ADIEU WEST­AST

LEN­KEN
STATT
(A5-WEST­AST) BAUEN!

 

Eine Stu­die der Zür­cher Hoch­schule für Archi­tek­tur (zhaw) hat 2010 auf­ge­zeigt, wie der Ver­kehr nach Eröff­nung des Ost­asts auch ohne West­ast bewäl­tigt wer­den könnte. Diese Alter­na­tive wurde in einer frü­he­ren Ver­sion der A5-Web­site des Kan­tons Bern erwähnt – mit dem Hin­weis, man habe die­sen Ansatz nicht wei­ter ver­folgt.

Dabei zeigt gerade diese Stu­die auf, in wel­che Rich­tung eine moderne und zukunfts­fä­hige Stadt- und Ver­kehrs­pla­nung gehen müsste. So betont etwa Klaus Zwei­brü­cken, Pro­fes­sor für Ver­kehrs­pla­nung an der Hoch­schule Rap­pers­wil, dass Ver­kehrs­pro­bleme heute nicht mehr mit dem ver­al­te­ten «Infra­struk­tur-Ansatz» ange­gan­gen wer­den soll­ten. Er plä­diert für den Ansatz «Len­ken statt Bauen», wie er in immer mehr Agglo­me­ra­ti­ons­ge­bie­ten mit Erfolg prak­ti­ziert wird.

Und der renom­mierte Ver­kehrs­ex­perte Prof. Her­mann Kno­fla­cher meint zum Bie­ler West­ast-Pro­jekt: «Typisch für diese Art von Pro­jekt­be­schrieb ist, dass hier aus­schliess­lich aus der Lenk­rad­per­spek­tive gedacht und gehan­delt wird. Nicht aber aus der Per­spek­tive von Men­schen, die eine lebens­werte Stadt haben wol­len.»

Höchste Zeit also, für einen brei­ten Dis­kurs über die Ent­wick­lung der Region Biel! Es braucht einen ech­ten demo­kra­ti­schen Pro­zess. Keine Ali­bi­übun­gen, wie kürz­lich die Mit­wir­kungs­farce «Stadt­idee» in Biel. Son­dern einen ech­ten Pro­zess, wo alle Inter­es­sier­ten die Mög­lich­keit haben, sich ein­zu­brin­gen.

Wie solch ein Pro­zess initi­iert wer­den könnte, zeigt Kurt Roh­ner auf: Ein run­der Tisch, mode­riert von einem renom­mier­ten Fach­büro, nota­bene unab­hän­gig und ohne Inter­es­sen­bin­dung im Kan­ton Bern und der Region See­land. Der Moment ist ideal: Das Inter­esse der Bevöl­ke­rung an der Ent­wick­lung der Stadt und der Region ist geweckt.

Viele Leute sind sen­si­bi­li­siert und haben sich mit der West­ast-Frage aus­ein­an­der­ge­setzt. Eine Mehr­heit hat klare Vor­stel­lun­gen und Visio­nen, wie und in wel­che Rich­tung sich die Region ent­wi­ckeln soll. Die Men­schen wol­len mit­re­den, mit­den­ken und mit­ge­stal­ten – und nicht bloss dele­gie­ren.