die Basis, wel­che die gros­sen Demos im Herbst 2017 und 2018 erst ermög­licht hat.

Als publik wurde, dass 745 Bäume für den West­ast gefällt wer­den sol­len,  ent­stan­den spon­tan, aus der Mitte der Bevöl­ke­rung, neue Aktio­nen. Sie wur­den weder von einer Orga­ni­sa­tion gelei­tet noch von einem Komi­tee gesteu­ert: Akti­vis­tIn­nen mar­kier­ten auf eigene Faust wie­der­holt jene Bäume mit Pla­ka­ten, die dem West­ast geop­fert wür­den. Diese Baum­ak­tio­nen hat­ten eine über­wäl­ti­gende Wir­kung: Für viele Bür­ge­rIn­nen wurde erst jetzt deut­lich, wel­che Zer­stö­rungs­di­men­sio­nen der West­ast hat. – Und die Baum­ak­tio­nen gehen wei­ter: Vor weni­gen Wochen hat eine junge Frau, zusam­men mit Gleich­ge­sinn­ten, aus eige­nem Antrieb zahl­rei­chen bedroh­ten Bäu­men «ein Gesicht ver­lie­hen».

Man könnte unzäh­lige wei­tere Aktio­nen auf­zäh­len, die von immer wie­der ande­ren Akti­vis­tIn­nen initi­iert wur­den. Um nur einige zu nen­nen: Die  Unter­schrif­ten­samm­lung für eine Peti­tion gegen den West­ast, das Fest im Mül­ler Museum oder die Tavo­lata, wo Akti­vis­tIn­nen gemein­sam mit Quar­tier­be­woh­ne­rIn­nen ein Stras­sen­fest fei­er­ten – genau dort, wo die West­astschneise der­einst die Stadt zer­schnei­den würde.

Fazit: Der bis­he­rige Erfolg des West­ast-Wider­stands basiert auf einer brei­ten Bewe­gung, die immer wie­der neue krea­tive Ideen umsetzt – und so auch immer wie­der neue Men­schen zum Mit­ma­chen ermu­tigt. Weil es genau genom­men um weit mehr geht, als um das Ver­hin­dern eines Beton­mons­ters…

Genauso so, wie der viel­fäl­tige Wider­stand funk­tio­niert, müsste übri­gens auch die Lösungs­su­che erfol­gen, soll sie lang­fris­tig Erfolg haben: Es braucht einen trans­pa­ren­ten offe­nen Pro­zess,  wo krea­tive Ideen aus der Bevöl­ke­rung und aus ver­schie­de­nen Genera­tio­nen ein­flies­sen. Vari­an­ten hin­ge­gen, die von Pla­nern unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit erstellt wer­den, sind weder zeit­ge­mäss noch ziel­füh­rend. 

Dies eine kurze aber wich­tige Ergän­zung zum oben erwähn­ten Bund-Arti­kel… 

 

 


 

 

ASTRA-ZAH­LEN­AKRO­BA­TIK

 

Jahr für Jahr erscheint ein Bericht des Bun­des­amts für Stras­sen (ASTRA), gespickt mit Zah­len und Gra­fi­ken. Das Ganze kommt sehr wis­sen­schaft­lich daher, die Stau- und Ver­kehrs­zah­len jeweils auf eine Stelle hin­ter dem Komma gerun­det. Das heisst: auf einen Tau­sends­tel genau.

Schon vor einem Jahr haben wir auf die Zah­len­akro­ba­tik des ASTRA hin­ge­wie­sen. Auch die­ses Jahr gibt es dar­über wie­der eini­ges zu berich­ten:

 

In der Öffent­lich­keit erscheint in der Regel eine kon­den­sierte SDA-Zusam­men­fas­sung. Wer jedoch den gan­zen Bericht genau liest, stellt sich Fra­gen über Fra­gen. Denn Zah­len in eine Excel-Tabelle abfül­len und mit einer For­mel ein Ergeb­nis, auf eine Stelle hin­ter dem Komma genau gene­rie­ren, ist das eine. Viel wich­ti­ger aber und ent­schei­dend sind die ver­wen­de­ten Daten: Wenn diese nicht stim­men und/oder wich­tige Mess­zah­len feh­len, stimmt das Resul­tat noch weni­ger. Dass die­ses mit Stel­len hin­ter dem Komma ver­se­hen wird, kommt einem Ross­täu­scher­trick ähn­lich.  Das ASTRA beschreibt das dann so:  



Im Klar­text: Bis im Jahr 2015 wur­den auf­grund einer unge­nauen Mess­me­thode das Ver­kehrs­auf­kom­men um 4–5% zu hoch aus­ge­wie­sen. Sogar beim Ein­ge­ständ­nis der Fehl­leis­tung klam­mert sich das ASTRA eisern an die Stel­len hin­ter dem Komma.

Wei­te­res Bei­spiel: Mess­stel­len. Das ASTRA ver­brei­tet tat­säch­lich Zah­len über den Ver­kehr auf der A1 (auf eine Stelle hin­ter dem Komma genau) und  tut gleich­zei­tig kund:

 

 

Im Klar­text: Man ope­riert mit Kenn­zah­len (auf eine Stelle hin­ter dem Komma genau), obschon die Mess­ap­pa­rate an Schlüs­sel­stel­len seit Jah­ren kaputt oder wegen Bau­ar­bei­ten nicht in Betrieb sind. Was das taugt? – Nichts.

Aber halt! Die Ver­kehrs­in­ge­nieure wis­sen mit sol­chen Män­geln prag­ma­tisch um zu gehen. Das Zau­ber­wort heisst: PLAU­SI­BI­LI­SIE­REN. Wie­derum: Auf eine Stelle hin­ter dem Komma genau:

«Täg­lich wer­den die auf Stun­den aggre­gier­ten Ver­kehrs­werte von den Zähl­stel­len zur zen­tra­len Ver­kehrs­da­ten­bank VMON des ASTRA über­tra­gen. Dort wer­den die Daten plau­si­bi­li­siert und dar­aus abge­lei­tete Kenn­zah­len publi­ziert (www.verkehrsdaten.ch).»   Quelle: Rosen­thal und Part­ner AG

 

Wei­te­res Bei­spiel: Das Astra ver­brei­tet Zah­len über soge­nannte «Stau­tage» und erklärt uns, was es damit meint:

Im Klar­text:  Egal ob ein ein­ma­li­ger 5‑minütiger Stau  (oder sogar bloss sto­cken­der Kolon­nen­ver­kehr) oder stun­den­lan­ger, wie­der­hol­ter Stop-and-go-Ver­kehr – bei­des wird vom ASTRA unter «Stau­tag» sub­su­miert. Da wird eine Kate­go­rie geschaf­fen, die Kraut und Rüben ent­hält und ver­meint­lich «beweist», dass die halbe moto­ri­sierte Schweiz täg­lich per­ma­nent im Stau steht.

Wer­den wenigs­tens die «Stau­stun­den» (eine wei­tere ASTRA-Kate­go­rie) prä­zise defi­niert und erfasst? Fehl­an­zeige. Auch das haben die ASTRA-Leute nicht im Griff: Der Ein­fach­heit hal­ber wer­fen sie näm­lich Stau und Kolon­nen­ver­kehr in den sel­ben Topf. Die Quel­len: Poli­zei­be­ob­ach­tun­gen, Via­su­isse-Ver­kehrs­mel­dun­gen, pri­vate Stau­mel­der – ein Jekami: alles kommt in die  Daten­wurst und wird plau­si­bi­li­siert.

 


 

Im gan­zen Bericht: Wohin man schaut, wird mit Grund­la­gen­da­ten ope­riert, für die man keine har­ten Fak­ten hat. Das Mate­rial ist plau­si­bi­li­sier­bar und wird folg­lich plau­si­bi­li­siert.

Das ist die Basis, auf wel­cher im Schwei­z­er­land Ver­kehrs­pro­gno­sen erstellt wer­den: Im Qua­drat plau­si­bi­li­sierte Zah­len­akro­ba­tik.

Und nun soll auf­grund die­ser Zah­len­akro­ba­tik der Bau eines A5-West­asts begrün­det oder ver­wor­fen wer­den…

Im Raum Biel mes­sen ASTRA und Kan­ton den Ver­kehr an die­sen Stel­len:

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Wir sind gespannt, wel­che Qua­li­tät die Ver­kehrs­mes­sun­gen auf­wei­sen, die dem Run­den Tisch A5-West­ast zur Ver­fü­gung ste­hen:  Han­delt es sich um aus­sa­ge­kräf­tige Hard Facts, oder ein­mal mehr um plau­si­bi­li­sierte Zah­len, auf eine Stelle hin­ter dem Komma genau.

Für den Dia­log­pro­zess und die Lösungs­fin­dung ist es ent­schei­den, dass die bei­gezo­ge­nen Ver­kehrs­ex­per­ten die Daten auf Herz und Nie­ren prü­fen und nöti­gen­falls neue, aus­sa­ge­kräf­tige Daten über die aktu­el­len Ver­kehrs­flüsse beschaf­fen las­sen.

 

 


 

 

INNO­VA­TIVE ANSÄTZE
FÜR DEN GÜTER­VER­KEHR

Ein Zulas­sungs­ver­bot für fos­sil betrie­bene Last­wa­gen ab 2030 sowie ab 2035 ein Fahr­ver­bot auf alpen­que­ren­den Rou­ten – eine ent­spre­chende Volks­in­itia­tive könnte schon bald Rea­li­tät wer­den, wie der Tages­an­zei­ger  vom 6. Juni 2019 berich­tet:

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Dabei geht es in ers­ter Linie um Umwelt- und Kli­ma­schutz. Jon Pult, Prä­si­dent der Alpen­in­itia­tive und SP-Natio­nal­rat begrün­det: «Geht es im Bun­des­rat und Par­la­ment jetzt nicht rasch genug vor­wärts, wer­den wir das Heft sel­ber in die Hand neh­men.» 

Bereits im letz­ten Dezem­ber hatte der Ver­ein Alpen-Initia­tive eine in ihrem Auf­trag erstellte Stu­die publi­ziert, die zeigte, dass bei den Last­wa­gen in Sachen Reduk­tion der CO2-Emis­sio­nen seit 1990 wenig Fort­schritte gemacht wur­den. Schon damals for­derte Jon Pult: «Es ist eine ver­passte Chance, dass der Stras­sen­gü­ter­ver­kehr bei der lau­fen­den CO2-Geset­zes­re­vi­sion im Par­la­ment über­haupt kein Thema ist.  Last­wa­gen dür­fen nicht aus dem Gesetz aus­ge­klam­mert wer­den. Die Zeit drängt: Um die Kli­ma­er­wär­mung zu stop­pen und die Reduk­ti­ons­ziele des Pari­ser Abkom­mens zu erfül­len, müs­sen die Treib­haus­gas­emis­sio­nen in allen Bereich redu­ziert wer­den.»

Mit der ange­kün­digte Initia­tive liegt nun ein kon­kre­ter Vor­schlag auf dem Tisch. Nebst dem vor­ge­schla­ge­nen Zulas­sungs- und Tran­sit­ver­bot für fos­sil betrie­bene Last­wa­gen, schlägt die Initia­tive auch bei der Schwer­ver­kehrs­ab­gabe (LSVA) Neue­run­gen vor: Ab 2020 soll die sich die LSVA nach dem Ver­ur­sa­cher­prin­zip rich­ten: Je grös­ser der CO2-Aus­stoss eines Last­wa­gens ist, desto mehr muss er bezah­len.

Sol­che Inno­va­tio­nen kom­men bei der Trans­port­bran­che nicht gut an. Sie lie­gen aber im Trend: Eine Abstu­fung der Last­wa­gen­steu­ern nach CO2-Emis­sio­nen ist auch in der EU ein Thema. In Nor­we­gen sol­len schon ab 2025 keine Neu­wa­gen mit Ver­bren­nungs­mo­tor mehr zuge­las­sen wer­den. Schwe­den und Däne­mark pei­len für 2030 ein Ver­bot für Die­sel und Ben­zi­ner an. 

Mit dem ange­dach­ten Tran­sit­ver­bot für Die­sel-Las­ter geht die Alpen-Initia­tive aller­dings noch einen Schritt wei­ter. Doch sogar da könnte man den Faden noch wei­ter spin­nen: Wes­halb nur ein Fahr­ver­bot im alpen­tra­ver­sie­ren­den Ver­kehr? Auch die Städte und Dör­fer im Mit­tel­land könn­ten auf­at­men, wenn künf­tige Güter­trans­porte auf der Strasse gestanks­frei und lärm­arm erfolg­ten. 

Das alles sind Denk­an­stösse, die in die rich­tige Rich­tung zei­gen. Es lohnt sich, sie wei­ter zu ver­fol­gen…

 

 


 

 

GESUCHT:
LAST­WA­GEN­KA­RA­WANE

Seit die marode Wehr­brü­cke zwi­schen Brügg und Port für den Schwer­ver­kehr gesperrt ist, schla­gen die Nidauer Behör­den Alarm: Die Stadt Nidau müsse nun einen Gross­teil des umge­lei­te­ten Schwer­ver­kehrs auf­neh­men, das Städt­chen werde vom Ver­kehr gera­dezu über­schwemmt.

Wie im Bie­ler Tag­blatt vom 21. Mai zu lesen war, haben sich die Gemein­den Ipsach, Port, Brügg und Nidau beim Lei­ter des Run­den Tischs erneut dafür stark gemacht, dass der Bau der neuen Brü­cke und des Port­tun­nels des­halb – rest­li­cher Auto­bahn-West­ast hin oder her – vor­zu­zie­hen sei.

Ein­mal mehr mit dem Haupt­ar­gu­ment: «Stark betrof­fen ist die Stadt Nidau, wel­che den Gross­teil des Schwer­ver­kehrs auf­neh­men muss.»

Wer sich aller­dings vor Ort umschaut und umhört, erhält ein ande­res Bild: Der Ver­kehr in Nidau scheint sich nicht gross ver­än­dert zu haben. Bei einer klei­nen, nicht reprä­sen­ta­ti­ven Umfrage bestä­tigt denn auch nie­mand die Behaup­tung, dass der Last­wa­gen­ver­kehr seit der Teil-Sper­rung der Wehr­brü­cke zuge­nom­men habe. «Ich arbeite in Nidau und habe keine Ver­än­de­rung bemerkt» oder «Ich bin oft in Nidau ent­lang der Haupt­strasse unter­wegs, mir ist nichts auf­ge­fal­len», sind Ant­wor­ten von Bewoh­ne­rIn­nen und Pend­le­rIn­nen auf die Frage nach der angeb­lich unhalt­ba­ren Ver­kehrs­si­tua­tion.

Freund­li­cher­weise hat die Gemeinde auf dem Schloss­turm eine Web­cam instal­liert. Mit wun­der­ba­rem Blick auf die Haupt­strasse. Alle 60 Sekun­den lie­fert sie ein aktu­el­les Bild zur Ver­kehrs­si­tua­tion.

Also machen wir die Probe aufs Exem­pel: Wäh­rend Stun­den haben wir die Web­cam auf­ge­schal­tet. Und war­ten auf die Last­wa­gen­ka­ra­wane.

Doch was wir sehen: Nur wenig Ver­kehr, sogar wäh­rend der soge­nann­ten Stoss­zei­ten am Mor­gen, über Mit­tag und am Fei­er­abend. Regel­mäs­sig ein Bus, hie und da ein Lie­fer­wa­gen. Aber wo blei­ben die berüch­tig­ten 40-Tön­ner?

Ist die Web­cam etwa mit einem Last­wa­gen­fil­ter ver­se­hen?

Da, end­lich taucht einer auf! Ob er frü­her den Weg über die Wehr­brü­cke genom­men hätte, lässt sich lei­der nicht sagen.

Und wie­der: War­ten, war­ten, war­ten auf das nächste Bild mit 40t-LKW. An einem ganz gewöhn­li­chen Werk­tag Vor­mit­tag.

Wie so man­ches im Zusam­men­hang mit dem A5-West­ast: Statt zuver­läs­sig Daten zu erhe­ben, behaup­ten viele Auto­bahn­be­für­wor­te­rIn­nen frisch drauf los, was in der Rea­li­tät ein­fach nicht stimmt. End­lo­ser Stau hier, grau­sa­mer Stau dort…

Oder eben: Unhalt­ba­rer, über­bor­den­der Last­wa­gen­ver­kehr im Städt­chen Nidau, seit der Teil­sper­rung der Wehr­brü­cke. Eine Mär. Die ein­zig und allein erfun­den wurde, um im West­ast-Dis­put voll­endete Tat­sa­chen zuguns­ten des umstrit­te­nen Aus­füh­rungs­pro­jekts zu schaf­fen.

 

 


 

 

BYPASS A5-WEST­AST
NEIN DANKE!

 


Kli­cken für Ani­ma­tion

Das linke Bie­ler­see­ufer gehört zu den geschütz­ten Land­schaf­ten der Schweiz. Die Lini­en­füh­rung der A5 ent­lang dem See und durch die Reb­berge war ein Fehl­ent­scheid – dar­über sind sich heute alle einig.

Der Tran­sit­ver­kehr scha­det den Men­schen und der fra­gi­len Umwelt in den Win­zer­dör­ferna am Jurasüd­fuss.

Der Bau des West­asts hätte zur Folge, dass noch mehr Autos und Last­wa­gen diese Route wäh­len, was die Situa­tion dras­tisch ver­schär­fen würde…

 

 


 

 

DIE STAU­SCHLAU­MEIER
VOM ASTRA

 

 

Der Runde Tisch zum A5-West­ast soll eine fak­ten­ba­sierte Aus­le­ge­ord­nung zur heu­ti­gen und künf­ti­gen Ver­kehrs­si­tua­tion in der Region See­land lie­fern. So weit, so gut.  

Es ist zu hof­fen, dass die geballte Exper­ten­power, die am Run­den Tisch zum Ein­satz kom­men soll (Bud­get über 1 Mil­lion CHF), auf­räumt mit gewis­sen Zah­len, die her­um­ge­bo­ten wer­den. Bei­spiels­weise, wenn sie vom ASTRA kom­men und von den Medien gerne und unge­prüft über­nom­men wer­den.

 

Zu was tau­gen Zah­len zur Stau-Erfas­sung, wenn das ASTRA, ohne rot zu wer­den, erklärt:

«Bei der Stau­er­fas­sung wird in der VSS-Norm SN 671 921 zwi­schen Ver­kehrs­si­tua­tio­nen mit «Stau» oder «sto­cken­dem Ver­kehr» unter­schie­den. Im Stau­be­richt wer­den dage­gen beide erfass­ten Zustände als «Stau» bezeich­net, da die für eine genaue Unter­schei­dung not­wen­di­gen netz­wei­ten dyna­mi­schen Ver­kehrs- und Geschwin­dig­keits­da­ten heute noch nicht ver­füg­bar sind. Die Anzahl Stau­stun­den ist die Dauer der Staus von deren Beginn bis zu deren Auf­lö­sung in Stun­den.»* 

Wie bitte???

Sto­cken­der Ver­kehr wird also ein­fach dem Stau zuge­rech­net. Das muss man wirk­lich zwei­mal lesen.  So wird «Zah­len­ma­te­rial» zu Pro­pa­ganda ver­wan­delt.

Sollte der Runde Tisch sich auf sol­che Fak(e)ten stüt­zen, sägt er sich die Beine ab, auf denen er steht. Sein «Ergeb­nis» würde nicht akzep­tiert wer­den und ver­käme zu  teu­rer Maku­la­tur.

* https://www.astra.admin.ch/astra/de/home/themen/nationalstrassen/verkehrsfluss-stauaufkommen/definitionen

Die Probe aufs Exem­pel:

Wie aus sto­cken­dem Ver­kehr «sta­tis­ti­scher» STAU gemacht wird:

 

Noch mehr über ASTRA-Zah­len­akro­ba­tik: hier lesen und stau­nen

 

 


 

 

OFFI­ZI­ELL UND INOF­FI­ZI­ELL

 

 


 

 

BUNTE EINIG­KEIT

Die Viel­falt der West­astop­po­si­tion ist ihre Stärke

 

Die Spat­zen pfei­fen es von den Bie­ler Dächern: Die West­ast-Oppo­si­tion sei sich nicht einig. Und es gibt Jour­na­lis­ten, die gar einen Streit her­bei­pfei­fen wol­len. Ein auf­ge­reg­tes Gezwit­scher, das völ­lig aus der Luft gegrif­fen ist und an den Rea­li­tä­ten vor­bei­zielt.

Im Gegen­satz zum West­ast-JA-Lager, das eine simple Mes­sage ver­tritt («bald­mög­lichste Umset­zung des Aus­füh­rungs­pro­jekts»), gibt es auf Sei­ten der Geg­ner­schaft eine inter­es­sante Viel­falt von Ideen, Vor­schlä­gen und Vari­an­ten.

Das liegt in der Natur der Sache: Seit Jah­ren beschäf­ti­gen sich viele aus der West­ast-Oppo­si­tion mit der Suche nach Alter­na­ti­ven. Es ist ein­drück­lich, wie viele Ideen, wie viel Krea­ti­vi­tät in den letz­ten Jah­ren frei­ge­setzt wor­den ist – immer mit dem glei­chen Ziel: Die dro­hende Stadt­zer­stö­rung zu ver­hin­dern und andere, zukunfts­fä­hige Lösungs­wege auf­zu­zei­gen.

Gerade in die­ser Viel­falt, liegt die Stärke der Oppo­si­tion: Sie bringt eine breite Palette von Kom­pe­ten­zen in den Dia­log­pro­zess. Es braucht die Viel­stim­mig­keit der ver­schie­de­nen Grup­pie­run­gen für den von Regie­rungs­rat Neu­haus ange­stos­se­nen «ergeb­nis­of­fe­nen Dia­log». Wer diese Viel­falt weg­dis­ku­tie­ren will, kann sich gera­de­so­gut mit zwei Leu­ten – ein­mal pro, ein­mal kon­tra – an den Run­den Tisch set­zen.

Am Run­den Tisch sind aber 13 Orga­ni­sa­tio­nen ver­tre­ten:

      • Ber­ner Hei­mat­schutz
      • Fuss­ver­kehr Kan­ton Bern
      • IG Häb Sorg zur Stadt
      • Komi­tee «Biel notre Amour»
      • Komi­tee «West­ast so nicht»
      • Ver­ein «Biel wird laut»
      • Ver­ein «Gruppe S»
      • Ver­ein LQV – Lebens­qua­li­tät
      • Pro Natura
      • Pro Velo
      • Stif­tung Land­schafts­schutz Schweiz
      • VCS Bern
      • WWF Bern

Diese alpha­be­ti­sche Auf­zäh­lung zeigt: Die Geg­ner­schaft ist breit auf­ge­stellt. Es ver­steht sich von sel­ber, dass eine natio­nal tätige Schutz­or­ga­ni­sa­tion andere Prio­ri­tä­ten setzt als ein Quar­tier­ver­ein. In einem Punkt sind sie sich aber zu hun­dert Pro­zent einig: Sie wer­den nie Hand bie­ten zu den zwei offe­nen Auto­bahn­schnei­sen mit­ten in der Stadt.

Klar­heit und Viel­falt sind gewollt für einen Run­den Tisch, der nicht eine Ali­bi­übung dar­stel­len soll: Jede Grup­pie­rung bringt ihre Facet­ten, ihre Stär­ken in den Dia­log. Es braucht sie alle, um die Breite der Oppo­si­tion gegen das Aus­füh­rungs­pro­jekt zu wider­spie­geln. Damit ist die Basis für eine echte Par­ti­zi­pa­tion der Bevöl­ke­rung gelegt.

All jene, die immer wie­der ver­su­chen, einen Streit in der Geg­ner­schaft her­bei­zu­re­den oder zu ‑schrei­ben müs­sen wir des­halb ent­täu­schen: Der Kampf gegen die dro­hende Stadt­zer­stö­rung wird in bun­ter Einig­keit und mit vol­ler Kraft geführt. Auch in Zukunft. Wenn die PRO-West­ast-Anhän­ger keine ande­ren Argu­mente bei­brin­gen kön­nen, als der Oppo­si­tion Unei­nig­keit anzu­dich­ten, dann ist es gut mög­lich, dass der A5-West­ast hoch­kant vom Run­den Tisch flie­gen wird.

 

 


 

 

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WIRT­SCHAFT
GEGEN A5-WEST­AST

 

 

Nun mel­den sich mehr und mehr West­ast-Geg­ne­rIn­nen aus der Wirt­schaft zu Wort! Zwar haben sich bereits in der Ver­gan­gen­heit ver­ein­zelt Unter­neh­me­rIn­nen und Wirt­schafts­füh­re­rIn­nen gegen das ver­al­tete und viel zu teure Auto­bahn­pro­jekt aus­ge­spro­chen.  Allen voran Michel Mul­ler, CEO der Mul­ler Machi­nes SA, deren ein­ma­li­ges Maschi­nen­mu­seum dem West­ast wei­chen müsste.

Nach­dem nun aber die Wirt­schafts­ver­bände HIV Kan­ton Bern, KMU Bern und WIBS Ende letz­ten Jah­res eine voll­mun­dige Kam­pa­gne Pro-West­ast lan­ciert hat­ten, gibt es nun mas­sive Kri­tik an die­sem Vor­ge­hen – und eine Gegen­kam­pa­gne:

So schreibt  WIBS-Grün­dungs­mit­glied Lukas Weiss in sei­nem Leser­brief im «Biel-Bienne»: «Ich bin ent­setzt, mit wel­cher Dreis­tig­keit die­ses wich­tige lokale Forum als Platt­form für eine ein­sei­tig geführte Kam­pa­gne miss­braucht wird. Als Mit­glied der WIBS wurde ich nie zu mei­ner Mei­nung zum West­ast befragt.» 

Auch der ehe­ma­lige HIV-Prä­si­dent und CEO der Biella AG, Rudolf Bürgi, spricht im Inter­view mit Mario Cor­tesi Klar­text: «Der wirt­schaft­li­che Nut­zen die­ser 2,2 Mili­ar­den Fran­ken-Inves­ti­tion ist nicht belegt. Es ist befrem­dend, dass die Befür­wor­ter dar­auf drän­gen, die bereit­ge­stellte Inves­ti­ti­ons­summe jetzt aus­zu­ge­ben.» 

Ver­tre­te­rIn­nen der Wirt­schaft haben nun, in Zusam­men­ar­beit mit dem Komi­tee «West­ast so nicht!» ihrer­seits eine Inse­ra­ten­kam­pa­gne gestar­tet, um ihre Oppo­si­tion gegen das Aus­füh­rungs­pro­jekt und das Vor­ge­hen der Wirt­schafts­ver­bände publik zu machen.

 

 


 

 

 

 

 

 

VON WEGEN:
«DA KANN MAN NICHTS MACHEN»

Wer vor einem Jahr 2018 vor­aus­ge­sagt hätte, dass der neue Ber­ner Bau­di­rek­tor Chris­toph Neu­haus der­einst zum run­den Tisch in Sachen West­ast ein­la­den würde, wäre als Spin­ner aus­ge­lacht wor­den. Noch weni­ger hätte man geglaubt, dass Erich Fehr, Bie­ler Stadt­prä­si­dent und lang­jäh­ri­ger West­astpro­mo­tor, eine 180-Grad-Pirou­ette hin­legt und für 2019 die Prü­fung einer See­landt­an­gente for­dert.

In der Ver­gan­gen­heit waren genau diese Vor­schläge aus der Bevöl­ke­rung immer ins Leere gelau­fen. Vom Kan­ton und den Gemein­de­be­hör­den hörte man stets das glei­che Man­tra: Am vor­lie­gen­den West­ast-Pro­jekt sei nicht mehr zu rüt­teln. Es sei die beste Lösung, bau­reif und wich­tig. 

Noch ist das offi­zi­elle West­ast-Pro­jekt nicht gebo­digt. Die neue Gesprächs­be­reit­schaft und der Gesin­nungs­wan­del der Exe­ku­tiv­po­li­ti­ker zei­gen aber deut­lich, dass Argu­mente, Wider­stand und Enga­ge­ment von Sei­ten der Bevöl­ke­rung etwas bewir­ken kön­nen. – Es hat lange gedau­ert, bis die «Volks­ver­tre­te­rIn­nen» es für nötig erach­te­ten, ihre Wäh­le­rIn­nen ernst zu neh­men. – Doch Anfang 2019 ste­hen die Chan­cen für eine zukunfts­fä­hige Ver­kehrs­ent­wick­lung in der Region bes­ser denn je.

Dies nicht zuletzt dank der uner­müd­li­chen Infor­ma­ti­ons­ar­beit der West­ast-Kri­ti­ke­rIn­nen. Dank unzäh­li­ger Leser­briefe, Recher­chen, Infor­ma­ti­ons- und Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tun­gen, dank Demons­tra­tio­nen gegen das Mons­ter­pro­jekt oder Aktio­nen wie der Tavo­lata. Die­ses Enga­ge­ment führte schliess­lich zum ein­deu­ti­gen Resul­tat der Demo­scope-Umfrage, die zeigt, dass gerade mal 21 Pro­zent der Bevöl­ke­rung in der Region noch hin­ter dem offi­zi­el­len West­astpro­jekt ste­hen.

Schon der Wech­sel an der Spitze der Ber­ner Bau­di­rek­tion hatte Eini­ges in Bewe­gung gebracht: Im Gegen­satz zu sei­ner Vor­gän­ge­rin Bar­bara Egger stellt sich Bau­di­rek­tor Chris­toph Neu­haus immer­hin der Dis­kus­sion. Und auch im Bun­des­haus weht ein fri­scher Wind: Mit der neuen Depar­te­ments­chefin Simo­netta Som­ma­ruga an der Spitze des Uvek ste­hen die Zei­chen bes­ser für das Aus­han­deln von neuen, umwelt­freund­li­che­ren und zukunfts­fä­hi­ge­ren Ver­kehrs­lö­sun­gen.

Jetzt gilt es, mit dem 2018 in Bewe­gung gekom­me­nen Schwung das aktu­elle West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt in den nächs­ten Mona­ten defi­ni­tiv in der Ver­sen­kung ver­schwin­den zu las­sen. Es ist höchste Zeit, dass Biel und Nidau ihre Zukunft anpa­cken kön­nen, ohne dau­ernd mit dem Damo­kles­schwert der Stadt­zer­stö­rung rech­nen zu müs­sen.

Trotz der bis­he­ri­gen Erfolge im Kampf gegen den West­ast darf näm­lich nicht ver­ges­sen wer­den: Das Auto­bahn­pro­jekt hat bereits jetzt viel Scha­den ange­rich­tet.

So sind auch 2018 wie­der zahl­rei­che Men­schen, die in vom West­ast bedroh­ten Lie­gen­schaf­ten wohn­ten, aus ihrem gelieb­ten Daheim fort­ge­zo­gen. Sie haben die nun seit über 20 Jah­ren andau­ernde Unsi­cher­heit nicht mehr aus­ge­hal­ten. Man­che haben ihre Häu­ser dem Kan­ton abge­tre­ten, weil Inves­ti­tio­nen in die Lie­gen­schaft unter dem Ent­eig­nungs­bann nicht abge­gol­ten wer­den.  Resi­gna­tion und Sta­gna­tion machen sich in lebens­wer­ten Quar­tie­ren an bes­ter Lage breit. Dem kann nur ein rascher West­ast-Übungs­ab­bruch ein Ende set­zen. Auf dass es am 1. Januar 2021 heisst: Biel und Nidau defi­ni­tiv west­astfrei.

 

 


 

 

FEHR: SEE­LANDT­AN­GENTE
MUSS GEPRÜFT WER­DEN!

«Es ist wich­tig, den Mut zu haben, Rich­tungs­än­de­run­gen vor­zu­neh­men, wenn man sieht, dass frü­here Ent­scheide nicht mehr den Bedürf­nis­sen von heute und viel­leicht noch weni­ger jenen von mor­gen ent­spre­chen.» Mit die­sen Wor­ten lässt sich Stadt­prä­si­dent Fehr im  BT-Sams­tags­in­ter­view vom 29.12.2018 zitie­ren.

Nach mona­te­lan­gem Schwei­gen und Lavie­ren von Sei­ten der Bie­ler Stadt­re­gie­rung reibt man sich erst ein­mal die Augen: Da hat sich einer bewegt und spricht Klar­text! Das lässt hof­fen, für die geplan­ten Dis­kus­sio­nen…

Im Hin­blick auf den von Regie­rungs­prä­si­dent Chris­toph Neu­haus ange­kün­dig­ten «run­den Tisch» stellt der Bie­ler Stadt­prä­si­dent näm­lich klar: «Es muss mehr gemacht wer­den als nur ein Vari­an­ten­ver­gleich zwi­schen offi­zi­el­lem Pro­jekt und «West­ast – so bes­ser». Ich gehe nicht davon aus, dass die Alter­na­ti­v­i­dee in die­ser Form tat­säch­lich ein­mal gebaut wird. Es gibt The­men wie die See­landt­an­gente. (…)

Die See­landt­an­gente würde den Ver­kehr gross­räu­mig anders len­ken. Das Haupt­pro­blem ist his­to­risch bedingt: Die Natio­nal­strasse drit­ter Klasse führt am Nord­ufer des Bie­ler­sees ent­lang, wo sie eigent­lich gar kei­nen Platz hat. Des­halb muss der Ver­kehr durch das besie­delte Gebiet Biels dort­hin gelenkt wer­den. Es muss nun geklärt wer­den, ob es nicht andere Mög­lich­kei­ten gibt.»

Das gesamte, äus­serst lesens­werte BT-Sams­tags­in­ter­view vom 29. Dezem­ber 2018 – kli­cken und lesen

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DIE RICH­TIGE FRAGE STEL­LEN

Nicht immer füh­ren Umfra­gen zum erwar­te­ten Resul­tat. So dürf­ten sich die West­ast-Befür­wor­ter nach der Demo­scope-Umfrage die Augen gerie­ben haben: Gerade mal 21% der Befrag­ten hat­ten sich für das Aus­füh­rungs­pro­jekt mit den bei­den inner­städ­ti­schen Anschlüs­sen aus­ge­spro­chen.

Damit hatte man ganz offen­sicht­lich nicht gerech­net.  Wie sonst ist zu erklä­ren, dass die Prä­sen­ta­tion der Umfrage-Resul­tate als High­light einer Lobby-Ver­an­stal­tung gedacht war?

Nun, die­ser Schuss ging nach hin­ten los. Seit­her wer­den West­ast-Befür­wor­ter nicht müde, die Fra­ge­stel­lung in Frage zu stel­len. Aller­dings hat von ihnen noch kei­ner gesagt, wie denn anders hätte gefragt wer­den müs­sen…

Letzt­end­lich geht es um eine ein­fa­che Frage, die lau­tet: Aus­füh­rungs­pro­jekt ja oder nein? Punkt. Schluss.

Diese Frage könnte dem­nächst nicht per Tele­fon, son­dern via Stimm­zet­tel beant­wor­tet wer­den. Stadt­rats­prä­si­den­tin Ruth Ten­nen­baum und vier wei­tere Mit­glie­der des Stadt­rats ver­lan­gen näm­lich mit einer dring­li­chen Motion, die sie im Novem­ber ein­ge­reicht haben, eine mög­lichst bal­dige Kon­sul­ta­tiv­ab­stim­mung über den West­ast.

Diese Abstim­mung hätte zwar für die Auto­bahn­bauer keine bin­dende Wir­kung. Es darf aber davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass weder das ASTRA noch der Kan­ton gegen den Wil­len der Bevöl­ke­rungs­mehr­heit vor­ge­hen wird.

Umso wich­ti­ger ist, dass die Frage bei der Kon­sul­ta­tiv­ab­stim­mung ein­deu­tig und rich­tig gestellt wird. Kein Wunsch­kon­zert mit der Aus­wahl «WEST­ASTof­fi­zi­ell» oder  «WEST­AST-so-bes­ser» oder «WEST­ASTva­ri­ante XYZ». Bevor man über irgend­wel­che ande­ren Vari­an­ten dis­ku­tie­ren kann, braucht es einen kla­ren Grund­satz­ent­scheid. Beim zu erwar­ten­den Nein liegt der Ball wie­der bei der Poli­tik, die – in Zusam­men­ar­beit mit der inter­es­sier­ten Bevöl­ke­rung – zeit­ge­mässe, akzep­ta­ble Kon­zepte prä­sen­tie­ren soll.

Die Frage bei einer all­fäl­li­gen Kon­sul­ta­tiv­ab­stim­mung lau­tet daher klar und sim­pel: Wollt ihr das Aus­füh­rungs­pro­jekt «A5-West­um­fah­rung Biel» – JA oder NEIN?

 

 


 

 

OST­AST SCHAFFT WEST­AST AB

Ende Okto­ber 2018 wur­den die Resul­tate der Ver­kehrs­zäh­lun­gen, die seit der Ost­ast-Eröff­nung erho­ben wur­den, publik. Sie bestä­ti­gen, was Beob­ach­te­rIn­nen schon lange fest­ge­stellt haben: Das pro­gnos­ti­zierte Ver­kehrs­chaos im Bereich der geplan­ten West­ast-Auto­bahn ist aus­ge­blie­ben.

Mehr noch: Statt der ange­droh­ten Mehr­be­las­tung hat sogar auf dem Guido-Mül­ler-Platz, auf der Länd­te­strasse oder im Stedtli Nidau die Zahl der an einem durch­schnitt­li­chen Werk­tag gezähl­ten Fahr­zeuge abge­nom­men, wie der heute im Bie­ler Tag­blatt publi­zier­ten Tabelle zu ent­neh­men ist.

Dar­aus zie­hen wir zwei Schlüsse:

1. Die vor der Ost­ast-Eröff­nung erstell­ten Ver­kehrs­pro­gno­sen waren dane­ben: Die von den Auto­bahn­be­für­wor­tern her­auf­be­schwo­re­nen Chaos-Sze­na­rien sind aus­ge­blie­ben. Das den Berech­nun­gen zugrunde lie­gende Modell geht von fal­schen Annah­men aus. Mit dem glei­chen Modell soll auch der Bau des West­asts gerecht­fer­tigt wer­den.

2. Der West­ast ist defi­ni­tiv über­flüs­sig – in der Region Biel braucht es keine wei­te­ren Stras­sen­ka­pa­zi­tä­ten. Die Ver­kehrs­si­tua­tion kann und muss wei­ter opti­miert wer­den durch die Umset­zung der noch aus­ste­hen­den flan­kie­ren­den Mass­nah­men sowie wei­te­rer Len­kungs­mass­nah­men und Ver­bes­se­run­gen beim ÖV und für den Fuss- und Velover­kehr.

Nicht nur Biel, auch die umlie­gen­den Gemein­den pro­fi­tie­ren lang­fris­tig von einem Ver­zicht auf den West­ast! Eine zukunfts­fä­hige Ent­wick­lung der Region trägt der Land­schaft Sorge. Denn fest steht: Der Ost­ast bringt zwar Ent­las­tung für die Stadt und dar­über hin­aus – doch schön und men­schen­freund­lich ist auch die­ses Infra­struk­tur­bau­werk nicht. Dazu Marc Meich­try, Gemein­de­prä­si­dent von Brügg gegen­über dem Bie­ler Tag­blatt: «Wenn man dem Brüg­ger Wald­rand ent­lang spa­ziert, dann sieht man den mas­si­ven Ein­schnitt in die Natur. Bis weit in den Wald hin­ein ist das Rau­schen der Auto­bahn zu hören.»

Des­halb gilt es nun mit allen Mit­teln, den unnö­ti­gen, zer­stö­re­ri­schen West­ast zu ver­hin­dern! 

 

 


 

 

ÜBUNGS­AB­BRUCH!

 

In ihrer Medi­en­mit­tei­lung vom 8. Okto­ber 2018 bringt es die SL auf den Punkt: «Die amt­li­che West­ast-Vari­ante ist in gros­sen Tei­len der Bevöl­ke­rung nicht akzep­tiert und aus Umwelt­sicht auch nicht bewil­li­gungs­fä­hig.» Sie schlägt des­halb vor, «ein ‹Reset› in Form einer par­ti­zi­pa­ti­ven, zukunfts­ge­rich­te­ten Ver­kehrs­pla­nung zu star­ten, die der Bevöl­ke­rung und dem Stadt­bild gerech­ter wird.»

WEI­TER­LE­SEN

 

 


 

 

KÄMP­FEN LOHNT SICH!

Marc Meich­try, Gemein­de­prä­si­dent von Brügg, wurde vor vier Jah­ren nicht zuletzt dank sei­nes lang­jäh­ri­gen Enga­ge­ments gegen das erste Ost­astpro­jekt gewählt. Zur Erin­ne­rung: Die ursprüng­lich im Brügg­moos geplan­ten Auto­bahn­an­schluss­bau­ten waren noch wesent­lich grös­ser dimen­sio­niert und hät­ten die betrof­fe­nen Gemein­den noch viel stär­ker beein­träch­tigt, als dies mit dem heu­ti­gen, auch nicht gerade dis­kre­ten, Bau­werk der Fall ist.

«Wir haben Unter­schrif­ten gesam­melt. Als wir Ein­spra­che ein­ge­legt haben, war die Aus­gangs­lage die glei­che wie jetzt beim West­ast. Das Aus­füh­rungs­pro­jekt lag bereits auf, als wir sag­ten: so nicht. Und dann wurde es neu geplant», berich­tet Meich­try im heu­ti­gen Bie­ler Tag­blatt und ermu­tigt die West­astgeg­ne­rIn­nen: «Es ist nie zu spät. Was da in Biel geplant ist, ist genauso über­di­men­sio­niert, wie das Pro­jekt damals in Brügg.»

Das voll­stän­dige Inter­view im Bie­ler Tag­blatt:

kli­cken und lesen

 


 

 

BIEL WAR WIE­DER LAUT!

 

Anläss­lich der Medi­en­prä­sen­ta­tion pro­tes­tier­ten rund 350 Men­schen laut­stark vor dem Ein­gang des Kon­gress­hau­ses gegen den ein­sei­ti­gen «Ver­gleich» zuguns­ten des Aus­füh­rungs­pro­jekts für den A5-West­ast durch Biel.

Immer­hin: Am Schluss der Ver­an­stal­tung zeigte sich Regie­rungs­rat Chris­toph Neu­haus gesprächs­be­reit – und stellte sich der Dis­kus­sion mit den besorg­ten Bür­ge­rin­nen und Bür­gern. Es bleibt zu hof­fen, dass dies ein ers­ter Schritt war – und das Ganze nicht als Ali­bi­übung ver­san­det…

 

klick den Film!      CON­CERTO FÜR REGIE­RUNGS­RAT NEU­HAUS

 


 

 

DIE PRO­TEST­SONGS
GEGEN DAS AUTO­BAHN­PRO­JEKT

Zwei Songs, eine Mes­sage: Vor einer Woche die Urauf­füh­rung an der  TAVO­LATA STOPP WEST­AST – und nun auch zum Nach­hö­ren und Mit­sin­gen: Jetzt hat die Wider­standts­be­we­gung gegen die Westastau­to­bahn auch zwei Pro­test­lie­der!

Wir durf­ten die bei­den Kon­zerte von Los Her­ma­nos Per­di­dos und Stu­deyeah mit­schnei­den – hier das Resul­tat:

 

 

Los Her­ma­nos Per­di­dos klei­de­ten mit ihrem neuen Song «Keni Autos ir Stadt» den Pro­test gegen die Domi­nanz des moto­ri­sier­ten Ver­kehrs in mit­reis­sende Musik. Und Stu­deyeah prä­sen­tier­ten mit «West­ast so nicht – Null­va­ri­ante» eben­falls einen Pro­test­song mit Hit­po­ten­zial…

 

 


 

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ASTRA ÜBER­HOLT SATIRE!

Ob’s an der Hitze liegt? – In der NZZ am Sonn­tag vom 29. Juli, und als saure Gurke sofort von allen Medien dank­bar auf­ge­nom­men: «Bund prüft dop­pel­stö­ckige Auto­bah­nen».

Der Grund: Laut Astra-Direk­tor Jürg Röth­lis­ber­ger lei­den Auto­fah­re­rIn­nen in der Schweiz unter zu viel Stau, ihre Geduld werde über Gebüh­ren stra­pa­ziert. Laut Sta­tis­tik gab es  2017 auf Schwei­zer Auto­bah­nen ins­ge­samt 26’000 Stau­stun­den. Bricht man diese grosse Zahl jedoch auf die 6,1 in der Schweiz imma­tri­ku­lier­ten Motor­fahr­zeuge hin­un­ter, ergibt sich pro Fahr­zeug gerade noch eine Stau­zeit von 15,34 Sekun­den – pro Jahr!

Doch Röth­lis­ber­ger sorgt sich um seine Kund­schaft und führt ins Feld, auch Auto­fah­re­rIn­nen hät­ten – gleich wie Bahn­fah­re­rIn­nen – ein «Anrecht auf ver­läss­li­che Ver­bin­dun­gen».  

Des­halb sol­len in nicht allzu fer­ner Zukunft wei­tere Stras­sen­ka­pa­zi­tä­ten geschaf­fen wer­den. Etwa mit dem Bau einer vier­ten(!) Röhre am Bar­egg – womit das Astra die wil­des­ten Vor­stel­lun­gen der Sati­ri­ker rechts über­holt!

Aller­dings weiss Röth­lis­ber­ger sogar diese Gedan­ken­spiele noch zu top­pen: Mit der Aus­sicht auf einen neuen Tun­nel mit­ten durchs Mit­tel­land – und eben der ein­gangs erwähn­ten dop­pel­stö­cki­gen Ver­kehrs­füh­rung durchs Lim­mat­tal…

WEI­TER­LE­SEN

 

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NACH­TRAG:

Der Auto­bahn-Aus­bau­wahn des Astra-Direk­tors sorgt auch am Fol­ge­tag der Inter­view-Publi­ka­tion für Schlag­zei­len. Tame­dia-Bun­des­haus­re­dak­tor Mar­kus Brot­schi kon­tert in sei­nem lesens­wer­ten Kom­men­tar mit den Wor­ten: «Wer brei­tere Stras­sen baut, ern­tet noch mehr Ver­kehr» und weist dar­auf hin, dass die Ant­wort auf den Mobi­li­täts­drang nicht nur Beton sein könne… 

Der Kom­men­tar im TA vom 30.7.2018:

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INTER­VIEW MIT KURT ROH­NER:

GROSSE RESO­NANZ

 

«Meine Idee löst im See­land drei Pro­bleme», wurde der Bie­ler Archi­tekt und Raum­pla­ner Kurt Roh­ner im Sams­tags­in­ter­view vom 7. Juli im Bie­ler Tag­blatt zitiert. 

Seit über einem Jahr wird der Doyen der Raum­pla­nung im See­land nicht müde, einen run­den Tisch zu for­dern, um die Ver­kehrs­zu­kunft der Region neu zu dis­ku­tie­ren. Seit Jah­ren denkt und plant Kurt Roh­ner zudem an Alter­na­ti­ven zum stadt­zer­stö­re­ri­schen West­ast… Gut, dass seine Stimme nun end­lich auch vom Bie­ler Tag­blatt gehört und wei­ter ver­brei­tet wurde!

Viele haben das Inter­view gele­sen – letzte Woche war es in Biel immer wie­der Gesprächs­thema. Davon zeugt auch der heu­tige Leser­brief von Hans Erb, der auf inter­es­sante Aspekte hin­weist.

So schreibt er unter ande­rem: «Es sieht also so aus, als ob vor allem die sich gerne selbst der Weit­sicht rüh­mende Stöckli-Begleit­kom­mis­sion ihren Job lau­sig gemacht hat, und nicht die Pla­ner. Die dürf­ten nüäm­lich ein­fach geplant haben, was man ihnen auf Basis von 60er Jahre-Ideen vor­ge­ge­ben hat.»

 Und wei­ter: «Auch Roh­ners Alter­na­ti­ven zur Ver­kehrs­fürung See­vor­stadt – Brügg­moss sowie seine ‹kleine See­landt­an­gente› ver­die­nen es, noch­mals geprüft zu wer­den. ‹Das dau­ert vil zu lange und ist viel zu teuer› wird dann gerne als Argu­ment vor­ge­bracht. Echt jetzt? Mei­ner Mei­nung nach ist kein Preis zu hoch und keine Dauer zu lang, um Roh­ners im Inter­view geäus­ser­tes Motto ‹Gutes erhal­ten, Ver­bes­ser­ba­res ver­bes­sern, Irrever­si­bles mög­lichst ver­hin­dern› zu berück­sich­ti­gen.»

Der Leser­brief vom 16.7.2018:

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Zur Auf­fri­schung: es gibt 100 gute Gründe gegen das Auto­bahn­pro­jekt aus dem letz­ten Jahr­hun­dert. Hier die Argu­mente des Ver­eins «Netz­werk Bie­ler­see».

 

 

 


 

 

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