His­to­rie A5-West­ast

HIS­TO­RIE

A5-WEST­AST BIEL/BIENNE

 

Ein Pro­jekt aus dem letz­ten Jahr­hun­dert


 

 

Quelle: Tief­bau­amt Kan­ton Bern

 

 

 

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1950er Jahre Erste Stu­dien für eine Auto­bahn; vor allem ober­ir­di­sche Lösun­gen.

 

1960 N5 Lut­erbach – Yver­don wird ins Natio­nal­stras­sen­netz auf­ge­nom­men.

 

1975 Öffent­li­che Auf­lage ers­tes Gene­rel­les Pro­jekt für die Umfah­rung von Biel mit weit­ge­hend offe­ner Lini­en­füh­rung Strandboden–Brüggmoos–Orpund–Bözingenfeld. Wegen zahl­rei­cher Ein­spra­chen (über 300) wird die­ses Pro­jekt nicht wei­ter ver­folgt.

 

Ab 1975 Dis­kus­sio­nen Nord­um­fah­rung mit Jura­tun­nel / Süd­um­fah­rung / Strasse mit­ten durch die Stadt. Auch eine Vari­ante ent­lang Tras­see der SBB, Auto­bahn in Hoch­lage über den Glei­sen.

 

1978 Schaf­fung der Ple­n­ar­kom­mis­sion für die Pla­nung der N5 im Raum Biel, bestehend aus Behör­den­de­le­ga­tion und Fach­kom­mis­sion. Ein umfang­rei­cher Pla­nungs­pro­zess beginnt.

 

1979 Beschluss der Behör­den­de­le­ga­tion, zwölf Vari­an­ten einer Nutz­wert­ana­lyse zu unter­zie­hen.

 

1987 Beschrän­kung auf Nord- und Süd­va­ri­ante.

 

1990 Ent­scheid zuguns­ten der Süd­um­fah­rung. Auf­trag des Bun­des zur Aus­ar­bei­tung des Gene­rel­len Pro­jekts.

 

1994 Öffent­li­che Auf­lage Gene­rel­les Pro­jekt (Ost­ast und West­ast).

 

1997 Der Bun­des­rat weist das Gene­relle Pro­jekt West­ast zurück, mit dem Auf­trag, alter­na­tive Lini­en­füh­run­gen am rech­ten See­ufer zu prü­fen (Brügg-Thielle, Lyss-Thielle). Eine Stu­die des Kan­tons Bern favo­ri­siert die links­uf­rige A5 mit West­ast.

 

1999 Der Bun­des­rat geneh­migt das Gene­relle Pro­jekt West­ast. Ab 2000 Ver­schie­dene Opti­mie­rungs­pha­sen, immer in Zusam­men­ar­beit mit den betrof­fe­nen Städ­ten. Grund: Kapa­zi­täts­pro­bleme Guido-Mül­ler-Platz und Salz­haus­strasse (auf Lokal­netz!).

 

2004 Neue Tun­nel­bau- und Lüf­tungs­richt­li­nien des Bun­des, d.h. Gene­rel­les Pro­jekt 1999 ist nicht mehr mög­lich!

 

Ab 2004 Das Tief­bau­amt unter­zieht den gan­zen West­ast einer gesamt­heit­li­chen Über­ar­bei­tung.

 

2007 Öffent­li­che Plan­auf­lage Gene­rel­les Pro­jekt Vin­g­el­ztun­nel.

So sprach der dama­lige Stadt­prä­si­dent und Auto­bahn­pro­mo­ter Hans-Expo Stöckli laut «Der Bund» vom 25.10.2007. Er ist seit­her bera­tungs­re­sis­tent geblie­ben.

2008 Neue Idee «Port­tun­nel».

 

2009 Die Behör­den­de­le­ga­tion setzt eine Arbeits­gruppe unter der Lei­tung des dama­li­gen Bie­ler Stadt­prä­si­den­ten Hans Stöckli ein. Sie soll fest­le­gen, wel­che Lösung die Region für den West­ast der A5-Umfah­rung von Biel bevor­zugt.

 

2010 Die Arbeits­gruppe Stöckli bean­tragt im Juni die Stoss­rich­tung 2 (Voll­an­schluss Bienne-Centre, Halb­an­schluss See­vor­stadt Rich­tung Bern, Port­tun­nel). Gleich­zei­tig ver­wirft sie die sog. 0‑Variante.

 

2011 Basie­rend auf Stoss­rich­tung 2 wird im ers­ten Halb­jahr 2011 eine städ­te­bau­li­che Test­pla­nung durch­ge­führt. Die Test­pla­nung bringt kon­krete Vor­schläge, wie der Anschluss­be­reich Bienne-Centre umge­setzt wer­den könnte. Von einer durch­ge­hen­den Über­de­ckung wird u.a. aus Kos­ten­grün­den abge­ra­ten.

 

2012 Das neue Gene­relle Pro­jekt West­ast (inkl. Zubrin­ger rech­tes Bie­ler­see­ufer) wird der Bevöl­ke­rung im Früh­jahr 2012 zur Mit­wir­kung unter­brei­tet. Gleich­zei­tig mit dem Gene­rel­len Pro­jekt liegt je ein Richt­plan zu den ver­kehr­li­chen flan­kie­ren­den Mass­nah­men und zum Städ­te­bau vor.

2013 Der Regie­rungs­rat des Kan­tons Bern ver­ab­schie­det das neue Gene­relle Pro­jekt West­ast. Die Schutz­ver­bände kri­ti­sie­ren das man­gel­hafte Mit­wir­kungs­ver­fah­ren.

 

2014 Der Bun­des­rat geneh­migt die Gene­rel­len Pro­jekte West­ast (inkl. Zubrin­ger rech­tes Bie­ler­see­ufer) und Vin­g­el­ztun­nel.

 

2015 Grün­dung Komi­tee «West­ast so nicht!». Stadt­füh­run­gen am «Tat­ort». Wach­sen­der Wider­stand in der Bevöl­ke­rung. 

 

2016 Arti­kel in der Zeit­schrift  «Hoch­par­terre», wach­sen­des Medi­en­in­ter­esse, dank der Stadt­wan­de­run­gen. Im Novem­ber «Fes­tast» des Wider­stands im Farel-Haus. Wei­tere Aktio­nen ste­hen zur Debatte.

 

2017 Januar  Infor­ma­ti­ons- und Mit­wir­kungs­ver­fah­ren der Gemein­den Biel und Nidau «Städ­te­bau­li­che Begleit­pla­nung A5 West­ast» – Aus­füh­rungs­pro­jekt nicht öffent­lich, unter Ver­schluss. März  Gene­ral­ver­samm­lung Komi­tee «West­ast so nicht!» – Mit­glie­der­zahl über 1’200 Per­so­nen.

April/Mai Öffent­li­che Plan-Auf­lage Aus­füh­rungs­pro­jekt Auto­bahn A5 West­ast. Kos­ten über 2,2 Mil­li­ar­den Schwei­zer Fran­ken. Beschwer­den über man­gel­hafte Aus­stel­lung wer­den geäus­sert. 650 Ein­spra­chen ein­ge­reicht.

Bür­ge­rIn­nen mar­kie­ren im Früh­som­mer zwei­mal kurz nach­ein­an­der die 750 Bäume, die für den West­ast abge­holzt wür­den. 

Mit­glie­der­zahl «West­ast so nicht!» über 1’800 Per­so­nen.

Sep­tem­ber Gross­de­mons­tra­tion am 23. Sep­tem­ber: Tau­sende Auto­bahn­geg­ne­rIn­nen set­zen sich für eine wohn­li­che, zukunfts­ge­rich­tete Stadt  Biel ein.

Hun­derte set­zen sich für den Erhalt des Maschi­nen­mu­se­ums Mül­ler am heu­ti­gen Stand­ort ein.

Die Eröff­nung des A5-Ost­asts fin­det unter Aus­schluss der Bevöl­ke­rung und ohne Bun­des­rä­tin Leu­thard statt. » Gleich­zei­tig wer­den beim UVEK über 10’000 Unter­schrif­ten gegen den A5-West­ast ein­ge­reicht.

Novem­ber Das Komi­tee «West­ast so nicht» prä­sen­tiert die West­ast-Vari­ante «West­ast so bes­ser!».

Die SP Gesamt­par­tei der Stadt Biel lehnt das aktu­elle Aus­füh­rungs­pro­jekt West­ast A5 mit zwei Auto­bahn­an­schlüs­sen (Biel Centre, See­vor­stadt) ab. Die SP Gesamt­par­tei Stadt Biel unter­stützt das Komi­tee «West­ast so nicht!» und alle ande­ren Akteure beim Erar­bei­ten einer sinn­vol­len Alter­na­tive zum heu­ti­gen Aus­füh­rungs­pro­jekt.

Die Grüne Par­tei schwenkt auf die Vari­ante «West­ast so bes­ser!» ein und unter­stützt ent­ge­gen ihrer bis­her kom­mu­ni­zier­ten Poli­tik den Bau einer neuen (Tunnel-)Strasse.

 

2018 Mai Der Regie­rungs­rat des Kan­tons Bern lehnt am 15. Mai einen ver­tief­ten Fak­ten­check, wie sie eine Motion von Peter Moser gefor­dert hatte, ab: Die Vor­teile des Aus­füh­rungs­pro­jekt seien der­art klar, dass es keine wei­te­ren Unter­su­chun­gen brau­che, so die regie­rungs­rät­li­che Ant­wort – noch von der abtre­ten­den Bau­di­rek­to­rin ver­fasst.

17. Mai: Spon­tan­demo in Biel vor dem Stadt­rats­saal: Demons­tran­tIn­nen pro­tes­tie­ren gegen das Urteil aus Bern. Mit Erfolg: Der Stadt­rat über­weist glei­chen Abends mit 47 gegen 10 Stim­men eine Motion von Urs Scheuss, die einen unab­hän­gi­gen Fak­ten­check ver­langt. Nun ist der Bie­ler Gemein­de­rat gefor­dert.

Juni Der Ber­ni­sche Grosse Rat ver­langt am 6. Juni mit einer ein­zi­gen Gegen­stimme einen ver­tief­ten Fak­ten­check und weist die Ant­wort des Regie­rungs­rat zurück.

August Tavo­lata auf der Gurn­igel- und Aebi­s­trasse: Dort wo ein gan­zes Quar­tier dem West­ast wei­chen soll, fei­ern am 19. August Hun­derte einen ein­ma­li­gen Sonn­tags­brunch auf der Strasse…

31. August: Regie­rungs­prä­si­dent Chris­toph Neu­haus prä­sen­tiert das Resul­tat des Vari­an­ten­ver­gleichs, der vom kan­to­na­len Tief­bau­amt zusam­men mit Exper­ten, die bereits am Aus­füh­rungs­pro­jekt betei­ligt waren, durch­ge­führt wor­den war. Ent­spre­chend ein­sei­tig ist das Ver­dikt. Vor dem Kon­gress­haus spon­tane Demo gegen das Vor­ge­hen des Kan­tons – Regie­rungs­rat Neu­haus spricht sich den Demons­trie­ren­den: Seit Jah­ren der erste Exe­ku­tiv­po­li­ti­ker, der sich einer Dis­kus­sion stellt.

Sep­tem­ber Komi­tee West­ast so nicht über 2000 Mit­glie­der.

Die Gesprä­che des Kan­tons Bern mit Inter­es­sens­grup­pen und an zwei öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen in Biel und Nidau hin­ter­las­sen ein gemisch­tes Bild: Wie dia­log­wil­lig ist der neue Bau­di­rek­tor? Seine Bot­schaft: Ent­we­der das Aus­füh­rungs­pro­jekt – oder zurück auf Feld 1. Anfang Sep­tem­ber wird das Datum für die nächste «Biel wird laut»-Demo ver­kün­det: am 3. Novem­ber geht Biel wie­der auf die Strasse – gegen die bei­den inner­städ­ti­schen Anschlüsse.

Okto­ber    Die Stif­tung Land­schafts­schutz Schweiz SL for­dert am 17. Okto­ber in einem Medien-Com­mu­ni­qué «Übungs­ab­bruch» und keine wei­te­ren Fak­ten­checks für den West­ast.

Novem­ber    «Biel bleibt laut». Zweite Gross­de­mons­tra­tion gegen den West­ast in Biel – mit rund 5000 Demons­trie­ren­den pro­tes­tie­ren am 3. Novem­ber noch mehr Men­schen gegen die geplante Auto­bahn als im Sep­tem­ber 2017. 

13. Novem­ber: Prä­sen­ta­tion der von Gas­s­mann Media in Auf­trag gege­be­nen Demo­scope-Umfrage zum West­ast: Eine über­wäl­ti­gende Mehr­heit von 65 Pro­zent der Bevöl­ke­rung in der Region Biel lehnt das offi­zi­elle Auto­bahn­pro­jekt ab. Magere 21 Pro­zent der Befrag­ten befür­wor­ten das Aus­füh­rungs­pro­jekt.

21. Novem­ber: Nach der Sit­zung der «Behör­den­de­le­ga­tion A5-Umfah­rung Biel» ver­kün­det Regie­rungs­prä­si­dent Chris­toph Neu­haus, dass 2019 im Rah­men eines «Run­den Tischs» Gesprä­che in Sachen West­ast geführt wer­den sol­len. Gleich­zei­tig erfolgte die Ein­la­dung an die ver­schie­de­nen Orga­ni­sa­tio­nen und Gemein­den für die erste Gesprächs­runde am Frei­tag, 8. Februar 2019.

Dezem­ber   Der Bie­ler Stadt­prä­si­dent Fehr for­dert im BT-Sams­tags­in­ter­view vom 29. Dezem­ber, dass die «Vari­ante See­landt­an­gente» als Alter­na­tive für den West­ast geprüft wer­den soll.

 

2019

Januar       Bun­des­rä­tin Simo­netta Som­ma­ruga lei­tet neu das UVEK. Ver­mehrt äus­sern sich jetzt auch See­län­der Unter­neh­me­rIn­nen öffent­lich gegen das A5-West­astpro­jekt. Der Kan­ton Bern reicht seine Stel­lung­nahme zu den über 650 Ein­spra­chen ein. Plat­ten­taufe Anti-West­ast-Song: «West­ast – so nid» von Stu­deYEAH!

Februar       Ein­be­ru­fung eines Run­den Tisches durch Regie­rungs­rat Neu­haus am 8. Februar, mode­riert von Ex-UVEK-Gene­ral­se­kre­tär Hans Wer­der. Ein­ge­la­den sind zahl­rei­che Inter­es­sen­grup­pen con­tra und pro West­ast. – Erste Schritte: Der «Runde Tisch» wird in »Dia­log­gruppe». Diese soll vom Kan­ton unab­hän­gig ope­rie­ren. Zeit­rahm für Ergeb­nis­be­richt: Bis Som­mer 2020 soll/en ein Lösungsvorschlag/Lösungungsvorschläge vor­lie­gen. Alle Vari­an­ten inkl. See­landt­an­gen­ten und Null­va­ri­ante ste­hen zur Debatte.

25. Februar: Der Kan­ton Bern hat beim UVEK die Sis­tie­rung des lau­fen­den Bewil­li­gungs­ver­fah­rens für den A5-West­ast bean­tragt.

Start in den «Dia­log­pro­zess» mit eini­gen Hin­der­nis­sen: Das Sekre­ta­riat, wel­ches vom Kan­ton ein­ge­setzt wurde, muss wegen Befan­gen­heit aus­ge­wech­selt wer­den. Die Kon­sti­tu­ie­rung der Dia­log- und Kern­gruppe sowie die Erar­bei­tung der Sta­tu­ten zieht sich hin.

Novem­ber  Behör­den­de­le­ga­tion greift in Dia­log­pro­zess ein und macht Druck.   Ver­such gewis­ser Behör­den­ver­tre­ter, Lösun­gen auf den Peri­me­ter Brügg­moos – Rusel zu beschrän­ken und den Dia­log­pro­zess allen­falls im Februar 2020 bei Nicht­er­fül­lung der dik­tier­ten Vor­ga­ben abzu­bre­chen.