Nidau perscht vor

NIDAU PRESCHT VOR

Das Städt­chen Nidau fährt einen Extra­zug – Run­der Tisch zum A5-West­ast hin oder her…

Im Rah­men der lau­fen­den Orts­pla­nungs­re­vi­sion ist seit dem 22. März die bau­recht­li­che Teil­grund­ord­nung «Wei­te­res Stadt­ge­biet» zur öffent­li­chen Mit­wir­kung auf­ge­legt.

Was amt­lich-tro­cken tönt, birgt poli­ti­schen Spreng­stoff: Auf dem Bau­zo­nen­plan ste­chen die in kräf­ti­gem orange ein­ge­färb­ten Gebiete der künf­ti­gen Bau­zone 6 ins Auge. Ins­be­son­dere ent­lang der Gurn­igel­strasse. Genau dort, wo laut A5-West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt rund 20 Lie­gen­schaf­ten der geplan­ten Auto­bahn­schneise und dem Tun­nel­por­tal wei­chen müss­ten.

Obschon der Bau des umstrit­te­nen Anschlus­ses Bienne Centre Gegen­stand der Ver­hand­lun­gen am Run­den Tisch ist, will die Stadt­ver­wal­tung Nidau bereits heute fest­le­gen, dass im Gurn­igel­quar­tier künf­tig sechs­stö­ckige Gebäude mit einer Höhe von bis zu 23 Metern gebaut wer­den kön­nen. Zudem wird das Gebiet der Misch­zone B zuge­ord­net — das heisst, in Sachen Lärm­schutz soll hier die Emp­find­lich­keits­stufe III (= Immis­si­ons­grenz­wert bis 65 dB) gel­ten. Dies wohl nicht zuletzt im Hin­blick auf die offene Auto­bahn­schneise des geplan­ten A5 West­asts…

Man folgt dabei den Vor­schlä­gen aus dem «Richt­plan Städ­te­bau West­ast A5» – und tut so, als gäbe es weder einen Run­den Tisch, an dem alter­na­tive Lösun­gen zum West­ast-Aus­füh­rungs­pro­jekt gesucht wer­den, noch ein Mit­wir­kungs­ver­fah­ren zur «Städ­te­bau­li­chen Begleit­pla­nung A5 West­ast».

Zur Erin­ne­rung: Im Januar 2017 war die Bevöl­ke­rung von Nidau und Biel ein­ge­la­den, im Rah­men eines Mit­wir­kungs­ver­fah­rens ihre Ideen und Stel­lung­nah­men zur soge­nann­ten «Städ­te­bau­li­chen Begleit­pla­nung A5 West­ast» abzu­ge­ben. Seit über zwei Jah­ren lie­gen die rund 300 Stel­lung­nah­men bei den Stadt­be­hör­den von Nidau und Biel – bis­her ohne mate­ri­elle Ant­wort.

Man liess von Sei­ten der Behör­den ledig­lich ver­lau­ten, man müsse die Vari­an­ten­prü­fung zum Aus­füh­rungs­pro­jekt des A5-West­asts abwar­ten. Eigent­lich eine ver­nünf­tige Hal­tung. Es macht kei­nen Sinn, Ent­scheide und Ver­fah­ren vor­an­zu­trei­ben, die mög­li­cher­weise im Wider­spruch ste­hen mit einem Pro­jekt, das in Zukunft völ­lig anders aus­se­hen könnte.

Umso befremd­li­cher, dass Nidau nun ein­fach vor­prescht. Ange­führt von der auto­bahn­be­geis­ter­ten Stadt­prä­si­den­tin Hess, die in der Öffent­lich­keit so tut, als stün­den die Nidau­erin­nen und Nidauer zu 100% hin­ter den aktu­el­len West­astplä­nen.

Des­halb: Wer in Nidau wohnt und das offi­zi­elle A5-West­astpro­jekt nicht unter­stützt, soll sich unbe­dingt am Mit­wir­kungs­ver­fah­ren betei­li­gen! Bis am 10. Mai kön­nen alle in Nidau woh­nen­den Men­schen der Stadt in weni­gen Sät­zen mit­tei­len, wes­halb sie mit dem vor­lie­gen­den Bau­zo­nen­plan nicht ein­ver­stan­den sind.

Die Stel­lung­nah­men ein­ge­schrie­ben per Post schi­cken an:

Stadt­kanz­lei Nidau
Mit­wir­kung bau­recht­li­che Teil­grund­ord­nung «Wei­te­res Stadt­ge­biet»
Schul­gasse 2
Post­fach 240
2560 Nidau

Die Pläne und Erläu­te­run­gen zur Teil­re­vi­sion kann man HIER run­ter­ge­la­den. Zudem kön­nen sie auf der Stadt­kanz­lei an der Schul­gasse 2 im 2. Stock ein­ge­se­hen wer­den. Öff­nungs­zei­ten:

Mon­tag, Diens­tag, Don­ners­tag 9 bis 12 und 14 bis 17 Uhr / Mitt­woch 14 bis 18 Uhr und Frei­tag 9 bis 14 Uhr

NIDAU­ERIN­NENWEHRT EUCH!